Drückt mir bitte die Daumen…

27. März 2009

Meine laufende Bewerbung geht nun in die zweite nervenaufreibende Runde. Nach einer anfänglich verunglückten Formulierung seitens einer wirklich netten Dame hatte ich schon wieder die Motivation verloren, denn da war die Rede von seeehr hohen Anforderungen an das verbale Geschick der Bewerber. Da ich bisher nur über eine Arbeitsvermittlung mit dem Jobanbieter kommuniziere, weiß ich leider nicht, wer mein potentieller Brötchengeber ist und kann mir kein Bild von dieser Firma machen. Das erschwert die Sache etwas, denn man kämpft quasi gegen einen unsichtbaren Gegner. Man weiß ja eigentlich gerne, mit wem man verhandelt. Nein, ich denke nicht, dass ich dumm bin, aber man kommt sich streckenweise so minderbemittelt vor, wenn man richtig gute Arbeiten sieht oder liest und genau darum geht es hier.

Ich war gestern also dann doch etwas mutlos. Dann klingelte wieder mein Telefon und ein netter junger Mann war am anderen Ende. Er zerstreute meine Bedenken, denn offenbar befänden sich die Anforderungen im durchaus normalen Bereich. Nun gut, was ist jetzt wieder normal? Am anderen Ende bekundete man laut seiner Aussage vorsichtiges Interesse, wolle aber vorerst ein paar Leseproben sehen. Zu meinem großen Pech musste ich beichten, dass bei meinem letzten Umzug leider alle einstigen Zeitungsartikel aus meiner frei redaktionellen Zeit bei der hiesigen Lokalpresse verloren gegangen sind. Was tun? Ich erinnerte mich daran, dass ich hier in meinem Blog ja auch hin und wieder gesellschaftskritische Themen behandle, manchmal emotional bin, dann wieder einfach nur nachdenklich. Warum also nicht von hier ein paar Textproben nehmen? Als ich dann endlich zuhause angelangte, suchte ich fieberhaft nach ein paar guten Beiträgen und stellte eine kleine Auswahl zusammen.

Nun bitte ich Euch, mir ganz feste die Daumen zu drücken, damit meine Auswahl ins Schwarze getroffen hat und es für eine Einladung zum Vorstellungsgespräch reicht. Viel Hoffnung hege ich leider nicht, denn man stumpft in Sachen Absagen im Laufe der Zeit dann doch etwas ab. Umso größer wäre die Freude, wenn mein Pessimismus Lügen gestraft würde. Meine Nerven sind zum Zerreißen gespannt und es kostet mich große Mühe, geduldig zu bleiben. Ihr seid die Ersten, die es erfahren, wenn ich positive Resonanzen verbuchen kann.

- Forstsetzung folgt –


Shitwoch…

11. März 2009

Also wenn ich heute so aus dem Fenster schaue, könnt’ ich sofort wieder in mein Bett kriechen. Grau, nass, trüb und verry unfreundlich. Da friert man schon vom rausschauen. Regenwasser läuft an den Dachfenstern runter und laut Wetterbericht sollen sich sogar nochmal Schneeflocken in unsere Gegend verirren. An sich im März keine Seltenheit, aber ich will endlich den Frühling sehen. Bisschen Sonne, bisschen wärmere Luft, bisschen Knospen an den Bäumen, bisschen Leben halt. Draußen ist aber heute irgendwie November, so auf-den-ersten-Blick-technisch. Bäääh…

Sohnemann hat sich gerade in die Schule verabschiedet und ich trinke erstmal in Ruhe meinen Kaffee. Nach den Ereignissen der letzten Tage fühlt sich alles noch etwas dumpf an, auch wenn man seinem gewohnten Alltag artig folgt. Trotzdem schleichen sich immer wieder Bilder in die eigenen Gedanken und auch am anderen Ende der Stadt bekommt jemand immer mal wieder feuchte Augen, wenn er an das schwarze Fröschlein denkt. Die Sinnlosigkeit seines Leidens und die Flucht seines eigentlichen Herrchens aus der Verantwortung machen mich noch immer wütend. Nicht nur mich. Ändern können wir daran nun nichts mehr, aber der Knoten im Bauch bleibt.

Schön ist, dass diverse Hilfegesuche für die einstige Pflegemama nicht ungehört blieben. Mein Aufruf im Freundes- und Bekanntenkreis rief unerwartete Resonanzen hervor, die mich schon fast sprachlos machen. Ihr ruiniertes Mobiliar steht ja nun im Keller und ist reif für den Sperrmüll, wofür der kleine Hund nichts konnte. Allerdings wollte eigentlich der Hundehalter dafür Sorge tragen, dass die Sachen wenigstens zum Teil ersetzt werden. Beim Wollen ist es geblieben und so helfen zum wiederholten Male andere Menschen, wo eigentlich er in der Pflicht stünde. Dass auf diesen Menschen kein Verlass ist, ist uns jetzt nicht mehr neu. Was mich jedoch erstaunt, ist, dass mir Unbekannte zu Spenden und Hilfeleistungen bereit sind.

Da wäre z.B. mein Nachbar, der fleißig seine Fühler ausstreckt und würdigen Ersatz für die beschädigten Sachen sucht. Dann wäre da noch eine gute alte Freundin, die ihren Göttergatten bekniet, damit er eine vorhandene Garnitur spendet bzw. zur Ansicht freigibt. Nicht zu vergessen Frau F. aus S. zwischen P. und S., die in Windeseile eine Notcouch organisiert hat, damit der Gestank sich künftig nur noch im Keller ausbreitet. Sie hat auch Verständnis dafür, dass diese Notcouch nicht die Endlösung ist, denn der Wohlfühlfaktor spielt keine unerhebliche Rolle. Dann wäre da auch noch eine Forenbekanntschaft, der unerwartet eine Anzeige in der lokalen Presse sponsert und Hilfe beim Transport zusichert. Ich kenne diesen Menschen nicht persönlich und trotzdem versucht er zu helfen, was ich bemerkenswert finde.

