Der stille Rebell…

6. November 2009

Tja, mein Sohnemann und die liebe Pubertät. Meistens versucht er die Kurve zu kriegen, aber manchmal gelingt ihm das nicht so ganz und dann kommt sein Verhalten wie ein Bumerang zurück. Diese Woche hat er doch tatsächlich einen Tadel abgefasst. Das hatten wir auch noch nicht. Hätten wir aber auch nicht unbedingt haben müssen. Irgendwie kommt er ja so ein bisschen nach seiner Mutter. Hausverbot im McDoof gab’s ja im Sommer schon, was seine Mutter erst mit Anfang 20 “schaffte”. Nun dieser Tadel – ein Fleißtadel. Den hatte die Mama erst in der 9. Klasse, hübsch aufm Bewerbungszeugnis – ebenfalls ein Fleißtadel. Machte sich schön beim Vorstellungsgespräch für die Lehrstelle, muss ich schon sagen. Er meistert solche “Kleinigkeiten” immer ein paar Jahre eher. Dabei hab’ ich ihm diese Schandtaten gar nicht erzählt, er schafft’s trotzdem 1:1. Ich muss schon sagen, Herr Sohn, ich bin einigermaßen sprachlos, wenn man von der kleinen Gardinenpredigt absieht.

Mal sehen, was als nächstes kommt. Wenn er weiter in meine Fußstapfen tritt, dann wandert er mit 17 nach Sonstwohin aus und erkundet sorglos die Welt. Hoffentlich liest er das jetzt nicht, denn das habe ich auch gemacht. Einfach alles hingeschmissen und in die weite Welt gezogen. Mehrmals… Au Backe… Aber er ist kein Dummer und das macht mich stolz. Eigentlich ein kleiner Fuchs und auch menschlich gesehen ein prima Kerl, der kleine Mann. Aber meckern muss ich ja trotzdem, sonst denkt er noch, das wär’ ‘ne Glanzleistung gewesen. War’s nicht, mein Söhnchen!!! Ehrlich nicht… Aber noch bist Du jung genug, um aus Deinen Fehlern zu lernen.

 


Schon wieder Füße???

8. August 2009

Ja, schon wieder. Sicher denkt denken meine Leser, dass ich Fußfetischist bin. Falsch. Ganz falsch. Ja, ich knipse desöfteren meine Gehwerkzeuge, aber dafür gibt es einen Grund. Jeder Mensch mag an sich selbst einen Teil oder irgendetwas ganz besonders gerne und bei mir sind das meine Füße. Klingt vollkommen idiotisch, ist aber so. Ja und komisch klingt es auch, zugegeben. Nun, aus diesem Grund habe ich so einige Bilder von meinen Füßen – Füße in der Wiese, mit und ohne Gänseblümchen zwischen den Zehen, Füße im Sand der Karibik, Füße mit und ohne Schuhe und und und… Aber der Schnappschuss oben im Kopfbereich entstand diesmal ganz anders. Ja, das ist ein Schnappschuss und ich erzähle Euch, wie es dazu kam.

Das Bild ist etwas mehr als eine Woche alt/jung. Wie Ihr sicher noch in Erinnerung habt, waren meine Saarländer kürzlich zu Besuch im Vogtland. An einem dieser Tage kam ich völlig erledigt aus der Schule, pflanzte mich auf die Couch der Gästewohnung, in der meine Saarländer gastierten und legte meine geplagten Füße auf den Tisch. Auch Frau Mama tut das manchmal, also wusste ich, dass sich niemand daran stören würde. Meine Frau Mama setzte sich neben mich, schaute meine Füße an und fragte: “Was hast Du denn für kleine Füße?” Ich schaute sie etwas empört an und antwortete: “Wieso denn klein? Wir haben doch die gleiche Schuhgröße.” Sie schüttelte verneinend den Kopf und packte ihre Füße daneben. Tatsächlich schien es so, als wären meine Füße in den letzten Jahren kleiner geworden.

Wir schauten und verglichen eine Weile unsere unteren Extremitäten, als Schwesterlein sich ebenfalls dazusetzte und uns eine Weile zusah. Schließlich zog sie ihre Schuhe und Strümpflein aus und vervollständigte die “Tischdekoration” um ein weiteres Paar Füßlein. Als ich das alles so vor mir sah, konnte ich nicht anders und kramte nach meiner Kamera, um diesen Moment festzuhalten. Wann kriegt man schon mal so ein seltsames Motiv vor die Linse?! Nachdem ich zufrieden meine Kamera verstaute und Frau Mama ebenso begeistert von diesem außergewöhnlichen Bild war, versprach ich den beiden Mädels, dass ich genau aus diesem Schnappschuss ein neues Banner für diesen Blog basteln werde und hier ist es nun.

Ein Drei-Generationen-Banner. Links sind meine Füße, mittig die meiner Frau Mama und rechts – die leuchtenden 100-Watt-Füße – sind die, meiner kleinen Schwester. Hübsch, nicht wahr? Mir gefällt’s, sehr sogar. Und nein, ich fasse fremde Füße nicht an, ich mag eigentlich nur meine eigenen, aber hier mache ich eine Ausnahme und ich bin mir sicher, dass Frau Mama und Schwesterherz jetzt total verzückt vor ihrem Bildschirm sitzen und sich freuen. Ick freu’ mir ooch…

So und jetzt pack’ ich langsam die Badehose und das Söhnchen ein und verabschiede mich Richtung Talsperre, denn heute wird phantastisches Wetter und das nutzen wir aus. Während meiner Ferien war es ja weniger schön, aber das bevorstehende Wochenende verheißt wunderbares Wetter. Endlich…


Wir Mädels…

5. August 2009

Viel möchte ich zu diesem Bild nicht schreiben, denn ich mochte diesen Schnappschuss auf Anhieb und er drückt alles aus, was man wissen oder fühlen sollte, wenn man an seine Familie denkt…

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So und nicht anders…

2. August 2009

So, meine Saarländer sind wieder zuhause und es war schön, alle meine Lieben mal wieder in der Nähe zu haben. Das Wetter war nicht besonders gnädig, aber wir haben die Zeit größtenteils zu nutzen gewusst. Manchmal schon schade, dass sie nicht gleich um die Ecke wohnen, aber anders kenne ich es schon fast nicht mehr. Der Abschied war auch diesmal nicht unbedingt leicht und meine Tränchen verbarg ich, bis sich Mama außer Sichtweite befand, sonst wäre es noch schwerer geworden. Mama ließ hingegen die Tränchen kullern, das tut sie immer und das tut immer wieder genauso weh. Da ist man den Vierzigern schon so nahe und doch trennt man sich nur ungern von den Menschen, die man im Herzen trägt. Schnüff…

Meine Ferien sind nun auch schon seit einer Woche vorbei und hinter mir liegt eine Woche Fachenglisch. An meinen Kenntnissen hat sich zwar nicht nennenswert viel geändert, aber diese kleine Auffrischung war nicht unbedingt vergebens. Sprechen in Zeitlupe, aber Verstehen doch recht gut, trotzdem ich in grauen DDR-Zeiten das Wahlfach Englisch gegen eine Freistunde eingetauscht hatte. Dank MTV – was nach der Wende noch in englischer Sprache ausgestrahlt wurde – sind meine Englischkenntnisse doch recht gut. Zum Verstehen reicht es über das normale Maß hinaus und gesprochen wird in meinen Kreisen ohnehin vogtländisch.

Das Wochenende war unterhaltsam, entspannend und trotzdem spannend, also so, wie ich das gerne habe. Viel frische Luft, viel Geplauder, viel von all den anderen Sachen, die das Leben lebenswert und prickelnd machen können. So hab’ ich’s gerne, so mag ich das, so soll’s sein. Einige nervraubende Angelegenheiten habe ich entsorgt, dafür an anderer Stelle für Wohlbefinden gesorgt und das war gut so. Manches muss ich einfach nicht haben und meine Zeit ist mir dann doch zu kostbar, um mich mit derlei Langweiligkeiten länger zu befassen. Shut the fuck up…!!!

In diesem Sinne starte ich frisch gestärkt in die neue Woche und denke nicht im Traum daran, an den derzeitigen Gegebenheiten so schnell etwas zu ändern, denn ich fühl’ mich wohl so. So richtig wohl…

elender Langweiler


Saarland im Vogtland…

21. Juli 2009

elefanten

Gestern am frühen Abend trafen meine Saarländer nun im Vogtland ein. Sohnemann hatte sich extra noch in duftendes Badewasser gelegt, Haare hyperhipp frisiert, Nägel mani- und pedikürt, schicke Klamotten angezogen – ich kam aus dem Staunen nicht heraus. Die Ursache dürfte nicht zuletzt darin begründet sein, dass mein Schwesterlein in seinem Alter ist und auch seine Omi und der Opi nur den allerbesten Eindruck haben sollten von ihrem Enkelsohn. Gelungen ist ihm das und in seiner allseits bekannten Coolness fielen wir über unsere Besucher herein. Frau Mama lauerte schon an der Tür und quiekte durchs Haus, als ich die Stufen nach ganz oben hochkletterte. Eine herzhafte mütterliche Umarmung, dann erst wurde Licht im Flur angeknipst.

Sie bewunderte ihren gereiften Enkel und er grinste verschämt vor sich hin. Opa teste gerade die Badeinrichtung und Schwesterlein erforschte ihr Gästezimmer. Dann versammelte sich der Rest doch noch im Wohnzimmer. Meinereiner wurde zuerst an die stiefväterliche Brust gedrückt – so mag ich das ja gerne – und mein Fräulein Schwester guckte etwas verunsichert drein, da wir ja kürzlich ein paar kleine geschwisterliche Reibereien hatten. Ich gab ihr erst die Hand und dann rupfte ich sie ihn meinen Arm, was das Eis schlagartig schmelzen ließ. Von hinten durch die Brust ins Auge. Geschwisterliche Zickereien verboten, jetzt sind wir in Plauen, hier wird gelacht und geschnattert.

Frau Mama hatte wie immer Geschenke im Gepäck und Herr Sohn bekam eine äußert coole Jacke, die er auf dem Heimweg auch sofort anziehen wollte. Sehr cool, sehr dunkelblau, sehr von Nike und sehr sehr geil, muss ich schon sagen. Klamottentechnisch lagen Frau Omi und Herr Opi noch nie daneben, was die Kleiderordnung von Herrn Enkelchen angeht. Er war begeistert und verzog auch ganz geringfügig eine Miene, die man glatt als Lächeln hätte deuten können. Für mich packte mein Mütterchen wie immer Jeans und sowas aus, auch sehr geil und da war noch etwas, was ich schon beinah vergessen hatte.

Herr Stiefpapa war ja über Weihnachten auf seinem jährlichen Trip zuhause in Indien und hatte vor seiner Abreise meine Mutter beauftragt, mich zu fragen, welchen Wunsch ich hätte. Diesmal überließ ich das nicht dem Zufall, da ich normalerweise nicht gerne Wünsche äußere. Es sollten Elefanten sein, meine Lieblingstiere. Egal in welcher Form, egal aus welchem Material, egal woher, ganz egal, Hauptsache Elefanten. Ich liebe diese Tiere, ihren familiären Zusammenhalt, ihre Größe, ihre Anmut, ihr Wesen, alles. Beim Auspacken meiner Klamottagen riet sie mir zur Vorsicht, denn inmitten des Stoffes lauerten sie, meine Elefanten. Drei Stück, offenbar zerbrechlich und ich hatte sie längst vergessen, denn mein Wunsch war ein halbes Jahr alt und in den Tiefen meines lückenhaften Gedächtnisses verschüttet. Seht sie Euch an, ich finde sie traumhaft und sie stehen seit gestern Abend in meinem Wohnzimmerschrank. Frisch aus Indien, etxra für mich, aus schneeweißem Speckstein (denke ich, ich frage nach), offenbar handgearbeitet, denn man sieht deutlich die Bearbeitungsspuren und sie sind wuuunderschöööön. Danke danke danke!!! Genauso habe ich mir das gewünscht und sie fühlen sich so wunderbar geschmeidig in der Hand an. Ich könnt’ platzen vor Stolz und Freude.


Ferien…

13. Juli 2009

Vier Wochen Weiterbildung liegen hinter mir und jetzt haben wir erstmal zwei Wochen Ferien. Am Freitag stand schon die erste Prüfung auf dem Plan und die Ergebnisse liegen erst in einigen Tagen vor. Zwar könnte ich in der Schule anrufen und nachfragen, aber ich werde mir wohl kaum die Ferien versauen. Sohnemann hat auch Ferien und so bleibt wenigstens mal etwas Zeit, um etwas zu unternehmen. Fraglich ist nur, ob er seine eigentlichen Interessen dafür ein bisschen zurückstellt, denn Kumpels, Mädels, coole Klamotten zur Schau tragen oder lässiges Durch-die-Stadt-hip-hoppen kann man nicht einfach so mal sein lassen. Naja, so ist das eben mit 13. Ich seh’s gelassen.

Privat gibt es zwar so einiges, was genügend Gesprächsstoff bieten würde, aber der eine Teil ist megauninteressant und der andere Teil ist viel zu schlüpfrig. Also lasse ich Euch weiter im Argen und genieße. Vielleicht funktioniert der vogtländische Buschfunk ja wie in alten Zeiten und es erreicht Euch auf anderen Wegen. Gnihihi…

In einer Woche tanzt dann meine Frau Mama mit meinem Schwesterlein im Gepäck hier an und das wird auch Zeit, denn wir haben uns seit zwei Jahren nicht mehr gesehen. Sie bezieht eine Ferienwohnung und Sohnemann soll dort ein paar Tage verbringen, da die beiden ja im Normalfall nicht besonders viel voneinander haben. Er freut sich drauf und fragt schon gespannt, wann es denn soweit ist. Nun wird der Zeitraum etwas überschaubarer, denn es ist nur noch eine Woche. Die Zeit verging wie im Flug.

Meine Blogfaulheit ist noch immer nicht auskuriert, was auch nicht zuletzt daran liegt, dass mein Terminplaner zur Zeit zwar knallvoll ist, aber das Wenigste davon wäre einen Beitrag wert. Ja und die interessanten Dinge, die das Salz in der täglichen Suppe des Alltags ausmachen, gehören dann doch nicht unbedingt hierhin. Mehr dazu bei einer Tasse Kaffee – aber auch nur vielleicht… ;-) Vielleicht seid Ihr auch einfach nur zu neugierig. Nech…???


Glänzende Augen…

7. Juli 2009

Nun dringen schon wieder die ersten Beschwerden über die vorherrschende Sommerflaute in meine Augen, also poste ich heute mal wieder was. Lust habe ich derzeit nicht unbedingt zum Schreiben, Anlässe gibt es auch kaum, aber man beugt sich dem Willen seiner Leser und tippert artig. Nach wie vor drücke ich die Schulbank und mein Kopf ist abends nahezu leer. Keine hässlichen Kommentare hierzu bitte. Mein Date am Samstag war gut, mehr verrat’ ich Euch nicht. Sohnemann hat seine erste Ferienwoche hinter sich gebracht und ist seit gestern nun offiziell ein Teenager. Zwei gute Freunde machten es möglich, dass er zum Geburtstag endlich ein eigenes Dingelchen bekam, mit dem er nun ins Net vorstoßen kann, ohne mir ständig auf der Pelle zu hocken, wann er denn an meinen Rechner dürfe. Nix neues, nix aufregendes, aber eben sein eigenes Teil und jetzt herrscht endlich Ruhe an meinem Schreibtisch. Gefreut hat er sich auf seine ganz spezielle Art, die wahrscheinlich nur ich als seine Mutter richtig verstehe. Er hat diese subtile Art der Freude in sich, die sich bei den meisten Kindern ganz anderes äußert. Wenn andere Kinder etwas geschenkt bekommen, das ihr Herz höher schlagen lässt, toben, quieken, lachen und jauchzen sie. Nicht so mein Sohn.

