Nun drücke ich schon seit mehr als zwei Wochen die Schulbank und es macht noch immer Spaß. Das Wetter war während dieser Zeit mehr als bescheiden und somit blieben wir dem Garten fern. Zeugnisse gab’s bei Sohnemann auch und die Kopfnoten riechen ganz heftig nach Pubertät. Zwar sind die restlichen Noten nicht die allerschlechtesten, insgesamt zeigt sich aber aufgrund der Leichtigkeit des Pubertierlebens eher eine Tendenz nach unten, wenn auch nicht wesentlich. Dennoch verlieh ich meinen Ermahnungen etwas mehr Nachdruck, aber jetzt sind ohnehin erstmal Ferien.
Frau Mama bzw.Omi aus dem Saarland hat ihren Besuch nun fest angekündigt und Sohnemann freut sich sehr. Ich freue mich natürlich auch, wobei ich leider während dieses Besuches nur ein paar Tage frei habe. Das zickige Schwesterlein ist auch mit von der Partie und wird sich hoffentlich manierlicher benehmen als in den letzten Wochen. Wenn Du das jetzt liest, liebes Fräuleinchen S., dann sollst Du wissen, dass man so nicht mit Menschen umspringt, schon gar nicht, wenn sie Deine große Schwester sind. Wie gesagt, das ist mein Blog und hier schreibe ich, was ich will, worüber ich will und wann ich will. Und ich lasse mich nicht auf die Dinge reduzieren, die ich hier schreibe, denn manches muss eben nicht jeder wissen. Manches bleibt privat und nur weil ich nicht über jeden und alles schreibe, heißt das nicht, dass ich nicht über diese Menschen oder Dinge nachdenke oder dass diese Menschen oder Dinge mir nichts bedeuten. Ende der Durchsage!!!
Das Wetterlein gelobt ja im Laufe der Woche Besserung und vielleicht reicht es zum Wochenende hin ja endlich mal wieder für den Garten. Während der Woche bleibt dafür im Moment etwas zu wenig Zeit, aber ein verregnetes Wochenende möchte man dann auch nicht haben. Nächste Woche Freitag steht schon die erste Prüfung an und bis dahin werd’ ich artig den Ausführungen des Dozenten lauschen und hoffe, dass ich die Prüfung gut gewuppt kriege.
Meine Pläne für das kommende Wochenende sind farbenfroh, abwechslungsreich und mit größter Wahrscheinlichkeit auch sehr unterhaltsam. Sohnemann verbringt sein Wochenende ja bei Papa/Oma und Frau N. aus P. hat sich so einiges vorgenommen. Heute Abend also die erste Unternehmung. Zusammen mit einer Freundin fahre ich an den Stadtrand, wo ein Bandproberaum sein soll. Dort findet wohl allwöchentlich freitags eine Bandprobe statt, die man aber offensichtlich in besonderer Form zelebriert. Während die Band “übt”, verlustigen sich die anwesenden Zuhörer auf ihre Art. Es wird gekocht, man trinkt gemütlich ein paar Gläschen und plauscht entspannt. Das ganze nennt sich dann laut Gastgeber “lust’sche Butz” und wird von Woche zu Woche beliebter. Also gesellen wir uns heute dazu und schauen uns das Ganze mal aus der Nähe an.
Der Samstag ist auch schon verplant. Besagte Freundin bewirtschaftet mit wachsendem Widerwillen den Garten ihrer Mutter und erwähnte gestern, dass morgen dann das Wasser in dieser Gartensparte wieder aufgedreht wird. Ich bemerkte beiläufig, dass in mir seit einigen Monaten der Wunsch nach solch einem winzigen Garten reift, es aber an den Kosten scheitert, die mit dessen Anschaffung und Unterhaltung verbunden wären. Sie schaute mich strahlend an und bot mir ohne Umschweife an, den Garten jederzeit und ganz nach Belieben nutzen zu dürfen, wenn mir das Spaß machen würde. Anfangs staunte ich sie etwas entgeistert und nicht wenig überrascht an, denn solche Angebote sind nun wirklich nicht üblich. Sie untermalte ihre Abneigung gegen diese Pflicht und freute sich vielmehr, dass sie dann wohl eher mal einen Grund hätte, diesen Garten freiwillig aufzusuchen, wenn ich dort ein bisschen im Grünen herumexperimentiere. Ich warnte sie fairerweise, dass ich keineswegs die geborene Gärtnerin sei und es passieren kann, dass das eine oder andere Pflänzchen unter meinen ungeschickten Händen sein Leben aushauchen würde, was sie lächelnd zur Kenntnis nahm.
Solange mir das Freude bereiten würde, dürfe ich dort alles tun, wonach mir der Sinn stünde. Also meldete ich mich für morgen artig an, um beim Wasseraufdrehen dabei zu sein. Ich leihe mir sozusagen auf unbestimmt Zeit einen kleinen Garten und wenn ich irgendwann all das mein Eigen nennen möchte, habe ich Vorkaufsrecht, bekäme ihn im Idealfall vielleicht sogar geschenkt. Ich freue mich, ich freue mich sogar sehr und habe schon furchtbar viele Pläne, was ich dort alles machen möchte. Ich muss mich nicht mehr gelangweilt an die Talsperre legen, wenn ich Sonne tanken will. Ich bin lieber aktiv und das wäre genau das, was ich mir unter einem entspannten Wochenende mit Bombenwetter vorstelle. Ein bisschen werkeln, ein bisschen buddeln und nach getaner Arbeit im Sonnenstuhl dösen, um abends ein paar Würstchen zu grillen. Sohnemann findet die Pläne von Frau Mama natürlich nicht so spannend, freut sich aber, weil ich mich freue. Balkons finde ich schon immer totlangweilig, aber so ein Garten ist schon was. Hab’ ich schon erwähnt, dass ich mich freue???
Am Sonntag steht dann etwas an, von dem ich nicht so recht weiß, was mich erwartet. Vergangenes Wochenende ergaben sich Gespräche, die so nicht vorhersehbar oder gar geplant waren. Was folgte, waren unzählige Nachrichten aus der anderen Richtung und daraus resultierendes Misstrauen meinerseits. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt, sagt man so schön. Ganz so blauäugig marschiere ich nun doch nicht auf den Abgrund zu, denn ich stellte erst mal einige Dinge klar, was gesagt werden musste, stellte nichts in Aussicht, was ich nicht halten könne und bat mir Zeit, Geduld und eine angemessene Bewährungszeit aus. Vieles würde diesmal anders laufen, sofern es zu einem Neuanfang käme. Vorsicht und Bedacht bestimmen mein Tun der nächsten Zeit, das steht fest. Zweimal habe ich mir die Finger nun verbrannt und beim dritten Versuch warte ich nicht erst auf Brandmale. All das und sehr vieles mehr wurde in die andere Richtung geschickt und am Sonntag sind wir nun zum ersten Mal wieder verabredet. Auf neutralem Boden in entspannter Atmosphäre – an der Talsperre Falkenstein. Ich will erst mal vorsichtig schauen, welchen Eindruck ich habe. Das alles passierte ja nun eher durch Zufall, wobei ihm laut seiner Aussage der Mut fehlte, nach seinem letzten “Fehlverhalten” auf mich zuzugehen, denn er konnte sich sprichwörtlich vom Arsch abfingern, dass ich denkbar wenig von ihm und seinem Tun hielt. Ja, ich war sauer und seine Worte stießen bei mir anfangs auch auf recht große Ablehnung. Ich kann keinerlei Prognosen abgeben, aber gucken kostet nichts, heißt es so schon. Und Frau N. aus P. guckt erst mal. Kost’ ja nüscht…
Nach fünf (!!!) Jahren und schier endloser Geduld schiebt meine Amaryllis doch klammheimlich und bis heute vollkommen incognito endlich ihre erste Blüte raus. Ich wollte vorhin artig gießen und da prangte der Blütenkelch bereits in stattlicher Größe. Ich staunte nicht schlecht, denn sie ist schon ca. 30 cm hoch und ich hab’s die ganze Zeit nicht gesehen beim Gießen. Das is’ ja mal krass. Ich habe diese Pflanze als klitzekleinen Zögling vor fünf Jahren geschenkt gekommen und schon mehrfach gejammert, dass das Teil noch nie geblüht hat. Nicht mal die Farbe weiß ich, denn ich habe damals nur unscheinbare Knollen geschenkt bekommen. Sie vermehrte ihre Knollen unter der Erde bis heute zwar unaufhörlich, aber eine dieser gigantischen Blüten blieb mir bisher leider verwehrt. Und jetzt das. Ich freu’ mir grad ein zweites Loch in den Arsch.