All diesen Leuten sei inzwischen auch im Namen meiner gebeutelten Freundin gedankt, denn hier legt niemand die Hände in den Schoß. Selbstverständlich ist das nicht, das ist sicher, aber wir sagen schon mal jetzt ganz herzlich Danke


Geschützt: Unfassbar…

6. März 2009

Dieser Artikel ist passwortgeschützt. Bitte geben Sie Ihr Passwort ein, um ihn lesen zu können:



Mein Wochenende…

16. Dezember 2008

So, mit ein bisschen Verspätung folgt nun der Bericht vom vergangenen Wochenende und dem gestrigen Montag. Am Freitag Abend tuckerte ich nun in Richtung S. zwischen P. und S., um dort gemeinsam mit Frau F. das gigantöse Weihnachtsgeschenk für deren Liebsten aufzubauen. Der Laptop von F. brauchte auch dringend eine Wurmkur, was ich gleich am Freitag in Angriff nahm. Also raffte ich nahezu meine komplette Technik hier zusammen und stopfte alles in meinen Mädchenchrysler. Da ich mir zum Fahren nur ein paar Gucklöcher in den Schnee geschaufelt hatte und guten Mutes war, dass der Rest der endlich eingetroffenen Schneemassen sich während der Fahrt verabschieden würde, war meine Sicht anfangs stark eingeschränkt. Nun war ich auch nicht gerade in salonfähiger Kleidung – also eher in Gemütlichhosen, Wuschelpulli und Zauselhaaren – und beeilte mich zugegebenermaßen, schleunigst in mein Auto zu kommen.

Es hatte herrlich geschneit, wurde ja auch Zeit. Mit eigenem Laptop, externer Festplatte, gefühlten 482.000 CDs und 15 km Kabelsalat im Gepäck verließ ich die Ost und schielte mehr schlecht als recht über den Schneeberg auf meiner Motorhaube. Wie Frauen nunmal so sind, spekulierte ich darauf, dass genau dieser Schneeberg sich durch den Fahrtwind und auch die entstehende Wärme unter der Motorhaube früher oder später verflüchtigen würde. Dass dies reine Spekulation war, bestätigte sich spätestens in Mehlteuer, denn dort stieg Frau N. aus P. dann entnervt aus ihrem Mädchenchrysler und wollte in der Parktasche einer Bushaltestelle im Dunkeln dann die restlichen Schneemassen entfernen. Natüüürlich kam ausgerecnet in diesem Moment der Bus und ich musste fluchtartig die Parktasche verlassen. Meckernd und keifend suchte ich die nächstbeste Einmündung, was aber im Dunkeln und mit geschwächten Linsen meist in letzter Sekunde erfolgt und bei verschneiten Straßen nicht ganz ungefährlich ist.

Irgendwo bei Drochaus schlenkerte ich dann nochmal zu den Parkflächen vor ein paar Glascontainern und vollendete meinen Versuch, die Sicht nach vorn durch die endgültige Entfernung der nunmehr wirklich störenden Schneehügel zu verbessern. Meine Theorie war nicht ganz aufgegangen, typisch Weiber. Abgekämpft und trotzdem schon wieder kichernd kam ich bei Frau F. an und schleppte meinen ganzen Plunder in deren Hütte. Ein bisschen schnattern, ein bisschen Kaffee, ein bisschen zuviele Zigaretten und ein paar Stunden später war die grobe Arbeit am fremden Laptop erledigt und den Feinschliff hob ich mir für Samstag/Sonntag auf. Mit der sprichwörtlichen Kehrschaufel am Arsch kroch ich auf die niegelnagelneue Couch und sah mit den beiden Dorfheinis noch ein bisschen fern. So ziemlich gegen Mitternacht übermannte Frau F. dann doch noch ein Hüngerchen und so gab es mitten in der Nacht noch Farfalle mit dieser amerikanischen Tomatentunke und fein gekrümeltem Käse. Nein, kein Parmesankäse, sollte das unklar sein.

Geschlafen war dann fix und nach einer angenehmen Dusche machte ich mich morgens dann über die Feinheiten der Neuinstallation. Die seltsame Kaffeemaschine der Frau F. verweigerte mir den morgens unabdingbaren Kaffee, aber da besagte Frau F. mich in der Küche rumoren hörte, war selbige schnell zur Stelle und löste mein fundamentales Problemchen und kurz danach plätscherte mein geliebter Morgenkaffee durch sämtliche Herzkammern. Am frühen Nachmittag ordnete ich für das verliebte Pärchen einen kulinarischen Abstecher ins naheliegende Umland an und verordnete angesichts der dortigen Schneepracht auch noch den Bau eines ansehnlichen Schneemannes. Die Beiden leisteten artig Folge und Frau N. aus P. verabschiedete sich für einige Stunden ins benachbarte Ausland, um dort feinste Tabakwaren zu erstehen. Auf dem Hinweg organisierte ich noch schnell die Festplatte für den Laptop von Frau Mama, der hier auf seine Reparatur wartete und gönnte mir ein kleines Akustikschmankerl von den „Korn“-Jungens, welches ich auch gleich in den Player meines Gefährts stopfte, wo den Lautstärkeknopf unaufhörlich drückte.

Fröhlich gröhlend und beschwingt setzte ich meine kleine Reise fort und kurz vor Einbruch der Dunkelheit traf ich wieder in der ländlichen Idylle des Plauener Umlandes ein. Herr H. aus M. brach am frühen Abend zu seiner anstehenden Weihnachtsfeier auf und wir Mädels konnten nun endlich mit dem Aufbau seines Geschenkes beginnen. Es versteht sich von selbst, dass Frau F. mich nicht informierte, welches Werkzeug ich eventuell noch mitbringen könnte, weil sie vergessen hatte, den Akku ihres Schraubers zu laden und nur einen ausgeleierten Bit besaß. Also packten wir erstmal die 248 Kartons mit den darin befindlichen 7329 Beutelchen voller Schrauben und Unterlegscheiben aus. Mir kamen beim Anblick dieser Einzelteile fast die Tränen, ich schwör’s Euch. Die folgenden 4-5 Stunden verbrachten wir nun mit Lesen der Montageanleitung und dem Aufbau. Irgendwie blieben natürlich jede Menge Schrauben übrig, aber das Teil stand wie eine deutsche Eiche und wir vergnügten und mit der ersten Inbetriebnahme. Genaueres darf ich an dieser Stelle leider nicht verraten, da Herr H. aus M. ja auch gerne hier stöbert.

Am Sonntag Mittag dann trat ich die Heimreise an und stürzte mich auch gleich auf dem Mama-Laptop, der inzwischen wieder schnurrt wie ein Kätzchen. Fix ist er, funktioniert einwandfrei und Mama, Schwesterlein und Gatte/Papa freuen sich sicher, wenn der gute Klapperkasten endlich wieder im Saarland eintrifft. Endlich konnte ich meinen Saarländern auch mal was gutes tun, was mir sonst nicht so einfach mal möglich ist, da uns ja einige hundert Kilometer trennen.

Zu guter Letzt war ich nun gestern an einem ganz ungewöhnlichen Ort zum Kaffee eingeladen und möchte meine Bewunderung ausdrücken. In den letzten Jahren herrschte zwischen ihr und mir eigentlich fast komplette Funkstille. Zwar verbinden uns enorm viele Kindheits- und Jugenderinnerungen, aber persönliche Entwicklungen und Meinungsverschiedenheiten führten vor einigen Jahren dazu, dass sich unsere Wege konsequent trennten. Böse Worte und ebenso böse Blicke waren die Folge und so war keiner wirklich traurig darüber, dass der Kontakt abbrach. Vor einiger Zeit entstand nun wieder vorsichtiger Umgang, nicht zuletzt durch das Internet und gemeinsam besuchte Plattformen. Einer Bemerkung meinerseits bezüglich Silvester folgte ihrerseits eine völlig unerwartete Einladung und ich wiederum schlug einen Kaffeeplausch vor, der so vollkommen unerwartet angenehm verlief. Nach Jahren des Schweigens saßen die beiden Frauen an einem Tisch, die sich in den vergangenen (fast) acht Jahren (!!!) mit dem sprichwörtlichen Arsch nicht ansahen. Ich bin ein äußerst nachtragender Mensch und bin einigermaßen beschämt, dass die Gegenseite das nicht zu sein scheint.

Gestern nun tratschten und lachten wir erstaunlich entspannt und tranken ordentlich viel Kaffee. Ich durfte einen Blick in die heiligen Hallen werfen und den heimischen Hund wurschteln. Ich danke Dir sehr für diese Einladung und spreche Dir hier an dieser Stelle offen meine Hochachtung vor Deiner Gutmütigkeit aus, denn Du bist weniger nachtragend als ich und kannst offenbar sehr viel schneller über Deinen Schatten springen. Es war schön, über Erinnerungen sprechen zu können und mir gefällt das dunkle Laminat in Deinem Wohnzimmer über alle Maßen. Gnihihi… Ich sehe, dass Du Dich in den letzten Jahren sichtbar weiterentwickelt hast und bin in hohem Maße erstaunt, dass das gestern so passiert ist. Wir unterscheiden uns nach wie vor enorm und trotzdem fand ich es wirklich toll, wie leicht Dir dieser Schritt zu fallen schien. Ich fuhr mit gemischten Gefühlen in Deine Richtung und habe rein gar nichts erwartet. Wer nichts erwartet, kann bekanntermaßen nicht enttäuscht werden. Ich als alter Skeptiker betrat nun recht zaghaft Dein Heim und wurde herzlich empfangen und meine anfängliche Scheu legte sich nach einigem Zögern. Danke nochmal, ich bin immer noch ziemlich überrascht, denn ich hatte mit allem gerechnet, nur nicht damit…


Ich wünsch’ Dir Glück!!!

8. Dezember 2008

Guten Morgen, Sonnenschein…!!!

Heute ist ein wichtiger Tag für Dich und ich weiß, Du hast große Angst, zu versagen. Ich weiß aber auch, dass Du in den letzten Tagen viel Zeit zum Lernen geopfert hast. Die Angst vor dem heutigen Tag kann ich Dir leider nicht nehmen, aber ich kann versuchen, Dir Mut zu machen. Ich glaube fest daran, dass Du das schaffen wirst, denn Du bist ein zielstrebiger und energiegeladener Mensch, der alles schaffen kann, wenn er nur will. Und ich weiß, Du willst. Schau’ Dich um, was Du bisher geschafft hast. Du stehst mit beiden Beinen im Leben, hast Dir ein wunderschönes Heim geschaffen, bist fleißig und Du bist eine wahrer Freundin. Du hast mir in den letzten Wochen und Monaten so oft beigestanden, hast mir so oft geholfen, warst mir eine echte Freundin und so manches Mal durfte auch ich Dir meine Schulter zum Weinen anbieten. Wir hatten es beide nicht leicht im Leben und die jüngste Vergangenheit stellte uns beide gleichermaßen auf die Probe. Gemeinsam haben wir diesen Prüfungen die Stirn geboten und das tun wir auch weiterhin – gemeinsam…

Ich wünsche Dir für Deine Prüfung heute alles Glück der Welt und drücke Dir alle Daumen, die ich finden kann. Die Lösungen kann ich Dir zwar nicht zuflüstern, aber glaub’ mir, ich würde es tun, wenn ich könnte. Behalt’ ‘nen kühlen Kopf und löse Deine Aufgaben souverän. Verlier’ nicht gleich den Mut, wenn Du eine Frage nicht gleich beantworten kannst. Überspring’ sie und widme Dich zuerst den Aufgaben, deren Antwort Du zu wissen glaubst. Schreib’ was das Zeug hält, egal ob Du Dir sicher bist. Schreib’, als wäre der Teufel hinter Dir her, irgendwas wird schon richtig sein, meine Sonne.

Du schaffst das!!! Ich denk’ an Dich!!!

vielglück

signatur-kraftig2


Wegen Krankheitsfall geschlossen…

28. November 2008

operation 1 476 476

Meine Frau Mama hatte während des vergangenen Jahres mehrere schwere Operationen. Vor einem Jahr stand es so schlecht um sie, dass wir alle nicht wussten, ob sie überleben würde. Seit gestern liegt sie erneut im Krankenhaus, deshalb schreibe ich erst wieder, wenn sie zuhause ist.

signatur-kraftig16


Aufbauhilfe…

26. Oktober 2008

Ich habe Kopfweh und bin etwas müde, was wohl in erster Linie an den Kopfschmerzen liegt. Zum Frühstück gab’s also einen frischen Kaffee mit viel Milch und zwei ebenso frische Aspirin. Langsam wird der große Hammer im Kopf etwas kleiner und ich blogge heute mit ein klein wenig Verspätung. Zwar bin ich an diesen Beschwerden selbst schuld, aber ein bisschen wird frau ja wohl jammern dürfen. Der Wohnzimmertisch ist von den Spuren der gestrigen Nasch- und Nikotinorgie befreit und ich schwöre Euch, dass ich mich sofort wieder in die Waagerechte begebe, wenn ich hier fertig bin.

Gestern habe ich mich als aktiver Aufbauhelfer versucht, denn Frau F. aus S. zwischen P. und S. leidet im Moment die gleichen Höllenqualen, die ich erst kürzlich erleiden musste. Wie ich damals auch kann sie im Augenblich nicht gut alleine sein. Muss sie auch nicht, denn wozu hat man denn Freunde. Zwar sitzt man ob der besten Vorsätze jedes einzelne Mal total machtlos daneben, aber allein zu sein, wäre wohl noch schlimmer für sie. Mit Unterstützung von Gummibärchen, Lebkuchen, Minischokolade und viel zu vielen Zigaretten versuchte ich, den Schmerz etwas zu lindern, was natürlich nicht immer gelingen will, da dieser altbekannte Schmerz so übermachtig ist, dass man/frau so manches Mal glaubt, daran zugrunde zu gehen.

Am Nachmittag also meldete sich besagte Frau F. nun an, nachdem sie mir eine neue Bekanntschaft vorgestellt hat. Nach einem schnellen Kaffee und einem kurzen Weiberklatsch beschlossen wir, den Abend bei jenem Film zu verbringen, den ich bereits am Vortag auf die Programmliste gesetzt habe. Den ganzen Tag war ich schon in freudiger Erwartung, endlich diesen Film ansehen zu können. Am frühen Abend dann war es soweit. Nachdem wir fix Sohnemanns Fernseher auf das neue Regal bugsiert hatten, legte ich die DVD ein und war gespannt. Frau F. war emotional stark angeschlagen und saß wie ein Häufchen Elend auf meinem Sofa. Der Film lief an und nach einem recht langweiligen Start floss dann auch endlich Theaterblut und dann passierte etwas, was auch nur mir passieren kann – der Film brach ab und war nur zur Hälfte gebrannt. Ich saß fassungslos da und glaubte das alles nicht. Den gesamten Tag hatte ich mich gefreut und nun das. Ich gebe jetzt auch nicht all die Schimpfworte wieder, die mir in diesem Moment rausrutschten.

Nach einigen herzhaften Flüchen beschloss ich, zu später Stunde nochmal in den nahegelegenen Supermarkt zu fahren und dort „Saw IV“ zu organisieren, den ich dort vor einer Woche bereits horrorverliebt durch meine Hände gleiten ließ, aber zu geizig war, mir diesen Film zu gönnen. Ich nahm noch fix die Bestellung von Frau F. auf und raste los. Ich wusste noch genau, wo der Film im Supermarkt zu finden war und rannte regelrecht zum Regal. Dort angekommen suchte ich schon fast panisch nach der DVD und stellte schockiert fest, dass mir andere Menschen zuvorgekommen waren. Lediglich Teil I und II waren noch zu finden. Und nu…??? Ah ja, da wäre ja noch dieser halbe Film, den ich eigentlich gerne vollständig sehen würde. Also wühlte ich weiter und wurde auch fündig. Im Vorbeigehen schnappte ich noch eine Dosis Schokolade für Frau F., eine Portion Waschmittel, ein paar Lebkuchen, Trockenfutter für die Mietzekatz’, etwas schnelles für den Backofen und den leeren Magen von Frau F. und ihre orangefarbenen Zigaretten – an dieser Stelle grüße ich Herrn H., der die Farbe Orange nicht klar definieren kann… ;-)

Mit überhöhter Geschwindigkeit fuhr ich zurück nach Hause und hastete die Stufen nach oben. Etwas außer Atem verfluchte ich noch einmal meine Unentschlossenheit von letzter Woche und hielt mit schwachem Triumph meinen Ersatzfilm in die Höhe. Schnell die beiden Pizzen in den Ofen geschoben und alle Einkäufe ausgeräumt, warteten wir mittlerweile doch recht hungrig auf das Klingeln der Eieruhr. Besagte Eieruhr hatte sich aber offenbar längst ins Wochenende verabschiedet und klingelte einfach mal nicht. „Ich glaub’, die Pizza verbrennt grad…“ bemerkte Frau F. irgendwann und ich rannte in die Küche. Glück gehabt, die Pizza sah noch essbar aus und ich nahm sie vorsorglich aus dem Ofen. Geschnippelt und auf einem Brettchen reichte ich Frau F. ihr Abendmahl und kaum hatte ich ihr den Rücken gekehrt, passierte das Unglaubliche – meine Frau Mama hatte meine Nummer gewählt und mein schlechtes Tochtergewissen regte sich, denn ich rufe sie viel zu selten an. Also zog ich mehr oder minder freiwillig das schwere Los, die nächsten 56 Mintuen (!!!) mit ihr zu telefonieren. Der aktuell laufende Film – Full Metal Jacket – lief nebenher und da ich den Film schon unzählige Male gesehen hatte, war es nicht weiter tragisch, dass auch bei diesem Film die zweite Hälfte auf Mutterns Konto ging. Ich hatte ein Déjà-vu und aus Verzweiflung fing auch Frau F. irgendwann an zu telefonieren.

