Fast geschafft…

17. Oktober 2008

stone B

Manchmal wachst Du nachts auf und denkst, das wird ein Tag wie jeder andere. Nach einem Blick durch die Dachfenster auf den Dreiviertelmond und einem anschließenden Blick auf den Radiowecker findest Du wieder in den Schlaf und schlummerst weiter bis wenige Minuten vor jener Zeit, die Du diesem Radiowecker in Auftrag gegeben hast, Dich zu wecken. Und Du denkst, „Erstaunlich, ich fühle mich wohl. Es ist schön hier. Mein Bett ist so weich und alles ist gut so wie es jetzt ist.“. Und Du hast diesen Gedanken noch nicht zuende gedacht und grübelst ein bisschen weiter. „Warum geht es mir heute Morgen so gut?“ Sonst fragt man sich immer, wieso es einem schlecht geht, womit man all das verdient hat. Nein, nicht heute… Heute habe ich mich gefragt, warum es mir trotz all dem Stress, der hinter mir liegt, so auffallend gut geht. Schreitet die Heilungsphase erfolgreich voran oder ist es eine jener euphorischen Phasen, die den Schmerz nur ab und an unterbrechen? Ich bin so naiv, zu sagen, dass genau das nicht der Fall ist. Ich bin entspannt, sehr entspannt…

Ich stehe auf, schließe die Fenster, mache mein Bett wieder schick und verlasse das Schlafzimmer. Vor der Tür sitzt wie immer meine schwarze Püppi und wartet schon auf mein Erscheinen. Leise maunzend umschmeichelt sie meine Beine und ich sehe, dass Sohnemann ihr nachts wieder Zutritt zu seinem Zimmer gewährt hat, denn sie verschafft sich mitten in der Nacht recht oft Gehört bei ihm und bittet um Einlass. Er mag das und somit darf sie auch bei ihm schlafen. Sie verhält sich still und sucht ein bisschen Nähe. Leise schließe ich die Kinderzimmertür und beginne mit meinen täglichen Gepflogenheiten. Ich befülle die Kaffeemaschine und während mein Kaffee durch die Maschine gluckert, bekommt die Püppi frisches Futter. Gierig drängelt sie sich an ihre Futterstelle und ich öffne derweil alle Fenster, um die frische Luft des Morgens in die Räume zu lassen. Es riecht nach Herbst und noch ist es dunkel da draußen.

Ich fange wieder an zu denken. „Ich habe mich noch nirgendwo so wohl gefühlt wie hier in dieser bezaubernden Wohnung. So schnell so wohl gefühlt…“ Meine Küche ist so herrlich gemütlich, dass es mir jeden Morgen aufs Neue Freude bereitet, hier Alltägliches zu verrichten. Und ich frage mich, warum ist das so? Liegt es daran, dass ich mich bewusst mit all den Dingen auseinandergesetzt habe, die mich hierher gebracht haben? Liegt es daran, dass ich mir diesmal auffallend viel Zeit dafür nehme, alles aufzuarbeiten? Liegt es daran, dass ich mich zu diesem Zwecke auch sehr oft zurückziehe? Oder liegt es einfach daran, dass all die Wunden langsam aber um so sicherer heilen und nur noch erträglich schmerzen? Woher kommt diese Erträglichkeit? Habe ich sie mir erarbeitet oder täuscht mein Bauch mir das alles nur vor, damit ich nicht mehr traurig bin? Traurig bin ich nur noch selten, was mich ebenfalls nachdenklich stimmt.

Leise dudelt Musik aus der Anlage und ich sitze hier mit meinem Schlafanzug und einer Weihnachtstasse voller Milchkaffee, auf der zwei Rentiere den Weihnachtsmann durch den lila Milkahimmel ziehen. Bewusst habe ich heute Morgen diese Tasse gewählt und habe dabei gedacht „Weihnachten steht sowieso schon fast vor der Tür. Du hast Lebkuchen im Schrank, hast schon welche gegessen, also ist heute schon mal ein kleines bisschen Weihnachten.“ Es macht mir keine Angst, das Fest alleine mit Sohnemann anzugehen. Nein, ich trage mich mit dem Gedanken, über die Feiertage nach SB zu meiner Familie zu fahren und meine Frau Mama war gleich ganz angetan von dieser Überlegung. Ob ich an diesen Tagen frei habe, steht außer Frage, denn in 14 Tagen beginne ich meine unbefristete berufliche Auszeit, die ich auch dringend nötig habe. Ich weiß es noch nicht, aber sicher wäre es schön, mit meiner Familie zu wichteln…

Draußen verabschiedet sich gerade die Nacht und es wird hell. Die schwarze Püppi räkelt sich auf Sohnemanns Schoß, der auch gerade aufgewacht ist. Nein, er hat heute keinen Unterricht. Herbstlauf durch den angrenzenden Wald steht auf dem Lehrplan und er muss erst später los. Das kleine schwarze Katzentier durfte heute Nacht in seinem Bett schlafen, wie er gerade berichtete. Ich selbst mag das überhaupt nicht, aber er schon. Warum also sollte ich ihm das verbieten? Sie mag es, er mag es und wenn die Beiden das glücklich stimmt, dann ist es gut und richtig. Der letzte Tag der Woche hat unweigerlich begonnen und er hat nicht schlecht begonnen. Ob er auch so endet, wird sich zeigen. Man/frau will es hoffen…

Nachtrag 8.29 Uhr:

Ich habe gerade sämtliche vorrätigen Lebkuchen aufgefuttert (ein Oblatenlebkuchen und eine komplette 150g-Tüte kleine gefüllte Lebkuchenherzchen) und ärgere mich jetzt grün und blau darüber. Aaaarg…, Scheißdreckmistkacke… Aber wenigstens habe ich heute nicht versucht, aus dem Aschenbecher zu trinken. Alles ging glatt die Speiseröhre runter… Aber vielleicht wäre das heute angebracht gewesen, denn dann hätte der einsetzende Brechreiz vielleicht zusätzliche Pfunde auf den Hüften verhindert. Immer noch Scheißdreckmistkacke… Ich wette, die Hersteller mischen unter diesen verflixten Teig so ‘ne Art „Du-kannst-nicht-aufhören-bevor-die-Tüte-alle-ist“-Gewürz. Ich hasse mich dafür und Euch auch, weil Ihr jetzt kichert und ich hasse Lebkuchen und die Hersteller und ich hasse meinen Scheiß Vorratsschrank…


Mittwoch = Bergfest

8. Oktober 2008

motivation

Der Mittwoch ist einer jener Tage, die einen schon deprimiert aufstehen, duschen und hoffnungslos durch den Tag schlurfen lässt, denn das vergangene Wochenende ist schon wieder ewig lang vorbei und das kommende Wochenende liegt in noch so unerreichbarer Ferne – genau in der Mitte eben. Wahrscheinlich plagt mich die mangelnde Motivation auch nur, weil meine Urlaubstage in diesem Jahr rein gar nichts mit Erholung zu tun hatten. Ständig lag irgendwas Wichtiges an, musste dringendst erledigt werden oder aber es gab sonstwas für Gründe, um bloß nicht auszuspannen oder gar die Seele baumeln lassen zu können. So ein bisschen saft- und kraftlos hänge ich nun schon in den Seilen, was aber größtenteils auf die körperlichen Strapazen zurückzuführen ist. So ein Umzug ins Dachgeschoss (ohne Lift) schlaucht ziemlich und schon der wöchentliche Einkauf wird zum wahren Kraftakt. Aber Jammern gilt nicht, denn ich wollte es ja so. Ein großer Dank geht an dieser Stelle auch all den fleißigen Leuten, die mich zum Teil auch noch Tage nach dem Umzug unterstützten und mir beim Wiederaufbau meiner Möbel halfen. Dies geschah in deren Freizeit, oftmals erst am Abend und das schlechte Gewissen machte sich so manches Mal in der Nacht auf meinem Kissen breit. Und wenn ich dann Tag für Tag demütig und voller Dankbarkeit mit Worten, einer Mahlzeit und erfrischenden Getränken oder Kaffee ihre Anstrengungen honorierte, kam immer jenes Lächeln über deren Gesichter und dieses „Ach komm schon, das mach’ ich doch gerne…“, dass mir schon fast übel wurde, denn ich weiß nicht mal ansatzweise, wie ich das bei all den Leuten wieder gut machen kann. Ich weiß nur, dass mir zahlreiche Einsätze bei diversen Umzügen ins Haus stehen. Das ist das Mindeste, was ich in den kommenden Jahren an Wiedergutmachung leisten kann. Und das werde ich, das bin ich jedem Einzelnen schuldig. Dieser Umzug war der physisch anstrengendste, den ich je bewältigen musste. Und alle Mann mit mir…

ewm

Einige von meinen Helfern hätten es wirklich verdient, dass ich sie hier namentlich erwähne, denn so manche/r Freund/in stand mir vor, während und auch nach dem Umzug immer und immer wieder zur Seite. Manche von den Heinzelmännchen halfen völlig unerwartet und ich war erstaunt, wie gerne sie mit anpackten. Mitten im größten Stress saßen wir alle hier oben für die eine oder andere Zigarettenlänge zusammen, ich schaute schweigend in die schnatternde Runde und sah in die Gesichter meiner Helfer. Jeder lachte, keiner war genervt, alle strahlten eine wunderbare Energie trotz der enormen Anstrengung aus. Es war so unbeschreiblich schön zu sehen, dass diese Menschen ob der Belastung ihren Humor nicht draußen ließen und es ihnen weniger ausmachte, als ich befürchtet hatte. Es wurde laut gelacht, alte Missetaten wurden zum Besten gegeben und man hätte glauben können, hier würde nicht umgezogen sondern gefeiert. Ein schöner, wenn auch anstrengender Umzug… Nun, da sich der erste Sturm gelegt hat, kommen wir hier etwas zur Ruhe. Hier und da sind noch ein paar Schönheitsarbeiten nötig, aber die verschieben wir getrost auf die lange Bank, denn sie sind keineswegs so dringend, dass sie nicht noch ein paar Tage oder Wochen warten könnten. Sohnemann fühlt sich in seinem neuen Zimmer offenbar schon sehr wohl und auch ich genieße die Ruhe und die gemütliche Atmosphäre hier, die sich vor allem abends breit macht. Der kleine Mann kommt inzwischen auch bestens mit seiner Zahnspange zurecht. Der Schulweg ist erfreulich kurz und wenn wir uns noch an die ungewohnten Geräusche von draußen gewöhnt haben, ist alles in bester Ordnung. Der tägliche Aufstieg ins Dachgeschoss kostet uns nun auch nicht mehr so viel Puste, wenn man vom Wocheneinkauf absieht. Die Schlepperei von Getränken und den täglichen Notwendigkeiten kosten mich auch jetzt noch jede Menge Kraft, aber das hält fit und macht munter. Übergewicht hat hier oben keine Chance…

So langsam neigt sich nun auch mein Dienstag dem Ende entgegen und der Mittwochsartikel steht vor seiner Vollendung. Zwar bezieht er sich nicht wirklich auf die Wochenmitte, aber nach so langer Blog-Abstinenz gab und gibt es halt doch einige Gedanken, die es wert sind/waren, hier festgehalten zu werden. Den vorgezogenen Post gibt es diesmal schon am Dienstagabend, denn morgen früh werde ich das erste Mal wieder beim morgendlichen Kaffee schön gemütlich online die Zeitung lesen und durch die Weiten des Internets schlendern. Ich habe jede Menge nachzuholen und freue mich, endlich wieder hier zu sein. Ich habe es vermisst, einfach auf die Fülle an Informationen zugreifen zu können, nach der sich mein Kopf so oft sehnt. Nirgendwo sonst finde ich Antworten auf all die Fragen, die einem unsteten Geist Nahrung geben.


Die ersten Bilder…

7. Oktober 2008

So, in aller Eile habe ich nun endlich ein paar Schnappschüsse von unserer neuen Wohnung gemacht und lade das ganze Sammelsurium jetzt einfach mal hoch. Fertig sind wir noch nicht ganz, aber das wird auch noch. Im Großen und Ganzen sind wir wieder lebensfähig und fühlen uns nach so kurzer Zeit schon erstaunlich wohl hier. Abends ist es hier noch um einiges gemütlicher und ich hoffe, Ihr gewinnt auch bei Tageslicht einen angemessenen Eindruck. Viel Spaß beim Stöbern…


Sie ist wieder da… :-)

7. Oktober 2008

So, Mädels…

Das Warten hat ein Ende, denn seit heute funktioniert mein DSL-Anschluss wieder. Was lange währt, wird endlich gut. Nach ungeplanten Verzögerungen und unzähligen Telefonaten darf ich nun wieder nach Herzenslust surfen, bloggen, mailen…

Im Laufe des heutigen Abends werde ich artig die bisherigen Bilder von meiner Cam laden und hier präsentieren. Bis auf einige Kleinigkeiten ist unser Reich fertig und sehr gemütlich. Ich mache mich jetzt gleich mal an die Arbeit und bin ab jetzt wieder regelmäßig mit News aus der Ost für Euch da.

Isch freu misch… :-) :-) :-)


Zwischenmeldung²

2. Oktober 2008

Gestern hatte ich die langersehnte Auftragsbestätigung im Briefkasten und kann Euch freudestrahlend mitteilen, dass mein Anschluss somit am 07. Oktober wieder funktioniert. Irgendwann zwischen 8.00-16.00 Uhr kommt der Techniker und fummelt mein Kabel im Keller an Ort und Stelle.

