Träum’ was schräges ähhh schönes…

10. Oktober 2009

Mein Hirn braucht offenbar Urlaub – ganz dringend. Warum? Ist nicht so einfach zu erklären, aber ich versuch’s. Wie die meisten meiner Leser ja längst wissen, absolviere ich zur Zeit eine Weiterbildung in Sachen Webadministration und Design. Anfangs beschränkten sich die Themen hauptsächlich auf Design und im Moment befassen wir uns in erster Linie mit Servertechnologie und –sicherheit. Ziemlich trockener Stoff und nicht immer ganz einfach zu begreifen. Nun ja, gestern bin ich dann endlich ins wohlverdiente Wochenende gestartet und habe für alle meine Lieben zuhause leckeren, wunderbar reichhaltigen Salat mit selbst gemachten Knoblauchbrötchen geklöppelt. Bisschen zu viel genascht davon, anschließend bisschen Bauchweh bekommen, also ab ins Bett und jegliche Fummeleien auf “morgen” verschoben. Ja, ich weiß, Ihr hofft, dass es jetzt schlüpfrig wird. Ihr Schweine…

Also schläft Frau N. aus P. recht schnell ein und träumt sogar was. Dass sie träumt, ist nichts neues, aber was sie da geträumt hat, ist schon etwas schräg. Hat sich jemand schon mal näher mit Servertechnologie und –sicherheit befasst? Wohl eher die Wenigsten hier, also folgt eine klitzekleine Einleitung. Was ein Server ist, spielt jetzt mal keine Rolle, aber so ein Serverdingens “regelt” im Idealfall alles, was der Netz-Client so darf oder verboten bekommt. Also der Administrator konfiguriert alle Rechte von außen nach innen und umgekehrt. Man erstellt unter anderem Firewallregeln. Wie, was, wo, soll jetzt mal egal sein, im Grunde ist erklärt, was ein Server bzw. der Admin kann/macht. So, also ich liege also im Bett, schlafe tief und fest und fange an zu träumen. Wie bereits erwähnt, wurden die Schweinereien wegen Bauchgrummeln “verschoben” und diese “Verschiebung” zusammen mit dem Serverschnickschnack schlich sich in einer lustigen Kombination in mein Unterbewusstsein und brachte folgenden Traum zustande:

Es gibt in meinem Traum einen externen Clienten (den Bettbeifahrer), einen zwischeninstallierten ISA-Server und einen internen Webserver (das bin ich). Der Client startet eine Beischlaf-Anfrage an den Webserver (also mich) und scheitert schon am ISA-Server, da einige Firewallregeln den Zugriff verhindern. Der Client wendet sich an den Administrator (das bin zufälligerweise auch ich) und sagt, er habe “Verbindungsprobleme”. Der Admin quatscht den Clienten in gewohnt arroganter Weise mit Fach-Chinesisch zu, weil er ganz genau weiß, dass der Client nur Bahnhof versteht und er dessen Unwissenheit als Waffe gegen ihn einsetzen kann. Der Client fleht und bettelt um “Zugriff” und der Adminarsch (ich) tut so, als würde er dem Clienten helfen wollen. Da der Admin aber genau weiß, dass einige der Firewallregeln ganz bewusst so definiert wurden, dass der Zugriff scheitert, resigniert der Client irgendwann überfordert und schläft mit einem “steifen Nacken” ein. (Dass der Scheißadmin dem Clienten auch zur Sicherheit noch unzulässige IPs untergejubelt und ihn in einer blockierten Benutzergruppe untergebracht hat, weiß der arme Sack natürlich nicht. Nur so als Absicherung, falls die Firewallregeln versehentlich falsch eingestellt sind. “Zugriff” also unter gaaar keinen Umständen möglich. Harrrharrr…)

Ich wache auf und denke: “Wie geil ist das denn???”, feixe in die morgendliche Dunkelheit und denke: “Das muss ich bloggen!”. Also bin ich extra wegen Euch kurz nach 4.00 Uhr aufgestanden, habe mir einen ordentlich starken Kaffee gemacht und meinen Traum hier gebloggt, weil ich den sicher bis nachher vergessen hätte. Ich muss immer noch lachen, wenn ich das hier lese. Ich bin pöööse…, aber nur wenn ich schlafe. Und als Bonus habe ich extra für Euch Anschauungsmaterial geklöppelt. Bitteschön…!!!

zugriff verweigert


Alte Freunde zu Gast im Vogtland…

19. August 2009

Das Internet macht Dinge möglich, die mich immer wieder aufs Neue begeistern. Seit geraumer Zeit gibt es zahlreiche dieser Netzwerke, in denen man alte Freunde und Bekannte finden und über deren Freundeslisten wiederum weitere Leute aufstöbern kann. Tolle Sache das.  So geschah es auch, dass ein gewisser M. mich laut Benachrichtigungsmail gefunden habe. Der Vorname sagte mir nicht viel, da dieser in unseren Breitengraden nicht unbedingt selten ist. Vom Nachnamen stand da nichts, tut es in derlei Mails ja nie. Also klickte ich mich in Richtung dieses Profils und staunte nicht schlecht. Ein guter Kumpel aus uralten Tagen hatte mich gefunden und da er im August in der alten Heimat Urlaub machen wollte, vereinbarten wir vorerst nur, dass wir uns ja dann treffen könnten.

