Es ist windig, es ist ja auch Herbst. Selten habe ich den Herbst so bewusst beginnen gesehen, wie in diesem Jahr. Durch die Weiterbildung bin ich jeden Tag draußen vor der Türe und da ich Raucher bin, stehen wir in den Pausen gemeinsam vor dem Bildungszentrum und dort stehen riesige Ahornbäume, die merklich kahler werden. Die verbliebenen Blätter sind auffallend gelb und der nasskalte Wind pfeift um die Häuser. Ist mir gestern in der Pause mal so aufgefallen. Sonst habe ich den Herbst und seine Erscheinungen eher beiläufig registriert, obwohl ich als Kind nahezu jede Jahreszeit mochte, auch den Herbst. Man konnte so wunderbar mit den Füßen durch sorgsam angehäufte Laubberge rascheln. Mittlerweile mag ich den Herbst nicht mehr so gerne, es sei denn, ich sitze gemütlich auf meinem Sofa und schlürfe Tee, dann kann dort draußen meinetwegen die Welt untergehen. Ich mag den Herbst nicht mehr besonders. Zu viel Regen, zu grauer Himmel, zu windig, zu kalt. Kalt ist in Ordnung, solange Schnee liegt.
Ansonsten ist hier noch weniger los als sonst. Sohnemann beträgt sich momentan mal wieder besser. Gestern haben wir uns anlässlich einer schulischen Aufklärungskampagne auch zuhause über das Thema Aids unterhalten und wir haben u.a. ein bisschen im Net geschaut, was er alles wissen sollte. Er wusste bereits das meiste und ich hoffe, er trifft ausreichend Vorsorge, wenn er sich entschließt, einem Mädchen so nahe zu kommen. Tja und wenn’s irgendwann dann doch eher Jungs sind, soll er trotzdem vorsichtig sein. Ist ja schließlich überlebenswichtig. Solche Gespräche sind immer eine Wonne, denn ich kann mit meinem Sprössling so schön offen über alles sprechen. Er ist vernünftig – meistens – und versucht der Ernsthaftigkeit solcher Themen den nötigen Respekt zu zollen. Bildmaterial und Informationen aus dem Internet veranschaulichen sowas immer sehr gut und helfen ihm dabei, so abstrakte Dinge zu verstehen. Für Kinder sind solche Themen halt abstrakt.
Außer dem Tadel von letzter Woche und den sonstigen Alltäglichkeiten gibt es derzeit nicht viel zu berichten. Meinen Praktikumsplatz habe ich jetzt sicher und ab 04. Januar geht’s los. Mal sehen, was mich dort erwartet. Noch knapp anderthalb Monate, dann ist der schulische Teil der Weiterbildung abgeschlossen. Nette Leute kennengelernt, ein bisschen Wissen eingepackt und hoffentlich etwas für die Zukunft mitgenommen. So manche/n Mitstreiter/in werde ich sicher vermissen, aber man muss sich ja nicht aus den Augen verlieren, wenn alles vorbei ist. Handynummer haben wir ja schon seit geraumer Zeit ausgetauscht. Schau’ mer mal…
Gestern Abend bin ich wirklich mit den Hühnern ins Bett gekrochen. Es muss wohl kurz vor 21.00 Uhr gewesen sein und ich bin wohl auch sofort eingeschlafen. Ob nun im TV irgendetwas Sehenswertes lief, kann ich nicht mehr sagen, denn die Flimmerkiste wurde fix auf zwei Stunden Laufzeit eingestellt und ich könnte Euch nicht mal mehr genau sagen, welche Farbe meine Bettwäsche hat, wenn ich nicht ausschließlich dunkelblaue Bettwäsche besitzen würde. Ins Bett und sofort Augen zu. Man war ich müde. Das Lernen strengt zwar nicht unbedingt an, aber ich bin abends derart müde, dass ich eigentlich kein Radio, keinen Fernseher oder dergleichen mehr bräuchte. Nun ja, das Wetter entspricht ja eher dem Herbst und bei schönem Wetter würde ich wohl wirklich eher im Garten meinen Feierabend ausklingen lassen. Zuhause flitzt man ja doch nur von einer Ecke in die nächste und erfüllt seine häuslichen Pflichten. Muss ja, keine Frage, aber im Garten ließe es sich schöner müde sein.
Schulisch gesehen bewegen wir uns derzeit in den Tiefen von CSS und es macht noch immer großen Spaß. In knapp drei Wochen sind erst mal Ferien und bis dahin wurschteln wir noch weiter und tiefer in HTML und CSS – vermute ich zumindest. Soll mir recht sein. So einiges an Kenntnissen war mächtig eingerostet und es schadet auf keinen Fall, wenn das alles mal wieder ans Tageslicht befördert wird. Editoren sind zwar nützlich, aber man verlernt auch so manches. Wir programmieren artig von Hand und längst Vergessenes kommt wieder zum Vorschein. Gut so. Schaden wird mir das auf keinen Fall.
