…war so nett und hat kurzerhand und erschreckend unkompliziert ein beinahe neues Fahrrad an Sohnemann hergeschenkt, als er von dem gemeinen Diebstahl hörte/las. Er hat noch ordentlich die Reifen aufgepustet, das alte Schloss abgepopelt, noch bissle Öl hier und da rangemacht und zack, gehörte es dem leichtsinnigen jungen Mann, der ein Zimmer bei mir bewohnt.
Ich danke Dir im Namen meines Sohnes hiermit nochmal in aller Form und freue mich mal wieder über alle Maßen, dass ich solche guten Freunde habe. Wirklich wahr… Das ist alles andere als selbstverständlich und wenn ich mal ‘ne Harley übrig habe und Deine grad geklaut wurde, dann schenk’ ich Dir meine… Einfach so…
Das Internet macht Dinge möglich, die mich immer wieder aufs Neue begeistern. Seit geraumer Zeit gibt es zahlreiche dieser Netzwerke, in denen man alte Freunde und Bekannte finden und über deren Freundeslisten wiederum weitere Leute aufstöbern kann. Tolle Sache das. So geschah es auch, dass ein gewisser M. mich laut Benachrichtigungsmail gefunden habe. Der Vorname sagte mir nicht viel, da dieser in unseren Breitengraden nicht unbedingt selten ist. Vom Nachnamen stand da nichts, tut es in derlei Mails ja nie. Also klickte ich mich in Richtung dieses Profils und staunte nicht schlecht. Ein guter Kumpel aus uralten Tagen hatte mich gefunden und da er im August in der alten Heimat Urlaub machen wollte, vereinbarten wir vorerst nur, dass wir uns ja dann treffen könnten.
Na klar, ich treffe nur zu gerne Freunde von ganz früher und hinterließ gleich meine Nummer. Dann bekam ich letzte Woche das Signal, dass “es” in den nächsten Tagen soweit wäre. Nochmal fix zur Sicherheit meine Nummer hinterlassen und prompt flatterte am vergangenen Wochenende eine SMS aufs Display. Gestern dann hockten wir nun endlich nach ca. 15 Jahren wieder zusammen und lachten Tränen über alte Zeiten und Schandtaten. Mit von der Partie waren seine Frau und die beiden Kinder. Ich blieb länger als geplant, lachte heftiger als erwartet und freute mich über alle Maßen, den alten Haudegen mal wieder aus der Nähe zu sehen. Ein bisschen älter, ein bisschen gereifter und kein Stück verändert. Schön war’s, wiederholen sollte man das unbedingt und ich hoffe, wir sehen uns noch ganz oft wieder. Danke liebes Internet, ohne Dich wäre das nicht möglich gewesen.
Nein, die gibt es nicht nur anderswo, sondern auch mitten unter uns. Sohnemann pubertiert mächtig gewaltig, heute kam im Freundeskreis ein kleines Paulchen zur Welt, heute morgen war ich fix mal in Annaberg, nachmittags klinkte ich mich für mehr als eine Stunde aus dem Alltag aus und zog mich auf den Friedhof zum Grabe meiner Oma zurück, die heute 78 Jahre alt geworden wäre. Mit meiner üblichen weißen Rose bewaffnet, setzte ich mich auf die Minibank gleich gegenüber und genoss die Stille und das Zwitschern der Vögel. Morgen leiste ich technische Hilfe beim erstmaligen Bloggen, weil es auch anderswo Themen gibt, denen man an die Öffentlichkeit helfen muss und über die sich Betroffene austauschen können sollten. Der Link dorthin folgt dann zum gegebenen Zeitpunkt. Ja und dann gibt es da noch einen weiteren Menschen aus meiner Vergangenheit, der sich nach meiner Gesellschaft und meiner Person sehnt. Ich grüble und ich zerbreche mir seit Tagen den Kopf darüber. Ich weiß nicht, was richtig oder falsch ist. Ich weiß nicht, ob es ein Zurück gibt. Ich weiß im Moment gar nichts…
Gestern prophezeite der Wetterfrosch schon morgens nichts Gutes. Gegen Mittags strahlte zwar die Sonne verheißungsvoll, aber am frühen Nachmittag verdunkelte sich der Himmel zusehens. Trotz der schlechten Wetterprognosen wurde im “Leih”-Garten ein kleines Grillgelage anberaumt. Also flitzte ich zum Bäcker, besorgte frische Semmeln, ließ dafür gewohnt gedankenlos mein eigenes Grillgut im Tiefkühlschrank liegen und tippelte Richtung Gartensparte. Dort angekommen fiel mir dann auch fristgerecht ein, dass ich meine Fleischspieße zuhause vergessen hatte, was aber nicht weiter tragisch war, da Frau W. aus P. für reichlich Ersatz gesorgt hatte. Sie hatte wirklich an alles gedacht und gleich nach meinem Eintreffen wurde der Grill angeheizt. Unter einem riesigen Sonnenschirm platziert, landeten neben kleinen Hähnchenflügeln auch diese ultraflachen Hamburger-hackfleischscheiben auf dem Rost. Da wir unsere Hamburger selbst zusammenbauen durften, konnte jeder nun auch selbst bestimmen, wie hoch und wie breit das Teil wird. Wir verwendeten statt der üblichen Hamburgerbrötchen ganz handelsübliche Bäckersemmeln.
Auf meinem Hamburger landeten also eine dieser Hackfleischscheiben, Remoulade, Käse, saure Gürkchen und ordentlich Knoblauchsoße. Das alles hübsch appetitlich in einer Semmel arrangiert, bot nicht nur einen äußerst verlockenden Anblick, sondern schmeckte ganz vorzüglich. Insgesamt drei dieser Bauwerke fanden den Weg in meinen recht leeren Magen und der unverhältnismäßig reichliche Genuss besagter Knoblauchsoße wirkt sich nun seit dem frühen Morgen “begünstigend und entschlackend” auf den internen “Nahrungsmittelver-wertungsapparat” aus, was dafür Sorge trägt, dass ich die Türklinke zum heimischen “Reststoffentsorgungsmodul” heute schon recht häufig in der Hand hatte. Aber was soll’s, mit dieser Soße schmeckte der Hamburger Marke Eigenbau einfach am besten und irgendwas ist ja immer. Photos gibt es von dieser kleinen Grillparty im strömenden Regen auch, aber die Veröffentlichung dieser Schnappschüsse wurde mir unter Androhung empfindlicher und ebenso schwerwiegender Strafen untersagt. Man schämt sich für überraschte Gesichter, faltige Popos und schlecht sitzendes Haar. Jetzt muss ich lachen…
Leute, das Wochenende war einfach nur großartig, phantastisch, toll, gigantisch, vollendet. Das Wetter war grandios und das gesamte Wochenende war vollgepackt mit tollen Sachen. Freitag zogen Frau W. aus P. also los zur Bandprobe und dort wurde es von Stunde zu Stunde lustiger. Der Proberaum füllte sich nach und nach, Getränke gab es zur Genüge und auch für Essen war hinreichend gesorgt. Wir futterten uns die Bäuche voll und auch die Kehlen wurden nie trocken. Je später der Abend, desto lustiger wurden die Gäste und da wir ja am folgenden Tag meinen “Leih”-Garten besichtigen wollten, traten wir gegen Mitternacht überaus belustigt den Heimweg an. Kaum im Bett fielen meine Augen zu und blieben es auch trotz der zahlreichen Runden auf dem Karussell. Der Kopf war am Morgen nicht so schwer wie sonst und nach zwei Aspirin und einer halben Tasse Kaffee verzog sich das Gewitter in meinem Kopf und mir ging es ziemlich gut. Überraschend gut…
Samstagmorgen gegen 9.30 Uhr dann trafen wir uns bei Frau W. und machten uns gemeinsam auf den Weg in den Garten. In meiner Vorstellung hatte ich einen winzigen Schrebergarten mit krummen und schiefen Beeten und Wegen erwartet, ein windschiefes Häuschen darin und jede Menge Ecken und Büsche, wo Spinnweben und allerlei Getier vorzufinden sein würden. Nichts von alldem war der Fall und ich sah vor mir einen wirklich liebevoll gestalteten und gar nicht so kleinen Garten, in dem ein durchaus gerades und hübsch gezimmertes Häuschen steht. Keine buckelige Wiese, keine undurchdringlichen Hecken, keine Gruselecken hinter dem Haus, nichts. Viel schöner als ich zu träumen gewagt hatte und urgemütlich war es dort. Mein Herz hüpfte vor Freude und nachdem wir unzählige Tassen Kaffee getrunken, ein bisschen gearbeitet und ununterbrochen geschnackt und gelacht haben, überließ man mir dieses kleine Reich für den Rest des Tages.
Frau N. aus P. arrangierte sich die nahezu unbenutzte Sonnenliege mitten in der saftigen Wiese, genehmigte sich noch einen frischen Kaffee und entspannte nach allen Regeln der Kunst. Ich bewegte mich nicht wirklich und ließ mir die Sonne ins Gemüt scheinen, den leichten Wind über die sonnenhungrige Haut streichen und genoss die Ruhe und die frische Luft. Traumhaft. Als es langsam frisch wurde, trat ich wunderbar entspannt den kurzen Heimweg an und wurde beim Betreten des Hauses prompt von meinen Nachbarinnen zum Grillen hinterm Haus eingeladen. Ich rannte die Treppen hoch, zog mir etwas Wärmeres an und flitzte die Stufen wieder hinunter. Die Mädels hatten ordentlich aufgetafelt und ich saß noch bis zur vollkommenen Dunkelheit dort unten mit ihnen zusammen. Gegen 22.00 Uhr verabschiedete ich mich und gönnte mir ein schaumiges Vollbad. Bilder vom Garten habe ich für Euch auch geknipst. Bitteschön:
Am Sonntag stand ja nun der fragwürdige Spaziergang auf dem Plan, der aber alles andere als unangenehm war. Zuerst fuhr ich fix in die Wohnung von Frau M. aus P., um dort Blümchen zu gießen und den Briefkasten zu entlasten. Als das erledigt war, ging’s dann planmäßig nach Falkenstein zur Talsperre. Das Wetter war zwar nicht ganz so sonnig und warm wie am Vortag, aber genau richtig zum Laufen und Spazieren. Einmal rund um das Wasser, ein Topf Kaffee und schön gequasselt. Hat mir ausnehmend gut gefallen, denn ich bin sehr gerne dort. Der Nachmittag war noch jung, also beschlossen wir, noch einen kurzen Abstecher zur Talsperre Pöhl zu unternehmen. Dort saßen wir dann noch eine ganze Weile am Wasser und plauderten über dies und das, über alles und jeden und über uns. Auf dem Rückweg kamen wir an der altbekannten Gaststätte in Altensalz vorbei und entschlossen uns kurzerhand, dort noch eine kleine Rast einzulegen. Frau N. aus P. bestellte Kaffee, Herr S. aus P. ein Dunkles und überraschenderweise saßen wir dort ziemlich lange. Mit sage und schreibe acht (!!!) geräucherten Bratwürsten und eine großen Portion Sülze aus der hauseigenen Schlachter- und auch Räucherei traten wir den Heimweg an. Zuhause angekommen genehmigte sich jeder eine Leckerei aus diesem Räucherbeutel, um anschließend satt und zufrieden auf der Couch den Sonntagsfilm zu verfolgen. Nach diesem Wochenende angereichert mit frischer Luft und endlos kulinarischen Gaumenfreuden, fiel ich weit vor Mitternacht in meine Kissen. Herr S. fiel der Müdigkeit schon lange vorher zum Opfer und schnarchte bereits auf dem Sofa. So kennen wir ihn. Er war ganz artig, so wie es sein soll. Er war sehr aufmerksam und ich hatte nicht den geringsten Grund zu Klage. Er lachte mit mir, hörte gut zu und er zeigte die Seite von sich, die so liebenswert ist. Ich hoffe, es bleibt so. Ich hoffe, er bleibt so, denn genauso würde ich mich wohl fühlen. So und nicht anders.
Meine Pläne für das kommende Wochenende sind farbenfroh, abwechslungsreich und mit größter Wahrscheinlichkeit auch sehr unterhaltsam. Sohnemann verbringt sein Wochenende ja bei Papa/Oma und Frau N. aus P. hat sich so einiges vorgenommen. Heute Abend also die erste Unternehmung. Zusammen mit einer Freundin fahre ich an den Stadtrand, wo ein Bandproberaum sein soll. Dort findet wohl allwöchentlich freitags eine Bandprobe statt, die man aber offensichtlich in besonderer Form zelebriert. Während die Band “übt”, verlustigen sich die anwesenden Zuhörer auf ihre Art. Es wird gekocht, man trinkt gemütlich ein paar Gläschen und plauscht entspannt. Das ganze nennt sich dann laut Gastgeber “lust’sche Butz” und wird von Woche zu Woche beliebter. Also gesellen wir uns heute dazu und schauen uns das Ganze mal aus der Nähe an.
Der Samstag ist auch schon verplant. Besagte Freundin bewirtschaftet mit wachsendem Widerwillen den Garten ihrer Mutter und erwähnte gestern, dass morgen dann das Wasser in dieser Gartensparte wieder aufgedreht wird. Ich bemerkte beiläufig, dass in mir seit einigen Monaten der Wunsch nach solch einem winzigen Garten reift, es aber an den Kosten scheitert, die mit dessen Anschaffung und Unterhaltung verbunden wären. Sie schaute mich strahlend an und bot mir ohne Umschweife an, den Garten jederzeit und ganz nach Belieben nutzen zu dürfen, wenn mir das Spaß machen würde. Anfangs staunte ich sie etwas entgeistert und nicht wenig überrascht an, denn solche Angebote sind nun wirklich nicht üblich. Sie untermalte ihre Abneigung gegen diese Pflicht und freute sich vielmehr, dass sie dann wohl eher mal einen Grund hätte, diesen Garten freiwillig aufzusuchen, wenn ich dort ein bisschen im Grünen herumexperimentiere. Ich warnte sie fairerweise, dass ich keineswegs die geborene Gärtnerin sei und es passieren kann, dass das eine oder andere Pflänzchen unter meinen ungeschickten Händen sein Leben aushauchen würde, was sie lächelnd zur Kenntnis nahm.
Solange mir das Freude bereiten würde, dürfe ich dort alles tun, wonach mir der Sinn stünde. Also meldete ich mich für morgen artig an, um beim Wasseraufdrehen dabei zu sein. Ich leihe mir sozusagen auf unbestimmt Zeit einen kleinen Garten und wenn ich irgendwann all das mein Eigen nennen möchte, habe ich Vorkaufsrecht, bekäme ihn im Idealfall vielleicht sogar geschenkt. Ich freue mich, ich freue mich sogar sehr und habe schon furchtbar viele Pläne, was ich dort alles machen möchte. Ich muss mich nicht mehr gelangweilt an die Talsperre legen, wenn ich Sonne tanken will. Ich bin lieber aktiv und das wäre genau das, was ich mir unter einem entspannten Wochenende mit Bombenwetter vorstelle. Ein bisschen werkeln, ein bisschen buddeln und nach getaner Arbeit im Sonnenstuhl dösen, um abends ein paar Würstchen zu grillen. Sohnemann findet die Pläne von Frau Mama natürlich nicht so spannend, freut sich aber, weil ich mich freue. Balkons finde ich schon immer totlangweilig, aber so ein Garten ist schon was. Hab’ ich schon erwähnt, dass ich mich freue???
Am Sonntag steht dann etwas an, von dem ich nicht so recht weiß, was mich erwartet. Vergangenes Wochenende ergaben sich Gespräche, die so nicht vorhersehbar oder gar geplant waren. Was folgte, waren unzählige Nachrichten aus der anderen Richtung und daraus resultierendes Misstrauen meinerseits. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt, sagt man so schön. Ganz so blauäugig marschiere ich nun doch nicht auf den Abgrund zu, denn ich stellte erst mal einige Dinge klar, was gesagt werden musste, stellte nichts in Aussicht, was ich nicht halten könne und bat mir Zeit, Geduld und eine angemessene Bewährungszeit aus. Vieles würde diesmal anders laufen, sofern es zu einem Neuanfang käme. Vorsicht und Bedacht bestimmen mein Tun der nächsten Zeit, das steht fest. Zweimal habe ich mir die Finger nun verbrannt und beim dritten Versuch warte ich nicht erst auf Brandmale. All das und sehr vieles mehr wurde in die andere Richtung geschickt und am Sonntag sind wir nun zum ersten Mal wieder verabredet. Auf neutralem Boden in entspannter Atmosphäre – an der Talsperre Falkenstein. Ich will erst mal vorsichtig schauen, welchen Eindruck ich habe. Das alles passierte ja nun eher durch Zufall, wobei ihm laut seiner Aussage der Mut fehlte, nach seinem letzten “Fehlverhalten” auf mich zuzugehen, denn er konnte sich sprichwörtlich vom Arsch abfingern, dass ich denkbar wenig von ihm und seinem Tun hielt. Ja, ich war sauer und seine Worte stießen bei mir anfangs auch auf recht große Ablehnung. Ich kann keinerlei Prognosen abgeben, aber gucken kostet nichts, heißt es so schon. Und Frau N. aus P. guckt erst mal. Kost’ ja nüscht…
Mein Plan für gestern geriet aufgrund des mittwöchlichen (<— wat’n Wort!!!) Besucheransturmes komplett ins Wanken und so einige Teile meiner geplanten Vorhaben kamen schlichtweg nicht zur Vollendung. Unvorhergesehen standen am Ende dann vier Besucher in meiner Küche und eine Besucherin davon kam vollkommen überraschend. Nach einem halben Päckchen Kaffee bekam ich dann endlich auch Kammerflimmern. Ich fand’s aber richtig lustig und es hebt mich auch nicht sonderlich an, dass ich irgendwie zu nix kam. Kann ich alles heute oder sonst wann erledigen, weil nix wirklich wichtiges dabei war. Kindchen fand es auch klasse, da er bis tief in die Nacht ungestört im Internet rumstolpern konnte und irgendwann hundemüde freiwillig ins Bettchen schlich. Vor sage und schreibe zwei Minuten ist er aus den Federn gekrochen (Anm. d. Red.: Es ist jetzt 10.54 Uhr). So und damit der gestrige Tag so richtig schön abgerundet ist, entdeckte ich dann auch noch, dass mein Avocado-Experiment von Erfolg gekrönt ist. Der Kern ist an einer anderen Stelle regelrecht aufgeplatzt und in diesem Spalt verstecken sich zwei kleine Keime. Photobeweise? Na klar, hier bitteschön!!!
Der Sonntag hat wunderbar leise und mit Sonnenstrahlen begonnen, die sich aber leider inzwischen verabschiedet haben. Gestern war ich ziemlich lange unterwegs und habe den Nachmittag und auch den Abend inklusive der halben Nacht im Kreise von Freunden verbracht. Nachmittags war ich mit einer guten Freundin in der Stadt unterwegs und nachdem wir die vereinbarten Erledigungen hinter uns gebracht hatten, vergnügten wir uns in einer recht bekannten Lokalität bei einem befreundeten Wirt an dessen “Mensch-ärgere-Dich-nicht”-Tisch. Ich muss wohl nicht großartig erwähnen, dass ich fast immer verlor, aber wir hatten enorm viel Spaß und lachten, bis die Bäuche schmerzten. Gegen 20.00 Uhr und gefühlte 62 Spiele später verabschiedete ich mich und ging zu meiner Abendverabredung.
Dort wartete man schon und zog sich auch gleich an, um eine andere lustige Kneipe auszusuchen. Dort stieß dann auch gleich der “Rest” der Abendgesellschaft zu uns und man amüsierte sich prächtig über meine nicht vorhandenen Dart-Künste. Im Nicht-Treffen bin ich nämlich große klasse und der letzte Platz ist mir fast immer sicher, Ausnahmen sind eher Zufälle. Mir macht das nix, weil ich da mitspiele, um Spaß zu haben. Würde ich nicht immer so hübsch daneben schießen, wäre es bestimmt nicht ganz so lustig. Gegackert wurde auch ordentlich und mein Tischnachbar verlor zusehens die Contenance, was wohl am letzten Bierchen lag, das offenbar schlecht war. Die Wolldecke im Mund wurde immer dicker und der Quirl unter der Zunge erschwerte das Sprechen.
Natürlich wurde der Herr fein säuberlich zuhause abgeliefert, als sich die illustre Gesellschaft dann auflöste und heute Morgen klang der Gute schon wieder ziemlich fit. Training ist eben alles. An dieser Stelle muss ich mal die netten Wirtsleute vom “Moz” loben, denn die Bockwurst dort schmeckt einfach geil. Ich bin kein BoWu-Fan, aber die dort schmeckt guuut!!! Jamm… Und weils so witzig war, haben wir auch ein paar Bilder geschossen (leider nur mit dem Handy), wovon ich Euch eines zeige. Falls der alte Herr auf dem Bild mit der Veröffentlichung seines Blondschopfes nicht einverstanden sein sollte, dann bitte ich um Mitteilung. Ob ich aber das Bild dann entferne, steht in den Sternen…
So, der Schnupfen hat sich wunderbar entfaltet und ich atme artig durch den Mund. Das hasse ich. Man hat dann irgendwie einen dämlichen Gesichtsausdruck. Keine Kommentare bitte… Heute bin ich zum Essen eingeladen und weiß nicht so recht, was mich erwartet. Könnte beruflich angehaucht sein, bin mir aber irgendwie nicht ganz sicher. Spätestens in ein paar Stunden weiß ich das. Sozusagen die Katze im Sack. Mit der Sprache rausrücken wollte der Einlader nicht, also bleibt mir nur das berühmte Abwarten und Tee trinken. Die Essenseinladung stand schon monatelang im Raum, nur habe ich mich immer irgendwie gedrückt und dann kam ja dieser andere Herr dazwischen, der sich dann so formvollendet lächerlich gemacht hat, indem er bei jedem Pups einschnappte und dessen letzter Abgang dann kaum noch Bauchschmerzen bereitet hat. Man gewöhnt sich ja ziemlich schnell an derlei Komischkeiten.
Nun zieh’ ich mir mal fix den Anzug straff und bügele mein Haarkleid. Die Nase bleibt heute ungepudert, denn die lustigen Fransen würden ohnehin rausschauen, also trage ich sie offen. Kleidertechnisch verhalte ich mich neutral, denn erstens essen wir zu Mittag und zweitens vermute ich, dass es um Geschäftliches gehen könnte. Also ziehe ich brav meinen Dienstagsschlüpper an und schaue mir die Sache mal von der Seite an. Natürlich werden wir auch über Privates schnacken, weil man sich schon sehr viele Jahre kennt, aber mehr interpretiere ich da nicht rein, weil man sich schon fast zu lange kennt. Macht aber auch nix, denn der Typ ist ein ganz lustiger Kerl und das wird bestimmt spaßig. Zu lachen gibt es also auf jeden Fall was. Bis später dann….
Bin mit Kopfweh aufgewacht und zum Frühstück gab’s deshalb auch erstmal zwei Aspirin und natüüürlich ‘nen ordentlichen Pott Kaffee. Bin wohl bissle spät ins Bett, weil ich bis tief in die Nacht Besuch hatte, hab’ bissle zu spät noch viel zu viel Kaffee getrunken und wohl auch zu wenig gegessen. Sohnemann ist erkältet und spielt deshalb heute auch nicht beim Fußball mit, aber er verabschiedet sich nachmittags dann zum Opa, weil der ‘ne Geburtstagssause steigen lässt. Ich schleiche mit M. bissi um die Häuser und versuche dem Alkohol zu entsagen, sonst ist der Sonntag komplett im Eimer. Wer will das schon…
Sofern nichts anderes dazwischen kommt, werde ich heute mal meinen Kleiderschrank ein bisschen entkernen und die aussortierten Sachen gleich an dankbare Menschen weiterleiten. Nein, ich entsorge nichts in der Altkleidersammlung oder im Container, ich schenke es Menschen, die ich kenne und wo ich genau weiß, dass dort nur wenig Geld vorhanden ist und man sich über solche Sachen freut. Ein warmes Lächeln ist Dank genug und so kann auch ich mal was Gutes tun. Auch mit Sohnemanns Klamotten mache ich das schon seit Jahren so und es gibt immer irgendwen, der/die sowas noch gebrauchen kann.
Das Wetter scheint heute gnädig zu sein und wenn das so bleibt, spazieren wir vor unserem Um-die-Häuser-Streifzug noch ein bisschen im Wald herum. Fräulein Waldhuhn wird sich freuen und uns wird die frische Luft auch nicht schaden. Drüben im Kinderzimmer niest Herr N. aus P. im Akkord und ich hoffe, dass es bei einer harmlosen Erkältung bleibt. Fräulein Katze schlendert irgendwie erwartungsvoll durch die Räume und meckert jeden und alles voll, also alles wie immer…
Also wenn ich heute so aus dem Fenster schaue, könnt’ ich sofort wieder in mein Bett kriechen. Grau, nass, trüb und verry unfreundlich. Da friert man schon vom rausschauen. Regenwasser läuft an den Dachfenstern runter und laut Wetterbericht sollen sich sogar nochmal Schneeflocken in unsere Gegend verirren. An sich im März keine Seltenheit, aber ich will endlich den Frühling sehen. Bisschen Sonne, bisschen wärmere Luft, bisschen Knospen an den Bäumen, bisschen Leben halt. Draußen ist aber heute irgendwie November, so auf-den-ersten-Blick-technisch. Bäääh…
Sohnemann hat sich gerade in die Schule verabschiedet und ich trinke erstmal in Ruhe meinen Kaffee. Nach den Ereignissen der letzten Tage fühlt sich alles noch etwas dumpf an, auch wenn man seinem gewohnten Alltag artig folgt. Trotzdem schleichen sich immer wieder Bilder in die eigenen Gedanken und auch am anderen Ende der Stadt bekommt jemand immer mal wieder feuchte Augen, wenn er an das schwarze Fröschlein denkt. Die Sinnlosigkeit seines Leidens und die Flucht seines eigentlichen Herrchens aus der Verantwortung machen mich noch immer wütend. Nicht nur mich. Ändern können wir daran nun nichts mehr, aber der Knoten im Bauch bleibt.
Schön ist, dass diverse Hilfegesuche für die einstige Pflegemama nicht ungehört blieben. Mein Aufruf im Freundes- und Bekanntenkreis rief unerwartete Resonanzen hervor, die mich schon fast sprachlos machen. Ihr ruiniertes Mobiliar steht ja nun im Keller und ist reif für den Sperrmüll, wofür der kleine Hund nichts konnte. Allerdings wollte eigentlich der Hundehalter dafür Sorge tragen, dass die Sachen wenigstens zum Teil ersetzt werden. Beim Wollen ist es geblieben und so helfen zum wiederholten Male andere Menschen, wo eigentlich er in der Pflicht stünde. Dass auf diesen Menschen kein Verlass ist, ist uns jetzt nicht mehr neu. Was mich jedoch erstaunt, ist, dass mir Unbekannte zu Spenden und Hilfeleistungen bereit sind.
Da wäre z.B. mein Nachbar, der fleißig seine Fühler ausstreckt und würdigen Ersatz für die beschädigten Sachen sucht. Dann wäre da noch eine gute alte Freundin, die ihren Göttergatten bekniet, damit er eine vorhandene Garnitur spendet bzw. zur Ansicht freigibt. Nicht zu vergessen Frau F. aus S. zwischen P. und S., die in Windeseile eine Notcouch organisiert hat, damit der Gestank sich künftig nur noch im Keller ausbreitet. Sie hat auch Verständnis dafür, dass diese Notcouch nicht die Endlösung ist, denn der Wohlfühlfaktor spielt keine unerhebliche Rolle. Dann wäre da auch noch eine Forenbekanntschaft, der unerwartet eine Anzeige in der lokalen Presse sponsert und Hilfe beim Transport zusichert. Ich kenne diesen Menschen nicht persönlich und trotzdem versucht er zu helfen, was ich bemerkenswert finde.
All diesen Leuten sei inzwischen auch im Namen meiner gebeutelten Freundin gedankt, denn hier legt niemand die Hände in den Schoß. Selbstverständlich ist das nicht, das ist sicher, aber wir sagen schon mal jetzt ganz herzlich Danke…
So, heute gibt’s nur ‘nen klitzekleinen Beitrag, weil ich gleich ausgiebig frühstücke. Klönen, schnattern, lästern inklusive – logisch. Frische Brötchen gibt’s obendrauf und Kaffee sowieso. Wurde spontan entschieden und macht richtig Laune, denn unverhofft kommt oft. Also Mädels (und die paar Jungs), wir lesen uns heute Abend oder morgen. Ich bin erstmal wech, Kaffee kochen und Tisch decken…
Unerwartet ergab es sich gestern, dass Herr S. aus P. und ich nach S. zwischen P. und S. zur Frau F. und Herrn H. fuhren und den klitzekleinen Nachwuchs in Augenschein nehmen durften. Gespannt wie ein Regenschirm näherte ich mich dem Körbchen, wo drei superkleine Minikätzchen lagen und sich aneinander kuschelten. Mit Erlaubnis der Hausherrin durfte ich eines der Wattebällchen in die Hand nehmen und bestaunte die mikroskopisch kleine Nase, die unglaublich kleinen Ohren und stellte fest, dass ich hier kaum mehr als eine halbe Hand voll Katze in den Händen hielt. Zwar hatte ich schon oft junge Kätzchen geherzt, aber so kleine und frische Wesen waren selbst mir neu und mir ging wirklich das Herz auf.
Frau Katzenmama schlenderte entspannt um alle Besucher und Herr Hund schaute regelmäßig nach, ob auch alles seine Ordnung habe. Es war wunderbar, diese kleinen Wesen anzuschauen. Frau F. bereitete uns anschließend noch ein leckeres Abendmahl und gegen 21.00 Uhr traten wir dann die Heimreise an. Bewaffnet mit zwei unscharfen Bildern auf dem Handy saß ich gedankenverloren im Auto und bekam diese lustigen und überaus süßen Wollknäulchen nicht mehr aus dem Kopf. Leider lässt die Qualität des Photos sehr zu wünschen übrig, da die Kätzchen nicht stillhalten wollten und die Dämmerung ihr übriges tat. Ich hoffe, ich kann Euch demnächst noch bessere Bilder präsentieren. Auf dem Photo sieht man nur zwei der kleinen Fellnasen, da Frau Katzenmama eines ihrer Kinderchen hinter die Couch getragen hatte. Macht nix, auch der verbliebene “Rest” lässt mein Herz zerfließen.
Hier in Plauen schneit es nun schon den zweiten Tag in Folge, allerdings bisher nur nachts. Gestern und auch heute sah man morgens schneebedeckte Dächer und weiße Straßen. Die steigenden Temperaturen tagsüber ließen die weiße Pracht gestern allerdings recht schnell wieder verschwinden. Heute Morgen hingegen gab’s wieder Schnee und wir werden sehen, ob auch heute alles wieder schmilzt. Anderswo soll ja der Winter nochmal ordentlich zugeschlagen haben und das nehmen wir heute in Augenschein. Fräulein F. aus S. zwischen P. und S. und meine Wenigkeit werden heute einen kleinen Abstecher ins Erzgebirge unternehmen und nach Annaberg-Buchholz fahren. Ich bin sehr gespannt. Frau Bergzwerg wird uns dort hoffentlich mit warmem Kaffee und einer gut funktionierenden Heizung in Empfang nehmen.
Herr N. aus P.verweilt unterdessen im Plauener Umland bei seinen Freunden und amüsiert sich offenbar in vollem Umfang, denn man hört und sieht seit Montag nichts von ihm, was immer ein gutes Zeichen für sein Wohlbefinden ist. Wann er wieder nach Hause kommt, steht in den Sternen, denn er verlängert seine Besuche dort mit aller Regelmäßigkeit und aus einer geplanten Übernachtung werden dort fast immer sehr viele mehr. Ich warte einfach auf jenen Anruf, wenn er seine alte Mutter dorthin beordert, um ihn nach Hause zu holen. Solange die dortige Hausherrin nichts gegen ausgedehnten Aufenthalt einzuwenden hat, lasse ich ihm seinen Spaß, denn schließlich hat er Ferien. Das Zeugnis ist auch recht gut ausgefallen und ich kann zufrieden mit seinen Noten sein. Er bemüht sich und hat sich in einigen Fächern verbessert, wobei ich die Verschlechterung in den beiden anderen Fächern großzügig übersehe. Passt scho…
Herr S. aus P. geht seinen beruflichen Pflichten nach und beträgt sich nach seinem Fauxpas am vergangenen Wochenende vorbildlich. In alter Manier singt er schön schief sämtliche Hit-Giganten hoch und runter, macht und tut fleißig hier im Haushalt mit, schnippelt artig Gemüse und dergleichen, wenn Bedarf ist und ist auch sonst ganz lieb. Wenn’s so bleibt, kann und will ich ihm nichts nachtragen und werde ihn gewohnheitsgemäß am Singen hindern, denn manchmal singt er so schief, dass es weh tut. Aber der Spaßfaktor ist enorm hoch und entlockt mir immer wieder ein Lachen. Passt auch…
So Leute, meinereiner wird sich so langsam unter die Dusche begeben, damit Fräulein F. nicht warten muss, wenn sie mich dann gegen 8.00 Uhr hier abholt. Draußen schneit es noch und obwohl ich den Winter mit all seinen Eigenschaften liebe, mag ich endlich wieder Sonne und warme Luft draußen haben. Meine Winterliebe findet alljährlich im Februar ihr Ende und erwacht erst im November oder Dezember jeden Jahres wieder. Der Winter dauert mir zu lange. Passt überhaupt nicht…
Aufgestanden sind wir ziemlich zeitig, dann wurde erstmal ordentlich gefrühstückt, danach flitzte Frau N. aus P. nochmal schnell in den Supermarkt, weil wir kurzerhand beschlossen hatten, dass wir einen Maulwurfkuchen und einen Marmorkuchen backen wollten. Zwischenzeitlich meldete sich das Füchslein mit Anhang zum Mittagessen an und somit brauchten wir noch mehr Zutaten für’s Mittagessen. Zuhause wieder angekommen, war’s Füchslein schon angereist und Herr H. aus M. spielte mit Sohnemann schon fleißig Playstation. Meinereiner kochte fix ein Käffchen und schlürfte eine Tasse mit. Nach und nach verdünnisierten sich alle Anwesenden ins Kinderzimmer und ich begann mit der Zubereitung des Mittagessens. Auf dem Speiseplan standen „Beffsteggs“ mit Kartoffelpürree und gebratenen Zwiebeln. Also losmatschen und die Teile ausbraten. Wuppte alles bestens und nach kürzester Zeit roch man in allen Zimmern, was heute auf den Teller kommt.
‘S Füchslein fühlte sich nicht so, also verließen Herr H. aus M. und seine Frau F. aus S. zwischen P.und S. schon kurz nach dem Mittagessen meine Wohnung, damit das Füchslein zuhause auf dem Sofa gesunden kann. Schon bei ihrer Ankunft sah sie nicht besonders gut aus und ihr Zustand verschlechterte sich zusehens. Nachdem die Beiden gegangen waren, begann ich mit dem Marmorkuchen. Scheiße, die Margarine is’ alle und Eier haben wir nach dem Backen dann auch keine mehr. Also huschte Herr S. aus P. nochmal fix zum Supermarkt um die Ecke und sorgte für Nachschub. Plangemäß landete dann der erste Kuchen im Ofen und Herr S. meldete sich zur Zubereitung des Maulwurfkuchens an. Ich überließ ihm die Küche und wollte eigentlich im Bad verschwinden, aber es kam mal wieder ganz anders. Erst klingelte mein Telefon, dann klingelte gleich nochmal das Telefon und dann klingelte mein Nachbar und dann klingelte noch ein später Besucher. Ratzfatz war es 22.00 Uhr und der Tag war rum.
Also minimierte ich meine Badezimmerpläne auf das Nötigste und beschränkte mich auf die übliche Reinigungsprozedur. Die ausgiebige Variante werde ich dann eben heute praktizieren. Küchendienst am Herd hat heute Herr S. aus P. und das lasse ich mir gerne gefallen, denn sonst koche ja ich immer. Kuchen haben wir nun in rauen Mengen, „Beffsteggs“ gibt’s auch noch zum Zwischendurchessen und wenn jetzt hier noch einer hungert, dann ist er/sie selbst schuld, denn der Kühlschrank platzt aus allen Nähten und unter’m Bett lauert der Maulwurfkuchen, allerdings wird der bewacht. Das Korrekturlesen fällt heute aus, denn es kann sich nur noch um Minuten handeln, bis die Männer wach werden und mich wieder in Beschlag nehmen. Wer also Rechtschreibe- oder Grammatikfehler findet, darf sie behalten…
Kurzfristig hatten Herr S. aus P. und die werte Frau N. aus P. einen Abend und die dazugehörige Nacht bei Fräulein F. aus S. zwischen P. und S. verbracht und dort gab es mal wieder Kirsch in rauen Mengen, was bei meinem Füchslein wieder zu physischen Entgleisungen führte, die ich photographisch festhalten musste. Herr H. aus M. wachte sorgsam darüber, dass Frau F. den Halt nicht gänzlich verliert, was ihm zu 99% auch gelang, jedoch stürzte das angeheiterte Füchslein während ihrer letzten artistischen Meisterleistung ganz ordinär von ihrer Couch, was ich ebenfalls eingefangen habe. Herr H. aus M. konnte sich nicht mehr halten, wir auch nicht und das Füchslein schämte sich (siehe letztes Bild). Aber seht selbst, was meine Kleene mal wieder verzapft hat. Ja, betrunken ist sie immer wieder ein kleines Highlight…
Da ich nun schon die ersten Beschwerden über die derzeitige Schreibpause erhalten habe, möchte ich Euch wenigstens wissen lassen, dass Frau N. aus P. Weihnachten und auch Silvester im Kreise sehr netter Menschen verbracht und über alle Maßen genossen habe. Sogar der eine oder andere kleine und größere Wunsch wurde mir erfüllt und am ersten Weihnachtsfeiertag fand ich dann noch ein verspätetes und vollkommen unerwartetes Geschenk, von dem Ihr vielleicht im Laufe diesen Jahres noch das eine oder andere hören bzw. lesen werdet.
Der Heiligabend ist vorbei und nun will die Tante Nyiri gerne wissen, wie Ihr Euren Heiligabend verbracht habt und was der alte Rotrock für Euch im Sack hatte…
Ich habe hier sehr nette Gäste gehabt, zum Teil überraschend, denn eigentlich hatte ich nur eine Freundin eingeladen, am Ende saßen jedoch fünf Personen an meinem Tisch und es wurde ein überaus lustiger Abend. Als erstes ging ein Teller mit Kartoffelsalat, Würstchen, Eiersalat und ordentlich Senf zu Boden. Dem Gast war’s furchtbar peinlich, der Rest der Gemeinde lachte sich natürlich kaputt. Dann hat Frau Nyiri ein vollkommen neues Spiel erfunden und das geht so:
Spielanleitung:
Man kaufe sich eine große Schachtel „Edle Tropfen“ oder lasse sich diese schenken. Dann biete man den Gästen selbige an. Diese Pralinenschachtel beinhaltet feinstes Konfekt mit vier verschiedenen Sorten Hochprozentigem (Whiskey, Calvados, Cognac und Grappa). Alle Pralinen müssen in etwa gleich aussehen und sind innerhalb der Schachtel nach Inhalt beschriftet. Dann nehme man die Schachtel aus dem Schrank, werfe sie mit einer gekonnten Drehung auf den Teppich, wobei sie sich vollständig entleeren sollte. Dann sortiert man die umherliegenden Pralinen wieder in die Schachtel und ignoriere dabei, dass die Reihenfolge eingehalten werden sollte. Nun stelle man die frisch sortierte Schachtel mit einem gespielt entschuldigendem Lächeln auf den Tisch und ermuntere die Gäste, beherzt zuzugreifen. Ziel des Spieles ist, den Inhalt der einzelnen Pralinen zu erraten. Gewonnen hat der-/diejenige, der/die die meisten Pralinen essen musste, weil er/sie immer falsch geraten hat und demzufolge nach dem vollständigen Verzehr der Schachtel zwei Klingeln am Spazierstock hat.
Die Damen hielten sich gepflegt im Hintergrund und stellten sich milde lächelnd zwei Flaschen Asti Cinzano in den Hals. Gegen 1.00 Uhr verabschiedete sich die illustre Gesellschaft dann kichernd und gackern in die Nacht und Frau N. aus P. fiel todmüde in ihr Bett und widmete sich einem ihrer Geschenke vom liebsten Füchslein auf Erden: „Feuchtgebiete“ von Charlotte Roche. Um meinen Hals baumelt das Geschenk meines Sohnes, welches er mit viel Sorgfalt und Liebe in einem Schmuckgeschäft seines Vertrauens erworben hat. Alles in Allem war das ein wunderbarer Heiligabend und vom Unterhaltungswert einer der schönsten, die ich bisher erleben durfte.
So, mit ein bisschen Verspätung folgt nun der Bericht vom vergangenen Wochenende und dem gestrigen Montag. Am Freitag Abend tuckerte ich nun in Richtung S. zwischen P. und S., um dort gemeinsam mit Frau F. das gigantöse Weihnachtsgeschenk für deren Liebsten aufzubauen. Der Laptop von F. brauchte auch dringend eine Wurmkur, was ich gleich am Freitag in Angriff nahm. Also raffte ich nahezu meine komplette Technik hier zusammen und stopfte alles in meinen Mädchenchrysler. Da ich mir zum Fahren nur ein paar Gucklöcher in den Schnee geschaufelt hatte und guten Mutes war, dass der Rest der endlich eingetroffenen Schneemassen sich während der Fahrt verabschieden würde, war meine Sicht anfangs stark eingeschränkt. Nun war ich auch nicht gerade in salonfähiger Kleidung – also eher in Gemütlichhosen, Wuschelpulli und Zauselhaaren – und beeilte mich zugegebenermaßen, schleunigst in mein Auto zu kommen.
Es hatte herrlich geschneit, wurde ja auch Zeit. Mit eigenem Laptop, externer Festplatte, gefühlten 482.000 CDs und 15 km Kabelsalat im Gepäck verließ ich die Ost und schielte mehr schlecht als recht über den Schneeberg auf meiner Motorhaube. Wie Frauen nunmal so sind, spekulierte ich darauf, dass genau dieser Schneeberg sich durch den Fahrtwind und auch die entstehende Wärme unter der Motorhaube früher oder später verflüchtigen würde. Dass dies reine Spekulation war, bestätigte sich spätestens in Mehlteuer, denn dort stieg Frau N. aus P. dann entnervt aus ihrem Mädchenchrysler und wollte in der Parktasche einer Bushaltestelle im Dunkeln dann die restlichen Schneemassen entfernen. Natüüürlich kam ausgerecnet in diesem Moment der Bus und ich musste fluchtartig die Parktasche verlassen. Meckernd und keifend suchte ich die nächstbeste Einmündung, was aber im Dunkeln und mit geschwächten Linsen meist in letzter Sekunde erfolgt und bei verschneiten Straßen nicht ganz ungefährlich ist.
Irgendwo bei Drochaus schlenkerte ich dann nochmal zu den Parkflächen vor ein paar Glascontainern und vollendete meinen Versuch, die Sicht nach vorn durch die endgültige Entfernung der nunmehr wirklich störenden Schneehügel zu verbessern. Meine Theorie war nicht ganz aufgegangen, typisch Weiber. Abgekämpft und trotzdem schon wieder kichernd kam ich bei Frau F. an und schleppte meinen ganzen Plunder in deren Hütte. Ein bisschen schnattern, ein bisschen Kaffee, ein bisschen zuviele Zigaretten und ein paar Stunden später war die grobe Arbeit am fremden Laptop erledigt und den Feinschliff hob ich mir für Samstag/Sonntag auf. Mit der sprichwörtlichen Kehrschaufel am Arsch kroch ich auf die niegelnagelneue Couch und sah mit den beiden Dorfheinis noch ein bisschen fern. So ziemlich gegen Mitternacht übermannte Frau F. dann doch noch ein Hüngerchen und so gab es mitten in der Nacht noch Farfalle mit dieser amerikanischen Tomatentunke und fein gekrümeltem Käse. Nein, kein Parmesankäse, sollte das unklar sein.
Geschlafen war dann fix und nach einer angenehmen Dusche machte ich mich morgens dann über die Feinheiten der Neuinstallation. Die seltsame Kaffeemaschine der Frau F. verweigerte mir den morgens unabdingbaren Kaffee, aber da besagte Frau F. mich in der Küche rumoren hörte, war selbige schnell zur Stelle und löste mein fundamentales Problemchen und kurz danach plätscherte mein geliebter Morgenkaffee durch sämtliche Herzkammern. Am frühen Nachmittag ordnete ich für das verliebte Pärchen einen kulinarischen Abstecher ins naheliegende Umland an und verordnete angesichts der dortigen Schneepracht auch noch den Bau eines ansehnlichen Schneemannes. Die Beiden leisteten artig Folge und Frau N. aus P. verabschiedete sich für einige Stunden ins benachbarte Ausland, um dort feinste Tabakwaren zu erstehen. Auf dem Hinweg organisierte ich noch schnell die Festplatte für den Laptop von Frau Mama, der hier auf seine Reparatur wartete und gönnte mir ein kleines Akustikschmankerl von den „Korn“-Jungens, welches ich auch gleich in den Player meines Gefährts stopfte, wo den Lautstärkeknopf unaufhörlich drückte.
Fröhlich gröhlend und beschwingt setzte ich meine kleine Reise fort und kurz vor Einbruch der Dunkelheit traf ich wieder in der ländlichen Idylle des Plauener Umlandes ein. Herr H. aus M. brach am frühen Abend zu seiner anstehenden Weihnachtsfeier auf und wir Mädels konnten nun endlich mit dem Aufbau seines Geschenkes beginnen. Es versteht sich von selbst, dass Frau F. mich nicht informierte, welches Werkzeug ich eventuell noch mitbringen könnte, weil sie vergessen hatte, den Akku ihres Schraubers zu laden und nur einen ausgeleierten Bit besaß. Also packten wir erstmal die 248 Kartons mit den darin befindlichen 7329 Beutelchen voller Schrauben und Unterlegscheiben aus. Mir kamen beim Anblick dieser Einzelteile fast die Tränen, ich schwör’s Euch. Die folgenden 4-5 Stunden verbrachten wir nun mit Lesen der Montageanleitung und dem Aufbau. Irgendwie blieben natürlich jede Menge Schrauben übrig, aber das Teil stand wie eine deutsche Eiche und wir vergnügten und mit der ersten Inbetriebnahme. Genaueres darf ich an dieser Stelle leider nicht verraten, da Herr H. aus M. ja auch gerne hier stöbert.
Am Sonntag Mittag dann trat ich die Heimreise an und stürzte mich auch gleich auf dem Mama-Laptop, der inzwischen wieder schnurrt wie ein Kätzchen. Fix ist er, funktioniert einwandfrei und Mama, Schwesterlein und Gatte/Papa freuen sich sicher, wenn der gute Klapperkasten endlich wieder im Saarland eintrifft. Endlich konnte ich meinen Saarländern auch mal was gutes tun, was mir sonst nicht so einfach mal möglich ist, da uns ja einige hundert Kilometer trennen.
Zu guter Letzt war ich nun gestern an einem ganz ungewöhnlichen Ort zum Kaffee eingeladen und möchte meine Bewunderung ausdrücken. In den letzten Jahren herrschte zwischen ihr und mir eigentlich fast komplette Funkstille. Zwar verbinden uns enorm viele Kindheits- und Jugenderinnerungen, aber persönliche Entwicklungen und Meinungsverschiedenheiten führten vor einigen Jahren dazu, dass sich unsere Wege konsequent trennten. Böse Worte und ebenso böse Blicke waren die Folge und so war keiner wirklich traurig darüber, dass der Kontakt abbrach. Vor einiger Zeit entstand nun wieder vorsichtiger Umgang, nicht zuletzt durch das Internet und gemeinsam besuchte Plattformen. Einer Bemerkung meinerseits bezüglich Silvester folgte ihrerseits eine völlig unerwartete Einladung und ich wiederum schlug einen Kaffeeplausch vor, der so vollkommen unerwartet angenehm verlief. Nach Jahren des Schweigens saßen die beiden Frauen an einem Tisch, die sich in den vergangenen (fast) acht Jahren (!!!) mit dem sprichwörtlichen Arsch nicht ansahen. Ich bin ein äußerst nachtragender Mensch und bin einigermaßen beschämt, dass die Gegenseite das nicht zu sein scheint.
Gestern nun tratschten und lachten wir erstaunlich entspannt und tranken ordentlich viel Kaffee. Ich durfte einen Blick in die heiligen Hallen werfen und den heimischen Hund wurschteln. Ich danke Dir sehr für diese Einladung und spreche Dir hier an dieser Stelle offen meine Hochachtung vor Deiner Gutmütigkeit aus, denn Du bist weniger nachtragend als ich und kannst offenbar sehr viel schneller über Deinen Schatten springen. Es war schön, über Erinnerungen sprechen zu können und mir gefällt das dunkle Laminat in Deinem Wohnzimmer über alle Maßen. Gnihihi… Ich sehe, dass Du Dich in den letzten Jahren sichtbar weiterentwickelt hast und bin in hohem Maße erstaunt, dass das gestern so passiert ist. Wir unterscheiden uns nach wie vor enorm und trotzdem fand ich es wirklich toll, wie leicht Dir dieser Schritt zu fallen schien. Ich fuhr mit gemischten Gefühlen in Deine Richtung und habe rein gar nichts erwartet. Wer nichts erwartet, kann bekanntermaßen nicht enttäuscht werden. Ich als alter Skeptiker betrat nun recht zaghaft Dein Heim und wurde herzlich empfangen und meine anfängliche Scheu legte sich nach einigem Zögern. Danke nochmal, ich bin immer noch ziemlich überrascht, denn ich hatte mit allem gerechnet, nur nicht damit…
Liebe Mädels, in einigen Stunden werde ich mich in Richtung von Frau F. verabschieden und dort den Großteil meines Wochenendes verbringen. Wir werden Weihnachtsgeschenke zusammenbauen, Laptops wieder in Ordnung bringen und wir werden wie immer sehr viel lachen und sehr viel reden. Ich wünsche allen Lesern ein schönes und wunderbar verschneites Wochenende und tauche am Montag in alter Frische wieder auf – versprochen…
Heute ist ein wichtiger Tag für Dich und ich weiß, Du hast große Angst, zu versagen. Ich weiß aber auch, dass Du in den letzten Tagen viel Zeit zum Lernen geopfert hast. Die Angst vor dem heutigen Tag kann ich Dir leider nicht nehmen, aber ich kann versuchen, Dir Mut zu machen. Ich glaube fest daran, dass Du das schaffen wirst, denn Du bist ein zielstrebiger und energiegeladener Mensch, der alles schaffen kann, wenn er nur will. Und ich weiß, Du willst. Schau’ Dich um, was Du bisher geschafft hast. Du stehst mit beiden Beinen im Leben, hast Dir ein wunderschönes Heim geschaffen, bist fleißig und Du bist eine wahrer Freundin. Du hast mir in den letzten Wochen und Monaten so oft beigestanden, hast mir so oft geholfen, warst mir eine echte Freundin und so manches Mal durfte auch ich Dir meine Schulter zum Weinen anbieten. Wir hatten es beide nicht leicht im Leben und die jüngste Vergangenheit stellte uns beide gleichermaßen auf die Probe. Gemeinsam haben wir diesen Prüfungen die Stirn geboten und das tun wir auch weiterhin – gemeinsam…
Ich wünsche Dir für Deine Prüfung heute alles Glück der Welt und drücke Dir alle Daumen, die ich finden kann. Die Lösungen kann ich Dir zwar nicht zuflüstern, aber glaub’ mir, ich würde es tun, wenn ich könnte. Behalt’ ‘nen kühlen Kopf und löse Deine Aufgaben souverän. Verlier’ nicht gleich den Mut, wenn Du eine Frage nicht gleich beantworten kannst. Überspring’ sie und widme Dich zuerst den Aufgaben, deren Antwort Du zu wissen glaubst. Schreib’ was das Zeug hält, egal ob Du Dir sicher bist. Schreib’, als wäre der Teufel hinter Dir her, irgendwas wird schon richtig sein, meine Sonne.
Ich bin ja eigentlich ein Wenig-Telefonierer. Ich bin bekennender SMS-Schreiber und rufe höchst selten mal jemanden an, wenn man von den üblichen Behördentelefonaten absieht. Das heißt jedoch keineswegs, dass ich auch keine Anrufe entgegen nehme. Klar gehe ich ans Handy, wenn jemand anklingelt, zumindest meistens. Gestern wurde mein Akku nun zum zweiten Mal in dieser Woche an einem einzigen Tag mehrfach leertelefoniert. Ihr habt richtig gelesen, nicht einmal sondern mehrfach. Nun fragt Ihr Euch sicher, welche Quasselstrippe da am anderen Ende saß. Tja, dort saß eine junge Dame, die sich eigentlich im Prüfungsstress befindet, aber eine gesunde Zwangspause einlegen musste, da in den rauchenden Kopf keinerlei Information mehr gelangen wollte. Also empfahl ich ihr vorgestern eine Ruhepause und Ablenkung. Und wer lenkte sie ab? Richtig, Frau N. aus P..
Als mein Akku das erste mal nach einiger Zeit zu kapitulieren drohte, wies mich Frau F. aus S. zwischen P. und S. unnachgiebig an, mich gefälligst mit Kabelsalat Ladegerät auszustatten und gefälligst an der Strippe zu bleiben. Als rechtschaffender und folgsamer Bürger kam ich diesem Befehl Anliegen natürlich nach und schon offenbarte sich das nächste kleine Problemchen. Ich war aufgrund der notwendigen Verbindung zur Stromquelle bewegungstechnisch stark eingeschränkt. Zuerst hatte ich die energische Order erhalten, unter den Tisch zu kriechen und eine Steckdose freizuräumen, nun war ich auch noch beschränkt handlungsfähig, da ich eine Hand immer für den Hörer brauchte. Also kramte ich meine Ohrstöpsel hervor und alle Steckplätze am Handy und an meinem Kopf waren belegt. So saß Frau N. aus P. nun da, mit ladendem Handy im Dauerbetrieb und wie James Bond mit Ohrstöpseln versehen.
Wer jetzt denkt, wir hätten ununterbrochen gequasselt, irrt gewaltig. Nein, wir verbrachten gewissermaßen den Tag per Telefon zusammen. Jeder erledigte seine Dingelchen und Sächelchen im Haushalt, am Laptop, sprach mit anderen Menschen nebenbei oder summte einfach nur in den Hörer. Warum wir telefonierten, ohne etwas zu sagen zu haben? Nun ja, das ist eine gute Frage. Zum einen lenkte diese Art von – wie soll man es nennen – Konversation die junge Dame am anderen Ende wunderbar ab und die Zeit verging wie im Flug. Sicher interessiert Euch jetzt, wie lange wir uns „unterhielten“. Das erste Mal schaute ich gegen 15.30 Uhr an die Uhr. Unser Telefonat dauerte zu diesem Zeitpunkt allerdings schon eine Weile an. Unser „Gespräch“ beendeten wir gegen 21.00 Uhr. Ich sehe in diesem Moment förmlich Eure Augen hervorquellen, denn auch ich staunte nicht schlecht, wie lange man nichts sagen kann und trotzdem telefoniert.
Aber Frau F. aus S. zwischen P. und S. war erfolgreich und abgelenkt durch den Tag gekommen und kann heute vielleicht wieder etwas entspannter für ihre Prüfung lernen. Lustig wars auf jeden Fall, denn ich musste hin und wieder unvermittelt lachen, weil ich im Geiste neben mir stand und diese seltsame Situationskomik beobachtete. Weiber…
Mit etwas Verspätung vermelde ich nun endlich den Eingang meines Hauptgewinns und organisiere heute eine kleine Tube Leim, denn wir haben leider nur diese herkömmlichen Klebestifte im Haus, die für unsere anstehende Bastelstunde vollkommen ungeeignet sind. Sohnemann schaute mir etwas befremdet beim Auspacken des kleinen Weihnachtspäckchens zu und wunderte sich über das Strahlelächeln seiner Mutter. Herzlichen Dank in die Annaberge zu den Annazwergen für diese herzliche Überraschung und die zusätzlichen Geschenke. Wir bzw. ganz besonders Frau N. aus P. im wunderschönen V. haben uns sehr gefreut und werden Euch natürlich per Schnappschuss am ersten Räucherkerzcheneinsatz teilhaben lassen…
Vielen vielen vielen Dank… Solche Überraschnung liebe ich sehr!!!
Andere zu kritisieren,
ist das übliche Mittel,
sich selbst in ein besseres Licht zu setzen.
Eine emotionale Ohrfeige ist der Freundschaft Tod!
Ein Freund ist ein Mensch,
der für Dich lächelt,
wenn Du weinst.
Wenn Du Dich zum Richter über Deine Freunde aufschwingst,
kannst Du leicht zum Henker Deiner Freundschaften werden.
Ein Freund ist jemand,
der Deinen kaputten Zaun übersieht,
aber die Blumen Deines Gartens bewundert.
Freundschaft heißt vergessen, was man gab
und in Erinnerung behalten, was man empfing. Zerrissene Freundschaft knüpft sich nicht wieder zusammen,
ohne dass der Knoten sichtbar oder fühlbar bliebe.
In Krisenzeiten offenbaren sich die wahren Freunde.
Je weniger Du hast, desto weniger reden auf Dich ein,
was Du verkehrt gemacht hast oder zu tun gehabt hättest.
Umso größer ist die Chance, dass Du in Dir selbst,
Deinen eigenen Weg erkennen darfst.
So, es ist soweit. Vorgestern war ich bei Frau F. aus S. zwischen P. und S.. Geplant waren ein ruhiger Abend mit leckerem Essen und vielleicht einem guten Film. Auf dem Hinweg organisierte ich noch ein bisschen was Süffiges und düste in die ländliche Einöde. Dort angekommen begann Frau F. auch recht bald mit der Zubereitung des geplanten Essens und Herr H. aus M. und ich amüsierten uns einstweilen prächtig über Frau F.s Bastelleidenschaft, die sie gekonnt in die Zubereitung einfließen ließ. Das Mahl mundete hervorragend und wir lobten die Köchin über den grünen Klee. Da ich für Frau F. obendrein auch einen DVD-Player im Gepäck hatte, suchten wir uns einen guten Streifen aus und machten es uns mit vollgefutterten Bäuchen vor der Glotze gemütlich.
Der Film war irgendwann auch vorbei und Frau N. aus P. hatte die Hälfte verschlafen – was sonst. Nun trug es sich zu, dass Herr H. aus M. zu später Stunde noch einmal das Haus verließ und Frau F. übermütig zur Flasche griff. Drei Flaschen Saure Kirsche warteten auf ihren Verzehr, doch Frau N. verspürte keinerlei Gelüste nach hochprozentigen Getränken und nippte lustlos an ihrem Gläschen. Frau F. allerdings beschloss kurzerhand, die ganze Flasche allein zu trinken. Nein, was sage ich, einzuatmen… In respektabler Geschwindigkeit leerte sie die ganze Flasche und man konnte zusehen, wie ihre Zunge schwerer, die Augen glasiger und die Muttersprache unverständlicher wurden. Irgendwann suchte sie im Stechschritt das Bad auf und von ihrem dritten (!!!) Besuch dort kehrte sie nicht zurück. Als ich vorsichtig nachschaute, was dort drinnen wohl treibe, bot sich folgender Anblick.
Videos folgen… Für besorgte Mitleser darf ich anmerken, dass Frau F. ihr Einverständnis zur Veröffentlichung sämtlichen Bildmaterials erteilt hat. Die Bilder können nur einen minimalen Eindruck des Spaßfaktors wiedergeben, der den verbliebenen Zaungäste an diesem Abend zuteil wurde…
Nachtrag: Auch wenn Frau F. der Veröffentlichung zugestimmt hat und sogar die Videos zur allgemeinen Belustigung hier stehen lassen wollte, habe ich mich jetzt entschlossen, das gesamte Bildmaterial unter Verschluss zu halten. Die Bilder habe ich in einem gesonderten und geschützten Artikel für sie zugänglich gelassen, die Videos habe ich komplett entfernt. Irgendwie hatte ich etwas Magendrücken dabei und habe das jetzt ohne Rücksprache so entschieden.
Ich habe Kopfweh und bin etwas müde, was wohl in erster Linie an den Kopfschmerzen liegt. Zum Frühstück gab’s also einen frischen Kaffee mit viel Milch und zwei ebenso frische Aspirin. Langsam wird der große Hammer im Kopf etwas kleiner und ich blogge heute mit ein klein wenig Verspätung. Zwar bin ich an diesen Beschwerden selbst schuld, aber ein bisschen wird frau ja wohl jammern dürfen. Der Wohnzimmertisch ist von den Spuren der gestrigen Nasch- und Nikotinorgie befreit und ich schwöre Euch, dass ich mich sofort wieder in die Waagerechte begebe, wenn ich hier fertig bin.
Gestern habe ich mich als aktiver Aufbauhelfer versucht, denn Frau F. aus S. zwischen P. und S. leidet im Moment die gleichen Höllenqualen, die ich erst kürzlich erleiden musste. Wie ich damals auch kann sie im Augenblich nicht gut alleine sein. Muss sie auch nicht, denn wozu hat man denn Freunde. Zwar sitzt man ob der besten Vorsätze jedes einzelne Mal total machtlos daneben, aber allein zu sein, wäre wohl noch schlimmer für sie. Mit Unterstützung von Gummibärchen, Lebkuchen, Minischokolade und viel zu vielen Zigaretten versuchte ich, den Schmerz etwas zu lindern, was natürlich nicht immer gelingen will, da dieser altbekannte Schmerz so übermachtig ist, dass man/frau so manches Mal glaubt, daran zugrunde zu gehen.
Am Nachmittag also meldete sich besagte Frau F. nun an, nachdem sie mir eine neue Bekanntschaft vorgestellt hat. Nach einem schnellen Kaffee und einem kurzen Weiberklatsch beschlossen wir, den Abend bei jenem Film zu verbringen, den ich bereits am Vortag auf die Programmliste gesetzt habe. Den ganzen Tag war ich schon in freudiger Erwartung, endlich diesen Film ansehen zu können. Am frühen Abend dann war es soweit. Nachdem wir fix Sohnemanns Fernseher auf das neue Regal bugsiert hatten, legte ich die DVD ein und war gespannt. Frau F. war emotional stark angeschlagen und saß wie ein Häufchen Elend auf meinem Sofa. Der Film lief an und nach einem recht langweiligen Start floss dann auch endlich Theaterblut und dann passierte etwas, was auch nur mir passieren kann – der Film brach ab und war nur zur Hälfte gebrannt. Ich saß fassungslos da und glaubte das alles nicht. Den gesamten Tag hatte ich mich gefreut und nun das. Ich gebe jetzt auch nicht all die Schimpfworte wieder, die mir in diesem Moment rausrutschten.
Nach einigen herzhaften Flüchen beschloss ich, zu später Stunde nochmal in den nahegelegenen Supermarkt zu fahren und dort „Saw IV“ zu organisieren, den ich dort vor einer Woche bereits horrorverliebt durch meine Hände gleiten ließ, aber zu geizig war, mir diesen Film zu gönnen. Ich nahm noch fix die Bestellung von Frau F. auf und raste los. Ich wusste noch genau, wo der Film im Supermarkt zu finden war und rannte regelrecht zum Regal. Dort angekommen suchte ich schon fast panisch nach der DVD und stellte schockiert fest, dass mir andere Menschen zuvorgekommen waren. Lediglich Teil I und II waren noch zu finden. Und nu…??? Ah ja, da wäre ja noch dieser halbe Film, den ich eigentlich gerne vollständig sehen würde. Also wühlte ich weiter und wurde auch fündig. Im Vorbeigehen schnappte ich noch eine Dosis Schokolade für Frau F., eine Portion Waschmittel, ein paar Lebkuchen, Trockenfutter für die Mietzekatz’, etwas schnelles für den Backofen und den leeren Magen von Frau F. und ihre orangefarbenen Zigaretten – an dieser Stelle grüße ich Herrn H., der die Farbe Orange nicht klar definieren kann…
Mit überhöhter Geschwindigkeit fuhr ich zurück nach Hause und hastete die Stufen nach oben. Etwas außer Atem verfluchte ich noch einmal meine Unentschlossenheit von letzter Woche und hielt mit schwachem Triumph meinen Ersatzfilm in die Höhe. Schnell die beiden Pizzen in den Ofen geschoben und alle Einkäufe ausgeräumt, warteten wir mittlerweile doch recht hungrig auf das Klingeln der Eieruhr. Besagte Eieruhr hatte sich aber offenbar längst ins Wochenende verabschiedet und klingelte einfach mal nicht. „Ich glaub’, die Pizza verbrennt grad…“ bemerkte Frau F. irgendwann und ich rannte in die Küche. Glück gehabt, die Pizza sah noch essbar aus und ich nahm sie vorsorglich aus dem Ofen. Geschnippelt und auf einem Brettchen reichte ich Frau F. ihr Abendmahl und kaum hatte ich ihr den Rücken gekehrt, passierte das Unglaubliche – meine Frau Mama hatte meine Nummer gewählt und mein schlechtes Tochtergewissen regte sich, denn ich rufe sie viel zu selten an. Also zog ich mehr oder minder freiwillig das schwere Los, die nächsten 56 Mintuen (!!!) mit ihr zu telefonieren. Der aktuell laufende Film – Full Metal Jacket – lief nebenher und da ich den Film schon unzählige Male gesehen hatte, war es nicht weiter tragisch, dass auch bei diesem Film die zweite Hälfte auf Mutterns Konto ging. Ich hatte ein Déjà-vu und aus Verzweiflung fing auch Frau F. irgendwann an zu telefonieren.
Als wir die Handys von den Ohren kriegten, legte ich endlich wieder „Hostel“ ein – die vollständige Kaufversion. Viel Blut, viel Geräusche, viel Geschrei und brechreizverdächtige Sequenzen erfreuten mein Herzelein. Insgesamt eine zwar platte Handlung und nicht besonders anspruchsvoll, aber durchaus empfehlenswert, wenn man ohnehin einen Besuch zur Toilettenkeramik plant. Ob man nun drauf sitzt oder davor kniet, spielt dann keine Rolle mehr. Der Film endete relativ unspektakulär und wir setzten unsere trennungsspezifische Konversation unter kontinuierlichem Nikotingenuss fort. Geholfen hat es gegen den Schmerz sicherlich nicht wirklich, aber alleine sein, wäre noch unerträglicher für F.-chen gewesen. Nach Mitternacht dann verabschiedete sie sich bedrückt, aber satt… Ich hingegen legte mich auf mein Sofa und wollte noch ein bisschen seichte Fersehunterhaltung genießen. Wie gesagt, wollte…
Beim Wollen ist es geblieben und heute Morgen wachte ich mit sauer verdienten Kopfschmerzen auf, denn zuviel Nikotin gepaart mit Liebeskummer – wenn auch nicht der eigene – hinterlässt innen und außen Spuren. Aber wir sind ja nicht aus Zucker und halten uns für weitere unzählige Nächte dieser Art bereit, mein liebes F.-chen. Versprochen…!!!
Der Sonntag begann ruhig und in aller Gemütlichkeit. Ich genoss meinen Kaffee, hatte bewusst keine Pläne für diesen Tag gemacht und gedachte, das Wochenende schön gemächlich ausklingen zu lassen. Aber wie das mit Plänen so ist, kam wieder alles anders als geplant. Am frühen Nachmittag hatte ich kurz Besuch und freute mich auch sehr über diese spontane Begegnung. Ein Stündchen Plauderei und eine Tasse Kaffee brachten dann doch etwas Abwechslung in den Sonntag. Danach wollte ich nur kurz meinen Emaileingang überprüfen und sah, dass C. online war. Ich tippte eine kurze Begrüßung und prompt klingelte mein Telefon. Natürlich nahm ich das Gespräch an und nach wenigen Minuten wurde beschlossen, dass man den Rest des Nachmittages gemeinsam verbringen sollte. Also machte ich nicht viel Aufhebens und tauschte meine Schlafanzughose gegen eine bequeme Knautschehose, stieg in mein Auto und gondelte Richtung Schleiz.
Dort angekommen durfte ich frisch gezapfte Kuhmilch kosten und nach dem ersten Kaffee folgte ein überaus schmackhafter Cappuccino. Etwas später gesellte sich ein sehr guter Kumpel von C. zu uns und es war entspannt. Ich weiß nicht, ob es klug ist, nun das aufzuschreiben, was dann folgte, aber zumindest bleibt uns dieser Abend wohl noch eine kleine Weile in Erinnerung. Da C. in diesen Tagen und Wochen in etwa das Gleiche durchlebt wie ich während der letzten Monate, gährte in ihr im Laufe des Abends der Wunsch, die Klamotten und Habseligkeiten ihres Ex’ aus ihrer Wohnung zu verfrachten. Was dazu führte, bleibt hier aus privaten Gründen unter Verschluss, aber als Freunde packten wir mit an und versuchten, ihr zu helfen. Natürlich kam der Delinquent zu früh nach Hause und so kam es, dass wir just in dieser Sekunde alles fallenließen, was wir gerade in den Händen hatten und flohen zurück ins Wohnzimmer.
Zugegebenermaßen plagte mich mein Gewissen etwas, denn der junge Mann hatte mir erst kürzlich beim Umzug geholfen und hatte sich als wirklich große Hilfe erwiesen. Aber wie das im Leben manchmal so ist, musste ich klar Stellung beziehen und beteiligte mich schweren Herzens an der „Aufräumaktion“. Da die Gründe hierfür äußerst schmerzhaft für C. waren, brauchte sie jetzt Unterstützung. Diskret blieben Kumpel H. und meine Wenigkeit im Wohnzimmer sitzen und hielten uns verbal komplett raus. Es folgte ein kurzes Wortgefecht im Treppenaufgang und dann war Stille. Mit trauriger Miene kam C. zurück und setzte sich irgendwie erschöpft zu uns. Müde und enttäuscht lehnte sie sich an mich und meine Kehle schnürte sich langsam zu, da ich selbst erst kürzlich eine Trennung hinter mich gebracht habe. Gottlob habe ich die schlimmsten Tage bereits hinter mir und war dennoch irgendwie starr, da dieser Schmerz so überwältigend ist, dass nichts und niemand einen trösten kann.
Ein paar Tränen flossen und bald folgten Rachegedanken. Wir lachten wieder und schmiedeten – vermeintlich hypothetische – Pläne. Tja und einige davon wurden dann an diesem Abend noch in die Tat umgesetzt, denn jedes Kind weiß, dass es nun wirklich keinen schlimmeren Feind geben kann, als eine gekränkte und verletzte Frau. Nun fragt sich der eine oder andere Leser sicher, was sie/wir getan hat/haben, aber das bleibt unser Geheimnis. Es sei nur soviel gesagt, dass niemandem körperlich oder materiell geschadet wird. Ob es richtig oder falsch ist, bleibt offen. Es ist jedoch unbestritten, dass er ihr Vertrauen und ihre Liebe gewissenlos ausgenutzt hat, wenn sich die Verdachtsmomente bewahrheiten sollten. Zwar ist mir derartiges nicht geschehen, aber ich kann die Wut und Enttäuschung durchaus nachvollziehen. Absolut…
Kleines, ich wünsche Dir für die kommende Zeit ganz viel Kraft und Durchhaltevermögen. Es wird nicht leicht und so manches Mal wirst Du denken, dass Du daran zerbrichst, aber Du bist nicht allein und weißt, wo Du uns findest, wenn Du Halt und eine Schulter zum Weinen brauchst. Halt durch und sieh nach vorne, auch wenn die Sommersprossen des Lebens im Moment eher aussehen wie Durchfallspritzer… Wir sind für Dich da und machen jeden Quatsch mit, der Dir dabei hilft, dass es Dir bald besser geht…
Gestern Abend war eine alte Schulfreundin zu Besuch. Sie hatte ihren Besuch bereits vor Tagen angekündigt und saß nun letzte Nacht auf meiner Couch. Letztes Jahr Weihnachten hatten wir nicht wirklich viel Zeit, die Ereignisse der letzten Jahre auszutauschen, doch gestern nahmen wir uns bis weit nach Mitternacht genau diese Zeit. Optisch zur Frau gereift und geistig immer noch genauso wach und besonders wie einst saß sie nun neben mir und wir werteten erstmal die Jahre seit der Geburt unserer Söhne aus. Irgendwann kramte ich dann grinsend meine Bilderkiste hervor und wir kicherten wie damals als Teenager. Da wurde sich über alte Frisuren amüsiert, über seinerzeit schreckliche Modeerscheinungen, man taxierte einstige Jugendfreunde und wischte sich immer wieder verstohlen eine Lachträne aus dem Augenwinkel.
Zu vorgerückter Stunde wurden die Themen intimer, anspruchsvoller und tiefgründiger. Wir stellten fest, dass wir uns im Grunde genommen kaum verändert hatten, die selben Gedanken uns beschäftigen, eine ähnliche Lebensschule genossen hatten. Wir beide waren viel unterwegs, hatten viel gutes und genauso viel schlechtes erlebt, waren daran gewachsen, auch wenn wir nicht immer nur stolz auf alles waren, was wir so getan haben. Und doch hat es uns zu dem gemacht, was wir sind, wer wir sind und das fanden wir beide gleichermaßen befriedigend, auch wenn unsere Mitmenschen das mitunter anders sehen.
Alles in allem war das ein wunderbarer Abend und gegen 1.30 Uhr nachts verabschiedeten wir uns mit dem Vorsatz, zum diesjährigen Weihnachtsfest gemeinsam um die Häuser zu ziehen und diesen Kontakt sorgsamst zu pflegen, denn er bereitet uns große Freude. Wir verstehen uns noch immer ausgezeichnet und freuten uns, dass weder sie noch ich zu einem dieser hausbackenen Muttertiere geworden sind, die man in seinem Umfeld zu Hunderten findet. Ja, und in meinem Glückskeks, den sie mir neben einem kleinen Büchlein und einer Schachtel Fluppen als kleine Aufmerksamkeit mitbrachte, wie sie das immer tut, stand, ich sei ein guter Diplomat. Und das schöne ist, dass ich gegenüber ihr nicht diplomatisch sein muss. Einfach wunderbar…
Der Mittwoch ist einer jener Tage, die einen schon deprimiert aufstehen, duschen und hoffnungslos durch den Tag schlurfen lässt, denn das vergangene Wochenende ist schon wieder ewig lang vorbei und das kommende Wochenende liegt in noch so unerreichbarer Ferne – genau in der Mitte eben. Wahrscheinlich plagt mich die mangelnde Motivation auch nur, weil meine Urlaubstage in diesem Jahr rein gar nichts mit Erholung zu tun hatten. Ständig lag irgendwas Wichtiges an, musste dringendst erledigt werden oder aber es gab sonstwas für Gründe, um bloß nicht auszuspannen oder gar die Seele baumeln lassen zu können. So ein bisschen saft- und kraftlos hänge ich nun schon in den Seilen, was aber größtenteils auf die körperlichen Strapazen zurückzuführen ist. So ein Umzug ins Dachgeschoss (ohne Lift) schlaucht ziemlich und schon der wöchentliche Einkauf wird zum wahren Kraftakt. Aber Jammern gilt nicht, denn ich wollte es ja so. Ein großer Dank geht an dieser Stelle auch all den fleißigen Leuten, die mich zum Teil auch noch Tage nach dem Umzug unterstützten und mir beim Wiederaufbau meiner Möbel halfen. Dies geschah in deren Freizeit, oftmals erst am Abend und das schlechte Gewissen machte sich so manches Mal in der Nacht auf meinem Kissen breit. Und wenn ich dann Tag für Tag demütig und voller Dankbarkeit mit Worten, einer Mahlzeit und erfrischenden Getränken oder Kaffee ihre Anstrengungen honorierte, kam immer jenes Lächeln über deren Gesichter und dieses „Ach komm schon, das mach’ ich doch gerne…“, dass mir schon fast übel wurde, denn ich weiß nicht mal ansatzweise, wie ich das bei all den Leuten wieder gut machen kann. Ich weiß nur, dass mir zahlreiche Einsätze bei diversen Umzügen ins Haus stehen. Das ist das Mindeste, was ich in den kommenden Jahren an Wiedergutmachung leisten kann. Und das werde ich, das bin ich jedem Einzelnen schuldig. Dieser Umzug war der physisch anstrengendste, den ich je bewältigen musste. Und alle Mann mit mir…
Einige von meinen Helfern hätten es wirklich verdient, dass ich sie hier namentlich erwähne, denn so manche/r Freund/in stand mir vor, während und auch nach dem Umzug immer und immer wieder zur Seite. Manche von den Heinzelmännchen halfen völlig unerwartet und ich war erstaunt, wie gerne sie mit anpackten. Mitten im größten Stress saßen wir alle hier oben für die eine oder andere Zigarettenlänge zusammen, ich schaute schweigend in die schnatternde Runde und sah in die Gesichter meiner Helfer. Jeder lachte, keiner war genervt, alle strahlten eine wunderbare Energie trotz der enormen Anstrengung aus. Es war so unbeschreiblich schön zu sehen, dass diese Menschen ob der Belastung ihren Humor nicht draußen ließen und es ihnen weniger ausmachte, als ich befürchtet hatte. Es wurde laut gelacht, alte Missetaten wurden zum Besten gegeben und man hätte glauben können, hier würde nicht umgezogen sondern gefeiert. Ein schöner, wenn auch anstrengender Umzug… Nun, da sich der erste Sturm gelegt hat, kommen wir hier etwas zur Ruhe. Hier und da sind noch ein paar Schönheitsarbeiten nötig, aber die verschieben wir getrost auf die lange Bank, denn sie sind keineswegs so dringend, dass sie nicht noch ein paar Tage oder Wochen warten könnten. Sohnemann fühlt sich in seinem neuen Zimmer offenbar schon sehr wohl und auch ich genieße die Ruhe und die gemütliche Atmosphäre hier, die sich vor allem abends breit macht. Der kleine Mann kommt inzwischen auch bestens mit seiner Zahnspange zurecht. Der Schulweg ist erfreulich kurz und wenn wir uns noch an die ungewohnten Geräusche von draußen gewöhnt haben, ist alles in bester Ordnung. Der tägliche Aufstieg ins Dachgeschoss kostet uns nun auch nicht mehr so viel Puste, wenn man vom Wocheneinkauf absieht. Die Schlepperei von Getränken und den täglichen Notwendigkeiten kosten mich auch jetzt noch jede Menge Kraft, aber das hält fit und macht munter. Übergewicht hat hier oben keine Chance…
So langsam neigt sich nun auch mein Dienstag dem Ende entgegen und der Mittwochsartikel steht vor seiner Vollendung. Zwar bezieht er sich nicht wirklich auf die Wochenmitte, aber nach so langer Blog-Abstinenz gab und gibt es halt doch einige Gedanken, die es wert sind/waren, hier festgehalten zu werden. Den vorgezogenen Post gibt es diesmal schon am Dienstagabend, denn morgen früh werde ich das erste Mal wieder beim morgendlichen Kaffee schön gemütlich online die Zeitung lesen und durch die Weiten des Internets schlendern. Ich habe jede Menge nachzuholen und freue mich, endlich wieder hier zu sein. Ich habe es vermisst, einfach auf die Fülle an Informationen zugreifen zu können, nach der sich mein Kopf so oft sehnt. Nirgendwo sonst finde ich Antworten auf all die Fragen, die einem unsteten Geist Nahrung geben.
In sporadischen Abständen checke ich nun derzeit meine Mails und durchstöbere im Geschwindschritt sämtliche Seiten, auf denen ich im Normalfall täglich zugegen bin und entdeckte heute Morgen, dass ich mich auf Besuch aus der benachbarten Schweiz freuen darf. Eine alte Schulfreundin besucht spontan ihre Eltern in der Stadt und hat ihren Besuch bei mir angekündigt. Da wir in Kindertagen eng befreundet waren und uns für einige Jahre aus den Augen verloren hatten, freuten wir uns umso mehr, als ihre kleine Schwester mich im Internet fand und sich an meinen Namen erinnerte. Sie leitete ihren „Fund“ damals sofort an ihre große Schwester weiter und seither pflegen wir diesen Kontakt sorgsam. Seit vielen Jahren lebt sie nun im Käse-Schokoladen-Uhren-Land und hält unserem Vogtland nach wie vor die Treue. In den kommenden Tagen nun (vielleicht auch gleich heute oder morgen) beehrt sie mich mit ihrer Anwesenheit und ich freue mich drauf. Letztes Jahr zwischen Weihnachten und dem Jahreswechsel sahen wir uns zuletzt und ich finde es toll, dass sie mich bei ihren Besuchen hier nie vergisst. Klasse…
Mein Blocksatzbutton ist immer noch weg, Leute… Ich werd’ wahnsinnig…
da ich nicht genau weiß, ob ich morgen früh noch die Zeit finde, hier meinen morgendlichen Artikel zu verfassen, tue ich das vorsorglich jetzt. Es ist Donnerstag, der 18. September 2008 genau 20.50 Uhr. Sohnemann ist der Einzige, der noch halbwegs Normalität in seinem Zimmer genießen darf und der junge Mann macht sich gerade bettfertig. Abendessen ist erledigt, Hausaufgaben auch und morgen darf Söhnchen dann die Ruhe bei Papa/Oma genießen. Er war bei den bisher erledigten Umzugsarbeiten wirklich sehr fleißig und hat mir geholfen wie ein richtiger Mann. Artig erfüllte er alle Aufgaben, die ich ihm überlassen habe und meckerte kein einziges Mal. Seine Zahnspange hat er heute gleich komplett bekommen, womit wir nicht gerechnet hatten. Die Kieferorthopädin bat das Labor der Zahntechnik darum, das Oberteil doch bitte gleich mit fertigzustellen, da wir uns so einen weiteren Termin sparen können. Die erfüllten diesen Wunsch prompt und wir müssen nun erst wieder in sechs Wochen antreten zur Kontrolle. Die neue Spange drückt und quält den kleinen Mann ziemlich, aber er erträgt es mit Fassung. Er weiß, dass das anfangs nunmal so ist und hofft auf Besserung.
Nach getaner Arbeit im Studio haben wir zusammen heute so einiges geschafft:
Küchenschränke restlos geleert
Vorratsschrank fast vollständig transportfähig gemacht
Jalousien abmontiert (außer Kinderzimmer)
Schlafzimmer bis auf die Klamotten und meine blöde Reisematratze komplett leergeräumt
Tisch und Stühle aus der Küche geräumt
Geschirrspüler ein letztes Mal befüllt und in Betrieb genommen
Töpfe, Pfannen, Teller, Tassen, Besteck und den ganzen Kram verpackt und reisefertig gemacht
Für den morgigen Freitag ist bereits alles durchgeplant, was noch von Dringlichkeit ist und ich denke, dass ich morgen Abend maximal 2½ Minuten zum Einschlafen brauche. Meine Nacht ist gegen 5.00 Uhr vorbei und dann muss ich bis abends durchziehen. Wenn meine Organisation hinhaut, werden wir morgen folgendes erledigen:
in der neuen Wohnung Kleiderschrank aufbauen
Kabeltechnik-Kumpel überprüft, welches Material ich für zwei weitere TV-Anschlüsse benötige
Großteil der Verpflegung für Umzugshelfer/innen einkaufen
Sohnemann mit neuem Wohnungsschlüssel in den Wochenendurlaub verabschieden
Kinderzimmer komplett umzugsfertig machen
in allen Räumen Nägel, Haken und Schrauben entfernen
Badartikel weitestgehend einpacken
Küche vollständig abmontieren
Wenn ich das morgen alles schaffe, falle ich abends vollkommen platt ins Bett, aber sehe dem Samstag sehr viel gelassener entgegen. Alle angesagten Helfer haben heute ihre Teilnahme bestätigt und so treten am Samstagmorgen punkt 9.00 Uhr hier satte neun Leute an, vielleicht sogar zehn, denn einer wollte eventuell noch Verstärkung mitbringen. Sohnemanns Papa hilft auch fleißig mit, was ich bemerkenswert nett finde, denn er hat mich in solchen Situationen trotz allem nie im Stich gelassen. Absolut feiner Zug von ihm, egal was mal zwischen uns war. Er hilft mir und damit auch seinem Sohn. Solche Ex-Männer hat man nicht oft, denke ich. Wir sind dann alles in allem drei Mädels und der Rest sind alles feine Kerls, die ohne groß zu grübeln ihre Hilfe zugesagt haben. Gerne würde ich diese tollen Leute hier namentlich erwähnen, weiß aber nicht so recht, ob sie ihre Namen hier gerne veröffentlicht wissen. Es sei nur soviel gesagt, dass ich die meisten von ihnen zwar schon viele Jahre kenne, manche davon aber wiederum erst relativ kurz. Nichts desto trotz haben alle schon mehr als einmal tatkräftig geholfen und ich freue mich, solche Menschen zu meinem Umfeld zählen zu dürfen. Auf sie ist Verlass und jeder Einzelne von ihnen hat was gut bei mir. Das kann mich im Extremfall zwar die Teilnahme an mindestens neun Umzügen kosten, aber das bin ich jedem von ihnen schuldig, denn am Samstag geht’s ins Dachgeschoss und das schmerzt in allen Muskelfasern.
Ganz am Schluss möchte ich meiner Kollegin und mittlerweile guten Freundin S. und ihrem „Schatzi“ (wie sie ihn nennt), meinem Chef aufrichtig für die Unterstützung und Geduld der letzten Wochen und Monate danken. So manches Mal kroch ich auf dem Zahnfleisch zur Arbeit, konnte kaum noch geradeaus denken, vergaß sicher vieles, war oft handlungsunfähig, aber niemand war mir ernsthaft böse und man hatte Nachsehen mit mir. Ich war dünnhäutig, nervlich angeschlagen und lief wochenlang mit Scheuklappen durch die Welt, nur um nicht noch mehr in die Knie zu gehen. Alles tat weh und ich schlug um mich, wie ein verwundetes Tier. Wie oft habe ich damit genau die Beiden getroffen, die jeden Tag mit mir arbeiten mussten. Ich funktionierte auf Sparflamme, aber Kopf und Herz lagen regelrecht geprügelt vor mir auf dem Boden. Mit genügend Abstand konnte ich mich einigermaßen erholen und befinde mich mittlerweile auf einem heilsamen Weg der Besserung. Ich habe noch keine Zeit, um Kräfte zu tanken, aber die Wunden sind ganz frisch vernarbt und hören langsam auf zu schmerzen. Ich blute nicht mehr, nur noch in größeren Abständen und dann meist auch ohne Tränen. Es wird besser und das emotionale Chaos liegt hinter mir. Nur der Abstand machte das möglich. Ihr Beide habt mich dabei begleitet, mal schweigend, mal zuhörend und oft auch im Gespräch, obwohl ich zeitweise ein schrecklich sturer Gesprächspartner war, der nur noch weglaufen wollte.
Mein Dank ist nicht in Worte zu fassen und ich hoffe, dass ich eines Tages eine Möglichkeit oder einen Weg finde, um Euch meine Dankbarkeit zu zeigen, zurückgeben zu können oder anderweitig Ausdruck zu verleihen, denn Ihr habt Durchhaltevermögen und Geduld mit mir bewiesen. Und für was ich Euch alles zu danken habe, wisst nur Ihr allein. Wenn ich Euch in meinem Schmerz oft so verletzt habe, tut es mir aufrichtig leid und ich weiß nicht, ob alle Worte dieser Welt reichen, um das aufzuwiegen, was Ihr mir entgegen gebracht habt. Aber ich möchte es dennoch versuchen, irgendwann, irgendwie…
Danke auch an meine beste Freundin J., die mich so oft ertragen hat, wenn ich geflohen bin. Sie allein kann ermessen, welch schwieriger Mensch ich in solchen Lebenslagen bin und trotzdem ist auch sie geduldig und nie nachtragend. Und ich danke all denen, die mir Zuversicht und Zuspruch gaben, als ich vor dem Nichts stand. Danke Euch allen, ich bin froh, dass ich jeden Einzelnen von Euch kenne und nur zu gerne würde ich die Namen all derer nennen, die mir ihre Freundschaft und ihre Gedanken gewidmet haben.
Schwermütige Zeilen zum Abschied waren eigentlich nicht meine Absicht, als ich vor knapp zwei Stunden mit dem Schreiben begonnen habe. Mein Sohn liegt längst im Bett. Minutenlang saß ich an seinem Bett und wir plauderten ein letztes Mal vorm Einschlafen, denn heute ist seine letzte Nacht hier in diesem Mauern. Meine eigene letzte Nacht verbringe ich allein und ich bin unendlich froh, dass das Warten vorbei ist. So froh… Unser neues Leben beginnt am Samstag und wir haben sehr viel gelernt. Über Menschen und ihre Versprechungen, über Menschen mit zwei Gesichtern, über Freundschaft, über Lügner, über selbstlose Hilfsbereitschaft, über uns selbst und unser Innerstes… Wir sind vorsichtiger, dankbarer und etwas demütiger, denn wir haben im größten Schmerz genau die getroffen, die uns helfen wollten und es trotz allem noch immer tun.
Danke J.H., M.S., S.W., A.K., I.D., C.F., A.?., L.C., D.P., K., C.K., R.L., S.G.B., meiner Familie P.+J.P.S.+C.S. und allen, die ich zu so später Stunde vergessen habe.
Wir sehen uns „drüben“ in der neuen Wohnung. Und vielleicht finde ich morgen früh ein paar Minuten Zeit, Euch einen guten Morgen zu wünschen… *wink*
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