Tja, mein Sohnemann und die liebe Pubertät. Meistens versucht er die Kurve zu kriegen, aber manchmal gelingt ihm das nicht so ganz und dann kommt sein Verhalten wie ein Bumerang zurück. Diese Woche hat er doch tatsächlich einen Tadel abgefasst. Das hatten wir auch noch nicht. Hätten wir aber auch nicht unbedingt haben müssen. Irgendwie kommt er ja so ein bisschen nach seiner Mutter. Hausverbot im McDoof gab’s ja im Sommer schon, was seine Mutter erst mit Anfang 20 “schaffte”. Nun dieser Tadel – ein Fleißtadel. Den hatte die Mama erst in der 9. Klasse, hübsch aufm Bewerbungszeugnis – ebenfalls ein Fleißtadel. Machte sich schön beim Vorstellungsgespräch für die Lehrstelle, muss ich schon sagen. Er meistert solche “Kleinigkeiten” immer ein paar Jahre eher. Dabei hab’ ich ihm diese Schandtaten gar nicht erzählt, er schafft’s trotzdem 1:1. Ich muss schon sagen, Herr Sohn, ich bin einigermaßen sprachlos, wenn man von der kleinen Gardinenpredigt absieht.
Mal sehen, was als nächstes kommt. Wenn er weiter in meine Fußstapfen tritt, dann wandert er mit 17 nach Sonstwohin aus und erkundet sorglos die Welt. Hoffentlich liest er das jetzt nicht, denn das habe ich auch gemacht. Einfach alles hingeschmissen und in die weite Welt gezogen. Mehrmals… Au Backe… Aber er ist kein Dummer und das macht mich stolz. Eigentlich ein kleiner Fuchs und auch menschlich gesehen ein prima Kerl, der kleine Mann. Aber meckern muss ich ja trotzdem, sonst denkt er noch, das wär’ ‘ne Glanzleistung gewesen. War’s nicht, mein Söhnchen!!! Ehrlich nicht… Aber noch bist Du jung genug, um aus Deinen Fehlern zu lernen.
…war so nett und hat kurzerhand und erschreckend unkompliziert ein beinahe neues Fahrrad an Sohnemann hergeschenkt, als er von dem gemeinen Diebstahl hörte/las. Er hat noch ordentlich die Reifen aufgepustet, das alte Schloss abgepopelt, noch bissle Öl hier und da rangemacht und zack, gehörte es dem leichtsinnigen jungen Mann, der ein Zimmer bei mir bewohnt.
Ich danke Dir im Namen meines Sohnes hiermit nochmal in aller Form und freue mich mal wieder über alle Maßen, dass ich solche guten Freunde habe. Wirklich wahr… Das ist alles andere als selbstverständlich und wenn ich mal ‘ne Harley übrig habe und Deine grad geklaut wurde, dann schenk’ ich Dir meine… Einfach so…
Nun dringen schon wieder die ersten Beschwerden über die vorherrschende Sommerflaute in meine Augen, also poste ich heute mal wieder was. Lust habe ich derzeit nicht unbedingt zum Schreiben, Anlässe gibt es auch kaum, aber man beugt sich dem Willen seiner Leser und tippert artig. Nach wie vor drücke ich die Schulbank und mein Kopf ist abends nahezu leer. Keine hässlichen Kommentare hierzu bitte. Mein Date am Samstag war gut, mehr verrat’ ich Euch nicht. Sohnemann hat seine erste Ferienwoche hinter sich gebracht und ist seit gestern nun offiziell ein Teenager. Zwei gute Freunde machten es möglich, dass er zum Geburtstag endlich ein eigenes Dingelchen bekam, mit dem er nun ins Net vorstoßen kann, ohne mir ständig auf der Pelle zu hocken, wann er denn an meinen Rechner dürfe. Nix neues, nix aufregendes, aber eben sein eigenes Teil und jetzt herrscht endlich Ruhe an meinem Schreibtisch. Gefreut hat er sich auf seine ganz spezielle Art, die wahrscheinlich nur ich als seine Mutter richtig verstehe. Er hat diese subtile Art der Freude in sich, die sich bei den meisten Kindern ganz anderes äußert. Wenn andere Kinder etwas geschenkt bekommen, das ihr Herz höher schlagen lässt, toben, quieken, lachen und jauchzen sie. Nicht so mein Sohn.
Er schaut Dich an, die Augen glänzen zweifellos, aaaber… Er jauchzt nicht, er lächelt nur verschämt, er quiekt auch nicht, er sagt erstmal gar nichts und er tobt erst recht nicht, er sagt nach einer Weile ganz nüchtern, aber innerlich jubelnd: “Cooooooooool…!!!” Das war’s. Mehr kommt da nicht. Und nach einer weiteren halben Stunde bedankt er sich artig und freut sich leise weiter. So war er schon immer und wenn ich ihn nicht kennen würde, könnte ich glatt denken, dass ihm alles am Arsch vorbei geht. Nein, tut es nicht, er freut sich wie verrückt, aber eben seeehr leise. Diese introvertierte Art der Emotionen hat er von mir geerbt. Jetzt stöhnen am Bildschirm sicher viele auf, die mich kennen. Leute, ich rede davon, wie ich selbst als Kind war. Schüchtern, zurückhaltend, schweigsam, beobachtend, auf wenige Personen fixiert, aber hyperneugierig und mit großen Augen die Welt beäugend. Ja, ich weiß, das hat sich geändert, Gott sei Dank. Und Sohnemann darf so sein, die Mädels stehen drauf, hab’ ich gemerkt. Über einen zu kleinen Freundeskreis kann er sich nicht beschweren und er kann ja auch anders, halt nur im Kreise seiner Familie oder nahen Freunde. Ist vollkommen in Ordnung und solange er mir mit seinen Augen zeigt, wie groß die Freude ist, darf er das auch weiterhin so tun. Ich lese in ihm, das weiß er.
Leider fehlte mir zwecks Schule die Zeit, mit ihm richtig zu feiern, denn am Nachmittag fuhr er eine Woche zu Papa. Aber das holen wir bei einem großen Eis nach. Und was ja eigentlich der Hammer war, ist, dass ausgerechnet an seinem Geburtstag morgens das Lied kam, bei welchem er sein Köpfchen zum ersten Mal in die große weite Welt streckte. Hier für Dich, mein kleiner großer Mann. Noch heute bekomme ich Gänsehaut, wenn ich dieses Lied höre und ich habe gestern Morgen ganz laut gedreht, als das kam. An einem verregneten Julitag 1996 abends 20.45 Uhr kam dieser Song und das war bis dato der schönste Moment im meinem Leben, das wird er auch bleiben, denn seit diesem Tag ist alles anders. Besser, wichtiger. Auch hier noch einmal alles Liebe zum Geburtstag, mein Dicker. Du bist auf dem richtigen Weg und ich wünsche mir, dass ich auch noch in Deinen Augen lesen kann, wenn Du Deine ersten grauen Haare bekommst. Du bist das Wichtigste in meinem Leben und das Beste, was mir je passiert ist, denn ich liebe nichts so sehr wie Dich.
Seit Tagen gibt es Sonne satt und wir haben nahezu die gesamte Woche genutzt, um den unseren “Leih”-Garten aufzusuchen. Ein paar Würstchen grillen, ein bisschen Seele baumeln lassen, ein bisschen Schnapsroulette spielen, ein bisschen Sonne tanken und auch ein bisschen Gartenarbeit machen. Gegrillt wurde fast jeden Tag, das erste Gläschen von unserem neuen Lieblingsspiel ging auch schon zu Bruch und die Seele baumelte gestern in alle Richtungen. Herrlich das…
Sohnemann treibt mich zur Zeit an den Rand des Wahnsinns. Offenbar fahren die Hormone jetzt so richtig mächtig Karussell und die Pubertät hämmert ohrenbetäubend an die Tür. Schulisch lässt er die Zügel seit einer kleinen Weile ziemlich schleifen, zuhause immer das letzte Wort und sei es auch noch so sinnfrei, cool bis in die Zehenspitzen, selbst beim Naseputzen – Image ist bekanntlich alles. Ja und an sämtlichen Querschlägern sind die bösen Anderen schuld, klare Sache. Im Moment kann ich sagen, dass mir täglich an die 25 rote Haare und Federn wachsen. Besserung eher unwahrscheinlich, denn Kinder pubertieren ja bekanntlich bis Ende 30. Ich war nie so frech und aufsässig, auch wenn meine Frau Mama das anders sieht.
Ansonsten läuft alles besser als erwartet und so langsam kehrt auch in meinem Inneren wieder mehr Ruhe ein. Die Gedanken ruhen und ich entspanne mich. Sicherheit werde ich nie erlangen, das weiß ich, aber zumindest kann ich ganz langsam wieder perspektivisch sehen. Einig werden wir uns nie immer sein, müssen wir auch nicht, aber wir treffen uns beim nunmehr dritten Anlauf in der goldenen Mitte, was gut tut. Die Zeit arbeitet für uns und wir helfen ihr.
Meine Amaryllis thront in voller Pracht an ihrem Fensterplatz und aus dem Avocadoexperiment scheint ein wahres Wunderwerk zu werden. Sage und schreibe fünf Sprösslinge schieben sich dem Tageslicht entgegen und ich komme aus dem Staunen nicht heraus. Unter dem alten Senfglas, das als Miniaturgewächshaus fungiert, wächst und gedeiht dieser Kern besser als ich zu hoffen gewagt habe. Ich habe für Euch bewusst das Datum auf den Bildern belassen, damit Ihr sehen könnt, welche Fortschritte dieses Pflänzchen seit der ersten Regung macht. Zwar dauerte es eine kleine Ewigkeit, bis man überhaupt etwas verzeichnen konnte, aber nun wächst mein Sprössling in bemerkenswerter Geschwindigkeit.
Den gestrigen Abend habe ich meinem Sohn zuliebe hier bei ihm verbracht, denn die Tränenströme wollten nicht ohne weiteres versiegen. Stundenlang lag er traurig und deprimiert in seinem Bett. Er ist mit zunehmendem Alter eigentlich recht hart im Nehmen geworden, aber gestern verlor mein Kindchen dann doch die Fassung. Wie gerne hätte er den Samstag noch einmal im Kreise seiner Freunde verbracht, doch das war rein organisatorisch einfach nicht machbar, was ihm schwerer als erwartet zusetzte. Weder leckere Köstlichkeiten aus dem heimischen Vorratsschrank noch die schrägsten Dicht- und Bespaßungskünste seiner alten Frau Mama zeigten Wirkung und wenn ihm dann doch mal ein Kichern entfleuchte, ermahnte er mich, dass er jetzt nicht in der Stimmung zum Lachen sei.
Mir brach das Mutterherz und ich beschloss endgültig, hier bei ihm zuhause zu bleiben. Den ganzen Tag hatte ich schon überlegt, ob ich nun zum “Resteficken” gehe, aber es hätte mir wohl wenig Vergnügen bereitet, meinen Sohn allein und tieftraurig hier in seinem Zimmer zu wissen. Also ließ ich uns ein schönes Schaumbad ein, weil Sohnemann das über alle Maßen liebt und wir führten nach langer Zeit mal wieder unsere intimen Männergespräche unterm Badeschaum. Er liebte diese banale Zeremonie schon als kleiner Steppke und er mag es noch heute. Ihm ging es danach besser und ich fühlte mich angesichts seiner wieder lächelnden Augen auch sehr erleichtert. In unsere Schlafanzüge gekuschelt und schön gemütlich auf dem Sofa sitzend bzw. eher halb liegend, verfolgten wir noch ein bisschen das Abendprogramm und schlichen gegen Mitternacht mit noch immer anhaltenden “Duplofingern”* in unsere Betten.