Aber wisst Ihr, was mich komplett wahnsinnig macht? In meinem Editor hier ist der Blocksatz-Button verschwunden. Ist das bei Euch auch so? Ich hasse diese ausgefransten Artikel. Da ich diesbezüglich ein äußerst pedantischer Zeitgenosse bin, wäre ich Euch dankbar, wenn Ihr mein kleines Problemchen lösen könntet, denn die Sucherei ist mir im Moment etwas zu teuer, da ich immer noch per Handymodem online bin… Hüüülfäää…


Kurze Zwischenmeldung

1. Oktober 2008

Hallo Mädels…

Die erzwungene Abstinenz vom Internet macht mir mittlerweile arg zu schaffen. Im Moment bin ich mittels Handy online, kann mich also nur kurz fassen. Mein DSL-Auftrag wurde beim ersten Anlauf verbummelt und ich musste alles erneut beauftragen, was mich zu weiteren 12 Tagen Wartezeit verurteilte.

Der Umzug ging ziemlich glatt über die Bühne und bis auf meine verflixten Schuhe ist auch schon alles wieder an Ort und Stelle verstaut und eingeräumt. Die Wohnung ist urgemütlich und wir fühlen uns hier schon pudelwohl. Ich genieße es unheimlich sehr, abends allein auf meiner geliebten Couch zu hocken und in 45 Decken gewickelt das Abendprogramm genießen zu können. Anlässlich der chaotischen letzten Wochen und Monate habe ich mir eine Heimkinoanlage gegönnt und finde es klasse, wenn nun Autos und Helikopter quer durchs Wohnzimmer knattern und ich im Kugelhagel keinen Kratzer abbekomme. Dolby lässt grüßen und ich habe Stunden damit verbracht, alle 692 Boxen und die dazugehörigen Kabel perfekt zu platzieren.

Ich hoffe, dass ich bald wieder regelmäßig bloggen kann, denn ich möchte Euch endlich Bilder von unserem neuen Heim zeigen. Plangemäß soll mein DSL-Anschluss nun per 07. Oktober wieder in Betrieb gehen. Sofern nicht wieder alles verdaddelt wurde, denn noch immer warte ich auf die fällige Auftragsbestätigung per Post. Bisher kam aber leider nix. Also heißt es nach wie vor warten warten warten…

Ich halte Euch auf dem Laufenden und blogge auch sofort artig, wenn alles in Sack und Tüten ist – inklusive Bilder… Versprochen!!!


Verabschiedung… (nicht für lange)

18. September 2008

Liebe Mädels und diesmal auch die Jungs,

da ich nicht genau weiß, ob ich morgen früh noch die Zeit finde, hier meinen morgendlichen Artikel zu verfassen, tue ich das vorsorglich jetzt. Es ist Donnerstag, der 18. September 2008 genau 20.50 Uhr. Sohnemann ist der Einzige, der noch halbwegs Normalität in seinem Zimmer genießen darf und der junge Mann macht sich gerade bettfertig. Abendessen ist erledigt, Hausaufgaben auch und morgen darf Söhnchen dann die Ruhe bei Papa/Oma genießen. Er war bei den bisher erledigten Umzugsarbeiten wirklich sehr fleißig und hat mir geholfen wie ein richtiger Mann. Artig erfüllte er alle Aufgaben, die ich ihm überlassen habe und meckerte kein einziges Mal. Seine Zahnspange hat er heute gleich komplett bekommen, womit wir nicht gerechnet hatten. Die Kieferorthopädin bat das Labor der Zahntechnik darum, das Oberteil doch bitte gleich mit fertigzustellen, da wir uns so einen weiteren Termin sparen können. Die erfüllten diesen Wunsch prompt und wir müssen nun erst wieder in sechs Wochen antreten zur Kontrolle. Die neue Spange drückt und quält den kleinen Mann ziemlich, aber er erträgt es mit Fassung. Er weiß, dass das anfangs nunmal so ist und hofft auf Besserung.

Nach getaner Arbeit im Studio haben wir zusammen heute so einiges geschafft:

  • Küchenschränke restlos geleert
  • Vorratsschrank fast vollständig transportfähig gemacht
  • Jalousien abmontiert (außer Kinderzimmer)
  • Schlafzimmer bis auf die Klamotten und meine blöde Reisematratze komplett leergeräumt
  • Tisch und Stühle aus der Küche geräumt
  • Geschirrspüler ein letztes Mal befüllt und in Betrieb genommen
  • Töpfe, Pfannen, Teller, Tassen, Besteck und den ganzen Kram verpackt und reisefertig gemacht

Für den morgigen Freitag ist bereits alles durchgeplant, was noch von Dringlichkeit ist und ich denke, dass ich morgen Abend maximal 2½ Minuten zum Einschlafen brauche. Meine Nacht ist gegen 5.00 Uhr vorbei und dann muss ich bis abends durchziehen. Wenn meine Organisation hinhaut, werden wir morgen folgendes erledigen:

  • in der neuen Wohnung Kleiderschrank aufbauen
  • Kabeltechnik-Kumpel überprüft, welches Material ich für zwei weitere TV-Anschlüsse benötige
  • Großteil der Verpflegung für Umzugshelfer/innen einkaufen
  • Sohnemann mit neuem Wohnungsschlüssel in den Wochenendurlaub verabschieden
  • Kinderzimmer komplett umzugsfertig machen
  • in allen Räumen Nägel, Haken und Schrauben entfernen
  • Badartikel weitestgehend einpacken
  • Küche vollständig abmontieren

Wenn ich das morgen alles schaffe, falle ich abends vollkommen platt ins Bett, aber sehe dem Samstag sehr viel gelassener entgegen. Alle angesagten Helfer haben heute ihre Teilnahme bestätigt und so treten am Samstagmorgen punkt 9.00 Uhr hier satte neun Leute an, vielleicht sogar zehn, denn einer wollte eventuell noch Verstärkung mitbringen. Sohnemanns Papa hilft auch fleißig mit, was ich bemerkenswert nett finde, denn er hat mich in solchen Situationen trotz allem nie im Stich gelassen. Absolut feiner Zug von ihm, egal was mal zwischen uns war. Er hilft mir und damit auch seinem Sohn. Solche Ex-Männer hat man nicht oft, denke ich. Wir sind dann alles in allem drei Mädels und der Rest sind alles feine Kerls, die ohne groß zu grübeln ihre Hilfe zugesagt haben. Gerne würde ich diese tollen Leute hier namentlich erwähnen, weiß aber nicht so recht, ob sie ihre Namen hier gerne veröffentlicht wissen. Es sei nur soviel gesagt, dass ich die meisten von ihnen zwar schon viele Jahre kenne, manche davon aber wiederum erst relativ kurz. Nichts desto trotz haben alle schon mehr als einmal tatkräftig geholfen und ich freue mich, solche Menschen zu meinem Umfeld zählen zu dürfen. Auf sie ist Verlass und jeder Einzelne von ihnen hat was gut bei mir. Das kann mich im Extremfall zwar die Teilnahme an mindestens neun Umzügen kosten, aber das bin ich jedem von ihnen schuldig, denn am Samstag geht’s ins Dachgeschoss und das schmerzt in allen Muskelfasern.

Ganz am Schluss möchte ich meiner Kollegin und mittlerweile guten Freundin S. und ihrem „Schatzi“ (wie sie ihn nennt), meinem Chef aufrichtig für die Unterstützung und Geduld der letzten Wochen und Monate danken. So manches Mal kroch ich auf dem Zahnfleisch zur Arbeit, konnte kaum noch geradeaus denken, vergaß sicher vieles, war oft handlungsunfähig, aber niemand war mir ernsthaft böse und man hatte Nachsehen mit mir. Ich war dünnhäutig, nervlich angeschlagen und lief wochenlang mit Scheuklappen durch die Welt, nur um nicht noch mehr in die Knie zu gehen. Alles tat weh und ich schlug um mich, wie ein verwundetes Tier. Wie oft habe ich damit genau die Beiden getroffen, die jeden Tag mit mir arbeiten mussten. Ich funktionierte auf Sparflamme, aber Kopf und Herz lagen regelrecht geprügelt vor mir auf dem Boden. Mit genügend Abstand konnte ich mich einigermaßen erholen und befinde mich mittlerweile auf einem heilsamen Weg der Besserung. Ich habe noch keine Zeit, um Kräfte zu tanken, aber die Wunden sind ganz frisch vernarbt und hören langsam auf zu schmerzen. Ich blute nicht mehr, nur noch in größeren Abständen und dann meist auch ohne Tränen. Es wird besser und das emotionale Chaos liegt hinter mir. Nur der Abstand machte das möglich. Ihr Beide habt mich dabei begleitet, mal schweigend, mal zuhörend und oft auch im Gespräch, obwohl ich zeitweise ein schrecklich sturer Gesprächspartner war, der nur noch weglaufen wollte.

Mein Dank ist nicht in Worte zu fassen und ich hoffe, dass ich eines Tages eine Möglichkeit oder einen Weg finde, um Euch meine Dankbarkeit zu zeigen, zurückgeben zu können oder anderweitig Ausdruck zu verleihen, denn Ihr habt Durchhaltevermögen und Geduld mit mir bewiesen. Und für was ich Euch alles zu danken habe, wisst nur Ihr allein. Wenn ich Euch in meinem Schmerz oft so verletzt habe, tut es mir aufrichtig leid und ich weiß nicht, ob alle Worte dieser Welt reichen, um das aufzuwiegen, was Ihr mir entgegen gebracht habt. Aber ich möchte es dennoch versuchen, irgendwann, irgendwie…

Danke auch an meine beste Freundin J., die mich so oft ertragen hat, wenn ich geflohen bin. Sie allein kann ermessen, welch schwieriger Mensch ich in solchen Lebenslagen bin und trotzdem ist auch sie geduldig und nie nachtragend. Und ich danke all denen, die mir Zuversicht und Zuspruch gaben, als ich vor dem Nichts stand. Danke Euch allen, ich bin froh, dass ich jeden Einzelnen von Euch kenne und nur zu gerne würde ich die Namen all derer nennen, die mir ihre Freundschaft und ihre Gedanken gewidmet haben.

Schwermütige Zeilen zum Abschied waren eigentlich nicht meine Absicht, als ich vor knapp zwei Stunden mit dem Schreiben begonnen habe. Mein Sohn liegt längst im Bett. Minutenlang saß ich an seinem Bett und wir plauderten ein letztes Mal vorm Einschlafen, denn heute ist seine letzte Nacht hier in diesem Mauern. Meine eigene letzte Nacht verbringe ich allein und ich bin unendlich froh, dass das Warten vorbei ist. So froh… Unser neues Leben beginnt am Samstag und wir haben sehr viel gelernt. Über Menschen und ihre Versprechungen, über Menschen mit zwei Gesichtern, über Freundschaft, über Lügner, über selbstlose Hilfsbereitschaft, über uns selbst und unser Innerstes… Wir sind vorsichtiger, dankbarer und etwas demütiger, denn wir haben im größten Schmerz genau die getroffen, die uns helfen wollten und es trotz allem noch immer tun.

Danke J.H., M.S., S.W., A.K., I.D., C.F., A.?., L.C., D.P., K., C.K., R.L., S.G.B., meiner Familie P.+J.P.S.+C.S. und allen, die ich zu so später Stunde vergessen habe.

Wir sehen uns „drüben“ in der neuen Wohnung. Und vielleicht finde ich morgen früh ein paar Minuten Zeit, Euch einen guten Morgen zu wünschen… *wink*


Der letzte Donnerstag…

18. September 2008

Mädels (und die wenigen Jungs), übermorgen geht’s endlich los. Ich hab’s satt auf dieser unbequemen Reisematratze zu schlafen, an leere Wände zu starren und über Kartons zu stolpern. Gestern war ich nochmal artig im Baumarkt, Holzschrauben holen und bin danach spontan in die Wohnung gefahren und hab’ die Dinger gleich ins Bett gedrängelt. Und Ihr glaubt es nicht, aber das Bett quietscht nicht mehr. Dafür quietschen jetzt meine Gelenke, denn ich musste mich mit meinem ganzen Gewicht gegen den Akkuschrauber stemmen, um die Scheißteile bis zum Anschlag ins Holz zu kriegen. Ich hab’ auch nicht nur zwei Stück benutzt, sondern insgesamt noch vier, damit auch ja nix mehr wackelt. Wackeln tut jetzt auch nüscht mehr, quietschen auch nicht und die restlichen Schrauben (ja, ich hab’ welche übrig) pack’ ich ins Gefrierfach, damit sie nicht schlecht werden… ;-)

Unpassenderweise wachte ich heute Morgen mit Halsschmerzen auf. Da mein Terminplaner  aber auch heute wieder ziemlich voll ist, werde ich das einfach ignorieren und auch auf diese Therapie verzichten. Mir fehlt einfach die Zeit für diese homöopathischen Therapiemethoden, also werde ich den Ferrari unter den Schmerzmitteln anwenden – Aspirin. Mein Allheilmittel gegen alles was weh tut. Hilft immer, geht fix und ich kann’s alleine anwenden. Laufende Nasen – sofern sie sich noch einstellen sollten – werden mittels Tempos im Zaum gehalten und eventuell auftretender Husten kommt ohnehin erst mit Verzögerung, also stehe ich dann nächste Woche hustend auf der Leiter und streiche diese verflixten Wände hier. Hauptsache, mir fliegt beim Husten oder Niesen nicht irgendwelcher Schnodder irgendwo raus und klatscht an die frisch gestrichenen Stellen. Alles andere ist mir Latte.