Da wachste morgens auf und in Deinem Kopf spucken schon wieder irgendwelche Gesichter von irgendwelchen Menschen herum, die Du schon vor langer Zeit in die ewige Verdammnis verbannt hast. Du wischst diese Gesichter energisch weg und stehst schon leicht gereizt auf, weil Du es hasst, wenn ein Tag mit solchen Fratzen beginnt. Dir huscht aber dann doch ein gehässiges Grinsen übers Gesicht, weil diesem Antlitz entscheidende Attribute fehlen, die es unverwechselbar machen. In Deinen Gedanken gibt es diese Attribute nicht. Gut so, denn dieser Mensch ist für Dich schon sehr lange nichts besonderes mehr. Dann öffnest Du die Schlafzimmertür und kämpfst mit Fräulein Katze, die den Weg zur Küche nicht freigibt, weil sie sofort jetzt gleich auf der Stelle ihre Streicheleinheiten einfordert, ohne warten zu wollen, dass Du wenigstens mal das Licht angeknipst hast. Leise fluchst Du und verscheuchst das drängelnde Tierchen erstmal schimpfend.
Du aktivierst die 4×60-Watt-Beleuchtung Deiner Küche und erblindest just in diesem Augenblick. Du schlägst die Hände vors Gesicht und läufst instinktiv weiter bis zur Kaffeemaschine, denn Du kennst den Weg genau. Langsam musst Du die Finger spreizen, damit sich Deine verschlafenen Augen an die Helligkeit gewöhnen und dann füllst Du eilig die Kaffeemaschine, denn Tage wie dieser dürfen nicht ohne einen ordentlichen Schluck Koffein beginnen, sonst enden sie so, wie sie begonnen haben – mit Groll im Bauch. Nein, nicht weil heute Freitag der 13. ist, denn die 13 ist meine Zahl, meine ganz persönliche Glückzahl. Viele guten Dinge aus meinem Leben und so manche schicksalhafte Begebenheit stehen mit der 13 in Verbindung und ich habe schon vor Jahren meinen Frieden mit dieser Zahl gemacht, denn sie suchte mich immer wieder heim. Wir sind Freunde geworden und inzwischen gehört sie zu meinem Leben, also macht mir der 13. – ganz egal, ob nun Freitag oder Mittwoch oder sonstwas für’n Tag – keinerlei Angst mehr. Nein, im Gegenteil…
Es ist nun auch schon wieder eine ganze Woche her, dass er nicht mehr bei uns ist. Manchmal drängt sich der Verlust in den Vordergrund, manchmal bekommt man wieder diese Wut über das Verhalten des Menschen, der das alles verschuldet hat und manchmal wünscht man sich einfach, dass man die Zeit zurückdrehen könnte, denn dann hätte keiner von uns zugelassen, dass so etwas jemals passiert. Leider sind wir alle dagegen machtlos und können nur akzeptieren, was geschehen ist. Es fällt mir schwer, immer noch. Jeden Tag. Es gelingt mir noch nicht so recht, zu realisieren, dass er nicht mehr zur Tür rein getobt kommt und einen mit seiner unwiderstehlichen Art begrüßt. Masochistisch, wie man in solchen Momenten veranlagt ist, habe ich mir einige der damaligen Beiträge durchgelesen, als der kleine Herr L. aus P. hier eine Woche alles im Chaos versinken ließ und ich gäbe ein Königreich dafür, wenn ich etwas an seinem Schicksal hätte ändern können. Ach was, ein Königreich… Die Welt würde ich geben…
Es gibt viel zu tun heute, ich muss mich aufraffen. Ich wünsche allen Lesern ein schönes Wochenende und Entspannung. Ich werde morgen ein bisschen unter Menschen gehen und mich mal wieder amüsieren. Habe ich gestern schon und es tat gut. Ein bisschen Ablenkung von alldem und das Lachen nicht verlernen. Verlernt haben wir es nicht, aber es fällt ein bisschen schwer im Moment, zumindest manchmal. Morgen lassen wir das alles mal ein paar Stunden hinter uns und ich bin gespannt, was ich Euch (spätestens) am Montag zu berichten habe. Unverhofft kommt ja oft…
So, heute gibt’s nur ‘nen klitzekleinen Beitrag, weil ich gleich ausgiebig frühstücke. Klönen, schnattern, lästern inklusive – logisch. Frische Brötchen gibt’s obendrauf und Kaffee sowieso. Wurde spontan entschieden und macht richtig Laune, denn unverhofft kommt oft. Also Mädels (und die paar Jungs), wir lesen uns heute Abend oder morgen. Ich bin erstmal wech, Kaffee kochen und Tisch decken…
Seit gestern bin ich nun wieder ein Jahr älter und da ich schon seit Jahrzehnten meinen Geburtstag nicht mehr feiere, unterschied sich der gestrige Tag nur unwesentlich vom Rest des Jahres, wenn man von den Glückwünschen absieht, die tagsüber per Handy, Email oder auf anderen Wegen via Internet ins Haus flatterten. Danke erstmal an alle, die mir ihre Glühstrümpfe an den Kopf geworfen haben. Ist nicht ganz einfach, da ich mein Geburtsdatum meist nicht preisgebe. Es ist dennoch erstaunlich, wieviele Menschen es trotzdem spitzkriegen. Der Tag begann also ziemlich ruhig, wie sonst auch. Eigentlich wollte ich ja bis Mitternacht ausharren und war gespannt, was Herr S. aus P. sich einfallen lassen hat, denn er behauptete, dass er kein guter Geschenkemacher sei. Also glotzte ich bis ca. 23.20 Uhr am Vorabend ein bisschen in der Gegend rum, kicherte mit dem Herrn ein bisschen in die Kissen und… Ja und…? Ich schlief ein…!!!
Mist verdammter…!!! Irgendwann lange vor dem Weckruf öffnete ich die Augen und Herr S. aus P. stellte folgerichtig und irgendwie leicht amüsiert fest: „Na? Bist wohl doch eingeschlafen?“ Ja, die alte Frau hat erfolglos mit dem Schlaf gekämpft und nun lag sie wie eine Eule mit riesigen Augen im Bett und glotzte erwartungsvoll in die Dunkelheit. Der Bettbeifahrer säuselte zuckersüße Geburtstagswünsche in sein Kissen und herzte mich. Geschenketechnisch vertröstete er mich etwas, da die Müdigkeit ihn bewegungsunfähig machte. Weiß der Geier, wo er die Präsente vor meinen neugierigen Augen versteckt hatte. Also schlüpfte ich aus dem Bett und tastete mich Richtung Küche. Die erste SMS war auch schon reingeflattert und Herr H. aus M. war in diesem Jahr der erste, der seine Glühstrümpfe weggeschnipst hatte. Herr S. aus P. hatte mich allerdings angewiesen, wieder ins Schlafzimmer zu kommen, wenn Sohnemann auf dem Weg zur Schule sei.
Artig erledigte ich meine morgendlichen Aufgaben und hopste immer noch neugierig zurück ins Schlafzimmer. Der alte Mann lag noch gemütlich im Nest, die alte Frau hüpfte glöcklewach in der Tür herum. Ein Grinsen und ein „Bin gleich da, ich brauch’ noch zwei Minuten…“ und ich tänzelte zurück ins Wohnzimmer zu meinem Milchkaffee. Wenige Augenblicke später blinzelte der alte Mann mit gewohnt sonniger Laune in die 60-Watt-Glühlampen der Küche und schaffte seine Stange Wasser weg, um sich danach mit einem Beutel bewaffnet auf der Couch niederzulassen. „Komm’ mal her…“ ordnete er an und ich folgte artig. Ich war gespannt wie ein Regenschirm, ich geb’s zu. Als erstes zauberte er eine Zahnbürste aus dem Beutel. Ich fing an zu lachen, wirklich. Wir hatten kürzlich eine Unterhaltung, in deren Verlauf ich erwähnte, dass ich ein Ich-habe-nur-eine-Zahnbürste-Mensch bin und diese Zahnbürste schleppte ich dann überall mit hin, wenn ich verreise oder außer Haus übernachte.
Also sorgte Herr S. aus P. dafür, dass ich endlich eine zweite Bürste habe. Welche Farbe hat er ausgesucht? Richtig – LILA… Ja, diese Bürste war von Dr. Best, sie vibriert – genau wie meine bisherige BLAUE – und sie war quietsche-lila. Leute, die mich gut kennen, wissen, dass ich lila hasse wie die Pest. Gut, dann mache ich in Zukunft beim Zähneputzen die Augen zu. Weiter… Was ist noch in dem Beutel? Hab’ ich schon erwähnt, dass mein linker Hausschuh ein Loch hat? Seit Monaten schaue ich mir deshalb Hausschuhe an und bisher genügte kein Pantoffel meinen Ansprüchen. Nun zauberte der alte Mann einen neuen linken Hausschuh aus der Tüte. Snoopy-Pantoffeln, richtig süße und…??? Welche Farbe??? Rüschdüsch…!!! LILA…!!! Sehr hell, aber dennoch lila… Ich starrte etwas irritiert auf den Schuh und er sagte: „Links war das Loch, gelle? Deshalb hab’ ich auch nur einen linken Hausschuh.“ Ich grinste und schaute auf meinen alten Schuh. Natürlich gab es auch noch den passenden rechten Schuh und Herr S. aus P. stülpte mir die neuen Zuhause-Treter über die dicken Flauschisocken.