Als wir die Handys von den Ohren kriegten, legte ich endlich wieder „Hostel“ ein – die vollständige Kaufversion. Viel Blut, viel Geräusche, viel Geschrei und brechreizverdächtige Sequenzen erfreuten mein Herzelein. Insgesamt eine zwar platte Handlung und nicht besonders anspruchsvoll, aber durchaus empfehlenswert, wenn man ohnehin einen Besuch zur Toilettenkeramik plant. Ob man nun drauf sitzt oder davor kniet, spielt dann keine Rolle mehr. Der Film endete relativ unspektakulär und wir setzten unsere trennungsspezifische Konversation unter kontinuierlichem Nikotingenuss fort. Geholfen hat es gegen den Schmerz sicherlich nicht wirklich, aber alleine sein, wäre noch unerträglicher für F.-chen gewesen. Nach Mitternacht dann verabschiedete sie sich bedrückt, aber satt… Ich hingegen legte mich auf mein Sofa und wollte noch ein bisschen seichte Fersehunterhaltung genießen. Wie gesagt, wollte…

Beim Wollen ist es geblieben und heute Morgen wachte ich mit sauer verdienten Kopfschmerzen auf, denn zuviel Nikotin gepaart mit Liebeskummer – wenn auch nicht der eigene – hinterlässt innen und außen Spuren. Aber wir sind ja nicht aus Zucker und halten uns für weitere unzählige Nächte dieser Art bereit, mein liebes F.-chen. Versprochen…!!!


Meistens kommt es anders…

20. Oktober 2008

Der Sonntag begann ruhig und in aller Gemütlichkeit. Ich genoss meinen Kaffee, hatte bewusst keine Pläne für diesen Tag gemacht und gedachte, das Wochenende schön gemächlich ausklingen zu lassen. Aber wie das mit Plänen so ist, kam wieder alles anders als geplant. Am frühen Nachmittag hatte ich kurz Besuch und freute mich auch sehr über diese spontane Begegnung. Ein Stündchen Plauderei und eine Tasse Kaffee brachten dann doch etwas Abwechslung in den Sonntag. Danach wollte ich nur kurz meinen Emaileingang überprüfen und sah, dass C. online war. Ich tippte eine kurze Begrüßung und prompt klingelte mein Telefon. Natürlich nahm ich das Gespräch an und nach wenigen Minuten wurde beschlossen, dass man den Rest des Nachmittages gemeinsam verbringen sollte. Also machte ich nicht viel Aufhebens und tauschte meine Schlafanzughose gegen eine bequeme Knautschehose, stieg in mein Auto und gondelte Richtung Schleiz.

Dort angekommen durfte ich frisch gezapfte Kuhmilch kosten und nach dem ersten Kaffee folgte ein überaus schmackhafter Cappuccino. Etwas später gesellte sich ein sehr guter Kumpel von C. zu uns und es war entspannt. Ich weiß nicht, ob es klug ist, nun das aufzuschreiben, was dann folgte, aber zumindest bleibt uns dieser Abend wohl noch eine kleine Weile in Erinnerung. Da C. in diesen Tagen und Wochen in etwa das Gleiche durchlebt wie ich während der letzten Monate, gährte in ihr im Laufe des Abends der Wunsch, die Klamotten und Habseligkeiten ihres Ex’ aus ihrer Wohnung zu verfrachten. Was dazu führte, bleibt hier aus privaten Gründen unter Verschluss, aber als Freunde packten wir mit an und versuchten, ihr zu helfen. Natürlich kam der Delinquent zu früh nach Hause und so kam es, dass wir just in dieser Sekunde alles fallenließen, was wir gerade in den Händen hatten und flohen zurück ins Wohnzimmer.

Zugegebenermaßen plagte mich mein Gewissen etwas, denn der junge Mann hatte mir erst kürzlich beim Umzug geholfen und hatte sich als wirklich große Hilfe erwiesen. Aber wie das im Leben manchmal so ist, musste ich klar Stellung beziehen und beteiligte mich schweren Herzens an der „Aufräumaktion“. Da die Gründe hierfür äußerst schmerzhaft für C. waren, brauchte sie jetzt Unterstützung. Diskret blieben Kumpel H. und meine Wenigkeit im Wohnzimmer sitzen und hielten uns verbal komplett raus. Es folgte ein kurzes Wortgefecht im Treppenaufgang und dann war Stille. Mit trauriger Miene kam C. zurück und setzte sich irgendwie erschöpft zu uns. Müde und enttäuscht lehnte sie sich an mich und meine Kehle schnürte sich langsam zu, da ich selbst erst kürzlich eine Trennung hinter mich gebracht habe. Gottlob habe ich die schlimmsten Tage bereits hinter mir und war dennoch irgendwie starr, da dieser Schmerz so überwältigend ist, dass nichts und niemand einen trösten kann.

Ein paar Tränen flossen und bald folgten Rachegedanken. Wir lachten wieder und schmiedeten – vermeintlich hypothetische – Pläne. Tja und einige davon wurden dann an diesem Abend noch in die Tat umgesetzt, denn jedes Kind weiß, dass es nun wirklich keinen schlimmeren Feind geben kann, als eine gekränkte und verletzte Frau. Nun fragt sich der eine oder andere Leser sicher, was sie/wir getan hat/haben, aber das bleibt unser Geheimnis. Es sei nur soviel gesagt, dass niemandem körperlich oder materiell geschadet wird. Ob es richtig oder falsch ist, bleibt offen. Es ist jedoch unbestritten, dass er ihr Vertrauen und ihre Liebe gewissenlos ausgenutzt hat, wenn sich die Verdachtsmomente bewahrheiten sollten. Zwar ist mir derartiges nicht geschehen, aber ich kann die Wut und Enttäuschung durchaus nachvollziehen. Absolut…