Heute steht dann noch der vorerst letzte Termin beim Kieferorthopäden an. Sohnemann bekommt heute den unteren Teil seiner ersten Spange eingesetzt. Der obere Teil folgt in Kürze, da dieser noch gefertigt werden muss. Somit beginnt heute endlich die mehrjährige Therapie zur Begradigung seiner Zähne. Nicht ganz billig, aber ein schönes und ebenso gepflegtes Lächeln ist nicht mit Geld aufzuwiegen. Er steht dieser Behandlung abwartend gegenüber und lässt alles brav über sich ergehen. Bisher war es auch nicht mit Schmerzen verbunden und außer der Farbe seiner Spange gab es für ihn keine interessanten Informationen, die seine aktive Anteilnahme geweckt hätten. Da in seiner Klasse nunmehr der Großteil der Kinder ebenfalls Spangen aller Art tragen, fällt er durch seinen neuen Zahnschmuck dann auch nicht wirklich aus der Rolle. Zu meiner Zeit war man schon fast ein Exot, wenn man mit Zahnspange oder gar Brackets durch die Weltgeschichte lief. Brackets sah man nur in ganz seltenen Fällen, aber Zahnspangen gab es damals schon, wenn auch nicht in sämtlichen Wunschfarben. Es gab diese hässlichen, hautfarbenen Dinger und das war’s dann auch schon. Sohnemann hat blau gewählt und da Behandlungen dieser Art heute fast schon an der Tagesordnung sind, nimmt er die ganze Angelegenheit entsprechend ungerührt zur Kenntnis. Gut so…

Mein letzter Arbeitstag ist heute recht kurz, da ich am Dienstag schon eine Stunde rausgearbeitet habe, um heute eine Stunde eher gehen zu können. Der Termin mit Sohni lag etwas ungünstig, aber meine Lieblingskollegin steht derlei Unpässlichkeiten wunderbar unkompliziert gegenüber und unterstützt mich gerade in diesen chaotischen Tagen ohne Diskussionen mit Hilfsbereitschaft und Entgegenkommen. Dafür möchte ich ihr hier an dieser Stelle einmal allerherzlichst danken, denn heutzutage ist das wirklich nicht mehr selbstverständlich. Egal, welches Anliegen ich durch meinen bevorstehenden Umzug habe/hatte, sie machte alles möglich und hilft immer, wenn sie es möglich machen kann. Das finde ich großartig und eine bessere Kollegin kann ich mir nicht wünschen. Nebenbei eine kleine Schnatterei und ein Kaffee ist auch noch drin und so lässt sich der ganze Stress viel besser ertragen. Chefchen ist zur Zeit ein bisschen krank und bietet mit seinen glasig-fiebrigen Augen einen mitleiderregenden Anblick. Selbst ich bin geneigt, ihm Tee einzuflößen und warme Puschen an die Füße zu ziehen, aber da er diesbezüglich wirklich äußerst hart im Nehmen ist, unterlasse ich das. Er lässt trotzdem bis Ladenschluss die Maschine surren und jammert nichtmal ansatzweise. Ein echtes Arbeitstier eben und wenn er dann wirklich mal einen Tag krank macht, dann kann man nur erahnen, wie schlecht es ihm geht. Das kam bisher allerdings nur sehr sehr selten vor und solange er aufrecht gehen und sitzen kann, arbeitet dieser Mann. Zwar feiern meine Kollegin und ich auch nicht einfach krank, aber wir Mädels jammern dann schon mal gerne und tun uns gegenseitig ein bisschen leid. Das muss schon sein und geteiltes Leid ist ja auch halbes Leid. Nech…???


Der letzte Mittwoch…

17. September 2008

Gestern war ich fix im Baumarkt und habe mir eine kleine Lampe für das neue WC gekauft. Die Auswahl dort war zwar riesig, aber mindestens genauso teuer. Unglaublich, was man für Lampen ausgeben kann. Ich konnte und wollte natürlich nicht, denn zum Verrichten der Notdurft halte ich anspruchsvolle Lampen für überflüssig. Ich entschied mich für ein recht schlichtes Modell und erwarb auch gleich die passende Glühbirne dazu. Dann flitzte ich in die Eisenwarenabteilung und stolperte zwischen diversen Schraubengrößen und -arten hin und her. Davon beförderte ich dann drei Stück (100er) in eine Tüte, wie man sie vom Obst- und Gemüsestand kennt, wog sie ab – ja, genau wie in der Gemüseabteilung – und tippelte Richtung Kasse. Schwups, war ich das Trinkgeld los, welches ich mir am Tage zuvor mit meiner Kollegin freudestrahlend geteilt hatte. Vergleichsweise wenig gekauft, aber zumindest sagte der Kassenbeleg aus, ich hätte den Baumarkt komplett leer gekauft. Frau N. schwingt sich sogleich in ihren Mädchen-Chrysler und düst Richtung Studio, als sie auf eine unerwartete Vollsperrung stößt. Stau wohin das Auge blickt und so ist man gezwungen, eine Umleitung zu fahren, die einen Abstecher in die Dolomiten ermöglicht hätte. Zeit hatte ich dafür jedoch keine und fuhr die komplette Kirche ums Dorf, bevor ich dann endlich mal im Studio ankam. Heute dann des Rätsels Lösung: Es wurde mal wieder bei Bauarbeiten eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden und das ganze Areal für Stunden weiträumig abgesperrt. Photostrecke gefällig???

Gearbeitet war dann fix und anschließend gondelte ich noch schnell zur neuen Wohnung, um die erworbenen Holzschrauben am Bett von Sohnemann anzubringen. Die waren nämlich nötig, weil der kleine Mann sich seit zehn Jahren beharrlich weigert, sein Hochbett gegen ein neues Bett einzutauschen. Die immer wiederkehrenden Auf- und Abbauten dieses Möbelstückes fordern nun langsam ihren Tribut und die ursprünglichen Schrauben versagen ihren Dienst. Um aber dem kleinen Mann gerecht zu werden, müssen nun Holzschrauben das Bett stabilisieren und diese gigantischen Schrauben habe ich dann gestern nach Feierabend noch geschwind ins Holz getrieben. Es hält und ich bin stolz, dass die Dinger gerade im Holz sitzen, aber zur Sicherheit hole ich heute noch schnell zwei weitere, denn so ein klein wenig wackelt das Bett doch noch und es quietscht, weil es eben wackelt. Das muss aufhören, also schleiche ich heute erneut in die Schraubenobst- und Gemüseabteilung, nehme mir ca. 38 Gramm Holzschrauben, wiege alles artig ab und verschönere das Hochbett mit einer weiteren Prise Schraubensalat.

Heute liegt auch so einiges an. Ich muss also in den Baumarkt, in aller Herrgottsfrühe zum Tschech und mittags habe ich einen recht sinnfreien Termin beim Amt, den ich als brave Bürgerin aber dennoch wahrnehmen muss. Anschließend gehe ich meinem täglichen Broterwerb im Studio nach und fahre gleich nach Feierabend zum x-ten Male in die neue Wohnung, um die letzten Gemüseschrauben ins Holz zu treiben. Ich hoffe, die Quietscherei hat damit ein Ende und das Bett steht wie eine deutsche Eiche. Hoffen darf man ja. Vorsichtshalber werde ich mich heute gleich bei meinen Handwerkern erkundigen, ob sie Dübel und dergleichen benötigen und werde das dann auch gleich mit kaufen. Auf dem Weg werde ich dann auch gleich neue Patronen für meinen Drucker kaufen, denn mir gehen langsam die Geldscheine aus. So wird der heutige Tag auf die gleiche Art enden wie der Dienstag, denn ich werde im fahlen Licht einer kleinen Stehlampe 38 Gramm Holzschrauben in ein überaltertes Hochbett akkuschraubern und danach stolz wie Oskar am Bett rütteln und feststellen, dass es wahrscheinlich immer noch quietscht. Weiber und Handwerkskünste…

Ich möchte an dieser Stelle dann doch noch mal an meinen gestrigen Artikel erinnern, denn meine Neugier wurde nur im Ansatz gestillt. Ich bitte daher noch mal um rege Teilnahme und danke Euch schon jetzt für Euer Feedback. Ich meinerseits schlürfe jetzt noch ein paar Schluck Milchkaffee und werde dann den kleinen Mann wecken. Dann heißt es Schulbrötchen machen und im Klamottenberg wühlen. Er braucht ja Söckchen, T-Shirt, Pulli und Unterbuxen. Wird Zeit, dass alles wieder in geregelten Bahnen verläuft. Ach ja, ich habe übrigens gestern in der neuen Küche eine weitere Steckdose entdeckt. Jetzt muss ich den Elektriker nur noch fragen, ob ich diese Steckdose für das geplante Gerät per Verlängerungskabel nutzbar machen darf oder ob ich dann einen Kabelbrand riskiere. Wie man sich doch über eine lächerliche Steckdose freuen kann…


Der letzte Dienstag…

16. September 2008

Ihr glaubt gar nicht, wieviel Freude es mir jeden Tag macht, dort oben im Titel die Tage rückwärts zu zählen. In Gedanken laufe ich bereits jeden Morgen durch die neuen Räume und sehe das Szenario vor mir, wie ich ständig in die falsche Richtung laufe, wenn ich nach gewohnten Dingen greife. Ich taste im Dunkeln an den falschen Stellen nach Lichtschaltern und erschrecke bei ungewohnten Geräuschen. Ich höre Schulkinder aus den Häusern kommen, denn wir wohnen ja dann in unmittelbarer Nähe und ich trage meine Kaffeetasse an einen anderen Platz. Diese Vorstellung tut mir gut und ich empfinde sie als sehr befreiend. Die letzten Tage hier kann ich trotz Umzugschaos irgendwie genießen, weil es die letzten sein werden. Es fühlt sich komisch an, ich gehe gerne, ich werde wahrscheinlich hier nicht viel vermissen. Der Duft meiner Kindheit ist längst verflogen und auch das einstige Flair der Gartenstadt ging wahrscheinlich schon vor Jahren hier verloren. Die alten Plätze, an denen wir uns als Kinder vergnügten sind kalt und unpersönlich geworden. Ich hasse es, aus meinem Munde zu hören, dass hier nichts mehr so ist wie früher. Und nun ist es durch all die Geschehnisse sogar passiert, dass ich hier nicht mehr wohnen möchte – so oder so nicht.

Ein weinendes Auge gibt es dennoch, denn die Gartenstadt ist und bleibt die Wiege meiner schönsten Kinderjahre und die guten alten Zeiten vergisst man trotz allem nicht. Wenn ich daran denke, dass ich in meiner neuen Wohnung endlich absolute Ruhe über mir habe, frohlockt mein Herz. Jeden Morgen nehme ich in den letzten Tagen intensiver wahr, wie laut die Menschen über mir sind. Mit Blick auf das stressige Ende der Woche kann ich nun sogar darüber lächeln. Wenn ich die griesgrämigen Gesichter im Haus sehe, ärgert mich keine noch so regnerische Miene mehr, denn im neuen Haus wohnen freundliche und junge Menschen, die schon vor Wochen mit freundlich-hellen Gesichtern „Hallo“ flöteten. Das macht Laune und dieses Haus scheint nicht so tot zu sein wie das hier. Zwar poltert und rumpelt es ständig über mir, aber hier in diesem  Treppenhaus sieht man niemals ein Lächeln. Alles vorbei, endlich…

Trotz aller Vorfreude wird es wirklich Zeit, dass der Stress ein Ende nimmt, denn mir geht so langsam aber sicher die Energie aus. Die Motivation sinkt stetig und die Verschnaufpausen sind immer weniger erholsam. Ich werde immer vergesslicher und der nächtliche Schlaf ist nicht mehr wirklich erquickend. Ich brauche wieder meine gewohnte Ordnung und ruhevolle Wochenenden. Man reiche mir bitte einen Eimer zum Kotzen, denn überall stehen Kartons in den Ecken, Sachen stapeln sich am Boden, weil die Schränke schon fehlen. Mein „Bett“ ist eher einem Clochard würdig und die allmorgendliche Wühlerei in den Wäschebergen geht mir gewaltig auf den Sender. Ich will endlich wieder richtig wohnen und leben. Morgens beschwingt aufstehen, fröhlich pfeifend durch die Wohnung tippeln, Kaffee schlürfend, langsam aufwachend und die frische Morgenluft schnuppernd. Aber bitte ohne Kisten und Säcke in allen Ecken, ohne provisorisch gelagerte Wäsche, ohne spärlich bestückte Schubladen und Schränke und auch ohne randvollen Terminkalender, der die Tage weit im Voraus schon zu Arschlochtagen macht. Am Sonntag fange ich gleich damit an, so ein ganz klein wenig zumindest…

Heute gibt’s mal ein Lied, bei dem mir vollkommen Wurscht ist, was die kleine Frau da singt, mir gefällt die Melodik und ich singe bei diesem Lied nie mit, nein, ich pfeife… Ehrlich… Warum? Weiß ich beim besten Willen nicht, ich pfeife ganz automatisch mit, geht nicht anders… :-)


Der letzte Montag…

15. September 2008

Guten Morgen, meine Damen (und die vereinzelten Herren)… Nun ist Gott sei Dank die letzte Woche hier in dieser verkackten Wohnung angebrochen und trotzdem noch sehr viel zu tun ist, bin ich heilfroh, dass das Ende in greifbare Nähe gerückt ist. Die letzten Wochen zogen sich wie Kaugummi und erschienen mir fast endlos. Neben mir steht frisch gekochter Kaffee und die Nachbarschaft schläft noch. Meine Nächte werden immer kürzer, denn so langsam sehne ich mich dann doch nach der Gemütlichkeit meines Bettes. Die Reisematratze tut zwar ihren Dienst, aber da sie auf dem Boden liegt, registriert man leider jeden Schritt innerhalb des ganzen Hauses. Selbst die leichten Vibrationen durch Schritte in der Wohnung spürt man und so ist an erholsamen Schlaf nicht zu denken. Nächste Woche um diese Zeit liege ich voraussichtlich noch selig schlummernd in meinem Bettchen. Meinen Urlaub kann ich zwar nicht genießen, aber zumindest muss ich dann hier nur noch wenige Stunden des Tages verbringen, um die Wände zu streichen.