Ich konnte nicht umhin, die Farbe zu erwähnen und er behauptete sogar, das wäre die gleiche Farbe, wie meine alten Schuhe. Nein, das stimmt überhaupt nicht, denn die sind hellblau. Farbenblind??? Ja, isser…!!! Naja, egal… Ich fand’s irgendwie trotzdem total lustig und dann zog der alte Mann noch eine rote, längliche Schmuckschachtel mit goldener Schleife aus dem Beutel. Meine Augen wurden groß und fingen an zu glänzen. Gierig nahm ich die Schachtel an mich und wendete meinem Gönner den Rücken zu, denn ich wollte ganz alleine reinschauen. Dort drin lag ein Armband, silbern, mit mächtigen und wunderbar schlichten Gliedern, genau wie ich es mag. Ich strahlte, denn ich liiieeebe Armbänder und trage so einige davon, die ich niemals ablege, nichtmal zum Duschen oder sonstwann. Treffer und versenkt…!!! Danke danke danke…!!! Zwei Glieder mussten entfernt werden, denn mein Ärmchen war zu dünn für das gute Stück. Deshalb beschlossen wir, uns ausgehfertig zu machen und das gleich zu erledigen.
Armband zum Kürzen abgegeben und erstmal bissle in der Stadtgalerie schlendern. Wir liefen unter anderem an einem Klamottenladen namens „Boombastic“ vorbei, als Herr S. aus P. wieder anfing zu singen: „Mister Pullover-lover…“ und Frau N. aus P. weinte vor Lachen… Natüüürlich sang er wieder mit vogtländischem Slang, ganz klare Sache. Shaggy wäre vor Scham im Boden versunken, aber ich kicherte und gackerte bis zur Rolltreppe weiter und Herr S. lief grinsend voraus. Wir stöberten ein bisschen hier und ein bisschen da und aßen etwas und dann holte ich mein neues Armband wieder ab. Nach einer weiteren „Wir-gucken-ein-bisschen-rum“-Runde in einem anderen Geschäft beschlossen wir kurzerhand zu ihr zu fahren, weil sie jetzt eine nagelneue Wii besitzt und das müssen wir ausprobieren. Käffchen gibt’s dort auch und Spaß bestimmt sowieso. Also nix wie hin und Bowling spielen. Hat Spaß gemacht und das wiederholen wir ganz sicher bei Gelegenheit.
Mein Tag war lustig… Mir hat’s gefallen und trotzdem ich mich geweigert habe, meinen Geburtstag zu zelebrieren, war der Tag schön. So mag ich’s – schlicht aber schön. Und Ihr so?
Nachdem ich gestern Abend endlich zuhause war, rief meine Frau Mama an und fragte nach, ob wir denn nun über Weihnachten und Silvester ins schönes Saarland kämen, um so richtig schön als Familie die Feiertage und den Jahreswechsel zelebrieren. Da ich nun aber hier nicht einfach so weg kann, fragte ich im Freundeskreis fix nach, wer denn so lieb wäre, um meine kleine schwarze Arschlocke zu pflegen, während wir ja mehr als eine Woche abwesend sind. Gleich meine erste Anfrage war erfolgreich und somit ist für die kleine Madame ausreichend gesorgt. Das heißt wiederum, dass ich endlich zum Bahnhof fahren und mich nach einer günstigen Bahnverbindung erkundigen kann, denn über die Feiertage werden die Autobahnen eventuell verstopft sein und wenn der x-mal angekündigte Winter über Deutschland hereinbricht, könnte es mit dem Auto problematisch werden.
Seit mehreren Jahren bin ich nun schon nicht mehr mit dem Zug gefahren und es dürfte auch äußerst entspannend sein, so zu reisen, da ich mich nicht auf den Verkehr und sonstwas konzentrieren muss. Klingt vielleicht etwas blöde, aber ich freue mich schon ein bisschen auf diese Zugfahrt, da ich sonst immer nur mit dem Auto unterwegs bin. Wenn die Zugverbindungen einigermaßen günstig liegen, könnten wir so nahezu zwei volle Wochen bei unseren Saarländern verbringen und genau das werde ich heute im hiesigen Bahnhof in Erfahrung bringen. Die vergangenen Jahre machten ein gemeinsames Weihnachtsfest durch immer neue Widrigkeiten nicht umsetzbar, aber mit etwas Glück könnte es in diesem Jahr endlich klappten. Mal zog ich gerade um, mal hatte ich kein Auto, mal war das Auto kaputt oder sogar gestohlen, mal war kein Geld dafür übrig oder ich hatte einfach selbst die Hütte voll.
Insgesamt verstrichen so beinahe 20 Jahre und immer passte irgendwas nicht. In diesem Jahr habe ich frei, dann ist die Zugkarte vielleicht erschwinglich und Miezekatz ist auch versorgt. Jetzt können uns nur noch die schwindelerregenden Preise der Deutschen Bahn einen Strich durch die Rechnung machen, aber heute Abend weiß ich mehr. Frau Mama wartet schon ungeduldig auf meinen Anruf und plant dennoch schon unsere Anwesenheit. Wo die ganze Mannschaft nächtigt, hat sie ebenfalls schon grob kalkuliert und ich weiß schon jetzt, dass diese Tage alles andere als ruhig werden, denn zum einen wird meine Schwester an meinem und Sohnemanns Rockzipfel kleben und zum anderen wird meine Frau Mama sicherlich pausenlos auf mich einschnattern, da ich viel zu selten bei ihr bin. Der Einzige, der wohl gewohnt ruhig und entspannt sein wird, ist Sohnemanns Opa. Den bringt nichts aus der Ruhe, nichtmal die Plauener und schon gar nicht meine Frau Mama.
Ein langweiliger Artikel heute, ich weiß liebe Mädels, aber wat mutt dat mutt… Das Leben ist nunmal kein Ponyhof!!!
Mit etwas Verspätung vermelde ich nun endlich den Eingang meines Hauptgewinns und organisiere heute eine kleine Tube Leim, denn wir haben leider nur diese herkömmlichen Klebestifte im Haus, die für unsere anstehende Bastelstunde vollkommen ungeeignet sind. Sohnemann schaute mir etwas befremdet beim Auspacken des kleinen Weihnachtspäckchens zu und wunderte sich über das Strahlelächeln seiner Mutter. Herzlichen Dank in die Annaberge zu den Annazwergen für diese herzliche Überraschung und die zusätzlichen Geschenke. Wir bzw. ganz besonders Frau N. aus P. im wunderschönen V. haben uns sehr gefreut und werden Euch natürlich per Schnappschuss am ersten Räucherkerzcheneinsatz teilhaben lassen…
Vielen vielen vielen Dank… Solche Überraschnung liebe ich sehr!!!
Liebe Leute, nun geht’s weiter. Frau Mama wurde einigermaßen „repariert“ aus dem Krankenhaus entlassen und befindet sich nun zuhause auf dem Wege der Besserung. Ihre überdimensionale Narbe hatte sich wieder geöffnet, was den Blick auf ihre Innereien mit sich brachte. Grusel… Sie nahm das mit mehr Gelassenheit als ich hin und scheint sich an die andauernde „Schneiderei“ an ihrem Körper gewöhnt zu haben. Durch die erneute OP fällt nun auch der Besuch über die Feiertage flach, da dies für sie mit unnötigen Anstrengungen verbunden wäre. Also müssen Sohnemann und seine Frau Mutter im Vogtland bleiben, was mir persönlich nicht besonders gefällt. Den Besuch holen wir irgendwann nach. Ich hatte mich schon so gefreut, Weihnachten mal wieder im Kreise meiner eigenen Familie zu zelebrieren, was mir seit vielen Jahren nicht mehr möglich war, da immer irgendwelche unvorhergesehenen Lebensumstände jeden noch so vage ins Auge gefassten Plan zunichte machten.
Draußen vor der Tür lauert Weihnachten und ich hasse das von Jahr zu Jahr mehr. Nicht nur, dass Weihnachten immer mehr zum Konsumterror ausartet, sondern dieser lange vor Weihnachten einsetzende Hype und die Einkaufshysterie der Menschen machen mich wahnsinnig. Ein großer Dorn im Auge ist mir dabei der Weihnachtsmarkt. Letztes Jahr besuchte ich selbigen schon mit Widerwillen und dieses Jahr werde ich diese Veranstaltung endgültig komplett boykottieren. Wie gerne bin ich als Kind über diesen Weihnachtsmarkt geschlendert. Überall roch es nach Geröstetem, an der nächsten Ecke nach gebrannten Mandeln und Lebkuchen. Nur der Glühwein reizte mich schon damals nicht. Schmeckt mir einfach nicht. Holzschnitzereien aus dem Erzgebirge wurden feil geboten. Schneeflocken tanzten durch die Straßen und der Weihnachtsmarkt war noch richtig weihnachtlich.