Er schaut Dich an, die Augen glänzen zweifellos, aaaber… Er jauchzt nicht, er lächelt nur verschämt, er quiekt auch nicht, er sagt erstmal gar nichts und er tobt erst recht nicht, er sagt nach einer Weile ganz nüchtern, aber innerlich jubelnd: “Cooooooooool…!!!” Das war’s. Mehr kommt da nicht. Und nach einer weiteren halben Stunde bedankt er sich artig und freut sich leise weiter. So war er schon immer und wenn ich ihn nicht kennen würde, könnte ich glatt denken, dass ihm alles am Arsch vorbei geht. Nein, tut es nicht, er freut sich wie verrückt, aber eben seeehr leise. Diese introvertierte Art der Emotionen hat er von mir geerbt. Jetzt stöhnen am Bildschirm sicher viele auf, die mich kennen. Leute, ich rede davon, wie ich selbst als Kind war. Schüchtern, zurückhaltend, schweigsam, beobachtend, auf wenige Personen fixiert, aber hyperneugierig und mit großen Augen die Welt beäugend. Ja, ich weiß, das hat sich geändert, Gott sei Dank. Und Sohnemann darf so sein, die Mädels stehen drauf, hab’ ich gemerkt. Über einen zu kleinen Freundeskreis kann er sich nicht beschweren und er kann ja auch anders, halt nur im Kreise seiner Familie oder nahen Freunde. Ist vollkommen in Ordnung und solange er mir mit seinen Augen zeigt, wie groß die Freude ist, darf er das auch weiterhin so tun. Ich lese in ihm, das weiß er.

Leider fehlte mir zwecks Schule die Zeit, mit ihm richtig zu feiern, denn am Nachmittag fuhr er eine Woche zu Papa. Aber das holen wir bei einem großen Eis nach. Und was ja eigentlich der Hammer war, ist, dass ausgerechnet an seinem Geburtstag morgens das Lied kam, bei welchem er sein Köpfchen zum ersten Mal in die große weite Welt streckte. Hier für Dich, mein kleiner großer Mann. Noch heute bekomme ich Gänsehaut, wenn ich dieses Lied höre und ich habe gestern Morgen ganz laut gedreht, als das kam. An einem verregneten Julitag 1996 abends 20.45 Uhr kam dieser Song und das war bis dato der schönste Moment im meinem Leben, das wird er auch bleiben, denn seit diesem Tag ist alles anders. Besser, wichtiger. Auch hier noch einmal alles Liebe zum Geburtstag, mein Dicker. Du bist auf dem richtigen Weg und ich wünsche mir, dass ich auch noch in Deinen Augen lesen kann, wenn Du Deine ersten grauen Haare bekommst. Du bist das Wichtigste in meinem Leben und das Beste, was mir je passiert ist, denn ich liebe nichts so sehr wie Dich.


Hoher Besuch und ein bisschen Alltag…

29. Juni 2009

Nun drücke ich schon seit mehr als zwei Wochen die Schulbank und es macht noch immer Spaß. Das Wetter war während dieser Zeit mehr als bescheiden und somit blieben wir dem Garten fern. Zeugnisse gab’s bei Sohnemann auch und die Kopfnoten riechen ganz heftig nach Pubertät. Zwar sind die restlichen Noten nicht die allerschlechtesten, insgesamt zeigt sich aber aufgrund der Leichtigkeit des Pubertierlebens eher eine Tendenz nach unten, wenn auch nicht wesentlich. Dennoch verlieh ich meinen Ermahnungen etwas mehr Nachdruck, aber jetzt sind ohnehin erstmal Ferien.

Frau Mama bzw.Omi aus dem Saarland hat ihren Besuch nun fest angekündigt und Sohnemann freut sich sehr. Ich freue mich natürlich auch, wobei ich leider während dieses Besuches nur ein paar Tage frei habe. Das zickige Schwesterlein ist auch mit von der Partie und wird sich hoffentlich manierlicher benehmen als in den letzten Wochen. Wenn Du das jetzt liest, liebes Fräuleinchen S., dann sollst Du wissen, dass man so nicht mit Menschen umspringt, schon gar nicht, wenn sie Deine große Schwester sind. Wie gesagt, das ist mein Blog und hier schreibe ich, was ich will, worüber ich will und wann ich will. Und ich lasse mich nicht auf die Dinge reduzieren, die ich hier schreibe, denn manches muss eben nicht jeder wissen. Manches bleibt privat und nur weil ich nicht über jeden und alles schreibe, heißt das nicht, dass ich nicht über diese Menschen oder Dinge nachdenke oder dass diese Menschen oder Dinge mir nichts bedeuten. Ende der Durchsage!!!

Das Wetterlein gelobt ja im Laufe der Woche Besserung und vielleicht reicht es zum Wochenende hin ja endlich mal wieder für den Garten. Während der Woche bleibt dafür im Moment etwas zu wenig Zeit, aber ein verregnetes Wochenende möchte man dann auch nicht haben. Nächste Woche Freitag steht schon die erste Prüfung an und bis dahin werd’ ich artig den Ausführungen des Dozenten lauschen und hoffe, dass ich die Prüfung gut gewuppt kriege.


Irgendwas ist immer…

25. Mai 2009

Seit Tagen gibt es Sonne satt und wir haben nahezu die gesamte Woche genutzt, um den unseren “Leih”-Garten aufzusuchen. Ein paar Würstchen grillen, ein bisschen Seele baumeln lassen, ein bisschen Schnapsroulette spielen, ein bisschen Sonne tanken und auch ein bisschen Gartenarbeit machen. Gegrillt wurde fast jeden Tag, das erste Gläschen von unserem neuen Lieblingsspiel ging auch schon zu Bruch und die Seele baumelte gestern in alle Richtungen. Herrlich das…

Sohnemann treibt mich zur Zeit an den Rand des Wahnsinns. Offenbar fahren die Hormone jetzt so richtig mächtig Karussell und die Pubertät hämmert ohrenbetäubend an die Tür. Schulisch lässt er die Zügel seit einer kleinen Weile ziemlich schleifen, zuhause immer das letzte Wort und sei es auch noch so sinnfrei, cool bis in die Zehenspitzen, selbst beim Naseputzen – Image ist bekanntlich alles. Ja und an sämtlichen Querschlägern sind die bösen Anderen schuld, klare Sache. Im Moment kann ich sagen, dass mir täglich an die 25 rote Haare und Federn wachsen. Besserung eher unwahrscheinlich, denn Kinder pubertieren ja bekanntlich bis Ende 30. Ich war nie so frech und aufsässig, auch wenn meine Frau Mama das anders sieht.

Ansonsten läuft alles besser als erwartet und so langsam kehrt auch in meinem Inneren wieder mehr Ruhe ein. Die Gedanken ruhen und ich entspanne mich. Sicherheit werde ich nie erlangen, das weiß ich, aber zumindest kann ich ganz langsam wieder perspektivisch sehen. Einig werden wir uns nie immer sein, müssen wir auch nicht, aber wir treffen uns beim nunmehr dritten Anlauf in der goldenen Mitte, was gut tut. Die Zeit arbeitet für uns und wir helfen ihr.


Orgelpfeifen und Duplofinger…

19. April 2009

SNV30915 SNV30911 SNV30912 SNV30914

Meine Amaryllis thront in voller Pracht an ihrem Fensterplatz und aus dem Avocadoexperiment scheint ein wahres Wunderwerk zu werden. Sage und schreibe fünf Sprösslinge schieben sich dem Tageslicht entgegen und ich komme aus dem Staunen nicht heraus. Unter dem alten Senfglas, das als Miniaturgewächshaus fungiert, wächst und gedeiht dieser Kern besser als ich zu hoffen gewagt habe. Ich habe für Euch bewusst das Datum auf den Bildern belassen, damit Ihr sehen könnt, welche Fortschritte dieses Pflänzchen seit der ersten Regung macht. Zwar dauerte es eine kleine Ewigkeit, bis man überhaupt etwas verzeichnen konnte, aber nun wächst mein Sprössling in bemerkenswerter Geschwindigkeit.

Den gestrigen Abend habe ich meinem Sohn zuliebe hier bei ihm verbracht, denn die Tränenströme wollten nicht ohne weiteres versiegen. Stundenlang lag er traurig und deprimiert in seinem Bett. Er ist mit zunehmendem Alter eigentlich recht hart im Nehmen geworden, aber gestern verlor mein Kindchen dann doch die Fassung. Wie gerne hätte er den Samstag noch einmal im Kreise seiner Freunde verbracht, doch das war rein organisatorisch einfach nicht machbar, was ihm schwerer als erwartet zusetzte. Weder leckere Köstlichkeiten aus dem heimischen Vorratsschrank noch die schrägsten Dicht- und Bespaßungskünste seiner alten Frau Mama zeigten Wirkung und wenn ihm dann doch mal ein Kichern entfleuchte, ermahnte er mich, dass er jetzt nicht in der Stimmung zum Lachen sei.

Mir brach das Mutterherz und ich beschloss endgültig, hier bei ihm zuhause zu bleiben. Den ganzen Tag hatte ich schon überlegt, ob ich nun zum “Resteficken” gehe, aber es hätte mir wohl wenig Vergnügen bereitet, meinen Sohn allein und tieftraurig hier in seinem Zimmer zu wissen. Also ließ ich uns ein schönes Schaumbad ein, weil Sohnemann das über alle Maßen liebt und wir führten nach langer Zeit mal wieder unsere intimen Männergespräche unterm Badeschaum. Er liebte diese banale Zeremonie schon als kleiner Steppke und er mag es noch heute. Ihm ging es danach besser und ich fühlte mich angesichts seiner wieder lächelnden Augen auch sehr erleichtert. In unsere Schlafanzüge gekuschelt und schön gemütlich auf dem Sofa sitzend bzw. eher halb liegend, verfolgten wir noch ein bisschen das Abendprogramm und schlichen gegen Mitternacht mit noch immer anhaltenden “Duplofingern”* in unsere Betten.

Es gibt durchaus noch weitere Kuriositäten zu berichten, die Euch ganz sicher in höchstes Erstaunen versetzen würden, aber davon berichte ich Euch an anderer Stelle. Unerwartete Geständnisse bringen mich gewissermaßen etwas aus dem Gleichgewicht und ich brauche sehr viel Zeit, um Klarheit zu erlangen. Eine schlaflose Nacht hat mich das bereits gekostet und ich befürchte, dass noch weitere folgen werden. Fakt ist, dass das alles unvorhergesehen passiert ist und passiert ist im eigentlichen Sinne noch gar nichts. Gebrannte Kinder scheuen das Feuer, vor allem aber, wenn sie dem Pyromanen ein zweites oder gar drittes Mal begegnen. Ich bin auf der Hut, befinde mich in der absoluten Defensive und dort bleibe ich in naher Zukunft auch. Nein, ich möchte mir nicht mehr den Kopf über das Tun und Handeln anderer Menschen zerbrechen. Ich will das nicht mehr. Der Übeltäter steht vor einem fast unlösbaren Problem – meinem Misstrauen und meiner fast unbezwingbaren Skepsis. Ich kann derzeit nicht abschätzen, ob er diesen beiden Gegnern auch nur ansatzweise gewachsen ist.

* “Duplofinger” nennt man die Gliedmaßen der Hand, die nach zu langem Baden ihre Oberflächeneigenschaften verändern. Die schrumpelige Haut der Finger erinnert an die längste Praline der Welt bzw. deren Oberflächenstruktur und das Wort “Duplofinger” wurde vor vielen Jahren von meinem Sohnemann erfunden.


Alles Gute zum Geburtstag, liebe Mama!!!

4. April 2009

Man nehme 12 Monate, putze sie ganz sauber von Bitterkeit, Geiz, Pedanterie und Angst und zerlege jeden Monat in 30 oder 31 Teile, so dass der Vorrat für ein ganzes Jahr reicht. Nun wird jeder Tag einzeln angerichtet aus einem Teil Arbeit und zwei Teilen Frohsinn und Humor. Danach füge man drei gehäufte Esslöffel Optimismus hinzu, einen Teelöffel Toleranz, ein Körnchen Ironie und Takt. Jetzt wird noch alles reichlich und mit viel Liebe übergossen. Das fertige Gericht empfiehlt sich jetzt noch mit Sträußchen kleiner Aufmerksamkeiten zu schmücken und serviere es dann täglich mit Heiterkeit und mit einer guten, erquickenden Tasse Tee…

Meine liebe Mama,

vor nunmehr 54 Jahren hast Du das Licht der Welt erblickt und bereicherst seitdem das Leben der Menschen um Dich herum. Nicht immer war das Glück Dir hold und so manches Mal musstest Du entkräftet innehalten. Lebensbedrohliche Krankheiten suchten Dich heim und manche von ihnen hätten Dich fast aus unserer Mitte gerissen. Deinem Durchhaltevermögen und Deinem schier unbändigen Kampfgeist ist es zu verdanken, dass Du noch da bist und dafür bin ich dankbar. Fast noch schlimmer als all diese Krankheiten waren einige Menschen, die Dich schlugen, demütigten und Dich um Deiner selbst Willen nicht zu schätzen wussten. Viele Jahre Deines Lebens hast Du an einige dieser Menschen verschenkt, ob nun an Dein emotional unterkühltes Elternhaus oder an die falschen Lebenspartner. Das Leid, dass Du bis hierhin erfahren musstest, brachte mich so manches Mal um den Schlaf und ließ mich Sorge um Dich haben. Es ist noch nicht lange genug her, damit ich all das vergessen könnte, doch Dein starker Wille und das Schicksal brachten vor ein paar Jahren nun doch noch die langersehnte Ruhe in Dein Leben, wenn auch nur in menschlicher Hinsicht. Du hattest nie viel in der Tasche, auch wenn Du stets fleißig wie ein Bienchen warst, aber das Wenige hast Du immer mit Deinen Lieben geteilt.

Und gerade im privaten Bereich hast Du seit ein paar Jahren nun endlich jemanden an Deiner Seite, der ohne Wenn und Aber hinter Dir steht und sich um Dich sorgt. Manchmal schimpfst Du und manchmal bist Du unumstritten auch anstrengend, aber wir alle lieben Dich bedingungslos und aus tiefstem Herzen. Ich möchte noch lange nicht an den Tag denken müssen, an dem Du uns verlässt und nicht mehr bei uns bist. Ich hoffe, uns bleiben noch viele Jahre, in denen wir zusammen lachen und auch weinen können und ich wünsche mir, dass Du bis zum Ende Deiner hoffentlich noch sehr vielen Tage immer der Mensch bleibst, der Du jetzt bist. Du bist herzlich und aufopfernd, Du bist liebevoll und fürsorglich, Du bist uns eine gute Mutter und Du bist uns ein wichtiger Halt in allen Lebenslagen. Du bist die beste Köchin der Welt und Du bist auch die beste Freundin für mich. Egal, was ich in meinem eigenen Leben auch für Dummheiten gemacht habe, Du warst immer für mich da und hast mich aufgefangen. Danke dafür und danke auch für all das andere.

Mutter sein heißt, kleine Atemzüge hören und leichte Herzschläge, scharfäugig werden wie ein Tier des Waldes für alle Gefahren, mutig sein im stillen wie kein lauter Mann in Waffen, schaffen mit allem Blut, das einem gegeben ist, über sich hinauswachsen in allen Fähigkeiten des Wachens, Hungerns, Liebens und Handelns, vor allem aber sorgen. Mutter sein heißt, in Sorgen glücklich sein.

Das mütterliche Herz folgt den Kindern, wenn sie von dannen ziehen und der Segen der Mutter waltet über ihnen vom Morgen bis zum Abend; sie träumt von ihnen und in schlaflosen Nächten betet sie für sie.

Mutterliebe ist warm, auch der eisigste Schnee tut ihr nichts.