Seit einer guten halben Stunde bin ich nun wach und genieße noch etwas die Ruhe, die noch über der Stadt liegt. Man mag mich für verrückt erklären, aber ich liebe es, so früh aufzustehen und den Morgen erwachen zu sehen. Alles ist so wunderbar still und man ist regelrecht gezwungen, leise und behutsam den Tag zu beginnen. In warme Puschen und meinen furchtbar rosafarbenen Bademantel gewickelt, sitzte ich dann hier am Laptop und blogge nach Herzenslust. Nur morgens habe ich diese Zeit und niemand stört mich. Der Kaffee schmeckt um diese Uhrzeit besonders gut und ich habe nicht einmal das Bedürfnis nach Beschallung aus irgendeinem Radio. Welche Katastrophen sich im Laufe der Nacht weltweit ereignet haben, erfahre ich spätestens im Studio, da dort meist das Radio läuft. Ohnehin ändert das Wissen darum nichts an der Tatsache, was wann wo warum geschieht, also halte ich mir das noch ein paar Stunden vom Leibe. Hätte mir vor 15 Jahren jemand prophezeit, dass ich eines Tages Frühaufsteher sein würde, hätte ich ihn für verrückt erklärt, aber die Stunden vor dem Erwachen der Stadt sind die schönsten, die stillsten und ruhevollsten Momente des Tages.

Söhnchen schläft noch und hat gestern begeistert festgestellt, dass er mit seinem Teleskop bis zum anderen Ende der Stadt schauen kann. Vor 1½ Jahren habe ich ihm dieses Gerät zu Weihnachten geschenkt, zusammen mit einigen Büchern über die Sternenguckerei. Damals wohnten wir teleskoptechnisch ungünstig und er konnte leider nur den Nachbarn auf die Teller schauen. Als wir dann hierher zogen, wohnten wir anfangs im Erdgeschoss, also wieder Fehlanzeige. Der letzte Umzug brachte dahingehend auch nicht die Erfüllung, erweiterte jedoch sein Blickfeld um wenigstens ein paar Häuser. Nun jedoch genießt er von seinem neuen Zimmer aus den freien Blick über die gesamte Stadt und kann tatsächlich bis zum Stadtrand sehen. Mit ein paar Einstellungen und etwas Geduld brachten wir es dann gestern zustande, dass er doch tatsächlich bis zum Bärensteinturm sehen konnte, auf dem sogar deutlich Leute zu erkennen waren, die den Turm bestiegen. Ich muss sagen, dass ich nicht erwartet habe, dass man mit diesem „Kinderspielzeug“ durchaus so weit schauen kann, denn wir wohnen ja nun doch am komplett anderen Ende der Stadt. Sohnemann „erschrak“ regelrecht, wie nah plötzlich die Häuser unterhalb des Oberen Bahnhofes rückten. Die Punkthäuser waren ganz deutlich zu erkennen und man hätte Menschen hinter deren Fenstern erkennen können, wenn sich mal einer erbarmt hätte, durch die Gardinen zu winken.

Auf jeden Fall war Sohnemann hellauf begeistert, dass er nun endlich sein Teleskop angemessen einsetzen kann und wartet schon sehnsüchtig darauf, dass er den Mond näher untersuchen kann. Ich hingegen werde mich auf den Blick in den Fernseher oder ein gutes Buch beschränken, wenn ich freue mich schon jetzt darauf, abends auf meiner Couch in eine Decke gewickelt zu sitzen und mein neues Leben hoch oben über den Dächern von Plauen zu genießen. Niemand hopst bis spät abends über mir durch die Wohnung, niemand lässt die Lampen in aller Herrgottsfrühe mehr wackeln, denn meine derzeitigen Noch-Obermieter sind dahingehend wirklich rücksichtlos, obwohl ich diesbezüglich weiß Gott nicht zimperlich bin. Aber der Lärmpegel aus der oberen Wohnung grenzt oft schon an Unverschämtheit, denn so manches Mal flackert wirklich das Licht unter den Erschütterungen. Jetzt ist es 5.45 Uhr und man hört schon wieder lautes Getrampel dort oben. Oft genug wachte Sohnemann am Sonntagmorgen genau davon auf und das will angesichts seines wahrhaft gesundes Schlafes wirklich was heißen. Ab nächste Woche ist das vorbei – endlich…

So langsam erwacht nun auch der Rest der Stadt und ich werde mich meinem Umzugschaos und dem Schmieren von Schulbrötchen widmen. Und weil Sohnemann maßgeblich daran beteiligt ist, dass wir den Stadtteil wechseln und weil er sich noch mehr Ruhe als ich verdient hat, gibt’s heute das Lied, bei dem er vor mehr als zwölf Jahren das Licht der Welt erblickt hat. Dieses Lied dudelte gerade aus dem Radio am meinem Bett, als er sein Köpfchen in die große Welt reckte…


Fertig für heute…

14. September 2008
  • Wäsche gewaschen
  • Katzenhütte gesäubert
  • Trockner geleert
  • Sohnemanns Bett aufgebaut
  • Toilettenpapierhalter angebracht
  • Nachtschränkchen ins neue Schlafzimmer gestellt
  • Verteiler endlich angeschlossen
  • drei Badschränkchen geschenkt bekommen (Danke M.)
  • Badmöbel gleich zur Wohnung gefahren und aufgestellt
  • Trockner nochmal befüllt und in Gang gesetzt
  • Elektrikerkumpel alarmiert, weil ich noch eine Steckdose in der Küche brauche

Das reicht für den eigentlich arbeitsfreien Sonntag. Zwischendurch Kaffeekränzchen mit S. und M., Couch und Küchentisch unvorhergesehen abgestaubt und auf dem Rückweg gleich nochmal überprüft, ob wir das auch stellen können – klappt. Alles in allem war der Tag etwas ruhiger als die vorangegangenen Tage, aber das ist nur die Ruhe vor dem Sturm, denn die vor uns liegende Woche wird nochmal richtig stressig. Zu erledigen wäre noch:

  • Kleiderschrank aufbauen
  • Küche abbauen
  • Kabelanschluss in Kinderzimmer und Schlafzimmer installieren
  • Steckdose in Küche installieren
  • Kieferorthopäde am Donnerstag
  • Termin bei Behörde am Mittwoch
  • verbliebene Sachen verpacken und eintüten
  • Samstag Umzug :-)

Es werden aber darüber hinaus noch jede Menge andere Dinge anfallen, die mir den letzten Nerv rauben, da bin ich mir gaaanz sicher…


Der letzte Sonntag…

14. September 2008

Sehnsüchtig habe ich ihn erwartet und nun ist er da – der letzte Sonntagmorgen hier in dieser Wohnung. Müde aber nicht weniger motiviert als gestern bin ich gegen 6.30 Uhr aufgestanden und habe mir für heute zum Ziel gesetzt, zusammen mit Sohnemann in die neue Wohnung zu fahren und dort sein Hochbett aufzustellen. Die Einzelteile befinden sich schon drüben, nur zusammengebaut ist es noch nicht. Letzten Sonntag habe ich dort bereits ganz allein mein Bett montiert, also kriegen wir das heute auch alleine hin, denke ich. Ich habe während der letzten Tage bewusst niemanden um Hilfe gebeten, da der kommende Samstag meinen Helfern wahrscheinlich alles an Kraft und Energie abverlangt, was menschenmöglich ist, denn immerhin ziehen wir ins Dachgeschoss. Die Schlepperei unters Dach kostet jede Menge Schweiß und macht ganz sicher Muskelkater bis zum umfallen, also bewältigen wir weitestgehend alles im Alleingang. Noch immer habe ich offenbar Reserven und die nutze ich aus, Tag für Tag. Die Jalousien nehme ich heute ab, nur bei Sohni bleiben sie bis Freitag dran. Ich möchte auch so einiges an Kleinkram schon mit rüber nehmen.

Auf jeden Fall muss meine blau leuchtende Nachtlampe mit und einige Verteiler, damit es am und unterm Bett endlich wieder blau leuchtet. Installiert habe ich alles, aber das Kabel ist zu kurz. Am liebsten würde ich auch gleich mit Bohrmaschine und Leiter bewaffnet meine hübschen Holzjalousien drüben am Logia-Fenster montieren, aber sonntags darf man ja nicht bohren und ich will’s mir nicht schon vor dem Einzug mit den neuen Nachbarn verscherzen. Ich bin ja schon froh, dass im neuen Haus überwiegend junge Menschen wohnen, denn hier im alten Haus gibt es nur komische Leute, bei denen das höfliche Lächeln schon schwer fällt. Überhaupt ist das Leben in der guten alten Gartenstadt nicht mehr das, was es einmal war. In Kindertagen kannte ich hier jedes Gesicht und man lebte hier wie in einer kleinen eigenständigen Stadt. Es war einfach schöner als anderswo und man lächelte sich zu, wenn man sich begegnete. Man kannte sich halt und Nachbarschaft war etwas tolles hier. Diese Zeiten scheinen vorbei zu sein. Jeder schließt griesgrämig seine Tür hinter sich, keine nette Plauderei, kein unnötiges Lächeln, kein Leben mehr vor den Haustüren. Alles ist anders geworden, seit die Alteingesessenen hier kurz nach der Wende wegzogen. Schade…

Als ich vor 1½ Jahren hierher zurück zog, freute ich mich auf die guten alten Zeiten. Vereinzelt sieht man zwar noch einige der alten Bewohner, aber größtenteils sind hier nur noch zugezogene Leute und die verstehen nichts von den alten Gepflogenheiten in diesem Wohngebiet. Erst gestern erfuhr ich wieder etwas Neues über „mein“ Wohngebiet. Das Wohnen hier war in den Dreißiger Jahren nur Angehörigen der Wehrmacht vorbehalten, da diese Häuser damals neu und überaus modern ausgestattet waren. Zwar ist dies kein rühmlicher Gesichtspunkt, aber ich bin der Geschichte der Gartenstadt gegenüber sehr wissbegierig und lauschte mit Interesse den Ausführungen des Erzählers. Hier ist nun mal die Wiege meiner schönsten Kinderjahre, da meine Großeltern hier über 40 Jahre lebten. Meine erste Wohnung befand sich hier und im Laufe der Jahre schleppte ich meine Habseligkeiten in vier verschiedene Wohnungen innerhalb dieser Siedlung. Nun verlasse ich sie – wahrscheinlich ein letztes Mal, denn hier leben möchte ich nach all den Geschehnissen nicht mehr. Dass das Sackpimmelarschloch das geschafft hat, ist eigentlich das Schlimmste, denn ich war immer gerne hier. Jetzt leider nicht mehr. Ich möchte hier nicht mehr leben, nicht mehr aus dem Fenster sehen und nicht mal mehr tot überm Zaun hängen. Aus und vorbei…

Aber die Septembersonne lacht heute mal wieder und wir beginnen morgen die allerletzte Woche hier, denn heute ist der letzte Sonntag, an dem wir hier die Augen geöffnet haben. Und weil’s so schön schräg ist, gibt’s heute einen uralten Schlager, der zur Zeit mein Klingelton ist. Lustig, absolut unpassend für mich, aber irgendwie schon wieder so doof, dass es schön ist… Nein, das müsst Ihr nicht verstehen… ;-)


Subotnik²

13. September 2008

Wie heute morgen angekündigt, präsentiere ich nun fix mein Tagwerk hier. Sohnemann war furchtbar fleißig und hat seine Spielsachen akribisch ausgemistet und ich habe mich in allen Räumen gleichzeitig betätigt und wirklich viel bewerkstelligt. Aber seht selbst, das Umzugszimmer war – bis auf drei vorhandene Kartons – seit letztem Wochenende nahezu schon leer, da wir ja letzten Samstag schon eine Fuhre in die neue Wohnung transportiert haben. Ich bitte um Nachsicht, denn ich habe die Bilder nur mit dem Handy geknipst. War zu stinkig, extra die Digitalkamera herauszukramen.


Subotnik

13. September 2008

So, der Samstag ist angebrochen und mich erwartet richtig viel Arbeit. Ich habe mir vorgenommen, das Schlafzimmer weitestgehend leerzuräumen, Kinderzimmer ebenfalls und abgesehen vom Fernseher im Wohn- und Kinderzimmer alle elektrischen Geräte inzwischen abzuschließen und ins Umzugszimmer zu verfrachten. Wenn ich das alles dann vor 22.00 Uhr hinkriege, flitze ich noch runter ins Kaufland und kaufe ein paar Kleinigkeiten für’s Wochenende ein bzw. werde ich wohl meine Arbeit für eine Stunde unterbrechen müssen, schätze ich. Nebenher muss die Waschmaschine und der Trockner laufen und Sohnemann darf in der Zwischenzeit ebenfalls mit anpacken, denn ich gedenke keinesfalls, all sein – zum Teil wirklich ausgedientes – Spielzeug mit in die neue Wohnung zu schleppen. In der Küche werde ich eine weitere Kiste füllen, denn mittlerweile brauchen wir dann doch nicht mehr alles, was ich noch draußen gelassen habe. Plangemäß muss bis Freitag alles verstaut sein, was wir nicht mehr unbedingt zum Leben benötigen. Genau heute in einer Woche stehen dann die ersten Umzugshelferlein vor der Türe und ich hoffe, dass wir die Schlepperei schnellstmöglich über die Bühne bringen, damit genügend Zeit bleibt, einen Großteil dessen in der neuen Wohnung gleich wieder an Ort und Stelle zu montieren.