Na klar, ich treffe nur zu gerne Freunde von ganz früher und hinterließ gleich meine Nummer. Dann bekam ich letzte Woche das Signal, dass “es” in den nächsten Tagen soweit wäre. Nochmal fix zur Sicherheit meine Nummer hinterlassen und prompt flatterte am vergangenen Wochenende eine SMS aufs Display. Gestern dann hockten wir nun endlich nach ca. 15 Jahren wieder zusammen und lachten Tränen über alte Zeiten und Schandtaten. Mit von der Partie waren seine Frau und die beiden Kinder. Ich blieb länger als geplant, lachte heftiger als erwartet und freute mich über alle Maßen, den alten Haudegen mal wieder aus der Nähe zu sehen. Ein bisschen älter, ein bisschen gereifter und kein Stück verändert. Schön war’s, wiederholen sollte man das unbedingt und ich hoffe, wir sehen uns noch ganz oft wieder. Danke liebes Internet, ohne Dich wäre das nicht möglich gewesen.

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Säbelzahnfußhuhn…

8. Juni 2009

Was ein Säbel ist, weiß jedes Kind.

Zähne sind uns ebenfalls bekannt.

Und dass Füße das Fortbewegungsmittel zahlreicher Tierarten sind, wissen wir eigentlich auch.

  

Und was ein Huhn ist, dürfte nahezu jedem Menschen bekannt sein, der über eine durchschnittliche Allgemeinbildung verfügt.

Was aber nun ist ein Säbelzahnfußhuhn? Welche Tierart verbirgt sich hinter jenem furchteinflößenden Namen? Nun denn, gehen wir der Sache auf den Grund. Beim gestrigen Spaziergang durch den hiesigen Stadtpark liefen wir am Freiluftgehege vorbei, in dem sich schon seit Jahren Wellensittiche, Hühner verschiedener Arten, mitunter auch Tauben oder andere Geflügelspezies befinden. Gerne bleiben dort Spaziergänger stehen, füttern oder beobachten die Tiere und haben die Möglichkeit diese Tiere etwas genauer in Augenschein zu nehmen. An sich nichts Spektakuläres.

Unter all den Federviechern stolzierte ein wahrhaft stattlicher Hahn umher und als dieser dicht am Gitter an uns hochäugte, kniete sich ein namentlich nicht erwähnter Herr (ja, genau der) hin und studierte eingehend die Anatomie dieses Tieres. Nicht nur das er versuchte, diesen Hahn zum Gackern zu bringen, nein, er entdeckte an dessen Füßen etwas, was ihn staunen ließ. Die männlichen Vertreter vieler Geflügelarten tragen an der Rückseite ihrer Beine eine mehr oder weniger große “Kralle”, die man tatsächlich aber “Sporn” nennt. Bei Kampfhähnen beispielsweise werden diese Sporne mitunter zu messerartigen Gebilden zurechtgefeilt, um die Verletzungsgefahr des gegnerischen Hahnes zu maximieren.

Das vor uns stehende Exemplar hatte tatsächlich einen äußerst imposanten und sehr stark ausgeprägten Sporn aufzuweisen und das war der eigentliche Stein des Anstoßes. Wir spekulierten, ob dieser Sporn nun ungesund groß sei oder ob dies eine Laune der Natur oder aber eben vollkommen natürlich sei. Wir kamen zu keinem einleuchtenden Ergebnis und der namentlich nicht erwähnte Herr glaubte, des Rätsels Lösung gefunden zu haben. Bei diesem stattlichen Hahn mit seinen unübersehbaren “Waffen” konnte es sich nur um ein “Säbelzahnfußhuhn” handeln.

Dass ich mich kurz lachend entfernen musste, bedarf keiner weiteren Erläuterungen, denke ich. Später am Abend korrigierte der Herr seine Artenbezeichnung zwar in “Säbelzahnfußhahn”, aber erstere Bezeichnung gefiel mir auf Anhieb besser, keine Ahnung, warum… Also gebt acht, liebe Leute. Selbst gewöhnlich anmutende Haushühner bzw. –hähne tragen Waffen bei sich und sie können Euch Furcht und Angst einflößen, Euch bedrohen, Euch verwunden und bieten genau deshalb unendlich viel Stoff für abenteuerliche Lagerfeuergeschichten…


Ein Hut, ein Stock, ein Reee-gen-schirm…

20. Mai 2009

Man nehme ein Schnapsroulette, je eine Flasche Kirsch, Pina Colada, Pfeffi, Blue Curaçao, Eierlikör, Feigling, Kümmerling, Ouzo und Erdbeersekt, befülle die vorhandenen Gläser schön gemischt, setze vier trinklustige Damen und einen lustigen Hahn im Korb an einen Gartentisch und bringe die Kugel zum Rollen. Der Spaßfaktor erhöht sich enorm, wenn man unter die hochprozentigen Getränke hin und wieder Mischungen der besonderen Art bringt, wie z.B. Gurkenwasser von eingelegten sauren Gurken, Ketchup mit Wasser verdünnt, selbiges mit herkömmlichem Senf oder Steakmarinade, Biermix oder Traubensaft, mitunter auch gerne mehrere Schnapssorten in einem Glas gemischt. Auf jeden Fall sollten immer mindestens zwei bis vier übel schmeckende Getränke dabei sein, um die Spannung zu steigern. Man spiele einige Runden vor dem Grillen und ausreichend Runden nach dem Grillen, damit das alte Kinderliedchen “Ein Hut, ein Stock, ein Reee-gen-schirm” besser funktioniert (auf dem Heimweg).

Wer sowas macht? Na wir…!!! :-D Schee war’s…


Die Plauener im Frühling…

18. Mai 2009

Das Wetter war am vergangenen Wochenende einigermaßen gnädig und nachdem sich Sohnemann mal wieder spontan Richtung Dorf verabschiedet hatte, wagten wir einen Abstecher zum Plauener Frühlingsfest. Die Stadt war erwartungsgemäß übervölkert und nach einem ausgedehnten Rundgang bissen wir uns auf dem Altmarkt an einem Bowlestand fest. Nach und nach gesellten sich ein paar Bekannte dazu und wir Mädels kosteten uns fröhlich durch die Bowlesorten. Angefangen wurde mit Lycheemischmasch, über Erdbeer- und Kirschbowle, bis hin zur tropischen Mixtur, bei der wir dann zwecks hohem Zuckergehalt auch hängenblieben. Die beschwipsten Früchtchen schmecken ganz vorzüglich und mit jedem Becher wurde es lustiger, klare Sache. Die grausamen Details unserer kleinen Bowleverkostung erspare ich Euch.

Zu vorgerückter Stunde dann stieg ein berühmt-berüchtigter Plauener auf die Bühne und machte seiner berühmt-berüchtigten Plauenerin einen Heiratsantrag. Gejohle und Geklatsche folgten und der Plauener untermauerte seine festen Absichten mit einer Kiste Feiglinge, die in Windeseile den Weg in unsere durstigen Kehlen fand. Was die Stimmung anging, gab es also nichts zu meckern und nachdem ich mir mitten in der Nacht noch eine Bratwurst gönnte, traten wir den Heimweg an. Frau N. aus P. läuft nicht gerne zu Fuß, noch viel weniger gerne tut sie das, wenn sie “angelustigt” ist und so nörgelte sie den ganzen Heimweg über die Beschwerlichkeiten des nächtlichen Fußmarsches. Ihr werter Begleiter ertrug all das mit einer bewundernswerten Engelsgeduld und war sicher mehr als froh, als die Nörgeltante im heimischen Bett ohne weitere Zwischenfälle die Augen schloss und ganz fix einschlief.

Was allerdings unsere heranwachsende Jugend bei solchen Stadtfesten so treibt, könnt Ihr hier sehen. Mit Erlaubnis der Frau Mama darf ich hier die abschreckenden Beweise veröffentlichen, was alles passieren kann, wenn man seinen Nachwuchs auch nur einen winzigen Moment lang aus den Augen lässt. Da wird heimlich Bowle getrunken, es wird geraucht und dann schläft man inmitten von Menschenmassen ein, den gehässigen Paparazzi hilflos ausgeliefert. Liebe Mädchen und Jungs, macht das bloß nicht nach!!!

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Gänseblümchenfüße…

4. Mai 2009

Ein traumhaftes Wochenende liegt hinter mir. Der Freitag war normal, alltäglich, notwendig, wie nahezu alle Werktage. Am Samstag vergnügte sich Sohnemann mit seinen Freunden vom Lande und übernachtete auch gleich dort. Die beiden verbliebenen alten Leutchen fuhren dann halt ohne ihn ins benachbarte Umland, um dort eine Freundin zu besuchen. Angedacht waren eigentlich nur 1-2 Stunden, geblieben sind wir dann bis weit nach Einbruch der Dunkelheit und hatten somit völlig unerwartet den ganzen Tag dort verbracht. Gegrillt wurde dann auch noch und so fuhren wir satt und durchgefroren wieder nach Hause.

Sonntagmorgen strahlte trotz anders lautenden Wetterprognosen die Sonne mit aller Kraft und so wurde ohne Zögern beschlossen, den Tag im “Leih”-Garten zu verbringen. Fix ein paar leckere Steaks, ein bisschen Nudelsalat, ein paar Getränke und Notwendigkeiten ins Körbchen gepackt und auf geht’s. Dort angekommen wurde dann fix ein bisschen gearbeitet und für den Rest des Tages ließen wir auf den Sonnenstühlen die Seele im Windhauch baumeln. Die Haut freute sich und ‘s Gemüt auch. Am späten Nachmittag wurde dann noch schön gegrillt, der Garten wieder aufgeräumt, Sohnemann aus dem Kurzurlaub abgeholt  und dann ließen wir das Wochenende genauso friedvoll ausklingen, wie es begonnen hatte.

Nee, Leute, eigentlich passierte nix Aufregendes, nix Spektakuläres, nicht mal was halbwegs Außergewöhnliches. Nein, es war schön ruhig, entspannend, trotzdem lustig und wunderbar erholsam. Ich hab’s genossen, fand es traumhaft und sah Dinge, die ich mir nicht anders ausmalen würde, wenn man mir einen kunterbunten Stift geben würde, um ein Wochenende zu zeichnen. Alles war genauso, wie ich es brauche, damit ich mich wohlfühle und absolut nichts vermisse. Danke für das wunderschöne Wochenende und Danke für alles andere. War schee und soll so bleiben!!!