Kleines, ich wünsche Dir für die kommende Zeit ganz viel Kraft und Durchhaltevermögen. Es wird nicht leicht und so manches Mal wirst Du denken, dass Du daran zerbrichst, aber Du bist nicht allein und weißt, wo Du uns findest, wenn Du Halt und eine Schulter zum Weinen brauchst. Halt durch und sieh nach vorne, auch wenn die Sommersprossen des Lebens im Moment eher aussehen wie Durchfallspritzer… Wir sind für Dich da und machen jeden Quatsch mit, der Dir dabei hilft, dass es Dir bald besser geht…

510 freundschaft


Mittwoch = Bergfest

8. Oktober 2008

motivation

Der Mittwoch ist einer jener Tage, die einen schon deprimiert aufstehen, duschen und hoffnungslos durch den Tag schlurfen lässt, denn das vergangene Wochenende ist schon wieder ewig lang vorbei und das kommende Wochenende liegt in noch so unerreichbarer Ferne – genau in der Mitte eben. Wahrscheinlich plagt mich die mangelnde Motivation auch nur, weil meine Urlaubstage in diesem Jahr rein gar nichts mit Erholung zu tun hatten. Ständig lag irgendwas Wichtiges an, musste dringendst erledigt werden oder aber es gab sonstwas für Gründe, um bloß nicht auszuspannen oder gar die Seele baumeln lassen zu können. So ein bisschen saft- und kraftlos hänge ich nun schon in den Seilen, was aber größtenteils auf die körperlichen Strapazen zurückzuführen ist. So ein Umzug ins Dachgeschoss (ohne Lift) schlaucht ziemlich und schon der wöchentliche Einkauf wird zum wahren Kraftakt. Aber Jammern gilt nicht, denn ich wollte es ja so. Ein großer Dank geht an dieser Stelle auch all den fleißigen Leuten, die mich zum Teil auch noch Tage nach dem Umzug unterstützten und mir beim Wiederaufbau meiner Möbel halfen. Dies geschah in deren Freizeit, oftmals erst am Abend und das schlechte Gewissen machte sich so manches Mal in der Nacht auf meinem Kissen breit. Und wenn ich dann Tag für Tag demütig und voller Dankbarkeit mit Worten, einer Mahlzeit und erfrischenden Getränken oder Kaffee ihre Anstrengungen honorierte, kam immer jenes Lächeln über deren Gesichter und dieses „Ach komm schon, das mach’ ich doch gerne…“, dass mir schon fast übel wurde, denn ich weiß nicht mal ansatzweise, wie ich das bei all den Leuten wieder gut machen kann. Ich weiß nur, dass mir zahlreiche Einsätze bei diversen Umzügen ins Haus stehen. Das ist das Mindeste, was ich in den kommenden Jahren an Wiedergutmachung leisten kann. Und das werde ich, das bin ich jedem Einzelnen schuldig. Dieser Umzug war der physisch anstrengendste, den ich je bewältigen musste. Und alle Mann mit mir…

ewm

Einige von meinen Helfern hätten es wirklich verdient, dass ich sie hier namentlich erwähne, denn so manche/r Freund/in stand mir vor, während und auch nach dem Umzug immer und immer wieder zur Seite. Manche von den Heinzelmännchen halfen völlig unerwartet und ich war erstaunt, wie gerne sie mit anpackten. Mitten im größten Stress saßen wir alle hier oben für die eine oder andere Zigarettenlänge zusammen, ich schaute schweigend in die schnatternde Runde und sah in die Gesichter meiner Helfer. Jeder lachte, keiner war genervt, alle strahlten eine wunderbare Energie trotz der enormen Anstrengung aus. Es war so unbeschreiblich schön zu sehen, dass diese Menschen ob der Belastung ihren Humor nicht draußen ließen und es ihnen weniger ausmachte, als ich befürchtet hatte. Es wurde laut gelacht, alte Missetaten wurden zum Besten gegeben und man hätte glauben können, hier würde nicht umgezogen sondern gefeiert. Ein schöner, wenn auch anstrengender Umzug… Nun, da sich der erste Sturm gelegt hat, kommen wir hier etwas zur Ruhe. Hier und da sind noch ein paar Schönheitsarbeiten nötig, aber die verschieben wir getrost auf die lange Bank, denn sie sind keineswegs so dringend, dass sie nicht noch ein paar Tage oder Wochen warten könnten. Sohnemann fühlt sich in seinem neuen Zimmer offenbar schon sehr wohl und auch ich genieße die Ruhe und die gemütliche Atmosphäre hier, die sich vor allem abends breit macht. Der kleine Mann kommt inzwischen auch bestens mit seiner Zahnspange zurecht. Der Schulweg ist erfreulich kurz und wenn wir uns noch an die ungewohnten Geräusche von draußen gewöhnt haben, ist alles in bester Ordnung. Der tägliche Aufstieg ins Dachgeschoss kostet uns nun auch nicht mehr so viel Puste, wenn man vom Wocheneinkauf absieht. Die Schlepperei von Getränken und den täglichen Notwendigkeiten kosten mich auch jetzt noch jede Menge Kraft, aber das hält fit und macht munter. Übergewicht hat hier oben keine Chance…

So langsam neigt sich nun auch mein Dienstag dem Ende entgegen und der Mittwochsartikel steht vor seiner Vollendung. Zwar bezieht er sich nicht wirklich auf die Wochenmitte, aber nach so langer Blog-Abstinenz gab und gibt es halt doch einige Gedanken, die es wert sind/waren, hier festgehalten zu werden. Den vorgezogenen Post gibt es diesmal schon am Dienstagabend, denn morgen früh werde ich das erste Mal wieder beim morgendlichen Kaffee schön gemütlich online die Zeitung lesen und durch die Weiten des Internets schlendern. Ich habe jede Menge nachzuholen und freue mich, endlich wieder hier zu sein. Ich habe es vermisst, einfach auf die Fülle an Informationen zugreifen zu können, nach der sich mein Kopf so oft sehnt. Nirgendwo sonst finde ich Antworten auf all die Fragen, die einem unsteten Geist Nahrung geben.