Sohnemann schlummert noch friedlich und ich schleiche solange leise durch die Wohnung, da auch der kleine Mann etwas unter dem Chaos leidet. Ach ja, die Jalousien in allen Räumen könnte ich ja heute auch gleich abnehmen. Abends wird es jetzt eh wieder früher dunkel und morgens ist es länger finster. Wozu also den unnötigen Schnickschnack noch hängen lassen. Bad und Kinderzimmer werde ich vorerst noch so belassen, denn niemand will eine Frau N. nackt sehen und Sohnemann soll so lange wie möglich halbwegs Normalität in seinem Zimmer haben. Dort kann ich sie kommenden Freitag abnehmen, da er dann zu Oma/Papa fährt. Endlich kann ich auch meine Akten wegräumen, da der Behördenwahnsinn ja bis auf weiteres erstmal erledigt ist – wurde auch Zeit. Ummelderei und beantragen sämtlicher Notwendigkeiten habe ich ja in den vergangenen Tagen und Wochen erledigt und nun kann ich mich voll und ganz auf den Rest konzentrieren, wenn man mal von den Terminen beim Kieferorthopäden absieht. Bestimmt habe ich in all der Hektik irgendwas wichtiges vergessen, aber das sieht mir ähnlich. Spätestens nächste Woche werde ich das dann merken.

So, liebe Leute, auch wenn Ihr derzeit vielleicht den Humor in meinem Blog vermisst, soll’s das für heute erstmal gewesen sein. Bald wird es sicher hier wieder lustiger, aber solange ich diese verflixten Schlüssel hier noch am Bund habe, heißt es in die Hände spucken. Wenn etwas Zeit bleibt, schieße ich von meinem Tagwerk ein Bild und lasse Euch teilhaben. Wir werden sehen…


Ticktack…

12. September 2008

Vor uns liegt ein Wochenende voller Arbeit und zugleich ist es das letzte Wochenende, das wir hier verbringen (müssen). Umgemeldet ist nun soweit alles und ich hoffe, dass all das reibungslos über die Bühne geht. Plangemäß sollen Kabelfernsehen und auch DSL in der neuen Wohnung am nächsten Freitag ans Netz gehen. Abgeschaltet wird hier dann erst am Montag danach, sofern alles so klappt, wie ich das in Auftrag gegeben habe. Nächste Woche arbeite ich dann etwas chaotisch, da ich noch einen weiteren Termin beim Kieferorthopäden mit Scott wahrnehmen muss. Dieser fällt ausgerechnet auf den Sch-La-Do und so ist nächste Woche Sch-La-Mi. Regelmäßige Leser wissen, was das heißt. Freitag nächster Woche ist dann zwar Urlaub angesagt, aber diesen werde ich mit dem Abbau der gesamten Küche verbringen. Wir befinden uns also in den wirklich letzten Zügen dieses verdammten Umzugs. Stresssymptome zeige ich bisher noch keine nennenswerten, außer dass ich ein bisschen chaotischer als sonst agiere.

Für dieses Wochenende haben wir uns das Kinderzimmer vorgenommen. Das heißt Kisten mit Spielzeug entrümpeln und verpacken. Wenn das getan ist, bleibt nicht mehr viel in diesem Zimmer zu tun, da das Bettgestell und auch der Großteil der Anziehsachen bereits rausgeräumt sind. Die Schulsachen werde ich in Karton stecken und einstweilen offen lassen. Mein Schlafzimmer gleicht ja seit spätestens letztem Wochenende einem mittleren Chaos und hier werde ich bis auf das Nötigste auch alles in Säcken verstauen, damit ich endlich wieder Land sehe. Im Wohnzimmer gibt es nicht mehr viel zu tun. Der Wohnzimmerschrank ist bereits leer und an den Wänden pieksen auch nur noch vereinzelt Nägel aus der Wand. Am meisten graut mir vor der Woche nach dem Umzug. In der neuen Wohnung weiterhin Chaos und ich muss dort erstmal alles brachliegen lassen, um hier die Wände zu streichen. Ich hasse die Vorstellung, Geld und Arbeit in etwas investieren zu müssen, was nicht der Zukunft sondern der Vergangenheit dient. Nein, das hat nichts mit Sentimentalität zu tun, sondern das ist reiner Pragmatismus. So als würde man eine zerschlissene Jeans extra zum Ausbessern in die Schneiderei bringen, um sie dann in ordnungsgemäßem Zustand in den Müll werfen zu können. Ich hasse diese Vorstellung und alles in mir sträubt sich gegen diese Malerarbeiten. Aber leider muss das sein und wenn der letzte Pinselstrich getan ist, entledige ich mich aller Schlüssel und verschwinde hier auf Nimmerwiedersehen.

Erst dann kann ich endlich mit dem Einrichten und Werkeln in der neuen Wohnung beginnen, denn mir hängt die Zeit im Nacken. Am 30. September ist Deadline, der Mietvertrag endet und alles muss hier erledigt sein. Daher habe ich während der gesamten folgenden Woche nach dem Umzug Urlaub genommen. Mein diesjähriger Urlaub war ohnehin der totale Reinfall. Die erste Woche hatte ich im Juli, verkroch mich außerhalb dieser Wohnung, um all dem Beziehungsstress hier zu entgehen. Und nun muss ich die zweite Woche ebenfalls in gewisser Weise in das Ende dieser verkackten Beziehungskiste investieren. Das ärgert mich über alle Maßen, aber wenigstens beziehe ich aufgrund der ganze Scheiße eine wirklich entzückende Wohnung. Alles neu, alles meins…

Ich verbrenn’ mein Studio, schnupfe die Asche wie Koks.
Ich erschlag’ meinen Goldfisch, vergrab’ ihn im Hof.
Ich jag’ meine Bude hoch, alles was ich hab’, lass’ ich los.
Mein altes Leben schmeckt wie ‘n labriger Toast.
Brat’ mir ein Pracht-Steak, Peter kocht jetzt feinstes Fleisch.
Ich bin das Update, Peter Fox 1.1

Ich will abshaken, feiern, doch mein Teich ist zu klein.
Mir wächst ‘ne neue reihe Beißer wie bei dem weißen Hai.
Gewachst , gedopet , poliert, nagelneue Zähne.
Ich bin euphorisiert und habe teure Pläne.
Ich kaufe mir Baumaschinen, Bagger und Walzen und Kräne.
Stürze mich auf Berlin, drück’ auf die Sirene.
Ich baue schöne Boxentürme, Bässe massieren eure Seele.
Ich bin die Abrissbirne für die d-d-d-deutsche Szene.

Hey, alles glänzt, so schön neu.
Hey, wenn’s dir nicht gefällt, mach neu.
Die Welt mit Staub bedeckt, doch ich will seh’n wo’s hingeht.
Steig auf den Berg aus Dreck, weil oben frischer Wind weht.
Hey, alles glänzt, so schön neu.

Ich hab’ meine alten Sachen satt und lass’ sie in ‘nem Sack verrotten.
Motte die Klamotten ein und dann geh’ ich nackt shoppen.
Ich bin komplett renoviert, Bräute haben was zu glotzen.
Kerngesund, durchtrainiert, Weltmeister im Schach und Boxen.
Nur noch konkret reden, gib mir ein Ja oder Nein.
Schluss mit Larifari, ich lass’ all die alten Faxen sein.

Sollt’ ich je wieder kiffen, hau’ ich mir ne Axt ins Bein.
Ich will nie mehr Lügen, ich will jeden Satz auch so meinen.
Mir platzt der Kopf, alles muss ich verändern.
Ich such’ den Knopf, treffe die mächtigen Männer.
Zwing’ das Land zum Glück, kaufe Banken und Sender.
Alles spielt verrückt, zitternde Schafe und Lämmer.
Ich seh’ besser aus als Bono und bin ‘n Mann des Volkes.
Bereit die Welt zu retten, auch wenn das vielleicht zu viel gewollt ist.

Hey, alles glänzt, so schön neu.
Hey, wenn’s dir nicht gefällt, mach neu.
Hier ist die Luft verbraucht, das Atmen fällt mir schwer.
Bye Bye, ich muss hier raus, die Wände kommen näher.
Die Welt mit Staub bedeckt, doch ich will seh’n wo’s hingeht.
Steig auf den Berg aus Dreck, weil oben frischer Wind weht.
Hey, alles glänzt, so schön neu.



Mal wieder Sch-La-Do…

11. September 2008

Leser meines alten Blogs wissen vielleicht noch, was „Sch-La-Do“ ist. Für alle Neulinge hier nochmal die Erklärung. Zwar ist meine berufliche bessere Hälfte nun hinreichend und bestens geschult, aber da Chef nach wie vor donnerstags ausspannt bzw. seine Erledigungen macht, ist der Donnerstag immer auch Nyíri-Tag. Da wir heute wieder so einiges auf dem Plan stehen haben, war meine Nacht schon 5.00 Uhr vorbei. Gestern Abend bin ich deshalb schon kurz nach 21.00 Uhr mit den Hühnern ins Bett gegangen und auch sofort entschlummert. Pünktlich 4.47 Uhr war ich hellwach, da meine innere Uhr immer ein paar Minuten vorgeht. Diesmal habe ich auch nicht erst 16x die Schlummertaste gedrückt, sondern bin nach ca. zwei Minuten artig aufgestanden, habe meine Kaffeemaschine in Gang gesetzt und werde in ca. einer halben Stunde duschen gehen, da wir um 7.30 Uhr schon wieder beim Kieferorthopäden antreten müssen. Gestern hat Sohnemann einen seltsamen blauen Gummi zwischen die hinteren Backenzähne geklemmt bekommen, der heute wieder entfernt wird. Anschließend werden erneut zwei Abdrücke von seinem Gebiss gemacht, dann dürfen wir wieder gehen.

Nächsten Freitag dann wird der untere Teil seiner ersten Zahnspange eingesetzt. Der obere Teil folgt dann, sobald er fertig ist. Sobald wir den Termin heute hinter uns haben, liefere ich Sohnemann in der Schule ab und düse zurück in die Stadt. Möchte vor der Arbeit noch ein paar kleine Erledigungen machen und dann muss ich pünktlich um 11.00 Uhr auch schon das Studio aufsperren. Vorher möchte ich aber unbedingt meinen DSL-Anschluss ummelden, denn er ist in vielen Bereichen meine Verbindung zur Außenwelt. Nur so kann meine Familie im Saarland kontinuierlich an der Entwicklung unseres neuen Lebens teilnehmen. Die Zeit zum Briefeschreiben und Photosentwickeln fehlt mir und dauert mir auch viel zu lange. Also tipper ich hier (fast) täglich die News aus Plauen und stopfe ein paar Bilder in die Beiträge. Mama und Anhang freuen sich und können teilhaben. Die Technik macht’s möglich und die nutze ich ausgiebig.

Heute Morgen drängten sich schon wieder die Grübeleien in meinen Kopf, aber heute Morgen war ich auch in der Lage zu sagen „Nein, heute nicht…“. Ich will heute nicht grübeln, nachdenken oder gar irgendwas oder irgendwem nachtrauern. Nein, Schluss damit… Ich habe genug um die Ohren und kann solche erdrückenden Gedanken wirklich nicht gebrauchen. Im Studio wartet genug Arbeit auf mich und zuhause auch. Und in meinem Leben und meinem Kopf ist kein Platz mehr für Schwätzer, deren Worte keinen Wert haben. Respekt kann ich vor solchen Menschen ohnehin nicht haben, also sind sie auch keinen einzigen Gedanken mehr wert. Dieser Herr hat sich als ernst zunehmender Mensch auf ganzer Linie selbst disqualifiziert. Tzzz…

Königin von Scheißegalien, ja das bin ich in diesen Tagen und es tut sooo gut.


Cape Canaveral Air Force Station

10. September 2008

Gnihihi… Schaut mal rechts auf den Mini-Countdown! Nun befinden wir uns in der letzten heißen Phase vor dem Umzug. Mit der magischen „10″ beginnt doch jeder Countdown, nicht wahr? Ob es Raketenstarts sind,  Domino-Day bevor der erste Stein angeschubst wird, Jahreswechsel oder die Olympischen Spiele, Welt- oder Europameisterschaften – überall zählt man von 10 auf 0… Und das tun wir ab heute auch. Es sind nur noch zehn Tage bis wir diese Mauern hier endgültig verlassen und zum ersten Mal in unserer neuen Hütte schlafen dürfen. Zehn Tage voller Stress und Arbeit. Aber in zehn Tagen beginnt unser neues Leben. Nie wieder aus diesen Fenstern schauen, nie wieder durch diese Räume gehen mit Wehmut, nie wieder die leeren Stellen an den Wänden betrachten wo einst Bilder hingen, nie wieder aufschrecken, wenn man vermeintlich vertraute Geräusche irgendwo hört, nie wieder auf dieses verdammte Namensschild am Briefkasten starren, nie wieder daran denken müssen, wie man diesen und jenen Nagel in die Wand schlug. Nie wieder… Es tut gut, zu wissen, dass all das nun in zehn Tagen ein Ende findet.