Ansonsten gibt es wie so oft keine nennenswerten Zwischenfälle, wenn man vom pubertierenden Sohnemann und kleinen Alltäglichkeiten absieht. Alles im grünen Bereich. Das Wochenende war ruhig und leider verregnet, also blieben wir zuhause und bewegten uns nur notwendigerweise. Der kalendarische Sommer ist zwar schon zwei Tage alt, lässt aber meteorologisch auf sich warten. Es regnet immer wieder, es ist ziemlich frisch am Zisch und ohne Jacke ist es mir dann doch noch zu kalt. Laut Wetterfrosch soll der diesjährige Sommer ja ohnehin nicht berauschend werden, aber ich bin da mal optimistisch und erwarte für meine Ferien Strahlewetter und Sonne satt. Wehe nicht…
Leute, das Wochenende war einfach nur großartig, phantastisch, toll, gigantisch, vollendet. Das Wetter war grandios und das gesamte Wochenende war vollgepackt mit tollen Sachen. Freitag zogen Frau W. aus P. also los zur Bandprobe und dort wurde es von Stunde zu Stunde lustiger. Der Proberaum füllte sich nach und nach, Getränke gab es zur Genüge und auch für Essen war hinreichend gesorgt. Wir futterten uns die Bäuche voll und auch die Kehlen wurden nie trocken. Je später der Abend, desto lustiger wurden die Gäste und da wir ja am folgenden Tag meinen “Leih”-Garten besichtigen wollten, traten wir gegen Mitternacht überaus belustigt den Heimweg an. Kaum im Bett fielen meine Augen zu und blieben es auch trotz der zahlreichen Runden auf dem Karussell. Der Kopf war am Morgen nicht so schwer wie sonst und nach zwei Aspirin und einer halben Tasse Kaffee verzog sich das Gewitter in meinem Kopf und mir ging es ziemlich gut. Überraschend gut…
Samstagmorgen gegen 9.30 Uhr dann trafen wir uns bei Frau W. und machten uns gemeinsam auf den Weg in den Garten. In meiner Vorstellung hatte ich einen winzigen Schrebergarten mit krummen und schiefen Beeten und Wegen erwartet, ein windschiefes Häuschen darin und jede Menge Ecken und Büsche, wo Spinnweben und allerlei Getier vorzufinden sein würden. Nichts von alldem war der Fall und ich sah vor mir einen wirklich liebevoll gestalteten und gar nicht so kleinen Garten, in dem ein durchaus gerades und hübsch gezimmertes Häuschen steht. Keine buckelige Wiese, keine undurchdringlichen Hecken, keine Gruselecken hinter dem Haus, nichts. Viel schöner als ich zu träumen gewagt hatte und urgemütlich war es dort. Mein Herz hüpfte vor Freude und nachdem wir unzählige Tassen Kaffee getrunken, ein bisschen gearbeitet und ununterbrochen geschnackt und gelacht haben, überließ man mir dieses kleine Reich für den Rest des Tages.
Frau N. aus P. arrangierte sich die nahezu unbenutzte Sonnenliege mitten in der saftigen Wiese, genehmigte sich noch einen frischen Kaffee und entspannte nach allen Regeln der Kunst. Ich bewegte mich nicht wirklich und ließ mir die Sonne ins Gemüt scheinen, den leichten Wind über die sonnenhungrige Haut streichen und genoss die Ruhe und die frische Luft. Traumhaft. Als es langsam frisch wurde, trat ich wunderbar entspannt den kurzen Heimweg an und wurde beim Betreten des Hauses prompt von meinen Nachbarinnen zum Grillen hinterm Haus eingeladen. Ich rannte die Treppen hoch, zog mir etwas Wärmeres an und flitzte die Stufen wieder hinunter. Die Mädels hatten ordentlich aufgetafelt und ich saß noch bis zur vollkommenen Dunkelheit dort unten mit ihnen zusammen. Gegen 22.00 Uhr verabschiedete ich mich und gönnte mir ein schaumiges Vollbad. Bilder vom Garten habe ich für Euch auch geknipst. Bitteschön:
Am Sonntag stand ja nun der fragwürdige Spaziergang auf dem Plan, der aber alles andere als unangenehm war. Zuerst fuhr ich fix in die Wohnung von Frau M. aus P., um dort Blümchen zu gießen und den Briefkasten zu entlasten. Als das erledigt war, ging’s dann planmäßig nach Falkenstein zur Talsperre. Das Wetter war zwar nicht ganz so sonnig und warm wie am Vortag, aber genau richtig zum Laufen und Spazieren. Einmal rund um das Wasser, ein Topf Kaffee und schön gequasselt. Hat mir ausnehmend gut gefallen, denn ich bin sehr gerne dort. Der Nachmittag war noch jung, also beschlossen wir, noch einen kurzen Abstecher zur Talsperre Pöhl zu unternehmen. Dort saßen wir dann noch eine ganze Weile am Wasser und plauderten über dies und das, über alles und jeden und über uns. Auf dem Rückweg kamen wir an der altbekannten Gaststätte in Altensalz vorbei und entschlossen uns kurzerhand, dort noch eine kleine Rast einzulegen. Frau N. aus P. bestellte Kaffee, Herr S. aus P. ein Dunkles und überraschenderweise saßen wir dort ziemlich lange. Mit sage und schreibe acht (!!!) geräucherten Bratwürsten und eine großen Portion Sülze aus der hauseigenen Schlachter- und auch Räucherei traten wir den Heimweg an. Zuhause angekommen genehmigte sich jeder eine Leckerei aus diesem Räucherbeutel, um anschließend satt und zufrieden auf der Couch den Sonntagsfilm zu verfolgen. Nach diesem Wochenende angereichert mit frischer Luft und endlos kulinarischen Gaumenfreuden, fiel ich weit vor Mitternacht in meine Kissen. Herr S. fiel der Müdigkeit schon lange vorher zum Opfer und schnarchte bereits auf dem Sofa. So kennen wir ihn. Er war ganz artig, so wie es sein soll. Er war sehr aufmerksam und ich hatte nicht den geringsten Grund zu Klage. Er lachte mit mir, hörte gut zu und er zeigte die Seite von sich, die so liebenswert ist. Ich hoffe, es bleibt so. Ich hoffe, er bleibt so, denn genauso würde ich mich wohl fühlen. So und nicht anders.
Meine Pläne für das kommende Wochenende sind farbenfroh, abwechslungsreich und mit größter Wahrscheinlichkeit auch sehr unterhaltsam. Sohnemann verbringt sein Wochenende ja bei Papa/Oma und Frau N. aus P. hat sich so einiges vorgenommen. Heute Abend also die erste Unternehmung. Zusammen mit einer Freundin fahre ich an den Stadtrand, wo ein Bandproberaum sein soll. Dort findet wohl allwöchentlich freitags eine Bandprobe statt, die man aber offensichtlich in besonderer Form zelebriert. Während die Band “übt”, verlustigen sich die anwesenden Zuhörer auf ihre Art. Es wird gekocht, man trinkt gemütlich ein paar Gläschen und plauscht entspannt. Das ganze nennt sich dann laut Gastgeber “lust’sche Butz” und wird von Woche zu Woche beliebter. Also gesellen wir uns heute dazu und schauen uns das Ganze mal aus der Nähe an.
Der Samstag ist auch schon verplant. Besagte Freundin bewirtschaftet mit wachsendem Widerwillen den Garten ihrer Mutter und erwähnte gestern, dass morgen dann das Wasser in dieser Gartensparte wieder aufgedreht wird. Ich bemerkte beiläufig, dass in mir seit einigen Monaten der Wunsch nach solch einem winzigen Garten reift, es aber an den Kosten scheitert, die mit dessen Anschaffung und Unterhaltung verbunden wären. Sie schaute mich strahlend an und bot mir ohne Umschweife an, den Garten jederzeit und ganz nach Belieben nutzen zu dürfen, wenn mir das Spaß machen würde. Anfangs staunte ich sie etwas entgeistert und nicht wenig überrascht an, denn solche Angebote sind nun wirklich nicht üblich. Sie untermalte ihre Abneigung gegen diese Pflicht und freute sich vielmehr, dass sie dann wohl eher mal einen Grund hätte, diesen Garten freiwillig aufzusuchen, wenn ich dort ein bisschen im Grünen herumexperimentiere. Ich warnte sie fairerweise, dass ich keineswegs die geborene Gärtnerin sei und es passieren kann, dass das eine oder andere Pflänzchen unter meinen ungeschickten Händen sein Leben aushauchen würde, was sie lächelnd zur Kenntnis nahm.
Solange mir das Freude bereiten würde, dürfe ich dort alles tun, wonach mir der Sinn stünde. Also meldete ich mich für morgen artig an, um beim Wasseraufdrehen dabei zu sein. Ich leihe mir sozusagen auf unbestimmt Zeit einen kleinen Garten und wenn ich irgendwann all das mein Eigen nennen möchte, habe ich Vorkaufsrecht, bekäme ihn im Idealfall vielleicht sogar geschenkt. Ich freue mich, ich freue mich sogar sehr und habe schon furchtbar viele Pläne, was ich dort alles machen möchte. Ich muss mich nicht mehr gelangweilt an die Talsperre legen, wenn ich Sonne tanken will. Ich bin lieber aktiv und das wäre genau das, was ich mir unter einem entspannten Wochenende mit Bombenwetter vorstelle. Ein bisschen werkeln, ein bisschen buddeln und nach getaner Arbeit im Sonnenstuhl dösen, um abends ein paar Würstchen zu grillen. Sohnemann findet die Pläne von Frau Mama natürlich nicht so spannend, freut sich aber, weil ich mich freue. Balkons finde ich schon immer totlangweilig, aber so ein Garten ist schon was. Hab’ ich schon erwähnt, dass ich mich freue???