Trage deine Mutter auf Armen, wenn ihr die Beine versagen, sie trug dich im Schoß, als du noch keine hattest.

Alles Liebe und Gute zum Geburtstag, liebe Mama!!!

Wir lieben Dich!!!


Schon wieder Shitwoch…

1. April 2009

Kindchen liegt kränkelnd im Bett und es sieht ganz so aus, als würde er morgen der Schule fernbleiben, weil er eine Grippe bekommt. Vielleicht schläft er sich bis morgen wieder gesund, aber derzeit ist das eher unwahrscheinlich. Heute morgen habe ich beim hin- und herdrehen meiner Amaryllis eine der gigantischen Blüten abgebrochen – typisch für mich. Da waren es nur noch drei. Vielleicht habe ich Glück und aus der neuen Blüte treiben nochmals vier Stück. Auto ist immer noch in der Werkstatt und natürlich auch immer noch kaputt. Morgen muss ich also auch zu Fuß meine Behördengänge bewältigen und werde damit ganz sicher bis zum Nachmittag beschäftigt sein, während mein Kind krank im Bett liegt. Leider dulden diese Erledigungen keinen Aufschub. Ein toller Mittwoch, so richtig doof. Gott sei Dank hat mich Frau Zaraffel heute früh mit zum Einkaufen genommen und der Kühlschrank ist wieder voll. Das Wochenende darf getrost über uns hereinbrechen. Bleibt abzuwarten, ob Sohnemann überhaupt zu Oma/Papa kann, denn mit eventuell entstehendem Fieber bleibt er besser zuhause.


Samstag und so…

14. März 2009

Bin mit Kopfweh aufgewacht und zum Frühstück gab’s deshalb auch erstmal zwei Aspirin und natüüürlich ‘nen ordentlichen Pott Kaffee. Bin wohl bissle spät ins Bett, weil ich bis tief in die Nacht Besuch hatte, hab’ bissle zu spät noch viel zu viel Kaffee getrunken und wohl auch zu wenig gegessen. Sohnemann ist erkältet und spielt deshalb heute auch nicht beim Fußball mit, aber er verabschiedet sich nachmittags dann zum Opa, weil der ‘ne Geburtstagssause steigen lässt. Ich schleiche mit M. bissi um die Häuser und versuche dem Alkohol zu entsagen, sonst ist der Sonntag komplett im Eimer. Wer will das schon…

Sofern nichts anderes dazwischen kommt, werde ich heute mal meinen Kleiderschrank ein bisschen entkernen und die aussortierten Sachen gleich an dankbare Menschen weiterleiten. Nein, ich entsorge nichts in der Altkleidersammlung oder im Container, ich schenke es Menschen, die ich kenne und wo ich genau weiß, dass dort nur wenig Geld vorhanden ist und man sich über solche Sachen freut. Ein warmes Lächeln ist Dank genug und so kann auch ich mal was Gutes tun. Auch mit Sohnemanns Klamotten mache ich das schon seit Jahren so und es gibt immer irgendwen, der/die sowas noch gebrauchen kann.

Das Wetter scheint heute gnädig zu sein und wenn das so bleibt, spazieren wir vor unserem Um-die-Häuser-Streifzug noch ein bisschen im Wald herum. Fräulein Waldhuhn wird sich freuen und uns wird die frische Luft auch nicht schaden. Drüben im Kinderzimmer niest Herr N. aus P. im Akkord und ich hoffe, dass es bei einer harmlosen Erkältung bleibt. Fräulein Katze schlendert irgendwie erwartungsvoll durch die Räume und meckert jeden und alles voll, also alles wie immer…

Und Ihr so…???


Geschützt: Sonntag und so…

1. März 2009

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Wochenendbericht…

16. Februar 2009

Ein entspanntes Wochenende liegt hinter uns und wir haben es endlich mal geschafft, die DVD anzuschauen, die ich schon vor Wochen gekauft hatte – “Das Parfum”. Ich gebe zu, dieser Film beginnt vielversprechend und besticht eher durch einigermaßen charismatische Darsteller als durch schockierende Bilder. Die mittelalterliche Szenerie gefiel mir ausnehmend gut, doch das Ende dieses Streifens verursachte bei uns dann doch eher befremdliches Stirnrunzeln. Vielleicht ist das Buch ja doch besser, wir werden sehen.

Kulinarisch betrachtet, haben wir es uns auch dieses Wochenende wieder ausgesprochen gut gehen lassen. Herr S. aus P. machte sich in der Küche wieder unentbehrlich und irgendwann muss ich dort nur noch meinen leergegessenen Teller abstellen, denn er lernt sehr schnell und macht seine Sache wirklich gut. Es ist ungewohnt, beim Kochen so unterstützt zu werden, aber es bringt eigentlich nur Vorteile mit sich, wenn man so ein fleißiges Helferlein an seiner Seite hat.

Organisatorisch gesehen waren wir recht faul und keiner fand es schlimm. Mir ist es ohnehin zu kalt draußen und wenn die ersten warmen Sonnenstrahlen funkeln, werden wir auch wieder vor die Türe gehen. Zuhause auf dem Sofa ist es auch schön und dort draußen gibt es derzeit nichts, was mich hinterm Ofen hervorlocken könnte. Alles in allem nix neues hier, wie anderswo auch. Ruhig ja, langweilig überhaupt nicht. Zwischenzeitlich habe ich meine uralte Spielkonsole mal rausgekramt und versucht, Herrn S. aus P.in die Welt von Donkey Kong eintauchen zu lassen, aber das ist nicht sein Ding. Macht aber nix, man muss ja nicht alles mögen oder können. Dafür spielt er gerne mal so Ballerspiele, die mich nun wieder gar nicht interessieren.

Meine alte Stereoanlage steht jetzt auch endlich im Schlafzimmer hoch oben auf dem Schrank. Das wollte ich ja schon seit Wochen mal erledigen, aber entweder fehlte die Zeit, der Nerv oder einfach nur die Lust. Herr S. übernahm diese Aufgabe gerne und jetzt können wir auch dort drüben lecker Musik hören. Sohnemann verweilt nach wie vor in Mechel und am Sonntag habe ich dort auch mal angerufen, denn die Stille hier ist zwar schön, aber trotzdem fehlt einem ab und an dieses “Mama, was gibt’s ‘n heut zu essen???” Ihm geht’s gut, uns auch und wahrscheinlich wird die Woche genauso ruhig wie das Wochenende, also schön locker durch die Hose atmen…


Hähnchenkeule meets Maulwurfkuchen… *örgs*

3. Februar 2009

lazy

Habe schlecht geschlafen, bin nicht zuletzt deswegen auch schon enorm übellaunig aufgestanden und gehe entsprechend geladen in den Dienstag. Was weiß ich, welche Laus mir heute Nacht über die Leber gelaufen ist, aber heute ist einer dieser Tage, an denen ich hochexplosiv dem Alltag entgegensteuere und froh bin, wenn der Tag vorbei ist. Richtig fest schlafen konnte ich irgendwie nicht und so ist es kein Wunder, dass ich nicht wirklich ausgeruht bin. Gegen 4.30 Uhr gab ich mich geschlagen und kroch aus dem Bett. Herr S. aus P. bewältigte gestern seinen ersten Arbeitstag nach der Krankschreibung und war folgerichtig komplett gebügelt, als ich gestern Abend nach Hause kam. Mit knallroten und klitzekleinen Augen lag der Herr nahezu regungslos auf der Couch und blinzelte mühevoll in den Fernseher. Gegen 21.30 Uhr schickte ich ihn mitleidig schlafen und als ich knappe 20 Minuten später folgte, schlief man schon tief und fest.

Das Wochenende war durchschnittlich ruhig, aber meinen Film habe ich mal wieder nicht zu sehen bekommen. Entweder fehlte mir die Lust, mich auf die Handlung zu konzentrieren, dann wieder keine Zeit oder aber im TV lief gerade etwas, was ich nicht verpassen wollte. So staubt mein “Parfum” im Regal vor sich hin, aber aufgeschoben ist noch lange nicht aufgehoben. Nach knappen 14 Tagen kulinarischen Streifzügen durch die nyírische Speiselandschaft, kneifen nun mittlerweile schon die Hosen und ich enthalte mich seit gestern wieder etwas mehr. Die Krankschreibung von Herrn S. hatte zur Folge, dass wir hier fast täglich kochten, vereinzelt sogar Kuchen gebacken haben und nach Lust und Laune futterten. Nicht nur, dass die bösen, kleinen Kalorienmännlein nachts meine Hosen dann von Tag zu Tag enger nähten, nein, als ob das nicht reicht, füllte sich der Kühlschrank mehr und mehr mit Überbleibseln der Fressorgien, deren Verzehr ebenfalls notwendig wurde, denn wer wirft schon gerne Essen weg.

Ich weigere mich beharrlich, auf die Waage zu steigen, denn das Miststück lügt ohnehin. Bauch einziehen nützt da auch nix und ich werde essenstechnisch vorerst kürzer treten. So geht das ja nun nicht. Es ist nun wirklich nicht so, dass der Kühlschrankinhalt nicht enorm verlockend lächelt, wenn ich nach der darin befindlichen Milch greife und es fällt mir äußerst schwer, die Tür des selbigen ohne einen beherzten Griff hinein zu schließen. Es nützt aber nix, die temporären Speckröllchen müssen sofort wieder runter, denn wenn die sich erstmal festgefressen haben, wird es schwer, sie wieder loszuwerden. Mein erster “Reduktions”-Tag gestern zeigt bereits Wirkung und ich fühle mich sehr viel weniger gestopft als gestern noch. Es ist aber auch leidvoll, wenn man gerne isst und zur Zunahme neigt. Vor Sohnemanns Geburt hatte ich damit nie Probleme und konnte nach Herzenslust essen, was ich wollte, wieviel ich wollte und wann ich es wollte. Nun heften sich aber schon 15 Pfund einfach mal so an die Hüften, wenn ich an einem herzhaften Braten vorbeilaufe. Scheißdreck…

Jammern nützt nix, Enthaltsamkeit und Disziplin sind angesagt, wenn ich mich im kommenden Sommer mit leichterer Bekleidung nicht komplett blamieren will. Frau hat schließlich ihren Stolz und einen zweifelhaften Ruf zu verlieren ;-) . Wer macht mit???


Gääähn…

31. Januar 2009

garfield-coffee

Samstagmorgen in der Ost… Dunkel ist es, kalt ist es, schneien soll’s auch und der Winter nebst Eiseskälte geht mir langsam gehörig auf den Sender. Bin seit langem mal wieder auf der Couch eingenickt und nun seit 6.00 Uhr wach. Kaffee schmeckt ganz gut und alle schlafen noch. Heute werde ich hier mal einen Großeinsatz starten. Wäsche waschen, trockene Wäsche zusammenlegen, Staub saugen und wischen, aufräumen, Betten frisch beziehen und und und… Seit Wochen will ich meine alte Stereoanlage ins Schlafzimmer räumen und dort funktionsfähig machen und das werde ich heute mit auf die Aufgabenliste setzen. Einen Laptop zum verarzten habe ich auch mal wieder hier und Herr S. aus P. wird heute mal alleine einkaufen gehen müssen, damit hier was wird. Während er zwischen den Regalen schlendert, werde ich hier durchsaugen und anschließend die Ecken wieder eckig wischen.

Der kleine Herr N. wird sich nach dem ausgedehnten Aufwachritual sicherlich zu irgendeinem Kumpel verabschieden. Fräulein Katze liegt faul auf einem Sofakissen und hält ihren 18-stündigen Schönheitsschlaf. Ich schlürfe bereits die zweite Tasse Kaffee und im Moment kann ich leider nicht mit spannenden Beiträgen dienen, da das Wetter irgendwie so bescheiden ist, dass man nicht sonderlich viel unternehmen kann. Schnee liegt keiner zum rodeln, warm genug zum flanieren ist es auch nicht und der eisige Wind lockt mich nicht wirklich nach draußen. Abgesehen von den Lachern, für die Herr S. aus P. mit aller Regelmäßigkeit sorgt, läuft hier alles ganz geschmeidig in geregelten Bahnen. Bei Euch sieht’s sicher nicht anders aus, aber bevor ich mir wieder Beschwerden über meine Blog-Faulheit einhandle, schreibe ich dann doch lieber, wie ereignislos es derzeit zugeht. Eigentlich sollte das ja Anlass zur Zufriedenheit geben, aber so ein ganz klein wenig Aufregung wär’ schon nicht schlecht. In Maßen halt… Kommt noch, ganz sicher… Das ist nur die Ruhe vor dem Sturm…


Keine besonderen Vorkommnisse…

30. Januar 2009

Im Moment passiert hier in der Ost nichts wirklich aufregendes, was einen Blogeintrag wert wäre. Alles läuft in geregelten Bahnen und auch sonst gibt es keinerlei nennenswerte Ereignisse. Der Wagen von Herrn S. aus P. will gewerkstättelt werden, Drosselklappe oder so’n Teil trotzt rum. Behördenmarathon von Frau N. aus P. ging auch wider allen Erwartungen glatt, auch wenn ich heute zum dritten Mal dort hin muss, weil unerwartet noch ein wichtiges Schreiben ins Haus flatterte, dass dem laufenden Antrag zuträglich ist. Also reiche ich das heute noch schnell nach. Mittlerweile darf ich die Dame im Amt sicher duzen, wir sehen uns ja fast täglich.

parfuem

Für’s kommende Wochenende habe ich mir schon vor Tagen einen jener Filme aufgehoben, die ich schon seit längerem sehen wollte. “Das Parfum” von Patrick Süskind… Als Buch wurde mir das Werk bereits mehrfach angepriesen und ich mag es sehr gerne, wenn ich zuerst den Film sehe und danach das Buch lesen darf. Man hat zu allen Darstellern ein Gesicht vor Augen und kann sich Orte und Geschehnisse wunderbar im Geiste vorstellen. Meist ist es aber so, dass die Bücher ihren Verfilmungen in Sachen Anspruch weit voraus sind. Ich habe nun schon mehrfach Buch und Film zu verschiedenen Werken verschlungen und bisher konnte kein Film dem geschriebenem Wort auch nur im Ansatz gerecht werden. Wir werden also sehen, wie sich das beim Parfum verhält.

Herr S. aus P. geht ab Montag wieder arbeiten und somit kehrt hier wieder der geregelte Alltag ein. Der kleine Herr N. aus P. ist bereits auf dem Weg zur Schule und auch bei ihm gibt es keine bemerkenswerten Auffälligkeiten, außer der großen Klappe und der pubertären Besserwisserei. Also alles im grünen Bereich…Und Ihr so???


Männermund zur Abendstund’…

28. Januar 2009

Herr S. und Frau N. aus P. saßen gestern gemeinsam im Wohnzimmer zum Abendessen – es gab gebratenen Leberkäse mit Kartoffelsalat und Spiegelei – und schauten dabei gemütlich fern. Der kleine Herr N. aus P. wollte gerne in seinem Zimmer speisen und so wurde ihm wunschgemäß das Mahl in seinen Gemächern kredenzt. Während die alten Leutchen auf ihren Tellern schnippelten und dem Leberkäse zu Leibe rückten, huschte der kleine Herr N. durch die Küche und seine Erziehungsberechtigte fragte nach, was er suche. Er gab willig Auskunft und die beiden älteren Herrschaften aßen weiter. Unvermittelt hob Herr S. den Kopf und hakte nun bei seiner Tischdame nach, was der kleine Mann denn da tue und so kam folgende kurze Unterhaltung zustande:

„Was is’n?“

„Nix weiter, ihm ist da zu wenig Platz auf’m Teller und er holt sich noch einen kleinen Teller, wo er seine Eier drauf tun kann.“

Kurze Denkpause… Dann flüstert er gespielt empört:

„Beim Essen?????“

Wieder kurze Denkpause…

Frau N.aus P. wiehert los und verschluckt sich fast…

Männer sind Ferkel… Und Ferkel sind bekanntlich auch Schweine…


Die Farbe Lila…

21. Januar 2009

Guten Morgen, Mädels…

Seit gestern bin ich nun wieder ein Jahr älter und da ich schon seit Jahrzehnten meinen Geburtstag nicht mehr feiere, unterschied sich der gestrige Tag nur unwesentlich vom Rest des Jahres, wenn man von den Glückwünschen absieht, die tagsüber per Handy, Email oder auf anderen Wegen via Internet ins Haus flatterten. Danke erstmal an alle, die mir ihre Glühstrümpfe an den Kopf geworfen haben. Ist nicht ganz einfach, da ich mein Geburtsdatum meist nicht preisgebe. Es ist dennoch erstaunlich, wieviele Menschen es trotzdem spitzkriegen. Der Tag begann also ziemlich ruhig, wie sonst auch. Eigentlich wollte ich ja bis Mitternacht ausharren und war gespannt, was Herr S. aus P. sich einfallen lassen hat, denn er behauptete, dass er kein guter Geschenkemacher sei. Also glotzte ich bis ca. 23.20 Uhr am Vorabend ein bisschen in der Gegend rum, kicherte mit dem Herrn ein bisschen in die Kissen und… Ja und…? Ich schlief ein…!!!

Mist verdammter…!!! Irgendwann lange vor dem Weckruf öffnete ich die Augen und Herr S. aus P. stellte folgerichtig und irgendwie leicht amüsiert fest: „Na? Bist wohl doch eingeschlafen?“ Ja, die alte Frau hat erfolglos mit dem Schlaf gekämpft und nun lag sie wie eine Eule mit riesigen Augen im Bett und glotzte erwartungsvoll in die Dunkelheit. Der Bettbeifahrer säuselte zuckersüße Geburtstagswünsche in sein Kissen und herzte mich. Geschenketechnisch vertröstete er mich etwas, da die Müdigkeit ihn bewegungsunfähig machte. Weiß der Geier, wo er die Präsente vor meinen neugierigen Augen versteckt hatte. Also schlüpfte ich aus dem Bett und tastete mich Richtung Küche. Die erste SMS war auch schon reingeflattert und Herr H. aus M. war in diesem Jahr der erste, der seine Glühstrümpfe weggeschnipst hatte. Herr S. aus P. hatte mich allerdings angewiesen, wieder ins Schlafzimmer zu kommen, wenn Sohnemann auf dem Weg zur Schule sei.

Artig erledigte ich meine morgendlichen Aufgaben und hopste immer noch neugierig zurück ins Schlafzimmer. Der alte Mann lag noch gemütlich im Nest, die alte Frau hüpfte glöcklewach in der Tür herum. Ein Grinsen und ein „Bin gleich da, ich brauch’ noch zwei Minuten…“ und ich tänzelte zurück ins Wohnzimmer zu meinem Milchkaffee. Wenige Augenblicke später blinzelte der alte Mann mit gewohnt sonniger Laune in die 60-Watt-Glühlampen der Küche und schaffte seine Stange Wasser weg, um sich danach mit einem Beutel bewaffnet auf der Couch niederzulassen. „Komm’ mal her…“ ordnete er an und ich folgte artig. Ich war gespannt wie ein Regenschirm, ich geb’s zu. Als erstes zauberte er eine Zahnbürste aus dem Beutel. Ich fing an zu lachen, wirklich. Wir hatten kürzlich eine Unterhaltung, in deren Verlauf ich erwähnte, dass ich ein Ich-habe-nur-eine-Zahnbürste-Mensch bin und diese Zahnbürste schleppte ich dann überall mit hin, wenn ich verreise oder außer Haus übernachte.

Also sorgte Herr S. aus P. dafür, dass ich endlich eine zweite Bürste habe. Welche Farbe hat er ausgesucht? Richtig – LILA… Ja, diese Bürste war von Dr. Best, sie vibriert – genau wie meine bisherige BLAUE – und sie war quietsche-lila. Leute, die mich gut kennen, wissen, dass ich lila hasse wie die Pest. Gut, dann mache ich in Zukunft beim Zähneputzen die Augen zu. Weiter… Was ist noch in dem Beutel? Hab’ ich schon erwähnt, dass mein linker Hausschuh ein Loch hat? Seit Monaten schaue ich mir deshalb Hausschuhe an und bisher genügte kein Pantoffel meinen Ansprüchen. Nun zauberte der alte Mann einen neuen linken Hausschuh aus der Tüte. Snoopy-Pantoffeln, richtig süße und…??? Welche Farbe??? Rüschdüsch…!!! LILA…!!! Sehr hell, aber dennoch lila… Ich starrte etwas irritiert auf den Schuh und er sagte: „Links war das Loch, gelle? Deshalb hab’ ich auch nur einen linken Hausschuh.“ Ich grinste und schaute auf meinen alten Schuh. Natürlich gab es auch noch den passenden rechten Schuh und Herr S. aus P. stülpte mir die neuen Zuhause-Treter über die dicken Flauschisocken.

Ich konnte nicht umhin, die Farbe zu erwähnen und er behauptete sogar, das wäre die gleiche Farbe, wie meine alten Schuhe. Nein, das stimmt überhaupt nicht, denn die sind hellblau. Farbenblind??? Ja, isser…!!! Naja, egal… Ich fand’s irgendwie trotzdem total lustig und dann zog der alte Mann noch eine rote, längliche Schmuckschachtel mit goldener Schleife aus dem Beutel. Meine Augen wurden groß und fingen an zu glänzen. Gierig nahm ich die Schachtel an mich und wendete meinem Gönner den Rücken zu, denn ich wollte ganz alleine reinschauen. Dort drin lag ein Armband, silbern, mit mächtigen und wunderbar schlichten Gliedern, genau wie ich es mag. Ich strahlte, denn ich liiieeebe Armbänder und trage so einige davon, die ich niemals ablege, nichtmal zum Duschen oder sonstwann. Treffer und versenkt…!!! Danke danke danke…!!! Zwei Glieder mussten entfernt werden, denn mein Ärmchen war zu dünn für das gute Stück. Deshalb beschlossen wir, uns ausgehfertig zu machen und das gleich zu erledigen.

Armband zum Kürzen abgegeben und erstmal bissle in der Stadtgalerie schlendern. Wir liefen unter anderem an einem Klamottenladen namens „Boombastic“ vorbei, als Herr S. aus P. wieder anfing zu singen: „Mister Pullover-lover…“ und Frau N. aus P. weinte vor Lachen… Natüüürlich sang er wieder mit vogtländischem Slang, ganz klare Sache. Shaggy wäre vor Scham im Boden versunken, aber ich kicherte und gackerte bis zur Rolltreppe weiter und Herr S. lief grinsend voraus. Wir stöberten ein bisschen hier und ein bisschen da und aßen etwas und dann holte ich mein neues Armband wieder ab. Nach einer weiteren „Wir-gucken-ein-bisschen-rum“-Runde in einem anderen Geschäft beschlossen wir kurzerhand zu ihr zu fahren, weil sie jetzt eine nagelneue Wii besitzt und das müssen wir ausprobieren. Käffchen gibt’s dort auch und Spaß bestimmt sowieso. Also nix wie hin und Bowling spielen. Hat Spaß gemacht und das wiederholen wir ganz sicher bei Gelegenheit.

Mein Tag war lustig… Mir hat’s gefallen und trotzdem ich mich geweigert habe, meinen Geburtstag zu zelebrieren, war der Tag schön. So mag ich’s – schlicht aber schön. Und Ihr so?


Langer Samstag…

18. Januar 2009

Aufgestanden sind wir ziemlich zeitig, dann wurde erstmal ordentlich gefrühstückt, danach flitzte Frau N. aus P. nochmal schnell in den Supermarkt, weil wir kurzerhand beschlossen hatten, dass wir einen Maulwurfkuchen und einen Marmorkuchen backen wollten. Zwischenzeitlich meldete sich das Füchslein mit Anhang zum Mittagessen an und somit brauchten wir noch mehr Zutaten für’s Mittagessen. Zuhause wieder angekommen, war’s Füchslein schon angereist und Herr H. aus M. spielte mit Sohnemann schon fleißig Playstation. Meinereiner kochte fix ein Käffchen und schlürfte eine Tasse mit. Nach und nach verdünnisierten sich alle Anwesenden ins Kinderzimmer und ich begann mit der Zubereitung des Mittagessens. Auf dem Speiseplan standen „Beffsteggs“ mit Kartoffelpürree und gebratenen Zwiebeln. Also losmatschen und die Teile ausbraten. Wuppte alles bestens und nach kürzester Zeit roch man in allen Zimmern, was heute auf den Teller kommt.

‘S Füchslein fühlte sich nicht so, also verließen Herr H. aus M. und seine Frau F. aus S. zwischen P.und S. schon kurz nach dem Mittagessen meine Wohnung, damit das Füchslein zuhause auf dem Sofa gesunden kann. Schon bei ihrer Ankunft sah sie nicht besonders gut aus und ihr Zustand verschlechterte sich zusehens. Nachdem die Beiden gegangen waren, begann ich mit dem Marmorkuchen. Scheiße, die Margarine is’ alle und Eier haben wir nach dem Backen dann auch keine mehr. Also huschte Herr S. aus P. nochmal fix zum Supermarkt um die Ecke und sorgte für Nachschub. Plangemäß landete dann der erste Kuchen im Ofen und Herr S. meldete sich zur Zubereitung des Maulwurfkuchens an. Ich überließ ihm die Küche und wollte eigentlich im Bad verschwinden, aber es kam mal wieder ganz anders. Erst klingelte mein Telefon, dann klingelte gleich nochmal das Telefon und dann klingelte mein Nachbar und dann klingelte noch ein später Besucher. Ratzfatz war es 22.00 Uhr und der Tag war rum.

Also minimierte ich meine Badezimmerpläne auf das Nötigste und beschränkte mich auf die übliche Reinigungsprozedur. Die ausgiebige Variante werde ich dann eben heute praktizieren. Küchendienst am Herd hat heute Herr S. aus P. und das lasse ich mir gerne gefallen, denn sonst koche ja ich immer. Kuchen haben wir nun in rauen Mengen, „Beffsteggs“ gibt’s auch noch zum Zwischendurchessen und wenn jetzt hier noch einer hungert, dann ist er/sie selbst schuld, denn der Kühlschrank platzt aus allen Nähten und unter’m Bett lauert der Maulwurfkuchen, allerdings wird der bewacht. Das Korrekturlesen fällt heute aus, denn es kann sich nur noch um Minuten handeln, bis die Männer wach werden und mich wieder in Beschlag nehmen. Wer also Rechtschreibe- oder Grammatikfehler findet, darf sie behalten… ;-)


Willkommen auf der Wachstation…

15. Januar 2009

umgeknickt

Nachdem ich gestern den Tag ruhig begonnen habe und tagsüber bei Frau M. einen gepflegten Kaffee geschlürft und ein bisschen gehutzt hatte, trudelten derweil die Männer des Hauses ein. Der kleine Mann hüstelte vor sich hin, was ja abzusehen war, aber er befindet sich dennoch auf dem Wege der Besserung. Frau N. aus P. vergnügte sich noch unter der heimischen Dusche, als auch Herr S. aus P. von der Arbeit kam. Es klopfte an der Badtür, was meinerseits mit einem „Jahaaa…“ quittiert wurde. Herr S. aus P. jedoch konnte sich ein weiteres Klopfen nicht verkneifen und so stieg Frau N. patschnass aus der Wanne, schlang sich ein Handtuch um den Astralkörper (Klappe jetzt hier!!!) und steckte ihren triefnassen Kopf neugierig durch die Tür in die Küche. Dort saß ein grinsender Herr S. und nach einem kleinen begrüßenden Wortwechsel verabschiedete sie sich zum Anziehen zurück ins Bad.

Mit Handtuchturban und nackten Füßen huschte sie an den Küchentisch und Herr S. plapperte irgendwas von „…wenn’s morgen nicht besser ist, muss ich wohl zum Arzt…“, was mich dann doch aufhorchen ließ: „Was…, wieso…, was’n passiert?“ Herr S. humpelte zur Kaffeemaschine und schenkte uns vom frischen Heißgetränk nach. Nachdem er wieder Platz genommen hatte, streckte er seine Füße nach vorne und ließ mich raten, um welchen Fuß es sich handelt. Das linke Gehwerkzeug hatte am Außenknöchel eine sichtbare Schwellung und das Auftreten auf Selbigem war schon nicht mehr ohne Schmerzen möglich. So wollte Herr S. nun abwarten, wie sich dieser Zustand bis zum nächsten Morgen verändert – ob nun zum Positiven oder zum Negativen. Ich ordnete erstmal eine Mütze Schlaf auf der Couch an und Herr S. leistete artig Folge. Nachdem hier dann jede Menge Sägespäne umherflogen, schloss ich nach gut zwei Stunden leise die Wohnzimmertür, um mit dem Abendessen bzw. dessen Zubereitung zu beginnen.

Prompt öffnete sich die eben geschlossene Tür und Herr S. hinkte mir nach. Ich registrierte eine Verschlechterung und ordnete Kühlkissen an. Wieder folgte Herr S. dem Befehl artig und ich verbannte ihn zurück auf die Couch. Der Zustand verschlechterte sich von Stunde zu Stunde und als die zwei alten Leutchen dann ins Schlafzimmer wechselten, konnte Herr S. schon nicht mehr ohne Schmerzen diesen Fuß auflegen. Also entschloss er bereits vor dem Schlafen, dass kein Wecker gestellt werden müsse, da ich ihn am nächsten Morgen – also heute – zum Arzt fahren müsse. Sohnemann war mit gefülltem Magen und müden Augen freiwillig und ohne jegliche Aufforderung im Schlafgewand in sein Bett gekrochen und eingeschlafen, so dass mir nicht mehr blieb, als den Fernseher auszumachen und leise die Kinderzimmertür zu schließen. Herr S. stöhnte vor Schmerzen, als er die Bettdecke über die Füße ziehen wollte und angesichts dieser Entwicklung ist der heutige Tag ziemlich straff durchgeplant.

  1. Herrn N. aus P. wecken und zur Schule entlassen.
  2. Herrn S. aus P. wecken und mit frischem Kaffee versorgen.
  3. Frau N. aus P. duschen und salonfähig restaurieren.
  4. Auto freischaufeln und Herrn S. zum Arzt fahren.
  5. Herrn S. aus P. im Wartezimmer ein bisschen mit seinen Altersgebrechen konfrontieren und necken.
  6. Krankenkasse abklappern.
  7. Krankenschein zur Firma bringen.
  8. Herrn S. aus P. kurz zuhause absetzen.
  9. Herrn N. aus P. ins Auto stopfen und zum Kieferorthopäden bugsieren, zwecks neuer Zahnspange.
  10. Zutaten für’s Abendessen einkaufen.
  11. Die kränkelnde Mannschaft mit kulinarischen Schmankerln versorgen und danach Hustensäfte, komische Salben und dergleichen verabreichen.

Und bei Euch so…???