Gänseblümchenfüße


Selfmade-Hamburger

29. April 2009

Moin, Mädels…

Gestern prophezeite der Wetterfrosch schon morgens nichts Gutes. Gegen Mittags strahlte zwar die Sonne verheißungsvoll, aber am frühen Nachmittag verdunkelte sich der Himmel zusehens. Trotz der schlechten Wetterprognosen wurde im “Leih”-Garten ein kleines Grillgelage anberaumt. Also flitzte ich zum Bäcker, besorgte frische Semmeln, ließ dafür gewohnt gedankenlos mein eigenes Grillgut im Tiefkühlschrank liegen und tippelte Richtung Gartensparte. Dort angekommen fiel mir dann auch fristgerecht ein, dass ich meine Fleischspieße zuhause vergessen hatte, was aber nicht weiter tragisch war, da Frau W. aus P. für reichlich Ersatz gesorgt hatte. Sie hatte wirklich an alles gedacht und gleich nach meinem Eintreffen wurde der Grill angeheizt. Unter einem riesigen Sonnenschirm platziert, landeten neben kleinen Hähnchenflügeln auch diese ultraflachen Hamburger-hackfleischscheiben auf dem Rost. Da wir unsere Hamburger selbst zusammenbauen durften, konnte jeder nun auch selbst bestimmen, wie hoch und wie breit das Teil wird. Wir verwendeten statt der üblichen Hamburgerbrötchen ganz handelsübliche Bäckersemmeln.

Auf meinem Hamburger landeten also eine dieser Hackfleischscheiben, Remoulade, Käse, saure Gürkchen und ordentlich Knoblauchsoße. Das alles hübsch appetitlich in einer Semmel arrangiert, bot nicht nur einen äußerst verlockenden Anblick, sondern schmeckte ganz vorzüglich. Insgesamt drei dieser Bauwerke fanden den Weg in meinen recht leeren Magen und der unverhältnismäßig reichliche Genuss besagter Knoblauchsoße wirkt sich nun seit dem frühen Morgen “begünstigend und entschlackend” auf den internen “Nahrungsmittelver-wertungsapparat” aus, was dafür Sorge trägt, dass ich die Türklinke zum heimischen “Reststoffentsorgungsmodul” heute schon recht häufig in der Hand hatte. Aber was soll’s, mit dieser Soße schmeckte der Hamburger Marke Eigenbau einfach am besten und irgendwas ist ja immer. Photos gibt es von dieser kleinen Grillparty im strömenden Regen auch, aber die Veröffentlichung dieser Schnappschüsse wurde mir unter Androhung empfindlicher und ebenso schwerwiegender Strafen untersagt. Man schämt sich für überraschte Gesichter, faltige Popos und schlecht sitzendes Haar. Jetzt muss ich lachen…


Bombastisch…

27. April 2009

Leute, das Wochenende war einfach nur großartig, phantastisch, toll, gigantisch, vollendet. Das Wetter war grandios und das gesamte Wochenende war vollgepackt mit tollen Sachen. Freitag zogen Frau W. aus P. also los zur Bandprobe und dort wurde es von Stunde zu Stunde lustiger. Der Proberaum füllte sich nach und nach, Getränke gab es zur Genüge und auch für Essen war hinreichend gesorgt. Wir futterten uns die Bäuche voll und auch die Kehlen wurden nie trocken. Je später der Abend, desto lustiger wurden die Gäste und da wir ja am folgenden Tag meinen “Leih”-Garten besichtigen wollten, traten wir gegen Mitternacht überaus belustigt den Heimweg an. Kaum im Bett fielen meine Augen zu und blieben es auch trotz der zahlreichen Runden auf dem Karussell. Der Kopf war am Morgen nicht so schwer wie sonst und nach zwei Aspirin und einer halben Tasse Kaffee verzog sich das Gewitter in meinem Kopf und mir ging es ziemlich gut. Überraschend gut…

Samstagmorgen gegen 9.30 Uhr dann trafen wir uns bei Frau W. und machten uns gemeinsam auf den Weg in den Garten. In meiner Vorstellung hatte ich einen winzigen Schrebergarten mit krummen und schiefen Beeten und Wegen erwartet, ein windschiefes Häuschen darin und jede Menge Ecken und Büsche, wo Spinnweben und allerlei Getier vorzufinden sein würden. Nichts von alldem war der Fall und ich sah vor mir einen wirklich liebevoll gestalteten und gar nicht so kleinen Garten, in dem ein durchaus gerades und hübsch gezimmertes Häuschen steht. Keine buckelige Wiese, keine undurchdringlichen Hecken, keine Gruselecken hinter dem Haus, nichts. Viel schöner als ich zu träumen gewagt hatte und urgemütlich war es dort. Mein Herz hüpfte vor Freude und nachdem wir unzählige Tassen Kaffee getrunken, ein bisschen gearbeitet und ununterbrochen geschnackt und gelacht haben, überließ man mir dieses kleine Reich für den Rest des Tages.

Frau N. aus P. arrangierte sich die nahezu unbenutzte Sonnenliege mitten in der saftigen Wiese, genehmigte sich noch einen frischen Kaffee und entspannte nach allen Regeln der Kunst. Ich bewegte mich nicht wirklich und ließ mir die Sonne ins Gemüt scheinen, den leichten Wind über die sonnenhungrige Haut streichen und genoss die Ruhe und die frische Luft. Traumhaft. Als es langsam frisch wurde, trat ich wunderbar entspannt den kurzen Heimweg an und wurde beim Betreten des Hauses prompt von meinen Nachbarinnen zum Grillen hinterm Haus eingeladen. Ich rannte die Treppen hoch, zog mir etwas Wärmeres an und flitzte die Stufen wieder hinunter. Die Mädels hatten ordentlich aufgetafelt und ich saß noch bis zur vollkommenen Dunkelheit dort unten mit ihnen zusammen. Gegen 22.00 Uhr verabschiedete ich mich und gönnte mir ein schaumiges Vollbad. Bilder vom Garten habe ich für Euch auch geknipst. Bitteschön:

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Am Sonntag stand ja nun der fragwürdige Spaziergang auf dem Plan, der aber alles andere als unangenehm war. Zuerst fuhr ich fix in die Wohnung von Frau M. aus P., um dort Blümchen zu gießen und den Briefkasten zu entlasten. Als das erledigt war, ging’s dann planmäßig nach Falkenstein zur Talsperre. Das Wetter war zwar nicht ganz so sonnig und warm wie am Vortag, aber genau richtig zum Laufen und Spazieren. Einmal rund um das Wasser, ein Topf Kaffee und schön gequasselt. Hat mir ausnehmend gut gefallen, denn ich bin sehr gerne dort. Der Nachmittag war noch jung, also beschlossen wir, noch einen kurzen Abstecher zur Talsperre Pöhl zu unternehmen. Dort saßen wir dann noch eine ganze Weile am Wasser und plauderten über dies und das, über alles und jeden und über uns. Auf dem Rückweg kamen wir an der altbekannten Gaststätte in Altensalz vorbei und entschlossen uns kurzerhand, dort noch eine kleine Rast einzulegen. Frau N. aus P. bestellte Kaffee, Herr S. aus P. ein Dunkles und überraschenderweise saßen wir dort ziemlich lange. Mit sage und schreibe acht (!!!) geräucherten Bratwürsten und eine großen Portion Sülze aus der hauseigenen Schlachter- und auch Räucherei traten wir den Heimweg an. Zuhause angekommen genehmigte sich jeder eine Leckerei aus diesem Räucherbeutel, um anschließend satt und zufrieden auf der Couch den Sonntagsfilm zu verfolgen. Nach diesem Wochenende angereichert mit frischer Luft und endlos kulinarischen Gaumenfreuden, fiel ich weit vor Mitternacht in meine Kissen. Herr S. fiel der Müdigkeit schon lange vorher zum Opfer und schnarchte bereits auf dem Sofa. So kennen wir ihn. Er war ganz artig, so wie es sein soll. Er war sehr aufmerksam und ich hatte nicht den geringsten Grund zu Klage. Er lachte mit mir, hörte gut zu und er zeigte die Seite von sich, die so liebenswert ist. Ich hoffe, es bleibt so. Ich hoffe, er bleibt so, denn genauso würde ich mich wohl fühlen. So und nicht anders.


Ein vollgepacktes Wochenende…

24. April 2009

Meine Pläne für das kommende Wochenende sind farbenfroh, abwechslungsreich und mit größter Wahrscheinlichkeit auch sehr unterhaltsam. Sohnemann verbringt sein Wochenende ja bei Papa/Oma und Frau N. aus P. hat sich so einiges vorgenommen. Heute Abend also die erste Unternehmung. Zusammen mit einer Freundin fahre ich an den Stadtrand, wo ein Bandproberaum sein soll. Dort findet wohl allwöchentlich freitags eine Bandprobe statt, die man aber offensichtlich in besonderer Form zelebriert. Während die Band “übt”, verlustigen sich die anwesenden Zuhörer auf ihre Art. Es wird gekocht, man trinkt gemütlich ein paar Gläschen und plauscht entspannt. Das ganze nennt sich dann laut Gastgeber “lust’sche Butz” und wird von Woche zu Woche beliebter. Also gesellen wir uns heute dazu und schauen uns das Ganze mal aus der Nähe an.

Der Samstag ist auch schon verplant. Besagte Freundin bewirtschaftet mit wachsendem Widerwillen den Garten ihrer Mutter und erwähnte gestern, dass morgen dann das Wasser in dieser Gartensparte wieder aufgedreht wird. Ich bemerkte beiläufig, dass in mir seit einigen Monaten der Wunsch nach solch einem winzigen Garten reift, es aber an den Kosten scheitert, die mit dessen Anschaffung und Unterhaltung verbunden wären. Sie schaute mich strahlend an und bot mir ohne Umschweife an, den Garten jederzeit und ganz nach Belieben nutzen zu dürfen, wenn mir das Spaß machen würde. Anfangs staunte ich sie etwas entgeistert und nicht wenig überrascht an, denn solche Angebote sind nun wirklich nicht üblich. Sie untermalte ihre Abneigung gegen diese Pflicht und freute sich vielmehr, dass sie dann wohl eher mal einen Grund hätte, diesen Garten freiwillig aufzusuchen, wenn ich dort ein bisschen im Grünen herumexperimentiere. Ich warnte sie fairerweise, dass ich keineswegs die geborene Gärtnerin sei und es passieren kann, dass das eine oder andere Pflänzchen unter meinen ungeschickten Händen sein Leben aushauchen würde, was sie lächelnd zur Kenntnis nahm.