Endlich hier raus, endlich keine unnötigen Erinnerungen mehr und endlich alles hinter uns lassen können. Der Keller ist bereits besenrein, eine Sorge weniger. Meine Bücher befinden sich nun auch schon in der neuen Wohnung und der Rest meines Hausstandes wird in den kommenden Tagen restlos verstaut. Am kommenden Wochenende misten Sohnemann und ich sein Spielzeug aus und verknoten den brauchbaren Rest ebenfalls in Kisten und Säcke. Schritt für Schritt nach vorne, kein Zurück mehr.

Am frühen Nachmittag nehmen wir dann heute einen Termin beim Kieferorthopäden wahr, denn Sohnemann bekommt am 18. September seine erste Zahnspange – vorbereitend auf die Brackets, die ihm zu einem ansehnlichen und wohlgeratenen Gebiss verhelfen sollen. Zwar ist der Fehlstand seiner Zähne nicht wirklich dramatisch, aber es spricht nichts gegen schöne und gerade Zähne, denken wir und in 3-4 Jahren ist die Behandlung abgeschlossen, wenn alles planmäßig verläuft und Sohnemann gewissenhaft den Behandlungsplan befolgt. Mit etwas Glück und der nötigen Geduld hat er dann mit etwa 15-16 Jahren wunderbare Zähne und kann die Mädchenwelt mit seinem Lächeln um den Verstand bringen.


Ufff…

8. September 2008
  • Keller ausgeräumt
  • drei Kartons gepackt
  • Schlüssel von Sohnemann ausfindig gemacht *augenroll*
  • mit Mama telefoniert *kühlkissenaufsohrpress* ;-)
  • zwei Säcke mit Klamotten und sonstigem gefüllt

Umzug, der Komödie 1. Teil³

7. September 2008

So, vorhin bin ich trotz Muskelkater und chronischer Unlust dann doch rüber in unser neues Paradies gefahren und habe ganz alleine und ohne größere Zwischenfälle mein Bett aufgebaut. Nix wackelt, quietscht oder klappert. Ich bin stolz wie zehn nackte Neger auf mein Werk und habe sogar das indirekte blaue Licht unter’m Bett wieder ordnungsgemäß installiert. Leider hatte ich kein Verlängerungskabel mit, um alles gleich anzuschließen, aber das hole ich natürlich nach. Den Schrank konnte ich alleine nicht aufbauen, da ich leider nur über zwei viel zu kurze Arme verfüge. Das wird dann sicher in den kommenden 14 Tagen erledigt. Minutenlang stand ich stolz in der Tür und habe mein Bett betrachtet. Ich gestehe, dass ich auch eine halbe Stunde drin lag und durch die Dachfenster in den Himmel geschaut habe. An der Klingel neben der Wohnungstür prangt nun auch unser Name, dort fehlte er noch. Für dieses Wochenende soll’s genug mit Arbeit gewesen sein, jeder Knochen im Leib schmerzt und als ich vorhin die ersten Stufen Richtung Haustür runterhüpfen wollte, stöhnte ich vor lauter Schmerzen auf. Der gestrige Arbeitseinsatz fordert seinen Tribut. Aber wir sind ja nicht aus Zucker, nech??? Hier nun zwei Bilder vom aufgebauten Bett…


Umzug, der Komödie 1. Teil²

7. September 2008

Gestern verluden wir nun die zerlegten Schlafzimmermöbel in den Transporter, packten noch sämtlich fertigen Kisten dazu, oben drauf die ganzen Säcke und los ging’s Richtung neue Wohnung. Dort angekommen sprangen wir voller Tatendrang aus den Autos, packten jeder das erstbeste Stück und hasteten die Stufen nach oben unters Dach. Keuchend sahen wir uns an und lachten, weil keiner mehr imstande war, ein Wort zu sagen, ohne zwischendurch 3x Luft zu holen. Zu dritt flitzten wir nun unzählige Male die Treppen hoch und runter. Der Schweiß lief in Strömen und das fleißige Bienchen C. gab nach der Hälfte des Marathons auf. Entkräftet lag sie auf dem Teppich meines neuen Wohnzimmers und bewegte sich nicht mehr. Also rafften Bienchen A. und ich noch so einige Male allein die Kräfte zusammen und leerten den Transporter vollständig aus. Komplett am Ende saßen wir nun oben unterm Dach und waren zu keiner Bewegung mehr fähig. Der Hunger plagte uns nicht weniger als der Durst, also schleppten wir uns mit letzter Kraft hinunter und organisierten ein deftiges Mahl, damit wir uns stärken konnten. Völlig erschossen saßen wir dann in meiner alten Bleibe und so langsam fing jeder Muskel und jeder einzelne Knochen an zu schmerzen. Aber wir waren stolz wie Oskar über die erbrachte Leistung. Nur den Aufbau der geschleppten Möbelteile haben wir von der Liste gestrichen, denn das hätte ein Chaos ergeben. Macht nix, wir haben auch so enorm viel und mehr als erwartet geschafft. In zwei Wochen dann fahren wir den ganzen Rest und dann ist der schlimmste Spuk vorbei.


Umzug, der Komödie 1. Teil

5. September 2008

So, Kleiderschrank, Sohnemanns Bett und mein Bett sind fachgerecht zerlegt und stehen zur Abholung bereit. Nach einer Ganztagsschicht und diversen Behördenärgernissen vor dieser Schicht haben das fleißige Bienchen C. und meine Wenigkeit meine Schlafzimmermöbel und Sohnemanns Schlafmobiliar noch auseinander gebaut und bringen diese Sachen dann planmäßig morgen in unsere neue Wohnung, um sie dort im besten Falle auch gleich morgen wieder aufzubauen. Sohni verbringt sein Wochenende bei Papa bzw. Oma und kriegt von dem häuslichen Chaos hier nur das Nötigste mit.

Lieben Dank auch an meine Familie im Saarland, die mir heute nicht zum ersten Mal bewiesen hat, dass sie immer für mich da sind.

Liebe Mama, lieber Harry und liebes Schwesterlein… Ich bin dankbar und froh, Euch an meiner Seite zu wissen und schicke Euch tausend Küsse. Ich darf mich glücklich schätzen, auch auf meine Familie zählen zu können, wenn sie hunderte von Kilometern weit weg sind.

Danke für alles!!!


Verdammt…

5. September 2008

Unglaublich… Ich habe seit vielen Monaten mal wieder durch geschlafen. Es ist gut ein halbes Jahr oder noch länger her, dass ich eine ganze Nacht bis zum Morgen komplett durch geschlafen habe. Tolle Sache an sich, aber kann das nicht mal passieren, wenn morgens der Wecker nicht klingelt? Völlig entgeistert habe ich vorhin auf den Wecker gestarrt und angestrengt überlegt, ob ich nachts wach war. Nein, war ich definitiv nicht. Sonst ja immer, mehrmals, fast stündlich und man gewöhnt sich leider daran. Nicht so diese Nacht. Wie ein Stein muss ich da gelegen haben. Ich gebe Euch dann Bescheid, wenn ich das nächste Mal irgendwann im Spätfrühling mal wieder so schön ruhig geschlafen habe. Aber dann kann ich während meiner unruhigen Nächte wenigstens in den Himmel glotzen und Sterne zählen, weil ich über meinem Bett dann zwei schicke Dachfenster habe. Ist doch auch was… ;-)

Heute nochmal eine komplette Schicht, weil Chef mit Kind und Kegel in Reutlingen auf Convention ist. Ich hoffe, dass sich wenigstens 25 Leute zum Piercen einfinden, damit sich der Tag lohnt. Danach heißt es nach Hause düsen, Handwerkerklamotten über den Arsch ziehen und Möbel abbauen. Morgen dann alles in die neue Wohnung fahren und dort gleich wieder aufbauen. Mal sehen wieviel wir schaffen. Wollen den Aufwand in 14 Tagen etwas minimieren, denn mit der Küche werden wir dann genug Arbeit haben. Geplant sind für dieses Wochenende die Betten von Sohnemann und mir, der Kleiderschrank und eventuell noch ein paar Kleinteile. Ob wir meinen Wohnzimmerschrank noch transportabel zerlegt kriegen bzw. in die neue Wohnung schleifen, weiß ich nicht, aber hoffen darf man ja. Und lustig wird’s allemal, denn wenn zwei Weiber mit Akkuschrauber und Handwerkszeug hantieren, gibt’s immer Verletzte, Schrammen im Holz oder aber jede Menge zu lachen.


Endlich…

3. September 2008

Ich habe eeendlich meine Schlüssel und nun können wir unaufhaltsam in unser neues Leben starten. Wie versprochen, habe ich auch die ersten Bilder geschossen und darf Euch mein Schmuckstück präsentieren. Viel Spaß beim Stöbern. Weitere Bilder folgen in regelmäßigen Abständen, sofern Veränderungen vorgenommen wurden…

7 Days To Change Your Life – Jamie Cullum

(Datei wird mit Audioprogramm abgespielt / keine Angst, das ist kein Virus ;-) )


Arbeitswut

2. September 2008

Wie bereits erwähnt, bekommen wir ja morgen unsere Schlüssel und anlässlich dieser überaus erfreulichen Nachricht hat mich heute nach Feierabend erneut der Arbeitseifer gepackt. Weitere vier Kartons warten nun im Umzugszimmer auf ihren Abtransport. Hossa…

Morgen werde ich dann – sofern ich es nicht zum x-ten Male vergesse – endlich ein paar Bilder von den (noch leeren) Zimmern der neuen Bleibe knipsen und selbstverständlich auch hier präsentieren. Es entsteht hoffentlich eine anschauliche Photostrecke über die kommenden Tage und Wochen.

Jetzt muss Madame noch einen kleinen Happen essen und schlüpft dann einigermaßen zufrieden und zuversichtlich unter ihre warme Decke.

Gute Nacht allerseits… :-)


Was ich noch sagen wollte…

27. August 2008

Eigentlich hatte ich mir für morgen früh vorgenommen, jemandem ein paar Zeilen zu widmen, der unter den gegebenen Umständen und meiner diesbezüglichen Verfassung schweigend leidet. Nach tagelangem Schweigen meinerseits fühlte ich heute Nachmittag das Begehren in mir aufsteigen, meinen nächsten Eintrag ausschließlich an sie zu richten. Ich weiß, dass sie meinen Blog täglich verfolgt, dass sie stille Mitleserin ist. Wie oft litt sie mit, freute sich gemeinschaftlich oder aber schwieg betroffen, weil sie den Schmerz so manches Mal beinahe mitfühlen konnte. Ein Gespräch beruflicherseits vernichtete diesen Plan heute. Darauf näher einzugehen, war und ist in diesem Moment nicht mein Bedürfnis. Ich kann nur noch einmal betonen, dass ich keine Herrschaft über meine Emotionen habe und zu allem Gesagten stehe, denn kein Mensch hat die Macht darüber, wie er gewisse Dinge empfindet und tief in sich spürt. Wir alle sind Geiseln unserer Gefühle und sind ihnen auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Auch wenn manche dieser Gefühle Unverständnis auslösen, unterliegt es dennoch nicht meiner Kontrolle, was in mir vorgeht. Der Kopf ist das Gefängnis meiner Gedanken und in meiner Brust und meinem Bauch wohnen Gefühle, derer ich mich nicht erwehren kann.

So manches Mal stand ich hilflos da und hatte kaum noch Luft zum Atmen, so tief saß der Schmerz und an manchen Tagen ist er so gegenwärtig, als wäre alles erst gestern passiert. Ich arbeite derzeit genau aus diesem Grund unendlich hart an mir und befreie mich von all dem Ballast, der mich daran hindert, wieder schmerzfrei meinen Alltag zu überstehen. Kaum ein Tag vergeht, an dem ich mir nicht wünsche, ich könne die Zeit zurück drehen, um manche Menschen gar nicht erst in mein Leben und meinen Alltag zu lassen. Die immer wiederkehrende Konfrontation damit kostet mich mehr Kraft, als ich habe und mein schwerer Entschluss, all dem endgültig zu entfliehen, stößt bei manchen Mitmenschen auf wenig Gegenliebe. Verstehen kann ich das sicherlich, doch scheinen mir derzeit einfach die Worte zu fehlen, dies genau jenen Menschen verständlich zu erklären. Immer wieder zerrt jener Schmerz an mir und meiner Seele, der mich zu diesem Entschluss bewogen hat. Ich hasse es so dermaßen, jedesmal mit den Tränen kämpfen zu müssen und wünsche mir umso mehr, meinem Entschluss den Ausdruck zu verleihen, der vielleicht das Verstehen auf der Gegenseite leichter macht.

Es mag sein, dass einiges aus Rücksicht geschah, allerdings verletzte mich das Wie in einer Intensität, dass ich mich enttäuscht zurückzog. Ein Mensch, der sich im gleichen Moment nicht auf einem solchen Tiefpunkt befindet, wird diese Enttäuschung sicherlich niemals nachvollziehen können – wie auch. Es ist uns Menschen einfach nicht möglich, den selben Schmerz zu empfinden, wenn wir ihn nicht gerade selbst durchleben. Vorwürfe ändern leider nichts an meinen Emotionen, selbst wenn ich wollte. Es ist leicht, über Dinge zu urteilen, die einen nicht direkt betreffen. Es ist leicht, jemanden für einen Entschluss zu verurteilen, den man aus purem Selbsterhaltungstrieb getroffen hat, wenn der eigene Gemütszustand nicht annähernd so desolat ist, wie der des Betroffenen. Und es ist auch leicht, mit dem Kopf zu schütteln, wenn die Schmerzen der eigenen Vergangenheit in die Ferne gerückt sind. Wenn aber jemand vor Dir steht, der keinen anderen Ausweg mehr sieht, als die konsequente Flucht zu ergreifen, sollte man dann nicht versuchen, das alles für einige Augenblicke aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Niemand funktioniert nach Plan, niemand kann seine Schmerzen steuern und niemand geht einen solchen Schritt, wenn er eine andere Möglichkeit sieht.