Fat lip…

10. Dezember 2008

kuehlkissenFrau N. aus P. verabschiedet gerade ihren Besuch, da klingelt Sohnemann unten an der Haustür, obwohl er einen Schlüssel hat. Muttern drückt auf den Türöffner und da wir unterm Dach wohnen, dauert es eine Weile, bis Besucher an der Wohnungstür stehen. Mein Füchslein verlässt gerade meine Wohnung und ich stehe oben an der Treppe, als ich sie meinen Sohn fragen höre: „Was hast denn Du gemacht?“ Ich kann diese Frage nicht so recht einordnen und warte geduldig oben an der Küche, bis Sohnemann die Stufen in der Wohnung erklommen und die Küche erreicht hat. Was ich dann sah, übertraf meine Erwartungen mal wieder. Herr Sohn hatte einen blutverschmierten Mund und eine dicke Lippe riskiert. Ich staunte nicht schlecht und fragte nach, was denn geschehen sei. Er berichtete, er hätte mit seinen Kumpels Fangen gespielt und dabei sei er mit einem seiner Kumpels unglücklich zusammengestoßen. Hinterkopf vs. Lippe sozusagen…

Das sah natürlich im ersten Moment viel schlimmer aus, als es letztendlich war. Erstmal wies ich ihn an, seinen Mund und das blutverschmierte Gesicht vorsichtig ein bisschen abzutupfen und dann verabreichte ich ihm ein feuchtes Handtuch mit Kühlkissen innen drin. Tat ihm offensichtlich auch gut und er saß für die nächsten zwei Stunden erstmal ganz ruhig im wohnzimmerlichen Sessel. Nun ja, was lässt sich mit einer solch negriden Lippe eigentlich essen? Ich erinnerte mich an meine dicke Lippe in der Kindheit, gegen die das geschwollene Dingens meines Sprösslings allerdings ein lächerlicher Kindergeburtstag war und beschloss, kleine Nüdelchen zu kochen, die sich ohne Abbeißen und ohne brennenden Salzgeschmack in den Mund befördern lassen. Süppchen läge zwar näher, aber da die Miniplatzwunde relativ dicht an der Mundschleimhaut lag, hätte die Suppe bzw. das darin enthaltene Salz sicherlich unangenehm gebrannt.

Zwar bin ich ein äußerst schadenfroher Mensch, aber das wäre fies gewesen. Also bereitete ich die seltenste aller Speisen zu, die unsere Augen jemals gesehen haben – Nudeln. Sohnemann freute sich natürlich diebisch und ich konnte am Ende des Tages zufrieden feststellen, dass ich als Krankenschwester zumindest Puls messen dürfte, denn die Lippe war fast nicht mehr dick und man sah kaum noch, was passiert war. Eine kleine Schwellung hat er natürlich noch, aber in einer Woche ist das vergessen. Wenn ich da an meine Glanzleistung in der 4. Klasse denke, wird mir heute noch schlecht. Nicht nur dass ich mir beinahe alle Zähne rausgekloppt hätte, nein, man konnte wunderbar bei geschlossenem Mund meine Zähne sehen und an essen war für glatte vier Wochen nicht mehr zu denken. Und ich hatte auch gleich ganze Arbeit geleistet. Ober- und Unterlippe waren außer Gefecht, denn nur oben oder nur unten kann ja Jeder.

Außer einer völlig verknorpelten Unterlippe und einer vernarbten Oberlippe blieb davon nichts zurück. Die Narben befinden sind im Mund und die kleine Narbe der unteren Außenseite saß nicht nur dicht am Lippenrand, sondern verwuchs sich im Laufe der Jahre so hübsch, dass man davon nichts mehr sieht. Nur innen sieht es aus wie ein geflickter Fahrradreifen, aber rauchen, saufen und Fressattacken lassen sich damit bestens bewältigen. Bei Sohnemann dürfte man schon in wenigen Tagen/Wochen nichtmal mehr eine Narbe sehen. Er bevorzugt bei seinen Verletzungen bisher immer die Standardvariante. Seine Mutter nahm immer die Deluxe-Ausführung. Loch im Kopf? Sohnemann hatte eins in der 1. Klasse, Mutter „besorgte“ sich gleich zwei im Kindergarten. Ich sah dermaßen abgeschlachtet aus, dass meine Mutter auf dem Weg zum Arzt erstmal zuhause zwischenstoppte und dem Töchterlein die Haare wusch. Lasst sie ruhig verbluten, Hauptsache sie hat frisch gewaschenes und duftendes Haar… Kein hässlicher Kommentar über Folgeschäden, liebe Mädels, ja?

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Mist verdammter…

9. Dezember 2008

wurst

Ich könnt’ grad mal wieder mit der Axt durch die Nachbarschaft rennen, ehrlich. Nun habe ich die notwendigen Preisinformationen für meinen geplanten Weihnachtsurlaub im Kreise der Familie und wie befürchtet, bewegt sich der Ticketpreis in solchen Höhen, dass ich diesen Plan zu Grabe tragen möchte. Ich wollte bei meiner Familie keinesfalls mit leeren Händen antanzen, aber das müsste ich leider tun, wenn ich mein Budget zum Großteil für ein solches Ticket opfere. Zwar erwarte ich noch einige Zahlungen, aber es warten auch noch offene Rechnungen auf mich. Somit steht in den Sternen, ob und wieviel für unsere Reise übrig bleibt. Notfalls würde ich zwar mit dem Auto fahren können, aber ob meine alte Schindmäre diesen Trip übersteht, ist fraglich. Prinzipiell hält mein Mädchen-Chrysler ja bestens durch, aber da er kürzlich erst kaputt war, plagt mich die Angst, das könnte auf der Autobahn wieder passieren. Es wäre verhehrend, wenn ich dann in Eiseskälte mit Sohnemann dort festsitze. Nicht auszudenken…

Jetzt heißt es abwarten und geduldig sein, denn noch weiß ich nicht, ob von meinen ausstehenden Zahlungen vielleicht doch ein klein wenig abfällt und ein familiäres Weihnachtsfest möglich macht. Wünschen würden wir uns das und nötig hätten wir das obendrein. Drückt uns die Daumen!!!

signatur-kraftig7


Ösch froi mösch…

9. Dezember 2008

saarland 006065 largeNachdem ich gestern Abend endlich zuhause war, rief meine Frau Mama an und fragte nach, ob wir denn nun über Weihnachten und Silvester ins schönes Saarland kämen, um so richtig schön als Familie die Feiertage und den Jahreswechsel zelebrieren. Da ich nun aber hier nicht einfach so weg kann, fragte ich im Freundeskreis fix nach, wer denn so lieb wäre, um meine kleine schwarze Arschlocke zu pflegen, während wir ja mehr als eine Woche abwesend sind. Gleich meine erste Anfrage war erfolgreich und somit ist für die kleine Madame ausreichend gesorgt. Das heißt wiederum, dass ich endlich zum Bahnhof fahren und mich nach einer günstigen Bahnverbindung erkundigen kann, denn über die Feiertage werden die Autobahnen eventuell verstopft sein und wenn der x-mal angekündigte Winter über Deutschland hereinbricht, könnte es mit dem Auto problematisch werden.

Seit mehreren Jahren bin ich nun schon nicht mehr mit dem Zug gefahren und es dürfte auch äußerst entspannend sein, so zu reisen, da ich mich nicht auf den Verkehr und sonstwas konzentrieren muss. Klingt vielleicht etwas blöde, aber ich freue mich schon ein bisschen auf diese Zugfahrt, da ich sonst immer nur mit dem Auto unterwegs bin. Wenn die Zugverbindungen einigermaßen günstig liegen, könnten wir so nahezu zwei volle Wochen bei unseren Saarländern verbringen und genau das werde ich heute im hiesigen Bahnhof in Erfahrung bringen. Die vergangenen Jahre machten ein gemeinsames Weihnachtsfest durch immer neue Widrigkeiten nicht umsetzbar, aber mit etwas Glück könnte es in diesem Jahr endlich klappten. Mal zog ich gerade um, mal hatte ich kein Auto, mal war das Auto kaputt oder sogar gestohlen, mal war kein Geld dafür übrig oder ich hatte einfach selbst die Hütte voll.

Insgesamt verstrichen so beinahe 20 Jahre und immer passte irgendwas nicht. In diesem Jahr habe ich frei, dann ist die Zugkarte vielleicht erschwinglich und Miezekatz ist auch versorgt. Jetzt können uns nur noch die schwindelerregenden Preise der Deutschen Bahn einen Strich durch die Rechnung machen, aber heute Abend weiß ich mehr. Frau Mama wartet schon ungeduldig auf meinen Anruf und plant dennoch schon unsere Anwesenheit. Wo die ganze Mannschaft nächtigt, hat sie ebenfalls schon grob kalkuliert und ich weiß schon jetzt, dass diese Tage alles andere als ruhig werden, denn zum einen wird meine Schwester an meinem und Sohnemanns Rockzipfel kleben und zum anderen wird meine Frau Mama sicherlich pausenlos auf mich einschnattern, da ich viel zu selten bei ihr bin. Der Einzige, der wohl gewohnt ruhig und entspannt sein wird, ist Sohnemanns Opa. Den bringt nichts aus der Ruhe, nichtmal die Plauener und schon gar nicht meine Frau Mama.

Ein langweiliger Artikel heute, ich weiß liebe Mädels, aber wat mutt dat mutt… Das Leben ist nunmal kein Ponyhof!!! ;-)

signatur-kraftig


Adventsterror…

2. Dezember 2008

Weihnachten2008Liebe Leute, nun geht’s weiter. Frau Mama wurde einigermaßen „repariert“ aus dem Krankenhaus entlassen und befindet sich nun zuhause auf dem Wege der Besserung. Ihre überdimensionale Narbe hatte sich wieder geöffnet, was den Blick auf ihre Innereien mit sich brachte. Grusel… Sie nahm das mit mehr Gelassenheit als ich hin und scheint sich an die andauernde „Schneiderei“ an ihrem Körper gewöhnt zu haben. Durch die erneute OP fällt nun auch der Besuch über die Feiertage flach, da dies für sie mit unnötigen Anstrengungen verbunden wäre. Also müssen Sohnemann und seine Frau Mutter im Vogtland bleiben, was mir persönlich nicht besonders gefällt. Den Besuch holen wir irgendwann nach. Ich hatte mich schon so gefreut, Weihnachten mal wieder im Kreise meiner eigenen Familie zu zelebrieren, was mir seit vielen Jahren nicht mehr möglich war, da immer irgendwelche unvorhergesehenen Lebensumstände jeden noch so vage ins Auge gefassten Plan zunichte machten.

Draußen vor der Tür lauert Weihnachten und ich hasse das von Jahr zu Jahr mehr. Nicht nur, dass Weihnachten immer mehr zum Konsumterror ausartet, sondern dieser lange vor Weihnachten einsetzende Hype und die Einkaufshysterie der Menschen machen mich wahnsinnig. Ein großer Dorn im Auge ist mir dabei der Weihnachtsmarkt. Letztes Jahr besuchte ich selbigen schon mit Widerwillen und dieses Jahr werde ich diese Veranstaltung endgültig komplett boykottieren. Wie gerne bin ich als Kind über diesen Weihnachtsmarkt geschlendert. Überall roch es nach Geröstetem, an der nächsten Ecke nach gebrannten Mandeln und Lebkuchen. Nur der Glühwein reizte mich schon damals nicht. Schmeckt mir einfach nicht. Holzschnitzereien aus dem Erzgebirge wurden feil geboten. Schneeflocken tanzten durch die Straßen und der Weihnachtsmarkt war noch richtig weihnachtlich.

Heutzutage ist von diesem besonderen Jahrmarkt nichts mehr übrig geblieben. Es wird dort einfach alles verkauft, was lohnenswert erscheint und wenn Du noch kein Taschenmesser oder keinen Eierkocher hast, kannst Du das notfalls auch zwischen kandiertem Apfel und heißer Schokolade auf dem Weihnachtsmarkt kaufen. Mich schüttelt’s bei der Vorstellung, ehrlich. Andernorts hat man sich den Weihnachtsmarkt in traditioneller Form erhalten und dort würde mir ein solcher Besuch sicher große Freude bereiten, aber hier leider schon lange nicht mehr. Also gehe ich in diesem Jahr nicht hin. Wer jetzt mitleidig an meinen Sohn denkt, sei beruhigt. Oma und Papa lassen keinen Tag ungenutzt und werfen ihr Geld in jede noch so klapprige Bude, damit Sohnemann nicht zu kurz kommt. Ihm ist es vollkommen Wurscht, wer ihm die Zuckerwatte kauft und er weiß auch, warum ich nicht mehr gerne dorthin gehe.

Ja ich mag den Weihrauchduft, ich liebe auch die Stimmung rund um Weihnachten, aber ich hasse es, schon im September Lebkuchen im Supermarkt zu sehen. Ich bin genervt, wenn überall nur noch gestresste Menschen beim Geschenkekauf anzutreffen sind. Der Brauch, dass man die Adventzeit und den damit verbunden „Schmück-mer-uns’re-Fenster“-Brauch erst nach dem Totensonntag beginnt, wird vom Handel schon immer ignoriert und da meldet sich mein leicht abergläubiges Ich zu Wort. Weihnachten ist nur noch Konsum und so macht mir Weihnachten keinen Spaß mehr. Ich find’s traurig und ich find’s extrem doof. Meine verstorbene Oma konnte aus Weihnachten diese wunderbare Heimlichkeitengeschenkebiszumschlussverstecken-Veranstaltung machen und ich habe das gleichermaßen geliebt und gehasst. Jedes Jahr mit aller Verlässlichkeit durfte ich das Wohnzimmer am Heiligabend den ganzen Tag nicht betreten. Nichtmal durch die Milchglasscheibe der Tür durfte ich blinzeln und wenn ich das trotzdem versuchte, keifte Oma drinnen wie ein Droschkenkutscher und scheuchte mich erfolgreich weg.

Aus dem Wohnzimmer drang geheimnisvolles Knistern, verheißungsvolles Rascheln und Opa kochte gespielt desinteressiert das Neunerlei zusammen. Nichts brachte ihn aus der Ruhe und er hielt all meinen nörgelnden Versuchen stand, vorzeitig in Erfahrung zu bringen, was der Weihnachtsmann für das kleine Fräulein N. aus P. denn im Sack haben könnte. Er pfiff immer ein Liedchen vor sich hin, rührte im Sauerkraut herum und lächelte immer nur, wenn ich ihm wieder auf den Senkel ging. Oma hingegen kam manchmal für einen kurzen Moment aus der Heimlichtuerstube und ignorierte mich immer mit diesem Heimlichtuerlächeln. Wenns ihr dann mal zu bunt wurde, wenn ich ihr während dieser kurzem Moment brutal auf den Sender ging, warf sie mich kurzerhand einfach raus in den Schnee zu all den anderen Kindern, die die gleichen Sorgen hatten wie ich. Draußen schimpften wir dann gemeinsam über diesen Heiligabend und vergnügten uns mit Schlitten und Pudelmützen.

Gegen 18.00 Uhr durften wir dann alle nach Hause, aber in meinem großmütterlichen Heim war weiterhin Geduld gefragt. Oma tischte betont langsam das Neunerlei auf und überwachte mit Adleraugen jede meiner Bewegungen, vor allem meiner Augen. Die Wohnzimmertür war fest verschlossen und hinter der Milchglastür war alles so gekonnt plaziert, dass man nichtmal am Umriss erkennen konnte, was dort los war. Genervt und hochgradig ungeduldig schaufelte ich dann immer das Essen in mich, ohne irgendwas zu schmecken, denn all meine Sinne waren im Schlüsselloch des Wohnzimmers. Oma und Opa grinsten sich fortwährend an und nach dem Essen verpisste ich mich freiwillig nochmal zu meinen Leidensgenossen in die Kälte. Frierend und ständig auf die Uhren anderer Kinder glotzend bibberte ich der magischen Acht entgegen, denn dann war endlich Bescherung. Freudig rannten wir nahezu gleichzeitig nach Hause und rissen uns die Wintersachen vom Leibe.

