3. September 2009
…war so nett und hat kurzerhand und erschreckend unkompliziert ein beinahe neues Fahrrad an Sohnemann hergeschenkt, als er von dem gemeinen Diebstahl hörte/las. Er hat noch ordentlich die Reifen aufgepustet, das alte Schloss abgepopelt, noch bissle Öl hier und da rangemacht und zack, gehörte es dem leichtsinnigen jungen Mann, der ein Zimmer bei mir bewohnt.
Ich danke Dir im Namen meines Sohnes hiermit nochmal in aller Form und freue mich mal wieder über alle Maßen, dass ich solche guten Freunde habe. Wirklich wahr… Das ist alles andere als selbstverständlich und wenn ich mal ‘ne Harley übrig habe und Deine grad geklaut wurde, dann schenk’ ich Dir meine… Einfach so…

24 Kommentare |
Danke, Freunde, Geschenk, Hauptgewinn, Ich freu' mir grad ein Loch in' Arsch!!!, Kinder, Scott, Sohn, außergewöhnliche Menschen, einzigartig, Überraschung |
Permalink
Verfasst von Frau N. aus P.
21. Juli 2009

Gestern am frühen Abend trafen meine Saarländer nun im Vogtland ein. Sohnemann hatte sich extra noch in duftendes Badewasser gelegt, Haare hyperhipp frisiert, Nägel mani- und pedikürt, schicke Klamotten angezogen – ich kam aus dem Staunen nicht heraus. Die Ursache dürfte nicht zuletzt darin begründet sein, dass mein Schwesterlein in seinem Alter ist und auch seine Omi und der Opi nur den allerbesten Eindruck haben sollten von ihrem Enkelsohn. Gelungen ist ihm das und in seiner allseits bekannten Coolness fielen wir über unsere Besucher herein. Frau Mama lauerte schon an der Tür und quiekte durchs Haus, als ich die Stufen nach ganz oben hochkletterte. Eine herzhafte mütterliche Umarmung, dann erst wurde Licht im Flur angeknipst.
Sie bewunderte ihren gereiften Enkel und er grinste verschämt vor sich hin. Opa teste gerade die Badeinrichtung und Schwesterlein erforschte ihr Gästezimmer. Dann versammelte sich der Rest doch noch im Wohnzimmer. Meinereiner wurde zuerst an die stiefväterliche Brust gedrückt – so mag ich das ja gerne – und mein Fräulein Schwester guckte etwas verunsichert drein, da wir ja kürzlich ein paar kleine geschwisterliche Reibereien hatten. Ich gab ihr erst die Hand und dann rupfte ich sie ihn meinen Arm, was das Eis schlagartig schmelzen ließ. Von hinten durch die Brust ins Auge. Geschwisterliche Zickereien verboten, jetzt sind wir in Plauen, hier wird gelacht und geschnattert.
Frau Mama hatte wie immer Geschenke im Gepäck und Herr Sohn bekam eine äußert coole Jacke, die er auf dem Heimweg auch sofort anziehen wollte. Sehr cool, sehr dunkelblau, sehr von Nike und sehr sehr geil, muss ich schon sagen. Klamottentechnisch lagen Frau Omi und Herr Opi noch nie daneben, was die Kleiderordnung von Herrn Enkelchen angeht. Er war begeistert und verzog auch ganz geringfügig eine Miene, die man glatt als Lächeln hätte deuten können. Für mich packte mein Mütterchen wie immer Jeans und sowas aus, auch sehr geil und da war noch etwas, was ich schon beinah vergessen hatte.
Herr Stiefpapa war ja über Weihnachten auf seinem jährlichen Trip zuhause in Indien und hatte vor seiner Abreise meine Mutter beauftragt, mich zu fragen, welchen Wunsch ich hätte. Diesmal überließ ich das nicht dem Zufall, da ich normalerweise nicht gerne Wünsche äußere. Es sollten Elefanten sein, meine Lieblingstiere. Egal in welcher Form, egal aus welchem Material, egal woher, ganz egal, Hauptsache Elefanten. Ich liebe diese Tiere, ihren familiären Zusammenhalt, ihre Größe, ihre Anmut, ihr Wesen, alles. Beim Auspacken meiner Klamottagen riet sie mir zur Vorsicht, denn inmitten des Stoffes lauerten sie, meine Elefanten. Drei Stück, offenbar zerbrechlich und ich hatte sie längst vergessen, denn mein Wunsch war ein halbes Jahr alt und in den Tiefen meines lückenhaften Gedächtnisses verschüttet. Seht sie Euch an, ich finde sie traumhaft und sie stehen seit gestern Abend in meinem Wohnzimmerschrank. Frisch aus Indien, etxra für mich, aus schneeweißem Speckstein (denke ich, ich frage nach), offenbar handgearbeitet, denn man sieht deutlich die Bearbeitungsspuren und sie sind wuuunderschöööön. Danke danke danke!!! Genauso habe ich mir das gewünscht und sie fühlen sich so wunderbar geschmeidig in der Hand an. Ich könnt’ platzen vor Stolz und Freude.
21 Kommentare |
Alle, Besuch, Danke, Familie, Frau Mama, Frau N. aus P., Freude, Geschenk, Großeltern, Herr N. aus P., Herr Papa, Ich freu' mir grad ein Loch in' Arsch!!!, Schwesterherz, außergewöhnliche Menschen, einzigartig, meine Saarländer, Überraschung |
Permalink
Verfasst von Frau N. aus P.
7. Juli 2009
Nun dringen schon wieder die ersten Beschwerden über die vorherrschende Sommerflaute in meine Augen, also poste ich heute mal wieder was. Lust habe ich derzeit nicht unbedingt zum Schreiben, Anlässe gibt es auch kaum, aber man beugt sich dem Willen seiner Leser und tippert artig. Nach wie vor drücke ich die Schulbank und mein Kopf ist abends nahezu leer. Keine hässlichen Kommentare hierzu bitte. Mein Date am Samstag war gut, mehr verrat’ ich Euch nicht. Sohnemann hat seine erste Ferienwoche hinter sich gebracht und ist seit gestern nun offiziell ein Teenager. Zwei gute Freunde machten es möglich, dass er zum Geburtstag endlich ein eigenes Dingelchen bekam, mit dem er nun ins Net vorstoßen kann, ohne mir ständig auf der Pelle zu hocken, wann er denn an meinen Rechner dürfe. Nix neues, nix aufregendes, aber eben sein eigenes Teil und jetzt herrscht endlich Ruhe an meinem Schreibtisch. Gefreut hat er sich auf seine ganz spezielle Art, die wahrscheinlich nur ich als seine Mutter richtig verstehe. Er hat diese subtile Art der Freude in sich, die sich bei den meisten Kindern ganz anderes äußert. Wenn andere Kinder etwas geschenkt bekommen, das ihr Herz höher schlagen lässt, toben, quieken, lachen und jauchzen sie. Nicht so mein Sohn.
Er schaut Dich an, die Augen glänzen zweifellos, aaaber… Er jauchzt nicht, er lächelt nur verschämt, er quiekt auch nicht, er sagt erstmal gar nichts und er tobt erst recht nicht, er sagt nach einer Weile ganz nüchtern, aber innerlich jubelnd: “Cooooooooool…!!!” Das war’s. Mehr kommt da nicht. Und nach einer weiteren halben Stunde bedankt er sich artig und freut sich leise weiter. So war er schon immer und wenn ich ihn nicht kennen würde, könnte ich glatt denken, dass ihm alles am Arsch vorbei geht. Nein, tut es nicht, er freut sich wie verrückt, aber eben seeehr leise. Diese introvertierte Art der Emotionen hat er von mir geerbt. Jetzt stöhnen am Bildschirm sicher viele auf, die mich kennen. Leute, ich rede davon, wie ich selbst als Kind war. Schüchtern, zurückhaltend, schweigsam, beobachtend, auf wenige Personen fixiert, aber hyperneugierig und mit großen Augen die Welt beäugend. Ja, ich weiß, das hat sich geändert, Gott sei Dank. Und Sohnemann darf so sein, die Mädels stehen drauf, hab’ ich gemerkt. Über einen zu kleinen Freundeskreis kann er sich nicht beschweren und er kann ja auch anders, halt nur im Kreise seiner Familie oder nahen Freunde. Ist vollkommen in Ordnung und solange er mir mit seinen Augen zeigt, wie groß die Freude ist, darf er das auch weiterhin so tun. Ich lese in ihm, das weiß er.