Es ist keine Frage, dass nicht jeder das versteht, aber machen es vorwurfsvolle Worte besser? Auch wenn es unwahrscheinlich klingen mag, gibt es in meinem Umfeld durchaus Menschen, die ohne das Wissen um meine Absichten, ebenso klar Stellung beziehen und die selbe Entscheidung treffen würden. An dieser Stelle sitze ich schweigend da und nicke bekümmert, denn sie haben erkannt, dass manche Dinge im Leben geschehen müssen, damit man genesen kann. Die Entscheidung fiel mir weiß Gott alles andere als leicht, aber alles in mir sehnt sich nach Abstand und Ruhe. Es gab immer nur zwei Orte, die mir Sicherheit vermitteln konnten. Jene zwei Orte waren oftmals Zuflucht vor den Wirren des täglichen Lebens. Manchmal floh ich vor dem einen Ort, um wenigstens am anderen Ort Ruhe vor den Dingen zu finden, die mich schmerzen. Kehrte dann am Krisenherd endlich Ruhe ein, konnte ich hin und wieder diese Ruhe an beiden Orten genießen.

Nicht von allen Dingen, die in den letzten Monaten vorfielen, wisst Ihr und wenn von jenem Anstand gesprochen wird, den die Wurzel allen Übels angeblich hat, kann ich nur bitter lachen, denn wieviel Anstand besitzt ein Mensch, der nicht mal ein Kind mit einem „Hallo“ bedenkt, wenn er ihm in den vier Wänden begegnet und das über viele Wochen? Mir ist durchaus bewusst, dass dies nicht relevant sein kann, aber dieser Mensch hat gegenüber meinem Sohn alles an Anstand vermissen lassen, was möglich war. Wie ich mich dabei als Mutter fühle, kann nur jemand ermessen, der solche Erfahrungen machen musste. Das Wort Anstand hat nicht das Geringste mit diesem Herrn zu tun, das zeigt er allerdings nicht Euch gegenüber, denn da gilt es den Schein zu wahren. Sein zweites Gesicht habt Ihr noch nie gesehen, daher erwarte ich nicht, dass Ihr das alles versteht. Aber es sei gesagt, dass nicht nur ich dieses zweite Gesicht kenne, sondern noch einige andere Menschen, in deren Umfeld er in ähnlicher Weise in Erscheinung getreten ist und die schneller als ich erkannt haben, wer er wirklich ist. Und nein, jene Menschen mussten nicht erst eine Beziehung mit ihm führen. Dort reichte es, dass seine Maske einen kurzen Moment lang verrutschte, aber mit etwas Glück werdet Ihr diese Erfahrung nicht machen müssen. Andere mussten es sehr wohl, wie ich auch und ich bin noch immer entsetzt über das, was ich da sah. All die Einzelheiten zu schildern, die mir als Mutter viel zu oft sagten, dass dieser Mann nicht authentisch ist, würde den Rahmen sprengen und viel zu lange verschloss ich die Augen davor. Spätestens wenn ich sehe, welchen Rang die kleine C. bei ihrem Ziehvater  und „Papa“ A. genießt, wird mir schmerzhaft klar, was ich meinem eigenen Sohn zugemutet habe. Das allein ist Strafe genug, glaubt mir. Und nicht zuletzt das ist es – wie so vieles andere mehr – was mich dazu bewegt, ihn mit aller Konsequenz aus meinem Leben zu streichen.

Nun war es so, dass ich zuhause floh, um wenigstens bei der Arbeit Ablenkung zu finden, Sicherheit zu spüren und für wenige Stunden dem entrinnen zu können, was um mich herum passiert. Umso schlimmer empfand ich es, das ich ausgerechnet hier genau das nicht mehr fand. Was also tun? Still aushalten, stumm leiden und zuhause vor Kummer vergehen? Oder aber eine der schwersten Entscheidungen treffen und gegen alle Vernunft, aber dennoch für mich selbst einen Schritt zu wagen, den wirklich kein Außenstehender verstehen könnte. Ist es wichtig, wie sich mein Umfeld dabei fühlt oder sollte ich alles dafür tun, dass es mir besser geht? Einen Mittelweg sah und sehe ich leider nicht und ich gehe schweren Herzens. Ich lasse zwei Menschen zurück, die mir so manches Mal zu Seite standen, die mir aus mancher kritischen Situation halfen, in denen andere Menschen auf ihren Partner zählen können – ich konnte das leider nicht, denn seine „Liebe“ hatte deutliche Grenzen mit einem großen €-Symbol dahinter – und denen ich mir selbst zuliebe den Rücken kehren muss. Niemand kann Dich wirklich verletzen und enttäuschen, den Du nicht aus reinem Herzen gemocht hast. Wie könnte es sonst sein, dass mir die Ereignisse der jüngsten Vergangenheit so zusetzten? Auch wenn ich einen Teil dieses Paares erst wenige Monate wirklich nah bei mir hatte, so steht dies in keinem Verhältnis zu dem, wie gerne ich sie hatte.

Sie lachte und sie weinte oft mit mir. Wir waren ein gutes Team und arbeiteten Hand in Hand so gut uns das möglich war. Oft steckten wir gemeinsam die Backpfeifen für unsere Fehler ein und nichts drängte den anderen nach Feierabend sofort nach Hause. Für eine Tasse Kaffee und ein vertrautes Gespräch war immer Zeit und mir tat keine Minute leid, die ich deshalb so oft zu spät nach Hause fuhr. Es war perfekt und es hätte so wunderbar sein können, bis ich einem anderen Menschen viel zu viel und zu nahen Zutritt zu diesem Teil meines Lebens gewährt habe. Die Schuld dafür trifft mich allein und ich bringe dafür nicht nur Opfer in beruflicher Hinsicht, sondern nicht zuletzt auf menschlicher Ebene. Letzteres wiegt schwerer, ganz ohne Zweifel. Blindes Vertrauen und absolute Loyalität hatten oberste Priorität, zumindest was mich betrifft und man muss sich auch in Zukunft keine Sorgen machen, dass interne Belange nach außen dringen könnten. Darauf mein Wort, heute und auch in Zukunft. Wer mich kennt, weiß, dass ich Versprechen nicht breche, schon gar nicht solche. Macht Euch darum bitte niemals Sorgen, denn das widerspricht allen Idealen, die ich in mir trage.

Die finanziellen Folgeerscheinungen fürchte ich nicht, denn das spartanische Dasein kann mich nicht mehr abschrecken, weil das Leben nicht immer nur fair zu mir war. Oft genug stand ich vor dem absoluten Nichts und kroch so manches Mal blutend vom Schlachtfeld. Finanziell und emotional oft am Scheideweg und mit genügend Abstand rappelte ich mich immer wieder auf – mal schneller, mal nur ganz langsam. Immer fand ich Zuflucht in meiner jeweiligen Bleibe oder aber in meiner Arbeit. Vor allem bei der Arbeit fand ich nicht selten Zerstreuung. Diesmal habe ich mir diesen Weg vor Monaten selbst versperrt und kann nur noch in mein neues Leben flüchten. Wie verhängnisvoll sich diese zugelassene Vertrautheit auswirken könnte, habe ich damals nicht berücksichtigt. Und gerade deshalb geschieht das alles nun. Es tut mir weh, es begleitet mich durch die Nächte und quält mich am Tage, aber ich kann nicht mehr anders. Wenn die Wochenenden beginnen, brauche ich inzwischen mehr als einen Tag, um einigermaßen ruhig zu werden. Mit unbeschreiblichen Bauchschmerzen fahre ich dann montags zur Arbeit und plage mich durch die Woche, um endlich wieder ausweichen zu können. Nein, ich sehe, dass Ihr das sicher auch in ferner Zukunft nicht verstehen werdet, aber ich spüre mit jeder Faser in mir, dass allein dieser Abstand mir Linderung verschafft.

Es tut mir unendlich leid, dass ich auf diesem Wege so viele Scherben hinterlassen muss und ich gehe wirklich nur, weil ich sonst verrückt werde. Wie oft habe ich in Gedanken alle Möglichkeiten in Erwägung gezogen, mit mir gehadert und nächtelang gegrübelt. Immer wieder kam ich zum selben Entschluss, denn Alternativen tun sich nicht auf. Ich habe lediglich die Wahl zwischen Pest oder Cholera. Wer für mich die Pest verkörpert, liegt auf der Hand, also habe ich die Cholera gewählt und ich erwarte nicht, dass Ihr das versteht. Wie könntet Ihr auch?! Dass ich nun tagelang geschwiegen habe, liegt allein daran, dass ich zu den Menschen gehöre, die lieber schweigen als etwas dummes zu sagen. Manchmal brauche ich einige Tage, um wieder klar denken zu können. Mein engstes Umfeld weiß das und übt sich in solchen Situationen in Geduld, wofür ich dankbar bin. Wie schnell sind in der Hitze des Gefechts Worte gesagt, die man so nicht wählen würde, wenn der Kopf abgekühlt ist. Dieses Schweigen deutet so Mancher dann vollkommen falsch, sei’s drum. Wie ich was empfand, habe ich zum Ausdruck gebracht und weder ich noch irgendwer kann steuern, wie sich das eine oder andere in meinem Innersten anfühlt. Nicht immer deckt sich die eigene Sicht der Dinge mit der von anderen Menschen. Das war schon immer so und das ändern auch die zornigsten Worte nicht.

Spürt man Enttäuschung, empfindet man darüber auch Schmerz. Fühlt man sich verraten, schmerzt es mit der gleichen Stärke. Und auch wenn manches aus Rücksicht geschah, kam es bei mir dennoch an wie ein Messerstich. Das Motiv dafür war sicherlich Rücksicht, die Empfindungen darüber glichen aber denen, die einen überrennen, wenn man sich verraten fühlt. Es fühlte sich in jedem Falle furchtbar an und mir wurde schlagartig klar, dass etwas in mir zerbrochen ist – das Vertrauen. Aber ist denn nicht genau dieses Vertrauen unglaublich wichtig? Meines war grenzenlos, eine Seltenheit. Und ich habe keine Ahnung, was der richtige Weg in dieser Situation gewesen wäre, aber im Umkehrschluss dessen, steht wieder jene Ohrfeige im Raum, die ich mir mehrmals täglich selbst erteile, weil es meine eigene Schuld ist, dass solche Situationen überhaupt entstehen konnten. Sofern ich irgendwann die Chance habe, wieder an einem Ort zu arbeiten, mit dem ich Leidenschaft verbinden kann, werde ich deutlichere Grenzen ziehen. Das habe ich gelernt und diesen schwerwiegenden Fehler werde ich kein zweites Mal begehen. Mein Bedauern über das zwischenmenschliche Leid kann ich derzeit nicht in Worte fassen. Dafür steht dieses Lied, liebe S., denn diese Zeilen haben mich unzählige Tränen gekostet und ich weiß, dass Du zu den wenigen Menschen gehörst, die meine Worte so nah an sich lassen, dass sie einen winzigen Teil dessen spüren, was mich bewegt. Ich wollte nicht, dass Du weinst. Wirklich nicht…

Es geht kein Weg zurück.

Weißt du noch, wie es war,
Kinderzeit, wunderbar.
Die Welt ist bunt und schön,
bis du irgendwann begreifst,
dass nicht jeder Abschied heißt,
es gibt auch ein Wiederseh’n.

Immer vorwärts, Schritt um Schritt.
Es geht kein Weg zurück,
was jetzt ist, wird nie mehr ungescheh’n.
Die Zeit läuft uns davon,
was getan ist, ist getan,
was jetzt ist, wird nie mehr so gescheh’n.

Es geht kein Weg zurück.

Ein Wort zuviel im Zorn gesagt,
ein Schritt zu weit nach vorn gewagt,
schon ist es vorbei.
Was auch immer jetzt getan,
was ich gesagt hab, ist gesagt
und was wie ewig schien,
ist schon Vergangenheit.

Immer vorwärts, Schritt um Schritt.
Es geht kein Weg zurück,
was jetzt ist, wird nie mehr ungescheh’n.
Die Zeit läuft uns davon,
was getan ist, ist getan,
was jetzt ist, wird nie mehr so gescheh’n.

Ach und könnte ich doch nur ein einz’ges Mal
die Uhren rückwärts dreh’n,
denn wieviel von dem,
was ich heute weiß,
hätt’ ich lieber nie geseh’n.

Es gibt kein Weg zurück, es gibt kein Weg zurück.

Dein Leben dreht sich nur im Kreis,
so voll von weggeworf’ner Zeit.
Deine Träume schiebst du endlos vor dir her.
Du willst noch leben, irgendwann,
doch wenn nicht heute, wann denn dann?
Denn irgendwann ist auch ein Traum zu lange her.

Immer vorwärts, Schritt um Schritt
es gibt kein Weg zurück,
was jetzt ist, wird nie mehr ungescheh’n.
Die Zeit läuft uns davon,
was getan ist, ist getan,
was jetzt ist, wird nie mehr so gescheh’n.