Jedes Jahr aufs Neue war ich erstaunt darüber, was Oma hinter dieser Glastür vollbracht hatte. Da stand ein Weihnachtsbaum, der irgendwie immer wie von Geisterhand in die Wohnung gelangte. Prachtvoll geschmückt, überall duftete es nach Räucherkerzchen – selbstverständlich nur nach den schwarzen – und alle Geschenke standen oder lagen perfekt verpackt rund um den Baum. Kerzenlicht tauchte den Raum in wunderbar heimeliges Licht und Oma stand mit einem Glöckchen da und flötete voller Vorfreude auf die leuchtenden Kinderaugen „Bescheeeruuung“. Und wie in jedem Jahr stand ich erstmal einige Wimpernschläge lang in der Tür und war hingerissen von all dem Zauber. Das war der Inbegriff von Weihnachten für mich und das ist er bis heute. Meine Großeltern schafften es jedes Jahr wieder, all meine Kinderwünsche zu erfüllen. Irgendwie organisierten sie immer genau das, was ich mir gewünscht hatte, egal, was es auch war.

Ich erinnere mich an ein besonderes Geschenk. Mitten im Sommer fragte mich mein Großvater – ich muss so etwa in der 4. Klasse gewesen sein -, was ich mir den zum Weihnachtsfest wünsche und ich hatte einen ganz konkreten Wunsch. Es sollte ein metallic-blaues Klapprad sein, mit schwarzen Griffen und einem schwarzen Sattel. Auf keinen Fall eine andere Farbe und auf keinen Fall graue Griffe oder ein grauer Sattel. Dieses sollte es sein und kein anderes. Opa nickte beiläufig und nach wenigen Tagen hatte ich diese kurze Unterredung vergessen. Als ich in diesem Jahr endlich ins Wonzimmer durfte stand es da, mein Traumfahrrad in meiner Traumfarbe mit schwarzem Sattel und schwarzen Griffen. Und weil Opa wusste, dass ich gleich fahren will, waren die Pedale schon montiert und der Sitz war für die Zwergenenkelin auf niedrigster Stufe festgezurrt. Das war mein schönstes Weihnachtsfest, wirklich… Ich fuhr den ganzen Heiligabend die drei Meter vom Baum bis zur Tür immer hin und her und ich wurde nicht müde dabei. Und meine Großeltern freuten sich über meine Augen, denn die strahlten wie der Weihnachtsstern.

Und wenn ich heute vom Weihnachten meiner Kindheit erzähle, dann fällt mir immer dieses besondere Weihnachten ein. Immer dieses, weil das was ganz besonderes war und wer wie ich in der ehemaligen DDR aufgewachsen ist, weiß, dass es keineswegs normal war, dass Wünsche in Erfüllung gingen. Das passierte nur sehr selten, aber meine Großeltern machten immer alles möglich. Auch alle anderen Wünsche blieben nie unerfüllt, egal ob Schlitten, Schneeschuhe oder sonstwas. Aber das Fahrrad entlockte mir die meisten und lautesten Jauchzer und wenn ich zurückdenke, ist das bis heute das schönste Geschenk von allen gewesen. Wohl auch, weil Oma und Opa Weihnachten immer zu etwas ganz Besonderem machten. Danke dafür…

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Wegen Krankheitsfall geschlossen…

28. November 2008

operation 1 476 476

Meine Frau Mama hatte während des vergangenen Jahres mehrere schwere Operationen. Vor einem Jahr stand es so schlecht um sie, dass wir alle nicht wussten, ob sie überleben würde. Seit gestern liegt sie erneut im Krankenhaus, deshalb schreibe ich erst wieder, wenn sie zuhause ist.

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Totensonntag…

23. November 2008

3 marmor engel mit blumen grabstein

Heute ist einer jener zwiespältigen Tage für mich, denn er vereint Trauer und Vorfreude. Ab morgen dürfen die Weihnachtssachen aufgestellt werden, aber im Laufe des Nachmittages werde ich aller Voraussicht nach mit einer schlichten weißen Rose in der Hand zum Grabe meiner Großmutter gehen und diese Rose auf ihrem Grab hinterlassen. Das tue ich immer an all jenen Tagen, die ich für richtig erachte. Dazu zählt ihr Geburtstag, der Todestag, Weihnachten und natürlich der Totensonntag. Ich bin nicht so geübt im Besuchen von Gräbern, aber ich komme niemals mit leeren Händen. Ich bringe ihr jedes einzelne Mal diese weiße Rose mit und verharre einige Minuten im stillen Zwiegespräch mit ihr. Uns verbanden nicht nur gute Zeiten und ich trage noch immer so manchen Konflikt in mir, aber mein innerer Konflikt ist schon klein genug, um ihr während des gesamten Jahres mehrmals eine Rose zu bringen, denn sie liebte Blumen wirklich sehr. Und ich wähle immer die Farbe weiß, denn diese Farbe verkörpert für mich Reinheit, Neubeginn und Verletzlichkeit. Rot erscheint mir zu präsent, gelb zu fröhlich, rosa zu kitschig, orange zu knallig und lila hasse ich ganz einfach. Weiß ist gut, weiß ist dennoch aussagekräftig und weiß ist auch eine Farbe der Ruhe für mich.

Immer nur eine Blume, eine Rose, ein bisschen was Grünes drumrum und sonst nichts. Auch die Farben und Blumen für das Grabgesteck bei ihrer Beerdingung habe ich ausgesucht. Meine Mutter war damals mit mir im Blumengeschäft und stand neben mir. Wortlos und über den Tod ihrer Mutter betrübt habe ich sie unter meine Obhut genommen und gesagt: „Wir suchen Blumen für Oma aus, komm…“ Sie lächelte müde und ließ es geschehen. Ich stellte ein Arrangement aus weißen Blüten zusammen. Schlicht, edel, zart und weiß, einfach nur weiß. Ich ordnete den genauen Wortlaut der Inschrift auf den Trauerbändern an und bestimmte auch deren Farbe – dunkelgrün mit goldener Schrift. Meine Mutter bestand darauf, alles zu bezahlen und sagte mit einem dankbaren Lächeln: „Das sieht schön aus, danke, mein Kind…“ Ich hakte mich unter und wir verließen den Laden. Der Trauerfeier blieb ich fern. Ich wollte und konnte nicht in die heucherlischen Gesichter derer sehen, die nun plötzlich aus der Versenkung auftauchten.

Und ich wusste, diese Trauerfeier würde wieder in einem Skandal enden, was auch geschah, denn meine Mutter berichtete mir davon. Persönliche Gründe verboten mir, dieser Feier beizuwohnen und ich hatte mich längst auf meine Art verabschiedet. Als sie starb, war ich gerade auf Arbeit. Mein Handy klingelte und am anderen Ende sagte meine Frau Mama in mütterlichem Befehlston: „Komm sofort nach Hause! Oma ist gestorben.“ Ich empfand diesen Ton weniger befehlend, sondern verstand das viel mehr als Warnschuss, dass die elende Schlammschlacht der Heuechelei nun beginnen würde. So war es auch. Ich fuhr ohne Umwege zum Pflegeheim, wohin sie von meinem Großvater abgeschoben worden war, „weil das komische Krankenhausbett in der Wohnung doch unmöglich aussähe“ und sah mich mit einem betrunkenen Großvater, einer ebenfalls betrunkenen Tante und den zwei verbliebenen Schwestern meiner Großmutter konfrontiert. Meine Mutter lehnte an der Wand und verbarg das Gesicht an jeder Wand in ihren Händen.

Mein Großvater stammelte wirres Zeug, was angesichts seines Alkoholpegels kein Wunder war. Ich schämte mich für die Tatsache, dass meine werte Tante und mein ehrenwerter Großvater 100 m entfernt im Garten gesessen und sich betrunken hatten, während meine Großmutter ihren letzten Atemzug tat. Auch die unmittelbare Nähe zum Pflegeheim hatte nur für einen einzigen täglichen Besuch gereicht. Meine Mutter hingegen war aus Saarbrücken angereist und hatte angekündigt, so lange zu bleiben, bis Oma gestorben sei, denn wir beide wussten, dass es zuende geht. Schon vor Monaten hatte ich zu meiner Mutter gesagt: „Das lange Sterben von Oma hat begonnen.“ Ich sollte recht behalten. Nach und nach verließen alle Angehörigen den Raum, in dem meine tote Großmutter lag und mein betrunkener Großvater forderte mich schwankend auf, mitzukommen. Ich weigerte mich, ohne ihn anzusehen. Ich war angewidert und distanzierte mich von allen. Meine Mutter wusste, warum.

Als alle gegangen waren, betrat ich schweigend den Raum, nahm mir einen Stuhl und setzte mich an ihr Bett. Ich wies die Pflegeschwestern an, mich bis zum Eintreffen des Bestattungsunternehmens mit ihr allein zu lassen. Freundlich nickend wurde meine Bitte erfüllt und man reichte mir wortlos anteilnehmend ein Päckchen Tempos. Ich schloss die Tür zum Zimmer und setze mich noch näher ans Bett. Ich starrte meine tote Großmutter an und erst jetzt konnte ich weinen. Eine ganze Stunde war ich allein mit ihr und ich weinte, sprach sie immer wieder leise an und fand kein Wort außer „Oma“… Ich versuchte zu begreifen, dass sie vor mir lag und mich trotzdem nicht mehr hören konnte. Ich wollte ihre Hand berühren, aber jedesmal hielt ich wenige Millimeter vor ihrer Hand inne. Das konnte ich nicht, das ging mir zu weit. Ich starrte sie eine Stunde lang an und sah nichts anderes an, denn ich wollte keine Sekunde damit verschwenden, meine Aufmerksamkeit anderen Dingen zu schenken, als diesem letzten Moment, diesem letzten Beisammensein, nur sie und ich.

Irgendwann öffnete sich die Tür und zwei schwarz gekleidete Herren betraten den Raum, wünschten mir anstandsvoll Beileid und warteten in gebührendem Abstand, bis ich mich erhob und den Raum verließ, ohne mich ein letztes Mal umzudrehen. Ich lief wortlos zum Treppenhaus und sah kein einziges Mal zurück. In diesem Augenblick beschloss ich auch, nicht zur Trauerfeier zu erscheinen, denn die Szenerie mit zwei betrunkenen Angehörigen hatte mir gereicht. Nein, ich hatte mich verabschiedet, auf meine Weise, in aller Stille und in Zweisamkeit, so wie ich es wollte. Meine Mutter verstand das und was der Rest dachte, ging mir am Arsch vorbei. Ich setzte mich in mein Auto und stand noch lange auf dem Parkplatz. Der schlichte Sarg mit dem Leichnam meiner Großmutter wurde vor meinen Augen in den Wagen gehoben, einer der Bestatter trat an meinen Wagen und reichte mir eine Visitenkarte. Er notierte einige Hinweise, was für die Beisetzung notwendig sei und verabschiedete sich respektvoll. Ich hatte den Eindruck, dass jeder Mensch, der mir in diesen Stunden begegnete, mich als Verantwortliche für alle Belange rund um den Tod meiner Großmutter betrachtete. Niemand sprach meine Verwandten an.

Als ich endlich nach Hause fuhr, kam dieses Lied aus dem CD-Player meines Radios und es erinnert mich seither an den Tod meiner Großmutter:

I hope you’re feeling happy now
I see you feel no pain at all it seems
I wonder what you’re doin’ now
I wonder if you think of me at all
Do you still play the same moves now
Or are those special moods
For someone else
I hope you’re feeling happy now.

Just because you feel good
Doesn’t make you right (oh no)
Just because you feel good
Still want you here tonight

Does laughter still discover you
I see through all those smiles
That look so right
Do you still have the same friends now
To smoke away your
Problems and your life
Oh how do you remember
Me the one that made
You laugh until you cried
I hope you’re feeling happy now

Just because you feel good
Doesn’t make you right (oh no)
Just because you feel good
Still want you here tonight

Just because you feel good
Doesn’t make you right (oh no)
Just because you feel good
Still want you here tonight

I wonder what you’re doing now
I hope you’re feeling happy now
I wonder what you’re doing now
I hope you’re feeling happy now

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Ich bin stolz auf Dich, mein Sohn…

18. November 2008

Früher beobachtete ich die Entwicklung meines Sohnes oft mit versonnenem Blick, einem seligen Lächeln, viel Nachsicht und ohne große Erwartungen. Schon als Baby und später als Kleinkind unterschied er sich in oftmals wesentlichen Dingen von seinen Altersgenossen. Um endlich auf die Welt zu kommen, ließ er sich zehn Tage länger als geplant Zeit, kam mit so herrlich vielen Speckröllchen in mein Leben und verschlief nahezu sein gesamtes erstes Lebensjahr. Das allein war jedoch nichts Ungewöhnliches, das tun viele Kinder. Seine Entwicklung verlief sprunghaft und oft war ich mir nicht so ganz sicher, ob er sich den Lehrbüchern gemäß entwickelt. Da war zum einen sein mangelnder Bewegungsdrang. Den ganzen Tag lag er mit ausgebreiteten Ärmchen und Beinchen in seinem kunterbunten Laufgitter, strahlte mich an, strampelte aufgeregt und freudig, wenn ich geschäftig vorbei lief oder aber er schlief.

Ich hatte die Hoffnung fast aufgegeben und es fiel mir schwer, dem längst erteilten Rat der Kinderärztin Folge zu leisten. Besorgt hatte ich sie schon vor Monaten gefragt, ob ich mit ihm zur Babygymnastik gehen solle, da er keinerlei Anstalten mache, das Krabbeln oder Laufen zu lernen, sich sogar weigerte mit seinen Füßchen den Boden zu berühren. Sie verneinte lächelnd und sagte: „Nein, lassen Sie ihm noch ein bisschen Zeit. Er hat ein extrem sonniges Gemüt und wird das ganz sicher bald von allein lernen. Er will einfach noch nicht.“ Nicht wirklich beruhigt, übte ich mich weiter in Geduld. Sämtliche Kinder meiner Bekannten, die im etwa gleichen Alter waren, plapperten, liefen, erkundeten ihre Umwelt, aßen von Mamas Teller, bissen in kleine Brötchen oder krabbelten wenigstens schon umher.

Mein Söhnchen hingegen lag noch immer lächelnd da und machte nichts dergleichen. Er mochte keine Speisen, die er kauen musste, er grinste einfach nur vor sich hin und er schlief auffallend lang. Abends gegen 19.00 Uhr legte ich ihn schlafen und er schlummerte meist bis zum Vormittag, nicht selten bis Mittag. So manches Mal seufzte ich, wenn ich andere Kinder in ihren Kinderwägen sitzen sah, wo sie an Brötchen knabberten, kindgerechte Säfte tranken und ihre Mütter vollplapperten. Scott lag eher im Halbsitzen in seinem Gefährt, trank ausschließlich seinen Krümeltee, den ich immer von zuhause mitnehmen musste, weigerte sich nach wie vor zu kauen und lächelte Gott und aller Welt verschämt zu. Er war ein ausgesprochener Charmeur und beäugte seine Umwelt mit großen, stahlblauen und hellwachen Augen. Aber er blieb in der Defensive und im Geiste sah ich mich zum Schulanfang mit Kinderwagen, Krümeltee und Zuckertüte neben all den anderen Eltern stehen.

Erst im Alter von 13 Monaten krabbelte das kleine Speckbein los. Schlagartig lernte er alles auf einmal. Innerhalb von sage und schreibe drei Wochen lernte er Laufen. Die wackelige Lauflernphase ließ er komplett weg und entwickelte sich fortan in einem Tempo, welches mir den Mund offen stehen ließ. Zeitgleich begann er endlich zu sprechen. Er war und ist kein Mann großer oder vieler Worte. Er beschränkte sich schon als Kleinkind auf die nötigsten Stichpunkte, verstand aber jedes einzelne Wort. Und er entwickelte eine äußerst pedantische Ader. Er sortierte einfach alles nach Größen, Längen oder anderweitigen Maßen. Mit ihm zu spielen, war nicht möglich. Er meckerte und schrie, wenn ich seine sortierten Autos auch nur berührte. Er konnte sich aber schon damals stundenlang allein beschäftigen. Auch das abendliche Vorlesen entpuppte sich schnell als nicht geeignet. Wie schön saß ich in meiner Vorstellung neben seinem Bettchen und las ihm Märchen vor. Ich ahnte damals noch nicht, dass er mein Vorlesen mit lautem Gekicher und Gekacker übertönen würde und viel lieber Lieder singen wollte.