Verabschiedung… (nicht für lange)

18. September 2008

Liebe Mädels und diesmal auch die Jungs,

da ich nicht genau weiß, ob ich morgen früh noch die Zeit finde, hier meinen morgendlichen Artikel zu verfassen, tue ich das vorsorglich jetzt. Es ist Donnerstag, der 18. September 2008 genau 20.50 Uhr. Sohnemann ist der Einzige, der noch halbwegs Normalität in seinem Zimmer genießen darf und der junge Mann macht sich gerade bettfertig. Abendessen ist erledigt, Hausaufgaben auch und morgen darf Söhnchen dann die Ruhe bei Papa/Oma genießen. Er war bei den bisher erledigten Umzugsarbeiten wirklich sehr fleißig und hat mir geholfen wie ein richtiger Mann. Artig erfüllte er alle Aufgaben, die ich ihm überlassen habe und meckerte kein einziges Mal. Seine Zahnspange hat er heute gleich komplett bekommen, womit wir nicht gerechnet hatten. Die Kieferorthopädin bat das Labor der Zahntechnik darum, das Oberteil doch bitte gleich mit fertigzustellen, da wir uns so einen weiteren Termin sparen können. Die erfüllten diesen Wunsch prompt und wir müssen nun erst wieder in sechs Wochen antreten zur Kontrolle. Die neue Spange drückt und quält den kleinen Mann ziemlich, aber er erträgt es mit Fassung. Er weiß, dass das anfangs nunmal so ist und hofft auf Besserung.

Nach getaner Arbeit im Studio haben wir zusammen heute so einiges geschafft:

  • Küchenschränke restlos geleert
  • Vorratsschrank fast vollständig transportfähig gemacht
  • Jalousien abmontiert (außer Kinderzimmer)
  • Schlafzimmer bis auf die Klamotten und meine blöde Reisematratze komplett leergeräumt
  • Tisch und Stühle aus der Küche geräumt
  • Geschirrspüler ein letztes Mal befüllt und in Betrieb genommen
  • Töpfe, Pfannen, Teller, Tassen, Besteck und den ganzen Kram verpackt und reisefertig gemacht

Für den morgigen Freitag ist bereits alles durchgeplant, was noch von Dringlichkeit ist und ich denke, dass ich morgen Abend maximal 2½ Minuten zum Einschlafen brauche. Meine Nacht ist gegen 5.00 Uhr vorbei und dann muss ich bis abends durchziehen. Wenn meine Organisation hinhaut, werden wir morgen folgendes erledigen:

  • in der neuen Wohnung Kleiderschrank aufbauen
  • Kabeltechnik-Kumpel überprüft, welches Material ich für zwei weitere TV-Anschlüsse benötige
  • Großteil der Verpflegung für Umzugshelfer/innen einkaufen
  • Sohnemann mit neuem Wohnungsschlüssel in den Wochenendurlaub verabschieden
  • Kinderzimmer komplett umzugsfertig machen
  • in allen Räumen Nägel, Haken und Schrauben entfernen
  • Badartikel weitestgehend einpacken
  • Küche vollständig abmontieren

Wenn ich das morgen alles schaffe, falle ich abends vollkommen platt ins Bett, aber sehe dem Samstag sehr viel gelassener entgegen. Alle angesagten Helfer haben heute ihre Teilnahme bestätigt und so treten am Samstagmorgen punkt 9.00 Uhr hier satte neun Leute an, vielleicht sogar zehn, denn einer wollte eventuell noch Verstärkung mitbringen. Sohnemanns Papa hilft auch fleißig mit, was ich bemerkenswert nett finde, denn er hat mich in solchen Situationen trotz allem nie im Stich gelassen. Absolut feiner Zug von ihm, egal was mal zwischen uns war. Er hilft mir und damit auch seinem Sohn. Solche Ex-Männer hat man nicht oft, denke ich. Wir sind dann alles in allem drei Mädels und der Rest sind alles feine Kerls, die ohne groß zu grübeln ihre Hilfe zugesagt haben. Gerne würde ich diese tollen Leute hier namentlich erwähnen, weiß aber nicht so recht, ob sie ihre Namen hier gerne veröffentlicht wissen. Es sei nur soviel gesagt, dass ich die meisten von ihnen zwar schon viele Jahre kenne, manche davon aber wiederum erst relativ kurz. Nichts desto trotz haben alle schon mehr als einmal tatkräftig geholfen und ich freue mich, solche Menschen zu meinem Umfeld zählen zu dürfen. Auf sie ist Verlass und jeder Einzelne von ihnen hat was gut bei mir. Das kann mich im Extremfall zwar die Teilnahme an mindestens neun Umzügen kosten, aber das bin ich jedem von ihnen schuldig, denn am Samstag geht’s ins Dachgeschoss und das schmerzt in allen Muskelfasern.

Ganz am Schluss möchte ich meiner Kollegin und mittlerweile guten Freundin S. und ihrem „Schatzi“ (wie sie ihn nennt), meinem Chef aufrichtig für die Unterstützung und Geduld der letzten Wochen und Monate danken. So manches Mal kroch ich auf dem Zahnfleisch zur Arbeit, konnte kaum noch geradeaus denken, vergaß sicher vieles, war oft handlungsunfähig, aber niemand war mir ernsthaft böse und man hatte Nachsehen mit mir. Ich war dünnhäutig, nervlich angeschlagen und lief wochenlang mit Scheuklappen durch die Welt, nur um nicht noch mehr in die Knie zu gehen. Alles tat weh und ich schlug um mich, wie ein verwundetes Tier. Wie oft habe ich damit genau die Beiden getroffen, die jeden Tag mit mir arbeiten mussten. Ich funktionierte auf Sparflamme, aber Kopf und Herz lagen regelrecht geprügelt vor mir auf dem Boden. Mit genügend Abstand konnte ich mich einigermaßen erholen und befinde mich mittlerweile auf einem heilsamen Weg der Besserung. Ich habe noch keine Zeit, um Kräfte zu tanken, aber die Wunden sind ganz frisch vernarbt und hören langsam auf zu schmerzen. Ich blute nicht mehr, nur noch in größeren Abständen und dann meist auch ohne Tränen. Es wird besser und das emotionale Chaos liegt hinter mir. Nur der Abstand machte das möglich. Ihr Beide habt mich dabei begleitet, mal schweigend, mal zuhörend und oft auch im Gespräch, obwohl ich zeitweise ein schrecklich sturer Gesprächspartner war, der nur noch weglaufen wollte.