Es gibt durchaus noch weitere Kuriositäten zu berichten, die Euch ganz sicher in höchstes Erstaunen versetzen würden, aber davon berichte ich Euch an anderer Stelle. Unerwartete Geständnisse bringen mich gewissermaßen etwas aus dem Gleichgewicht und ich brauche sehr viel Zeit, um Klarheit zu erlangen. Eine schlaflose Nacht hat mich das bereits gekostet und ich befürchte, dass noch weitere folgen werden. Fakt ist, dass das alles unvorhergesehen passiert ist und passiert ist im eigentlichen Sinne noch gar nichts. Gebrannte Kinder scheuen das Feuer, vor allem aber, wenn sie dem Pyromanen ein zweites oder gar drittes Mal begegnen. Ich bin auf der Hut, befinde mich in der absoluten Defensive und dort bleibe ich in naher Zukunft auch. Nein, ich möchte mir nicht mehr den Kopf über das Tun und Handeln anderer Menschen zerbrechen. Ich will das nicht mehr. Der Übeltäter steht vor einem fast unlösbaren Problem – meinem Misstrauen und meiner fast unbezwingbaren Skepsis. Ich kann derzeit nicht abschätzen, ob er diesen beiden Gegnern auch nur ansatzweise gewachsen ist.
* “Duplofinger” nennt man die Gliedmaßen der Hand, die nach zu langem Baden ihre Oberflächeneigenschaften verändern. Die schrumpelige Haut der Finger erinnert an die längste Praline der Welt bzw. deren Oberflächenstruktur und das Wort “Duplofinger” wurde vor vielen Jahren von meinem Sohnemann erfunden.
Nachdem ich Anfang der Woche an meiner Amaryllis nun endlich eine Blüte entdeckt habe, folgte dann gestern gleich der Nachschlag. Da wächst tatsächlich noch eine zweite Blüte, die ich aber diesmal frühzeitig entdeckt habe, weil ich mir das Pflänzlein seit der ersten Entdeckung mal genauer angeschaut habe. An einer anderen Knolle schiebt sich auch eine Blüte raus. Woran der plötzliche Wachstumsschub liegt, kann ich nicht sagen, aber irgendwie scheint es meiner Topfpflanze bisher nirgendwo so gut gefallen zu haben, dass sie Blüten treibt. Böse Zungen würden behaupten, dass es an der Ost liegt. Noch immer weiß ich nicht, welche Farbe mich erwartet und ich bin wirklich langsam neugierig. Ich hoffe, dass sich der Kelch bis nächste Woche endlich mal öffnet und sein Geheimnis preisgibt. Photos folgen natürlich sooofooort…
Außer einkaufen und mal bissle putzen steht heute nichts Erwähnenswertes an. Sohnemann ist heute Morgen etwas verwirrt und rennt alle Wege zweimal, weil er offenbar sein Denkwerkzeug noch nicht auf Betriebstemperatur hat. Da wird statt der schmutzigen Hose mal eben der Gürtel in den Wäschekorb geworfen, man zieht die Hose um ein Haar ohne darunter befindliche “Kurzwaren” an, was ja bei Frauen im Sommer nicht unbedingt was Außergewöhnliches sein soll. Bei Knaben von zwölf Jahren allerdings kann das unter Umständen mit bösen Erfrierungserscheinungen an unaussprechlichen Körperteilen enden. Huuu…
Endlich. Herr N. aus P. möchte lange Haare. Nicht so lang wie in seiner Kleinkindzeit, aber doch weg vom Sommerraspelkurzhaarschnitt. Nix mehr Gel, nix mehr Army-Style. Laut Beschreibung möchte er gerne diesen Haarschnitt und damit bin ich einverstanden. Schaut fesch aus und einige seiner Kumpels tragen diesen Haarschnitt schon seit geraumer Zeit, was mir schon immer sehr gefiel. Herr N. aus P. hatte ja vor geraumer Zeit mal einen waschechten Irokesenschnitt, womit er richtig heiß aussah. Da mein Kind aber ein recht konservativer Mensch ist, trug er diesen “blauen Kamm” nur ein halbes Jahr lang. Gefärbt haben wir das Teil natürlich selbst. Witzig fand er das schon, nur mussten wir sehr oft zum Friseur, um die Optik auch zu gewährleisten. Mein Sohnemann ist mit einem bemerkenswerten Haarwuchs und mit ebenso bemerkenswert dickem Haar gesegnet, was mitunter anstrengend sein kann, da wir alle Naselang beim Kopfgärtner antreten mussten. Nun hat er sich also für eine längere Frisur entschieden und die Wuchsrichtung seiner Borsten dürfte da hilfreich sein. Seinen Kopf zieren diverse Wirbelchen, die dafür sorgen, dass sein Pony immer artig in Richtung Nase will. Sehr praktisch also, denn die neue Frise macht genau das erforderlich und dann kommt er ohne “Hilfsmittel” aus. Ich bin sehr gespannt. Einen Termin haben wir jetzt noch nicht, aber sobald er seine neuen Haare hat, folgen Bilder – versprochen…
Hier in Plauen schneit es nun schon den zweiten Tag in Folge, allerdings bisher nur nachts. Gestern und auch heute sah man morgens schneebedeckte Dächer und weiße Straßen. Die steigenden Temperaturen tagsüber ließen die weiße Pracht gestern allerdings recht schnell wieder verschwinden. Heute Morgen hingegen gab’s wieder Schnee und wir werden sehen, ob auch heute alles wieder schmilzt. Anderswo soll ja der Winter nochmal ordentlich zugeschlagen haben und das nehmen wir heute in Augenschein. Fräulein F. aus S. zwischen P. und S. und meine Wenigkeit werden heute einen kleinen Abstecher ins Erzgebirge unternehmen und nach Annaberg-Buchholz fahren. Ich bin sehr gespannt. Frau Bergzwerg wird uns dort hoffentlich mit warmem Kaffee und einer gut funktionierenden Heizung in Empfang nehmen.
Herr N. aus P.verweilt unterdessen im Plauener Umland bei seinen Freunden und amüsiert sich offenbar in vollem Umfang, denn man hört und sieht seit Montag nichts von ihm, was immer ein gutes Zeichen für sein Wohlbefinden ist. Wann er wieder nach Hause kommt, steht in den Sternen, denn er verlängert seine Besuche dort mit aller Regelmäßigkeit und aus einer geplanten Übernachtung werden dort fast immer sehr viele mehr. Ich warte einfach auf jenen Anruf, wenn er seine alte Mutter dorthin beordert, um ihn nach Hause zu holen. Solange die dortige Hausherrin nichts gegen ausgedehnten Aufenthalt einzuwenden hat, lasse ich ihm seinen Spaß, denn schließlich hat er Ferien. Das Zeugnis ist auch recht gut ausgefallen und ich kann zufrieden mit seinen Noten sein. Er bemüht sich und hat sich in einigen Fächern verbessert, wobei ich die Verschlechterung in den beiden anderen Fächern großzügig übersehe. Passt scho…
Herr S. aus P. geht seinen beruflichen Pflichten nach und beträgt sich nach seinem Fauxpas am vergangenen Wochenende vorbildlich. In alter Manier singt er schön schief sämtliche Hit-Giganten hoch und runter, macht und tut fleißig hier im Haushalt mit, schnippelt artig Gemüse und dergleichen, wenn Bedarf ist und ist auch sonst ganz lieb. Wenn’s so bleibt, kann und will ich ihm nichts nachtragen und werde ihn gewohnheitsgemäß am Singen hindern, denn manchmal singt er so schief, dass es weh tut. Aber der Spaßfaktor ist enorm hoch und entlockt mir immer wieder ein Lachen. Passt auch…
So Leute, meinereiner wird sich so langsam unter die Dusche begeben, damit Fräulein F. nicht warten muss, wenn sie mich dann gegen 8.00 Uhr hier abholt. Draußen schneit es noch und obwohl ich den Winter mit all seinen Eigenschaften liebe, mag ich endlich wieder Sonne und warme Luft draußen haben. Meine Winterliebe findet alljährlich im Februar ihr Ende und erwacht erst im November oder Dezember jeden Jahres wieder. Der Winter dauert mir zu lange. Passt überhaupt nicht…
Herr S. und Frau N. aus P. saßen gestern gemeinsam im Wohnzimmer zum Abendessen – es gab gebratenen Leberkäse mit Kartoffelsalat und Spiegelei – und schauten dabei gemütlich fern. Der kleine Herr N. aus P. wollte gerne in seinem Zimmer speisen und so wurde ihm wunschgemäß das Mahl in seinen Gemächern kredenzt. Während die alten Leutchen auf ihren Tellern schnippelten und dem Leberkäse zu Leibe rückten, huschte der kleine Herr N. durch die Küche und seine Erziehungsberechtigte fragte nach, was er suche. Er gab willig Auskunft und die beiden älteren Herrschaften aßen weiter. Unvermittelt hob Herr S. den Kopf und hakte nun bei seiner Tischdame nach, was der kleine Mann denn da tue und so kam folgende kurze Unterhaltung zustande:
„Was is’n?“
„Nix weiter, ihm ist da zu wenig Platz auf’m Teller und er holt sich noch einen kleinen Teller, wo er seine Eier drauf tun kann.“
Kurze Denkpause… Dann flüstert er gespielt empört:
„Beim Essen?????“
Wieder kurze Denkpause…
Frau N.aus P. wiehert los und verschluckt sich fast…
Männer sind Ferkel… Und Ferkel sind bekanntlich auch Schweine…
Dienstag – der Tag beginnt erwartungsgemäß ruhig. Um 4.00 Uhr klingelt der Wecker zum ersten Mal. Der Radiowecker plärrt irgendwelche Musik ins Dunkel und irgendjemand sagt: „Kannst den Wecker ganz ausmachen, mein Handy weckt mich gleich nochmal.“ Ich führe den Befehl aus und schlafe weiter. Minuten später leuchtet etwas auf und klassische Musik dudelt durch den Raum. Ich öffne die Augen und schaue den Herrn auf der Beifahrerseite des Bettes irritiert an. Er grinst und sagt nichts. Kopfschüttelnd ziehe ich die Decke bis hoch zur Nase und werde ausgeschimpft, weil mein rechter Arm eiskalt ist. Leise steht der Schimpfer auf und erledigt in bemerkenswert rücksichtsvoller Stille all die Kleinigkeiten, die morgens so anliegen. Kaffeekochen, Zähneputzen, Anziehen, Katze nicht treten, lautloses durch die Wohnung laufen. Die Schlafzimmertür öffnet sich ein letztes Mal, jemand kriecht vorsichtig durch die Berge von warmen Decken und tastet das Bett nach mir ab. Man verabschiedet sich superleise und schließt geräuschlos die Wohnungstür. Ich bin es nicht gewohnt, dass jemand so leise sein kann und bin plötzlich hellwach.
Ich stehe auf, halte mir das ganze Gesicht zu, weil diese verdammten vier 60-Watt-Glüharschlöcher mir fast die Haut vom Gesicht brennen und mein Augenlicht bedrohen. Intuitiv tapse ich zur Kaffeemaschine und kneife die Augen zusammen, denn meine Hände brauche ich jetzt zum Kaffeekochen. Mietzo schleicht leise um meine Beine und maunzt. Schnell das arme Tier füttern und die Heizung noch ein klitzekleines Bisschen hochschrauben, weil Frau N. aus P. fröstelt. Schnell hole ich mir aus dem Bad meinen Flauschibademantel und registriere lächelnd die Zahnpastatube auf dem Waschbeckenrand. Der Herr hat also doch kleine Macken, denn so langsam komme ich mir blöd vor, weil ich jede Menge davon habe. Ich lasse den benutzten Kaffeefilter in der Maschine, bis ich die Maschine neu befülle – er nicht. Ich spüle die Kanne nicht gleich aus, wenn sie leer ist – er schon. Ich werfe meine Klamotten vorm Schlafen auch gerne mal vor’s Bett – er nicht. Ja, ich räume das morgens immer gleich weg, aber er verursacht gar nicht erst dieses Chaos. Aber wenigstens lässt er morgens immer die Zahncréme am Waschbeckenrand liegen – ich nicht. Aber ich bin erleichtert, denn ein Mensch ohne Ticks wäre mir unheimlich.