Heutzutage ist von diesem besonderen Jahrmarkt nichts mehr übrig geblieben. Es wird dort einfach alles verkauft, was lohnenswert erscheint und wenn Du noch kein Taschenmesser oder keinen Eierkocher hast, kannst Du das notfalls auch zwischen kandiertem Apfel und heißer Schokolade auf dem Weihnachtsmarkt kaufen. Mich schüttelt’s bei der Vorstellung, ehrlich. Andernorts hat man sich den Weihnachtsmarkt in traditioneller Form erhalten und dort würde mir ein solcher Besuch sicher große Freude bereiten, aber hier leider schon lange nicht mehr. Also gehe ich in diesem Jahr nicht hin. Wer jetzt mitleidig an meinen Sohn denkt, sei beruhigt. Oma und Papa lassen keinen Tag ungenutzt und werfen ihr Geld in jede noch so klapprige Bude, damit Sohnemann nicht zu kurz kommt. Ihm ist es vollkommen Wurscht, wer ihm die Zuckerwatte kauft und er weiß auch, warum ich nicht mehr gerne dorthin gehe.
Ja ich mag den Weihrauchduft, ich liebe auch die Stimmung rund um Weihnachten, aber ich hasse es, schon im September Lebkuchen im Supermarkt zu sehen. Ich bin genervt, wenn überall nur noch gestresste Menschen beim Geschenkekauf anzutreffen sind. Der Brauch, dass man die Adventzeit und den damit verbunden „Schmück-mer-uns’re-Fenster“-Brauch erst nach dem Totensonntag beginnt, wird vom Handel schon immer ignoriert und da meldet sich mein leicht abergläubiges Ich zu Wort. Weihnachten ist nur noch Konsum und so macht mir Weihnachten keinen Spaß mehr. Ich find’s traurig und ich find’s extrem doof. Meine verstorbene Oma konnte aus Weihnachten diese wunderbare Heimlichkeitengeschenkebiszumschlussverstecken-Veranstaltung machen und ich habe das gleichermaßen geliebt und gehasst. Jedes Jahr mit aller Verlässlichkeit durfte ich das Wohnzimmer am Heiligabend den ganzen Tag nicht betreten. Nichtmal durch die Milchglasscheibe der Tür durfte ich blinzeln und wenn ich das trotzdem versuchte, keifte Oma drinnen wie ein Droschkenkutscher und scheuchte mich erfolgreich weg.
Aus dem Wohnzimmer drang geheimnisvolles Knistern, verheißungsvolles Rascheln und Opa kochte gespielt desinteressiert das Neunerlei zusammen. Nichts brachte ihn aus der Ruhe und er hielt all meinen nörgelnden Versuchen stand, vorzeitig in Erfahrung zu bringen, was der Weihnachtsmann für das kleine Fräulein N. aus P. denn im Sack haben könnte. Er pfiff immer ein Liedchen vor sich hin, rührte im Sauerkraut herum und lächelte immer nur, wenn ich ihm wieder auf den Senkel ging. Oma hingegen kam manchmal für einen kurzen Moment aus der Heimlichtuerstube und ignorierte mich immer mit diesem Heimlichtuerlächeln. Wenns ihr dann mal zu bunt wurde, wenn ich ihr während dieser kurzem Moment brutal auf den Sender ging, warf sie mich kurzerhand einfach raus in den Schnee zu all den anderen Kindern, die die gleichen Sorgen hatten wie ich. Draußen schimpften wir dann gemeinsam über diesen Heiligabend und vergnügten uns mit Schlitten und Pudelmützen.
Gegen 18.00 Uhr durften wir dann alle nach Hause, aber in meinem großmütterlichen Heim war weiterhin Geduld gefragt. Oma tischte betont langsam das Neunerlei auf und überwachte mit Adleraugen jede meiner Bewegungen, vor allem meiner Augen. Die Wohnzimmertür war fest verschlossen und hinter der Milchglastür war alles so gekonnt plaziert, dass man nichtmal am Umriss erkennen konnte, was dort los war. Genervt und hochgradig ungeduldig schaufelte ich dann immer das Essen in mich, ohne irgendwas zu schmecken, denn all meine Sinne waren im Schlüsselloch des Wohnzimmers. Oma und Opa grinsten sich fortwährend an und nach dem Essen verpisste ich mich freiwillig nochmal zu meinen Leidensgenossen in die Kälte. Frierend und ständig auf die Uhren anderer Kinder glotzend bibberte ich der magischen Acht entgegen, denn dann war endlich Bescherung. Freudig rannten wir nahezu gleichzeitig nach Hause und rissen uns die Wintersachen vom Leibe.
Jedes Jahr aufs Neue war ich erstaunt darüber, was Oma hinter dieser Glastür vollbracht hatte. Da stand ein Weihnachtsbaum, der irgendwie immer wie von Geisterhand in die Wohnung gelangte. Prachtvoll geschmückt, überall duftete es nach Räucherkerzchen – selbstverständlich nur nach den schwarzen – und alle Geschenke standen oder lagen perfekt verpackt rund um den Baum. Kerzenlicht tauchte den Raum in wunderbar heimeliges Licht und Oma stand mit einem Glöckchen da und flötete voller Vorfreude auf die leuchtenden Kinderaugen „Bescheeeruuung“. Und wie in jedem Jahr stand ich erstmal einige Wimpernschläge lang in der Tür und war hingerissen von all dem Zauber. Das war der Inbegriff von Weihnachten für mich und das ist er bis heute. Meine Großeltern schafften es jedes Jahr wieder, all meine Kinderwünsche zu erfüllen. Irgendwie organisierten sie immer genau das, was ich mir gewünscht hatte, egal, was es auch war.
Ich erinnere mich an ein besonderes Geschenk. Mitten im Sommer fragte mich mein Großvater – ich muss so etwa in der 4. Klasse gewesen sein -, was ich mir den zum Weihnachtsfest wünsche und ich hatte einen ganz konkreten Wunsch. Es sollte ein metallic-blaues Klapprad sein, mit schwarzen Griffen und einem schwarzen Sattel. Auf keinen Fall eine andere Farbe und auf keinen Fall graue Griffe oder ein grauer Sattel. Dieses sollte es sein und kein anderes. Opa nickte beiläufig und nach wenigen Tagen hatte ich diese kurze Unterredung vergessen. Als ich in diesem Jahr endlich ins Wonzimmer durfte stand es da, mein Traumfahrrad in meiner Traumfarbe mit schwarzem Sattel und schwarzen Griffen. Und weil Opa wusste, dass ich gleich fahren will, waren die Pedale schon montiert und der Sitz war für die Zwergenenkelin auf niedrigster Stufe festgezurrt. Das war mein schönstes Weihnachtsfest, wirklich… Ich fuhr den ganzen Heiligabend die drei Meter vom Baum bis zur Tür immer hin und her und ich wurde nicht müde dabei. Und meine Großeltern freuten sich über meine Augen, denn die strahlten wie der Weihnachtsstern.
Und wenn ich heute vom Weihnachten meiner Kindheit erzähle, dann fällt mir immer dieses besondere Weihnachten ein. Immer dieses, weil das was ganz besonderes war und wer wie ich in der ehemaligen DDR aufgewachsen ist, weiß, dass es keineswegs normal war, dass Wünsche in Erfüllung gingen. Das passierte nur sehr selten, aber meine Großeltern machten immer alles möglich. Auch alle anderen Wünsche blieben nie unerfüllt, egal ob Schlitten, Schneeschuhe oder sonstwas. Aber das Fahrrad entlockte mir die meisten und lautesten Jauchzer und wenn ich zurückdenke, ist das bis heute das schönste Geschenk von allen gewesen. Wohl auch, weil Oma und Opa Weihnachten immer zu etwas ganz Besonderem machten. Danke dafür…
Seit gestern nehme ich an einem klitzekleinen Rätsel teil und seit heute Morgen hat mich der Kampfgeist dann so richtig im Griff, denn ich wollte auch mal was gewinnen und mir bereitete es schon in Gedanken große Freude, nicht an irgendeinem Gewinnspiel teilzunehmen, sondern bei Freunden und somit hätte der gewonnene Preis einen hohen ideellen Wert für mich. Leute, ich hab’s geschafft und habe das Rätsel gelöst. Natürlich waren ein paar Bilder und kleine Tipps nötig, aber ich hab’ gewonnen und ich freu’ mich tierisch drüber.
Hier hab’ ich mitgespielt und das hier habe ich abgestaubt:
Das ist ein Räucherhäuschen für die bereits erwähnten schwarzen Kerzchen und das kann man selber zusammenbasteln. Das mache ich dann mit Sohnemann, der hat da sicher riesigen Spaß dran und ich danke Ines und René schon jetzt ganz herzlich für diese schöne Überraschung. Ihr habt mir eine große Freude gemacht!!!