Vorsingen im eigentlichen Sinne war auch nicht möglich, nein, er wollte das auf seine ganz besondere Art. Ich erinnere mich an sein erstes Weihnachtsfest. Frau Mama kauerte neben den Gitterstäben seines Bettchens und versuchte „Oh Tannenbaum“ zu flöten. Söhnchen schaute mich irgendwie gelangweilt und erwartungsvoll an, zeigte keine Freude und aus Verzweiflung änderte ich die Tonlage. Ich holte meine Luftgitarre raus, schraubte meine Stimme gefühlte zehn Oktaven tiefer und rockte ihm den Tannenbaum auf eine Weise, bei der James Hetfield vor Bewunderung das Mikro aus der Hand gefallen wäre. Plötzlich strahlte mein Sohn, jauchzte vor Vergnügen und strampelte aufgeregt und mir wurde einmal mehr klar, dass er alles anders machte als die meisten Kinder. Von diesem Tag an war abends im Kinderzimmer der Teufel los. Die „Entchen auf dem See“ headbangten, die „Stille Nacht“ war extrem gitarrenlastig und mein Sohn verfolgte jede meiner Bewegungen und Stimmlagen mit einer Aufmerksamkeit, die schon fast an Verzauberung grenzte.

Er hatte also das „Schwermetall-Gen“ geerbt und nur zu solcher Musik bewegte er sich auch. Was das Sprechen anging, weigerte er sich bis zum Einschulungsalter, den Buchstaben „J“ zu benutzen. So kam es, dass er im „Luli“ Geburtstag hatte, sich mit einem „Laschlappen“ nach dem Essen den Mund abwischte und einfach „leder“ sein Freund war. Es war zum Mäusemelken. Als er in die Schule kam, ermahnte ich ihn eindringlich, dass er spätestens „letzt“ das „J“ in seine Worte einbauen müsse und seltsamerweise tat er das auch. Bis dahin fuhr er auch „lahrelang“ nach „Maulwurf“ zum Baden. Mit Oma, Opa, Papa, Tante und ich überlegte ebenso viele Jahre, wo zum Geier dieses „Maulwurf“ sei. Erst als ich eines Tages mit zum Schwimmen fuhr, sollte ich herausfinden, wo genau dieser Ort lag.

Die Jahre vergingen und sein sonniges Gemüt wich dem eines kleinen Teufelchens. Wut- und Trotzanfälle beherrschten unseren Alltag. Aber auch das legte sich wieder. Im Nachgang vergisst man all die grauen Haare, die man jener Phase zu verdanken hat. Man färbt stillschweigend sein Haupthaar und ist froh, mit dem Leben davon gekommen zu sein. Sohnemann entwickelte sich prächtig und inzwischen merke ich mehr und mehr, dass er ein kleiner Mann wird. Es erfüllt mich mit unbeschreiblichem Stolz, wenn er die Spülmaschine ausräumt, seine kreischende Mutter vom Anblick einer Spinne erlöst, schlammverkrustete Hosen schonmal vorsorglich in der Badewanne abspült und mittlerweile kleinere Einkäufe erledigt, weil Muttern überhaupt nicht gerne einkaufen geht. Dann läuft er preisevergleichend durch den Supermarkt, bevorzugt große Packungen die günstiger sind und bringt wirklich nur die Dinge mit, die auch auf dem Zettel stehen.

Ich bin ihm dankbar für diese Hilfe und er hat augenscheinlich Freude daran, seinen Teil zum gemeinsamen Leben beizutragen. Er bringt Altpapier zum Container, schafft den Müll runter, spült die Wanne nach dem Baden aus, hängt seine Handtücher zum Trocknen auf, sammelt in seiner Fußballtasche keine stinkenden Socken, saugt auch mal die Wohnung durch, schüttet den Sand aus seinen Schuhen erst vor der Haustür aus, wärmt sich selbständig sein Mittagessen auf und versorgt seine Mama auch mit Tee und Tempos, wenn sie krank ist. Ich habe den tollsten Sohn der Welt, der aber trotzdem auch Kind ist. Er kommt regelmäßig zu spät, kleckert beim Essen, vergisst ständig seine Zahnspange, rennt am Sonntag bis nachmittags im Schlafanzug durch die Wohnung und findet für alles Ausreden. Aber er ist auch ein bescheidenes Kind.

Erst gestern erwähnte er beiläufig, dass er vor etwa drei Wochen an einem Lesewettbewerb teilgenommen habe, bei dem er den 3. Platz belegt hat. Ich horchte auf und fragte, warum er davon nichts erzähle. Er sagte, das sei doch nichts Besonderes und ich hakte nach. „Wieviele Schüler waren denn dabei?“ Er merkte an, es seien 26 Teilnehmer gewesen und ich stellte richtig, dass ein 3. Platz von 26 Mitstreitern durchaus erwähnenswert sei und nicht so unbedeutend, wie er glaubt. Wir haben vor einigen Monaten etwas ähnliches erlebt und auch damals war er der Meinung, dass er nichts Ungewöhnliches getan habe. Bescheidenheit ist eine seiner Stärken und es erstaunt mich einigermaßen, dass er bereits in seinem Alter diese Wesensart in sich trägt. Er prahlt nicht mit seinen Leistungen, hilft gerne und uneigennützig, ist genügsam und stellt seine Ansprüche meist in den Hintergrund, da ihm mehr und mehr bewusst zu werden scheint, was im täglichen Leben wirklich von Wichtigkeit ist.

Seine geistige Reife macht mich oft sprachlos und ich befinde mich oft im Zwiespalt, ob sein Charakter einfach nur angeboren oder das Ergebnis meiner energischen und konsequenten Erziehung ist. Letztendlich spielt es keine Rolle, denn ich bin über alle Maßen stolz auf meinen Jungen, der manchmal so erwachsen ist und mir beisteht. Als er gestern mal wieder eine Spinne entsorgte, sagte ich zum ersten Mal: „Jetzt bist Du der Mann im Haus und was soll ich nur tun, wenn Du mal erwachsen bist und in Deiner eigenen Wohnung lebst. Dann muss ich Dich anrufen, wenn hier eine Spinne sitzt und Du musst kommen und Deiner Mama helfen.“ Er saß am Küchentisch und lächelte mich an. Er strahlte diese Ruhe aus, die mir so fehlt und es sind genau diese Momente, in denen ich mit Wehmut an den Moment denke, wenn er seine Habseligkeiten aus meinem Leben in sein eigenes Leben trägt. So langsam bekomme ich eine Ahnung davon, wie es sein muss, wenn die Kinder irgendwann das Haus verlassen.

Mein Sohn…, Du machst mich unglaublich stolz und ich weiß, dass Du schon jetzt ein besserer Mensch bist, als ich es je sein könnte. Du bist all das, was mir oft so schwer fällt. Du bist geduldig, nachsichtig, verständnisvoll und genügsam. Du bist selbstlos, hilfsbereit und fleißig. Und Du hast Dich zu viel mehr entwickelt, als ich mir erträumt habe. Trotzdem Du ein Einzelkind bist, warst und bist Du niemals geizig, teilst alles und immer, ja verzichtest sogar auf Dinge, die Du selbst liebst und gibst dennoch aus vollem Herzen. Es sind diese Dinge, die mich so stolz machen. Vielleicht hat unser schweres Leben Dich zu dem gemacht, was Du bist. Vielleicht war es meine Erziehung, vielleicht aber auch nur unser Miteinander. Aber ganz sicher wirst Du ein großartiger Mensch, das bist Du schon jetzt und ich zeige Dir viel zu selten, wie stolz ich auf Dich bin. Und in Momenten wie diesen, wenn Du um 4.00 Uhr morgens krank auf der Couch liegst und ich Dir Tee mit Zitrone mache, Dich mit weichen Decken und Halsbonbons versorge, dann bist Du wieder mein kleines Speckbeinchen und ich möchte einfach nur die Zeit anhalten, damit Du immer hier bleibst.

Du bist der Grund dafür, dass ich morgens gerne aufstehe. Du hast mir klar gemacht, was wichtig ist, worauf es ankommt und Du hast mir bedingungslose Liebe gezeigt. Dir kann ich nie lange böse sein, Du erweichst mein Herz, wenn Du weinst und Du spendest mir Trost, wo andere machtlos sind. Du bist mein Herz und mein Blut und Du bist mein Mittelpunkt. Du bist die Liebe meines Lebens und mein Licht. Du bist die Ruhe und die Kraft, die mir oft fehlt. Du verzauberst mich mit Deinem Wesen und ich bewundere Deine Geduld mit mir. Ich mach’s Dir nicht immer leicht, aber Du nimmst mich so, wie ich bin. Du bist das Beste, was mir passieren konnte und ich bin dankbar für jeden Tag, jede Stunde und jeden Augenblick mit Dir. Ich danke Dir für alles und dafür, dass Du so bist, wie Du bist… Kein Tag ohne Dich…

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Der gemeine Zungenknoten…

17. November 2008

„Soll ich Dir gleich hier „Züsch“ sagen? (Wohnzimmer)

„Züsch…???“

„Ich meinte „Tschüß…“ (geht glucksend die Treppe runter)

(Als „Züschen/Zischen“ bezeichnet man hierzulande gemeinhin das Verrichten der kleinen Notdurft. Ich verstand die verkorkste Verabschiedung also erstmal als Aufforderung, die allerdings schon längst erledigt war.)

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Ein ganz normaler Morgen…

13. November 2008

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Guten Morgen, liebe Blogger-Gemeinde, heute weiß ich wirklich nicht, was ich Euch hier hinterlassen könnte, also bin ich vorhin durch meine Wohnung geschlichen und habe versucht, ein paar Momente einzufangen, wobei hier noch nicht wirklich viel los ist. Alle schlafen noch und die Stille, die ich morgens so genieße, ist überall zu „hören“. Oben seht Ihr meinen Arbeitsplatz, von dem aus ich Euch jeden Morgen mit meinen Erlebnissen oder Gedanken quäle. Zwingend erforderliches Arbeitszeug habe ich rot gekennzeichnet, denn ohne diese drei Dinge kriege ich keinen Artikel zustande. Ja, ich bin leidenschaftlicher Kaffeetrinker, exzessiver Raucher und ohne Laptop nix Blog. Ja, vom Rauchen kriegt man schwarze Brustwarzen, ich weiß, aber die schwarzen Pinorkel passen ganz gut zu meinen ebenfalls schwarzen Haaren und sehen gar nicht so schlimm aus, wie man meinen möchte.

SNV30479 (Medium)

Auf dem zweiten Bild habe ich versucht, wirklich nur versucht, den derzeit vollen Mond einzufangen. Ich habe sehr zaghaft geknipst, denn ich hatte echt meine Bedenken, dass mir meine Kamera aus den Händen flutscht, über die Dachziegel poltert und dann vernichtend in den Hinterhof kracht, um dort ihr Dasein geräuschvoll und absolut endgültig zu beenden. Ich bin da echt ‘ne Zimperliese und Ihr müsst genau deswegen mit diesem halbherzigen Versuch leben. Draußen ist es – wie Ihr unschwer erkennen könnt – stockfinster und der Vollmond steht hoch am Himmel. Die Stadt ist nur notdürftig beleuchtet und allenorts schläft man noch. Nur eine Bewohnerin schlurft schon geschäftig durch die Räume und das scheine ich zu sein. Von draußen dringt noch kein Alltagslärm herein, die Fenster sind überall noch finster und in spätestens einer Stunde hört man die Nachbarschaft, die sich zur täglichen Arbeit mit oder ohne Fahrzeug von dannen macht.

SNV30476 (Medium)

Da sonst keiner bereit für ein Guten-Morgen-Photo war, musste meine schwarze Arschlocke herhalten, was ihr offenbar nicht wirklich gefiel. Ich blitzte sie mehrmals mit der Kamera voll und meist schaut sie auf Bildern dann genauso missmutig, wie hier oben. Ein Phänomen, dass ich seit längerem beobachte, denn obwohl auch Katzen eine recht ausgeprägte Mimik beherrschen, schaut sie immer irgendwie „genervt“ in die Kamera. Da aber ich hier im Hause die Miete bezahle, hat sie diese Späße über sich ergehen zu lassen und Ihr stellt Euch jetzt einfach vor, sie würde lächeln, wie sie das sonst eigentlich immer tut. Ich schwör’s… Ich habe gerade beschlossen, meine Cam in Zukunft auch wieder in der Handtasche mit mir zu führen, denn da draußen gibt es doch hin und wieder Leute, Sachen oder Geschehnisse, die ein Bild wert wären. Mir kommt in diesem Moment der Gedanke, dass ich Herrn N. aus P. beim Schlafen knipsen könnte. Ihr kennt das, wenn man solche Schnapsideen hat, kann man nicht anders und setzt sie um. Also bis gleich…

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Da liegt er nun selig schlummernd und kann noch eine volle Stunde schlafen. Wer sich über diese Wasserflasche am unteren Bildrand wundert, muss wissen, dass Sohnemann diese Angewohnheit einst entwickelt hat, als er in jüngeren Jahren unter einem Schnupfen litt. Angefangen hat das alles mit einer Packung Tempos, die er dort für die Nacht deponierte, um nicht dauernd aufstehen zu müssen. Er weigert sich ja seit Jahren beharrlich, sein geliebtes Hochbett einzumotten, was die Anschaffung eines herkömmlichen Nachtschränkchens erschwert, denn die sind in der Regel nicht besonders hoch. Ein Brett an der Seite würde dieses Problem zwar lösen, stellt aber eine potentielle Beulenverursachungsmaschinerie dar und würde unschön in die Luft ragen.

So begann Sohnemann, die Dinge, die er nachts gebrauchen könnte, kurzerhand an die Seite zu stapeln und neben der lebensnotwendigen Trinkflasche liegen oftmals Taschentücher, neue Spielzeuge, Fernbedienungen oder sonstiges Geraffel, was nachts notwendig sein könnte, um sich so wenig wie möglich bewegen zu müssen. Nur die Toilette passt nicht an die Seite, aber ich bin mir sicher, auch die würde er nachts mit ins Bett nehmen, wenn das ginge. Wenn das allerdings möglich wäre, stellt sich gleich die nächste Frage: Wie würde Sohnemann reagieren, wenn Muttern dann nachts neben ihm im Bett auf der Schüssel hockt? Interessante Theorie…

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Kindermund mal ganz deutlich…

12. November 2008

Sohnemann kommt seit 20 Jahren zum ersten Mal pünktlich nach Hause und ich laufe erstaunt zur Treppe: „Waaahnsinn… Na siehste, geht doch…“ Er reißt sich regelrecht die Schuhe runter und flitzt die Treppe hoch: „Ich muss ganz dringend auf Toilette!!!“

Da kommt bei mir der Schalk im Nacken durch und ich versperre ihm den Zugang, indem ich mich breitbeinig vor der Tür postiere.