Am Sonntag steht dann etwas an, von dem ich nicht so recht weiß, was mich erwartet. Vergangenes Wochenende ergaben sich Gespräche, die so nicht vorhersehbar oder gar geplant waren. Was folgte, waren unzählige Nachrichten aus der anderen Richtung und daraus resultierendes Misstrauen meinerseits. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt, sagt man so schön. Ganz so blauäugig marschiere ich nun doch nicht auf den Abgrund zu, denn ich stellte erst mal einige Dinge klar, was gesagt werden musste, stellte nichts in Aussicht, was ich nicht halten könne und bat mir Zeit, Geduld und eine angemessene Bewährungszeit aus. Vieles würde diesmal anders laufen, sofern es zu einem Neuanfang käme. Vorsicht und Bedacht bestimmen mein Tun der nächsten Zeit, das steht fest. Zweimal habe ich mir die Finger nun verbrannt und beim dritten Versuch warte ich nicht erst auf Brandmale. All das und sehr vieles mehr wurde in die andere Richtung geschickt und am Sonntag sind wir nun zum ersten Mal wieder verabredet. Auf neutralem Boden in entspannter Atmosphäre – an der Talsperre Falkenstein. Ich will erst mal vorsichtig schauen, welchen Eindruck ich habe. Das alles passierte ja nun eher durch Zufall, wobei ihm laut seiner Aussage der Mut fehlte, nach seinem letzten “Fehlverhalten” auf mich zuzugehen, denn er konnte sich sprichwörtlich vom Arsch abfingern, dass ich denkbar wenig von ihm und seinem Tun hielt. Ja, ich war sauer und seine Worte stießen bei mir anfangs auch auf recht große Ablehnung. Ich kann keinerlei Prognosen abgeben, aber gucken kostet nichts, heißt es so schon. Und Frau N. aus P. guckt erst mal. Kost’ ja nüscht…
Gefühlte -13°C und der gefrorene Schnee knirscht bedrohlich unter den Schuhen der Menschen, die sich auf den Weg zur Arbeit machen. Eiskratzer schaben über Autoscheiben und ich hatte heute Morgen Mühe, die Dachfenster ohne Geknister und Geknacke zu öffnen bzw. schließen. Der Winter ist mit Karacho noch einmal zurückgekommen. Zwar kündigt sich Frau Sonne schon an, aber auf dieses Täuschungsmanöver falle ich heute nicht herein. Kalt bleibt es ja trotzdem und ich mag nicht vor die Türe gehen. Ich muss aber leider, wenn auch erst am späten Nachmittag. Bis dahin habe ich hier zuhause einiges zu tun.
Die Behördenwege gestern verliefen erstaunlicherweise ohne Komplikationen und man gab sich entgegen aller Erwartungen auch mal ganz unbürokratisch. Bin ich gar nicht gewohnt, dass im Amt mal was geht, ohne erst umständlich die Kirche ums Dorf tragen zu müssen. Wobei ich einräumen muss, dass meine Sachbearbeiterin immer sehr nett und unkompliziert ist. In Zeiten wie diesen eher die Ausnahme, aber ich habe Glück. Das ersparte mir gestern viel Zeit, Nerven und einen extra Weg. Geht doch. Beim Verlassen des Gebäudes traf ich dann noch zwei alte Bekannte, man schnackte eine Runde und so ergab es sich, dass ich dann doch noch etwas zu erledigen hatte, was vielleicht in beruflicher Hinsicht neue Perspektiven eröffnet.
In Windeseile wurden Termine vereinbart, dann fuhr ich gleich noch vorbei und reichte Unterlagen ein, den Rest schickte ich per Mail und nun heißt es warten. Mit etwas Glück springt dabei in Kürze ein Vorstellungsgespräch raus und mit noch mehr Glück vielleicht sogar ein Tag zum Probearbeiten oder etwas in der Art. Das erforderliche Profil für diese Stelle erfülle ich beim ersten Hinschauen zu 95% und laut Information wurden vor mir alle Bewerber abgewiesen, weil dort eine gewisse Redegewandtheit vonnöten ist. Sozusagen wird ein/e Texter/in gesucht. Optimal sind dann auch noch Kenntnisse in den gängigen Programmiersprachen zum Administrieren von Webseiten. Kann ich auch einigermaßen, denke ich. Das wäre ja der Knaller, nech?
Es fällt mir schwer, geduldig zu sein. Dieser Job wäre zwar nicht in Plauen, aber in erreichbarer Umgebung. Nichts desto trotz habe ich gestern im Amt mal auf den Busch geklopft, ob es nicht die Möglichkeit gibt, in meinem eigentlich erlernten Beruf noch ein paar Zusatzkenntnisse zu erwerben. Auch hier bekomme ich Bescheid. Die Warterei hier bringt nix und lernen schadet bekanntlich nie. Irgendwas wird sich doch wohl mal auftun, ob nun in Sachen Weiterbildung oder sogar Festanstellung. Letzteres wäre natürlich das Optimum. Die ersten Monatsgehälter sind schon verplant .
Ein Tief namens “Herbert” wütet hier seit einiger Zeit über den Dächern. Der Wind pfeift stürmisch um die Ecken und vorhin hat es sogar gedonnert. Ich werde mich jetzt auch gleich wieder auf die Couch kuscheln und noch ein bisschen TV schauen. Da läuft gerade einer der schnulzigsten Filme, die ich kenne und was besseres kommt grad nicht…
Hier in Plauen schneit es nun schon den zweiten Tag in Folge, allerdings bisher nur nachts. Gestern und auch heute sah man morgens schneebedeckte Dächer und weiße Straßen. Die steigenden Temperaturen tagsüber ließen die weiße Pracht gestern allerdings recht schnell wieder verschwinden. Heute Morgen hingegen gab’s wieder Schnee und wir werden sehen, ob auch heute alles wieder schmilzt. Anderswo soll ja der Winter nochmal ordentlich zugeschlagen haben und das nehmen wir heute in Augenschein. Fräulein F. aus S. zwischen P. und S. und meine Wenigkeit werden heute einen kleinen Abstecher ins Erzgebirge unternehmen und nach Annaberg-Buchholz fahren. Ich bin sehr gespannt. Frau Bergzwerg wird uns dort hoffentlich mit warmem Kaffee und einer gut funktionierenden Heizung in Empfang nehmen.
Herr N. aus P.verweilt unterdessen im Plauener Umland bei seinen Freunden und amüsiert sich offenbar in vollem Umfang, denn man hört und sieht seit Montag nichts von ihm, was immer ein gutes Zeichen für sein Wohlbefinden ist. Wann er wieder nach Hause kommt, steht in den Sternen, denn er verlängert seine Besuche dort mit aller Regelmäßigkeit und aus einer geplanten Übernachtung werden dort fast immer sehr viele mehr. Ich warte einfach auf jenen Anruf, wenn er seine alte Mutter dorthin beordert, um ihn nach Hause zu holen. Solange die dortige Hausherrin nichts gegen ausgedehnten Aufenthalt einzuwenden hat, lasse ich ihm seinen Spaß, denn schließlich hat er Ferien. Das Zeugnis ist auch recht gut ausgefallen und ich kann zufrieden mit seinen Noten sein. Er bemüht sich und hat sich in einigen Fächern verbessert, wobei ich die Verschlechterung in den beiden anderen Fächern großzügig übersehe. Passt scho…
Herr S. aus P. geht seinen beruflichen Pflichten nach und beträgt sich nach seinem Fauxpas am vergangenen Wochenende vorbildlich. In alter Manier singt er schön schief sämtliche Hit-Giganten hoch und runter, macht und tut fleißig hier im Haushalt mit, schnippelt artig Gemüse und dergleichen, wenn Bedarf ist und ist auch sonst ganz lieb. Wenn’s so bleibt, kann und will ich ihm nichts nachtragen und werde ihn gewohnheitsgemäß am Singen hindern, denn manchmal singt er so schief, dass es weh tut. Aber der Spaßfaktor ist enorm hoch und entlockt mir immer wieder ein Lachen. Passt auch…
So Leute, meinereiner wird sich so langsam unter die Dusche begeben, damit Fräulein F. nicht warten muss, wenn sie mich dann gegen 8.00 Uhr hier abholt. Draußen schneit es noch und obwohl ich den Winter mit all seinen Eigenschaften liebe, mag ich endlich wieder Sonne und warme Luft draußen haben. Meine Winterliebe findet alljährlich im Februar ihr Ende und erwacht erst im November oder Dezember jeden Jahres wieder. Der Winter dauert mir zu lange. Passt überhaupt nicht…
Angenommen, man könnte irgendwo anrufen und all die Dinge bestellen, die man im Laden nicht kaufen kann – zum Nulltarif versteht sich. Da mich im Augenblick der Winter bzw. das vorherrschende Klima extrem nervt und man in den Monaten der kalten Jahreszeit fast nur im Dunklen oder bei trübem Wetter dahinvegetiert, spinne ich gerade herum, was ich dort alles bestellen würde.
Sommer (wer hätte das jetzt vermutet)
fleißige, kleine Zwerge, die nachts den Geschirrspüler gaaanz leise ausräumen
noch mehr fleißige, kleine Zwerge, die immer brav die saubere Wäsche zusammenlegen und in den Schrank räumen
ohne dick zu werden Negerküssen essen können (für alle anderen Leckereien bitte auch)
Abschaffung der Mülltrennung (knüppelt ruhig auf mich ein, ich hasse dieses Mülltrennungstheater)
kostenlosen DSL-Zugang in Lichtgeschwindigkeit
Pflanzen, die sich selbst versorgen (im Idealfall auch für pubertierende Kinder)
selbstreinigendes Katzenklo (macht nicht nur die Katze froh)
schon wieder so kleine, fleißige Zwerge, die jede Woche mein Auto innen und außen putzen
Wohnungsputzzwerge (so kleine, fleißige)
Kinderausschimpfzwerge (ganz große), damit Sohnemann sich die große Klappe abgewöhnt
jeden Tag drei Wünsche frei haben
Zopfflechtzwerg (da reicht einer)
Zwerg für alles andere
Reicht für’s erste, denke ich. Langweilig ist mir irgendwie immer noch, obwohl ich schon den halben Tag am rumrödeln bin. Scheiß Winter… Geht mir echt auf’n Lollo langsam. Ich will mal wieder ohne Jacke und mit nackten Füßen raus. Ja, ich weiß, kann ich auch jetzt, aber ich will dabei nicht frieren.
Es war, wie so oft, viel zu kurz und ging wie im Flug vorbei – das Wochenende. Auf dem Friedhof war ich gestern, aber sämtliche Blumengeschäfte der Umgebung waren bereits geschlossen, obwohl zum Totensonntag enorm großer Besucheransturm auf dem Friedhof herrschte. Da ich aber noch nie mit leeren Händen bei meiner Oma war, werde ich in den nächsten Tagen noch einmal zum Grab gehen und meine weiße Rose dort hinterlassen. Es ärgert mich ungemein, dass ich gestern das Gefühl hatte, unverrichteter Dinge wieder gehen zu müssen. Das hole ich nach, sonst fühlt es sich so unvollkommen an. Die Menschenmassen zwischen all den Gräbern störten mich etwas, das muss ich zugeben. Normalerweise ist es wunderbar still dort oben, aber gestern war diese Ruhestätte komplett übervölkert. Die Parkplatzsuche gestaltete sich schwieriger als sonst und auf den sonst so ruhigen Wegen hörte man lautes Geplapper, Stimmengewirr und hektisches Treiben.
Um mich von all den trüben Gedanken der vergangenen Tage etwas abzulenken, werde ich heute damit beginnen, meine Weihnachtssachen hervorzukramen, mein Bett frisch zu beziehen und hier überall etwas vorweihnachtliche Atmosphäre zu schaffen, denn Sohnemann mag das sehr sehr gerne. Es wurden für die kommenden beiden Tage erneut Schneefälle angekündigt, allerdings werde ich diesmal weniger euphorisch darauf warten. Bisher schlägt der Winter einen weiträumigen Bogen um unsere Region, was mich wirklich sehr enttäuscht. Ja, ich weiß, noch ist kalendarisch gesehen kein Winter, aber wenn Wintereinbrüche angekündigt werden, dann doch bitte ordentlich. In der heutigen Onlineausgabe der Bild-Zeitung wurden die Prognosen für eine weiße Weihnacht angekündigt, welche für unsere Gegend äußerst ernüchternd aussieht. Für Plauen wurden lächerliche 15% Wahrscheinlichkeit vorausgesagt.
Was ich dort draußen vor den Fenstern sehe, hat nix mit jenen Wintern zu tun, die ich aus meiner Heimatstadt kenne. Überall in Deutschland hat es geschneit wie verrückt, nur hier wieder nicht. Geschneit hat es schon ein bisschen, aber eben nur ein bisschen. Das dritte Jahr in Folge machen die Schneefälle um unsere Stadt einen großen Bogen. Irgendwie verkehrte Welt, denn eigentlich schneit es hier immer wunderbar viel. Aber was ich heute Morgen sah, enttäuscht mich zutiefst, denn ich bin sehr viel mehr Schnee gewohnt und bestehe auf mindestens 20 cm Schnee, wenn man für unsere Gegend einen Wintereinbruch ankündigt!!!
Das ist definitiv kein Wintereinbruch gewesen und das nenne ich im Höchstfall „Zuckerguss“, aber Schnee ist was anderes. Kotzen könnt’ ich, denn ich habe mich diebisch auf eine wunderschöne weiße Schneepracht gefreut. Winter, Du kannst mich mal…
Auch wenn sicher viele Menschen lieber den Sommer mögen, war ich schon immer ein Winterkind. Nicht zuletzt, weil ich im Winter geboren wurde, sondern weil ich mich so richtig wohl fühle, wenn draußen Schneegestöber herrscht und alles unter einer dicken Schicht Puderzucker verschwindet. Die Stimmen der Menschen sind plötzlich viel lauter, aber der Schnee schluckt alle anderen Geräusche. Der Schnee knirscht wunderbar unter den Schuhen, jeder hat Handschuhe und Mütze aus dem Schrank gekramt, die Kinder laufen jauchzend mit Schlitten und Bommelmütze bewaffnet durch die Gegend und Hunde schlabbern schmatzend die weiße Pracht von jedem Stöckchen und jedem Stein. Wenn man durchgefroren nach Hause kommt, empfindet man wohlige Wärme und freut sich auf warme Puschen und heißen Tee. Die ersten Flocken im November oder Dezember entlocken mir jedes Jahr wieder ein Lächeln, wie bei einem kleinen Mädchen, das auf dem Jahrmarkt Zuckerwatte bekommt. Und genau das alles wurde für heute Abend vorausgesagt. Der Winter soll mit aller Macht über Deutschland hereinbrechen und die Flocken sollen bis ins Flachland tanzen.
Zwar befinden wir uns hier nicht mehr im Flachland, aber hier im Vorerzgebirge sind wir doch handfeste und schneereiche Winter gewöhnt und uns Vogtländern wurde nicht nur in die Wiege gelegt, wie man ohne Handbremse am Berg anfährt, sondern auch, wie man bei geschlossener Schneedecke einigermaßen sicher durch die verschneiten Straßen fährt. Andernorts sorgt der Wintereinbruch regelmäßig für chaotische Zustände auf den Straßen, doch hier nimmt man derlei Wetterkapriolen gelassen hin und bis auf wenige Ausnahmen beeindruckt der Winter die Menschen hier nur bedingt, denn man ist viel Schnee gewöhnt und ist auf alles vorbereitet. Hier gibt es kein Kind, das keine Thermohose besitzt, keinen Schlitten hat, noch nie einen Schneemann gebaut hat. Ich mag das sooo gerne…
Noch regnet es ohne Unterlass, aber das soll sich im Laufe des Tages ändern und ich freu’ mich auf diesen angekündigten Wintereinbruch schon die ganze verdammte Woche. Ich habe Tee, Kakao und dicke Puschen und Decken in der Waffenkammer und werde mit alljährlicher und ebenso kindlicher Verzückung aus dem Fenster sehen und den Anblick genießen, wenn alles zu glitzern beginnt. Ja ich bin ein Winterkind, ein ganz begeistertes sogar. Klar liebe ich den Sommer, aber der kommt schleichend und hat keinen dieser „ersten Augenblicke“ zu bieten. Er kommt langsam und merklich, aber da fällt nix besonderes vom Himmel, die Gegend verwandelt sich nicht so plötzlich, es wird nur ganz langsam wärmer und die Pflanzen recken und strecken sich ebenso langsam. Aber der Winter kommt mit „Peng“ und „Boing“ und ruckilecki ist alles weiß und sieht so wunderbar weich und harmonisch aus.