Mädels, ich habe den Hundesittermarathon (fast) geschafft. Knapp sechs Tage lang habe ich „Lucky“ nun in meiner Obhut gehabt und bin echt reif für die Insel. Die einzigen ruhigen Momente gönnte er mir nachts und ich sehne mich nach Ruhe. Im Augenblick liegt er einigermaßen friedlich auf meinem Sofa und wartet irgendwie darauf, dass irgendwas passiert. Es liegt ihm fern, morgens still und entspannt zu sein und genau das ist es, was mich während der letzten Tage völlig nervös macht. Wie Ihr längst wisst, bin ich ein Frühaufsteher und genieße die morgendliche Stille ungemein. Seit letzten Donnerstag wird mir das erfolgreich vorenthalten und heute ist damit endlich Schluss. Gegen Mittag darf die kleine Nervensäge wieder nach Hause und ich werde tagelang mit Wäschewaschen beschäftigt sein, um den leidigen Hundegeruch aus meiner Wohnung zu bekommen. Nein, es ist nicht so, dass er stinkt, aber als „Nicht-Hundebesitzer“ riecht man die Anwesenheit eines solchen Tieres sofort. Also werde ich heute sämtliche Decken, Kissen, Jacken und alles, woran er geschlabbert und gekuschelt hat, in die Waschmaschine stopfen und neu beduften.
Auch meine Katze wird dankbar sein, wenn sie sich wieder frei bewegen darf. Gedurft hätte sie schon, aber sie mag den Hund nicht wirklich und fauchte ohne Unterbrechung, wenn sie ihm versehentlich begegnete. Also quartierte ich die kleine Dame vorsichtshalber im Kinderzimmer bei Sohnemann ein. Die Bilanz der vergangenen sechs Tage sieht ernüchternd aus. Fräulein Mietzos Kratzbaum wurde angenagt, sämtliche Decken, Kissen und Plüschhausschuhe wurden liebevoll abgeleckt, in so manche Ecke wurde gepullert, die Couch wurde ebenfalls beleckt, diverse Plüschtiere von meiner Katze wurden erlegt und nur mit Mühe von mir gerettet, die Ruhe im Haus ging komplett flöten und meine Pflanzen am Fenster hielten dem Forscherdrang des Welpen auch nicht wirklich stand. Ich werde Tage brauchen, um die häusliche Ordnung wieder herzustellen.
Von abendlicher Entspannung und Ruhe war nichts mehr übrig geblieben und wenn man die Ereignisse der letzten Tage auf wenige Worte reduziert, kann man getrost sagen, dass Herr L. aus P. hier für ordentlich Leben in der Bude gesorgt hat. Von morgens bis spät abends hielt er uns alle auf Trab und Frau N. aus P. fiel nachts halbtot in ihre Kissen, die sie sich dann auch noch mit dem Quälgeist teilen musste. Gottlob hielt er wenigstens nachts ein paar Stunden still und so teilte ich mein Nachtlager freiwillig mit ihm, denn tagsüber war nicht im Entferntesten an Siesta oder ähnliches zu denken. Das Schlimmste für mich waren die spätabendlichen Gassirunden, wenn man sich eigentlich gemütlich auf der Couch einrichtet und zurücklehnen wollte. Es kostete mich jeden Abend aufs Neue große Überwindung, nochmal aufzustehen und in die Kälte zu müssen.
Mein Résumé:
Gassigehen ist doof.
Hunde essen alles (auch Dinge, die nicht zum Essen gedacht sind).
Hunde riechen nicht so gut wie Katzen.
Hunde sind das personifizierte Chaos.
Hunde bestehen nur aus Magen, Enddarm und übervoller Blase.
Hunde bellen immer dann, wenn Krach peinlich ist.
Hunde springen nicht sachte auf die Couch.
Hunde freuen sich mit dem ganzen Körper.
Hunde setzen ihren treudoofen Blick zur Bestechung ein – es funktioniert immer.
Hunde fressen Kratzbäume/Hosen/Strümpfe/Hausschuhe etc. (siehe auch Punkt 2).
Die innere Uhr eines Hundes geht immer eine Stunde vor.
Das Laufverhalten eines jungen Hundes gleicht dem Flugverhalten eines Pferdestechers/Nachtfalters (kreuz, quer, vor, zurück, rechts, links – alles gleichzeitig).
Die Industrie könnte Millionen einsparen, wenn sie auf die Kenntlichmachung verzichten würde, welche Produkte für Hunde geeigent sind, denn dem Hund ist es grundsätzlich egal, was auf der Dose/Tüte/Schachtel steht. Ein Katzenbild beeinträchtigt den Appetit des Hundes nicht im Mindesten.
Nasse Tempos von der Straße schmecken ganz ausgezeichnet.
Nasse Tempos werden unzerkaut verschluckt.
Man kann den Arm bis zum Ellbogen in ein Hundemaul stecken und bringt dabei gar sonderbare Dinge zum Vorschein (z.B. nasse Tempos von der Straße).
Ein Hund kann sich mit seiner eigenen Leine fesseln und trotzdem die Treppe hochstolpern.
Man kann einem pullernden Hund eine Schüssel drunterstellen, er pinkelt ungestört weiter.
Hunde träumen sehr anschaulich und fressen dann Dinge, die für uns Menschen unsichtbar sind.
Und zu guter Letzt: Hunde mögen nackte Beine und Füße von kleinen Jungs. Die kleinen Jungs allerdings mögen es nicht, dass Hunde das mögen.
Ich brauche Ferien. Dringend…!!! Fehlen wird er mir trotzdem ein bisschen, ich geb’s ja zu…
Gestern ergab es sich überraschend, dass ich mein kinderfreies Wochenende aller Wahrscheinlichkeit nach nicht allein verbringe. Tue ich ja sonst auch nie, da zumindest immer der schwarze Katzenpups hier bei mir ist. Hin und wieder habe ich Besuch, nette Gäste, ja, aber am kommenden Wochenende habe ich ganz besonderen Männerbesuch. Und ich muss gestehen, er ist äußerst attraktiv. Er hat rabenschwarzes Haar, betörende Moccaaugen, ist von kräftiger Statur, ein bisschen verspielt und ein Charmeur, der seinesgleichen sucht. Er ist treu und seine Augen lassen jede Frau in der Unendlichkeit versinken. Er ist kein Mann großer Worte und er liebt lange Spaziergänge in den Sonnenuntergang. Er ist zärtlich und wild, er beherrscht die leisen und die kraftvollen Tonlagen und er folgt mir auf Schritt und Tritt, geht jeden noch so steinigen Weg mit mir.
Wer jetzt vor Neid erblasst, hat allen Grund dazu denn, dieser Mann wird von Donnerstag bis Dienstag nicht von meiner Seite weichen – ein verlängertes Wochenende in absoluter Zweisamkeit. Wir werden die Tage und Nächte zusammen verbringen, werden zusammen essen und trinken, wir werden jede freie Minute beieinander sein und wir werden die Hände nicht voneinander lassen können. Er ist ein Exot, Rasse und Klasse perfekt vereint. Er ist noch nicht ganz erwachsen, aber eines Tages ist er ein großer und sehr starker Mann, ohne Zweifel. Noch sitzt ihm der Schalk im Nacken, aber wir Frauen mögen ja wilde Kerle und ein bisschen verspielt sind wir Frauen doch auch immer, nicht wahr? Ihr seid schon ganz gelb vor Neid? Zu Recht…!!! Ich zeig’ Euch diesen Mann. Aber nur gucken, nicht anfassen…!!!
Mein Filmabend gestern verlief wider Erwartens ungestört, was bei ausgeschaltetem Handy erfolgversprechend war. Gestern auf der hauseigenen Filmliste standen „Final Destination III“ und „Hostel“. Ersteren Film schob ich schon gegen 20.00 Uhr in den DVD-Player und ließ die Heimkinoanlage in ohrenbetäubender Lautstärke die Soundeffekte durchs Wohnzimmer surrounden. Wie auch schon in den ersten beiden Teilen gab es viele schreckliche Unfälle, jede Menge Theaterblut, ordentliche Matsch- und Quetschgeräusche und natürlich schreiende und entsetzte Darsteller. Es wurde jede der sechs Boxen im Raum beansprucht und mein Filmherz war äußerst befriedigt. Die Story des Film glich erwartungsgemäß den vorangegangenen Teilen und wurde insgesamt durch Heftigkeit und die Extreme der vorauszusehenden Unglücksfälle aufgefrischt. Wer die ersten beiden Teile kennt, wird bei diesem Dritten nicht sonderlich überrascht sein, es wurden lediglich die Effekte verschärft. Nichts desto trotz gefiel mir der Film recht gut, schafft es aber dennoch nicht in meine persönliche Top Ten der richtig guten Schocker. Alles in Allem ein unterhaltsamer Film und durchaus für einen DVD-Abend geeignet.