Leider fehlte mir zwecks Schule die Zeit, mit ihm richtig zu feiern, denn am Nachmittag fuhr er eine Woche zu Papa. Aber das holen wir bei einem großen Eis nach. Und was ja eigentlich der Hammer war, ist, dass ausgerechnet an seinem Geburtstag morgens das Lied kam, bei welchem er sein Köpfchen zum ersten Mal in die große weite Welt streckte. Hier für Dich, mein kleiner großer Mann. Noch heute bekomme ich Gänsehaut, wenn ich dieses Lied höre und ich habe gestern Morgen ganz laut gedreht, als das kam. An einem verregneten Julitag 1996 abends 20.45 Uhr kam dieser Song und das war bis dato der schönste Moment im meinem Leben, das wird er auch bleiben, denn seit diesem Tag ist alles anders. Besser, wichtiger. Auch hier noch einmal alles Liebe zum Geburtstag, mein Dicker. Du bist auf dem richtigen Weg und ich wünsche mir, dass ich auch noch in Deinen Augen lesen kann, wenn Du Deine ersten grauen Haare bekommst. Du bist das Wichtigste in meinem Leben und das Beste, was mir je passiert ist, denn ich liebe nichts so sehr wie Dich.
6 Kommentare |
Dicker, Erinnerungen, Familie, Freude, Geburt, Geburtstag, Geschenk, Herr N. aus P., Kinder, Nachwuchs, Scott, Sohn, außergewöhnliche Menschen |
Permalink
Verfasst von Frau N. aus P.
4. Mai 2009
Ein traumhaftes Wochenende liegt hinter mir. Der Freitag war normal, alltäglich, notwendig, wie nahezu alle Werktage. Am Samstag vergnügte sich Sohnemann mit seinen Freunden vom Lande und übernachtete auch gleich dort. Die beiden verbliebenen alten Leutchen fuhren dann halt ohne ihn ins benachbarte Umland, um dort eine Freundin zu besuchen. Angedacht waren eigentlich nur 1-2 Stunden, geblieben sind wir dann bis weit nach Einbruch der Dunkelheit und hatten somit völlig unerwartet den ganzen Tag dort verbracht. Gegrillt wurde dann auch noch und so fuhren wir satt und durchgefroren wieder nach Hause.
Sonntagmorgen strahlte trotz anders lautenden Wetterprognosen die Sonne mit aller Kraft und so wurde ohne Zögern beschlossen, den Tag im “Leih”-Garten zu verbringen. Fix ein paar leckere Steaks, ein bisschen Nudelsalat, ein paar Getränke und Notwendigkeiten ins Körbchen gepackt und auf geht’s. Dort angekommen wurde dann fix ein bisschen gearbeitet und für den Rest des Tages ließen wir auf den Sonnenstühlen die Seele im Windhauch baumeln. Die Haut freute sich und ‘s Gemüt auch. Am späten Nachmittag wurde dann noch schön gegrillt, der Garten wieder aufgeräumt, Sohnemann aus dem Kurzurlaub abgeholt und dann ließen wir das Wochenende genauso friedvoll ausklingen, wie es begonnen hatte.
Nee, Leute, eigentlich passierte nix Aufregendes, nix Spektakuläres, nicht mal was halbwegs Außergewöhnliches. Nein, es war schön ruhig, entspannend, trotzdem lustig und wunderbar erholsam. Ich hab’s genossen, fand es traumhaft und sah Dinge, die ich mir nicht anders ausmalen würde, wenn man mir einen kunterbunten Stift geben würde, um ein Wochenende zu zeichnen. Alles war genauso, wie ich es brauche, damit ich mich wohlfühle und absolut nichts vermisse. Danke für das wunderschöne Wochenende und Danke für alles andere. War schee und soll so bleiben!!!

2 Kommentare |
Alle, Garten, Geschenk, Herzbube, Männer, Ruhe, Sonne, Spaß, Wochenende, außergewöhnliche Menschen, jede Menge Spaß |
Permalink
Verfasst von Frau N. aus P.
24. April 2009
Meine Pläne für das kommende Wochenende sind farbenfroh, abwechslungsreich und mit größter Wahrscheinlichkeit auch sehr unterhaltsam. Sohnemann verbringt sein Wochenende ja bei Papa/Oma und Frau N. aus P. hat sich so einiges vorgenommen. Heute Abend also die erste Unternehmung. Zusammen mit einer Freundin fahre ich an den Stadtrand, wo ein Bandproberaum sein soll. Dort findet wohl allwöchentlich freitags eine Bandprobe statt, die man aber offensichtlich in besonderer Form zelebriert. Während die Band “übt”, verlustigen sich die anwesenden Zuhörer auf ihre Art. Es wird gekocht, man trinkt gemütlich ein paar Gläschen und plauscht entspannt. Das ganze nennt sich dann laut Gastgeber “lust’sche Butz” und wird von Woche zu Woche beliebter. Also gesellen wir uns heute dazu und schauen uns das Ganze mal aus der Nähe an.
Der Samstag ist auch schon verplant. Besagte Freundin bewirtschaftet mit wachsendem Widerwillen den Garten ihrer Mutter und erwähnte gestern, dass morgen dann das Wasser in dieser Gartensparte wieder aufgedreht wird. Ich bemerkte beiläufig, dass in mir seit einigen Monaten der Wunsch nach solch einem winzigen Garten reift, es aber an den Kosten scheitert, die mit dessen Anschaffung und Unterhaltung verbunden wären. Sie schaute mich strahlend an und bot mir ohne Umschweife an, den Garten jederzeit und ganz nach Belieben nutzen zu dürfen, wenn mir das Spaß machen würde. Anfangs staunte ich sie etwas entgeistert und nicht wenig überrascht an, denn solche Angebote sind nun wirklich nicht üblich. Sie untermalte ihre Abneigung gegen diese Pflicht und freute sich vielmehr, dass sie dann wohl eher mal einen Grund hätte, diesen Garten freiwillig aufzusuchen, wenn ich dort ein bisschen im Grünen herumexperimentiere. Ich warnte sie fairerweise, dass ich keineswegs die geborene Gärtnerin sei und es passieren kann, dass das eine oder andere Pflänzchen unter meinen ungeschickten Händen sein Leben aushauchen würde, was sie lächelnd zur Kenntnis nahm.
Solange mir das Freude bereiten würde, dürfe ich dort alles tun, wonach mir der Sinn stünde. Also meldete ich mich für morgen artig an, um beim Wasseraufdrehen dabei zu sein. Ich leihe mir sozusagen auf unbestimmt Zeit einen kleinen Garten und wenn ich irgendwann all das mein Eigen nennen möchte, habe ich Vorkaufsrecht, bekäme ihn im Idealfall vielleicht sogar geschenkt. Ich freue mich, ich freue mich sogar sehr und habe schon furchtbar viele Pläne, was ich dort alles machen möchte. Ich muss mich nicht mehr gelangweilt an die Talsperre legen, wenn ich Sonne tanken will. Ich bin lieber aktiv und das wäre genau das, was ich mir unter einem entspannten Wochenende mit Bombenwetter vorstelle. Ein bisschen werkeln, ein bisschen buddeln und nach getaner Arbeit im Sonnenstuhl dösen, um abends ein paar Würstchen zu grillen. Sohnemann findet die Pläne von Frau Mama natürlich nicht so spannend, freut sich aber, weil ich mich freue. Balkons finde ich schon immer totlangweilig, aber so ein Garten ist schon was. Hab’ ich schon erwähnt, dass ich mich freue???
Am Sonntag steht dann etwas an, von dem ich nicht so recht weiß, was mich erwartet. Vergangenes Wochenende ergaben sich Gespräche, die so nicht vorhersehbar oder gar geplant waren. Was folgte, waren unzählige Nachrichten aus der anderen Richtung und daraus resultierendes Misstrauen meinerseits. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt, sagt man so schön. Ganz so blauäugig marschiere ich nun doch nicht auf den Abgrund zu, denn ich stellte erst mal einige Dinge klar, was gesagt werden musste, stellte nichts in Aussicht, was ich nicht halten könne und bat mir Zeit, Geduld und eine angemessene Bewährungszeit aus. Vieles würde diesmal anders laufen, sofern es zu einem Neuanfang käme. Vorsicht und Bedacht bestimmen mein Tun der nächsten Zeit, das steht fest. Zweimal habe ich mir die Finger nun verbrannt und beim dritten Versuch warte ich nicht erst auf Brandmale. All das und sehr vieles mehr wurde in die andere Richtung geschickt und am Sonntag sind wir nun zum ersten Mal wieder verabredet. Auf neutralem Boden in entspannter Atmosphäre – an der Talsperre Falkenstein. Ich will erst mal vorsichtig schauen, welchen Eindruck ich habe. Das alles passierte ja nun eher durch Zufall, wobei ihm laut seiner Aussage der Mut fehlte, nach seinem letzten “Fehlverhalten” auf mich zuzugehen, denn er konnte sich sprichwörtlich vom Arsch abfingern, dass ich denkbar wenig von ihm und seinem Tun hielt. Ja, ich war sauer und seine Worte stießen bei mir anfangs auch auf recht große Ablehnung. Ich kann keinerlei Prognosen abgeben, aber gucken kostet nichts, heißt es so schon. Und Frau N. aus P. guckt erst mal. Kost’ ja nüscht…
6 Kommentare |
Abstecher, Alle, Ausflug, Danke, Die is' nich' ganz dicht!!!, Einladung, Frau N. aus P., Freude, Freunde, Frühling, Garten, Geschenk, Hauptgewinn, Ich freu' mir grad ein Loch in' Arsch!!!, Männer, Neugier, Pflanzen, Sonne, Spaß, Vorfreude, Weiber, Wetter, Wochenende, jede Menge Spaß, wir Mädels, Überraschung |
Permalink
Verfasst von Frau N. aus P.
24. März 2009
Nach fünf (!!!) Jahren und schier endloser Geduld schiebt meine Amaryllis doch klammheimlich und bis heute vollkommen incognito endlich ihre erste Blüte raus. Ich wollte vorhin artig gießen und da prangte der Blütenkelch bereits in stattlicher Größe. Ich staunte nicht schlecht, denn sie ist schon ca. 30 cm hoch und ich hab’s die ganze Zeit nicht gesehen beim Gießen. Das is’ ja mal krass. Ich habe diese Pflanze als klitzekleinen Zögling vor fünf Jahren geschenkt gekommen und schon mehrfach gejammert, dass das Teil noch nie geblüht hat. Nicht mal die Farbe weiß ich, denn ich habe damals nur unscheinbare Knollen geschenkt bekommen. Sie vermehrte ihre Knollen unter der Erde bis heute zwar unaufhörlich, aber eine dieser gigantischen Blüten blieb mir bisher leider verwehrt. Und jetzt das. Ich freu’ mir grad ein zweites Loch in den Arsch.

10 Kommentare |
Danke, Freude, Geschenk, Häää?, Ich freu' mir grad ein Loch in' Arsch!!!, Nachwuchs, Pflanzen, Vorfreude, Zuhause, Überraschung |
Permalink
Verfasst von Frau N. aus P.
11. März 2009
Also wenn ich heute so aus dem Fenster schaue, könnt’ ich sofort wieder in mein Bett kriechen. Grau, nass, trüb und verry unfreundlich. Da friert man schon vom rausschauen. Regenwasser läuft an den Dachfenstern runter und laut Wetterbericht sollen sich sogar nochmal Schneeflocken in unsere Gegend verirren. An sich im März keine Seltenheit, aber ich will endlich den Frühling sehen. Bisschen Sonne, bisschen wärmere Luft, bisschen Knospen an den Bäumen, bisschen Leben halt. Draußen ist aber heute irgendwie November, so auf-den-ersten-Blick-technisch. Bäääh…
Sohnemann hat sich gerade in die Schule verabschiedet und ich trinke erstmal in Ruhe meinen Kaffee. Nach den Ereignissen der letzten Tage fühlt sich alles noch etwas dumpf an, auch wenn man seinem gewohnten Alltag artig folgt. Trotzdem schleichen sich immer wieder Bilder in die eigenen Gedanken und auch am anderen Ende der Stadt bekommt jemand immer mal wieder feuchte Augen, wenn er an das schwarze Fröschlein denkt. Die Sinnlosigkeit seines Leidens und die Flucht seines eigentlichen Herrchens aus der Verantwortung machen mich noch immer wütend. Nicht nur mich. Ändern können wir daran nun nichts mehr, aber der Knoten im Bauch bleibt.
Schön ist, dass diverse Hilfegesuche für die einstige Pflegemama nicht ungehört blieben. Mein Aufruf im Freundes- und Bekanntenkreis rief unerwartete Resonanzen hervor, die mich schon fast sprachlos machen. Ihr ruiniertes Mobiliar steht ja nun im Keller und ist reif für den Sperrmüll, wofür der kleine Hund nichts konnte. Allerdings wollte eigentlich der Hundehalter dafür Sorge tragen, dass die Sachen wenigstens zum Teil ersetzt werden. Beim Wollen ist es geblieben und so helfen zum wiederholten Male andere Menschen, wo eigentlich er in der Pflicht stünde. Dass auf diesen Menschen kein Verlass ist, ist uns jetzt nicht mehr neu. Was mich jedoch erstaunt, ist, dass mir Unbekannte zu Spenden und Hilfeleistungen bereit sind.
Da wäre z.B. mein Nachbar, der fleißig seine Fühler ausstreckt und würdigen Ersatz für die beschädigten Sachen sucht. Dann wäre da noch eine gute alte Freundin, die ihren Göttergatten bekniet, damit er eine vorhandene Garnitur spendet bzw. zur Ansicht freigibt. Nicht zu vergessen Frau F. aus S. zwischen P. und S., die in Windeseile eine Notcouch organisiert hat, damit der Gestank sich künftig nur noch im Keller ausbreitet. Sie hat auch Verständnis dafür, dass diese Notcouch nicht die Endlösung ist, denn der Wohlfühlfaktor spielt keine unerhebliche Rolle. Dann wäre da auch noch eine Forenbekanntschaft, der unerwartet eine Anzeige in der lokalen Presse sponsert und Hilfe beim Transport zusichert. Ich kenne diesen Menschen nicht persönlich und trotzdem versucht er zu helfen, was ich bemerkenswert finde.
All diesen Leuten sei inzwischen auch im Namen meiner gebeutelten Freundin gedankt, denn hier legt niemand die Hände in den Schoß. Selbstverständlich ist das nicht, das ist sicher, aber wir sagen schon mal jetzt ganz herzlich Danke…
20 Kommentare |
Alle, Danke, Freunde, Fröschlein, Geschenk, Hund, Unterstützung, Zusammenhalt, außergewöhnliche Menschen, einzigartig |
Permalink
Verfasst von Frau N. aus P.
6. März 2009
Geben Sie Ihr Passwort ein, um Kommentare lesen zu können. |
Alle, Arschlocke, Bewunderung, Danke, Freude, Freunde, Fröschlein, Geschenk, Hauptgewinn, Hund, Ich freu' mir grad ein Loch in' Arsch!!!, Nachdenkliches, Unterstützung, Weiber, Zusammenhalt, außergewöhnliche Menschen, einzigartig, krank, wir Mädels |
Permalink
Verfasst von Frau N. aus P.
21. Januar 2009
Guten Morgen, Mädels…
Seit gestern bin ich nun wieder ein Jahr älter und da ich schon seit Jahrzehnten meinen Geburtstag nicht mehr feiere, unterschied sich der gestrige Tag nur unwesentlich vom Rest des Jahres, wenn man von den Glückwünschen absieht, die tagsüber per Handy, Email oder auf anderen Wegen via Internet ins Haus flatterten. Danke erstmal an alle, die mir ihre Glühstrümpfe an den Kopf geworfen haben. Ist nicht ganz einfach, da ich mein Geburtsdatum meist nicht preisgebe. Es ist dennoch erstaunlich, wieviele Menschen es trotzdem spitzkriegen. Der Tag begann also ziemlich ruhig, wie sonst auch. Eigentlich wollte ich ja bis Mitternacht ausharren und war gespannt, was Herr S. aus P. sich einfallen lassen hat, denn er behauptete, dass er kein guter Geschenkemacher sei. Also glotzte ich bis ca. 23.20 Uhr am Vorabend ein bisschen in der Gegend rum, kicherte mit dem Herrn ein bisschen in die Kissen und… Ja und…? Ich schlief ein…!!!
Mist verdammter…!!! Irgendwann lange vor dem Weckruf öffnete ich die Augen und Herr S. aus P. stellte folgerichtig und irgendwie leicht amüsiert fest: „Na? Bist wohl doch eingeschlafen?“ Ja, die alte Frau hat erfolglos mit dem Schlaf gekämpft und nun lag sie wie eine Eule mit riesigen Augen im Bett und glotzte erwartungsvoll in die Dunkelheit. Der Bettbeifahrer säuselte zuckersüße Geburtstagswünsche in sein Kissen und herzte mich. Geschenketechnisch vertröstete er mich etwas, da die Müdigkeit ihn bewegungsunfähig machte. Weiß der Geier, wo er die Präsente vor meinen neugierigen Augen versteckt hatte. Also schlüpfte ich aus dem Bett und tastete mich Richtung Küche. Die erste SMS war auch schon reingeflattert und Herr H. aus M. war in diesem Jahr der erste, der seine Glühstrümpfe weggeschnipst hatte. Herr S. aus P. hatte mich allerdings angewiesen, wieder ins Schlafzimmer zu kommen, wenn Sohnemann auf dem Weg zur Schule sei.
Artig erledigte ich meine morgendlichen Aufgaben und hopste immer noch neugierig zurück ins Schlafzimmer. Der alte Mann lag noch gemütlich im Nest, die alte Frau hüpfte glöcklewach in der Tür herum. Ein Grinsen und ein „Bin gleich da, ich brauch’ noch zwei Minuten…“ und ich tänzelte zurück ins Wohnzimmer zu meinem Milchkaffee. Wenige Augenblicke später blinzelte der alte Mann mit gewohnt sonniger Laune in die 60-Watt-Glühlampen der Küche und schaffte seine Stange Wasser weg, um sich danach mit einem Beutel bewaffnet auf der Couch niederzulassen. „Komm’ mal her…“ ordnete er an und ich folgte artig. Ich war gespannt wie ein Regenschirm, ich geb’s zu. Als erstes zauberte er eine Zahnbürste aus dem Beutel. Ich fing an zu lachen, wirklich. Wir hatten kürzlich eine Unterhaltung, in deren Verlauf ich erwähnte, dass ich ein Ich-habe-nur-eine-Zahnbürste-Mensch bin und diese Zahnbürste schleppte ich dann überall mit hin, wenn ich verreise oder außer Haus übernachte.
Also sorgte Herr S. aus P. dafür, dass ich endlich eine zweite Bürste habe. Welche Farbe hat er ausgesucht? Richtig – LILA… Ja, diese Bürste war von Dr. Best, sie vibriert – genau wie meine bisherige BLAUE – und sie war quietsche-lila. Leute, die mich gut kennen, wissen, dass ich lila hasse wie die Pest. Gut, dann mache ich in Zukunft beim Zähneputzen die Augen zu. Weiter… Was ist noch in dem Beutel? Hab’ ich schon erwähnt, dass mein linker Hausschuh ein Loch hat? Seit Monaten schaue ich mir deshalb Hausschuhe an und bisher genügte kein Pantoffel meinen Ansprüchen. Nun zauberte der alte Mann einen neuen linken Hausschuh aus der Tüte. Snoopy-Pantoffeln, richtig süße und…??? Welche Farbe??? Rüschdüsch…!!! LILA…!!! Sehr hell, aber dennoch lila… Ich starrte etwas irritiert auf den Schuh und er sagte: „Links war das Loch, gelle? Deshalb hab’ ich auch nur einen linken Hausschuh.“ Ich grinste und schaute auf meinen alten Schuh. Natürlich gab es auch noch den passenden rechten Schuh und Herr S. aus P. stülpte mir die neuen Zuhause-Treter über die dicken Flauschisocken.
Ich konnte nicht umhin, die Farbe zu erwähnen und er behauptete sogar, das wäre die gleiche Farbe, wie meine alten Schuhe. Nein, das stimmt überhaupt nicht, denn die sind hellblau. Farbenblind??? Ja, isser…!!! Naja, egal… Ich fand’s irgendwie trotzdem total lustig und dann zog der alte Mann noch eine rote, längliche Schmuckschachtel mit goldener Schleife aus dem Beutel. Meine Augen wurden groß und fingen an zu glänzen. Gierig nahm ich die Schachtel an mich und wendete meinem Gönner den Rücken zu, denn ich wollte ganz alleine reinschauen. Dort drin lag ein Armband, silbern, mit mächtigen und wunderbar schlichten Gliedern, genau wie ich es mag. Ich strahlte, denn ich liiieeebe Armbänder und trage so einige davon, die ich niemals ablege, nichtmal zum Duschen oder sonstwann. Treffer und versenkt…!!! Danke danke danke…!!! Zwei Glieder mussten entfernt werden, denn mein Ärmchen war zu dünn für das gute Stück. Deshalb beschlossen wir, uns ausgehfertig zu machen und das gleich zu erledigen.
Armband zum Kürzen abgegeben und erstmal bissle in der Stadtgalerie schlendern. Wir liefen unter anderem an einem Klamottenladen namens „Boombastic“ vorbei, als Herr S. aus P. wieder anfing zu singen: „Mister Pullover-lover…“ und Frau N. aus P. weinte vor Lachen… Natüüürlich sang er wieder mit vogtländischem Slang, ganz klare Sache. Shaggy wäre vor Scham im Boden versunken, aber ich kicherte und gackerte bis zur Rolltreppe weiter und Herr S. lief grinsend voraus. Wir stöberten ein bisschen hier und ein bisschen da und aßen etwas und dann holte ich mein neues Armband wieder ab. Nach einer weiteren „Wir-gucken-ein-bisschen-rum“-Runde in einem anderen Geschäft beschlossen wir kurzerhand zu ihr zu fahren, weil sie jetzt eine nagelneue Wii besitzt und das müssen wir ausprobieren. Käffchen gibt’s dort auch und Spaß bestimmt sowieso. Also nix wie hin und Bowling spielen. Hat Spaß gemacht und das wiederholen wir ganz sicher bei Gelegenheit.
Mein Tag war lustig… Mir hat’s gefallen und trotzdem ich mich geweigert habe, meinen Geburtstag zu zelebrieren, war der Tag schön. So mag ich’s – schlicht aber schön. Und Ihr so?
16 Kommentare |
Alle, Danke, Die is' nich' ganz dicht!!!, Familie, Frau N. aus P., Freude, Geschenk, Hauptgewinn, Humor, Häää?, Ich freu' mir grad ein Loch in' Arsch!!!, Männer, Nyiri, Vorfreude, Weiber, bekloppt, einzigartig |
Permalink
Verfasst von Frau N. aus P.
7. Januar 2009
Geben Sie Ihr Passwort ein, um Kommentare lesen zu können. |
Alle, Charisma, Danke, Frau N. aus P., Geschenk, Hauptgewinn, Männer, Nachdenkliches, Neugier, Ruhe, Schmerz, Verletzung, Veränderungen, außergewöhnliche Menschen, einzigartig |
Permalink
Verfasst von Frau N. aus P.
4. Januar 2009

Endlich geht’s hier weiter. Nach zahlreichen Beschwerden möchte ich Euch nun nicht länger auf dem Trockenen sitzen lassen und berichte von den Feiertagen, dem Jahreswechsel und den ersten Tagen des niegelnagelneuen Jahres. Wie Ihr bereits wisst, habe ich in diesem Jahr mit allen Traditionen gebrochen und im Kreise einiger Freunde Weihnachten bzw. den Heiligabend zelebriert. Ich muss sagen, dass dieser Abend sehr viel gelöster und erfüllender war, als all jene Familienabende zur Weihnachtszeit. Es war durchaus besinnlich, aber so völlig anders und es hat mir gefallen, sehr gefallen…
Am ersten Feiertag dann „plante“ ich einen ruhigen Tag, aber es kam wieder mal ganz anders. In bequeme Kleidung gehüllt liebäugelte ich mit meiner Couch, der Weihnachtsstress lag bereits hinter mir. Einer meiner Gäste vom Vorabend – nennen wir ihn in Zukunft einfach Herr S. aus P. – lud mich ganz spontan auf ein Getränk meiner Wahl in einer Lokalität meiner Wahl ein und ich verabschiedete mich in Gedanken etwas schwerfällig von meinem Couchabend. Also schwang sich Frau N. aus P. dann doch in ihre Badewanne und brachte ihren Allgemeinzustand in ein salonfähiges Format. Kurz vorm Verlassen meiner Wohnung klingelte noch eine Freundin an, die an Langeweile zu Sterben drohte. Mein Samariter-Herz regte sich und ich beschloss kurzerhand über den Kopf meines „Einladers“, dass die junge Frau uns begleiten wird, den niemand sollte über Weihnachten zuhause allein versauern.
Nachdem ich mich nun endlich auf den Weg gemacht und meinen Begleiter über die kleine Planänderung informiert hatte, holten wir die junge Dame ab und begannen unseren weihnachtlichen Streifzug durch die Kneipen der Vogtlandmetropole. Der Abend begann mit einer netten Plauderei unter alten Bekannten und endete um einen weiteren Gast erweitert in einer recht unspektakulären Lokalität im Zentrum der Stadt. Nach einigen hochprozentigen Getränken wurde die Zunge von Frau N. aus P. genauso schwer, wie ihre Gliedmaßen und das werte Fräulein wurde kurzerhand über die Schulter geworfen und aus der Kneipe getragen. Jammernd vor Kälte und „ich-will-nach-Hause“ wurde sie ins Auto gesetzt und ordnungsgemäß zuhause ins Bett dirigiert. Dort wollte sie natürlich auch nicht so recht schlafen und nötigte ihren „Heim-Schlepper“ zu Dingen, die nur unter Alkoholeinfluss geschehen. An dieser Stelle folgen nun keine schmutzigen Details, denn ich bin mir sicher, dass Ihr auch ohne diese Details wisst, was passiert sein könnte. Das überlasse ich Eurer abgrundtief schmutzigen Phantasie.
Nun denn, am nächsten Tag bekam ich all meine Schandtaten mit einem herzhaften Lachen genauestens protokolliert und schämte mich auch ordnungsgemäß in Grund und Boden. Der junge Mann allerdings zeigte sich nicht im Mindesten schockiert und plante vorsichtig weitere Unternehmungen mit der Skandalnudel. Offenbar schreckte ihn das unorthodoxe Verhalten der Frau N. aus P. nicht wirklich ab. Man verbrachte also auch den folgenden Tag zusammen und den darauf folgenden auch und alle weiteren bis heute, so auch Silvester. Bevor ich jetzt hier einen überaus langweiligen Roman schreibe, was wir wo Silvester veranstaltet haben, beschränke ich mich auf die Feststellung, dass sich auf beiden Seiten im Verlauf dieser wenigen Tage klitzekleine Schmetterlinge in allen Ecken der beiden Mägen eingenistet haben und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass dieser Herr S. aus P. hier im Laufe des angebrochenen Jahres auftaucht.
Ein recht oberflächlicher Beitrag hier, das gebe ich zu, aber die letzten Tage waren ruhig, sehr schön und alles andere als nyiriüblich, denn ich habe diese wohltuende Ruhe des Herrn S. wirklich sehr genossen und auf mich wirken lassen. Dieser Mensch trägt diese Ruhe in sich, die mir irgendwie so fremd ist, die in mir aber Wohlbefinden verursacht und genau das ist eine jener „Gewürzmischungen“, die mich fesseln und die ich so überaus anziehend finde. Wir werden also abwarten und sehen, wohin das führt und Ihr werdet zumindest oberflächlich daran teilhaben dürfen, denn das Neue Jahr beginnt besser als erwartet, spannender als geplant und aufregender als vorhersehbar. Es flattert und herzelt im Gebälk und es fühlt sich verdammt gut an, Leute…
4 Kommentare |
Alle, Danke, Die is' nich' ganz dicht!!!, Frau N. aus P., Freude, Geschenk, Hauptgewinn, Ich freu' mir grad ein Loch in' Arsch!!!, Männer, Nachdenkliches, Neugier, Nyiri, Ost, Ruhe, Veränderungen, außergewöhnliche Menschen, einzigartig |
Permalink
Verfasst von Frau N. aus P.
2. Januar 2009
Da ich nun schon die ersten Beschwerden über die derzeitige Schreibpause erhalten habe, möchte ich Euch wenigstens wissen lassen, dass Frau N. aus P. Weihnachten und auch Silvester im Kreise sehr netter Menschen verbracht und über alle Maßen genossen habe. Sogar der eine oder andere kleine und größere Wunsch wurde mir erfüllt und am ersten Weihnachtsfeiertag fand ich dann noch ein verspätetes und vollkommen unerwartetes Geschenk, von dem Ihr vielleicht im Laufe diesen Jahres noch das eine oder andere hören bzw. lesen werdet.
Unverhofft kommt oft…
2 Kommentare |
Alle, Danke, Frau N. aus P., Freunde, Geschenk, Information, Nyiri, Ost, Veränderungen, Weiber, Weihnachten, außergewöhnliche Menschen |
Permalink
Verfasst von Frau N. aus P.
25. Dezember 2008
Der Heiligabend ist vorbei und nun will die Tante Nyiri gerne wissen, wie Ihr Euren Heiligabend verbracht habt und was der alte Rotrock für Euch im Sack hatte…
Ich habe hier sehr nette Gäste gehabt, zum Teil überraschend, denn eigentlich hatte ich nur eine Freundin eingeladen, am Ende saßen jedoch fünf Personen an meinem Tisch und es wurde ein überaus lustiger Abend. Als erstes ging ein Teller mit Kartoffelsalat, Würstchen, Eiersalat und ordentlich Senf zu Boden. Dem Gast war’s furchtbar peinlich, der Rest der Gemeinde lachte sich natürlich kaputt. Dann hat Frau Nyiri ein vollkommen neues Spiel erfunden und das geht so:
Spielanleitung:
Man kaufe sich eine große Schachtel „Edle Tropfen“ oder lasse sich diese schenken. Dann biete man den Gästen selbige an. Diese Pralinenschachtel beinhaltet feinstes Konfekt mit vier verschiedenen Sorten Hochprozentigem (Whiskey, Calvados, Cognac und Grappa). Alle Pralinen müssen in etwa gleich aussehen und sind innerhalb der Schachtel nach Inhalt beschriftet. Dann nehme man die Schachtel aus dem Schrank, werfe sie mit einer gekonnten Drehung auf den Teppich, wobei sie sich vollständig entleeren sollte. Dann sortiert man die umherliegenden Pralinen wieder in die Schachtel und ignoriere dabei, dass die Reihenfolge eingehalten werden sollte. Nun stelle man die frisch sortierte Schachtel mit einem gespielt entschuldigendem Lächeln auf den Tisch und ermuntere die Gäste, beherzt zuzugreifen. Ziel des Spieles ist, den Inhalt der einzelnen Pralinen zu erraten. Gewonnen hat der-/diejenige, der/die die meisten Pralinen essen musste, weil er/sie immer falsch geraten hat und demzufolge nach dem vollständigen Verzehr der Schachtel zwei Klingeln am Spazierstock hat.
Die Damen hielten sich gepflegt im Hintergrund und stellten sich milde lächelnd zwei Flaschen Asti Cinzano in den Hals. Gegen 1.00 Uhr verabschiedete sich die illustre Gesellschaft dann kichernd und gackern in die Nacht und Frau N. aus P. fiel todmüde in ihr Bett und widmete sich einem ihrer Geschenke vom liebsten Füchslein auf Erden: „Feuchtgebiete“ von Charlotte Roche. Um meinen Hals baumelt das Geschenk meines Sohnes, welches er mit viel Sorgfalt und Liebe in einem Schmuckgeschäft seines Vertrauens erworben hat. Alles in Allem war das ein wunderbarer Heiligabend und vom Unterhaltungswert einer der schönsten, die ich bisher erleben durfte.
Und Ihr so???
28 Kommentare |
Advent, Alle, Danke, Die is' nich' ganz dicht!!!, Frau N. aus P., Freunde, Geschenk, Ich freu' mir grad ein Loch in' Arsch!!!, Nyiri, Ost, Weihnachten, Zuhause, bekloppt, einzigartig |
Permalink
Verfasst von Frau N. aus P.
16. Dezember 2008
So, mit ein bisschen Verspätung folgt nun der Bericht vom vergangenen Wochenende und dem gestrigen Montag. Am Freitag Abend tuckerte ich nun in Richtung S. zwischen P. und S., um dort gemeinsam mit Frau F. das gigantöse Weihnachtsgeschenk für deren Liebsten aufzubauen. Der Laptop von F. brauchte auch dringend eine Wurmkur, was ich gleich am Freitag in Angriff nahm. Also raffte ich nahezu meine komplette Technik hier zusammen und stopfte alles in meinen Mädchenchrysler. Da ich mir zum Fahren nur ein paar Gucklöcher in den Schnee geschaufelt hatte und guten Mutes war, dass der Rest der endlich eingetroffenen Schneemassen sich während der Fahrt verabschieden würde, war meine Sicht anfangs stark eingeschränkt. Nun war ich auch nicht gerade in salonfähiger Kleidung – also eher in Gemütlichhosen, Wuschelpulli und Zauselhaaren – und beeilte mich zugegebenermaßen, schleunigst in mein Auto zu kommen.
Es hatte herrlich geschneit, wurde ja auch Zeit. Mit eigenem Laptop, externer Festplatte, gefühlten 482.000 CDs und 15 km Kabelsalat im Gepäck verließ ich die Ost und schielte mehr schlecht als recht über den Schneeberg auf meiner Motorhaube. Wie Frauen nunmal so sind, spekulierte ich darauf, dass genau dieser Schneeberg sich durch den Fahrtwind und auch die entstehende Wärme unter der Motorhaube früher oder später verflüchtigen würde. Dass dies reine Spekulation war, bestätigte sich spätestens in Mehlteuer, denn dort stieg Frau N. aus P. dann entnervt aus ihrem Mädchenchrysler und wollte in der Parktasche einer Bushaltestelle im Dunkeln dann die restlichen Schneemassen entfernen. Natüüürlich kam ausgerecnet in diesem Moment der Bus und ich musste fluchtartig die Parktasche verlassen. Meckernd und keifend suchte ich die nächstbeste Einmündung, was aber im Dunkeln und mit geschwächten Linsen meist in letzter Sekunde erfolgt und bei verschneiten Straßen nicht ganz ungefährlich ist.
Irgendwo bei Drochaus schlenkerte ich dann nochmal zu den Parkflächen vor ein paar Glascontainern und vollendete meinen Versuch, die Sicht nach vorn durch die endgültige Entfernung der nunmehr wirklich störenden Schneehügel zu verbessern. Meine Theorie war nicht ganz aufgegangen, typisch Weiber. Abgekämpft und trotzdem schon wieder kichernd kam ich bei Frau F. an und schleppte meinen ganzen Plunder in deren Hütte. Ein bisschen schnattern, ein bisschen Kaffee, ein bisschen zuviele Zigaretten und ein paar Stunden später war die grobe Arbeit am fremden Laptop erledigt und den Feinschliff hob ich mir für Samstag/Sonntag auf. Mit der sprichwörtlichen Kehrschaufel am Arsch kroch ich auf die niegelnagelneue Couch und sah mit den beiden Dorfheinis noch ein bisschen fern. So ziemlich gegen Mitternacht übermannte Frau F. dann doch noch ein Hüngerchen und so gab es mitten in der Nacht noch Farfalle mit dieser amerikanischen Tomatentunke und fein gekrümeltem Käse. Nein, kein Parmesankäse, sollte das unklar sein.
Geschlafen war dann fix und nach einer angenehmen Dusche machte ich mich morgens dann über die Feinheiten der Neuinstallation. Die seltsame Kaffeemaschine der Frau F. verweigerte mir den morgens unabdingbaren Kaffee, aber da besagte Frau F. mich in der Küche rumoren hörte, war selbige schnell zur Stelle und löste mein fundamentales Problemchen und kurz danach plätscherte mein geliebter Morgenkaffee durch sämtliche Herzkammern. Am frühen Nachmittag ordnete ich für das verliebte Pärchen einen kulinarischen Abstecher ins naheliegende Umland an und verordnete angesichts der dortigen Schneepracht auch noch den Bau eines ansehnlichen Schneemannes. Die Beiden leisteten artig Folge und Frau N. aus P. verabschiedete sich für einige Stunden ins benachbarte Ausland, um dort feinste Tabakwaren zu erstehen. Auf dem Hinweg organisierte ich noch schnell die Festplatte für den Laptop von Frau Mama, der hier auf seine Reparatur wartete und gönnte mir ein kleines Akustikschmankerl von den „Korn“-Jungens, welches ich auch gleich in den Player meines Gefährts stopfte, wo den Lautstärkeknopf unaufhörlich drückte.
Fröhlich gröhlend und beschwingt setzte ich meine kleine Reise fort und kurz vor Einbruch der Dunkelheit traf ich wieder in der ländlichen Idylle des Plauener Umlandes ein. Herr H. aus M. brach am frühen Abend zu seiner anstehenden Weihnachtsfeier auf und wir Mädels konnten nun endlich mit dem Aufbau seines Geschenkes beginnen. Es versteht sich von selbst, dass Frau F. mich nicht informierte, welches Werkzeug ich eventuell noch mitbringen könnte, weil sie vergessen hatte, den Akku ihres Schraubers zu laden und nur einen ausgeleierten Bit besaß. Also packten wir erstmal die 248 Kartons mit den darin befindlichen 7329 Beutelchen voller Schrauben und Unterlegscheiben aus. Mir kamen beim Anblick dieser Einzelteile fast die Tränen, ich schwör’s Euch. Die folgenden 4-5 Stunden verbrachten wir nun mit Lesen der Montageanleitung und dem Aufbau. Irgendwie blieben natürlich jede Menge Schrauben übrig, aber das Teil stand wie eine deutsche Eiche und wir vergnügten und mit der ersten Inbetriebnahme. Genaueres darf ich an dieser Stelle leider nicht verraten, da Herr H. aus M. ja auch gerne hier stöbert.
Am Sonntag Mittag dann trat ich die Heimreise an und stürzte mich auch gleich auf dem Mama-Laptop, der inzwischen wieder schnurrt wie ein Kätzchen. Fix ist er, funktioniert einwandfrei und Mama, Schwesterlein und Gatte/Papa freuen sich sicher, wenn der gute Klapperkasten endlich wieder im Saarland eintrifft. Endlich konnte ich meinen Saarländern auch mal was gutes tun, was mir sonst nicht so einfach mal möglich ist, da uns ja einige hundert Kilometer trennen.
Zu guter Letzt war ich nun gestern an einem ganz ungewöhnlichen Ort zum Kaffee eingeladen und möchte meine Bewunderung ausdrücken. In den letzten Jahren herrschte zwischen ihr und mir eigentlich fast komplette Funkstille. Zwar verbinden uns enorm viele Kindheits- und Jugenderinnerungen, aber persönliche Entwicklungen und Meinungsverschiedenheiten führten vor einigen Jahren dazu, dass sich unsere Wege konsequent trennten. Böse Worte und ebenso böse Blicke waren die Folge und so war keiner wirklich traurig darüber, dass der Kontakt abbrach. Vor einiger Zeit entstand nun wieder vorsichtiger Umgang, nicht zuletzt durch das Internet und gemeinsam besuchte Plattformen. Einer Bemerkung meinerseits bezüglich Silvester folgte ihrerseits eine völlig unerwartete Einladung und ich wiederum schlug einen Kaffeeplausch vor, der so vollkommen unerwartet angenehm verlief. Nach Jahren des Schweigens saßen die beiden Frauen an einem Tisch, die sich in den vergangenen (fast) acht Jahren (!!!) mit dem sprichwörtlichen Arsch nicht ansahen. Ich bin ein äußerst nachtragender Mensch und bin einigermaßen beschämt, dass die Gegenseite das nicht zu sein scheint.
Gestern nun tratschten und lachten wir erstaunlich entspannt und tranken ordentlich viel Kaffee. Ich durfte einen Blick in die heiligen Hallen werfen und den heimischen Hund wurschteln. Ich danke Dir sehr für diese Einladung und spreche Dir hier an dieser Stelle offen meine Hochachtung vor Deiner Gutmütigkeit aus, denn Du bist weniger nachtragend als ich und kannst offenbar sehr viel schneller über Deinen Schatten springen. Es war schön, über Erinnerungen sprechen zu können und mir gefällt das dunkle Laminat in Deinem Wohnzimmer über alle Maßen. Gnihihi… Ich sehe, dass Du Dich in den letzten Jahren sichtbar weiterentwickelt hast und bin in hohem Maße erstaunt, dass das gestern so passiert ist. Wir unterscheiden uns nach wie vor enorm und trotzdem fand ich es wirklich toll, wie leicht Dir dieser Schritt zu fallen schien. Ich fuhr mit gemischten Gefühlen in Deine Richtung und habe rein gar nichts erwartet. Wer nichts erwartet, kann bekanntermaßen nicht enttäuscht werden. Ich als alter Skeptiker betrat nun recht zaghaft Dein Heim und wurde herzlich empfangen und meine anfängliche Scheu legte sich nach einigem Zögern. Danke nochmal, ich bin immer noch ziemlich überrascht, denn ich hatte mit allem gerechnet, nur nicht damit…
5 Kommentare |
Abrechnung, Alle, Arbeit, Bewunderung, Danke, Frau Mama, Frau N. aus P., Freunde, Geschenk, Hutzen, Nachdenkliches, Neugier, Unterstützung, Weiber, Wochenende, meine Saarländer, wir Mädels |
Permalink
Verfasst von Frau N. aus P.
5. Dezember 2008
Mit etwas Verspätung vermelde ich nun endlich den Eingang meines Hauptgewinns und organisiere heute eine kleine Tube Leim, denn wir haben leider nur diese herkömmlichen Klebestifte im Haus, die für unsere anstehende Bastelstunde vollkommen ungeeignet sind. Sohnemann schaute mir etwas befremdet beim Auspacken des kleinen Weihnachtspäckchens zu und wunderte sich über das Strahlelächeln seiner Mutter. Herzlichen Dank in die Annaberge zu den Annazwergen für diese herzliche Überraschung und die zusätzlichen Geschenke. Wir bzw. ganz besonders Frau N. aus P. im wunderschönen V. haben uns sehr gefreut und werden Euch natürlich per Schnappschuss am ersten Räucherkerzcheneinsatz teilhaben lassen…
Vielen vielen vielen Dank… Solche Überraschnung liebe ich sehr!!!


6 Kommentare |
Advent, Alle, Danke, Freude, Freunde, Geschenk, Hauptgewinn, Ich freu' mir grad ein Loch in' Arsch!!!, Vorfreude, Weihnachten |
Permalink
Verfasst von Frau N. aus P.
2. Dezember 2008
Liebe Leute, nun geht’s weiter. Frau Mama wurde einigermaßen „repariert“ aus dem Krankenhaus entlassen und befindet sich nun zuhause auf dem Wege der Besserung. Ihre überdimensionale Narbe hatte sich wieder geöffnet, was den Blick auf ihre Innereien mit sich brachte. Grusel… Sie nahm das mit mehr Gelassenheit als ich hin und scheint sich an die andauernde „Schneiderei“ an ihrem Körper gewöhnt zu haben. Durch die erneute OP fällt nun auch der Besuch über die Feiertage flach, da dies für sie mit unnötigen Anstrengungen verbunden wäre. Also müssen Sohnemann und seine Frau Mutter im Vogtland bleiben, was mir persönlich nicht besonders gefällt. Den Besuch holen wir irgendwann nach. Ich hatte mich schon so gefreut, Weihnachten mal wieder im Kreise meiner eigenen Familie zu zelebrieren, was mir seit vielen Jahren nicht mehr möglich war, da immer irgendwelche unvorhergesehenen Lebensumstände jeden noch so vage ins Auge gefassten Plan zunichte machten.
Draußen vor der Tür lauert Weihnachten und ich hasse das von Jahr zu Jahr mehr. Nicht nur, dass Weihnachten immer mehr zum Konsumterror ausartet, sondern dieser lange vor Weihnachten einsetzende Hype und die Einkaufshysterie der Menschen machen mich wahnsinnig. Ein großer Dorn im Auge ist mir dabei der Weihnachtsmarkt. Letztes Jahr besuchte ich selbigen schon mit Widerwillen und dieses Jahr werde ich diese Veranstaltung endgültig komplett boykottieren. Wie gerne bin ich als Kind über diesen Weihnachtsmarkt geschlendert. Überall roch es nach Geröstetem, an der nächsten Ecke nach gebrannten Mandeln und Lebkuchen. Nur der Glühwein reizte mich schon damals nicht. Schmeckt mir einfach nicht. Holzschnitzereien aus dem Erzgebirge wurden feil geboten. Schneeflocken tanzten durch die Straßen und der Weihnachtsmarkt war noch richtig weihnachtlich.
Heutzutage ist von diesem besonderen Jahrmarkt nichts mehr übrig geblieben. Es wird dort einfach alles verkauft, was lohnenswert erscheint und wenn Du noch kein Taschenmesser oder keinen Eierkocher hast, kannst Du das notfalls auch zwischen kandiertem Apfel und heißer Schokolade auf dem Weihnachtsmarkt kaufen. Mich schüttelt’s bei der Vorstellung, ehrlich. Andernorts hat man sich den Weihnachtsmarkt in traditioneller Form erhalten und dort würde mir ein solcher Besuch sicher große Freude bereiten, aber hier leider schon lange nicht mehr. Also gehe ich in diesem Jahr nicht hin. Wer jetzt mitleidig an meinen Sohn denkt, sei beruhigt. Oma und Papa lassen keinen Tag ungenutzt und werfen ihr Geld in jede noch so klapprige Bude, damit Sohnemann nicht zu kurz kommt. Ihm ist es vollkommen Wurscht, wer ihm die Zuckerwatte kauft und er weiß auch, warum ich nicht mehr gerne dorthin gehe.
Ja ich mag den Weihrauchduft, ich liebe auch die Stimmung rund um Weihnachten, aber ich hasse es, schon im September Lebkuchen im Supermarkt zu sehen. Ich bin genervt, wenn überall nur noch gestresste Menschen beim Geschenkekauf anzutreffen sind. Der Brauch, dass man die Adventzeit und den damit verbunden „Schmück-mer-uns’re-Fenster“-Brauch erst nach dem Totensonntag beginnt, wird vom Handel schon immer ignoriert und da meldet sich mein leicht abergläubiges Ich zu Wort. Weihnachten ist nur noch Konsum und so macht mir Weihnachten keinen Spaß mehr. Ich find’s traurig und ich find’s extrem doof. Meine verstorbene Oma konnte aus Weihnachten diese wunderbare Heimlichkeitengeschenkebiszumschlussverstecken-Veranstaltung machen und ich habe das gleichermaßen geliebt und gehasst. Jedes Jahr mit aller Verlässlichkeit durfte ich das Wohnzimmer am Heiligabend den ganzen Tag nicht betreten. Nichtmal durch die Milchglasscheibe der Tür durfte ich blinzeln und wenn ich das trotzdem versuchte, keifte Oma drinnen wie ein Droschkenkutscher und scheuchte mich erfolgreich weg.
Aus dem Wohnzimmer drang geheimnisvolles Knistern, verheißungsvolles Rascheln und Opa kochte gespielt desinteressiert das Neunerlei zusammen. Nichts brachte ihn aus der Ruhe und er hielt all meinen nörgelnden Versuchen stand, vorzeitig in Erfahrung zu bringen, was der Weihnachtsmann für das kleine Fräulein N. aus P. denn im Sack haben könnte. Er pfiff immer ein Liedchen vor sich hin, rührte im Sauerkraut herum und lächelte immer nur, wenn ich ihm wieder auf den Senkel ging. Oma hingegen kam manchmal für einen kurzen Moment aus der Heimlichtuerstube und ignorierte mich immer mit diesem Heimlichtuerlächeln. Wenns ihr dann mal zu bunt wurde, wenn ich ihr während dieser kurzem Moment brutal auf den Sender ging, warf sie mich kurzerhand einfach raus in den Schnee zu all den anderen Kindern, die die gleichen Sorgen hatten wie ich. Draußen schimpften wir dann gemeinsam über diesen Heiligabend und vergnügten uns mit Schlitten und Pudelmützen.
Gegen 18.00 Uhr durften wir dann alle nach Hause, aber in meinem großmütterlichen Heim war weiterhin Geduld gefragt. Oma tischte betont langsam das Neunerlei auf und überwachte mit Adleraugen jede meiner Bewegungen, vor allem meiner Augen. Die Wohnzimmertür war fest verschlossen und hinter der Milchglastür war alles so gekonnt plaziert, dass man nichtmal am Umriss erkennen konnte, was dort los war. Genervt und hochgradig ungeduldig schaufelte ich dann immer das Essen in mich, ohne irgendwas zu schmecken, denn all meine Sinne waren im Schlüsselloch des Wohnzimmers. Oma und Opa grinsten sich fortwährend an und nach dem Essen verpisste ich mich freiwillig nochmal zu meinen Leidensgenossen in die Kälte. Frierend und ständig auf die Uhren anderer Kinder glotzend bibberte ich der magischen Acht entgegen, denn dann war endlich Bescherung. Freudig rannten wir nahezu gleichzeitig nach Hause und rissen uns die Wintersachen vom Leibe.
Jedes Jahr aufs Neue war ich erstaunt darüber, was Oma hinter dieser Glastür vollbracht hatte. Da stand ein Weihnachtsbaum, der irgendwie immer wie von Geisterhand in die Wohnung gelangte. Prachtvoll geschmückt, überall duftete es nach Räucherkerzchen – selbstverständlich nur nach den schwarzen – und alle Geschenke standen oder lagen perfekt verpackt rund um den Baum. Kerzenlicht tauchte den Raum in wunderbar heimeliges Licht und Oma stand mit einem Glöckchen da und flötete voller Vorfreude auf die leuchtenden Kinderaugen „Bescheeeruuung“. Und wie in jedem Jahr stand ich erstmal einige Wimpernschläge lang in der Tür und war hingerissen von all dem Zauber. Das war der Inbegriff von Weihnachten für mich und das ist er bis heute. Meine Großeltern schafften es jedes Jahr wieder, all meine Kinderwünsche zu erfüllen. Irgendwie organisierten sie immer genau das, was ich mir gewünscht hatte, egal, was es auch war.
Ich erinnere mich an ein besonderes Geschenk. Mitten im Sommer fragte mich mein Großvater – ich muss so etwa in der 4. Klasse gewesen sein -, was ich mir den zum Weihnachtsfest wünsche und ich hatte einen ganz konkreten Wunsch. Es sollte ein metallic-blaues Klapprad sein, mit schwarzen Griffen und einem schwarzen Sattel. Auf keinen Fall eine andere Farbe und auf keinen Fall graue Griffe oder ein grauer Sattel. Dieses sollte es sein und kein anderes. Opa nickte beiläufig und nach wenigen Tagen hatte ich diese kurze Unterredung vergessen. Als ich in diesem Jahr endlich ins Wonzimmer durfte stand es da, mein Traumfahrrad in meiner Traumfarbe mit schwarzem Sattel und schwarzen Griffen. Und weil Opa wusste, dass ich gleich fahren will, waren die Pedale schon montiert und der Sitz war für die Zwergenenkelin auf niedrigster Stufe festgezurrt. Das war mein schönstes Weihnachtsfest, wirklich… Ich fuhr den ganzen Heiligabend die drei Meter vom Baum bis zur Tür immer hin und her und ich wurde nicht müde dabei. Und meine Großeltern freuten sich über meine Augen, denn die strahlten wie der Weihnachtsstern.
Und wenn ich heute vom Weihnachten meiner Kindheit erzähle, dann fällt mir immer dieses besondere Weihnachten ein. Immer dieses, weil das was ganz besonderes war und wer wie ich in der ehemaligen DDR aufgewachsen ist, weiß, dass es keineswegs normal war, dass Wünsche in Erfüllung gingen. Das passierte nur sehr selten, aber meine Großeltern machten immer alles möglich. Auch alle anderen Wünsche blieben nie unerfüllt, egal ob Schlitten, Schneeschuhe oder sonstwas. Aber das Fahrrad entlockte mir die meisten und lautesten Jauchzer und wenn ich zurückdenke, ist das bis heute das schönste Geschenk von allen gewesen. Wohl auch, weil Oma und Opa Weihnachten immer zu etwas ganz Besonderem machten. Danke dafür…

6 Kommentare |
Advent, Alle, Danke, Erinnerungen, Familie, Freude, Geschenk, Großeltern, Kindheit, Nachdenkliches, Vorfreude, Weihnachten, einzigartig, meine Saarländer |
Permalink
Verfasst von Frau N. aus P.
21. November 2008
Seit gestern nehme ich an einem klitzekleinen Rätsel teil und seit heute Morgen hat mich der Kampfgeist dann so richtig im Griff, denn ich wollte auch mal was gewinnen und mir bereitete es schon in Gedanken große Freude, nicht an irgendeinem Gewinnspiel teilzunehmen, sondern bei Freunden und somit hätte der gewonnene Preis einen hohen ideellen Wert für mich. Leute, ich hab’s geschafft und habe das Rätsel gelöst. Natürlich waren ein paar Bilder und kleine Tipps nötig, aber ich hab’ gewonnen und ich freu’ mich tierisch drüber.
Hier hab’ ich mitgespielt und das hier habe ich abgestaubt:
Das ist ein Räucherhäuschen für die bereits erwähnten schwarzen Kerzchen und das kann man selber zusammenbasteln. Das mache ich dann mit Sohnemann, der hat da sicher riesigen Spaß dran und ich danke
Ines und René schon jetzt ganz herzlich für diese schöne Überraschung. Ihr habt mir eine große Freude gemacht!!!
4 Kommentare |
Alle, Die is' nich' ganz dicht!!!, Frau N. aus P., Freude, Geschenk, Hauptgewinn, Ich freu' mir grad ein Loch in' Arsch!!!, Vorfreude |
Permalink
Verfasst von Frau N. aus P.