Nein, meine Winterliebe hat nichts mit Weihnachten zu tun, ich mag nur einfach Schnee, vor allem den Allerersten, wenn das Jahr zuende geht. Als ich eben in der Küche meine Tasse nachfüllte, habe ich auf den Dachfenstern die ersten matschigen Flocken erblickt und meine Mundwinkel hoben sich etwas. Noch ist alles grau und trist vor der Tür. Räucherkerzchen liegen ja schon seit letzter Woche auf dem Wohnzimmertisch und jeden Abend verbrauche ich davon bereits mindestens 2-3 Stück. Ich mag diesen Geruch, aber ich benutze nur die Schwarzen. Jammjamm… Wie haltet Ihr das so? Benutzt Ihr auch die anderen Kerzchen? Ich boykottiere sämtliche anderen Sorten und habe in meiner Schublade sechs Päckchen, aber eben nur schwarze. Wenn der Totensonntag vorbei ist, werde ich all mein Weihnachtsgebammsel aus der Abstellkammer holen und in der Wohnung verteilen. Auch das tue ich nicht wegen dem Weihnachtsfest, sondern weil ich einfach nur die glitzernde und leise leuchtende Atmosphäre mag. Ihr auch???
Das Wochenende ist vorbei und ich fühle mich krank. Am Samstag waren wir zu Besuch bei den Stoneeagles und deren wirklichen gelungenen Party in Pöhl an der Schlosshalbinsel. War eine lange Nacht und da Frau Oberschlau nur einen Pulli zum Überziehen dabei hatte, bibberte sie irgendwann so sehr, dass sie am nächsten Tag frierend und kränkelnd im Bett lag. Hüstelnd und schniefend schleppte sie sich nur hin und wieder mal ins Bad und schickte ein Stoßgebet pro Stunde gen Himmel, dass sich keine Grippe daraus entwickelt. Das kann ich im Moment echt nicht gebrauchen. Kann man das überhaupt irgendwann? Die Party war toll organisiert und ebenso gut besucht. Die Stimmung übertraf das, was ich bei so einigen Partys anderer Motorradclubs in letzter Zeit vermisst habe. Live-Musik, zahlreiche Gäste und wirklich beste Laune allenorts trugen dazu bei. Sogar Besucher aus der Ferne (USA) waren – laut Veranstalter – bereits das zweite Jahr in Folge mit Didgeridoo bewaffnet am Start. Zwar hatte Mister Dreadlock diesmal kein Originalinstrument dabei, aber auf einem mitgebrachten, handelsüblichen Abflussrohr der etwa gleichen Größe erzeugte er die selben Klänge und sorgte damit nicht minder für Begeisterung. Der Morgen graute bereits, als ich nach unzähligen Versuchen, ein Taxi in Richtung Schlosshalbinsel zu locken, wieder Richtung Plauen verabschiedete. Durchgefroren bis zum absoluten Nullpunkt stieg ich zitternd und schlotternd ins warme Gefährt und der nette Fahrer fragte sogleich nach, ob er die Heizung noch etwas hochdrehen solle, was ich mit einem energischen Nicken quittierte.
Zuhause angekommen wurde ich ordentlich Euronen los, rannte fast schon die Stufen nach oben, entledigte mich der ebenso kalten Kleidung und schlüpfte unter meine Decke. Es dauerte eine halbe Ewigkeit, bis das Zittern nachließ und ich endlich einschlafen konnte. Wenige Stunden später erwachte ich mit nicht mehr gebrauchsfähiger Nase, kratzendem Hals, frierend und schwitzend im Wechsel. Mit Mühe und Not kochte ich für Söhnchen Mittagessen und versuchte, einige Bissen zu mir zu nehmen. Jene Bissen verweilten keine halbe Stunde in meinem Magen und verschafften sich energisch wieder Zugang zum Tageslicht. Mir war hundeelend zumute und selbst Sohnemann schaute mich mitleidig an. Ich verfluchte meine eigene Unvernunft, keine warme Jacke mitgenommen zu haben, denn die Nächte werden nun doch langsam wieder schweinekalt. Der nette Taxifahrer hatte mein Zittern am Morgen auch mit einem Blick zum Thermometer unter Anteilnahme und Verständnis kommentiert: „Wir haben doch auch nur noch 7°C…“, was meinerseits mit einem solchen Blick zum Temperaturanzeigewerkzeug endete. Leck mich am Arsch, das soll eine Nacht im August sein? Oder bin ich um ein paar Monate im Kalender verrutscht? Kein Wunder, dass ich so fror.