Mein Dank ist nicht in Worte zu fassen und ich hoffe, dass ich eines Tages eine Möglichkeit oder einen Weg finde, um Euch meine Dankbarkeit zu zeigen, zurückgeben zu können oder anderweitig Ausdruck zu verleihen, denn Ihr habt Durchhaltevermögen und Geduld mit mir bewiesen. Und für was ich Euch alles zu danken habe, wisst nur Ihr allein. Wenn ich Euch in meinem Schmerz oft so verletzt habe, tut es mir aufrichtig leid und ich weiß nicht, ob alle Worte dieser Welt reichen, um das aufzuwiegen, was Ihr mir entgegen gebracht habt. Aber ich möchte es dennoch versuchen, irgendwann, irgendwie…

Danke auch an meine beste Freundin J., die mich so oft ertragen hat, wenn ich geflohen bin. Sie allein kann ermessen, welch schwieriger Mensch ich in solchen Lebenslagen bin und trotzdem ist auch sie geduldig und nie nachtragend. Und ich danke all denen, die mir Zuversicht und Zuspruch gaben, als ich vor dem Nichts stand. Danke Euch allen, ich bin froh, dass ich jeden Einzelnen von Euch kenne und nur zu gerne würde ich die Namen all derer nennen, die mir ihre Freundschaft und ihre Gedanken gewidmet haben.

Schwermütige Zeilen zum Abschied waren eigentlich nicht meine Absicht, als ich vor knapp zwei Stunden mit dem Schreiben begonnen habe. Mein Sohn liegt längst im Bett. Minutenlang saß ich an seinem Bett und wir plauderten ein letztes Mal vorm Einschlafen, denn heute ist seine letzte Nacht hier in diesem Mauern. Meine eigene letzte Nacht verbringe ich allein und ich bin unendlich froh, dass das Warten vorbei ist. So froh… Unser neues Leben beginnt am Samstag und wir haben sehr viel gelernt. Über Menschen und ihre Versprechungen, über Menschen mit zwei Gesichtern, über Freundschaft, über Lügner, über selbstlose Hilfsbereitschaft, über uns selbst und unser Innerstes… Wir sind vorsichtiger, dankbarer und etwas demütiger, denn wir haben im größten Schmerz genau die getroffen, die uns helfen wollten und es trotz allem noch immer tun.

Danke J.H., M.S., S.W., A.K., I.D., C.F., A.?., L.C., D.P., K., C.K., R.L., S.G.B., meiner Familie P.+J.P.S.+C.S. und allen, die ich zu so später Stunde vergessen habe.

Wir sehen uns „drüben“ in der neuen Wohnung. Und vielleicht finde ich morgen früh ein paar Minuten Zeit, Euch einen guten Morgen zu wünschen… *wink*


Umzug, der Komödie 1. Teil²

7. September 2008

Gestern verluden wir nun die zerlegten Schlafzimmermöbel in den Transporter, packten noch sämtlich fertigen Kisten dazu, oben drauf die ganzen Säcke und los ging’s Richtung neue Wohnung. Dort angekommen sprangen wir voller Tatendrang aus den Autos, packten jeder das erstbeste Stück und hasteten die Stufen nach oben unters Dach. Keuchend sahen wir uns an und lachten, weil keiner mehr imstande war, ein Wort zu sagen, ohne zwischendurch 3x Luft zu holen. Zu dritt flitzten wir nun unzählige Male die Treppen hoch und runter. Der Schweiß lief in Strömen und das fleißige Bienchen C. gab nach der Hälfte des Marathons auf. Entkräftet lag sie auf dem Teppich meines neuen Wohnzimmers und bewegte sich nicht mehr. Also rafften Bienchen A. und ich noch so einige Male allein die Kräfte zusammen und leerten den Transporter vollständig aus. Komplett am Ende saßen wir nun oben unterm Dach und waren zu keiner Bewegung mehr fähig. Der Hunger plagte uns nicht weniger als der Durst, also schleppten wir uns mit letzter Kraft hinunter und organisierten ein deftiges Mahl, damit wir uns stärken konnten. Völlig erschossen saßen wir dann in meiner alten Bleibe und so langsam fing jeder Muskel und jeder einzelne Knochen an zu schmerzen. Aber wir waren stolz wie Oskar über die erbrachte Leistung. Nur den Aufbau der geschleppten Möbelteile haben wir von der Liste gestrichen, denn das hätte ein Chaos ergeben. Macht nix, wir haben auch so enorm viel und mehr als erwartet geschafft. In zwei Wochen dann fahren wir den ganzen Rest und dann ist der schlimmste Spuk vorbei.


Umzug, der Komödie 1. Teil

5. September 2008

So, Kleiderschrank, Sohnemanns Bett und mein Bett sind fachgerecht zerlegt und stehen zur Abholung bereit. Nach einer Ganztagsschicht und diversen Behördenärgernissen vor dieser Schicht haben das fleißige Bienchen C. und meine Wenigkeit meine Schlafzimmermöbel und Sohnemanns Schlafmobiliar noch auseinander gebaut und bringen diese Sachen dann planmäßig morgen in unsere neue Wohnung, um sie dort im besten Falle auch gleich morgen wieder aufzubauen. Sohni verbringt sein Wochenende bei Papa bzw. Oma und kriegt von dem häuslichen Chaos hier nur das Nötigste mit.

Lieben Dank auch an meine Familie im Saarland, die mir heute nicht zum ersten Mal bewiesen hat, dass sie immer für mich da sind.

Liebe Mama, lieber Harry und liebes Schwesterlein… Ich bin dankbar und froh, Euch an meiner Seite zu wissen und schicke Euch tausend Küsse. Ich darf mich glücklich schätzen, auch auf meine Familie zählen zu können, wenn sie hunderte von Kilometern weit weg sind.

Danke für alles!!!