Frau N. aus P. hatte ja vorsorglich schon sehr früh ihren Filmabend begonnen, schaffte aber den zweiten geplanten Film dann doch nicht, weil die einsetzende Müdigkeit ihren Tribut forderte. Nachdem sie sich prophylaktisch durchs laufende Abendprogramm zappte, ausgiebig gähnte und reckte, beschloss sie, den zweiten Film auf den heutigen Samstagabend zu verlegen und ist schon sehr gespannt, was dieser Streifen zu bieten hat. Die beiden erwähnten Filme dümpeln nun schon mehrere Jahre ungesehen in meiner Filmbibliothek herum, da mir immer die Zeit oder die Muse fehlte, sie anzusehen. Gestern nun fiel mir beim Stöbern nach einer halben Ewigkeit diese Doppel-DVD in die Hände und ich freute mich diebisch, dass ich nun doch etwas schauen kann, was mir bisher unbekannt ist. Das erhöhte den Spaßfaktor um ein Vielfaches und ich werde mir für heute Abend ordentlich Popcorn o.ä. beschaffen.
Heute Abend steht dann also „Hostel“ auf dem Programm und ich bin sehr neugierig, inwiefern dieser Film meinen Ansprüchen genügt. Von Freunden und Bekannten als „schrecklich und grausam“ angepriesen, erwarte ich leider zumeist mehr, als der Großteil der auserwählten Streifen zu bieten hat. Bereits beim letzten Streifzug durch die Filmabteilung fasste ich die DVD-Version von „Saw IV“ ins Auge und werde mir genau diesen Film aus sammlertechnischen Gründen dann wahrscheinlich auch heute gönnen, da bereits die anderen drei Teile in meiner Sammlung zu finden sind. Also muss dort auch noch der Vierte hin, egal ob er nun gut oder schlecht sein möge. Manches muss frau einfach haben und nicht alle Frauen sammeln Schuhe. Sollte mir „Hostel“ also wirklich zu dämlich sein, gibt es ab heute Abend voraussichtlich noch eine weitere Alternative für popcornfutternde Dachgeschossbewohner. Ich hoffe sehr, dass „Hostel“ sich nicht doch als trashiger B-Movie entpuppt und werde Euch selbstverständlich berichten, welchen Score er erreicht hat. Bei Nichtgefallen muss Jigsaw eben herhalten, denn diese Horrorreihe bereitet mir mit absoluter Verlässlichkeit immer wieder höchste Genüsse…
Sohnemann hatte sicher eine lustige und pädagogisch bedenklich lange Nacht, die ich ihm aber dennoch von Herzen gönne, da ich es wirklich großartig finde, dass er nach unserem Wegzug aus Mechel den Kontakt zu seinen beiden Kumpels hält und in regelmäßigen Abständen dort zu Gast sein darf. Normalerweise reißen Kontakte ja aufgrund von Entfernungen und geänderten Lebensumständen gerade in der Kindheit und Jugend gerne ab, doch diese Freundschaft ist ungebrochen und er fährt wirklich gerne zu den beiden Jungs aufs Land. Ich finde es zudem ausgesprochen putzig, wie sich die Jungs immer per Gangsta-Handschlag begrüßen, wenn er dort ankommt. Der alten Frau im Auto winken sie immer schüchtern zu und ich beneide die Mutter der beiden anderen Bengel kein Stück, wenn die Meute dann im Dreierpack bis zum Morgengrauen für Unruhe sorgt. Ich kenne den Ablauf jener Abende nur aus Sohnemanns Erzählungen, aber da ich schon von Haus aus kein typisches Muttertier bin, würde ich mir wohl auch nie im Leben freiwillig drei Jungen antun, die schwerstens mit dem Pubertätsvirus infiziert sind, wenn es nicht wirklich wirklich wirklich sein muss.
Heute Vormittag werde ich dann also einige Erledigungen und Einkäufe hinter mich bringen, mein kleines aber umso feineres Domizil putzen und aufpolieren und eventuell auch noch ein bisschen schlendern gehen. Putzen und einkaufen steht aber in jedem Fall auf dem Plan. Eventuell will Sohnemann auch aus Mechel abgeholt werden, also werde ich mich nachher vorsorglich schonmal salonfähig restaurieren und meinen Aufgabenzettel abarbeiten. Meiner Frau Kollegin wünsche ich einen einigermaßen ruhigen Arbeitstag und ein hoffentlich entspanntes Wochenende. Wir sehen uns am Dienstag, meine Gute… Auch an Frau F. aus S. zwischen P. und S. gehen herzliche Grüße und ich erbitte ausführliche Berichterstattung über den gestrigen Abend – hauptsächlich die schmutzigen Details wecken meine typisch weibliche Neugier. Also lass mich bitte nicht über das normale Maß hinaus warten, ja?
Ihr kennt das sicher, wenn man sich etwas neues kauft und es sooofort zum Einsatz bringen will, nein… Man muss… Frau N. aus P. fuhr gestern vor der Arbeit ins Bauhaus und besorgte sich eine Gardinenstange. Der großen Auswahl wegen unentschlossen schlich sie nun eine gute halbe Stunde zwischen den Regalen umher und verglich Preise. Kaufe ich mir ein Komplettset oder stelle ich die Teile einzeln zusammen und spare somit ein paar Euro? Frau hatte ja auch gewisse Vorstellungen, was das Aussehen ihrer neuen Gardinenstange angeht und so fielen schon mal 50% des Angebotes durch das interne Zickenraster. Paradoxerweise stellte sich dann auch noch heraus, dass eine Zusammenstellung aller benötigten bzw. gewünschten Komponenten teurer geworden wäre, als die vorhandenen Komplettsysteme. Also fiel die Wahl letztendlich nicht ganz so schwer und ich entschied mich für eine wunderbar schlichte aber nicht weniger schöne Stange aus naturfarbenem Holz mit Applikationen aus gebürstetem Edelstahl inklusive aller Dübel, Schrauben, Inbusschlüssel (laut Duden mit „N“ geschrieben), Gardinenringe und -häkchen.
Zufrieden stellte ich das auserwählte Stück mit der imposanten Länge von 2,40m in den Einkaufswagen und steuerte die Glühlampenabteilung an, um Nachschub zu besorgen. Das war eine Sache von wenigen Minuten und dann kam ich an der Weihnachtsdeko-Abteilung vorbei. Was ich dort sah, ließ mein Herz lächeln. Da stand eine mittelgroße einfache Kugel aus Dingsbums und die hatte überall so klitzekleine blaue Dioden dran und die sah sooo schick aus. Aaaber sie kostete für meinen Geschmack natürlich viel zu viel. Ich schmachtete die Kugel einige Minuten an und ging schnippisch weiter, denn der Preis schreckte mich dann doch ab. Den Wagen unfallfrei bis zur Kasse zu jonglieren gestaltete sich nicht ganz einfach, denn mit 2,40m Länge stocherte die Gardinenstange wild in der Luft herum und bog sich zudem in alle Himmelrichtungen.
An der Kasse erwarb ich dann auch noch zwei Türkeile, da meine Wohnzimmertür sich immer verselbständigt, wenn ich sie anlehnen möchte. Damit Sohnemann auch was davon hat, packte ich zwei dieser lustigen Teile ein, denn die fand er beim letzten Baumarktbesuch schon klasse. Äußerst zufrieden verließ ich den Baumarkt mit meinen neuen Errungenschaften und stand vor dem nächsten Problem. Ist mein Mädchenchrysler überhaupt lang genug, um die Stange heil und mit geschlossenem Kofferraum durch die Stadt zu transportieren? Kleine Schweißperlen bildeten sich auf meiner Stirn und ganz ladylike hielt ich die Stange einfach an die Seite meines Wagens und ermittelte per Augenmaß den verfügbaren Stauraum. Wenn ich die Rücksitze umklappe und den Motor etwas zur Seite rücke, müsste das schon passen.
Ich klappte alles um und zusammen, was um- und zusammenklappbar war und siehe da, die Stange schwang zwar unkontrolliert im Wageninnern umher, aber alle Türen und Kofferraumklappen ließen sich schließen und ich konnte den Weg zur Arbeit ohne größere Zwischenfälle antreten. Ich bin es weiß Gott nicht gewöhnt, ohne kleine oder größere Probleme meine Pläne in die Tat umsetzen zu können, also freute ich mich über den Umstand, dass augenscheinlich alles reibungslos zu klappen schien. Pünktlich traf ich im Studio ein und nahm mir vor, die Stange auch gleich nach Feierabend zu montieren. Im Geiste räumte ich alle benötigten Werkzeuge zusammen und konnte den Ladenschluss kaum erwarten. Wie lang doch lächerliche vier Stunden sein können…
Punkt 19.00 Uhr sperrte ich dann ab und düste mit meinem Sperrgut nach Hause. Den Packen Mineralwasser wollte ich auch gleich mit unters Dach schleppen und so tippelte ich im Dunkeln mit Glühlampen, Türstoppern, Mineralwasserflaschen und meiner gigantischen Gardinenstange durch den Vorabend Richtung Haustür. Entgegenkommende Passanten, die ihre Hunde Gassi führten, hielten Sicherheitsabstand, denn was hinter mir der Stange zum Opfer fiel, berücksichtigte ich einfach mal nicht. Fix den Briefkasten noch kontrolliert und dann schnell die Treppen hoch. Oben angekommen kicherte ich beim Versuch, die Stange ohne Knick in meine Wohnung zu befördern, denn vor meiner Tür geht es etwas eng zu. Ich drehte und jonglierte das Teil in alle Richtungen und mit einigen Schimpfworten und herzhaftem Gekicher fand ich die einzig mögliche Stellage, die es überhaupt ermöglichte, dieses Ungetüm in mein neues Reich zu stecken.
Ich rumpelte und polterte meine kleine Treppe hoch und Sohnemann saß still und erwartungsvoll im Wohnzimmer. Gespannt und mit fragenden Augen äugte er mir entgegen und ich strahlte ihn an. „Juhuuu, ich hab’ uns ‘ne Gardinenstange gekauft. Es stört Dich doch nicht, wenn ich die jetzt noch fix anbaue, oder? Macht auch nich’ laut und schau mal, ich hab’ Dir so ‘nen lustigen Türstopper mitgebracht. Die haben Dir doch so gefallen. Brauchst zwar keinen, aber kriegst trotzdem einen, nech?“ Er freute sich wie Bolle und schleppte das Ding auch gleich in seine heiligen Hallen, damit ich es ihm nicht mehr nehmen kann. Ich meinerseits plagte mich inzwischen damit ab, die Stange aus ihrer Verpackung zu schälen, was nicht so einfach war wie erwartet. Zum einen hatte man die Ein- und Ausgänge dieser Verpackung penibel und doppelt zugetackert und die Stange ließ sich auch nur kerzengerade herausschieben.
Mein Wohnzimmer war eindeutig zu klein für diese nun 4,80m lange Konstruktion und ich sah mich schon die Säge holen. Glücklicherweise habe ich ja diese Treppe in der Wohnung, also fand ich eine Möglichkeit, ohne Säge an das Objekt der Begierde zu gelangen. Ich entwirrte alle Kleinteile und suchte mir Bohrmaschine, Akkuschrauber und sonstige Utensilien zusammen und legte los. Erstmal abmessen, Sofa hin- und herschieben, anzeichnen und nun geht’s los. Ich bohrte die benötigten neun Löcher und klopfte anschließend die neun dazugehörigen Dübel in die Wand. Mir doch egal, wie spät das grad ist. Wandhalterungen rangeakkuschraubert und Stange drauf – fertig. Nein, natürlich dauerte das nicht nur fünf Minuten, aber es herrschte für mindestens eine Stunde ordentlich Chaos hier.
Die Leiter krachte mehrfach laut hörbar an die Heizung, ich zwang den einen oder anderen Dübel mittels Hammer gewaltsam in die Wand und auch beim Rauf- und Runtersteigen von der Leiter hopste ich ordentlich geräuschvoll umher. Die Nachbarn sollen ja auch was davon haben. Schließlich leben wir nicht auf dem Freidhof sondern in der Ost. Stange hing und nun fädelte ich die Gardinen auf und fragte meinen mittlerweile etwas angenervten Sohn, wie er die neue Raumgestaltung so findet. Mit männlicher Gleichgültigkeit kommentierte er die unzählige Male gestellte Frage mit der immer gleichen Antwort: „Muss mich erst dran gewöhnen…“ Pühhh, mir gefällt’s… Ich schob und zupfte noch ein bisschen und begutachtete mein Werk von allen Seiten. Testphase der verschiedenen Varianten wurde also gestern gegen 21.30 Uhr eingeläutet und im Laufe der kommenden Tage und Wochen entscheide ich, wie es schlussendlich aussehen soll.
In diesem Sinne, einen schönen und entspannten Mittwoch…!!!
In sporadischen Abständen checke ich nun derzeit meine Mails und durchstöbere im Geschwindschritt sämtliche Seiten, auf denen ich im Normalfall täglich zugegen bin und entdeckte heute Morgen, dass ich mich auf Besuch aus der benachbarten Schweiz freuen darf. Eine alte Schulfreundin besucht spontan ihre Eltern in der Stadt und hat ihren Besuch bei mir angekündigt. Da wir in Kindertagen eng befreundet waren und uns für einige Jahre aus den Augen verloren hatten, freuten wir uns umso mehr, als ihre kleine Schwester mich im Internet fand und sich an meinen Namen erinnerte. Sie leitete ihren „Fund“ damals sofort an ihre große Schwester weiter und seither pflegen wir diesen Kontakt sorgsam. Seit vielen Jahren lebt sie nun im Käse-Schokoladen-Uhren-Land und hält unserem Vogtland nach wie vor die Treue. In den kommenden Tagen nun (vielleicht auch gleich heute oder morgen) beehrt sie mich mit ihrer Anwesenheit und ich freue mich drauf. Letztes Jahr zwischen Weihnachten und dem Jahreswechsel sahen wir uns zuletzt und ich finde es toll, dass sie mich bei ihren Besuchen hier nie vergisst. Klasse…
Mein Blocksatzbutton ist immer noch weg, Leute… Ich werd’ wahnsinnig…
Ihr glaubt gar nicht, wieviel Freude es mir jeden Tag macht, dort oben im Titel die Tage rückwärts zu zählen. In Gedanken laufe ich bereits jeden Morgen durch die neuen Räume und sehe das Szenario vor mir, wie ich ständig in die falsche Richtung laufe, wenn ich nach gewohnten Dingen greife. Ich taste im Dunkeln an den falschen Stellen nach Lichtschaltern und erschrecke bei ungewohnten Geräuschen. Ich höre Schulkinder aus den Häusern kommen, denn wir wohnen ja dann in unmittelbarer Nähe und ich trage meine Kaffeetasse an einen anderen Platz. Diese Vorstellung tut mir gut und ich empfinde sie als sehr befreiend. Die letzten Tage hier kann ich trotz Umzugschaos irgendwie genießen, weil es die letzten sein werden. Es fühlt sich komisch an, ich gehe gerne, ich werde wahrscheinlich hier nicht viel vermissen. Der Duft meiner Kindheit ist längst verflogen und auch das einstige Flair der Gartenstadt ging wahrscheinlich schon vor Jahren hier verloren. Die alten Plätze, an denen wir uns als Kinder vergnügten sind kalt und unpersönlich geworden. Ich hasse es, aus meinem Munde zu hören, dass hier nichts mehr so ist wie früher. Und nun ist es durch all die Geschehnisse sogar passiert, dass ich hier nicht mehr wohnen möchte – so oder so nicht.
Ein weinendes Auge gibt es dennoch, denn die Gartenstadt ist und bleibt die Wiege meiner schönsten Kinderjahre und die guten alten Zeiten vergisst man trotz allem nicht. Wenn ich daran denke, dass ich in meiner neuen Wohnung endlich absolute Ruhe über mir habe, frohlockt mein Herz. Jeden Morgen nehme ich in den letzten Tagen intensiver wahr, wie laut die Menschen über mir sind. Mit Blick auf das stressige Ende der Woche kann ich nun sogar darüber lächeln. Wenn ich die griesgrämigen Gesichter im Haus sehe, ärgert mich keine noch so regnerische Miene mehr, denn im neuen Haus wohnen freundliche und junge Menschen, die schon vor Wochen mit freundlich-hellen Gesichtern „Hallo“ flöteten. Das macht Laune und dieses Haus scheint nicht so tot zu sein wie das hier. Zwar poltert und rumpelt es ständig über mir, aber hier in diesem Treppenhaus sieht man niemals ein Lächeln. Alles vorbei, endlich…
Trotz aller Vorfreude wird es wirklich Zeit, dass der Stress ein Ende nimmt, denn mir geht so langsam aber sicher die Energie aus. Die Motivation sinkt stetig und die Verschnaufpausen sind immer weniger erholsam. Ich werde immer vergesslicher und der nächtliche Schlaf ist nicht mehr wirklich erquickend. Ich brauche wieder meine gewohnte Ordnung und ruhevolle Wochenenden. Man reiche mir bitte einen Eimer zum Kotzen, denn überall stehen Kartons in den Ecken, Sachen stapeln sich am Boden, weil die Schränke schon fehlen. Mein „Bett“ ist eher einem Clochard würdig und die allmorgendliche Wühlerei in den Wäschebergen geht mir gewaltig auf den Sender. Ich will endlich wieder richtig wohnen und leben. Morgens beschwingt aufstehen, fröhlich pfeifend durch die Wohnung tippeln, Kaffee schlürfend, langsam aufwachend und die frische Morgenluft schnuppernd. Aber bitte ohne Kisten und Säcke in allen Ecken, ohne provisorisch gelagerte Wäsche, ohne spärlich bestückte Schubladen und Schränke und auch ohne randvollen Terminkalender, der die Tage weit im Voraus schon zu Arschlochtagen macht. Am Sonntag fange ich gleich damit an, so ein ganz klein wenig zumindest…
Heute gibt’s mal ein Lied, bei dem mir vollkommen Wurscht ist, was die kleine Frau da singt, mir gefällt die Melodik und ich singe bei diesem Lied nie mit, nein, ich pfeife… Ehrlich… Warum? Weiß ich beim besten Willen nicht, ich pfeife ganz automatisch mit, geht nicht anders…
Guten Morgen, meine Damen (und die vereinzelten Herren)… Nun ist Gott sei Dank die letzte Woche hier in dieser verkackten Wohnung angebrochen und trotzdem noch sehr viel zu tun ist, bin ich heilfroh, dass das Ende in greifbare Nähe gerückt ist. Die letzten Wochen zogen sich wie Kaugummi und erschienen mir fast endlos. Neben mir steht frisch gekochter Kaffee und die Nachbarschaft schläft noch. Meine Nächte werden immer kürzer, denn so langsam sehne ich mich dann doch nach der Gemütlichkeit meines Bettes. Die Reisematratze tut zwar ihren Dienst, aber da sie auf dem Boden liegt, registriert man leider jeden Schritt innerhalb des ganzen Hauses. Selbst die leichten Vibrationen durch Schritte in der Wohnung spürt man und so ist an erholsamen Schlaf nicht zu denken. Nächste Woche um diese Zeit liege ich voraussichtlich noch selig schlummernd in meinem Bettchen. Meinen Urlaub kann ich zwar nicht genießen, aber zumindest muss ich dann hier nur noch wenige Stunden des Tages verbringen, um die Wände zu streichen.