Solange mir das Freude bereiten würde, dürfe ich dort alles tun, wonach mir der Sinn stünde. Also meldete ich mich für morgen artig an, um beim Wasseraufdrehen dabei zu sein. Ich leihe mir sozusagen auf unbestimmt Zeit einen kleinen Garten und wenn ich irgendwann all das mein Eigen nennen möchte, habe ich Vorkaufsrecht, bekäme ihn im Idealfall vielleicht sogar geschenkt. Ich freue mich, ich freue mich sogar sehr und habe schon furchtbar viele Pläne, was ich dort alles machen möchte. Ich muss mich nicht mehr gelangweilt an die Talsperre legen, wenn ich Sonne tanken will. Ich bin lieber aktiv und das wäre genau das, was ich mir unter einem entspannten Wochenende mit Bombenwetter vorstelle. Ein bisschen werkeln, ein bisschen buddeln und nach getaner Arbeit im Sonnenstuhl dösen, um abends ein paar Würstchen zu grillen. Sohnemann findet die Pläne von Frau Mama natürlich nicht so spannend, freut sich aber, weil ich mich freue. Balkons finde ich schon immer totlangweilig, aber so ein Garten ist schon was. Hab’ ich schon erwähnt, dass ich mich freue???

Am Sonntag steht dann etwas an, von dem ich nicht so recht weiß, was mich erwartet. Vergangenes Wochenende ergaben sich Gespräche, die so nicht vorhersehbar oder gar geplant waren. Was folgte, waren unzählige Nachrichten aus der anderen Richtung und daraus resultierendes Misstrauen meinerseits. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt, sagt man so schön. Ganz so blauäugig marschiere ich nun doch nicht auf den Abgrund zu, denn ich stellte erst mal einige Dinge klar, was gesagt werden musste, stellte nichts in Aussicht, was ich nicht halten könne und bat mir Zeit, Geduld und eine angemessene Bewährungszeit aus. Vieles würde diesmal anders laufen, sofern es zu einem Neuanfang käme. Vorsicht und Bedacht bestimmen mein Tun der nächsten Zeit, das steht fest. Zweimal habe ich mir die Finger nun verbrannt und beim dritten Versuch warte ich nicht erst auf Brandmale. All das und sehr vieles mehr wurde in die andere Richtung geschickt und am Sonntag sind wir nun zum ersten Mal wieder verabredet. Auf neutralem Boden in entspannter Atmosphäre – an der Talsperre Falkenstein. Ich will erst mal vorsichtig schauen, welchen Eindruck ich habe. Das alles passierte ja nun eher durch Zufall, wobei ihm laut seiner Aussage der Mut fehlte, nach seinem letzten “Fehlverhalten” auf mich zuzugehen, denn er konnte sich sprichwörtlich vom Arsch abfingern, dass ich denkbar wenig von ihm und seinem Tun hielt. Ja, ich war sauer und seine Worte stießen bei mir anfangs auch auf recht große Ablehnung. Ich kann keinerlei Prognosen abgeben, aber gucken kostet nichts, heißt es so schon. Und Frau N. aus P. guckt erst mal. Kost’ ja nüscht…


Mädels unter sich…

16. April 2009

Keine nennenswerten Vorkommnisse und Wetter unverändert schön. Heute Abend steht mal wieder ein zünftiger Mädelsabend an und ich befürchte, dass ich erst beim Hahnenschrei ins Bettchen komme. Letzte Woche schon mal vorgeschwatzt, setzten wir das Ganze heute in fremdem Revier ausgiebig fort. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie diesen Blog und sagen Sie Ihrem Schatz, es wird später… ;-)


Boah, hab’ ich gelacht…

12. April 2009

Gestern war Grillen angesagt und ich möchte mich erstmal ganz herzlich bei den Gastgebern bedanken. Essen und Getränke waren ausgezeichnet und ich bin tief in der Nacht wunderbar vollgefuttert und müde in mein Bett gefallen. Das Wetter ließ keine Wünsche offen und stimmungstechnisch kam ich voll auf meine Kosten. Die kulinarischen Köstlichkeiten schalteten jegliche Vernunft aus, die einem gebietet, etwas maßvoll zu essen. Von Würstchen über Steaks mit leckerer Marinade bis zu Schaschlikspießen mit Lamm- und Schweinefleisch inklusive buntem Gemüse dran wurde zusätzlich mit Nudelsalat, herrlich frischem Tomatensalat mit Mozarella und vielem mehr aufgetrumpft, was den Hosenbund nach und nach enger werden ließ. Phantastisch. Auch die Getränkekarte war enorm lang und trockene Kehlen gab es schlichtweg nicht. Da fehlte fast nichts im Sortiment und ich arme Sau wurde zum Trinken von Bärwurz und Wilthener Kräuterlikör genötigt. Mein geliebtes Schöffi gab es auch, natürlich auch mal in der neuen Geschmacksrichtung “Kaktusfeige” und die berühmte “grüne Wiese” wurde ebenfalls kredenzt.

Leute, ich kann Euch sagen, das war ein wahres Fest. Bis weit nach Einbruch der Dunkelheit saßen wir zusammen und lachten. Ein absolutes Highlight lieferte dann die Dame des Hauses, als sie mitsamt dem gemütlichen Korbstuhl einfach umkippte und aufgrund der mühevoll um den Körper gewickelten Decke einfach nur der Länge nach ausgestreckt auf dem Bauch zu liegen kam und den Stuhl noch immer am Gesäß “kleben” hatte. Leider hatte niemand das Unglück kommen sehen und daher auch keine Kamera im Anschlag. Das kurze “Huch!!!” entfleuchte der Guten erst beim Fallen und als die versammelte Gemeinde sah, warum sie “huchte”, lag sie bereits bäuchlings in der nächtlichen Wiese und kicherte ins Gras. Ein verspäteter Schnappschuss hielt zumindest ihren Aufstehversuch fest, der leider nicht die Situationskomik einfangen konnte, die der erste Augenblick hergab. Frau N. aus P. hatte wahrhaftig Bauchschmerzen vom Lachen und natürlich war ich nicht die Glückliche mit der fix herbeigeholten Kamera. Mist verdammter. Ich habe dennoch ein paar schöne Schnappschüsse ergattert, wobei die Bilder mit Personen vorerst unter Verschluss bleiben. Aus daten- und personenschutztechnischen Gründen versteht sich.