Sohnemann und ich haben den Tag dann sehr viel geräuschvoller begonnen. So sind wir eben und das wird nächste Woche lustig, denn dann schläft Herr S. aus P. noch und wird garantiert wach. Vorbereitet ist er, denn ich habe ihn eindringlich gewarnt. Er will’s nicht anders, also kriegt er die volle Packung. Bei uns wird morgens erst leise, dann ziemlich energisch geweckt, dann wird über die Kleiderwünsche von Sohnemann gestritten, diskutiert und nebenbei werden Brötchen aufgebacken, geschmiert, Kühlschranktür auf zu auf zu auf zu, Wasserhahn & Co. auf zu auf zu auf zu, Besteckgeklapper, Antreiben vom Nachwuchs mit vorwurfsvollem Blick auf die Uhr, noch ein kleiner Zank und dann ab in die Schule. Mal sehen, wie lange Herr S. seine Ruhe behält. Nur eines dürfen wir nicht vergessen: Wir müssen für Herrn N. aus P. schon am Vorabend die gewünschten Anziehsachen zusammensuchen, denn sonst erstrahlen morgens gegen 6.00 Uhr zwei unmenschlich helle Halogenstrahler im Schlafzimmer und das dürfte Herrn S. überhaupt nicht gefallen. Vermute ich jetzt mal so…
Im Moment bin ich etwas schreibfaul, ich geb’s ja zu. Zwar gäbe es durchaus Stoff zum Schreiben, aber irgendwie wuppt es zur Zeit nicht so recht mit der Schreiberei. Morgens komm’ ich nur schwer aus den Federn, was wohl am Schlafmangel liegt, der wiederum mit dem Schichtbetrieb anderer Leute in Zusammenhang steht. Vor nachts 2.00-3.00 Uhr kam ich die ganze Woche nicht ins Bett und gestern wurde es sogar 3.30 Uhr und Frau N. aus P. schaffte es mit letzter Kraft zur Couch, wo sie dann die verbleibenden zwei Stunden bis zum Weckerklingeln gegen den Schlaf ankämpfte. Das Wochenende ist nun endlich greifbar und sofern uns nicht unvorhergesehenes Tauwetter überrascht, werden wir eventuell mit Schlitten im Gepäck nach Schöneck zum Rodeln fahren. Sohnemann verbringt sein Wochenende bei Oma/Papa und der „Rest“ wird sich die Zeit im Schnee vertreiben.
Rodeln, Ausschlafen und Genießen, mehr habe ich nicht vor, aber das wiederum bis zur Perfektion. Die Woche war recht hektisch und ich war ziemlich viel unterwegs. Behördengänge erledigen, Freunde besuchen, mit Sohnemann erneut zum Kieferorthopäden, Friseurbesuch mit Zwergzwerg und Abend für Abend mit dem Schlaf kämpfen, denn um Mitternacht war andernorts die Spätschicht vorbei und man unterhielt sich noch bis tief in die Nacht via Internet, weil für mehr keine Möglichkeit blieb. So verging die Woche schnell und doch irgendwie schleppend. Morgen Abend werde ich mich dann endlich zu normalen Zeiten in mein Bett legen können und sicher werde ich schon längst schlafen, wenn sich jener Spätschichtler hereinschleicht. Mein Fazit für diese Woche: Mittelschicht ist doof, zahnspangentechnisch großes Glück gehabt, Freunde sind was Großartiges und es herzelt und flattert nach wie vor und das ist gut so.
Liebe und Logik sind wie Sonne und Mond;
wenn das eine Gestirn aufgeht, geht das andere unter.
Manchmal ist es zum Haare raufen. Zum zweiten Mal schon hat Scott seine Zahnspange so dermaßen verlegt, dass sie unauffindbar ist. Da habe ich ihm nun schon dieses kleine Etui gekauft, noch bevor er seine Spange überhaupt hatte und trotzdem steckt er sie in den meisten Fällen in irgendwelche Jacken- oder Hosentaschen und abends vorm Schlafen sucht er dann panisch nach dem teuren Stück. Ich muss gestehen, dass mir vorhin der Geduldsfaden riss, denn ich vermute stark, er hat sie irgendwo in der Schule vergessen. Wenn sie dort ein Spaßvogel einfach mitgenommen oder gar zerstört hat, heißt das für mich, eine neue Zahnspange anfertigen lassen und mit teuer Geld bezahlen. Sowas macht mich wirklich wütend und ich hasse derlei Nachlässigkeiten. Wenn ich schon sehe, wo er überall sucht, platzt mir die Hutschnur, denn ich glaube kaum, dass die Feinmechanik dieses Teils der Belastung in irgendwelchen sandgefüllten Hosentaschen, herumgeworfenen Schulrucksäcken oder dergleichen standhält.
Frau N. aus P. verabschiedet gerade ihren Besuch, da klingelt Sohnemann unten an der Haustür, obwohl er einen Schlüssel hat. Muttern drückt auf den Türöffner und da wir unterm Dach wohnen, dauert es eine Weile, bis Besucher an der Wohnungstür stehen. Mein Füchslein verlässt gerade meine Wohnung und ich stehe oben an der Treppe, als ich sie meinen Sohn fragen höre: „Was hast denn Du gemacht?“ Ich kann diese Frage nicht so recht einordnen und warte geduldig oben an der Küche, bis Sohnemann die Stufen in der Wohnung erklommen und die Küche erreicht hat. Was ich dann sah, übertraf meine Erwartungen mal wieder. Herr Sohn hatte einen blutverschmierten Mund und eine dicke Lippe riskiert. Ich staunte nicht schlecht und fragte nach, was denn geschehen sei. Er berichtete, er hätte mit seinen Kumpels Fangen gespielt und dabei sei er mit einem seiner Kumpels unglücklich zusammengestoßen. Hinterkopf vs. Lippe sozusagen…
Das sah natürlich im ersten Moment viel schlimmer aus, als es letztendlich war. Erstmal wies ich ihn an, seinen Mund und das blutverschmierte Gesicht vorsichtig ein bisschen abzutupfen und dann verabreichte ich ihm ein feuchtes Handtuch mit Kühlkissen innen drin. Tat ihm offensichtlich auch gut und er saß für die nächsten zwei Stunden erstmal ganz ruhig im wohnzimmerlichen Sessel. Nun ja, was lässt sich mit einer solch negriden Lippe eigentlich essen? Ich erinnerte mich an meine dicke Lippe in der Kindheit, gegen die das geschwollene Dingens meines Sprösslings allerdings ein lächerlicher Kindergeburtstag war und beschloss, kleine Nüdelchen zu kochen, die sich ohne Abbeißen und ohne brennenden Salzgeschmack in den Mund befördern lassen. Süppchen läge zwar näher, aber da die Miniplatzwunde relativ dicht an der Mundschleimhaut lag, hätte die Suppe bzw. das darin enthaltene Salz sicherlich unangenehm gebrannt.
Zwar bin ich ein äußerst schadenfroher Mensch, aber das wäre fies gewesen. Also bereitete ich die seltenste aller Speisen zu, die unsere Augen jemals gesehen haben – Nudeln. Sohnemann freute sich natürlich diebisch und ich konnte am Ende des Tages zufrieden feststellen, dass ich als Krankenschwester zumindest Puls messen dürfte, denn die Lippe war fast nicht mehr dick und man sah kaum noch, was passiert war. Eine kleine Schwellung hat er natürlich noch, aber in einer Woche ist das vergessen. Wenn ich da an meine Glanzleistung in der 4. Klasse denke, wird mir heute noch schlecht. Nicht nur dass ich mir beinahe alle Zähne rausgekloppt hätte, nein, man konnte wunderbar bei geschlossenem Mund meine Zähne sehen und an essen war für glatte vier Wochen nicht mehr zu denken. Und ich hatte auch gleich ganze Arbeit geleistet. Ober- und Unterlippe waren außer Gefecht, denn nur oben oder nur unten kann ja Jeder.
Außer einer völlig verknorpelten Unterlippe und einer vernarbten Oberlippe blieb davon nichts zurück. Die Narben befinden sind im Mund und die kleine Narbe der unteren Außenseite saß nicht nur dicht am Lippenrand, sondern verwuchs sich im Laufe der Jahre so hübsch, dass man davon nichts mehr sieht. Nur innen sieht es aus wie ein geflickter Fahrradreifen, aber rauchen, saufen und Fressattacken lassen sich damit bestens bewältigen. Bei Sohnemann dürfte man schon in wenigen Tagen/Wochen nichtmal mehr eine Narbe sehen. Er bevorzugt bei seinen Verletzungen bisher immer die Standardvariante. Seine Mutter nahm immer die Deluxe-Ausführung. Loch im Kopf? Sohnemann hatte eins in der 1. Klasse, Mutter „besorgte“ sich gleich zwei im Kindergarten. Ich sah dermaßen abgeschlachtet aus, dass meine Mutter auf dem Weg zum Arzt erstmal zuhause zwischenstoppte und dem Töchterlein die Haare wusch. Lasst sie ruhig verbluten, Hauptsache sie hat frisch gewaschenes und duftendes Haar… Kein hässlicher Kommentar über Folgeschäden, liebe Mädels, ja?
Früher beobachtete ich die Entwicklung meines Sohnes oft mit versonnenem Blick, einem seligen Lächeln, viel Nachsicht und ohne große Erwartungen. Schon als Baby und später als Kleinkind unterschied er sich in oftmals wesentlichen Dingen von seinen Altersgenossen. Um endlich auf die Welt zu kommen, ließ er sich zehn Tage länger als geplant Zeit, kam mit so herrlich vielen Speckröllchen in mein Leben und verschlief nahezu sein gesamtes erstes Lebensjahr. Das allein war jedoch nichts Ungewöhnliches, das tun viele Kinder. Seine Entwicklung verlief sprunghaft und oft war ich mir nicht so ganz sicher, ob er sich den Lehrbüchern gemäß entwickelt. Da war zum einen sein mangelnder Bewegungsdrang. Den ganzen Tag lag er mit ausgebreiteten Ärmchen und Beinchen in seinem kunterbunten Laufgitter, strahlte mich an, strampelte aufgeregt und freudig, wenn ich geschäftig vorbei lief oder aber er schlief.
Ich hatte die Hoffnung fast aufgegeben und es fiel mir schwer, dem längst erteilten Rat der Kinderärztin Folge zu leisten. Besorgt hatte ich sie schon vor Monaten gefragt, ob ich mit ihm zur Babygymnastik gehen solle, da er keinerlei Anstalten mache, das Krabbeln oder Laufen zu lernen, sich sogar weigerte mit seinen Füßchen den Boden zu berühren. Sie verneinte lächelnd und sagte: „Nein, lassen Sie ihm noch ein bisschen Zeit. Er hat ein extrem sonniges Gemüt und wird das ganz sicher bald von allein lernen. Er will einfach noch nicht.“ Nicht wirklich beruhigt, übte ich mich weiter in Geduld. Sämtliche Kinder meiner Bekannten, die im etwa gleichen Alter waren, plapperten, liefen, erkundeten ihre Umwelt, aßen von Mamas Teller, bissen in kleine Brötchen oder krabbelten wenigstens schon umher.
Mein Söhnchen hingegen lag noch immer lächelnd da und machte nichts dergleichen. Er mochte keine Speisen, die er kauen musste, er grinste einfach nur vor sich hin und er schlief auffallend lang. Abends gegen 19.00 Uhr legte ich ihn schlafen und er schlummerte meist bis zum Vormittag, nicht selten bis Mittag. So manches Mal seufzte ich, wenn ich andere Kinder in ihren Kinderwägen sitzen sah, wo sie an Brötchen knabberten, kindgerechte Säfte tranken und ihre Mütter vollplapperten. Scott lag eher im Halbsitzen in seinem Gefährt, trank ausschließlich seinen Krümeltee, den ich immer von zuhause mitnehmen musste, weigerte sich nach wie vor zu kauen und lächelte Gott und aller Welt verschämt zu. Er war ein ausgesprochener Charmeur und beäugte seine Umwelt mit großen, stahlblauen und hellwachen Augen. Aber er blieb in der Defensive und im Geiste sah ich mich zum Schulanfang mit Kinderwagen, Krümeltee und Zuckertüte neben all den anderen Eltern stehen.
Erst im Alter von 13 Monaten krabbelte das kleine Speckbein los. Schlagartig lernte er alles auf einmal. Innerhalb von sage und schreibe drei Wochen lernte er Laufen. Die wackelige Lauflernphase ließ er komplett weg und entwickelte sich fortan in einem Tempo, welches mir den Mund offen stehen ließ. Zeitgleich begann er endlich zu sprechen. Er war und ist kein Mann großer oder vieler Worte. Er beschränkte sich schon als Kleinkind auf die nötigsten Stichpunkte, verstand aber jedes einzelne Wort. Und er entwickelte eine äußerst pedantische Ader. Er sortierte einfach alles nach Größen, Längen oder anderweitigen Maßen. Mit ihm zu spielen, war nicht möglich. Er meckerte und schrie, wenn ich seine sortierten Autos auch nur berührte. Er konnte sich aber schon damals stundenlang allein beschäftigen. Auch das abendliche Vorlesen entpuppte sich schnell als nicht geeignet. Wie schön saß ich in meiner Vorstellung neben seinem Bettchen und las ihm Märchen vor. Ich ahnte damals noch nicht, dass er mein Vorlesen mit lautem Gekicher und Gekacker übertönen würde und viel lieber Lieder singen wollte.
Vorsingen im eigentlichen Sinne war auch nicht möglich, nein, er wollte das auf seine ganz besondere Art. Ich erinnere mich an sein erstes Weihnachtsfest. Frau Mama kauerte neben den Gitterstäben seines Bettchens und versuchte „Oh Tannenbaum“ zu flöten. Söhnchen schaute mich irgendwie gelangweilt und erwartungsvoll an, zeigte keine Freude und aus Verzweiflung änderte ich die Tonlage. Ich holte meine Luftgitarre raus, schraubte meine Stimme gefühlte zehn Oktaven tiefer und rockte ihm den Tannenbaum auf eine Weise, bei der James Hetfield vor Bewunderung das Mikro aus der Hand gefallen wäre. Plötzlich strahlte mein Sohn, jauchzte vor Vergnügen und strampelte aufgeregt und mir wurde einmal mehr klar, dass er alles anders machte als die meisten Kinder. Von diesem Tag an war abends im Kinderzimmer der Teufel los. Die „Entchen auf dem See“ headbangten, die „Stille Nacht“ war extrem gitarrenlastig und mein Sohn verfolgte jede meiner Bewegungen und Stimmlagen mit einer Aufmerksamkeit, die schon fast an Verzauberung grenzte.
Er hatte also das „Schwermetall-Gen“ geerbt und nur zu solcher Musik bewegte er sich auch. Was das Sprechen anging, weigerte er sich bis zum Einschulungsalter, den Buchstaben „J“ zu benutzen. So kam es, dass er im „Luli“ Geburtstag hatte, sich mit einem „Laschlappen“ nach dem Essen den Mund abwischte und einfach „leder“ sein Freund war. Es war zum Mäusemelken. Als er in die Schule kam, ermahnte ich ihn eindringlich, dass er spätestens „letzt“ das „J“ in seine Worte einbauen müsse und seltsamerweise tat er das auch. Bis dahin fuhr er auch „lahrelang“ nach „Maulwurf“ zum Baden. Mit Oma, Opa, Papa, Tante und ich überlegte ebenso viele Jahre, wo zum Geier dieses „Maulwurf“ sei. Erst als ich eines Tages mit zum Schwimmen fuhr, sollte ich herausfinden, wo genau dieser Ort lag.
Die Jahre vergingen und sein sonniges Gemüt wich dem eines kleinen Teufelchens. Wut- und Trotzanfälle beherrschten unseren Alltag. Aber auch das legte sich wieder. Im Nachgang vergisst man all die grauen Haare, die man jener Phase zu verdanken hat. Man färbt stillschweigend sein Haupthaar und ist froh, mit dem Leben davon gekommen zu sein. Sohnemann entwickelte sich prächtig und inzwischen merke ich mehr und mehr, dass er ein kleiner Mann wird. Es erfüllt mich mit unbeschreiblichem Stolz, wenn er die Spülmaschine ausräumt, seine kreischende Mutter vom Anblick einer Spinne erlöst, schlammverkrustete Hosen schonmal vorsorglich in der Badewanne abspült und mittlerweile kleinere Einkäufe erledigt, weil Muttern überhaupt nicht gerne einkaufen geht. Dann läuft er preisevergleichend durch den Supermarkt, bevorzugt große Packungen die günstiger sind und bringt wirklich nur die Dinge mit, die auch auf dem Zettel stehen.
Ich bin ihm dankbar für diese Hilfe und er hat augenscheinlich Freude daran, seinen Teil zum gemeinsamen Leben beizutragen. Er bringt Altpapier zum Container, schafft den Müll runter, spült die Wanne nach dem Baden aus, hängt seine Handtücher zum Trocknen auf, sammelt in seiner Fußballtasche keine stinkenden Socken, saugt auch mal die Wohnung durch, schüttet den Sand aus seinen Schuhen erst vor der Haustür aus, wärmt sich selbständig sein Mittagessen auf und versorgt seine Mama auch mit Tee und Tempos, wenn sie krank ist. Ich habe den tollsten Sohn der Welt, der aber trotzdem auch Kind ist. Er kommt regelmäßig zu spät, kleckert beim Essen, vergisst ständig seine Zahnspange, rennt am Sonntag bis nachmittags im Schlafanzug durch die Wohnung und findet für alles Ausreden. Aber er ist auch ein bescheidenes Kind.
Erst gestern erwähnte er beiläufig, dass er vor etwa drei Wochen an einem Lesewettbewerb teilgenommen habe, bei dem er den 3. Platz belegt hat. Ich horchte auf und fragte, warum er davon nichts erzähle. Er sagte, das sei doch nichts Besonderes und ich hakte nach. „Wieviele Schüler waren denn dabei?“ Er merkte an, es seien 26 Teilnehmer gewesen und ich stellte richtig, dass ein 3. Platz von 26 Mitstreitern durchaus erwähnenswert sei und nicht so unbedeutend, wie er glaubt. Wir haben vor einigen Monaten etwas ähnliches erlebt und auch damals war er der Meinung, dass er nichts Ungewöhnliches getan habe. Bescheidenheit ist eine seiner Stärken und es erstaunt mich einigermaßen, dass er bereits in seinem Alter diese Wesensart in sich trägt. Er prahlt nicht mit seinen Leistungen, hilft gerne und uneigennützig, ist genügsam und stellt seine Ansprüche meist in den Hintergrund, da ihm mehr und mehr bewusst zu werden scheint, was im täglichen Leben wirklich von Wichtigkeit ist.
Seine geistige Reife macht mich oft sprachlos und ich befinde mich oft im Zwiespalt, ob sein Charakter einfach nur angeboren oder das Ergebnis meiner energischen und konsequenten Erziehung ist. Letztendlich spielt es keine Rolle, denn ich bin über alle Maßen stolz auf meinen Jungen, der manchmal so erwachsen ist und mir beisteht. Als er gestern mal wieder eine Spinne entsorgte, sagte ich zum ersten Mal: „Jetzt bist Du der Mann im Haus und was soll ich nur tun, wenn Du mal erwachsen bist und in Deiner eigenen Wohnung lebst. Dann muss ich Dich anrufen, wenn hier eine Spinne sitzt und Du musst kommen und Deiner Mama helfen.“ Er saß am Küchentisch und lächelte mich an. Er strahlte diese Ruhe aus, die mir so fehlt und es sind genau diese Momente, in denen ich mit Wehmut an den Moment denke, wenn er seine Habseligkeiten aus meinem Leben in sein eigenes Leben trägt. So langsam bekomme ich eine Ahnung davon, wie es sein muss, wenn die Kinder irgendwann das Haus verlassen.
Mein Sohn…, Du machst mich unglaublich stolz und ich weiß, dass Du schon jetzt ein besserer Mensch bist, als ich es je sein könnte. Du bist all das, was mir oft so schwer fällt. Du bist geduldig, nachsichtig, verständnisvoll und genügsam. Du bist selbstlos, hilfsbereit und fleißig. Und Du hast Dich zu viel mehr entwickelt, als ich mir erträumt habe. Trotzdem Du ein Einzelkind bist, warst und bist Du niemals geizig, teilst alles und immer, ja verzichtest sogar auf Dinge, die Du selbst liebst und gibst dennoch aus vollem Herzen. Es sind diese Dinge, die mich so stolz machen. Vielleicht hat unser schweres Leben Dich zu dem gemacht, was Du bist. Vielleicht war es meine Erziehung, vielleicht aber auch nur unser Miteinander. Aber ganz sicher wirst Du ein großartiger Mensch, das bist Du schon jetzt und ich zeige Dir viel zu selten, wie stolz ich auf Dich bin. Und in Momenten wie diesen, wenn Du um 4.00 Uhr morgens krank auf der Couch liegst und ich Dir Tee mit Zitrone mache, Dich mit weichen Decken und Halsbonbons versorge, dann bist Du wieder mein kleines Speckbeinchen und ich möchte einfach nur die Zeit anhalten, damit Du immer hier bleibst.
Du bist der Grund dafür, dass ich morgens gerne aufstehe. Du hast mir klar gemacht, was wichtig ist, worauf es ankommt und Du hast mir bedingungslose Liebe gezeigt. Dir kann ich nie lange böse sein, Du erweichst mein Herz, wenn Du weinst und Du spendest mir Trost, wo andere machtlos sind. Du bist mein Herz und mein Blut und Du bist mein Mittelpunkt. Du bist die Liebe meines Lebens und mein Licht. Du bist die Ruhe und die Kraft, die mir oft fehlt. Du verzauberst mich mit Deinem Wesen und ich bewundere Deine Geduld mit mir. Ich mach’s Dir nicht immer leicht, aber Du nimmst mich so, wie ich bin. Du bist das Beste, was mir passieren konnte und ich bin dankbar für jeden Tag, jede Stunde und jeden Augenblick mit Dir. Ich danke Dir für alles und dafür, dass Du so bist, wie Du bist… Kein Tag ohne Dich…
„Soll ich Dir gleich hier „Züsch“ sagen? (Wohnzimmer)
„Züsch…???“
„Ich meinte „Tschüß…“ (geht glucksend die Treppe runter)
(Als „Züschen/Zischen“ bezeichnet man hierzulande gemeinhin das Verrichten der kleinen Notdurft. Ich verstand die verkorkste Verabschiedung also erstmal als Aufforderung, die allerdings schon längst erledigt war.)
Das Wochenende ist unweigerlich vorbei und der Alltag hat uns wieder. Sohnemann ist längst in der Schule und ich blogge artig. Gestern war ich diesbezüglich mal faul und hoffe, Ihr habt Nachsehen mit mir. Eigentlich ist auch nichts erwähnenswertes vorgekommen, da wir einen ruhigen Sonntag verbracht haben. Der kleine Mann hat sich nachmittags zum Fußballspiel der 1. Mannschaft seines Vereins verabschiedet und da wir erst spät gefrühstückt hatten, verschoben wir das Mittagessen kurzerhand auf abends. Geschmeckt hat es trotzdem und der Tag endete mit einem entspannenden Vollbad.
Bisher beginnt die Woche relativ normal, der Kaffee schmeckt hervorragend und der Himmel verspricht einen freundlichen Tag. Frau N. ist allerdings mal wieder auf der Couch weggeschlummert, was mich zunehmend nervt, da ich ein wirklich gemütliches Bett unterm Sternenzelt habe und nachts in den Himmel schauen kann. Liegt wahrscheinlich auch daran, dass ich dort noch nicht TV sehen kann, weil der Anschluss erst noch verlegt werden muss. Ja, ich mag es zu gerne, beim Einschlafen fernzusehen, denn dank Sleep-Timer geht die Kiste ja dann von alleine aus. Wird schon noch, hoffe nur schnell…
Einen Wehrmutstropfen hielt das Wochenende aber dennoch für mich bereit. Sohnemann hat heute Schuluntersuchung und benötigte neben einem kleinen Anamnesebogen auch seinen Impfausweis. Der Bogen lag seit Wochen ausgefüllt bei meinen Unterlagen, aber sein verflixter Impfausweis ist seit unserem Umzug wie vom Erdboden verschluckt. Ich habe die ganze Wohnung auf den Kopf gestellt – erfolglos. Peinlich berührt blieb mir keine andere Möglichkeit, als ihm einen Entschuldigungszettel mitzugeben, dass seine Mutter das Dingens verbummelt hat und wir schleunigst beim Kinderarzt Ersatz besorgen. Das nützt ihm zwar heute erstmal nix, aber es tröstet ihn, dass mein eigener Impfpass auch verschwunden ist.
Das Tragische hierbei ist, dass meiner noch von meiner Geburt stammt und ich mich bei der letzten Impfung weigerte, mir einen schicken neuen ausstellen zu lassen. Die Sprechstundenschwestern von Sohnemanns Kinderarzt kicherten belustigt über mein altertümliches Dokument und auch der Arzt quittierte meinen abgegriffenen Ausweis mit einem respektvollem „Jedes Museum würde sich freuen.“. Damals hatte ich mich aus Solidarität zum Söhnchen mit impfen lassen, denn geteiltes Leid ist halbes Leid. Ich würde es sehr bedauern, wenn dieser Teil meiner Kindheit verschwunden bliebe. Ich habe große Bedenken, dass diese beiden Dokumente meiner Aufräumaktion zum Opfer gefallen sind. Aber sollte ich wirklich so verwirrt sein, dass ich die Ausweise zum Altpapier geworfen habe? Bitte nicht…!!! Also wenn Euch mein Impfausweis begegnet, bitte ich um sachdienliche Hinweise!
Es ist mal wieder soweit. Der Donnerstag ist angebrochen und das heißt, ich übernehme heute die gesamte Schicht. Etwas müde bin ich noch und dem kleinen Mann scheint es nicht anders zu gehen. Müde kam er mir gerade entgegengeschlurft und trotz der allmorgendlichen Aufforderung, sich anzuziehen, legte er sich einfach wieder ins Bett. Etwas überrascht musste ich meine Aufforderung wiederholen und griff auf den altbewährten Trick zurück, der schon seit seiner Geburt funktioniert – ich verwickelte ihn in ein belangloses Gespräch. Mädels, ich kann Euch das nicht erklären, aber das zeigt immer Wirkung. Er ist innerhalb weniger Augenblicke hellwach und nimmt rege am Gespräch teil. Nebenbei zieht er sich artig an und ist dann auch meist frühzeitig mit Ankleiden, Zähneputzen usw. fertig. Eigentlich lasse ich ihm morgens lieber seine Ruhe und kümmere mich einstweilen um sein Pausenbrot, doch erstaunt es mich immer wieder, wie wach er plötzlich wird, wenn ich mit ihm spreche. Ich wünschte, das wäre auch der Fall, wenn es um das leidige Thema „Verspätung“ geht. Regelmäßig muss ich ihm diesbezüglich eine nervige Reformante halten, dass ich von ihm erwarte, zu vorgegebenen Zeiten zuhause zu sein. Seit Jahren höre ich mich immer wieder die gleichen Sätze sagen und ich habe schon Fransen am Mund. Er setzt dann immer seinen reumütigen Blick auf, wartet brav, bis die alte Frau fertig mit Schimpfen ist und trollt sich leise in sein Zimmer. Und auch diese Masche werfe ich ihm vor. Immer das Gleiche… Erst kommt er – mitunter an die zwei Stunden – zu spät, dann ermahne ich ihn, er schaut zu Boden und tut einsichtig, ich fordere ihn zu echter Teilnahme am Gespräch auf, er leistet Folge und schleicht dann einen Kopf kürzer in seine Gemächer. Spätestens eine Woche später folgt genau die gleiche Debatte, mit genau dem gleichen Thema. Kein einziges Argument fruchtet, wenn ich ihm erkläre, warum ich auf diese nervige Pünktlichkeit solchen Wert lege. Es geht ja nicht nur um Zuverlässigkeit, sondern auch darum, dass ich zu abgesprochenen Zeiten mit ihm rechne und mir keine Sorgen machen möchte. Aber ich glaube auch, dass ich nicht die einzige Mutter bin, die solche Gespräche mit verlässlicher Regelmäßigkeit führen muss. Nur morgens nimmt er auffallend intensiv an Unterhaltungen jeglicher Art teil und erstaunt mich seit Jahren damit, dass diese Methode des Weckens für ihn die effektivste ist. Aber auf eines ist immer Verlass – auf seine Unpünktlichkeit…
Im Studio erwartet mich heute so einiges an Arbeit und ich hoffe, dass ich neben den dringlichen Angelegenheiten auch mit meinem Großprojekt ordentlich vorwärts komme. Zum einen haben sich unser Messelaptop und der dazugehörige Drucker offenbar gestritten und kommunizieren nicht mehr miteinander, was den Chef auf Messe dann natürlich rasend macht und an den Rand der Verzweiflung treibt. Zum anderen arbeite ich mal wieder seit einigen Wochen daran, die Schäden der ehemaligen Praktikanten wieder zu beheben. Zahlreiche Vorlagen fielen deren Fingern zum Opfer und unzählige Vorlagen und Photos wurden aus mangelnder Kenntnis bezüglich der Arbeitsweise mit PC/Laptop schlichtweg gelöscht. Das heißt für mich, dass ich jede gebrannte Sicherkeitskopie einlesen, jedes einzelne Bild betrachten und neu ablegen muss, um anschließend alle doppelten Dateien wieder zu entfernen. Zwar sieht man bereits jetzt deutliche Erfolge und kann nur erahnen, was da alles gelöscht wurde, aber es ist unglaublich zeitintensiv und am Ende des Tages sieht man nur noch verschwommene Bilder und die Augen brennen und tränen unaufhörlich. Oft herrscht auch auf den vorhandenen CDs ein heilloses Durcheinander und es befinden sich kategoriefremde Bilder in den Themenbereichen. Also mache ich mir die Mühe und sortiere alles gleich richtig ein. Klar wäre es einfacher, die verschiedenen Ordner einfach mitsamt ihrem Inhalt zu kopieren und dann die doppelt vorhandenen Exemplare zu löschen, aber so bliebe das Chaos bestehen und so möchte ich auch nicht arbeiten. Eigentlich ist das alles eine Sisyphosarbeit, aber da unser Chef nicht nur Tätowierer sondern auch Perfektionist ist, würde ihm sofort auffallen, dass sich falsche Bilder in falschen Kategorien tummeln. Ich mache trotzdem 426 Kreuze, wenn ich mit allen Datenträgern fertig bin und alles an Ort und Stelle ist.
So, die erste Tasse Kaffee des Tages blubbert bereits durch meine Herzkammern und ich werde mich langsam für den Tag rüsten, da ich vor der Arbeit noch ein paar Kleinigkeiten erledigen möchte. Ich wünsche allen Lesern einen hoffentlich entspannten Tag und verabschiede mich für heute Richtung Arbeitswelt. Lasst Euch nicht ärgern!!!
Nun muss ich doch noch kurz bloggen, bevor ich meinen Rundflug durchs Net starte. Im Treppenaufgang fehlt leider noch immer die Beleuchtung, da wir zur Montage der Lampe eine außergewöhnlich hohe Leiter brauchen. In besagtem Aufgang befinden sich unsere Jacken und Schuhe und wie sicher alle wissen, ist es morgens mittlerweile wieder dunkel. Zwar wird das Lichtproblem dort unten auch bald erledigt, aber folgendes trug sich gerade zu:
„Ich seh’ hier nix…“
„Ja, ich weiß, die Lampe fehlt noch. Wird schon noch…“
„Ooorrr, jetzt hab’ ich auch noch ‘nen Knoten im Schnürsenkel.“
„Kicher…“
„Kackschuh…“ (besagter Schuh flog prompt zu seinen „Kollegen“)
Naja, über einen angemessenen Ton kann man nun streiten, aber wenigstens hat er nicht „Scheißlatsch“ gesagt und der kleine Mann bewies zumindest mehr Geduld als ich in seinem Alter. Beharrlich saß er im Dunkeln da und versuchte den Knoten zu entwirren. Was er dabei nicht bedachte, war, dass man das dann doch besser im Schein einer Lampe tut. Also half Muttern ihm mal geschwind, nachdem sie sich kichernd einige Minuten lang über ihren Sohn amüsiert hat. Ich liebe solche kleinen Episoden am Morgen. Sie erheitern mich ungemein und erinnern daran, dass man auch über kleine Ärgernisse lächeln sollte. Nennt man das vielleicht innere Ruhe? So ein bisschen vielleicht, nur ein ganz kleines bisschen…
Der Tag hat noch nicht begonnen, aber ich habe in aller Stille und voller Freude im Bauch endlich die Kaution für meine neue Wohnung eingezahlt. In genau drei Wochen werden dann Sohnemann und ich mit Hilfe von einigen hilfsbereiten Freunden in unsere neue Bleibe ziehen und all den Geschehnissen hier endgültig den Rücken kehren. Zwar kostet uns dieser (hoffentlich wirklich letzte) Umzug noch einmal viel Kraft und Nerven, aber wir sind immerhin schon soweit genesen, dass wir sagen können, dass wir ohne diese große Enttäuschung hier wohl nie eine solch hübsche Wohnung beziehen würden. Zugegebenermaßen ist dieses bezaubernde Kleinod ein wahrer Glücksgriff und eher Zufall gewesen, aber so verbirgt sich wenigstens auch in dieser schlechten Erfahrung etwas wunderbar positives. Leider versäumte ich bisher bei jeder Begehung, ein paar Photos zu schießen. Aber allerspätestens, wenn wir umgezogen sind und uns einigermaßen eingerichtet haben, holen wir das nach – versprochen!
So langsam erwacht der Tag und ich habe heute so einiges vor. Der Einkauf will erledigt werden, im Baumarkt muss ich noch diverse Kleinigkeiten für unser neues Zuhause organisieren, im benachbarten Ausland verbilligte Fluppen holen, die Noch-Wohnung wenigstens ein ganz klein wenig in Ordnung bringen, zum x-ten Male zu Pfennigpfeifer gondeln, weil die Schule unfähig ist, alle benötigten Arbeitsmaterialien zum Schulbeginn mitzuteilen. Bei Letzterem wachsen mir langsam rote Haare, ehrlich. Als Sohnemann noch in die Grundschule ging, gab es am Ende jeden Schuljahres einen großen Zettel, auf dem alle notwendigen Dinge verzeichnet waren, die er für das neue Schuljahr braucht. Das war eine wunderbar unkomplizierte Sache und alle Lehrer sprachen sich ab, was für ihr jeweiliges Fach vonnöten ist. Seit er die Mittelschule besucht, erweisen sich die dortigen Lehrer als unfähig, genau das in unkomplizierter Form zu tun. Wöchentlich tippeln wir nun los und müssen diese und jene Kleinigkeit noch kaufen. Was um alles in der Welt ist so schwer daran, den Kindern vor Beginn des Schuljahres mitzuteilen, welche Dinge sie für ihre Fächer brauchen?
Vier Jahre lang reichte es, dass wir mit einem großen Zettel bewaffnet bei Pfennigpfeifer einfielen und die Regale plünderten, auf dem Rückweg gleich die Bücher kauften und dann war der Marathon erledigt. Das zweite Jahr in Folge ist es nun so, dass wir erst die Bücher kaufen, Hefter und Blätter auf Verdacht, neue Stifte und derlei Dinge ebenfalls und alles, was die Damen und Herren Pädagogen sonst noch gerne auf den Schulbänken sehen würden, wird den Kindern auf Raten mitgeteilt. Selbst mein Sohn ist hochgradig genervt und sagt: „Mir platzt hier langsam der Kopf. Mein Tag endet ja mittlerweile nicht mehr vor abends 20.00 Uhr.“ Es ist mir ein Rätsel, wie kompliziert man die einfachsten Dinge gestalten kann. Wäre es denn so schwer, wenn sich jeder Fachlehrer bemüht, eine kleine Liste zu erstellen, was die Kinder für das entsprechende Fach noch organisieren müssen – VOR Beginn des neuen Schuljahres? Nein, das geht offenbar nur in der Grundschule. Dass die Lehrer sich jedoch selbst mehr Arbeit machen, als nötig, realisieren sie nicht. Lieber wird diese Liste in Raten während des laufenden Schulbetriebes abgearbeitet und wertvolle Zeit vergeudet, die die Erfüllung der Lehrpläne gefährdet.
Unsere Kinder halten dem straffen Tempo ohnehin manchmal nur mit Mühe stand und dann sowas. Das soll Muttern ruhig bleiben. Vor allem werden die Kinder auch noch unter Druck gesetzt, dies und jenes solle gefälligst bis gestern ran geschafft sein. Aber es ist nicht etwa so, dass man ihnen dann eine Hausaufgabe weniger aufbürdet. Nein, im Moment sieht es so aus, dass Söhnchen noch immer über seinen Aufgaben sitzt, wenn ich abends gegen 19.30 Uhr von der Arbeit komme. Keine Freizeit mehr, Kopfschmerzen, Lustlosigkeit und immer kleiner werdende Motivation sind die Folge. So soll Kindern Schule noch Spaß machen? Vom ersten Tag an wurden die Sechstklässler seiner Schule mit Hausaufgaben und To-Do-Listen regelrecht zu geschissen und Sohnemann kommt seither jeden Tag mit hängenden Schultern aus der Schule. Seine Mundwinkel sind auf Höhe seiner Schnürsenkel und sein Hausaufgabenheft gleicht einem Tagebuch, denn die Seiten sind vollgeschrieben. Wann bitte soll das Kind mal entspannen? Oft ist es so, dass er dann noch die Aufgaben mit mir erledigt, für die seine Konzentration nicht mehr reichte. Ich könnte vor Wut strampeln…
Bin gestern früh ins Bett, da ich nun durch den Neubeginn der Schule morgens wieder in aller Herrgottsfrühe hoch muss. Der Wecker klingelte also um 5.00 Uhr und ich quälte heute auch nicht erst die Schlummertaste, sondern sprang verhältnismäßig ausgeruht aus dem Bettchen, kuschelte mich in meinen flauschigen Bademantel und befüllte eifrig die Kaffeemaschine, denn ohne meinen morgendlichen Milchkaffee geht üüüberhaupt nix. Sohni schläft noch, aber damit ist es in spätestens einer viertel Stunde auch vorbei. Er zog sich gestern eine größere Verletzung zu, was erstmal für ‘nen Riesenschreck meinerseits sorgte, denn ich erfuhr folgendermaßen davon:
(klingelndes Telefon auf Arbeit)
„Tattoostudio Plauen, Hallo…?!“
„Guten Tag, ich würde gerne Frau N. sprechen.“
„Die ist am Apparat…“
„Guten Tag, hier spricht Frau X. vom Kinderschutzbund.“ (mein Herz blieb ein paar Sekunden stehen)
„Ja bitte…?“
„Ihr Sohn hat sich beim Spielen eine Verletzung am Knie zugezogen. Es ist nicht sooo schlimm, aber ich habe ihn verbunden und wollte fragen, ob er jetzt nach Hause gehen soll. Allerdings klappt es nicht mehr so ganz mit dem Radfahren. Aber er könnte laufen.“ (die Dame war ehrenamtliche Mitarbeiterin im „Kindercafé Mücke“, wo sich der kleine Unfall ereignete / meine Schweißperlen trockneten langsam)
„Herrje… Könnte ich bitte mit meinem Sohn sprechen? Ich möchte ihn lieber selbst fragen.“
„Natürlich, gerne…“
(der kleine Stuntman geht ans Telefon)
„Wie ist das denn passiert, Knollo…?“
„Wir haben Fangen gespielt und da bin ich über die Beine von jemandem gestolpert und hingefallen.“
„Ist es schlimm?“
„Geht so, hab’ ‘nen Verband am Knie.“ (er ist kein Mann großer Worte)
„Kannst Du laufen?“
„Ja, kann ich…“ (Wozu hab’ ich ihm eigentlich das Sprechen mit vielen Worten beigebracht?)
„Traust Du Dir zu, nach Hause zu laufen? Frau X. sagte mir, das ginge noch.“
„Ja.“
„Wirklich? Oder soll ich Dich fahren, dauert aber ‘nen Moment, müsste erst Bescheid sagen.“
„Nee, ich trau’ mir das zu.“
„Wirklich, echt?“ (man wird ja heutzutage schnell mal als Rabenmutter bezeichnet)
„Jahaaa…“ (is’ ja gut, ich wollt’ wenigstens gefragt haben)
„Ok, dann lauf schön vorsichtig heim und ich komm’ dann gleich nach Hause.“
„Ok.“
„Bis dann.“
„Ja, bis dann.“
Etwas verwirrt legte ich auf und verwarf die Gedanken, dass er seine lose Kniescheibe in einer Tupperdose nach Hause jongliert. Zuhause angekommen erkundigte ich mich natürlich sofort nach seiner Verletzung und stand vor einem komplett bandagierten Knie. Der kleine Mann schien das alles mit Fassung zu tragen und sagte beiläufig, dass das Fahrrad auch schon im Keller stünde. Ich glotzte ihn ungläubig an und bemerkte, dass die gute Frau am Telefon doch vorhin gesagt hätte, mit dem Fahren ginge das nicht so gut. Sohnemann winkte ab und stellte die Sachlage richtig. T.s Mutter hätte ihn nach Hause gefahren und das Fahrrad mit ins Auto gepackt. Großartig, jetzt bin ich doch ‘ne Rabenmutter. Gesagt hat’s keiner, aber ich ahne es. Gerade als er loslaufen wollte, klinkte sich T.s Mama ein und sagte, Scott könne so nicht nach Hause laufen, sie würde ihn fahren. An sich ein wirklich netter Zug von ihr, gar keine Frage. In mir jedoch regte sich lautstark das schlechte Gewissen einer Mutter. Was mag die Frau jetzt von mir denken? Ich will’s lieber gar nicht wissen, es kann nix gutes sein…
Sohnemann zumindest saß ziemlich lässig in seinem Chefsessel und spielte seine Verletzung herunter. Er hatte sich inzwischen sogar selbst Abendessen gemacht und schmauste seine geliebte Zwiebelmettwurst auf ofenfrischen Brötchen mit Tomatensalat. Die Nudeln vom Vorabend seien ihm zu scharf gewesen und ihm hätte davon nicht nur der Mund, sondern die Nase, der Rücken und sein verwundetes Knie gebrannt. Ich lächelte und war schon ein bisschen stolz auf meinen Jungen, denn er ist so wunderbar selbständig, was nicht zuletzt ein Ergebnis meiner Erziehung ist. Mir war nicht klar, dass die Geschmacksknospen meiner Zunge so abgehärtet sind, denn ich hatte mir am Vorabend lecker Kolbász unter die Nudeln geschnippelt. Sohnemanns Zunge ist zwar durch meine Kochweise so einiges gewöhnt, aber das war selbst ihm zuviel. Offenbar sind meine Geschmacksknospen aufgrund des geliebten scharfen Essens schon zu Schmeckeknubbeln verkümmert. Keine Ahnung…
Ja und entsprechend meiner Gemütslage heute wieder ein Video samt Musik und natürlich auch den Text dazu – wie gehabt in englischer Sprache, weil Krebsgeschwüre keine Fremdsprachen beherrschen…
Hey
I'm your life
I'm the one who takes you there
Hey
I'm your life
I'm the one who cares
They
They betray
I'm your only true friend now
They
They'll betray
I'm forever there
I'm your dream, make you real
I'm your eyes when you must steal
I'm your pain when you can't feel
Sad but true
I'm your dream, mind astray
I'm your eyes while you're away
I'm your pain while you repay
You know it's sad but true
You
You're my mask
You're my cover, my shelter
You
You're my mask
You're the one who's blamed
Do
Do my work
Do my dirty work, scapegoat
Do
Do my deeds
For you're the one who's shamed
I'm your dream, make you real
I'm your eyes when you must steal
I'm your pain when you can't feel
Sad but true
I'm your dream, mind astray
I'm your eyes while you're away
I'm your pain while you repay
You know it's sad but true
Hate
I'm your hate
I'm your hate when you want love
Pay
Pay the price
Pay, for nothing's fair
Hey
I'm your life
I'm the one who took you here
Hey
I'm your life
And I no longer care
I'm your dream, make you real
I'm your eyes when you must steal
I'm your pain when you can't feel
Sad but true
I'm your truth, telling lies
I'm your reasoned alibis
I'm inside open your eyes
I'm you
Bin gestern (mal wieder) auf der Couch eingeschlafen und mitten in der Nacht reumütig in mein Bett geschlichen. Sohnemann schläft noch friedlich und kam gestern mit neuem bzw. altem Ohrloch aus Mechel zurück. Ich staunte nicht schlecht, da ich immer mal wieder nachgefragt hatte, ob wir nicht mal schauen wollen, ob das (seit Jahren vorhandene) Ohrloch noch „gebrauchsfähig“ sei. Ich mag das ja zu gerne, wenn kleine Jungs schicke Ohrringe tragen. Er hat nun schon seit seinem 5. Lebensjahr ein solches und „benutzte“ es seit der 1. oder 2. Klasse nun nicht mehr. Ihn nervte dieses ständige Raus und Rein wegen dem Sportunterricht und eines Tages vergaßen wir schlichtweg, seinen Ohrring wieder einzusetzen. Als ich Abhilfe schaffen wollte, winkte er ab und meinte, dass er das ohnehin blöd fände, den Schmuck dauernd rausmachen zu müssen und er wolle keinen mehr. Schulterzuckend nahm ich damals diese Aussage hin und ließ ihn einige Jahre damit in Ruhe. In letzter Zeit fragte ich dann doch immer wieder mal nach, da man den Stichkanal noch sehr deutlich sehen konnte und ich mir sicher war, dass dieser noch offen sei. Ist wohl eine Berufskrankheit und als Piercerin juckte es mich schon sehr, mein Söhnchen mit schickem Ohrschmuck auszustatten und notfalls eigenhändig ein neues Loch zu stechen.
Nun kam also Sohnemann gestern aus Mechel zurück und hatte zum einen ein fremdes T-Shirt an und als ich eher zufällig sein linkes Ohr in Sichtweite bekam, glitzerte mich da ein Ohrstecker an. Mein Mund stand erstmal sekundenlang offen und ich berührte ungläubig sein Ohrläppchen. Da glotzte mich doch tatsächlich ein Ohrstecker in Form des bekannten Puma-Logos an. Klein, silbern und in jenem Ohrloch, dass mich seit Jahren verwaist angelächelt hat. Mein Mutti-Herz frohlockte und ich fand’s klasse. Da flehe ich den Jungen seit mehreren Jahren an, doch wieder einen hübschen Ohrring zu tragen und dann liegt’s wohl doch nur am passenden Motiv. Hätt’ ich das eher gewusst, hätte ich natüüürlich einen Lukas-Podolski-Ohrring besorgt, denn den hätte er huuundertprozentig reingemacht.
Der August soll ja laut Wetterfrosch der heißeste Monat des Jahres sein. Wenn ich aus dem Fenster sehe, kann ich das kaum glauben. Es ist kühl, nass und grau draußen. Wüsste ich es nicht besser, würde ich denken, es ist April. Zwar lässt der Regen mittlerweile etwas nach, aber die Sonne hat sich offenbar selbst in den Urlaub verabschiedet und Sohnemann wird wohl in seiner letzten Ferienwoche auch wieder nicht baden gehen können. Sehnsüchtig haben wir bereits diese Woche auf wärmeres Klima gewartet und sind am Mittwoch todesmutig nach Pöhl gefahren. Der kleine Mann wagte sogar den Sprung in die Talsperre, saß aber danach bibbernd und in 92 Handtücher und Decken gewickelt da und trotzte dem Wind, der uns dort erbarmungslos um die Ohren pfiff. Von seinen sechs Wochen Ferien hatte er prozentual gesehen verschwindend wenige Sonnentage. Diese jedoch nutzte er glücklicherweise fast immer für einen Ausflug ins Freibad. Nur die letzten beiden Wochen scheinen meteorologisch wie verhext zu sein und mir tut es fast schon leid, dass er seine letzten Ferientage nicht planschend und badend verbringen kann.
Am 25. August geht der Ernst des Lebens wieder los und er startet in die 6. Klasse. Leistungstechnisch hat er während der 5. Klasse ein beachtliches Tempo vorgelegt und sein Zeugnis gab keinerlei Anlass für Sorgenfalten. Angesichts dieser Zensuren schwoll meine mütterliche (nicht vorhandene) Brust zu silikonverdächtigen Ausmaßen an. Nach kleinen und größeren Einbrüchen scheint bei ihm der Knoten geplatzt zu sein und es kommt viel Eigeninitiative von ihm. Ich muss ihn nicht mehr ermahnen, seine Hausaufgaben zu erledigen. Er packt seine Schultasche selbständig und einigermaßen gewissenhaft und es zahlt sich endlich aus, dass ich ihn von Anfang an die Konsequenzen ausbaden ließ, die sein (Nicht-)Tun und Handeln schulisch nach sich ziehen. Zwar fiel mir das nicht immer leicht, aber der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Nun kann er gut gewappnet das neue Schuljahr beginnen und hält seinen Erfolgskurs hoffentlich lange bei. Ich bin mir durchaus bewusst, dass die Pubertät bereits an die Türe klopft, aber ich bin guten Mutes, dass mein Sohn seine kindlichen Prioritäten so gesteckt hat, dass aus ihm ein verantwortungsbewusster und geradliniger Mensch wird.
Man mag es kaum glauben, aber als Sohnemann heute zum ersten Mal die neue Wohnung gesehen und beschnuppert hat, war er so begeistert, dass er – original Wortlaut – am liebsten sofort einziehen würde. Wer meinen Sohn näher kennt, weiß, dass er üüüberhaupt kein Freund von derartigen Veränderungen ist. Es grenzt also an ein Wunder, dass er solche Sachen sagt. Auch die heute zur ersten Besichtigung eingeladenen Freunde waren einstimmig der Meinung, dass diese Wohnung „zuckersüß“ und „niedlich“ sei.
Sollte ich jedoch in einiger Zeit einmal den Gedanken äußern, wieder umziehen zu wollen (dann zum 24. Male!!!), dann bitte ich höflichst darum, mich in eine geschlossene Anstalt einweisen zu lassen. Bitte bitte bitte…!!!
Bisher war Sohnemann ja größtenteils bei Verwandten/Freunden unterwegs und tagelang außer Haus, aber das jetzige Wochenende haben wir trotzdem schon reichlich ausgenutzt:
gestern Abend Autokino (Kung Fu Panda) inklusive Gummibärchen und Getränke
heute Schwimmbad und anschließender Einkaufsbummel mit lecker wat ins Bäuchlein / heute Abend eventuell noch ein bisschen rumspazieren und Männergespräche führen
Am Montag ist der kleine Mann dann auch schon wieder unterwegs und verbringt eine ganze Woche mit Papa, der in den nächsten Tagen Geburtstag hat. Bis auf die letzten beiden Ferienwochen war mein Zögling entgegen aller Erwartungen dann fast nie zuhause. Ihn freut’s und mich auch, denn ursprünglich war Balkonien auf dem nicht vorhandenen Balkon angesagt.
Nach all dem Stress gehe ich jetzt für eine Woche offline und mache Urlaub. Hier wird in dieser Zeit nichts geschrieben, denn ich werde mich während der gesamten Woche vom Laptop fernhalten. Zuhause werde ich mit aller Wahrscheinlichkeit auch nicht sein, denn ich brauche Abstand zu allem und jedem. Anrufe werden nur angenommen, wenn es um Leben und Tod geht und ich hoffe, mir tut die kleine Auszeit gut, auch wenn sich im Grunde genommen nichts ändern wird.
Bis bald…
Danke an alle, die mich in der letzten Zeit so gut es ging unterstützt und gestärkt haben. Danke an Sandra und Andreas, Danke auch an Jana und Anhang und Danke an meinen Sohn, der im Moment der einzige Grund ist, warum ich noch nach Hause komme…
Zwölf Jahre ist es nun her, als Du Dich unter sinneraubenden Schmerzen ans Licht der Welt gekämpft hast. Genau um 20.45 Uhr an einem Samstag hörte ich den ersten Pieps von Dir und verliebte mich genau in dieser Sekunde in Dich und liebe Dich auch seit dieser Sekunde mit der gleichen Wucht. Zwölf Jahre voller Freude, Sorgen, Wunder und so manchem aufgeschlagenen Knie.
Ich wünsche Dir alles Glück der Welt, beständige Liebe, Erfolg und Gesundheit auf all Deinen künftigen Wegen. Du machst mich stolz und ich kann mir keinen tolleren Sohn wünschen als Dich, mein kleiner Scotti…
Meine Doppelschichten neigen sich dem Ende entgegen, meine Kollegin wird am Samstag wieder in heimischen Gefilden eintreffen, was mich froh macht. Die 14 Tage ohne sie waren trostlos und langweilig. Anstrengend waren sie obendrein, was man nicht erwähnen bräuchte. Nun muss ich noch den heutigen Freitag und den Samstag bewältigen und dann kehrt der gewohnte Arbeitsalltag wieder ein, den ich während der letzten beiden Wochen mehr als einmal schmerzlich vermisst habe.
Sohnemann ist heute zur Hochzeit seiner Tante väterlicherseits eingeladen und sitzt bereits in festlicher Kleidung in seinem Zimmer. Er ist aufgeregt und weiß nicht so recht, was ihn da heute erwartet. Dass er dabei nur ein Zaungast von vielen ist, kann er noch nicht überschauen – es ist ja seine erste Hochzeit. Zwar habe ich mit einfach Worten versucht, ihm diesen Tag ein bisschen zu beschreiben, aber seine Aufregung hat sich bisher nicht im Mindesten gelegt. Ich bin sehr gespannt auf seine Eindrücke, die er von diesem Tag mit nach Hause bringen wird. Und das wird er ganz sicher…
Sohnemann reist heute anlässlich der fast geschafften 5. Klassenstufe im Pfaffengut zur Lesenacht an und freut sich tierisch, mit seinen Klassenkameraden im Schlafanzug und mit Taschenlampe bewaffnet, eine Halligallidrecksauparty zu feiern. Tasche steht gepackt bereit und ich vermute, dass er heute so schnell wie noch nie aus der Schule nach Hause rennt.
Tja, und meinereiner ist seit heute morgen Gemüseguru. Jetzt arbeite ich an meinem dritten Garten, den ich mir mittels Coins und ordentlich Knete aus meinen Obst- und Gemüseverkäufen sicher auch bald leisten kann. Nein, ich kaufe keine Coins per Paypal oder SMS, ich kaufe sie (wenn auch völlig überteuert) am Markt im Wurzelimperium und muss dafür kein echtes Geld ausgeben. Zumindest scheint diese Strategie ganz gut zu funktionieren, denn seit dem Erwerb meines zweiten Gartens wuppt der Umsatz richtig gut und ich kann täglich meinen Marktstand bestücken. Jauchz…
Draußen regnet es Bindfäden, aber das stört mich heute nicht die Bohne. Der einzige Wermutstropfen vor dem Wochenende ist, dass meine Kollegin morgen früh für 14 Tage in den Urlaub fährt. Zwar gönne ich ihr die freien Tage von Herzen, aber ich werde ihre Gesellschaft schwer vermissen, weil ich total gerne mit ihr arbeite.
Meine liebe Sandra,
ich wünsche Dir und Deiner kleinen Motte ein paar wunderschöne Tage mit ganz viel Sonne. Erholt Euch gut und schreibt uns mal eine Karte. Ich freu’ mich tierisch, wenn Du wieder da bist. Ohne Dich ist es hier fuuurchtbar langweilig, das weiß ich jetzt schon. Schnief…
Es verspricht ein schöner Tag zu werden (wenn man dem Wetterbericht glauben darf). Laut Wetterfrosch im Radio winkt der Frühsommer und der Blick aus dem Fenster bestätigt diese Prognose – zumindest für heute. Sohnemann fragte heute Morgen etwas verunsichert, ob er nun kurze oder lange Hosen anziehen solle und angesichts des Sonnenscheins, der einen warmen und wunderschönen Tag voraussagt, überließ ich ihm die Wahl. Der kleine Mann entschied sich dann doch für lange Hosen, da die morgendlichen Temperaturen bei 6,5°C lagen und jener junge Mann es gerne „etwas kuschelig“ auf der Haut hat. Klingt banal, aber die Menschen, die ihn näher kennen, wissen, was ich damit meine… o_O
Der allmorgendliche Blick aus dem Fenster ließ mir sprichwörtlich das Blut in den Adern gefrieren. Trotzdem es natürlich nicht die Schneemassen waren, die wir hier im Vogtland sonst gewohnt sind, schockierte mich der Anblick da draußen nicht minder. Lächerliche zwei Tage vor dem kalendarischen Frühlingsanfang entscheiden sich die Wetterfrösche nun, dem Winter ein verspätetes Gastspiel zu gewähren oder was?! Das finde ich wirklich nicht witzig, zumal ich persönlich bereits sehnsüchtig darauf lauere, endlich meinen neuen Helm Anfang April einzuweihen.
Auch der Blick aus den straßenseitigen Fenstern bot keine ermutigendere Ansicht. Grrrrr…
Katzendame „Mietzo“ machte sich angesichts der Flocken erstmal lang und schnurrte versöhnlich.
Da hilft nur eins: Ab in die Küche und koffeinhaltiges Heißgetränk nachladen.
Ich find’s schlichtweg zum Kotzen, diesen Wetterkapriolen ausgeliefert zu sein und tagtäglich zwischen Sommer und Winterklamotten hin- und herzuräumen. Das nervt!!! Selbst Scott weiß morgens mittlerweile nicht mehr so richtig, welches Schuhwerk er nun anziehen soll und steckt die Mütze im Akkord in die Jackentasche. Da soll man nicht meschugge werden…
Der allmorgendliche Blick aus dem Fenster ließ mir sprichwörtlich das Blut in den Adern gefrieren. Trotzdem es natürlich nicht die Schneemassen waren, die wir hier im Vogtland sonst gewohnt sind, schockierte mich der Anblick da draußen nicht minder. Lächerliche zwei Tage vor dem kalendarischen Frühlingsanfang entscheiden sich die Wetterfrösche nun, dem Winter ein verspätetes Gastspiel zu gewähren oder was?! Das finde ich wirklich nicht witzig, zumal ich persönlich bereits sehnsüchtig darauf lauere, endlich meinen neuen Helm Anfang April einzuweihen.
Auch der Blick aus den straßenseitigen Fenstern bot keine ermutigendere Ansicht. Grrrrr…
Katzendame „Mietzo“ machte sich angesichts der Flocken erstmal lang und schnurrte versöhnlich.
Da hilft nur eins: Ab in die Küche und koffeinhaltiges Heißgetränk nachladen.
Ich find’s schlichtweg zum Kotzen, diesen Wetterkapriolen ausgeliefert zu sein und tagtäglich zwischen Sommer und Winterklamotten hin- und herzuräumen. Das nervt!!! Selbst Scott weiß morgens mittlerweile nicht mehr so richtig, welches Schuhwerk er nun anziehen soll und steckt die Mütze im Akkord in die Jackentasche. Da soll man nicht meschugge werden…
Scott hat heute Wandertag und nach einem sicherlich beachtlichen Fußmarsch von der Kemmlerschule bis zum Sportpark Plauen verbringt er den Tag mit seiner Klasse in der Soccerhalle. Er hat sich bereits gestern darauf „vorbereitet“ und wollte „vorschriftsmäßig“ morgens in Fußballhosen zum Wandertag an der Schule antreten. Es sei erwähnt, dass jene Hosen nur bis zum Knie reichen und dass hier im Vogtland derzeit morgens um die 0° Celsius herrschen. Das beeindruckte Herrn Nyíri nicht im Geringsten und seine alte Mutter musste ihm in schärferem Ton klar machen, dass es mir vollkommen Wurscht ist, was die Dame angeblich gesagt hat, denn eine Lungenentzündung und Eiszapfen an unaussprechlichen Körperstellen können wohl kaum einem Beteiligten dienlich sein, geschweige denn ist die Zeitersparnis des entfallenden Umziehens für den Tagesablauf erheblich. Nun denn, Herr Ich-bin-clever zog dienstbeflissen seine Hose unter die Jeans und packte noch diverse Notwendigkeiten ein (Fußball, Stollenschuhe, Dress, Apfelschorle, Brotbüchse, Schlüssel, heimliches Taschengeld (5-11 Cent???), drei Fußballjacken, ein weiteres Paar Turnschuhe und und und…). Das Kind flitzte dann in freudiger Erregung die Treppe runter, um dann fünf Minuten später erneut zu klingeln, da er „was vergessen“ habe. Sichtlich gestresst, dass sein Freudentag mit Verzögerung beginnt, hastete er in sein Zimmer und wühlte die Taschen seiner anderen Jacke durch, wo er seinen Wohnungsschlüssel vermutete. Schlussendlich tauchte das gute Stück in einer seiner drei Jacken auf, die sich in seinem Rucksack (fein säuberlich auf dem Rücken angeschnallt) drängelten. Kinder… Wobei wir wieder bei der These wären, dass alle Kinder als Männer zur Welt kommen!!!
Scotti trat den Weg zur Schule an und anschließend widme ich mich, wie so oft, dem Bloggen. Mit Kaffeetasse und anderen Notwendigkeiten bewaffnet, beginne ich den Morgen mit Gold und Glorie und meinem Wurzelimperium. Ein bisschen Kurzweil schadet nicht… Übrigens hat sich Scott nun für den Schwimmsport entschieden und ich bin eifrig daran, Informationen für ihn zu sammeln.
Nun ja, Sohnemann schlägt sich derzeit mit dem Gedanken, nun doch wieder aktiv Sport zu treiben (abgesehen vom Schulsport laut Stundenplan) und trägt sich mit dem Gedanken, Handballer zu werden. Fußball ist wohl doch nichts für ihn, wie er nach zwei Jahren Vereinsleben festgestellt hat. Lag wohl auch nicht zuletzt am Trainer, der die Knirpse der damaligen F-Jugend ständig anbrüllte wie ein Drill Instructor. Nicht selten liefen den Zwergen damals Tränen beim Spiel hinunter, was ich als Mutter erschütternd fand. Dieser alte Mann hatte selbst nach einem Tor kein Lob für die Jungs übrig und schrie vornehmlich die Knäblein an, deren Eltern nicht am Spielfeldrand ausharrten. Also fuhr ich damals zu jedem noch so unwichtigen Spiel mit, um Scott diese Schimpftiraden zu ersparen. Es hat dennoch nichts gebracht, er warf das Handtuch und spielt seither nur noch mit Freunden auf dem Bolzplatz. Von Fußball als aktiver Spieler hatte er kurz vor dem Wechsel in die E-Jugend nachhaltig die Nase gestrichen voll.
Nun hat er vor kurzem beim Handball reingeschnuppert und überlegt angestrengt, ob er künftig statt mit den Füßen lieber mit den Händen „ballern“ soll. Sportlich ist er ja nun wirklich ein Naturtalent, keine Frage. Nur ist das bei Kindern und ihren Vorlieben immer so eine Sache. Während seiner Fußball-Ära verschlang die Anschaffung und Instandhaltung seines notwendigen „Equipments“ Unsummen an Geld und ich bin eher weniger geneigt, nun Handballsachen zu kaufen, die dann nach drei Monaten vielleicht doch wieder nur in der Ecke liegen, weil der kleine Mann vielleicht keine Lust mehr darauf hat.
Nicht nur ihm sei noch eine kleine Bedenkzeit gegönnt, sondern auch seiner Mutter…
Nachtrag: Nun hat sich Sohnemann das Video von Inrich angesehen und musste zähneknirschend zugeben, dass derart viel Körperkontakt nun wirklich nicht sein Ding ist und auch nie war. Jetzt heißt es weitersuchen – nach dem idealen Freizeitsport für Scott. Ach ja, Volleyball mag er leider überhaupt nicht und für Basketball ist er zu kurz.
Die Woche neigt sich dem Ende entgegen und der Wecker dudelte heute morgen erbarmungslos um 5.00 Uhr los. Nachdem ich ihn ca. fünfmal zum Schweigen gebracht hatte, quälte ich mich aus meinem wunderbar warmen Bett und schlurfte Richtung Küche. Mit ein paar Minuten Verspätung drängelte ich Scott, endlich aufzustehen und schmierte inzwischen seine Schulbrote. Zwischendurch noch fix die x-te Belehrung, dass er doch bittäääää in Zukunft nicht gleich zehn Schokoriegel auffuttern solle, da ich diese zauberhaften und offenbar wohlschmeckenden Artikel im Supermarkt keineswegs geschenkt bekommen habe, sondern mit sauer verdientem Geld bezahlen muss und er sich diese Sachen doch bittäääää ein wenig besser einteilen solle. Obendrein hasse ich Einkäufe jeder Art und bin überaus dankbar, wenn ich ein paar Tage nicht zwischen irgendwelchen Regalen umherirren muss. Also erklärte ich meinem Sprössling zum weiß-ich-nicht-wievielten Male den Unterscheid zwischen maßlos und maßvoll. Kinder sind also kein Stück anders als Männer, wenn sie alleine zuhause sind – sie futtern alles leer und denken sich nichts dabei. Was uns zu dem Schluss bringt, dass Männer nie erwachsen werden oder Kinder erstmal als Männer zur Welt kommen…
Scott bemerkte heute morgen beim Gehen, dass er Dienstage hasst. ich pflichtete ihm bei und sagte: „Ich auch, das Wochenende ist dann noch so weit weg.“ Er entgegnete: „Nein, weil wir da immer so lange Schule haben.“ Nun ja, da muss ich ihm Recht geben, ich würde das auch hassen. Der kleine Mann geht heute auf den Geburtstag seines Schulfreundes und ich bin sehr gespannt, ob er danach bei mir auf Arbeit auftaucht, denn ich habe ihm angeboten, ihn dann gleich mit nach Hause zu nehmen. So spart er sich zumindest das Geld für die Straßenbahn.
Am Freitag war ja nun die angekündigte Zeugnisausgabe und Sohnemann schnitt erstklassig ab. Es tummelten sich sogar sage und schreibe zwei Bestnoten auf dem edlen Papier. Meine Fresse war/bin ich stolz. Und da stand er nun, mit einer seltsamen Plastikschachtel vor mir. Ich schaue mir das Teil flüchtig an und frage neugierig: „Was haste denn da schönes?“ Ich schaue näher hin und erblicke voller Entsetzen das Logo vom Bundesgrenzschutz. Hat mein Sohn sich schonmal vorsorglich bei den Herren in Grün beworben? Hat er gar was ausgefressen und Mama kriegt als „Bestechungsmaterial“ mal eben ‘ne grüne Schachtel, damit ’se Sohnemann nich’ haut? Oder wie jetzt???
Nee, es kam viel doller…
Scott hat eine Belobigung (!!!) von der Polimannzei und vom Bundesgrenzschutz erhalten, weil (Achtung, jetzt wird’s so richtig spannend!!!) er einen kleinen Jungen (3-4 Jahre klein) „gerettet“ hat. Besagter Knirps war zuhause ausgebüchst und spielte sorglos in der Ostvorstadt, während Mama und Papa halbwahnsinnig vor Sorge waren. Und wem läuft der Knotenfurz über den Weg??? Genauuuuu, meinem Wurzelzwerg… Der fragte den Mini aus – ohne wirklichen Erfolg und rief kurzerhand die Polizei an. Die Herren in Grün rückten wenig später an und Scott erfuhr, dass der kleine Mann schon seit Stunden vermisst wurde. Scottis Kumpel wollte den Zwerg ursprünglich in Ruhe lassen, aber der Herr Nyiri weigerte sich beharrlich, es ihm gleichzutun. „Er sei schon ganz kalt und doch noch so klein, den können wir hier nicht einfach stehen lassen.“
Bravo, mein Junge… Ich bin meeegastolz auf Dich!!! Meine Erziehung trägt offenbar doch hin und wieder zuckersüße Früchte…
Die Woche hat sich gezogen wie Kaugummi und für Scott gibt’s heute zum ersten Mal Zeugnisse in der Mittelschule. Er hat das Halbjahr richtig flott über die Bühne gekriegt und auffällig viele gute Noten mit nach Hause gebracht. Nun sind wir alle gespannt wie die Regenschirme, wie sein Halbjahreszeugnis ausfällt. Ab nächste Woche kann der Taubenbergzwerg dann für 14 Tage mal wieder jeden Tag richtig ausschlafen und seinem Faulenzertum frönen. Hat er sich verdient…
Du durchsuchst derzeit die Archive der Kategorie Scott.
Huch, schon...
25,956 Neugierige...
Hier stöbern im Moment…
Leute herum...
Besucher weltweit:
Ich liebe die Andersartigkeit der Menschen, die ihr Anderssein authentisch leben. Sich äußerlich zeigen durch Kleidung, Haartracht oder andere sichtbare Zeichen. Oder durch ihr Handeln, das sie an den Tag legen, ohne die geringsten Anzeichen der Frage: "Was mögen die anderen denken?" Ich liebe diese Echtheit, auch wenn sie manchmal nicht in mein Bild der Welt paßt.
„Jibt Dir dit Leben mal een Buff, denn weene keene Träne. Lach Dir’n Ast und setz Dir druff und boomle mit de Beene.“