Seit einer guten halben Stunde bin ich nun wach und genieße noch etwas die Ruhe, die noch über der Stadt liegt. Man mag mich für verrückt erklären, aber ich liebe es, so früh aufzustehen und den Morgen erwachen zu sehen. Alles ist so wunderbar still und man ist regelrecht gezwungen, leise und behutsam den Tag zu beginnen. In warme Puschen und meinen furchtbar rosafarbenen Bademantel gewickelt, sitzte ich dann hier am Laptop und blogge nach Herzenslust. Nur morgens habe ich diese Zeit und niemand stört mich. Der Kaffee schmeckt um diese Uhrzeit besonders gut und ich habe nicht einmal das Bedürfnis nach Beschallung aus irgendeinem Radio. Welche Katastrophen sich im Laufe der Nacht weltweit ereignet haben, erfahre ich spätestens im Studio, da dort meist das Radio läuft. Ohnehin ändert das Wissen darum nichts an der Tatsache, was wann wo warum geschieht, also halte ich mir das noch ein paar Stunden vom Leibe. Hätte mir vor 15 Jahren jemand prophezeit, dass ich eines Tages Frühaufsteher sein würde, hätte ich ihn für verrückt erklärt, aber die Stunden vor dem Erwachen der Stadt sind die schönsten, die stillsten und ruhevollsten Momente des Tages.
Söhnchen schläft noch und hat gestern begeistert festgestellt, dass er mit seinem Teleskop bis zum anderen Ende der Stadt schauen kann. Vor 1½ Jahren habe ich ihm dieses Gerät zu Weihnachten geschenkt, zusammen mit einigen Büchern über die Sternenguckerei. Damals wohnten wir teleskoptechnisch ungünstig und er konnte leider nur den Nachbarn auf die Teller schauen. Als wir dann hierher zogen, wohnten wir anfangs im Erdgeschoss, also wieder Fehlanzeige. Der letzte Umzug brachte dahingehend auch nicht die Erfüllung, erweiterte jedoch sein Blickfeld um wenigstens ein paar Häuser. Nun jedoch genießt er von seinem neuen Zimmer aus den freien Blick über die gesamte Stadt und kann tatsächlich bis zum Stadtrand sehen. Mit ein paar Einstellungen und etwas Geduld brachten wir es dann gestern zustande, dass er doch tatsächlich bis zum Bärensteinturm sehen konnte, auf dem sogar deutlich Leute zu erkennen waren, die den Turm bestiegen. Ich muss sagen, dass ich nicht erwartet habe, dass man mit diesem „Kinderspielzeug“ durchaus so weit schauen kann, denn wir wohnen ja nun doch am komplett anderen Ende der Stadt. Sohnemann „erschrak“ regelrecht, wie nah plötzlich die Häuser unterhalb des Oberen Bahnhofes rückten. Die Punkthäuser waren ganz deutlich zu erkennen und man hätte Menschen hinter deren Fenstern erkennen können, wenn sich mal einer erbarmt hätte, durch die Gardinen zu winken.
Auf jeden Fall war Sohnemann hellauf begeistert, dass er nun endlich sein Teleskop angemessen einsetzen kann und wartet schon sehnsüchtig darauf, dass er den Mond näher untersuchen kann. Ich hingegen werde mich auf den Blick in den Fernseher oder ein gutes Buch beschränken, wenn ich freue mich schon jetzt darauf, abends auf meiner Couch in eine Decke gewickelt zu sitzen und mein neues Leben hoch oben über den Dächern von Plauen zu genießen. Niemand hopst bis spät abends über mir durch die Wohnung, niemand lässt die Lampen in aller Herrgottsfrühe mehr wackeln, denn meine derzeitigen Noch-Obermieter sind dahingehend wirklich rücksichtlos, obwohl ich diesbezüglich weiß Gott nicht zimperlich bin. Aber der Lärmpegel aus der oberen Wohnung grenzt oft schon an Unverschämtheit, denn so manches Mal flackert wirklich das Licht unter den Erschütterungen. Jetzt ist es 5.45 Uhr und man hört schon wieder lautes Getrampel dort oben. Oft genug wachte Sohnemann am Sonntagmorgen genau davon auf und das will angesichts seines wahrhaft gesundes Schlafes wirklich was heißen. Ab nächste Woche ist das vorbei – endlich…
So langsam erwacht nun auch der Rest der Stadt und ich werde mich meinem Umzugschaos und dem Schmieren von Schulbrötchen widmen. Und weil Sohnemann maßgeblich daran beteiligt ist, dass wir den Stadtteil wechseln und weil er sich noch mehr Ruhe als ich verdient hat, gibt’s heute das Lied, bei dem er vor mehr als zwölf Jahren das Licht der Welt erblickt hat. Dieses Lied dudelte gerade aus dem Radio am meinem Bett, als er sein Köpfchen in die große Welt reckte…
Gnihihi… Schaut mal rechts auf den Mini-Countdown! Nun befinden wir uns in der letzten heißen Phase vor dem Umzug. Mit der magischen „10″ beginnt doch jeder Countdown, nicht wahr? Ob es Raketenstarts sind, Domino-Day bevor der erste Stein angeschubst wird, Jahreswechsel oder die Olympischen Spiele, Welt- oder Europameisterschaften – überall zählt man von 10 auf 0… Und das tun wir ab heute auch. Es sind nur noch zehn Tage bis wir diese Mauern hier endgültig verlassen und zum ersten Mal in unserer neuen Hütte schlafen dürfen. Zehn Tage voller Stress und Arbeit. Aber in zehn Tagen beginnt unser neues Leben. Nie wieder aus diesen Fenstern schauen, nie wieder durch diese Räume gehen mit Wehmut, nie wieder die leeren Stellen an den Wänden betrachten wo einst Bilder hingen, nie wieder aufschrecken, wenn man vermeintlich vertraute Geräusche irgendwo hört, nie wieder auf dieses verdammte Namensschild am Briefkasten starren, nie wieder daran denken müssen, wie man diesen und jenen Nagel in die Wand schlug. Nie wieder… Es tut gut, zu wissen, dass all das nun in zehn Tagen ein Ende findet.
Endlich hier raus, endlich keine unnötigen Erinnerungen mehr und endlich alles hinter uns lassen können. Der Keller ist bereits besenrein, eine Sorge weniger. Meine Bücher befinden sich nun auch schon in der neuen Wohnung und der Rest meines Hausstandes wird in den kommenden Tagen restlos verstaut. Am kommenden Wochenende misten Sohnemann und ich sein Spielzeug aus und verknoten den brauchbaren Rest ebenfalls in Kisten und Säcke. Schritt für Schritt nach vorne, kein Zurück mehr.
Am frühen Nachmittag nehmen wir dann heute einen Termin beim Kieferorthopäden wahr, denn Sohnemann bekommt am 18. September seine erste Zahnspange – vorbereitend auf die Brackets, die ihm zu einem ansehnlichen und wohlgeratenen Gebiss verhelfen sollen. Zwar ist der Fehlstand seiner Zähne nicht wirklich dramatisch, aber es spricht nichts gegen schöne und gerade Zähne, denken wir und in 3-4 Jahren ist die Behandlung abgeschlossen, wenn alles planmäßig verläuft und Sohnemann gewissenhaft den Behandlungsplan befolgt. Mit etwas Glück und der nötigen Geduld hat er dann mit etwa 15-16 Jahren wunderbare Zähne und kann die Mädchenwelt mit seinem Lächeln um den Verstand bringen.
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„Jibt Dir dit Leben mal een Buff, denn weene keene Träne. Lach Dir’n Ast und setz Dir druff und boomle mit de Beene.“