Knospen Abschleppdienst Schöffi

Sommerfüße Gänseblümchen Glotzfrosch


Grillen rockt…

11. April 2009

Grillparty

Gestern wurde ich spontan zum Grillen eingeladen und da freu’ ich mich ganz sehr drauf. Also krame ich heute meine Flipflops raus, springe in wunderbar leichte Sommerkleidung und pflanze mich schön in den Garten. Das Wetter ist ja derzeit phänomenal und lädt lautstark zu derlei Aktivitäten ein. Sohnemann lässt es sich bei Papa/Oma gut gehen und Muttern lebt auch nicht wie ein Hund. Vielleicht erhaschen wir dabei auch eine Portion gesunde Gesichtsfarbe und die frische Luft tut nach den unfreundlichen und kalten Monaten sicher mehr als gut. Auf jeden Fall wird das bestimmt schön lustig.

Gestern war ich zum Kaffee verabredet und auch da ging’s witzig zu. Schön in der Sonne sitzen, Kaffee schlürfen, quatschen und entspannen. War gut und auch nötig. Müsste man eigentlich viel öfter tun. Abends schaute ich bis in die Puppen TV und meine Augen fielen erst gegen 2.30 Uhr zu. Da ich heute Morgen ein bisschen was zu erledigen habe, schaute ich dann vorhin ganz schön zerknittert aus der Wäsche. Macht aber auch nix, die Sonne und der anstehende Grillabend entschädigen für alles. Schlafen kann ich, wenn ich tot bin.

Ich wünsche Euch einen schönen Samstag und genießt die Sonne!!! Ich bau’ mir heute Abend einen Wurstblinker, einfach mal so…


Kaffeeschock und Gärtnerglück…

9. April 2009

Mein Plan für gestern geriet aufgrund des mittwöchlichen (<— wat’n Wort!!!) Besucheransturmes komplett ins Wanken und so einige Teile meiner geplanten Vorhaben kamen schlichtweg nicht zur Vollendung. Unvorhergesehen standen am Ende dann vier Besucher in meiner Küche und eine Besucherin davon kam vollkommen überraschend. Nach einem halben Päckchen Kaffee bekam ich dann endlich auch Kammerflimmern. Ich fand’s aber richtig lustig und es hebt mich auch nicht sonderlich an, dass ich irgendwie zu nix kam. Kann ich alles heute oder sonst wann erledigen, weil nix wirklich wichtiges dabei war. Kindchen fand es auch klasse, da er bis tief in die Nacht ungestört im Internet rumstolpern konnte und irgendwann hundemüde freiwillig ins Bettchen schlich. Vor sage und schreibe zwei Minuten ist er aus den Federn gekrochen (Anm. d. Red.: Es ist jetzt 10.54 Uhr). So und damit der gestrige Tag so richtig schön abgerundet ist, entdeckte ich dann auch noch, dass mein Avocado-Experiment von Erfolg gekrönt ist. Der Kern ist an einer anderen Stelle regelrecht aufgeplatzt und in diesem Spalt verstecken sich zwei kleine Keime. Photobeweise? Na klar, hier bitteschön!!!

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Von Mänteln und Neonröhren…

30. März 2009

Jetzt haut’s Euch bestimmt die Fragezeichen raus, nicht wahr? Einfach zu erklären ist das in der Tat nicht, aber ich versuche es. Meine auswärtigen Leser werden auch mit der besten Erklärung nichts anfangen können, aber die Neideitler(1) sitzen vielleicht schon jetzt schmunzelnd vor den Bildschirmen. Dazu müssen wir allerdings im Kalender einige Jahrzehnte zurückgehen. Gegenstand der damit verbundenen Geschichte waren die Leuchtwaren an damaligen Geschäften und die mitunter recht unmodischen Bekleidungsstücke von Bewohnern der sowjetischen Besatzungszone. Nach nunmehr zwei Jahrzehnten können eben jene Menschen über die politischen Missstände milde lächeln und über das mangelhafte Angebot an Waren in den meist leeren Regalen lachen, wenn auch nicht über alles.

Es ergab sich also eine Unterhaltung über einen Imbiss in unser aller Heimatstadt und wir diskutierten, wie diese Lokalität wohl damals hieß. Zwar kennen wir die meisten Namen und mehr oder weniger genauen Standpunkte einstiger Begegnungsstätten noch, aber die eine oder andere Kleinigkeit wurde nun doch schon Opfer unserer Vergesslichkeit. Nun denn, wir überlegten hin und her, kramten alte Bilder hervor und irgendwer entdeckte dann auf einem der Bilder Teile der alten Leuchtreklame, die – Achtung jetzt kommt das erste geniale Wort – wohl im hiesigen VEB Neonröhrenbiegetechnikkombinat gefertigt worden sein musste. Nein, es gab derlei Firmennamen natürlich auch im Osten nicht, aber fakt ist, dass viele Betriebe recht merkwürdige und übertrieben wichtige Namen trugen, auch wenn dort ganz gewöhnliche Dinge hergestellt wurden. So kam es eben, dass mitunter überlange und wunderbar technisierte Bezeichnungen dafür kreiert wurden, um eine banale Werkstatt furchtbar wichtig klingen zu lassen.

