Da wachste morgens auf und in Deinem Kopf spucken schon wieder irgendwelche Gesichter von irgendwelchen Menschen herum, die Du schon vor langer Zeit in die ewige Verdammnis verbannt hast. Du wischst diese Gesichter energisch weg und stehst schon leicht gereizt auf, weil Du es hasst, wenn ein Tag mit solchen Fratzen beginnt. Dir huscht aber dann doch ein gehässiges Grinsen übers Gesicht, weil diesem Antlitz entscheidende Attribute fehlen, die es unverwechselbar machen. In Deinen Gedanken gibt es diese Attribute nicht. Gut so, denn dieser Mensch ist für Dich schon sehr lange nichts besonderes mehr. Dann öffnest Du die Schlafzimmertür und kämpfst mit Fräulein Katze, die den Weg zur Küche nicht freigibt, weil sie sofort jetzt gleich auf der Stelle ihre Streicheleinheiten einfordert, ohne warten zu wollen, dass Du wenigstens mal das Licht angeknipst hast. Leise fluchst Du und verscheuchst das drängelnde Tierchen erstmal schimpfend.
Du aktivierst die 4×60-Watt-Beleuchtung Deiner Küche und erblindest just in diesem Augenblick. Du schlägst die Hände vors Gesicht und läufst instinktiv weiter bis zur Kaffeemaschine, denn Du kennst den Weg genau. Langsam musst Du die Finger spreizen, damit sich Deine verschlafenen Augen an die Helligkeit gewöhnen und dann füllst Du eilig die Kaffeemaschine, denn Tage wie dieser dürfen nicht ohne einen ordentlichen Schluck Koffein beginnen, sonst enden sie so, wie sie begonnen haben – mit Groll im Bauch. Nein, nicht weil heute Freitag der 13. ist, denn die 13 ist meine Zahl, meine ganz persönliche Glückzahl. Viele guten Dinge aus meinem Leben und so manche schicksalhafte Begebenheit stehen mit der 13 in Verbindung und ich habe schon vor Jahren meinen Frieden mit dieser Zahl gemacht, denn sie suchte mich immer wieder heim. Wir sind Freunde geworden und inzwischen gehört sie zu meinem Leben, also macht mir der 13. – ganz egal, ob nun Freitag oder Mittwoch oder sonstwas für’n Tag – keinerlei Angst mehr. Nein, im Gegenteil…
Es ist nun auch schon wieder eine ganze Woche her, dass er nicht mehr bei uns ist. Manchmal drängt sich der Verlust in den Vordergrund, manchmal bekommt man wieder diese Wut über das Verhalten des Menschen, der das alles verschuldet hat und manchmal wünscht man sich einfach, dass man die Zeit zurückdrehen könnte, denn dann hätte keiner von uns zugelassen, dass so etwas jemals passiert. Leider sind wir alle dagegen machtlos und können nur akzeptieren, was geschehen ist. Es fällt mir schwer, immer noch. Jeden Tag. Es gelingt mir noch nicht so recht, zu realisieren, dass er nicht mehr zur Tür rein getobt kommt und einen mit seiner unwiderstehlichen Art begrüßt. Masochistisch, wie man in solchen Momenten veranlagt ist, habe ich mir einige der damaligen Beiträge durchgelesen, als der kleine Herr L. aus P. hier eine Woche alles im Chaos versinken ließ und ich gäbe ein Königreich dafür, wenn ich etwas an seinem Schicksal hätte ändern können. Ach was, ein Königreich… Die Welt würde ich geben…
Es gibt viel zu tun heute, ich muss mich aufraffen. Ich wünsche allen Lesern ein schönes Wochenende und Entspannung. Ich werde morgen ein bisschen unter Menschen gehen und mich mal wieder amüsieren. Habe ich gestern schon und es tat gut. Ein bisschen Ablenkung von alldem und das Lachen nicht verlernen. Verlernt haben wir es nicht, aber es fällt ein bisschen schwer im Moment, zumindest manchmal. Morgen lassen wir das alles mal ein paar Stunden hinter uns und ich bin gespannt, was ich Euch (spätestens) am Montag zu berichten habe. Unverhofft kommt ja oft…
…erhöht sich die Zahl derer, die mich am Arsch lecken können. Ausweinen will man sich, eine ehrliche Meinung ist jedoch nicht erwünscht. Man verlangt, es solle trotz allem Widersinn beigepflichtet werden. Nein, das kann ich nicht und das will ich nicht. Augenwischerei war noch nie mein Ding und wird es niemals sein. Ewiges Genörgel macht jeden irgendwann mürbe, so auch mich. Ich mag nicht mehr… Nein, es geht nicht um Männer… Und es nervt mich zunehmend, wenn jemand immer mit Gewalt “anders als die anderen” sein muss, nur weil das dringende Bedürfnis besteht, sich zu unterscheiden. Wozu? Selbst um den Preis, sich lächerlich zu machen?! Nein, ich muss nicht für alles Verständnis haben und eines sei gesagt: Es nervt nicht nur mich langsam, sondern ausgesprochen hat das vor nicht allzu langer Zeit jemand, von dem es nicht erwartet wurde. Peng… Danke für alles, aber hier ist Schluss. Ich brauche endlich Ruhe und wenn man jemandem sehr oft und gerne Gehör geschenkt hat und dann selbst mal ein Ohr braucht, kommt etwas, was all dem ferner als sonst was liegt. Das hatte mit Ehrlichkeit nix zu tun, absolut gar nix. Und sowas nehme ich übel.
Dienstag – der Tag beginnt erwartungsgemäß ruhig. Um 4.00 Uhr klingelt der Wecker zum ersten Mal. Der Radiowecker plärrt irgendwelche Musik ins Dunkel und irgendjemand sagt: „Kannst den Wecker ganz ausmachen, mein Handy weckt mich gleich nochmal.“ Ich führe den Befehl aus und schlafe weiter. Minuten später leuchtet etwas auf und klassische Musik dudelt durch den Raum. Ich öffne die Augen und schaue den Herrn auf der Beifahrerseite des Bettes irritiert an. Er grinst und sagt nichts. Kopfschüttelnd ziehe ich die Decke bis hoch zur Nase und werde ausgeschimpft, weil mein rechter Arm eiskalt ist. Leise steht der Schimpfer auf und erledigt in bemerkenswert rücksichtsvoller Stille all die Kleinigkeiten, die morgens so anliegen. Kaffeekochen, Zähneputzen, Anziehen, Katze nicht treten, lautloses durch die Wohnung laufen. Die Schlafzimmertür öffnet sich ein letztes Mal, jemand kriecht vorsichtig durch die Berge von warmen Decken und tastet das Bett nach mir ab. Man verabschiedet sich superleise und schließt geräuschlos die Wohnungstür. Ich bin es nicht gewohnt, dass jemand so leise sein kann und bin plötzlich hellwach.
Ich stehe auf, halte mir das ganze Gesicht zu, weil diese verdammten vier 60-Watt-Glüharschlöcher mir fast die Haut vom Gesicht brennen und mein Augenlicht bedrohen. Intuitiv tapse ich zur Kaffeemaschine und kneife die Augen zusammen, denn meine Hände brauche ich jetzt zum Kaffeekochen. Mietzo schleicht leise um meine Beine und maunzt. Schnell das arme Tier füttern und die Heizung noch ein klitzekleines Bisschen hochschrauben, weil Frau N. aus P. fröstelt. Schnell hole ich mir aus dem Bad meinen Flauschibademantel und registriere lächelnd die Zahnpastatube auf dem Waschbeckenrand. Der Herr hat also doch kleine Macken, denn so langsam komme ich mir blöd vor, weil ich jede Menge davon habe. Ich lasse den benutzten Kaffeefilter in der Maschine, bis ich die Maschine neu befülle – er nicht. Ich spüle die Kanne nicht gleich aus, wenn sie leer ist – er schon. Ich werfe meine Klamotten vorm Schlafen auch gerne mal vor’s Bett – er nicht. Ja, ich räume das morgens immer gleich weg, aber er verursacht gar nicht erst dieses Chaos. Aber wenigstens lässt er morgens immer die Zahncréme am Waschbeckenrand liegen – ich nicht. Aber ich bin erleichtert, denn ein Mensch ohne Ticks wäre mir unheimlich.
Sohnemann und ich haben den Tag dann sehr viel geräuschvoller begonnen. So sind wir eben und das wird nächste Woche lustig, denn dann schläft Herr S. aus P. noch und wird garantiert wach. Vorbereitet ist er, denn ich habe ihn eindringlich gewarnt. Er will’s nicht anders, also kriegt er die volle Packung. Bei uns wird morgens erst leise, dann ziemlich energisch geweckt, dann wird über die Kleiderwünsche von Sohnemann gestritten, diskutiert und nebenbei werden Brötchen aufgebacken, geschmiert, Kühlschranktür auf zu auf zu auf zu, Wasserhahn & Co. auf zu auf zu auf zu, Besteckgeklapper, Antreiben vom Nachwuchs mit vorwurfsvollem Blick auf die Uhr, noch ein kleiner Zank und dann ab in die Schule. Mal sehen, wie lange Herr S. seine Ruhe behält. Nur eines dürfen wir nicht vergessen: Wir müssen für Herrn N. aus P. schon am Vorabend die gewünschten Anziehsachen zusammensuchen, denn sonst erstrahlen morgens gegen 6.00 Uhr zwei unmenschlich helle Halogenstrahler im Schlafzimmer und das dürfte Herrn S. überhaupt nicht gefallen. Vermute ich jetzt mal so…
Im Moment bin ich etwas schreibfaul, ich geb’s ja zu. Zwar gäbe es durchaus Stoff zum Schreiben, aber irgendwie wuppt es zur Zeit nicht so recht mit der Schreiberei. Morgens komm’ ich nur schwer aus den Federn, was wohl am Schlafmangel liegt, der wiederum mit dem Schichtbetrieb anderer Leute in Zusammenhang steht. Vor nachts 2.00-3.00 Uhr kam ich die ganze Woche nicht ins Bett und gestern wurde es sogar 3.30 Uhr und Frau N. aus P. schaffte es mit letzter Kraft zur Couch, wo sie dann die verbleibenden zwei Stunden bis zum Weckerklingeln gegen den Schlaf ankämpfte. Das Wochenende ist nun endlich greifbar und sofern uns nicht unvorhergesehenes Tauwetter überrascht, werden wir eventuell mit Schlitten im Gepäck nach Schöneck zum Rodeln fahren. Sohnemann verbringt sein Wochenende bei Oma/Papa und der „Rest“ wird sich die Zeit im Schnee vertreiben.
Rodeln, Ausschlafen und Genießen, mehr habe ich nicht vor, aber das wiederum bis zur Perfektion. Die Woche war recht hektisch und ich war ziemlich viel unterwegs. Behördengänge erledigen, Freunde besuchen, mit Sohnemann erneut zum Kieferorthopäden, Friseurbesuch mit Zwergzwerg und Abend für Abend mit dem Schlaf kämpfen, denn um Mitternacht war andernorts die Spätschicht vorbei und man unterhielt sich noch bis tief in die Nacht via Internet, weil für mehr keine Möglichkeit blieb. So verging die Woche schnell und doch irgendwie schleppend. Morgen Abend werde ich mich dann endlich zu normalen Zeiten in mein Bett legen können und sicher werde ich schon längst schlafen, wenn sich jener Spätschichtler hereinschleicht. Mein Fazit für diese Woche: Mittelschicht ist doof, zahnspangentechnisch großes Glück gehabt, Freunde sind was Großartiges und es herzelt und flattert nach wie vor und das ist gut so.
Liebe und Logik sind wie Sonne und Mond;
wenn das eine Gestirn aufgeht, geht das andere unter.
Bin vor dem Weckruf aufgestanden und trinke irgendwie trotzdem müde meinen Milchkaffee. Der Tag fängt stimmungstechnisch seltsam an. Richtig gute Laune habe ich nicht, richtig schlechte Laune auch nicht, aber es fühlt sich so an, als würde die trübe Stimmung irgendwo lauern und nur auf den richtigen Moment warten. Das Video-Plugin von WordPress versagt seit gestern auch seinen Dienst, was diesmal aber nicht nur mich betrifft, sondern augenscheinlich sämtliche Nutzer von WordPress. Ob auch die plattformfremden Blogger betroffen sind, entzieht sich meiner Kenntnis, aber ich find’s grad doof, dass ich nichtmal ein Video posten kann. Also gibt’s heute nur einen Comic.
Ich habe keine Lust. Wieso? Weiß nicht. Wann schreibe ich wieder so wie sonst? Weiß ich auch nicht. Bin ich müde? Ein bisschen. Warum lege ich mich nicht einfach wieder ins Bett? Wenn mich einer hin trägt und zudeckt, gerne…
Trotzdem allen Leserinnen (und den zwei Kerls hier) einen schönen und einigermaßen entspannten Tag!!!
Da wachste morgens auf, schaust verschlafen im Liegen aus dem Dachfenster und erblickst einen Urlaubsflieger, der blitzend am noch dunklen Himmel ganz sicher in südliche Gefilde blinkert. Is’ doch immer so, wenn Du denkst, es könnte grad nicht besser sein. Dann wird Dir was vor die Nase gehalten, das Dich daran erinnert, dass es durchaus noch besser sein könnte. Alter, wenn ich einfach nur einen Stern oder eine Wolke gesehen hätte, wäre ich schon zufrieden gewesen, aber man muss Frau N. aus P. halt mal wieder fett unter die Nase reiben, dass mit Urlaub erstmal Essig ist. Wer und was daran alles Schuld trägt, lasse ich hier weg. Bringt nix…
Geträumt habe ich auch, allerdings derart verkorksten Mist, dass man morgens schon kopfschüttelnd aufsteht. Habe heute ‘nen Termin bei der Behörde und muss vorher nochmal zur Steuertante. Prompt kam die gute Frau in meinem Traum auch vor. Ich laufe in meinem Traum die Straße entlang, begegne ihr auch und erkenne sie nicht, weil Frau N. aus P. auch im Wachzustand enorm kurzsichtig ist und desöfteren ihre Probleme hat, Gesichter von Menschen zu erkennen. Also übersehe ich sie beinahe, entschuldige mich aufrichtig dafür und da geteiltes Leid ja halbes Leid ist, humpelt sie hinter mir her zu ihrem Büro. Ja, in meinem Traum hatte die arme Frau einen ausgeprägten Gehfehler, den sie nachweislich im realen Leben nicht hat. Wenn ich keinen Dachschaden habe, wer dann…?!
Sohnemann ist vorhin artig zur Schule gelaufen und ‘ne knappe Viertelstunde später stand er wieder in der Tür. Erste Stunde fällt aus, Englischlehrerin krank… Auch sein Tag fängt irgendwie verquer an. Draußen ist es ziemlich windig und das heißt, man darf keine weiten Klamotten tragen, da die bei diesen starken Windböen unbeabsichtigt als Paraglider fungieren könnten,was mir heute echt noch fehlen würde. Obwohl ich so bestimmt Benzin sparen könnte, allerdings macht mir die Steuerung so hoch oben in der Luft etwas Sorgen, also werde ich vorsorglich doch lieber den Wagen nehmen. Der Kaffee schmeckt heute irgendwie grässlich, obwohl ich alles so gemacht habe wie immer.
Was ist das nur für ein beschissener Morgen? Der Tag wird sicher auch nicht besser und Frau N. aus P. hat manchmal eben auch fürchterliche Laune, wenn sie aufsteht. Ob ich Morgenmuffel bin? Ganz klar JEIN…!!! Ich habe morgens überhaupt keine Laune. Soll heißen, dass ich morgens als stimmungstechnisches Neutrum aufstehe und erstmal die Ruhe auf mich wirken lasse. Solange mir keiner Fragen stellt und meine Notstrom-Hirnaktivität unnötig strapaziert, bevor alle Synapsen ihre Funktion aufgenommen haben, passiert auch niemandem etwas. Ich erledige mit stoischer Ruhe alle meine Aufgaben, laufe mechanisch von A nach B und zurück und alles geht seinen geregelten Gang.
Wenn da allerdings jemand ist, der mich gleich morgens mit Fragen überschüttet, mich mit seiner übertrieben guten Laune nervt und mir zu allem Überfluss noch ein überschwengliches „Guten Morgäään…“ entgegenflötet, dann raste ich meistens aus. Ist man dann ein Morgenmuffel? Nee, oder…?! Ich brauche morgens einfach reizarmes Klima und möglichst keinerlei Konversation. Dumm ist natürlich, wenn Sohnemann dann merkt, dass er vergessen hat, mir zu sagen, dass ich noch eine Buchhülle besorgen sollte, er seine Zahnspange verlegt hat und mir zwischen Tür und Angel mitteilt, dass der Schulphotograph da war und die bereits gelieferten Bilder nur lächerliche 4635,99 Euro kosten, die ich selbstverständlich aus der Trinkgeldkasse bezahlen könnte.
Ist natürlich übertrieben, aber solche Vorkommnisse sind lebensgefährlich, wenn sie mir morgens passieren und daher ist es gesünder, mit derlei Dingen zu warten, bis ich geladen nach Hause komme und der Wäschekorb voller schlammiger Klamotten meines Sohnes ist, der Flur samt zugehöriger Wände von schmutzigen Kinderhänden verschönert wurde und die Katze voller Enthusiasmus beim Scharren im Katzenklo gleich den ganzen wohlriechenden Inhalt mit vor besagtes Katzenklo befördert hat, obwohl die Hütte einen Deckel hat, damit genau das nicht passiert. Jetzt ist die Frage, was ist gefährlicher? Der Morgen oder der Abend? Heute würde ich sagen, der ganze Tag. Also Achtung Leute, geht mir aus dem Weg, ich bin heute eine tickende Zeitbombe. Für heute Abend nehme ich mir daher schon jetzt vor, dass ich mir ein Schöffi gönne und mich vom anspruchslosen Abendprogramm der privaten Sender schläfrig machen lasse.
Ich hoffe, Euer Tag beginnt besser und für mich hoffe ich, dass der Tag einigermaßen glücklich an mir vorbei geht. Alles andere würde in einer Katastrophe enden und wir wollen doch nicht, dass ich morgen in der Bild-Zeitung stehe, nech…!?
Seit mehr als einer Stunde bin ich schon wach. Gestern habe ich mir Ruhe gegönnt, viel Ruhe. Ich habe erst am späten Nachmittag das Haus verlassen und mit einer Freundin das nahegelegene Ausland unsicher gemacht. Bei einem Tässchen Kaffee haben wir geplaudert und herzlichst gelacht. Als ich sie am frühen Abend wieder zuhause absetzte, verspürte ich wieder einen dieser Arbeitsanfälle und wollte diesem auch ein Ventil verschaffen, also flitzte ich nochmal Richtung Baumarkt und war festen Willens, noch diverse Kleinigkeiten zu besorgen, damit ich hier noch etwas werkeln kann. Leider traf ich erst kurz nach Ladenschluss ein und stand dort vor verschlossenen Pforten. Enttäuscht und vollkommen demotiviert machte ich mich auf den Heimweg und stampfte missmutig die Stufen nach oben.
Der Abend war noch jung und ich beschloss, mir einen urgemütlichen Samstagabend zu bereiten. Freudig schlüpfte ich ganz unorthodox in meine bequeme Schlafanzughose, warf den Trockner nochmal an, damit mein watteweicher Bademantel wieder gebrauchsfertig wird und entschied kurzerhand, jede Menge leckeren Tee zu trinken. Ich suchte mir eine schöne große Tasse aus, stellte mir die duftende Teemischung bereit, setzte den Wasserkocher in Gang und fand mein verflixtes Tee-Ei nicht. Ich durchwühlte alle Schubladen und kam zu dem Schluss, dass ich besagtes (und einst so teures) Tee-Ei wohl offenbar beim Auspacken übersehen und mit den Kartons und dem Zeitungspapier entsorgt hatte.
Mist verfluchter… Ein paar Sekunden überlegte ich, wie ich nun meine Teemischung genießen solle und entschied mich dann kurzerhand für herkömmlichen Pfefferminztee. Trinke ich auch sehr gerne, so ganz ohne Zucker und Schnickschnack. Teetasse wurde auf dem Wohnzimmertisch plaziert und dann suchte ich mir einen richtig billigen Horrorfilm aus meinen Filmen aus, den ich so richtig schön im Dolbydigitalsound anlaufen ließ. Da saß ich nun, in Nachtbekleidung, mit Tee bewaffnet und einem mittelmäßigen aber wunderbar ekligen Horrorstreifen und freute mir ein zweites Loch in den Arsch. Ich fand es richtig gemütlich und genoss das über alle Maßen. Aus den Boxen kreischten entsetzte Darsteller, Blut spritzte, eklige Sequenzen noch und nöcher. Herrlich… So mag ich das.
Ja und dann klingelte fast genau nach der Hälfte des Filmes mein Telefon – meine Frau Mama. Wer sie kennt, weiß, dass man unter einer halben Stunde nicht mehr aus der Sache rauskommt. Anfangs versuchte ich noch, der Handlung meines Splattermovies zu folgen, aber Frau Mama wechselte die Themen derart schnellzüngig, dass ich keine andere Möglichkeit hatte, als mich auf all diese Themen im vorgegebenen Tempo einzulassen, wenn ich nicht den Eindruck erwecken wollte, dass ich desinteressiert sei. Zwar hatte ich auf ihre anfängliche Frage, was ich gerade schönes tue, wahrheitsgemäß geantwortet, aber das beeindruckte meine Frau Mama nicht im Geringsten.
Nach ca. 15 Minuten hatte ich bereits den Faden zur ohnehin anspruchslosen Handlung verloren, aber ich bedauerte zugegebenermaßen, dass mir die Schlüsselszenen durch die Lappen gingen. Irgendwann war der Film vorbei, irgendwann aktivierte sich der Bildschirmschoner des DVD-Players, weil ich keinerlei Knöpfe mehr drückte und meine Frau Mama schnatterte immer noch. Mein Gähnen zeigte keine Wirkung, obwohl ich das nicht mal spielen musste, denn mich überkam angesichts der Stille im Wohnzimmer etwas Müdigkeit. Mit Telefon am Ohr brühte ich mir noch einen Tee auf und schlurfte zurück zu meiner Couch. Frau Mama behandelte einstweilen hochgradig angeregt das Wetter im Saarland, die Ernte ihres Gartens, die Insolvenz vieler Geschäfte in der saarländischen Landeshauptstadt, den Kleiderbestand ihres Schrankes, diverse Zipperlein diverser Familienmitglieder, ihre neue Frisur und nicht zuletzt unzählige andere kleine Begebenheiten, die jede allein für sich Gesprächsstoff für mindestens 16 Telefonate hergegeben hätten.
Als sie mich dann in den Samstagabend entließ, schaute ich neugierig auf die Gesprächsdaueranzeige und war nicht unbedingt erstaunt, denn dort stand in erbarmungslos ehrlichen Zahlen, dass wir bzw. eigentlich nur sie 1:46 Stunden telefoniert hatten. Mein lieber Schieber, Respekt… Nun ja, der Film war alle und ich war inzwischen so müde, dass ich meine Stellung auf der Couch wechselte und im Liegen dem samstäglichen Fernsehprogramm folgte. Es dauerte natüüürlich auch nicht lange, bis mir in unmöglicher Haltung die Augen zufielen. Mist verdammter… Aber ich liebe meine Frau Mama trotzdem wie verrückt, ehrlich…
Und die Moral von der Geschicht’?
Geh’ während einem Horrorfilm ans Telefon nicht!!!
In diesem Sinne – einen wunderschönen Sonntag Euch allen…
Trotzdem ich gestern Abend äußerst früh schlafen gegangen bin, plagt mich immer noch die Müdigkeit. Auch der Kaffee neben mir scheint seine Wirkung heute zu verfehlen. Gegen 21.00 Uhr schon begab ich mich in die Waagerechte und schlief in Etappen bis kurz vor 7.00 Uhr. Ergo müsste ich eigentlich ausgeruht und fit sein, nicht wahr? Aber Fehlanzeige, ich bin einfach nur müde. Vielleicht werde ich auch krank, keine Ahnung. Fällig wäre zumindest mal wieder was, denn ich war schon auffallend lange gesund und in regelmäßigen Abständen werden wir alle von Viren und Infekten heimgesucht. Ach Mensch, kein Schimmer, ich will schlafen. Jetzt, ganz lange und richtig tief und fest…
Sohnemann ist beim Fußball und sein Vereinsleben erfordert leider auch von mir, samstags in aller Herrgottsfrüh aufzustehen, da er sein samstägliches Spiel absolvieren muss. Ich bin mir sicher, dass ihn das genauso nervt, aber eine Beschwerde seinerseits wäre ja paradox, da er freiwillig in diesem Verein spielt. Ich hingegen darf meckern, tue es aber nicht, denn ich stehe ja auch freiwillig auf. Er könnte sich durchaus selbst versorgen, aber das würde mein mütterliches Gewissen auf den Plan rufen und damit kann ich nur schlecht leben. Also schleichen wir alle beide missmutig und unausgeschlafen Samstag für Samstag durch die Wohnung und versuchen möglichst ausgeschlafen zu wirken. Ich bezweifle allerdings, dass speziell mir das wirklich gelingt. Wer steht schon gerne am Samstag zwischen 6.00-7.00 Uhr auf, wenn er nicht wirklich wirklich wirklich muss?!
Nachher muss ich noch den Wochenendeinkauf erledigen, was alles andere als motivierend auf mich einwirkt, denn ich hasse Einkäufe jeglicher Art. Nein, ich bin keine Shopping-Queen, ich kaufe Klamotten im Vorbeigehen, wenn mir der Preis attraktiv erscheint. Ich probiere auch nur widerwillig Sachen an, weil ich dieses An- und Aufziehen nervig finde. Und nein, ich flippe auch nicht vorm Kosmetikregal oder in Schuhgeschäften aus, denn zum einen schminke ich mich nie und zum anderen besitze ich weniger Schuhe als die Durchschnittsfrau, wobei ich auch über lediglich ein Paar eleganter Schuhe verfüge, die für Schulanfänge, Hochzeiten oder andere festliche Anlässe auf ihren Einsatz warten und zu diesem Zwecke dann auch fast nie geputzt sondern entstaubt werden müssen.
So Mädels, nun wird Frau N. aus P. mal ihren kuscheligen Bademantel gegen ein T-Shirt und ein Paar Jeans tauschen und Richtung Supermarkt starten, denn je länger ich den Einkauf hinauszögere, desto weniger Lust verspüre ich. Besonders heute beneide ich meine Kollegin kein bisschen um den Samstagsdienst, denn ich würde wahrscheinlich im Stehen beim Piercen einschlafen oder es den Faultieren im Gehege gleichtun und mich schlichtweg danebenhängen. Allerdings sähe das sicherlich nicht so drollig aus, wenn ich dann beim Hinübergleiten ins Reich der Träume vom Ast falle. Seltsamerweise passiert das diesen Tieren nie, was mich gerade zum Nachdenken anregt. Warum fallen die zwei Faulpelze nie runter? Schlafen sie denn nicht richtig?
Mit quälenden Bauchschmerzen wälzte ich mich die halbe Nacht im Bett herum, bis ich Stunden später dann doch die Qualitätsprodukte von Villeroy & Boch umarmen musste. Zum weiß-ich-nicht-wievielten Mal diese Woche… Müdigkeit macht sich mehr und mehr breit, denn auch in den Nächten zuvor plagten mich Bauchweh und Unwohlsein. Ganz egal, was ich da ausbrüte – ich werde mich heute tapfer zur neuen Wohnung schleppen und meine neuen Schlüssel in Empfang nehmen. Anschließend bringe ich meine Spätschicht hinter mich und dann nix wie ins Bett, auskurieren. Mittlerweile trau’ ich mich nichtmal mehr, was zu essen, weil’s ja sowieso gleich wieder ans Tageslicht befördert wird.
Die Schmerzen, die Sorgen, sind Gefährtinnen der Nacht,
die Unruhe ist ihre Tochter,
trotz aller Stille…
Sie beginnen lange vor Sonnenaufgang. Sie beginnen mit Tränen. Sie beginnen mit trüben Gedanken. Sie beginnen auf eine Weise, die niederschmetternd ist. Man denkt über die Menschen nach, die einem im Laufe des Lebens begegnet sind. Die freundlichen, die komplizierten, die anstrengenden, die penetranten, die liebevollen, die verlogenen, die loyalen, die witzigen, die beeindruckenden, die charakterlosen, die herzensguten, die widerlichen und auch die charismatischen Menschen…
Langeweile besäuft sich meilenweit.
Ich zähl’ die Ringe an meiner Hand.
Dort draußen, alles dreht sich still
um nichts herum und ich male
deine Schatten an jede Wand.
Es kommt so anders, als man denkt.
Herz vergeben, Herz verschenkt.
Ich gab dir meine Liebe, gab dir Zeit, Geduld und Geld.
Ich legte mein Leben in deine kleine Welt.
Wer auch immer dir jetzt den Regen schenkt,
ich hoffe, es geht ihm schlecht.
Wer auch immer dich durch die Nacht bringt,
bitte glaub’ ihm nicht.
Es kommt so anders, als man denkt.
Herz vergeben, Herz verschenkt.
Es ist so oh ohne dich…
Es ist so widerlich, ich will das nicht.
Denkst du vielleicht auch mal an mich?
Es ist so ohne dich…
Und wenn du einsam bist,
denkst du vielleicht auch mal an mich?
Ich nähte mir einen Bettbezug aus der Zeit,
die wir hatten und trink’ mir alte Wunden an,
so tief und allein.
Kein Berg, den ich nicht versetzt hab’.
Zog jede Chance an den Haaren herbei,
für ein Leben lang zu leben so wild und so frei.
Es kommt so anders, als man denkt.
Herz vergeben, Herz verschenkt.
Es ist so oh ohne dich…
Ich find’ das widerlich, ich will das nicht.
Denkst du vielleicht auch mal an mich?
Es ist so ohne dich…
Und wenn du einsam bist,
denkst du vielleicht auch mal an mich?
Eigentlich hatte ich mir für morgen früh vorgenommen, jemandem ein paar Zeilen zu widmen, der unter den gegebenen Umständen und meiner diesbezüglichen Verfassung schweigend leidet. Nach tagelangem Schweigen meinerseits fühlte ich heute Nachmittag das Begehren in mir aufsteigen, meinen nächsten Eintrag ausschließlich an sie zu richten. Ich weiß, dass sie meinen Blog täglich verfolgt, dass sie stille Mitleserin ist. Wie oft litt sie mit, freute sich gemeinschaftlich oder aber schwieg betroffen, weil sie den Schmerz so manches Mal beinahe mitfühlen konnte. Ein Gespräch beruflicherseits vernichtete diesen Plan heute. Darauf näher einzugehen, war und ist in diesem Moment nicht mein Bedürfnis. Ich kann nur noch einmal betonen, dass ich keine Herrschaft über meine Emotionen habe und zu allem Gesagten stehe, denn kein Mensch hat die Macht darüber, wie er gewisse Dinge empfindet und tief in sich spürt. Wir alle sind Geiseln unserer Gefühle und sind ihnen auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Auch wenn manche dieser Gefühle Unverständnis auslösen, unterliegt es dennoch nicht meiner Kontrolle, was in mir vorgeht. Der Kopf ist das Gefängnis meiner Gedanken und in meiner Brust und meinem Bauch wohnen Gefühle, derer ich mich nicht erwehren kann.
So manches Mal stand ich hilflos da und hatte kaum noch Luft zum Atmen, so tief saß der Schmerz und an manchen Tagen ist er so gegenwärtig, als wäre alles erst gestern passiert. Ich arbeite derzeit genau aus diesem Grund unendlich hart an mir und befreie mich von all dem Ballast, der mich daran hindert, wieder schmerzfrei meinen Alltag zu überstehen. Kaum ein Tag vergeht, an dem ich mir nicht wünsche, ich könne die Zeit zurück drehen, um manche Menschen gar nicht erst in mein Leben und meinen Alltag zu lassen. Die immer wiederkehrende Konfrontation damit kostet mich mehr Kraft, als ich habe und mein schwerer Entschluss, all dem endgültig zu entfliehen, stößt bei manchen Mitmenschen auf wenig Gegenliebe. Verstehen kann ich das sicherlich, doch scheinen mir derzeit einfach die Worte zu fehlen, dies genau jenen Menschen verständlich zu erklären. Immer wieder zerrt jener Schmerz an mir und meiner Seele, der mich zu diesem Entschluss bewogen hat. Ich hasse es so dermaßen, jedesmal mit den Tränen kämpfen zu müssen und wünsche mir umso mehr, meinem Entschluss den Ausdruck zu verleihen, der vielleicht das Verstehen auf der Gegenseite leichter macht.
Es mag sein, dass einiges aus Rücksicht geschah, allerdings verletzte mich das Wie in einer Intensität, dass ich mich enttäuscht zurückzog. Ein Mensch, der sich im gleichen Moment nicht auf einem solchen Tiefpunkt befindet, wird diese Enttäuschung sicherlich niemals nachvollziehen können – wie auch. Es ist uns Menschen einfach nicht möglich, den selben Schmerz zu empfinden, wenn wir ihn nicht gerade selbst durchleben. Vorwürfe ändern leider nichts an meinen Emotionen, selbst wenn ich wollte. Es ist leicht, über Dinge zu urteilen, die einen nicht direkt betreffen. Es ist leicht, jemanden für einen Entschluss zu verurteilen, den man aus purem Selbsterhaltungstrieb getroffen hat, wenn der eigene Gemütszustand nicht annähernd so desolat ist, wie der des Betroffenen. Und es ist auch leicht, mit dem Kopf zu schütteln, wenn die Schmerzen der eigenen Vergangenheit in die Ferne gerückt sind. Wenn aber jemand vor Dir steht, der keinen anderen Ausweg mehr sieht, als die konsequente Flucht zu ergreifen, sollte man dann nicht versuchen, das alles für einige Augenblicke aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Niemand funktioniert nach Plan, niemand kann seine Schmerzen steuern und niemand geht einen solchen Schritt, wenn er eine andere Möglichkeit sieht.
Es ist keine Frage, dass nicht jeder das versteht, aber machen es vorwurfsvolle Worte besser? Auch wenn es unwahrscheinlich klingen mag, gibt es in meinem Umfeld durchaus Menschen, die ohne das Wissen um meine Absichten, ebenso klar Stellung beziehen und die selbe Entscheidung treffen würden. An dieser Stelle sitze ich schweigend da und nicke bekümmert, denn sie haben erkannt, dass manche Dinge im Leben geschehen müssen, damit man genesen kann. Die Entscheidung fiel mir weiß Gott alles andere als leicht, aber alles in mir sehnt sich nach Abstand und Ruhe. Es gab immer nur zwei Orte, die mir Sicherheit vermitteln konnten. Jene zwei Orte waren oftmals Zuflucht vor den Wirren des täglichen Lebens. Manchmal floh ich vor dem einen Ort, um wenigstens am anderen Ort Ruhe vor den Dingen zu finden, die mich schmerzen. Kehrte dann am Krisenherd endlich Ruhe ein, konnte ich hin und wieder diese Ruhe an beiden Orten genießen.
Nicht von allen Dingen, die in den letzten Monaten vorfielen, wisst Ihr und wenn von jenem Anstand gesprochen wird, den die Wurzel allen Übels angeblich hat, kann ich nur bitter lachen, denn wieviel Anstand besitzt ein Mensch, der nicht mal ein Kind mit einem „Hallo“ bedenkt, wenn er ihm in den vier Wänden begegnet und das über viele Wochen? Mir ist durchaus bewusst, dass dies nicht relevant sein kann, aber dieser Mensch hat gegenüber meinem Sohn alles an Anstand vermissen lassen, was möglich war. Wie ich mich dabei als Mutter fühle, kann nur jemand ermessen, der solche Erfahrungen machen musste. Das Wort Anstand hat nicht das Geringste mit diesem Herrn zu tun, das zeigt er allerdings nicht Euch gegenüber, denn da gilt es den Schein zu wahren. Sein zweites Gesicht habt Ihr noch nie gesehen, daher erwarte ich nicht, dass Ihr das alles versteht. Aber es sei gesagt, dass nicht nur ich dieses zweite Gesicht kenne, sondern noch einige andere Menschen, in deren Umfeld er in ähnlicher Weise in Erscheinung getreten ist und die schneller als ich erkannt haben, wer er wirklich ist. Und nein, jene Menschen mussten nicht erst eine Beziehung mit ihm führen. Dort reichte es, dass seine Maske einen kurzen Moment lang verrutschte, aber mit etwas Glück werdet Ihr diese Erfahrung nicht machen müssen. Andere mussten es sehr wohl, wie ich auch und ich bin noch immer entsetzt über das, was ich da sah. All die Einzelheiten zu schildern, die mir als Mutter viel zu oft sagten, dass dieser Mann nicht authentisch ist, würde den Rahmen sprengen und viel zu lange verschloss ich die Augen davor. Spätestens wenn ich sehe, welchen Rang die kleine C. bei ihrem Ziehvater und „Papa“ A. genießt, wird mir schmerzhaft klar, was ich meinem eigenen Sohn zugemutet habe. Das allein ist Strafe genug, glaubt mir. Und nicht zuletzt das ist es – wie so vieles andere mehr – was mich dazu bewegt, ihn mit aller Konsequenz aus meinem Leben zu streichen.
Nun war es so, dass ich zuhause floh, um wenigstens bei der Arbeit Ablenkung zu finden, Sicherheit zu spüren und für wenige Stunden dem entrinnen zu können, was um mich herum passiert. Umso schlimmer empfand ich es, das ich ausgerechnet hier genau das nicht mehr fand. Was also tun? Still aushalten, stumm leiden und zuhause vor Kummer vergehen? Oder aber eine der schwersten Entscheidungen treffen und gegen alle Vernunft, aber dennoch für mich selbst einen Schritt zu wagen, den wirklich kein Außenstehender verstehen könnte. Ist es wichtig, wie sich mein Umfeld dabei fühlt oder sollte ich alles dafür tun, dass es mir besser geht? Einen Mittelweg sah und sehe ich leider nicht und ich gehe schweren Herzens. Ich lasse zwei Menschen zurück, die mir so manches Mal zu Seite standen, die mir aus mancher kritischen Situation halfen, in denen andere Menschen auf ihren Partner zählen können – ich konnte das leider nicht, denn seine „Liebe“ hatte deutliche Grenzen mit einem großen €-Symbol dahinter – und denen ich mir selbst zuliebe den Rücken kehren muss. Niemand kann Dich wirklich verletzen und enttäuschen, den Du nicht aus reinem Herzen gemocht hast. Wie könnte es sonst sein, dass mir die Ereignisse der jüngsten Vergangenheit so zusetzten? Auch wenn ich einen Teil dieses Paares erst wenige Monate wirklich nah bei mir hatte, so steht dies in keinem Verhältnis zu dem, wie gerne ich sie hatte.
Sie lachte und sie weinte oft mit mir. Wir waren ein gutes Team und arbeiteten Hand in Hand so gut uns das möglich war. Oft steckten wir gemeinsam die Backpfeifen für unsere Fehler ein und nichts drängte den anderen nach Feierabend sofort nach Hause. Für eine Tasse Kaffee und ein vertrautes Gespräch war immer Zeit und mir tat keine Minute leid, die ich deshalb so oft zu spät nach Hause fuhr. Es war perfekt und es hätte so wunderbar sein können, bis ich einem anderen Menschen viel zu viel und zu nahen Zutritt zu diesem Teil meines Lebens gewährt habe. Die Schuld dafür trifft mich allein und ich bringe dafür nicht nur Opfer in beruflicher Hinsicht, sondern nicht zuletzt auf menschlicher Ebene. Letzteres wiegt schwerer, ganz ohne Zweifel. Blindes Vertrauen und absolute Loyalität hatten oberste Priorität, zumindest was mich betrifft und man muss sich auch in Zukunft keine Sorgen machen, dass interne Belange nach außen dringen könnten. Darauf mein Wort, heute und auch in Zukunft. Wer mich kennt, weiß, dass ich Versprechen nicht breche, schon gar nicht solche. Macht Euch darum bitte niemals Sorgen, denn das widerspricht allen Idealen, die ich in mir trage.
Die finanziellen Folgeerscheinungen fürchte ich nicht, denn das spartanische Dasein kann mich nicht mehr abschrecken, weil das Leben nicht immer nur fair zu mir war. Oft genug stand ich vor dem absoluten Nichts und kroch so manches Mal blutend vom Schlachtfeld. Finanziell und emotional oft am Scheideweg und mit genügend Abstand rappelte ich mich immer wieder auf – mal schneller, mal nur ganz langsam. Immer fand ich Zuflucht in meiner jeweiligen Bleibe oder aber in meiner Arbeit. Vor allem bei der Arbeit fand ich nicht selten Zerstreuung. Diesmal habe ich mir diesen Weg vor Monaten selbst versperrt und kann nur noch in mein neues Leben flüchten. Wie verhängnisvoll sich diese zugelassene Vertrautheit auswirken könnte, habe ich damals nicht berücksichtigt. Und gerade deshalb geschieht das alles nun. Es tut mir weh, es begleitet mich durch die Nächte und quält mich am Tage, aber ich kann nicht mehr anders. Wenn die Wochenenden beginnen, brauche ich inzwischen mehr als einen Tag, um einigermaßen ruhig zu werden. Mit unbeschreiblichen Bauchschmerzen fahre ich dann montags zur Arbeit und plage mich durch die Woche, um endlich wieder ausweichen zu können. Nein, ich sehe, dass Ihr das sicher auch in ferner Zukunft nicht verstehen werdet, aber ich spüre mit jeder Faser in mir, dass allein dieser Abstand mir Linderung verschafft.
Es tut mir unendlich leid, dass ich auf diesem Wege so viele Scherben hinterlassen muss und ich gehe wirklich nur, weil ich sonst verrückt werde. Wie oft habe ich in Gedanken alle Möglichkeiten in Erwägung gezogen, mit mir gehadert und nächtelang gegrübelt. Immer wieder kam ich zum selben Entschluss, denn Alternativen tun sich nicht auf. Ich habe lediglich die Wahl zwischen Pest oder Cholera. Wer für mich die Pest verkörpert, liegt auf der Hand, also habe ich die Cholera gewählt und ich erwarte nicht, dass Ihr das versteht. Wie könntet Ihr auch?! Dass ich nun tagelang geschwiegen habe, liegt allein daran, dass ich zu den Menschen gehöre, die lieber schweigen als etwas dummes zu sagen. Manchmal brauche ich einige Tage, um wieder klar denken zu können. Mein engstes Umfeld weiß das und übt sich in solchen Situationen in Geduld, wofür ich dankbar bin. Wie schnell sind in der Hitze des Gefechts Worte gesagt, die man so nicht wählen würde, wenn der Kopf abgekühlt ist. Dieses Schweigen deutet so Mancher dann vollkommen falsch, sei’s drum. Wie ich was empfand, habe ich zum Ausdruck gebracht und weder ich noch irgendwer kann steuern, wie sich das eine oder andere in meinem Innersten anfühlt. Nicht immer deckt sich die eigene Sicht der Dinge mit der von anderen Menschen. Das war schon immer so und das ändern auch die zornigsten Worte nicht.
Spürt man Enttäuschung, empfindet man darüber auch Schmerz. Fühlt man sich verraten, schmerzt es mit der gleichen Stärke. Und auch wenn manches aus Rücksicht geschah, kam es bei mir dennoch an wie ein Messerstich. Das Motiv dafür war sicherlich Rücksicht, die Empfindungen darüber glichen aber denen, die einen überrennen, wenn man sich verraten fühlt. Es fühlte sich in jedem Falle furchtbar an und mir wurde schlagartig klar, dass etwas in mir zerbrochen ist – das Vertrauen. Aber ist denn nicht genau dieses Vertrauen unglaublich wichtig? Meines war grenzenlos, eine Seltenheit. Und ich habe keine Ahnung, was der richtige Weg in dieser Situation gewesen wäre, aber im Umkehrschluss dessen, steht wieder jene Ohrfeige im Raum, die ich mir mehrmals täglich selbst erteile, weil es meine eigene Schuld ist, dass solche Situationen überhaupt entstehen konnten. Sofern ich irgendwann die Chance habe, wieder an einem Ort zu arbeiten, mit dem ich Leidenschaft verbinden kann, werde ich deutlichere Grenzen ziehen. Das habe ich gelernt und diesen schwerwiegenden Fehler werde ich kein zweites Mal begehen. Mein Bedauern über das zwischenmenschliche Leid kann ich derzeit nicht in Worte fassen. Dafür steht dieses Lied, liebe S., denn diese Zeilen haben mich unzählige Tränen gekostet und ich weiß, dass Du zu den wenigen Menschen gehörst, die meine Worte so nah an sich lassen, dass sie einen winzigen Teil dessen spüren, was mich bewegt. Ich wollte nicht, dass Du weinst. Wirklich nicht…
Es geht kein Weg zurück.
Weißt du noch, wie es war,
Kinderzeit, wunderbar.
Die Welt ist bunt und schön,
bis du irgendwann begreifst,
dass nicht jeder Abschied heißt,
es gibt auch ein Wiederseh’n.
Immer vorwärts, Schritt um Schritt.
Es geht kein Weg zurück,
was jetzt ist, wird nie mehr ungescheh’n.
Die Zeit läuft uns davon,
was getan ist, ist getan,
was jetzt ist, wird nie mehr so gescheh’n.
Es geht kein Weg zurück.
Ein Wort zuviel im Zorn gesagt,
ein Schritt zu weit nach vorn gewagt,
schon ist es vorbei.
Was auch immer jetzt getan,
was ich gesagt hab, ist gesagt
und was wie ewig schien,
ist schon Vergangenheit.
Immer vorwärts, Schritt um Schritt.
Es geht kein Weg zurück,
was jetzt ist, wird nie mehr ungescheh’n.
Die Zeit läuft uns davon,
was getan ist, ist getan,
was jetzt ist, wird nie mehr so gescheh’n.
Ach und könnte ich doch nur ein einz’ges Mal
die Uhren rückwärts dreh’n,
denn wieviel von dem,
was ich heute weiß,
hätt’ ich lieber nie geseh’n.
Es gibt kein Weg zurück, es gibt kein Weg zurück.
Dein Leben dreht sich nur im Kreis,
so voll von weggeworf’ner Zeit.
Deine Träume schiebst du endlos vor dir her.
Du willst noch leben, irgendwann,
doch wenn nicht heute, wann denn dann?
Denn irgendwann ist auch ein Traum zu lange her.
Immer vorwärts, Schritt um Schritt
es gibt kein Weg zurück,
was jetzt ist, wird nie mehr ungescheh’n.
Die Zeit läuft uns davon,
was getan ist, ist getan,
was jetzt ist, wird nie mehr so gescheh’n.
Ach und könnte ich doch, nur ein einz’ges Mal,
die Uhren rückwärts dreh’n,
denn wieviel von dem,
was ich heute weiß,
hätt’ ich lieber nie geseh’n…
Es gibt Momente, die vergisst man nicht und solche, die man vergessen muss, um leben zu können.
Wenn auch die Fähigkeit zu täuschen ein Zeichen von Scharfsinn und Macht zu sein scheint, so beweist doch die Absicht zu täuschen ohne Zweifel Bosheit und Schwäche.
Ich weiß aus bitterer Erfahrung, wie trügerisch mitunter das Äußere sein kann, dass sich unter Blumen manchmal eine Schlange verbirgt.
Die uns so täuschend echt vormachen, von angenehmer Wesensart zu sein, die entlarven sich immer wieder viel zu spät als eine unangenehme Art von Wesen.
Ich erweise mich nicht zum ersten Mal als ungeduldiger Mensch. Ich warte seit Tagen und Wochen sehnsüchtig, dass der Schmerz über das Geschehene und in den frischen Wunden endlich nachlässt. Nichts kann ihn betäuben, nichts lindert ihn, niemand kann mir einen Teil davon abnehmen. Ich weiß, dass er eines Tages verschwunden sein wird, aber die Zeit bis dahin erscheint mir ewig. An manchen Tagen geht es mir erschreckend gut. Dann wieder wache ich an anderen Tagen morgens auf und spüre bereits beim ersten Wimpernschlag, wie sich meine Augen mit Tränen füllen. Nein, ich sehne mich nicht mehr nach diesem Menschen, seiner Anwesenheit oder seiner Nähe. Nein, es ist vielmehr die Enttäuschung darüber, wie er sich aus dieser Beziehung „verabschiedet“ hat – gar nicht. Er lief einfach davon, erwies sich als kein bisschen standhaft und täuschte Verzweiflung vor, die nur gespielt sein konnte, denn sein Verhalten sagt dies mehr als deutlich. Einem solchen Schauspieler aufgesessen zu sein, quält mich am schlimmsten. Alles andere lässt sich ertragen. Ich muss dankbar sein, dass ich nicht noch mehr Zeit an diesen Dramatiker verschwendet habe, auch wenn ich ihm zum Abschied gerne vor die Füße spucken würde. Wer so mit Gefühlen spielt und Emotionen vortäuscht, die er nicht in sich trägt, hat weniger Charakter als ein totes Stück Holz. Unter dem Vorwand, diese Liebe brächte ihn um, zog er feige den Schwanz ein und entpuppte sich als wahres Ekel. Mein Sohn kann Zeugnis darüber ablegen, denn ihn ignorierte er von Stund an und das sagt sehr viel über den Charakter eines Menschen aus. Wer seine Konflikte auf dem Rücken von Kindern auslebt, hat weder Achtung noch Respekt verdient.
Die Wochen bis zum ersehnten Umzug ziehen sich endlos hin und ich quäle mich durch jeden einzelnen Tag, bis ich diese Mauern endlich verlassen kann. Diese Wohnung, dieser Stadtteil, alles hier ist mir zuwider. Noch nie habe ich einen Wohnungswechsel so herbei gesehnt wie diesen. Meinem Sohn und mir wird diese Veränderung gut tun und die noch anstehenden Ereignisse sind zwar weniger erfreulich, aber sie werden mir helfen, einen endgültigen Strich unter alldem zu ziehen. Kleine und auch große Opfer gebe ich dafür und nicht mit allem stoße ich auf Verständnis – zumindest nicht bei Jedem -, aber da es keine Alternativen gibt, bleibt mir keine andere Wahl. Ich kehre allem und jedem den Rücken, der mich an jene Dinge erinnert, die meinem Sohn und mir hier widerfahren sind. Das bin ich mir und auch meinem Sohn schuldig, auch wenn’s so mancher Mensch nicht versteht.
In Krisenzeiten offenbaren sich die wahren Freunde. Je weniger du hast, desto weniger reden auf dich ein, was du verkehrt gemacht hast oder zu tun gehabt hättest. Umso größer ist die Chance, dass du in dir selbst deinen eigenen Weg erkennen darfst.
Es tat gut, gestern Abend mal wieder in Gesellschaft einer wahren Freundin zu sein, die all mein Tun und Handeln der jüngsten Vergangenheit und der nahenden Zukunft mit dem Herzen verstand und mir die Gewissheit gab, dass ihre Sicht der Dinge sich von meiner nicht unterscheidet. Ich beschrieb ihr die Geschehnisse der Vergangenheit, zeigte ihr Dokumente dessen und ließ sie selbst entscheiden, was sie darüber denken und was sie empfinden sollte. Unter Berücksichtigung all jener Dokumente pflichtete sie mir bei, dass die Entscheidung zur Wiedererlangung meines Seelenfriedens die richtige sei, die andernorts derzeit für großen Unmut sorgt. Ich erinnere mich an ein Gespräch vor einigen Monaten, als ich jemanden fragte, was sie tun würde, wenn ihre Beziehung zerbrechen würde. Damals sagte sie, sie würde sich sofort zurückziehen und nach einer anderen Arbeitsgelegenheit suchen und nun reagiert man genau aus dieser Richtung zwar partiell mit verbalem Verständnis, jedoch versteht man offenbar nicht wirklich, was in mir vorgeht. Die größte Schuld an der Entwicklung mancher Dinge trage ich selbst, das ist mir durchaus klar. Ich habe eigenhändig den Zutritt zu meiner Arbeitsstelle verschafft, habe Einladungen zusammen mit dem jeweiligen Partner angenommen und somit Tür und Tor bis in den letzten Winkel meines beruflichen und privaten Lebens geöffnet. Nun fällt mir genau das auf die Füße, aber ich habe für die Zukunft daraus gelernt.
Dem vermeintlichen Verständnis für mein Sehnen nach Ruhe sind klare Grenzen gesetzt worden. Mit Vorwürfen und Trotz steht man mir nun gegenüber und verschließt die Augen vor dem, was mir Kraft raubt. Man möchte es auch nicht verstehen und zeigt mir klarer als zuvor, wie gering man mich wertschätzt. Die Enttäuschung ist groß, doch die Erkenntnis darüber ermahnt mich zumindest, meine Kraft und Energie nicht mehr in falsche Richtungen zu lenken. Um zu genesen, muss ich spätestens jetzt endlich egoistisch sein und mir die Dinge und Menschen vom Leibe schaffen, die Ursache für alles sind. Wer das nicht verstehen will, hat nicht wirklich Anteil genommen und offenbar nur einen Bruchteil dessen begriffen, was ich gezeigt und gesagt habe. Man unterstellt mir subtil, ich würde jemanden vor die Wahl stellen. Nein, das tue ich keineswegs, denn ich habe abgewartet und dann die Konsequenzen ziehen müssen, damit ich Aussicht auf die Ruhe habe, die ich so dringend brauche. Und wenn das der Preis ist, den ich dafür zahlen muss, dann gehe ich diesen Weg, da mir von anderer Seite hierbei wissentlich Steine in den Weg gelegt werden. Es ist in dieser Form das erste Mal, dass sich nach einer Trennung solche Probleme und Konflikte vor mir auftun, aber es lässt mich die Definition des Wortes Freundschaft neu überdenken.
Manchmal muss man sich für oder gegen jemanden entscheiden, da man beides nicht vereinbaren kann – ob es nun in unserer Macht steht oder nicht. Für oder gegen wen entscheidet man dann? Für jemanden, den man bis vor einem Jahr nicht kannte, der seine Loyalität noch nie unter Beweis gestellt hat und sich vielleicht nur mit dieser erschlichenen „Freundschaft“ schmückt, weil der neu erworbene Freund Rang und Namen in der Stadt hat? Oder gegen jemanden, der auf Gedeih und Verderb auf dem steigenden und auch sinkenden Schiff die Stellung hielt und dessen Bekanntschaft man seit mehr als 1 ½ Jahrzehnten pflegt? Wer genießt nun höhere Priorität? Die Antwort lag von Anfang an auf der Hand und widerspricht meiner eigenen Philosophie, was wahre Freundschaft betrifft. In meinem engsten Freundeskreis war es niemals eine Frage, wer in solchen Situationen zur sprichwörtlichen Spreu gehörte, die sich vom Weizen trennt. Nie verlor man ein Wort darüber und jede/r handelte gleich. Ob nun ich gegenüber einer Freundin oder einem Freund oder aber meine eigenen Freunde oder Freundinnen mir gegenüber.
Erschütterung macht sich breit, wenn ich mich all jenen Freunden offenbare, die mir immer beistanden und dieses hier nun miterleben. Verständnislosigkeit und Missbilligung wohnen nun nicht mehr nur in meiner Brust, sondern auch in der jener Menschen, denen ich wichtig bin. Ich habe daraus sehr viel über Freundschaft und meine Mitmenschen gelernt, das steht fest. Ich bin in den ersten Momenten meiner Qual in die falsche Richtung geflüchtet und habe gottlob erkannt, wer wirklich bedingungslos hinter mir steht und nicht nur vorgibt, mich zu verstehen, aber gegenteiliges Handeln von mir erwartet. Darüber darf ich enttäuscht sein und die Beschwerden über mein darauf folgendes Schweigen wird als „schlechtes Klima“ gewertet. Wenn das die einzige Form von „Verständnis“ sein soll, dann war nie wirklich Verständnis da und ich kann nicht erwarten, dass sich daran etwas ändert. Mir lagen diese beiden Menschen wirklich sehr am Herzen, aber angesichts dieser Dinge ist es nur gesund, wenn ich gehe. „Ein Unternehmen kann nur funktionieren, wenn es den Angestellten gut geht.“ Wenn aber wissentlich in Kauf genommen wird, dass es unter gewissen Bedingungen nicht möglich ist, dass diese Angestellten sich gut und sicher fühlen, muss man Prioritäten setzen. Dann nimmt der Unternehmer skurrilerweise billigend in Kauf, dass es den Untergebenen schlecht geht und handelt gegensätzlich. Und wenn jene Angestellten dann ihrerseits die Konsequenz ziehen, reagiert man lieber mit Zorn und Abweisung. Geahnt habe ich den Ausgang dieser Geschichte, also kam es nicht ganz unerwartet, aber dieser hohe Preis ist es wert, wenn ich durch ihn Ruhe erfahre. Zwei Freunde weniger und um vieles reicher an Erfahrung.
Zu Dank bin ich Beiden in hohem Maße verpflichtet, aber Enttäuschung bleibt dennoch zurück und wird mich eine kleine Ewigkeit auf meinem kommenden Weg begleiten und noch vorsichtiger machen.
Enttäuschung schmerzt am meisten, wenn sie vorhersehbar war, denn dann hatte man sich selbst getäuscht.
Enttäuschung bringt Erkenntnis und raubt Nerven.
Es kann unter Menschen kein gerechterer Grund zum Schmerze entstehen, als wenn sie von einer Seite, von der sie mit Recht Dankbarkeit und Wohlwollen erwarten mussten, Kränkung und Schaden erleiden.
Nach jeder Enttäuschung beginnt im Menschen eine Eiszeit.
Gegen Enttäuschungen anzukommen, ist ein schwieriger Kampf und selten ein Sieger.
Jede durchdachte Enttäuschung beinhaltet die Erkenntnis, den ersten Schritt in die richtige Richtung getan zu haben.
Enttäuschung über einen Menschen ist schlimm – sie verwandelt ein Foto in ein Negativ.
Ein starker Entschluss verwandelt mit einem Schlage äußerstes Unheil in einen erträglichen Zustand.
Eine Lösung ist eine Entscheidung, die den Konflikt
in dieser Sache für die Zukunft ausschließt.
Mit jemandem, der stärker ist als du, fange keine Feindschaft an. Ruhe aber nicht eher, als bis du dir den Feind, der schwächer ist als du, vom Halse geschafft hast.
Seinen Feinden begegnet man am besten, wenn man ihnen aus dem Weg geht.
Ich weiß wohl, vor wem ich fliehen soll, aber nicht zu wem?
Wer entschlossen ist und dem Feind dreist zu Leibe geht, der hat schon den halben Sieg.
Es gibt mehr als eine Straße, die zum Leben nach dem Leben führt, es gibt mehr als eine Art zu lieben, es gibt mehr als einen Weg, die andere Hälfte seines Selbst in einem anderen Menschen zu finden, es gibt mehr als eine Art, den Feind zu bekämpfen.
Das Schlimme sind nicht die schrecklichen Erkenntnisse, die dein Inneres stürzen; noch grausamer ist die Ohnmacht, die betäubt aus deiner Seele schreit…
Im Moment fehlt mir der Nerv und die Muse, meinen Gedanken Worte zu verleihen. Man möge mir verzeihen, dass ich jene Weisheiten für mich sprechen lasse und übergebe mich den bereits jetzt einsetzenden Nachwehen jener Veränderungen, die mich in naher und ferner Zukunft erwarten. Auf manche dieser Neuerungen hatte ich keinen aktiven Einfluss, auf andere wiederum schon. Vieles geschah ohne meine Initiative, anderes führte ich bewusst herbei. Die Entscheidungen, die ich selbst getroffen habe, traf ich nur aus einem einzigen Grunde – um mich selbst zu schützen. Eine Wunde immer wieder auf’s Neue aufzureißen und mit Salz zu bestreuen, verzögert nicht nur den Heilungsprozess, sondern macht ihn nahezu unmöglich.
Es gibt nichts, aber auch gar nichts, das jemand, der dich verraten hat, sagen kann, um dafür zu sorgen, dass du ihm wieder vertraust. Man verlässt sich nicht auf jemanden, der einen im Stich gelassen hat.
Das Vertrauen einem Menschen zu schenken, setzt zwei Gegebenheiten voraus. Weder physischer noch psychischer Gewalt ausgesetzt zu sein.
Vertrauen ist wie ein Kartenhaus: Man benötigt viel Zeit und Geduld um es aufzubauen, eine winzige Erschütterung jedoch genügt, um alles wieder zu zerstören.
Verloren gegangenes Vertrauen ist schwer zurückzugewinnen, denn Vertrauen wächst nicht nach, wie ein Zehennagel.
Ich glaube immer wieder an das Gute im Menschen, bis sie mir das Gegenteil beweisen. Die Beweise häufen sich.
Ich werde stets viel Zeit finden, um das Vertrauen von Menschen zu gewinnen, die meines Vertrauens würdig sind, aber keine verschwenden an die, die mein Vertrauen missbrauchen.
Vertrauen gibt es nur als Ganzes, entweder man traut dir, oder man traut dir nicht. Dazwischen gibt es nichts.
Selten ist ein Schmerz in seiner ersten Wucht am schwersten zu tragen, da hält die Aufregung, die Überzeugung, dass man Opfer bringen müsse, der Wille, dies mit Heroismus zu tun, Leib und Seele in Spannkraft. Solange der Kampf, die Schlacht währt, da stürmen die Kämpfenden siegesfreudig, todesmutig dahin; erst wenn die Ruhe eintritt und man sieht, was verloren ging, erst bei den Leichen und Trümmern kommt die Trauer. So auf dem Schlachtfelde, so im Leben. Erst später, nachdem die Opfer gebracht sind, wenn alles vorüber ist, wenn das Scheiden zum Nimmerwiedersehen geschehen ist, das Losreißen von dem uns Liebsten und Teuersten auf Erden, erst dann folgt das heiße und nagende Weh, das nicht ablässt von uns, nicht Tag noch Nacht, und Herz und Leib verzehrt.
Die Charakteristik des P.M.B.K.:
Ein Übel, das wir selbst gestiftet haben, pflegen wir rasch zu vergessen, während unser Gedächtnis in bezug auf das Böse, das andere uns zugefügt haben, sehr stark ist.
Die Selbstgerechtigkeit mancher Menschen ist so stark ausgeprägt, dass sie die Scherben, die sie auf ihrem vermeintlich einzig richtigen Weg hinterlassen, schlichtweg übersehen und leugnen. Wer einmal einem solchen Menschen begegnet ist, verliert rasch den Glauben an das Gute im Rest seiner Mitmenschen. Enttäuschung, Wut und Schmerz machen sich breit und lassen einen für eine Ewigkeit nicht los. Man möchte sich all derer entledigen, die jenen Emotionen mit defensiver Ratlosigkeit gegenüberstehen. Das einzige Allheilmittel scheint der Rückzug aus jenen Kreisen zu sein. Das Vertrauen weicht einem Gefühl der Ohnmacht und man verleiht seinem Schmerz immer seltener Worte. Man hört auf, über diese große, klaffende und böse eiternde Wunde zu sprechen und wendet sich von jenen Menschen ab, die dem Verursacher dieser Wunde noch Gehör schenken. Man verliert den objektiven Blick und entzieht sich diesen Menschen nach und nach unwiderruflich. Man läuft weg und konzentriert sich nur noch auf den eigenen Seelenfrieden, den man hoffentlich bald wieder erreicht. Die ständige Konfrontation mit dem Quälgeist und seinen nahen oder auch fernen Mitmenschen verschafft lediglich Schmerz und ungewollte Gedanken über Vergangenes. So flüchtet man nahezu vollständig vor der Möglichkeit, mit diesem einen Seelenterroristen zusammenzutreffen, in der Hoffnung, der Schmerz möge einen so nicht mit seiner ganzen und erbarmungslosen Wucht treffen.
Schuld trifft allein mich, denn niemand zwang mich, diesem Tumor mehr Zutritt zu meinem Leben und meinem Umfeld zu verschaffen, als mir gut tut. Mein Leichtsinn erscheint als Posten auf dieser Rechnung und auch meine alten Prioritäten – alle die ich seinetwegen über Bord warf – fallen mir nun schmerzhaft auf die Füße. Ja, es ist tatsächlich so, dass es mir mit meinen alten Grundsätzen für mein Leben erheblich besser ging in solchen Lebenslagen. Ich will zurück dorthin, wo ich vor dieser Enttäuschung stand. Eins mit mir selbst und mit einer gesunden Portion Egoismus ausgestattet, aber gerade derentwegen nicht in diesem Maße verwundbar. Man wollte 100% von mir, man forderte es lautstark ein. Ich gab diese 100% schon beinahe und vergaß dabei, dass auch mir diese 100% zustehen. Am Ende durfte ich nicht mal 5% einfordern und sah die hässliche Fratze, welche sich unter dem Lächeln und den glückverheißenden Worten verbarg. Manchmal erhaschte ich einen klitzekleinen Blick darauf, aber auf beiden Augen blind rannte ich ins offene Messer. Es steckt von vorne in meiner Brust – ohne Betäubung und ohne Erinnern an all jene Worte, die mich auf diesen verhängnisvollen Weg gebracht haben. Jedes Wort ist revidiert, allesamt nur Lippenbekenntnisse. Der Verdacht hierfür war da, bei lauter Äußerung jener Zweifel jedoch wurde bestritten, dass es nur Worte wären. Ja, es würden Taten folgen, ich würde schon sehen, man würde es mir beweisen.
Auf die Beweise und die Handfestigkeit jener Worte warte ich noch heute und nunmehr liegt es nicht mehr in meinem Interesse, sie einzufordern, denn in der schwersten Stunde verweigerte man mir all das. Sind alle Menschen so oder bin ich auf einen jener Schwätzer hereingefallen, die Dich mit Worten und gespielten Tränen fangen, die an Theatralik nicht zu überbieten sind? Ich weigerte mich, zu glauben, dass es so berechnende Menschen gibt, aber ich wurde eines besseren belehrt. Ein älterer Mann sagte einmal zu mir: „Glaube nie den Tränen eines Mannes!“ In meiner damals jugendlichen Besserwisserei wies ich diese Warnung weit von mir. Ebenso wie all die mehr oder minder lauten Warnungen, die mir nahegelegt wurden, als das Unglück mit unserer ersten Begegnung seinen unheilvollen Lauf nahm. Sein Ruf eilte ihm weit voraus, aber ich war taub und gleichgültig diesen Worten gegenüber. Anfangs sträubte sich alles in mir gegen ihn, mehrfach versuchte ich, diese Beziehung einfach den Bach runtergehen zu lassen. Jedesmal folgten seinerseits dann diese erwähnten Tränenflüsse, die an Dramatik nichts vermissen ließen. Herzzerreißende Schwüre und sein schmerzverzerrter Blick zwangen mich immer wieder zur Umkehr, obwohl ich damals schon ahnte, dass genau dieser Mensch mir eines Tages so weh tun würde, dass ich um den Verstand komme. Man mag mich für absolut verrückt erklären, dass ich dennoch bei ihm geblieben bin, aber sind wir nicht alle handlungsunfähig, wenn wir lieben?
Es klafft ein gewaltiger Unterschied zwischen ihm und mir. Ich war reinen Herzens, ohne berechnende oder falsche Motive. Ich nahm ihn, wie er war, auch wenn es nicht immer leicht fiel. Ich schwieg zu oft, wenn er mir weh tat und ich überhörte die Stimmen, die bereits in den ersten Tagen und Wochen an mein Herz appellierten, dass dieser Mensch mir nicht gut tun würde. Gute Freunde und nahe stehende Menschen betrachteten diese Beziehung mit sorgenvollem Blick und ich brachte sie gewaltsam zum Schweigen. Großer Gott, diese Menschen sahen und kannten sein wahres Gesicht. Nur ich verschloss Augen und Ohren davor. Eine kluge Frau sagte kürzlich zu mir: „Man kann auch einen Idioten lieben.“ Dieser Satz fuhr mir wie tausend feine Nadeln über die Seele. Ja, auch ich bin ein Idiot, ein großer Idiot sogar. Mein Bauch sagte mir: „Finger weg!!!“ Hätt’ ich bloß darauf gehört – auf meinen Bauch und jenen älteren Herrn. Fehler machen wir alle, große und kleine. Aber ich habe mich schuldig gemacht, nicht nur mir selbst gegenüber. Dumm, leichtsinnig und blauäugig warf ich alle Bedenken über Bord und stehe nun um mehr als eine bittere Erfahrung reicher da. Und eine Person warnte mich, die mir die Augen ungewollt zumindest ein Stück weit öffnete. Aus seinem unmittelbaren Umfeld, seinem Dunstkreis. „Er ist immer so…“ sagte sie mir und sie kennt ihn von allen Menschen am längsten. Dieser Warnschuss hallt bis heute nach und wird unvergessen bleiben. Er weiß, wen ich meine und trotz aller Widrigkeiten behielt auch sie Recht. Auch wenn er das bis zum Sanktnimmerleinstag leugnet…
Zeit heilt möglicherweise Wunden, aber auch Narben können schmerzen und das ein Leben lang… Und dieses eine Mal darf das jeder lesen. Denkt, was Ihr wollt. Dass ich dumm und naiv war. Ihr habt sogar Recht, aber diese Erkenntnis habe ich inzwischen selbst erlangt – 1 ½ Jahre zu spät…
Der wöchentlich lange Donnerstag liegt hinter mir und ich bin hundemüde, weil ich den ganzen Tag am Rechner saß und jede Menge Arbeit zu bewältigen hatte. Fertig geworden bin ich dennoch nicht, aber dafür schööön müde. Alt werde ich heute garantiert nicht und ich freu’ mich diebisch auf mein Bett…
Die Augen werden langsam schwer, das Reaktionsvermögen lässt nach – ich bin endlich wieder müde und freue mich gerade diebisch, dass ich heute frei habe und genau jetzt wieder in mein dunkelblaues Bett schlüpfen kann. So schön kann ein ganz normaler Donnerstag sein. Jauchz…
Die Woche neigt sich dem Ende entgegen und der Wecker dudelte heute morgen erbarmungslos um 5.00 Uhr los. Nachdem ich ihn ca. fünfmal zum Schweigen gebracht hatte, quälte ich mich aus meinem wunderbar warmen Bett und schlurfte Richtung Küche. Mit ein paar Minuten Verspätung drängelte ich Scott, endlich aufzustehen und schmierte inzwischen seine Schulbrote. Zwischendurch noch fix die x-te Belehrung, dass er doch bittäääää in Zukunft nicht gleich zehn Schokoriegel auffuttern solle, da ich diese zauberhaften und offenbar wohlschmeckenden Artikel im Supermarkt keineswegs geschenkt bekommen habe, sondern mit sauer verdientem Geld bezahlen muss und er sich diese Sachen doch bittäääää ein wenig besser einteilen solle. Obendrein hasse ich Einkäufe jeder Art und bin überaus dankbar, wenn ich ein paar Tage nicht zwischen irgendwelchen Regalen umherirren muss. Also erklärte ich meinem Sprössling zum weiß-ich-nicht-wievielten Male den Unterscheid zwischen maßlos und maßvoll. Kinder sind also kein Stück anders als Männer, wenn sie alleine zuhause sind – sie futtern alles leer und denken sich nichts dabei. Was uns zu dem Schluss bringt, dass Männer nie erwachsen werden oder Kinder erstmal als Männer zur Welt kommen…
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„Jibt Dir dit Leben mal een Buff, denn weene keene Träne. Lach Dir’n Ast und setz Dir druff und boomle mit de Beene.“