Der Montagmorgen war noch immer von Kopf- und Gliederschmerzen geprägt und auch die sonstige Allgemeinverfassung gibt noch keinen Anlass zur Entwarnung. Ich hoffe, dass sich die Vorzeichen einer saftigen Erkältung noch verflüchtigen und ich werde heute Nachmittag artig zur Spätschicht antreten, sofern sich das fiebrige Gefühl nicht verstärkt. Bisher habe ich davon abgesehen, mit medizinischen Messinstrumenten die Höhe meiner Körpertemperatur zu überprüfen. Nachher werde ich mich aber zur Vorsicht noch ein paar Stunden ins Bett kuscheln und versuchen, weitere Krankheitserscheinungen im Keim zu ersticken. Bisher verliefen diese Bemühungen recht erfolgreich. Und wenn ich dieses Jahr nochmal auf irgendeine Open-Air-Veranstaltung gehen sollte, ziehe ich mich dementsprechend an. Sapperlot…
Der morgendliche Schauer entpuppt sich nun doch als Dauerregen. Die Temperaturen pendeln sich im Zehnerbereich ein und das mitten im August. Der Blick aus dem Fenster ist mehr als trostlos und wenn ich nachher nicht zur Arbeit müsste, würde ich mich unter meine Decke kuscheln und mit heißem Kakao und Fernbedienung den Tag ausklingen lassen, denn mit solchem Wetter will er einfach nicht richtig beginnen. In den Räumen wird es langsam frisch, aber ich weigere mich beharrlich, die Heizung auch nur anzurühren. Ich kann mich nicht erinnern, wann es im August mal so kühl und regnerisch war. Nicht dass immer die Sonne gebrannt hätte, aber dieses Klima kennt man sonst nur vom Herbst oder in den nachwinterlichen Wochen. Die Äste des Baumes vor den Scheiben triefen schon vom vielen Regen – furchtbar…
Der August soll ja laut Wetterfrosch der heißeste Monat des Jahres sein. Wenn ich aus dem Fenster sehe, kann ich das kaum glauben. Es ist kühl, nass und grau draußen. Wüsste ich es nicht besser, würde ich denken, es ist April. Zwar lässt der Regen mittlerweile etwas nach, aber die Sonne hat sich offenbar selbst in den Urlaub verabschiedet und Sohnemann wird wohl in seiner letzten Ferienwoche auch wieder nicht baden gehen können. Sehnsüchtig haben wir bereits diese Woche auf wärmeres Klima gewartet und sind am Mittwoch todesmutig nach Pöhl gefahren. Der kleine Mann wagte sogar den Sprung in die Talsperre, saß aber danach bibbernd und in 92 Handtücher und Decken gewickelt da und trotzte dem Wind, der uns dort erbarmungslos um die Ohren pfiff. Von seinen sechs Wochen Ferien hatte er prozentual gesehen verschwindend wenige Sonnentage. Diese jedoch nutzte er glücklicherweise fast immer für einen Ausflug ins Freibad. Nur die letzten beiden Wochen scheinen meteorologisch wie verhext zu sein und mir tut es fast schon leid, dass er seine letzten Ferientage nicht planschend und badend verbringen kann.
Am 25. August geht der Ernst des Lebens wieder los und er startet in die 6. Klasse. Leistungstechnisch hat er während der 5. Klasse ein beachtliches Tempo vorgelegt und sein Zeugnis gab keinerlei Anlass für Sorgenfalten. Angesichts dieser Zensuren schwoll meine mütterliche (nicht vorhandene) Brust zu silikonverdächtigen Ausmaßen an. Nach kleinen und größeren Einbrüchen scheint bei ihm der Knoten geplatzt zu sein und es kommt viel Eigeninitiative von ihm. Ich muss ihn nicht mehr ermahnen, seine Hausaufgaben zu erledigen. Er packt seine Schultasche selbständig und einigermaßen gewissenhaft und es zahlt sich endlich aus, dass ich ihn von Anfang an die Konsequenzen ausbaden ließ, die sein (Nicht-)Tun und Handeln schulisch nach sich ziehen. Zwar fiel mir das nicht immer leicht, aber der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Nun kann er gut gewappnet das neue Schuljahr beginnen und hält seinen Erfolgskurs hoffentlich lange bei. Ich bin mir durchaus bewusst, dass die Pubertät bereits an die Türe klopft, aber ich bin guten Mutes, dass mein Sohn seine kindlichen Prioritäten so gesteckt hat, dass aus ihm ein verantwortungsbewusster und geradliniger Mensch wird.
Es verspricht ein schöner Tag zu werden (wenn man dem Wetterbericht glauben darf). Laut Wetterfrosch im Radio winkt der Frühsommer und der Blick aus dem Fenster bestätigt diese Prognose – zumindest für heute. Sohnemann fragte heute Morgen etwas verunsichert, ob er nun kurze oder lange Hosen anziehen solle und angesichts des Sonnenscheins, der einen warmen und wunderschönen Tag voraussagt, überließ ich ihm die Wahl. Der kleine Mann entschied sich dann doch für lange Hosen, da die morgendlichen Temperaturen bei 6,5°C lagen und jener junge Mann es gerne „etwas kuschelig“ auf der Haut hat. Klingt banal, aber die Menschen, die ihn näher kennen, wissen, was ich damit meine… o_O
Geben Sie Ihr Passwort ein, um Kommentare lesen zu können. | Alle, Regen, Wetter, müde | Permalink Verfasst von Frau N. aus P.
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Ich liebe die Andersartigkeit der Menschen, die ihr Anderssein authentisch leben. Sich äußerlich zeigen durch Kleidung, Haartracht oder andere sichtbare Zeichen. Oder durch ihr Handeln, das sie an den Tag legen, ohne die geringsten Anzeichen der Frage: "Was mögen die anderen denken?" Ich liebe diese Echtheit, auch wenn sie manchmal nicht in mein Bild der Welt paßt.
„Jibt Dir dit Leben mal een Buff, denn weene keene Träne. Lach Dir’n Ast und setz Dir druff und boomle mit de Beene.“