Genau dieser Umstand sorgte nun für die scherzhafte Namensschöpfung und sorgte meinerseits für einen nur schwer kontrollierbaren Lachanfall. Damit nicht genug. Man unterhielt sich am Rande auch über die manchmal wirklich hässlichen Kreationen der ostdeutschen Modemacher und erinnerte sich an die eigene Jugendweihe. Und schon war das zweite Wort geboren. Ein Rundstrickkleid und der dazugehörige Schaumgummimantel verursachten lebensbedrohliche Atemnot bei mir und auch andernorts kicherte man herzhaft über die Kleiderordnung der betreffenden Dame bzw. deren Bezeichnung dafür. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es tatsächlich Schaumgummimäntel gab, aber manche Kleidungsstücke sahen in der Tat sehr befremdlich und alles andere als schön aus. Die Bewohner der alten Bundesländer sitzen jetzt sicherlich verständnislos vor den Monitoren und runzeln die Stirn. Wie bereits eingangs erwähnt, verstehen diese Art von Humor sicher nur diejenigen unter Euch, die jene Zeiten miterlebt haben.

Es ist der einzigartige Humor über all diese Dinge von damals, der uns Ostkinder verbindet. Ohne Frage war das damals gegenwärtige Zeitgeschehen manchmal so gar nicht lustig, wir musste viel entbehren und lernten vieles erst nach der Wende kennen, aber heute können wir darüber lachen und scherzen. Ja wir lachen darüber, wenn Kleinkinder in gelbe Luftballons bissen, weil sie wie eine Banane aussahen. Wir lachen auch darüber, dass wir beim ersten Besuch in den alten Bundesländern ratlos vor elektrischen Schiebetüren standen und verzweifelt den Türgriff suchten. Wir schmunzeln keineswegs beschämt, wenn wir uns erinnern, wie kreativ wir unsere Kleider oder andere Dinge des täglichen Lebens aufpimpten, um uns vom Einheitsbrei der sozialistischen Warensortimente abzuheben, denn wenn es schon mal ein schickes Shirt gab, dann trugen dass 85% unserer Freunde auch und wir sahen alle gleich aus. Wir hatten nicht viel, aber wir alle hatten eines – Humor. Den haben wir bis heute und manchmal ist er derbe, aber er kommt aus tiefstem Herzen und er erhält uns am Leben. Er lässt uns heute über Dinge lachen, die wir damals nur schwer ertragen konnten.

(1) Mitglieder eines Forums für Vogtländer (neideitel.de)

Sonntag ohne Sonne…

22. März 2009

Der Sonntag hat wunderbar leise und mit Sonnenstrahlen begonnen, die sich aber leider inzwischen verabschiedet haben. Gestern war ich ziemlich lange unterwegs und habe den Nachmittag und auch den Abend inklusive der halben Nacht im Kreise von Freunden verbracht. Nachmittags war ich mit einer guten Freundin in der Stadt unterwegs und nachdem wir die vereinbarten Erledigungen hinter uns gebracht hatten, vergnügten wir uns in einer recht bekannten Lokalität bei einem befreundeten Wirt an dessen “Mensch-ärgere-Dich-nicht”-Tisch. Ich muss wohl nicht großartig erwähnen, dass ich fast immer verlor, aber wir hatten enorm viel Spaß und lachten, bis die Bäuche schmerzten. Gegen 20.00 Uhr und gefühlte 62 Spiele später verabschiedete ich mich und ging zu meiner Abendverabredung.

Dort wartete man schon und zog sich auch gleich an, um eine andere lustige Kneipe auszusuchen. Dort stieß dann auch gleich der “Rest” der Abendgesellschaft zu uns und man amüsierte sich prächtig über meine nicht vorhandenen Dart-Künste. Im Nicht-Treffen bin ich nämlich große klasse und der letzte Platz ist mir fast immer sicher, Ausnahmen sind eher Zufälle. Mir macht das nix, weil ich da mitspiele, um Spaß zu haben. Würde ich nicht immer so hübsch daneben schießen, wäre es bestimmt nicht ganz so lustig. Gegackert wurde auch ordentlich und mein Tischnachbar verlor zusehens die Contenance, was wohl am letzten Bierchen lag, das offenbar schlecht war. Die Wolldecke im Mund wurde immer dicker und der Quirl unter der Zunge erschwerte das Sprechen.

Natürlich wurde der Herr fein säuberlich zuhause abgeliefert, als sich die illustre Gesellschaft dann auflöste und heute Morgen klang der Gute schon wieder ziemlich fit. Training ist eben alles. An dieser Stelle muss ich mal die netten Wirtsleute vom “Moz” loben, denn die Bockwurst dort schmeckt einfach geil. Ich bin kein BoWu-Fan, aber die dort schmeckt guuut!!! Jamm… Und weils so witzig war, haben wir auch ein paar Bilder geschossen (leider nur mit dem Handy), wovon ich Euch eines zeige. Falls der alte Herr auf dem Bild mit der Veröffentlichung seines Blondschopfes nicht einverstanden sein sollte, dann bitte ich um Mitteilung. Ob ich aber das Bild dann entferne, steht in den Sternen… ;-)

Brösel Nyiri