Ach und könnte ich doch, nur ein einz’ges Mal,
die Uhren rückwärts dreh’n,
denn wieviel von dem,
was ich heute weiß,
hätt’ ich lieber nie geseh’n…


Ein guter Tag

25. August 2008

Nach viel zu vielen schlechten Tagen fühle ich mich heute mal wieder gut. Nein, nicht zum ersten Mal, aber doch so gut, dass ich es erwähnenswert finde. Ein guter Tag, um in die Hände zu spucken und mit einem Lied auf den Lippen mein neues Leben zu organisieren, das in 3 ½ Wochen endlich beginnt. Endlich…

First I was afraid
I was petrified
Kept thinking I could never live
without you by my side
But I spent so many nights
thinking how you did me wrong
I grew strong
I learned how to carry on
and so you’re back
from outer space
I just walked in to find you here
with that sad look upon your face
I should have changed my stupid lock
I should have made you leave your key
If I had known for just one second
you’d be back to bother me

Go on now go walk out the door
just turn around now
’cause you’re not welcome anymore
weren’t you the one who tried to hurt me with goodbye
you think I’d crumble
you think I’d lay down and die
Oh no, not I
I will survive
as long as i know how to love
I know I will stay alive
I’ve got all my life to live
I’ve got all my love to give
and I’ll survive
I will survive

It took all the strength I had
not to fall apart
kept trying hard to mend
the pieces of my broken heart
and I spent oh so many nights
just feeling sorry for myself
I used to cry
Now I hold my head up high
and you see me
somebody new
I’m not that chained up little person
still in love with you
and so you felt like dropping in
and just expect me to be free
now I’m saving all my loving
for someone who’s loving me

(Ich lächle, weil ich diesen Text verstehe und ich lache lauthals, weil die Krebsgeschwulst kein Englisch kann.)


Neuanfang

24. August 2008

Es gibt Momente, die vergisst man nicht und solche, die man vergessen muss, um leben zu können.

Wenn auch die Fähigkeit zu täuschen ein Zeichen von Scharfsinn und Macht zu sein scheint, so beweist doch die Absicht zu täuschen ohne Zweifel Bosheit und Schwäche.

Ich weiß aus bitterer Erfahrung, wie trügerisch mitunter das Äußere sein kann, dass sich unter Blumen manchmal eine Schlange verbirgt.

Die uns so täuschend echt vormachen, von angenehmer Wesensart zu sein, die entlarven sich immer wieder viel zu spät als eine unangenehme Art von Wesen.

Ich erweise mich nicht zum ersten Mal als ungeduldiger Mensch. Ich warte seit Tagen und Wochen sehnsüchtig, dass der Schmerz über das Geschehene und in den frischen Wunden endlich nachlässt. Nichts kann ihn betäuben, nichts lindert ihn, niemand kann mir einen Teil davon abnehmen. Ich weiß, dass er eines Tages verschwunden sein wird, aber die Zeit bis dahin erscheint mir ewig. An manchen Tagen geht es mir erschreckend gut. Dann wieder wache ich an anderen Tagen morgens auf und spüre bereits beim ersten Wimpernschlag, wie sich meine Augen mit Tränen füllen. Nein, ich sehne mich nicht mehr nach diesem Menschen, seiner Anwesenheit oder seiner Nähe. Nein, es ist vielmehr die Enttäuschung darüber, wie er sich aus dieser Beziehung „verabschiedet“ hat – gar nicht. Er lief einfach davon, erwies sich als kein bisschen standhaft und täuschte Verzweiflung vor, die nur gespielt sein konnte, denn sein Verhalten sagt dies mehr als deutlich. Einem solchen Schauspieler aufgesessen zu sein, quält mich am schlimmsten. Alles andere lässt sich ertragen. Ich muss dankbar sein, dass ich nicht noch mehr Zeit an diesen Dramatiker verschwendet habe, auch wenn ich ihm zum Abschied gerne vor die Füße spucken würde. Wer so mit Gefühlen spielt und Emotionen vortäuscht, die er nicht in sich trägt, hat weniger Charakter als ein totes Stück Holz. Unter dem Vorwand, diese Liebe brächte ihn um, zog er feige den Schwanz ein und entpuppte sich als wahres Ekel. Mein Sohn kann Zeugnis darüber ablegen, denn ihn ignorierte er von Stund an und das sagt sehr viel über den Charakter eines Menschen aus. Wer seine Konflikte auf dem Rücken von Kindern auslebt, hat weder Achtung noch Respekt verdient.

Die Wochen bis zum ersehnten Umzug ziehen sich endlos hin und ich quäle mich durch jeden einzelnen Tag, bis ich diese Mauern endlich verlassen kann. Diese Wohnung, dieser Stadtteil, alles hier ist mir zuwider. Noch nie habe ich einen Wohnungswechsel so herbei gesehnt wie diesen. Meinem Sohn und mir wird diese Veränderung gut tun und die noch anstehenden Ereignisse sind zwar weniger erfreulich, aber sie werden mir helfen, einen endgültigen Strich unter alldem zu ziehen. Kleine und auch große Opfer gebe ich dafür und nicht mit allem stoße ich auf Verständnis – zumindest nicht bei Jedem -, aber da es keine Alternativen gibt, bleibt mir keine andere Wahl. Ich kehre allem und jedem den Rücken, der mich an jene Dinge erinnert, die meinem Sohn und mir hier widerfahren sind. Das bin ich mir und auch meinem Sohn schuldig, auch wenn’s so mancher Mensch nicht versteht.


Tatendrang

18. August 2008

Sooo, die Woche hat begonnen und ich habe mir viel vorgenommen. Während des vergangenen Wochenendes war ich nicht untätig und habe fast alle Punkte meiner To-Do-Liste abgearbeitet. Sohnemann hatte sich am Samstag überraschend zu seinen Kumpels nach Mechel verabschiedet und kommt erst heute im Laufe des Tages zurück. Ich habe weitere Kartons und Säcke verpackt und das ehemalige Gästezimmer kurzerhand zum Umzugszimmer umfunktioniert. Dort werden jetzt ausschließlich Sachen gelagert, die fix und fertig für den Abtransport sind. Sämtliche Winterjacken und alle dicken Pullover sind nun auch schon reisefertig, Tischdecken und der Großteil meiner Geschirrtücher ebenso. Diese Woche werde ich dann weitere nicht mehr benötigte Sachen verstauen und meinen Hausstand auf das Nötigste reduzieren. Während der nächsten Tage werde ich dann meinen Wohnzimmerschrank zerlegen und ebenfalls im Umzugszimmer verstauen. Das Ausmisten von Sohnemanns Kleiderbestand steht noch aus, wird aber nach seiner Rückkehr erledigt.

Jetzt hüpfe ich erstmal unter die Dusche und fahre in die Stadt, um dort so einiges zu erledigen. Umgemeldet sind wir schon, aber ich muss Kabelfernsehen und auch DSL zum Wunschtermin um- bzw. ab- und anmelden. Wir wollen ja nahtlos surfen und fernsehen. Schmerzhaft sind hier nur wieder diese verflixten Anmeldegebühren, aber Dummheit wird bekanntermaßen bestraft. Und da ich bis kürzlich zu den Saudummen gehört und auf rosarote Versprechungen hereinfiel, muss ich diesen Preis (hoffentlich zum letzten Mal) eben zahlen. Shit happens and has a new name… ;-)


Sonntag

17. August 2008

Die Sonne wagt sich heute endlich mal wieder heraus und ich habe mir für den heutigen Sonntag so einiges vorgenommen. Sohnemann ist gestern zu seinen Kumpels nach Mechelgrün gefahren, um dort eine lustige Nacht im Zelt zu verbringen und ich stand deshalb gestern mit (fast) fertig gekochtem Essen da. Geschmeckt hat’s trotzdem, denn es gab nach laaanger Zeit mal wieder marinierte Heringe, was der ehemalige Mitbewohner nicht mochte. Jetzt dürfen wir das endlich wieder essen und es war sooo lecker.

Da das Gästezimmer nun endlich restlos leer ist, werde ich heute all meine bereits gepackten Kartons und Säcke dort fein säuberlich verstauen und daraus das „Wir-ziehen-bald-um“-Zimmer machen. Dann lichtet sich das Schlafzimmer wieder ein bisschen und ich kann die Dinge im Gästezimmer als restlos erledigt verzeichnen. Rein organisatorisch betrachtet, erleichtert das die Planung und Umsetzung eines reiblungslosen Umzuges. Für Transporter und fleißige Helfer ist auch schon gesorgt. In 14 Tagen lege ich dann die Kaution an und darf den (bereits vereinbarten) Termin zur Schlüsselübergabe amtlich machen. Darauf freue ich mich schon gewaltig, denn von wohlfühlen ist in diesen Wänden hier keine Rede mehr. Nicht weil hier schon einiges an Möbeln fehlt, sondern weil mir der vergangene Umzug so dermaßen sinnlos erscheint, dass ich kotzen könnte. Nun haben Sohnemann und ich ins Auge gefasst, dass wir es uns in den neuen vier Wänden so richtig gemütlich machen und uns dort keiner mehr vertreibt oder herauslockt. Tja, und wenn sich tatsächlich mal wieder jemand in unser Herz schleicht, wird derjenige viel aufgeben müssen, denn wir tun es nicht mehr. Wir werden keinen treuherzigen Augen und watteweichen Worten mehr Glauben schenken und wir bleiben in dieser bezaubernden Wohnung, denn sowas finden wir so schnell nicht wieder. Wohntechnisch gesehen übertrifft die neue Wohnung nämlich alles, was wir bisher hatten und das zu einem vergleichsweise erträglichen Preis. Dieses Schmuckstück ist schon ohne Möbel so gemütlich und einladend, dass Sohnemann am liebsten sofort seine Siebensachen gepackt hätte. Noch müssen wir uns ein bisschen gedulden, aber ich weiß jetzt schon, dass wir uns dort sehr schnell wohlfühlen werden. Dass wir trotz der unerwünschten Veränderungen so viel Glück haben, war nicht abzusehen. Aber irgendwas muss ja mal klappen…


To-Do-Liste für den heutigen Samstag

16. August 2008
  • Sohnemann und mich einwohnermeldeamtlich ummelden
  • Einkauf erledigen
  • neue Schulbücher und -hefte kaufen
  • Wäsche waschen
  • Wäsche zusammenlegen
  • restliches Inventar des Wohnzimmerschrankes verpacken
  • Katzentoilette reinigen
  • Müll raus bringen
  • Klamotten von Sohnemann ausmisten
  • eventuell mit Sohnemann zum Friseur
  • derzeit nicht benötigte Klamotten in Säcke verpacken (für Umzug)
  • Betten frisch beziehen
  • abends gemeinsam baden (Sohni liebt das noch immer) fiel leider aus, da Sohni bei Freunden übernachtet hat und seine alte Mutter alleine ließ ;-)

Mal schauen, welche Punkte ich heute Abend als erledigt abstreichen kann. Hoffentlich alle…

Und dann war da noch jemand, der die Randleisten, die einst in meiner Küche montiert waren und hier noch nicht wieder zum Einsatz kamen (weil man mit einigen tausend Euro auf diversen Konten und Sparbüchern nunmal kein Holz für ca. 80,-€ kaufen will), aus der bereits mehrfach erwähnten Kleinkariertheit und dem nicht zu unterschätzenden Geiz kurzerhand mitnahm. Ich wette, dass er das auch getan hätte, wenn sie in seiner Küche nicht gebraucht würden, nur damit ich sie nicht mehr benutzen kann. Aber so sind manche Menschen und ich bin dennoch froh, dass ich darüber lachen kann und niemals so sein werde.


Begeisterung

12. August 2008

Man mag es kaum glauben, aber als Sohnemann heute zum ersten Mal die neue Wohnung gesehen und beschnuppert hat, war er so begeistert, dass er – original Wortlaut – am liebsten sofort einziehen würde. Wer meinen Sohn näher kennt, weiß, dass er üüüberhaupt kein Freund von derartigen Veränderungen ist. Es grenzt also an ein Wunder, dass er solche Sachen sagt. Auch die heute zur ersten Besichtigung eingeladenen Freunde waren einstimmig der Meinung, dass diese Wohnung „zuckersüß“ und „niedlich“ sei.

Sollte ich jedoch in einiger Zeit einmal den Gedanken äußern, wieder umziehen zu wollen (dann zum 24. Male!!!), dann bitte ich höflichst darum, mich in eine geschlossene Anstalt einweisen zu lassen. Bitte bitte bitte…!!!


Fleißiges Bienchen

8. August 2008

Habe jetzt in sage und schreibe 1 ½ Stunden 8 (!!!) Kartons gepackt und umzugsfertig beschriftet und zugeklebt. Jetzt freu ich mich ein bisschen und freu mich noch mehr auf meine neue Wohnung…

Ja, ich weiß, das interessiert keine Sau, aber ich freu mich trotzdem… :-)


Geschützt: Jauchz…²

5. August 2008

Dieser Artikel ist passwortgeschützt. Bitte geben Sie Ihr Passwort ein, um ihn lesen zu können:



Geschützt: Frühaufsteher

7. März 2008

Dieser Artikel ist passwortgeschützt. Bitte geben Sie Ihr Passwort ein, um ihn lesen zu können:



Geschützt: Der Umzug wegen Bert… ;-)

15. Januar 2008

Dieser Artikel ist passwortgeschützt. Bitte geben Sie Ihr Passwort ein, um ihn lesen zu können: