Ich bin davon ausgegangen, dass ich diese Woche wieder gesund geschrieben werde, aber das war nur eine Annahme. Gestern tippelte ich artig zur Nachuntersuchung und mein Herr Doktor verordnete mir eine weitere Woche Genesungszeit und viel frische Luft, nachdem ich das vergangene Wochenende nun schon brav in Decken gewickelt auf dem Sofa verbracht habe. Das “Brummen” in meiner Lunge sei noch nicht vollständig beseitigt und müsse noch eine weitere Woche auskuriert werden. Nun gut, dann tue ich das. Heute früh dann wieder Halsweh, danke auch. Gestern Abend hat’s dann noch meine gute, alte Fritteuse entschärft. Ich hasse solche Tage.
Zwar sind Fritteusen heutzutage nicht mehr allzu teuer, aber sowas passiert immer genau dann, wenn man das Teil benutzen will und für solche Neuanschaffungen irgendwie grad nix übrig ist, weil in knapp zwei Monaten auch Weihnachten vor der Tür lauert. Obendrein wurde das gute Stück erst vor dem letzten Einsatz aufwendig und gründlichst gereinigt, was keine schöne Arbeit ist. Aber ich werde einen Teufel tun und auf meinen Wunschzettel für den Rotrock mit dem dicken Bauch und dem Rauschebart eine Fritteuse schreiben. Niemals… Wer will zu Weihnachten schon ein Bügeleisen, einen Schnellkochtopf oder ein Salatbesteck? Ich nicht, sowas find’ ich doof.
So, ich melde mich nun auch schon wieder Richtung Sofa ab, zum gesund werden…
So, das hat sie nun davon, dass sie nur äußerst selten zum Arzt geht, wenn sie krank wird. Seit Tagen kränkelte sie vor sich hin und musste sich jetzt endlich geschlagen geben. Fröstelnd und bibbernd suchte sie ihren Hausarzt auf und der verordnete gleich Antibiotika und Fiebermittelchen. Zum Bloggen habe ich nicht viel Lust, aber der letzte Beitrag ist nun schon fast zwei Wochen her – Schande über mich. Es gibt momentan ohnehin nicht nennenswertes zu berichten. Was die Wetterlage betrifft, sind sicher alle im Bilde, denn nicht nur hier bodenfrostet es mittlerweile. Der erste Schnee ging auch schon zu Boden und der Sommer hat sich unwiderruflich bis nächstes Jahr verabschiedet. Abgegrillt wurde auch schon und Ende kommenden Monats kramen wir die Weihnachtssachen wieder hervor.
Ich mag den Herbst nicht. Er ist kühl, verregnet, grau und trist. Vor allem der November ist mein persönlicher Hassmonat. Meist ist er klirrend kalt, farblos und irgendwie überflüssig. Und wenn es nicht kalt ist, dann sprühregnet es so eklig. Dann schon lieber richtiger Regen, aber nee… Typisch November, ja ich weiß, wir haben erst Oktober, aber trotzdem… Brrr…
Kindchen liegt kränkelnd im Bett und es sieht ganz so aus, als würde er morgen der Schule fernbleiben, weil er eine Grippe bekommt. Vielleicht schläft er sich bis morgen wieder gesund, aber derzeit ist das eher unwahrscheinlich. Heute morgen habe ich beim hin- und herdrehen meiner Amaryllis eine der gigantischen Blüten abgebrochen – typisch für mich. Da waren es nur noch drei. Vielleicht habe ich Glück und aus der neuen Blüte treiben nochmals vier Stück. Auto ist immer noch in der Werkstatt und natürlich auch immer noch kaputt. Morgen muss ich also auch zu Fuß meine Behördengänge bewältigen und werde damit ganz sicher bis zum Nachmittag beschäftigt sein, während mein Kind krank im Bett liegt. Leider dulden diese Erledigungen keinen Aufschub. Ein toller Mittwoch, so richtig doof. Gott sei Dank hat mich Frau Zaraffel heute früh mit zum Einkaufen genommen und der Kühlschrank ist wieder voll. Das Wochenende darf getrost über uns hereinbrechen. Bleibt abzuwarten, ob Sohnemann überhaupt zu Oma/Papa kann, denn mit eventuell entstehendem Fieber bleibt er besser zuhause.
Das macht sprachlos, fassungslos und wütend. Dieses Mädchen wollte Lehrerin werden und somit Kinder und Jugendliche in ihre Obhut nehmen. Die Grausamkeit im Detail lässt sich nur schwer begreifen.
Im Abstand von gefühlten drei Minuten niese ich nun schon seit zwei Tagen und mein Riechorgan gleicht einer zerfledderten, roten Rudi-Nase. Der Verbrauch an Taschentüchern ist sprunghaft angestiegen und der heimische Mülleimer füllt sich in Windeseile. Um mich herum türmen sich Taschentuchberge und Fräulein Katze ist es in meiner Nähe nun mittlerweile auch zu laut und unruhig, denn es vergeht keine Viertelstunde ohne Niesanfall. Die Temperaturen vor der Tür sind mal wieder im Keller und so langsam geht mir diese Kälte ganz gewaltig auf den nicht vorhandenen Sack. Alles Bums hier…
Essen war lecker, aber ich fühl’ mich so richtig krank und werde heute wohl schon vor den Hühnern in mein Bett kriechen. Vorher muss ich Sohnemann vom Training abholen, aber dann sofort wieder auf die Couch krabbeln. Meine Zunge ist trocken wie ein Lederfußball und ich ertrinke in Tempotaschentüchern. Pfui Deifl…
Bin vor dem Weckerklingeln aufgestanden, in die Küche getippelt, Kaffeemaschine angeworfen, Taschentuch vollgeschnöddert und rumgehustet. Da macht sich ‘ne Erkältung breit. Die hab’ ich ganz frisch und brühwarm von Sohnemann bekommen und die hat nicht mal was gekostet. Ich seh’ meine Nase jetzt schon fusseln, denn die zerfällt dann immer in ihre einzelnen Bestandteile und löst sich vollständig auf. Sie wächst zwar jedes Mal wieder nach, aber der Zersetzungsprozess sieht immer sehr garstig aus. Hustentechnisch hinke ich immer etwas hinterher, weil der Schnupfen wohl zu viel Platz braucht, da muss die Husterei warten, aber die kommt auch noch, ganz sicher. Aber alles schön der Reihe nach. Jetzt ist erstmal durch den Mund atmen angesagt. Gehustet wird später.
Draußen ist es – Ihr werdet es kaum glauben – grau und trüb. Geregnet hat’s schon, als ich aufgestanden bin. Eklig. Besserung nicht in Sicht. Dann muss ich heute auch noch den Amtsschimmel bemühen, wie so oft. Mit Taschentuch vorm Gesicht, obwohl ich die Damen vom Amt doch eigentlich auch mal mit HuSchnuHei* infizieren könnte, einfach so, gratis, unverbindlich. So als Dankeschön, dass ich seit nunmehr fast drei Monaten meinem Geld nachlaufen muss – bisher erfolglos. Ich gehe den Damen dort so lange auf den Sender, bis die mich schon am Schritt erkennen und bis der eingeforderte Betrag endlich auf meinem Konto gutgeschrieben wurde. Und als kleinen “Vorschuss” niese ich heute mal gepflegt Richtung Sachbearbeiterinnenschreibtisch.
Als Erwachsener vergisst man ja leicht, wie unangenehm Bauchweh sein kann. Gestern erwischte es dann Frau N. aus P. und sie verkroch sich ab dem frühen Nachmittag auf die Couch unter mehreren warmen Decken. Gegen Abend umarmte sie dann auch noch herzlichst die Toilettenkeramik und hatte das Leben so richtig satt. Man kann nur hoffen, dass sie da nichts größeres ausbrütet. Derzeit ist es aber leider so, dass die Türklinke zum stillen Örtchen meist noch nicht richtig kalt ist, bis die Patientin wieder um Einlass bittet. Zum Kotzen…!!!
Sohnemann ist bereits in der Schule und der Halbinvalide liegt nach dem gestrigen Ärztemarathon noch schlafend im Nest. Am Wochenende stand eigentlich nochmal Schlittenfahren in Schöneck auf dem Plan, aber für den hinkenden Beifahrer dürfte das eher eine Zumutung werden. Diagnose gestern war: Gelenk gedehnt (nein, nicht die Bänder) und offenbar einige Blutgefäße abgerissen. Ich weiß zwar nicht, wie zum Geier man das Gelenk dehnen kann und die Bänder davon unberührt bleiben, aber da ich kein Mediziner bin, muss ich das auch nicht wissen. Hinken tut der alte Mann natürlich immer noch und ist die ganze nächste Woche krank geschrieben. Oberschwester Nyiri wird währenddessen Tabletten und Extrem-Couching verordnen. Die Mittelschicht für nächste Woche fällt somit aus und die Bloggerei kommt zwecks Sonderschicht im Pflegedienst wahrscheinlich auch zu kurz. Bedankt Euch bei dem Herrn mit dem temporären Gehfehler.
Nachdem ich gestern den Tag ruhig begonnen habe und tagsüber bei Frau M. einen gepflegten Kaffee geschlürft und ein bisschen gehutzt hatte, trudelten derweil die Männer des Hauses ein. Der kleine Mann hüstelte vor sich hin, was ja abzusehen war, aber er befindet sich dennoch auf dem Wege der Besserung. Frau N. aus P. vergnügte sich noch unter der heimischen Dusche, als auch Herr S. aus P. von der Arbeit kam. Es klopfte an der Badtür, was meinerseits mit einem „Jahaaa…“ quittiert wurde. Herr S. aus P. jedoch konnte sich ein weiteres Klopfen nicht verkneifen und so stieg Frau N. patschnass aus der Wanne, schlang sich ein Handtuch um den Astralkörper (Klappe jetzt hier!!!) und steckte ihren triefnassen Kopf neugierig durch die Tür in die Küche. Dort saß ein grinsender Herr S. und nach einem kleinen begrüßenden Wortwechsel verabschiedete sie sich zum Anziehen zurück ins Bad.
Mit Handtuchturban und nackten Füßen huschte sie an den Küchentisch und Herr S. plapperte irgendwas von „…wenn’s morgen nicht besser ist, muss ich wohl zum Arzt…“, was mich dann doch aufhorchen ließ: „Was…, wieso…, was’n passiert?“ Herr S. humpelte zur Kaffeemaschine und schenkte uns vom frischen Heißgetränk nach. Nachdem er wieder Platz genommen hatte, streckte er seine Füße nach vorne und ließ mich raten, um welchen Fuß es sich handelt. Das linke Gehwerkzeug hatte am Außenknöchel eine sichtbare Schwellung und das Auftreten auf Selbigem war schon nicht mehr ohne Schmerzen möglich. So wollte Herr S. nun abwarten, wie sich dieser Zustand bis zum nächsten Morgen verändert – ob nun zum Positiven oder zum Negativen. Ich ordnete erstmal eine Mütze Schlaf auf der Couch an und Herr S. leistete artig Folge. Nachdem hier dann jede Menge Sägespäne umherflogen, schloss ich nach gut zwei Stunden leise die Wohnzimmertür, um mit dem Abendessen bzw. dessen Zubereitung zu beginnen.
Prompt öffnete sich die eben geschlossene Tür und Herr S. hinkte mir nach. Ich registrierte eine Verschlechterung und ordnete Kühlkissen an. Wieder folgte Herr S. dem Befehl artig und ich verbannte ihn zurück auf die Couch. Der Zustand verschlechterte sich von Stunde zu Stunde und als die zwei alten Leutchen dann ins Schlafzimmer wechselten, konnte Herr S. schon nicht mehr ohne Schmerzen diesen Fuß auflegen. Also entschloss er bereits vor dem Schlafen, dass kein Wecker gestellt werden müsse, da ich ihn am nächsten Morgen – also heute – zum Arzt fahren müsse. Sohnemann war mit gefülltem Magen und müden Augen freiwillig und ohne jegliche Aufforderung im Schlafgewand in sein Bett gekrochen und eingeschlafen, so dass mir nicht mehr blieb, als den Fernseher auszumachen und leise die Kinderzimmertür zu schließen. Herr S. stöhnte vor Schmerzen, als er die Bettdecke über die Füße ziehen wollte und angesichts dieser Entwicklung ist der heutige Tag ziemlich straff durchgeplant.
Herrn N. aus P. wecken und zur Schule entlassen.
Herrn S. aus P. wecken und mit frischem Kaffee versorgen.
Frau N. aus P. duschen und salonfähig restaurieren.
Auto freischaufeln und Herrn S. zum Arzt fahren.
Herrn S. aus P. im Wartezimmer ein bisschen mit seinen Altersgebrechen konfrontieren und necken.
Krankenkasse abklappern.
Krankenschein zur Firma bringen.
Herrn S. aus P. kurz zuhause absetzen.
Herrn N. aus P. ins Auto stopfen und zum Kieferorthopäden bugsieren, zwecks neuer Zahnspange.
Zutaten für’s Abendessen einkaufen.
Die kränkelnde Mannschaft mit kulinarischen Schmankerln versorgen und danach Hustensäfte, komische Salben und dergleichen verabreichen.
Frau N. aus P. verabschiedet gerade ihren Besuch, da klingelt Sohnemann unten an der Haustür, obwohl er einen Schlüssel hat. Muttern drückt auf den Türöffner und da wir unterm Dach wohnen, dauert es eine Weile, bis Besucher an der Wohnungstür stehen. Mein Füchslein verlässt gerade meine Wohnung und ich stehe oben an der Treppe, als ich sie meinen Sohn fragen höre: „Was hast denn Du gemacht?“ Ich kann diese Frage nicht so recht einordnen und warte geduldig oben an der Küche, bis Sohnemann die Stufen in der Wohnung erklommen und die Küche erreicht hat. Was ich dann sah, übertraf meine Erwartungen mal wieder. Herr Sohn hatte einen blutverschmierten Mund und eine dicke Lippe riskiert. Ich staunte nicht schlecht und fragte nach, was denn geschehen sei. Er berichtete, er hätte mit seinen Kumpels Fangen gespielt und dabei sei er mit einem seiner Kumpels unglücklich zusammengestoßen. Hinterkopf vs. Lippe sozusagen…
Das sah natürlich im ersten Moment viel schlimmer aus, als es letztendlich war. Erstmal wies ich ihn an, seinen Mund und das blutverschmierte Gesicht vorsichtig ein bisschen abzutupfen und dann verabreichte ich ihm ein feuchtes Handtuch mit Kühlkissen innen drin. Tat ihm offensichtlich auch gut und er saß für die nächsten zwei Stunden erstmal ganz ruhig im wohnzimmerlichen Sessel. Nun ja, was lässt sich mit einer solch negriden Lippe eigentlich essen? Ich erinnerte mich an meine dicke Lippe in der Kindheit, gegen die das geschwollene Dingens meines Sprösslings allerdings ein lächerlicher Kindergeburtstag war und beschloss, kleine Nüdelchen zu kochen, die sich ohne Abbeißen und ohne brennenden Salzgeschmack in den Mund befördern lassen. Süppchen läge zwar näher, aber da die Miniplatzwunde relativ dicht an der Mundschleimhaut lag, hätte die Suppe bzw. das darin enthaltene Salz sicherlich unangenehm gebrannt.
Zwar bin ich ein äußerst schadenfroher Mensch, aber das wäre fies gewesen. Also bereitete ich die seltenste aller Speisen zu, die unsere Augen jemals gesehen haben – Nudeln. Sohnemann freute sich natürlich diebisch und ich konnte am Ende des Tages zufrieden feststellen, dass ich als Krankenschwester zumindest Puls messen dürfte, denn die Lippe war fast nicht mehr dick und man sah kaum noch, was passiert war. Eine kleine Schwellung hat er natürlich noch, aber in einer Woche ist das vergessen. Wenn ich da an meine Glanzleistung in der 4. Klasse denke, wird mir heute noch schlecht. Nicht nur dass ich mir beinahe alle Zähne rausgekloppt hätte, nein, man konnte wunderbar bei geschlossenem Mund meine Zähne sehen und an essen war für glatte vier Wochen nicht mehr zu denken. Und ich hatte auch gleich ganze Arbeit geleistet. Ober- und Unterlippe waren außer Gefecht, denn nur oben oder nur unten kann ja Jeder.
Außer einer völlig verknorpelten Unterlippe und einer vernarbten Oberlippe blieb davon nichts zurück. Die Narben befinden sind im Mund und die kleine Narbe der unteren Außenseite saß nicht nur dicht am Lippenrand, sondern verwuchs sich im Laufe der Jahre so hübsch, dass man davon nichts mehr sieht. Nur innen sieht es aus wie ein geflickter Fahrradreifen, aber rauchen, saufen und Fressattacken lassen sich damit bestens bewältigen. Bei Sohnemann dürfte man schon in wenigen Tagen/Wochen nichtmal mehr eine Narbe sehen. Er bevorzugt bei seinen Verletzungen bisher immer die Standardvariante. Seine Mutter nahm immer die Deluxe-Ausführung. Loch im Kopf? Sohnemann hatte eins in der 1. Klasse, Mutter „besorgte“ sich gleich zwei im Kindergarten. Ich sah dermaßen abgeschlachtet aus, dass meine Mutter auf dem Weg zum Arzt erstmal zuhause zwischenstoppte und dem Töchterlein die Haare wusch. Lasst sie ruhig verbluten, Hauptsache sie hat frisch gewaschenes und duftendes Haar… Kein hässlicher Kommentar über Folgeschäden, liebe Mädels, ja?
Meine Frau Mama hatte während des vergangenen Jahres mehrere schwere Operationen. Vor einem Jahr stand es so schlecht um sie, dass wir alle nicht wussten, ob sie überleben würde. Seit gestern liegt sie erneut im Krankenhaus, deshalb schreibe ich erst wieder, wenn sie zuhause ist.
Wenn frau heimlich am Laptop Oblaten-Lebkuchen futtert, die mit knackiger Bitterschokolade umhüllt sind, blättert manchmal diese Schokolade ab. Und wenn diese Schokolade dann in den Ausschnitt vom Wuschelbademantel fällt, schmilzt sie dort in aller Ruhe. Und wenn man dann mal beiläufig an sich runterschaut, sieht man dort natürlich einen Fleck, der aussieht wie eingetrocknetes Blut. Und wenn man sich dann panisch seine gesamte Nachtbekleidung vom Leibe reißt und seinen ganzen Oberkörper dann nach frischen Wunden untersucht, die diese „Blutflecken“ verursacht haben könnten, wird man nicht fündig und hat unglaublich viele Fragezeichen über dem Kopf. Und wenn man dann so halbnackt da steht und grübelt, fällt der Blick manchmal sogar nochmal zum Schreibtisch und man erblickt die leergefutterte Lebkuchenpackung und braucht einige Sekunden, um zu begreifen: „Ich habe mich mit Schokolade bekleckert!!!“
Mädels (und die wenigen Jungs), übermorgen geht’s endlich los. Ich hab’s satt auf dieser unbequemen Reisematratze zu schlafen, an leere Wände zu starren und über Kartons zu stolpern. Gestern war ich nochmal artig im Baumarkt, Holzschrauben holen und bin danach spontan in die Wohnung gefahren und hab’ die Dinger gleich ins Bett gedrängelt. Und Ihr glaubt es nicht, aber das Bett quietscht nicht mehr. Dafür quietschen jetzt meine Gelenke, denn ich musste mich mit meinem ganzen Gewicht gegen den Akkuschrauber stemmen, um die Scheißteile bis zum Anschlag ins Holz zu kriegen. Ich hab’ auch nicht nur zwei Stück benutzt, sondern insgesamt noch vier, damit auch ja nix mehr wackelt. Wackeln tut jetzt auch nüscht mehr, quietschen auch nicht und die restlichen Schrauben (ja, ich hab’ welche übrig) pack’ ich ins Gefrierfach, damit sie nicht schlecht werden…
Unpassenderweise wachte ich heute Morgen mit Halsschmerzen auf. Da mein Terminplaner aber auch heute wieder ziemlich voll ist, werde ich das einfach ignorieren und auch auf diese Therapie verzichten. Mir fehlt einfach die Zeit für diese homöopathischen Therapiemethoden, also werde ich den Ferrari unter den Schmerzmitteln anwenden – Aspirin. Mein Allheilmittel gegen alles was weh tut. Hilft immer, geht fix und ich kann’s alleine anwenden. Laufende Nasen – sofern sie sich noch einstellen sollten – werden mittels Tempos im Zaum gehalten und eventuell auftretender Husten kommt ohnehin erst mit Verzögerung, also stehe ich dann nächste Woche hustend auf der Leiter und streiche diese verflixten Wände hier. Hauptsache, mir fliegt beim Husten oder Niesen nicht irgendwelcher Schnodder irgendwo raus und klatscht an die frisch gestrichenen Stellen. Alles andere ist mir Latte.
Heute steht dann noch der vorerst letzte Termin beim Kieferorthopäden an. Sohnemann bekommt heute den unteren Teil seiner ersten Spange eingesetzt. Der obere Teil folgt in Kürze, da dieser noch gefertigt werden muss. Somit beginnt heute endlich die mehrjährige Therapie zur Begradigung seiner Zähne. Nicht ganz billig, aber ein schönes und ebenso gepflegtes Lächeln ist nicht mit Geld aufzuwiegen. Er steht dieser Behandlung abwartend gegenüber und lässt alles brav über sich ergehen. Bisher war es auch nicht mit Schmerzen verbunden und außer der Farbe seiner Spange gab es für ihn keine interessanten Informationen, die seine aktive Anteilnahme geweckt hätten. Da in seiner Klasse nunmehr der Großteil der Kinder ebenfalls Spangen aller Art tragen, fällt er durch seinen neuen Zahnschmuck dann auch nicht wirklich aus der Rolle. Zu meiner Zeit war man schon fast ein Exot, wenn man mit Zahnspange oder gar Brackets durch die Weltgeschichte lief. Brackets sah man nur in ganz seltenen Fällen, aber Zahnspangen gab es damals schon, wenn auch nicht in sämtlichen Wunschfarben. Es gab diese hässlichen, hautfarbenen Dinger und das war’s dann auch schon. Sohnemann hat blau gewählt und da Behandlungen dieser Art heute fast schon an der Tagesordnung sind, nimmt er die ganze Angelegenheit entsprechend ungerührt zur Kenntnis. Gut so…
Mein letzter Arbeitstag ist heute recht kurz, da ich am Dienstag schon eine Stunde rausgearbeitet habe, um heute eine Stunde eher gehen zu können. Der Termin mit Sohni lag etwas ungünstig, aber meine Lieblingskollegin steht derlei Unpässlichkeiten wunderbar unkompliziert gegenüber und unterstützt mich gerade in diesen chaotischen Tagen ohne Diskussionen mit Hilfsbereitschaft und Entgegenkommen. Dafür möchte ich ihr hier an dieser Stelle einmal allerherzlichst danken, denn heutzutage ist das wirklich nicht mehr selbstverständlich. Egal, welches Anliegen ich durch meinen bevorstehenden Umzug habe/hatte, sie machte alles möglich und hilft immer, wenn sie es möglich machen kann. Das finde ich großartig und eine bessere Kollegin kann ich mir nicht wünschen. Nebenbei eine kleine Schnatterei und ein Kaffee ist auch noch drin und so lässt sich der ganze Stress viel besser ertragen. Chefchen ist zur Zeit ein bisschen krank und bietet mit seinen glasig-fiebrigen Augen einen mitleiderregenden Anblick. Selbst ich bin geneigt, ihm Tee einzuflößen und warme Puschen an die Füße zu ziehen, aber da er diesbezüglich wirklich äußerst hart im Nehmen ist, unterlasse ich das. Er lässt trotzdem bis Ladenschluss die Maschine surren und jammert nichtmal ansatzweise. Ein echtes Arbeitstier eben und wenn er dann wirklich mal einen Tag krank macht, dann kann man nur erahnen, wie schlecht es ihm geht. Das kam bisher allerdings nur sehr sehr selten vor und solange er aufrecht gehen und sitzen kann, arbeitet dieser Mann. Zwar feiern meine Kollegin und ich auch nicht einfach krank, aber wir Mädels jammern dann schon mal gerne und tun uns gegenseitig ein bisschen leid. Das muss schon sein und geteiltes Leid ist ja auch halbes Leid. Nech…???
Mit quälenden Bauchschmerzen wälzte ich mich die halbe Nacht im Bett herum, bis ich Stunden später dann doch die Qualitätsprodukte von Villeroy & Boch umarmen musste. Zum weiß-ich-nicht-wievielten Mal diese Woche… Müdigkeit macht sich mehr und mehr breit, denn auch in den Nächten zuvor plagten mich Bauchweh und Unwohlsein. Ganz egal, was ich da ausbrüte – ich werde mich heute tapfer zur neuen Wohnung schleppen und meine neuen Schlüssel in Empfang nehmen. Anschließend bringe ich meine Spätschicht hinter mich und dann nix wie ins Bett, auskurieren. Mittlerweile trau’ ich mich nichtmal mehr, was zu essen, weil’s ja sowieso gleich wieder ans Tageslicht befördert wird.
Das Wochenende ist vorbei und ich fühle mich krank. Am Samstag waren wir zu Besuch bei den Stoneeagles und deren wirklichen gelungenen Party in Pöhl an der Schlosshalbinsel. War eine lange Nacht und da Frau Oberschlau nur einen Pulli zum Überziehen dabei hatte, bibberte sie irgendwann so sehr, dass sie am nächsten Tag frierend und kränkelnd im Bett lag. Hüstelnd und schniefend schleppte sie sich nur hin und wieder mal ins Bad und schickte ein Stoßgebet pro Stunde gen Himmel, dass sich keine Grippe daraus entwickelt. Das kann ich im Moment echt nicht gebrauchen. Kann man das überhaupt irgendwann? Die Party war toll organisiert und ebenso gut besucht. Die Stimmung übertraf das, was ich bei so einigen Partys anderer Motorradclubs in letzter Zeit vermisst habe. Live-Musik, zahlreiche Gäste und wirklich beste Laune allenorts trugen dazu bei. Sogar Besucher aus der Ferne (USA) waren – laut Veranstalter – bereits das zweite Jahr in Folge mit Didgeridoo bewaffnet am Start. Zwar hatte Mister Dreadlock diesmal kein Originalinstrument dabei, aber auf einem mitgebrachten, handelsüblichen Abflussrohr der etwa gleichen Größe erzeugte er die selben Klänge und sorgte damit nicht minder für Begeisterung. Der Morgen graute bereits, als ich nach unzähligen Versuchen, ein Taxi in Richtung Schlosshalbinsel zu locken, wieder Richtung Plauen verabschiedete. Durchgefroren bis zum absoluten Nullpunkt stieg ich zitternd und schlotternd ins warme Gefährt und der nette Fahrer fragte sogleich nach, ob er die Heizung noch etwas hochdrehen solle, was ich mit einem energischen Nicken quittierte.
Zuhause angekommen wurde ich ordentlich Euronen los, rannte fast schon die Stufen nach oben, entledigte mich der ebenso kalten Kleidung und schlüpfte unter meine Decke. Es dauerte eine halbe Ewigkeit, bis das Zittern nachließ und ich endlich einschlafen konnte. Wenige Stunden später erwachte ich mit nicht mehr gebrauchsfähiger Nase, kratzendem Hals, frierend und schwitzend im Wechsel. Mit Mühe und Not kochte ich für Söhnchen Mittagessen und versuchte, einige Bissen zu mir zu nehmen. Jene Bissen verweilten keine halbe Stunde in meinem Magen und verschafften sich energisch wieder Zugang zum Tageslicht. Mir war hundeelend zumute und selbst Sohnemann schaute mich mitleidig an. Ich verfluchte meine eigene Unvernunft, keine warme Jacke mitgenommen zu haben, denn die Nächte werden nun doch langsam wieder schweinekalt. Der nette Taxifahrer hatte mein Zittern am Morgen auch mit einem Blick zum Thermometer unter Anteilnahme und Verständnis kommentiert: „Wir haben doch auch nur noch 7°C…“, was meinerseits mit einem solchen Blick zum Temperaturanzeigewerkzeug endete. Leck mich am Arsch, das soll eine Nacht im August sein? Oder bin ich um ein paar Monate im Kalender verrutscht? Kein Wunder, dass ich so fror.
Der Montagmorgen war noch immer von Kopf- und Gliederschmerzen geprägt und auch die sonstige Allgemeinverfassung gibt noch keinen Anlass zur Entwarnung. Ich hoffe, dass sich die Vorzeichen einer saftigen Erkältung noch verflüchtigen und ich werde heute Nachmittag artig zur Spätschicht antreten, sofern sich das fiebrige Gefühl nicht verstärkt. Bisher habe ich davon abgesehen, mit medizinischen Messinstrumenten die Höhe meiner Körpertemperatur zu überprüfen. Nachher werde ich mich aber zur Vorsicht noch ein paar Stunden ins Bett kuscheln und versuchen, weitere Krankheitserscheinungen im Keim zu ersticken. Bisher verliefen diese Bemühungen recht erfolgreich. Und wenn ich dieses Jahr nochmal auf irgendeine Open-Air-Veranstaltung gehen sollte, ziehe ich mich dementsprechend an. Sapperlot…
Bin gestern früh ins Bett, da ich nun durch den Neubeginn der Schule morgens wieder in aller Herrgottsfrühe hoch muss. Der Wecker klingelte also um 5.00 Uhr und ich quälte heute auch nicht erst die Schlummertaste, sondern sprang verhältnismäßig ausgeruht aus dem Bettchen, kuschelte mich in meinen flauschigen Bademantel und befüllte eifrig die Kaffeemaschine, denn ohne meinen morgendlichen Milchkaffee geht üüüberhaupt nix. Sohni schläft noch, aber damit ist es in spätestens einer viertel Stunde auch vorbei. Er zog sich gestern eine größere Verletzung zu, was erstmal für ‘nen Riesenschreck meinerseits sorgte, denn ich erfuhr folgendermaßen davon:
(klingelndes Telefon auf Arbeit)
„Tattoostudio Plauen, Hallo…?!“
„Guten Tag, ich würde gerne Frau N. sprechen.“
„Die ist am Apparat…“
„Guten Tag, hier spricht Frau X. vom Kinderschutzbund.“ (mein Herz blieb ein paar Sekunden stehen)
„Ja bitte…?“
„Ihr Sohn hat sich beim Spielen eine Verletzung am Knie zugezogen. Es ist nicht sooo schlimm, aber ich habe ihn verbunden und wollte fragen, ob er jetzt nach Hause gehen soll. Allerdings klappt es nicht mehr so ganz mit dem Radfahren. Aber er könnte laufen.“ (die Dame war ehrenamtliche Mitarbeiterin im „Kindercafé Mücke“, wo sich der kleine Unfall ereignete / meine Schweißperlen trockneten langsam)
„Herrje… Könnte ich bitte mit meinem Sohn sprechen? Ich möchte ihn lieber selbst fragen.“
„Natürlich, gerne…“
(der kleine Stuntman geht ans Telefon)
„Wie ist das denn passiert, Knollo…?“
„Wir haben Fangen gespielt und da bin ich über die Beine von jemandem gestolpert und hingefallen.“
„Ist es schlimm?“
„Geht so, hab’ ‘nen Verband am Knie.“ (er ist kein Mann großer Worte)
„Kannst Du laufen?“
„Ja, kann ich…“ (Wozu hab’ ich ihm eigentlich das Sprechen mit vielen Worten beigebracht?)
„Traust Du Dir zu, nach Hause zu laufen? Frau X. sagte mir, das ginge noch.“
„Ja.“
„Wirklich? Oder soll ich Dich fahren, dauert aber ‘nen Moment, müsste erst Bescheid sagen.“
„Nee, ich trau’ mir das zu.“
„Wirklich, echt?“ (man wird ja heutzutage schnell mal als Rabenmutter bezeichnet)
„Jahaaa…“ (is’ ja gut, ich wollt’ wenigstens gefragt haben)
„Ok, dann lauf schön vorsichtig heim und ich komm’ dann gleich nach Hause.“
„Ok.“
„Bis dann.“
„Ja, bis dann.“
Etwas verwirrt legte ich auf und verwarf die Gedanken, dass er seine lose Kniescheibe in einer Tupperdose nach Hause jongliert. Zuhause angekommen erkundigte ich mich natürlich sofort nach seiner Verletzung und stand vor einem komplett bandagierten Knie. Der kleine Mann schien das alles mit Fassung zu tragen und sagte beiläufig, dass das Fahrrad auch schon im Keller stünde. Ich glotzte ihn ungläubig an und bemerkte, dass die gute Frau am Telefon doch vorhin gesagt hätte, mit dem Fahren ginge das nicht so gut. Sohnemann winkte ab und stellte die Sachlage richtig. T.s Mutter hätte ihn nach Hause gefahren und das Fahrrad mit ins Auto gepackt. Großartig, jetzt bin ich doch ‘ne Rabenmutter. Gesagt hat’s keiner, aber ich ahne es. Gerade als er loslaufen wollte, klinkte sich T.s Mama ein und sagte, Scott könne so nicht nach Hause laufen, sie würde ihn fahren. An sich ein wirklich netter Zug von ihr, gar keine Frage. In mir jedoch regte sich lautstark das schlechte Gewissen einer Mutter. Was mag die Frau jetzt von mir denken? Ich will’s lieber gar nicht wissen, es kann nix gutes sein…
Sohnemann zumindest saß ziemlich lässig in seinem Chefsessel und spielte seine Verletzung herunter. Er hatte sich inzwischen sogar selbst Abendessen gemacht und schmauste seine geliebte Zwiebelmettwurst auf ofenfrischen Brötchen mit Tomatensalat. Die Nudeln vom Vorabend seien ihm zu scharf gewesen und ihm hätte davon nicht nur der Mund, sondern die Nase, der Rücken und sein verwundetes Knie gebrannt. Ich lächelte und war schon ein bisschen stolz auf meinen Jungen, denn er ist so wunderbar selbständig, was nicht zuletzt ein Ergebnis meiner Erziehung ist. Mir war nicht klar, dass die Geschmacksknospen meiner Zunge so abgehärtet sind, denn ich hatte mir am Vorabend lecker Kolbász unter die Nudeln geschnippelt. Sohnemanns Zunge ist zwar durch meine Kochweise so einiges gewöhnt, aber das war selbst ihm zuviel. Offenbar sind meine Geschmacksknospen aufgrund des geliebten scharfen Essens schon zu Schmeckeknubbeln verkümmert. Keine Ahnung…
Ja und entsprechend meiner Gemütslage heute wieder ein Video samt Musik und natürlich auch den Text dazu – wie gehabt in englischer Sprache, weil Krebsgeschwüre keine Fremdsprachen beherrschen…
Hey
I'm your life
I'm the one who takes you there
Hey
I'm your life
I'm the one who cares
They
They betray
I'm your only true friend now
They
They'll betray
I'm forever there
I'm your dream, make you real
I'm your eyes when you must steal
I'm your pain when you can't feel
Sad but true
I'm your dream, mind astray
I'm your eyes while you're away
I'm your pain while you repay
You know it's sad but true
You
You're my mask
You're my cover, my shelter
You
You're my mask
You're the one who's blamed
Do
Do my work
Do my dirty work, scapegoat
Do
Do my deeds
For you're the one who's shamed
I'm your dream, make you real
I'm your eyes when you must steal
I'm your pain when you can't feel
Sad but true
I'm your dream, mind astray
I'm your eyes while you're away
I'm your pain while you repay
You know it's sad but true
Hate
I'm your hate
I'm your hate when you want love
Pay
Pay the price
Pay, for nothing's fair
Hey
I'm your life
I'm the one who took you here
Hey
I'm your life
And I no longer care
I'm your dream, make you real
I'm your eyes when you must steal
I'm your pain when you can't feel
Sad but true
I'm your truth, telling lies
I'm your reasoned alibis
I'm inside open your eyes
I'm you
Es gibt Momente, die vergisst man nicht und solche, die man vergessen muss, um leben zu können.
Wenn auch die Fähigkeit zu täuschen ein Zeichen von Scharfsinn und Macht zu sein scheint, so beweist doch die Absicht zu täuschen ohne Zweifel Bosheit und Schwäche.
Ich weiß aus bitterer Erfahrung, wie trügerisch mitunter das Äußere sein kann, dass sich unter Blumen manchmal eine Schlange verbirgt.
Die uns so täuschend echt vormachen, von angenehmer Wesensart zu sein, die entlarven sich immer wieder viel zu spät als eine unangenehme Art von Wesen.
Ich erweise mich nicht zum ersten Mal als ungeduldiger Mensch. Ich warte seit Tagen und Wochen sehnsüchtig, dass der Schmerz über das Geschehene und in den frischen Wunden endlich nachlässt. Nichts kann ihn betäuben, nichts lindert ihn, niemand kann mir einen Teil davon abnehmen. Ich weiß, dass er eines Tages verschwunden sein wird, aber die Zeit bis dahin erscheint mir ewig. An manchen Tagen geht es mir erschreckend gut. Dann wieder wache ich an anderen Tagen morgens auf und spüre bereits beim ersten Wimpernschlag, wie sich meine Augen mit Tränen füllen. Nein, ich sehne mich nicht mehr nach diesem Menschen, seiner Anwesenheit oder seiner Nähe. Nein, es ist vielmehr die Enttäuschung darüber, wie er sich aus dieser Beziehung „verabschiedet“ hat – gar nicht. Er lief einfach davon, erwies sich als kein bisschen standhaft und täuschte Verzweiflung vor, die nur gespielt sein konnte, denn sein Verhalten sagt dies mehr als deutlich. Einem solchen Schauspieler aufgesessen zu sein, quält mich am schlimmsten. Alles andere lässt sich ertragen. Ich muss dankbar sein, dass ich nicht noch mehr Zeit an diesen Dramatiker verschwendet habe, auch wenn ich ihm zum Abschied gerne vor die Füße spucken würde. Wer so mit Gefühlen spielt und Emotionen vortäuscht, die er nicht in sich trägt, hat weniger Charakter als ein totes Stück Holz. Unter dem Vorwand, diese Liebe brächte ihn um, zog er feige den Schwanz ein und entpuppte sich als wahres Ekel. Mein Sohn kann Zeugnis darüber ablegen, denn ihn ignorierte er von Stund an und das sagt sehr viel über den Charakter eines Menschen aus. Wer seine Konflikte auf dem Rücken von Kindern auslebt, hat weder Achtung noch Respekt verdient.
Die Wochen bis zum ersehnten Umzug ziehen sich endlos hin und ich quäle mich durch jeden einzelnen Tag, bis ich diese Mauern endlich verlassen kann. Diese Wohnung, dieser Stadtteil, alles hier ist mir zuwider. Noch nie habe ich einen Wohnungswechsel so herbei gesehnt wie diesen. Meinem Sohn und mir wird diese Veränderung gut tun und die noch anstehenden Ereignisse sind zwar weniger erfreulich, aber sie werden mir helfen, einen endgültigen Strich unter alldem zu ziehen. Kleine und auch große Opfer gebe ich dafür und nicht mit allem stoße ich auf Verständnis – zumindest nicht bei Jedem -, aber da es keine Alternativen gibt, bleibt mir keine andere Wahl. Ich kehre allem und jedem den Rücken, der mich an jene Dinge erinnert, die meinem Sohn und mir hier widerfahren sind. Das bin ich mir und auch meinem Sohn schuldig, auch wenn’s so mancher Mensch nicht versteht.
In Krisenzeiten offenbaren sich die wahren Freunde. Je weniger du hast, desto weniger reden auf dich ein, was du verkehrt gemacht hast oder zu tun gehabt hättest. Umso größer ist die Chance, dass du in dir selbst deinen eigenen Weg erkennen darfst.
Es tat gut, gestern Abend mal wieder in Gesellschaft einer wahren Freundin zu sein, die all mein Tun und Handeln der jüngsten Vergangenheit und der nahenden Zukunft mit dem Herzen verstand und mir die Gewissheit gab, dass ihre Sicht der Dinge sich von meiner nicht unterscheidet. Ich beschrieb ihr die Geschehnisse der Vergangenheit, zeigte ihr Dokumente dessen und ließ sie selbst entscheiden, was sie darüber denken und was sie empfinden sollte. Unter Berücksichtigung all jener Dokumente pflichtete sie mir bei, dass die Entscheidung zur Wiedererlangung meines Seelenfriedens die richtige sei, die andernorts derzeit für großen Unmut sorgt. Ich erinnere mich an ein Gespräch vor einigen Monaten, als ich jemanden fragte, was sie tun würde, wenn ihre Beziehung zerbrechen würde. Damals sagte sie, sie würde sich sofort zurückziehen und nach einer anderen Arbeitsgelegenheit suchen und nun reagiert man genau aus dieser Richtung zwar partiell mit verbalem Verständnis, jedoch versteht man offenbar nicht wirklich, was in mir vorgeht. Die größte Schuld an der Entwicklung mancher Dinge trage ich selbst, das ist mir durchaus klar. Ich habe eigenhändig den Zutritt zu meiner Arbeitsstelle verschafft, habe Einladungen zusammen mit dem jeweiligen Partner angenommen und somit Tür und Tor bis in den letzten Winkel meines beruflichen und privaten Lebens geöffnet. Nun fällt mir genau das auf die Füße, aber ich habe für die Zukunft daraus gelernt.
Dem vermeintlichen Verständnis für mein Sehnen nach Ruhe sind klare Grenzen gesetzt worden. Mit Vorwürfen und Trotz steht man mir nun gegenüber und verschließt die Augen vor dem, was mir Kraft raubt. Man möchte es auch nicht verstehen und zeigt mir klarer als zuvor, wie gering man mich wertschätzt. Die Enttäuschung ist groß, doch die Erkenntnis darüber ermahnt mich zumindest, meine Kraft und Energie nicht mehr in falsche Richtungen zu lenken. Um zu genesen, muss ich spätestens jetzt endlich egoistisch sein und mir die Dinge und Menschen vom Leibe schaffen, die Ursache für alles sind. Wer das nicht verstehen will, hat nicht wirklich Anteil genommen und offenbar nur einen Bruchteil dessen begriffen, was ich gezeigt und gesagt habe. Man unterstellt mir subtil, ich würde jemanden vor die Wahl stellen. Nein, das tue ich keineswegs, denn ich habe abgewartet und dann die Konsequenzen ziehen müssen, damit ich Aussicht auf die Ruhe habe, die ich so dringend brauche. Und wenn das der Preis ist, den ich dafür zahlen muss, dann gehe ich diesen Weg, da mir von anderer Seite hierbei wissentlich Steine in den Weg gelegt werden. Es ist in dieser Form das erste Mal, dass sich nach einer Trennung solche Probleme und Konflikte vor mir auftun, aber es lässt mich die Definition des Wortes Freundschaft neu überdenken.
Manchmal muss man sich für oder gegen jemanden entscheiden, da man beides nicht vereinbaren kann – ob es nun in unserer Macht steht oder nicht. Für oder gegen wen entscheidet man dann? Für jemanden, den man bis vor einem Jahr nicht kannte, der seine Loyalität noch nie unter Beweis gestellt hat und sich vielleicht nur mit dieser erschlichenen „Freundschaft“ schmückt, weil der neu erworbene Freund Rang und Namen in der Stadt hat? Oder gegen jemanden, der auf Gedeih und Verderb auf dem steigenden und auch sinkenden Schiff die Stellung hielt und dessen Bekanntschaft man seit mehr als 1 ½ Jahrzehnten pflegt? Wer genießt nun höhere Priorität? Die Antwort lag von Anfang an auf der Hand und widerspricht meiner eigenen Philosophie, was wahre Freundschaft betrifft. In meinem engsten Freundeskreis war es niemals eine Frage, wer in solchen Situationen zur sprichwörtlichen Spreu gehörte, die sich vom Weizen trennt. Nie verlor man ein Wort darüber und jede/r handelte gleich. Ob nun ich gegenüber einer Freundin oder einem Freund oder aber meine eigenen Freunde oder Freundinnen mir gegenüber.
Erschütterung macht sich breit, wenn ich mich all jenen Freunden offenbare, die mir immer beistanden und dieses hier nun miterleben. Verständnislosigkeit und Missbilligung wohnen nun nicht mehr nur in meiner Brust, sondern auch in der jener Menschen, denen ich wichtig bin. Ich habe daraus sehr viel über Freundschaft und meine Mitmenschen gelernt, das steht fest. Ich bin in den ersten Momenten meiner Qual in die falsche Richtung geflüchtet und habe gottlob erkannt, wer wirklich bedingungslos hinter mir steht und nicht nur vorgibt, mich zu verstehen, aber gegenteiliges Handeln von mir erwartet. Darüber darf ich enttäuscht sein und die Beschwerden über mein darauf folgendes Schweigen wird als „schlechtes Klima“ gewertet. Wenn das die einzige Form von „Verständnis“ sein soll, dann war nie wirklich Verständnis da und ich kann nicht erwarten, dass sich daran etwas ändert. Mir lagen diese beiden Menschen wirklich sehr am Herzen, aber angesichts dieser Dinge ist es nur gesund, wenn ich gehe. „Ein Unternehmen kann nur funktionieren, wenn es den Angestellten gut geht.“ Wenn aber wissentlich in Kauf genommen wird, dass es unter gewissen Bedingungen nicht möglich ist, dass diese Angestellten sich gut und sicher fühlen, muss man Prioritäten setzen. Dann nimmt der Unternehmer skurrilerweise billigend in Kauf, dass es den Untergebenen schlecht geht und handelt gegensätzlich. Und wenn jene Angestellten dann ihrerseits die Konsequenz ziehen, reagiert man lieber mit Zorn und Abweisung. Geahnt habe ich den Ausgang dieser Geschichte, also kam es nicht ganz unerwartet, aber dieser hohe Preis ist es wert, wenn ich durch ihn Ruhe erfahre. Zwei Freunde weniger und um vieles reicher an Erfahrung.
Zu Dank bin ich Beiden in hohem Maße verpflichtet, aber Enttäuschung bleibt dennoch zurück und wird mich eine kleine Ewigkeit auf meinem kommenden Weg begleiten und noch vorsichtiger machen.
Enttäuschung schmerzt am meisten, wenn sie vorhersehbar war, denn dann hatte man sich selbst getäuscht.
Enttäuschung bringt Erkenntnis und raubt Nerven.
Es kann unter Menschen kein gerechterer Grund zum Schmerze entstehen, als wenn sie von einer Seite, von der sie mit Recht Dankbarkeit und Wohlwollen erwarten mussten, Kränkung und Schaden erleiden.
Nach jeder Enttäuschung beginnt im Menschen eine Eiszeit.
Gegen Enttäuschungen anzukommen, ist ein schwieriger Kampf und selten ein Sieger.
Jede durchdachte Enttäuschung beinhaltet die Erkenntnis, den ersten Schritt in die richtige Richtung getan zu haben.
Enttäuschung über einen Menschen ist schlimm – sie verwandelt ein Foto in ein Negativ.
Ein starker Entschluss verwandelt mit einem Schlage äußerstes Unheil in einen erträglichen Zustand.
Eine Lösung ist eine Entscheidung, die den Konflikt
in dieser Sache für die Zukunft ausschließt.
Mit jemandem, der stärker ist als du, fange keine Feindschaft an. Ruhe aber nicht eher, als bis du dir den Feind, der schwächer ist als du, vom Halse geschafft hast.
Seinen Feinden begegnet man am besten, wenn man ihnen aus dem Weg geht.
Ich weiß wohl, vor wem ich fliehen soll, aber nicht zu wem?
Wer entschlossen ist und dem Feind dreist zu Leibe geht, der hat schon den halben Sieg.
Es gibt mehr als eine Straße, die zum Leben nach dem Leben führt, es gibt mehr als eine Art zu lieben, es gibt mehr als einen Weg, die andere Hälfte seines Selbst in einem anderen Menschen zu finden, es gibt mehr als eine Art, den Feind zu bekämpfen.
Das Schlimme sind nicht die schrecklichen Erkenntnisse, die dein Inneres stürzen; noch grausamer ist die Ohnmacht, die betäubt aus deiner Seele schreit…
Im Moment fehlt mir der Nerv und die Muse, meinen Gedanken Worte zu verleihen. Man möge mir verzeihen, dass ich jene Weisheiten für mich sprechen lasse und übergebe mich den bereits jetzt einsetzenden Nachwehen jener Veränderungen, die mich in naher und ferner Zukunft erwarten. Auf manche dieser Neuerungen hatte ich keinen aktiven Einfluss, auf andere wiederum schon. Vieles geschah ohne meine Initiative, anderes führte ich bewusst herbei. Die Entscheidungen, die ich selbst getroffen habe, traf ich nur aus einem einzigen Grunde – um mich selbst zu schützen. Eine Wunde immer wieder auf’s Neue aufzureißen und mit Salz zu bestreuen, verzögert nicht nur den Heilungsprozess, sondern macht ihn nahezu unmöglich.
Eigentlich war ich früher nie wetterfühlig, aber in den letzten Jahren hat sich das drastisch geändert. Man steht schon missmutig auf, wenn der Kopf am Morgen bereits brummt und das ganz ohne durchgefeierte Nacht. Da geht man artig vor Mitternacht ins Bett, schläft mehr oder weniger einen gesunden Schlaf und erwacht am nächsten Morgen dennoch mit diesem kraftraubenden Hämmern im Kopf, das einen zwingt schon zum Frühstück Aspirin zu nehmen. Es mag zwar sein, dass mein abnormes Schlafverhalten dazu beiträgt, aber seit nunmehr fünf Tagen plagen mich diese morgendlichen Kopfschmerzen und allmählich gehen meine Aspirinvorräte zur Neige. Weder schwarzer Kaffee mit reichlich Zitrone noch jene anderen Hausmittelchen zeigen bei mir Wirkung, geschweige denn sind sie besonders schmackhaft. Der Leser muss zugeben, dass ein Frühstück dieser geschmacklich äußerst befremdlichen Art die ohnehin gedrückte Stimmung nicht gerade anhebt. Also bleibe ich bei meinen guten, alten Aspirin, die mich nie im Stich lassen, wenn im Kopf der Teufel los ist. Also dann, guten Appetit. Man will ja den Arbeitstag überstehen…
Eigentlich wollten wir ja gestern zu Kreutz’ Party fahren, aber Sandras kleine Motte Celine ist krank geworden und ohne Sandra wollten wir alle nicht fahren.
Geben Sie Ihr Passwort ein, um Kommentare lesen zu können. | Alle, Pöhl, Wochenende, krank | Permalink Verfasst von Frau N. aus P.
Du durchsuchst derzeit die Archive der Kategorie krank.
Huch, schon...
25,956 Neugierige...
Hier stöbern im Moment…
Leute herum...
Besucher weltweit:
Ich liebe die Andersartigkeit der Menschen, die ihr Anderssein authentisch leben. Sich äußerlich zeigen durch Kleidung, Haartracht oder andere sichtbare Zeichen. Oder durch ihr Handeln, das sie an den Tag legen, ohne die geringsten Anzeichen der Frage: "Was mögen die anderen denken?" Ich liebe diese Echtheit, auch wenn sie manchmal nicht in mein Bild der Welt paßt.
„Jibt Dir dit Leben mal een Buff, denn weene keene Träne. Lach Dir’n Ast und setz Dir druff und boomle mit de Beene.“