Ich: „Was machst’n, wenn ich Dir den Weg versperre…???“

Er: „In die Hose scheißen, ich hab’ Flitzekacke…!!!“

Das war ‘ne deutliche Ansage und ich gab den Weg und auch die Türe sooofort frei… 8O


Eine neue Ära…

28. Oktober 2008

internet[1]

Vorgestern vorsichtig am heimischen Laptop angetestet und gestern einen ersten und voraussichtlich auch einzigen fast kompletten Tag mit ebenso einmaliger Erlaubnis dann für Sohnemann im Internet… Söhnchen beherrscht den Umgang mit PC bzw. Laptop nun schon etwas länger, aber allein und ohne nerviges über die Schulterschauen durfte er das bisher nicht. Nur unter meiner strengen Aufsicht war es ihm bisher erlaubt, zaghaft in den Weiten des WWW umherzuschnuppern. Tage und Wochen lag er mir in den Ohren, sich bei einer bekannten Schülerplattform anmelden zu wollen und da ich Vertreterin der „Es-wird-an-der-frischen-Luft-gespielt“-Fraktion bin, vertröstete ich den kleinen Mann immer und immer wieder „auf nächste Woche“. Anhänger dieser Fraktion wissen, dass man diese „nächste Woche“ bis zum Sanktnimmerleinstag hinausschieben kann, wenn man ein demenz-infiziertes Kind hat. Da Kinder aber bekanntermaßen fast niemals an Demenz erkranken, war es eine Frage der Zeit, wie oft und mit welcher Intensität mich mein Sohn an mein halbherziges Versprechen erinnert.

Erwartungsgemäß tat er das mit aller Regelmäßigkeit und am vergangenen Wochenende kamen mir dann seine Kumpels aus Mechel zuvor. Die Jungs dort haben bereits eine eigene Mailadresse und waren Sohnemann dabei behilflich, sich auch eine zu beschaffen. Fix noch bei besagter Plattform angemeldet und Sohnemanns Wunsch ging in Erfüllung. Aufgeregt erzählte er mir davon, als ich ihn dann am Sonntag abholte und es fühlte sich an, als wäre mein Sohn entjungfert worden. Mädels, verzeiht mir den Vergleich, aber ich war immer so froh, dass mein Junge nicht einer dieser Bengel ist, die Tage und Nächte vor dem Computer oder der Playstation verbringen und der sich lieber beim Fußballspielen die Klamotten ruiniert. Er ging bei Wind und Wetter vor die Tür, fuhr Rad mit Freunden, besuchte sein geliebtes Kindercafé oder aber bolzte auf dem Platz um die Ecke mit seinen Kumpels. So mag ich das und so wurde auch ich groß – an der frischen Luft im Kreise meiner Freunde. Ich halte das für gesund und wichtig.

So, nun aber hat er eine Email-Adresse und es fühlt sich an, als hätte er sich sein erstes Kondom gekauft. Ich kann nur erahnen, wie es sich für mich als Mutter anfühlt, wenn er sich tatsächlich zum ersten Mal am Kondomregal im Drogeriemarkt oder einer Tankstelle rumdrückt und die Dinger mit hochrotem Kopf bezahlt und ich falle tot um, wenn mir eines dieser Kondome dann beim Wäschewaschen in die Hände fällt. Ich weiß, dass genau das eines Tages passiert und ich weiß auch, dass ich eines Tages unter irgendwelchen doppelten Böden in irgendwelchen Schubladen all jene Schmuddelheftchen finden werde, die unsere Großmütter erröten lassen haben. Ich werde nicht erröten, nein, mein Herz wird stehen bleiben, weil mein Sohn kein Kind mehr sein wird. Dieser Vergleich mag hinken, aber als er mir von seinem Alleingang im Internet berichtete, verlor er ein klein wenig seiner kindlichen Unschuld, die ich an ihm so bezaubernd finde.

Mein sonst so vernünftiger und verständiger Junge, so ganz allein im Internet unter all den bösen und betrügerischen Menschen, die sich einen Dreck darum scheren, wie stolz ich auch meinen Sohn bin. Täglich wird er Versuchen ausgesetzt sein, ihn zu betrügen, zu belügen und ihn zu täuschen. Bin ich hysterisch? Nein, ich weiß durchaus, dass das Internet ein Medium unserer Zeit ist und dass der richtig dosierte und verantwortungsvolle Umgang damit, weniger Gefahren birgt, als für unerfahrene Nutzer. Also beschloss ich nun gestern, dass er dann auch eine einzigartige und lebenslange Emailadresse bekommen soll. Es fühlte sich an, als wenn ich ihm ein besonderes Geschenk aussuche und noch weiß er nichts davon. Keine Adresse bei Web.de oder GMX, nein, eine persönliche und eine, die niemand sonst haben wird, weil seine Mama dafür ihren monatlichen Obulus entrichtet. An dieser Stelle herzliche Grüße nach Annaberg, wo meine Domain verwaltet wird und wo der Service einzigartig ist und so richtig familiär praktiziert wird. Nun denn, er bekam seine Mailadresse, die ihn von nun an auf all seinen virtuellen Wegen begleiten soll. Davon weiß er noch nichts. Auf ihn wartet hier auf meinem Laptop ein eigenes Email-Programm, mit dem er seine persönliche Post verwalten kann und wenn jemand von Euch Mädels ein schönes Mailprogramm für Kinder kennt, dann erbitte ich umgehend Nachricht, denn das derzeitige erfüllt nicht meine Ansprüche. Vorerst wird es aber seinen Zweck erfüllen. Ich suche weiter…

Gestern dann ließ ich meinem Sohn dann ein klein bisschen mehr Spielraum und setzte auf unser Vertrauensverhältnis. Man/frau soll ja loslassen, wenn die Kinder sich entwickeln wollen. Es fiel mir schwer, das gebe ich zu. Sohnemann hat noch Ferien, das Wetter war gestern recht bescheiden und ich beschloss, ihm den Laptop für einen ganzen Tag zu überlassen. Ich erklärte ihm, wie ich mir dessen Handhabung wünsche und ermahnte ihn, keine Experimente zu wagen. Die Erlaubnis zum Chatten mit Schulfreunden und Bewegungsfreiheit auf seiner Plattform oder den ihm bekannten Spieleseiten hatte er und so verabschiedete ich mich mit gemischten Gefühlen in Richtung Arbeit. Ein Gefühl, als würde er das erste Mal ein Mädchen über Nacht bei sich im Zimmer haben. Furchtbar… Aber ich musste vertrauen. Tagsüber rief ich ihn dann zuhause an und erklärte ihm, wie auch wir beide miteinander chatten könnten und so standen wir den gesamten Tag über in Kontakt. So als könnte ich ein bisschen durchs Schlüsselloch schauen. Zwar wusste ich deswegen noch lange nicht, was er da zuhause anstellte, aber es beruhigte mich paradoxerweise trotzdem ein bisschen.

Nach der Arbeit flitzt ich dann nach Hause und fand meinen Sohn natürlich vor dem Laptop. Ich hatte nichts anderes erwartet und trotzdem fand ich den Anblick noch immer sonderbar, denn im Normalfall sitzt oder liegt Sohnemann mit schmutzigen Fußballklamotten und wunderbar erschöpft auf dem Sofa und schaut ein bisschen fern, was nach dem Spielen an der frischen Luft erlaubt ist. Gestern aber saß er mit viereckigen Augen hier und tippte, klickte und starrte mit glasigen Augen auf den Monitor. Mein fußballverliebter Junge hatte sich den Internetvirus eingefangen. Der Mutterinstinkt brach durch und ich scheuchte ihn vom Laptop weg. Er meckerte nicht, er maulte nicht und offenbar war seine Neugier und der anfängliche Wissendurst nach der virtuellen Welt da draußen vorerst gestillt. Ich schaute skeptisch und kümmerte mich um unser Abendessen.

Am Tisch dann sprudelte es aus ihm heraus. Er berichtete mir, was er den ganzen Tag so im Netz gemacht hat, erzählte mir von seinen Chatunterhaltungen und ich war über alle Maßen erstaunt darüber, wie er mir seinen Weg durchs WWW beschrieb. Unzählige Freundesangebote brachen über ihn herein, er jedoch lehnte alle ab, da er nur die Kinder in seine Liste nähme, die er auch persönlich kennt. Ich nickte zustimmend. Dann waren da noch die Störenfriede, die ihn virtuell einschüchtern oder beleidigen wollten. Die setzte er kurzerhand auf seine Blockier-Liste. Ich war fassungslos, wie konsequent und sicher er seine ersten freien Schritte ohne mich gemacht hatte. Wunderbar… Er hatte keine rosa Brille auf, fiel nicht auf Smilies oder eine Reihe Buchstaben herein und er surfte auch nicht heimlich auf verbotenen Seiten, denn das Muttertier kontrollierte selbstredend den Verlauf seiner gestrigen Aktivitäten… ;-)

Ja und da war dann noch dieses Mädchen, das ihn fragte, ob er mit ihr „gehen“ will. Und was soll ich sagen? Er lehnte dankend ab, da er „das jetzt noch nicht möchte, er will erst mit 15 oder 16 eine Freundin und er habe an sowas noch kein Interesse, er fühle sich zu jung und sei doch erst 12″. Sprachlos saß eine unnötig besorgte Mutter abendessend vor ihrem Sohn und war stolz wie selten in ihrem Leben. Er schob flüsternd hinterher, „dass sie außerdem ziemlich hässlich gewesen sei“, was aber Nebensache war. Ich grinste und sagte: „Reicht ja auch erstmal, wenn Du Deine Mama liebst.“ Er lächelte mich an und sagte: „Genau, ich hab’ Dich lieb!“ Worüber habe ich mir eigentlich Sorgen gemacht? Bin ich zu vorsichtig? Schadet zuviel Vorsicht? Ich denke, im Internet tut eine gewisse Vorsicht not und die Warnhinweise werden gerne ignoriert und als Panikmache abgetan. Mein Sohn allerdings verhielt sich so verantwortungsvoll, wie ich mir das insgeheim gewünscht hatte und das erleichterte mich sehr.

Ach ja, was seine Unschuld betrifft, hat er seine virtuelle nun entgültig verloren, aber ich jage ihn trotzdem lieber auf den Fußballplatz und seine ersten Kondome kauft die Frau Mama für ihn. Basta…!!! Nur durchs Schlüsselloch werde ich dann diskreterweise nicht schauen. Aber den Sicherheitsgurt für die rasante Fahrt durchs Leben in Richtung Erwachsenwerden lege ich so oft es geht selbst für ihn an, denn er bleibt immer mein kleiner Junge, heute und morgen und bis ans Ende meiner Tage…


An jedem verdammten Sonntag…

19. Oktober 2008

Seit mehr als einer Stunde bin ich schon wach. Gestern habe ich mir Ruhe gegönnt, viel Ruhe. Ich habe erst am späten Nachmittag das Haus verlassen und mit einer Freundin das nahegelegene Ausland unsicher gemacht. Bei einem Tässchen Kaffee haben wir geplaudert und herzlichst gelacht. Als ich sie am frühen Abend wieder zuhause absetzte, verspürte ich wieder einen dieser Arbeitsanfälle und wollte diesem auch ein Ventil verschaffen, also flitzte ich nochmal Richtung Baumarkt und war festen Willens, noch diverse Kleinigkeiten zu besorgen, damit ich hier noch etwas werkeln kann. Leider traf ich erst kurz nach Ladenschluss ein und stand dort vor verschlossenen Pforten. Enttäuscht und vollkommen demotiviert machte ich mich auf den Heimweg und stampfte missmutig die Stufen nach oben.

Der Abend war noch jung und ich beschloss, mir einen urgemütlichen Samstagabend zu bereiten. Freudig schlüpfte ich ganz unorthodox in meine bequeme Schlafanzughose, warf den Trockner nochmal an, damit mein watteweicher Bademantel wieder gebrauchsfertig wird und entschied kurzerhand, jede Menge leckeren Tee zu trinken. Ich suchte mir eine schöne große Tasse aus, stellte mir die duftende Teemischung bereit, setzte den Wasserkocher in Gang und fand mein verflixtes Tee-Ei nicht. Ich durchwühlte alle Schubladen und kam zu dem Schluss, dass ich besagtes (und einst so teures) Tee-Ei wohl offenbar beim Auspacken übersehen und mit den Kartons und dem Zeitungspapier entsorgt hatte.

Mist verfluchter… Ein paar Sekunden überlegte ich, wie ich nun meine Teemischung genießen solle und entschied mich dann kurzerhand für herkömmlichen Pfefferminztee. Trinke ich auch sehr gerne, so ganz ohne Zucker und Schnickschnack. Teetasse wurde auf dem Wohnzimmertisch plaziert und dann suchte ich mir einen richtig billigen Horrorfilm aus meinen Filmen aus, den ich so richtig schön im Dolbydigitalsound anlaufen ließ. Da saß ich nun, in Nachtbekleidung, mit Tee bewaffnet und einem mittelmäßigen aber wunderbar ekligen Horrorstreifen und freute mir ein zweites Loch in den Arsch. Ich fand es richtig gemütlich und genoss das über alle Maßen. Aus den Boxen kreischten entsetzte Darsteller, Blut spritzte, eklige Sequenzen noch und nöcher. Herrlich… So mag ich das.

Ja und dann klingelte fast genau nach der Hälfte des Filmes mein Telefon – meine Frau Mama. Wer sie kennt, weiß, dass man unter einer halben Stunde nicht mehr aus der Sache rauskommt. Anfangs versuchte ich noch, der Handlung meines Splattermovies zu folgen, aber Frau Mama wechselte die Themen derart schnellzüngig, dass ich keine andere Möglichkeit hatte, als mich auf all diese Themen im vorgegebenen Tempo einzulassen, wenn ich nicht den Eindruck erwecken wollte, dass ich desinteressiert sei. Zwar hatte ich auf ihre anfängliche Frage, was ich gerade schönes tue, wahrheitsgemäß geantwortet, aber das beeindruckte meine Frau Mama nicht im Geringsten.

Nach ca. 15 Minuten hatte ich bereits den Faden zur ohnehin anspruchslosen Handlung verloren, aber ich bedauerte zugegebenermaßen, dass mir die Schlüsselszenen durch die Lappen gingen. Irgendwann war der Film vorbei, irgendwann aktivierte sich der Bildschirmschoner des DVD-Players, weil ich keinerlei Knöpfe mehr drückte und meine Frau Mama schnatterte immer noch. Mein Gähnen zeigte keine Wirkung, obwohl ich das nicht mal spielen musste, denn mich überkam angesichts der Stille im Wohnzimmer etwas Müdigkeit. Mit Telefon am Ohr brühte ich mir noch einen Tee auf und schlurfte zurück zu meiner Couch. Frau Mama behandelte einstweilen hochgradig angeregt das Wetter im Saarland, die Ernte ihres Gartens, die Insolvenz vieler Geschäfte in der saarländischen Landeshauptstadt, den Kleiderbestand ihres Schrankes, diverse Zipperlein diverser Familienmitglieder, ihre neue Frisur und nicht zuletzt unzählige andere kleine Begebenheiten, die jede allein für sich Gesprächsstoff für mindestens 16 Telefonate hergegeben hätten.

Als sie mich dann in den Samstagabend entließ, schaute ich neugierig auf die Gesprächsdaueranzeige und war nicht unbedingt erstaunt, denn dort stand in erbarmungslos ehrlichen Zahlen, dass wir bzw. eigentlich nur sie 1:46 Stunden telefoniert hatten. Mein lieber Schieber, Respekt… Nun ja, der Film war alle und ich war inzwischen so müde, dass ich meine Stellung auf der Couch wechselte und im Liegen dem samstäglichen Fernsehprogramm folgte. Es dauerte natüüürlich auch nicht lange, bis mir in unmöglicher Haltung die Augen zufielen. Mist verdammter… Aber ich liebe meine Frau Mama trotzdem wie verrückt, ehrlich…

Und die Moral von der Geschicht’?

Geh’ während einem Horrorfilm ans Telefon nicht!!!

In diesem Sinne – einen wunderschönen Sonntag Euch allen…


Der längste Tag der Woche…

9. Oktober 2008

langer donnerstagEs ist mal wieder soweit. Der Donnerstag ist angebrochen und das heißt, ich übernehme heute die gesamte Schicht. Etwas müde bin ich noch und dem kleinen Mann scheint es nicht anders zu gehen. Müde kam er mir gerade entgegengeschlurft und trotz der allmorgendlichen Aufforderung, sich anzuziehen, legte er sich einfach wieder ins Bett. Etwas überrascht musste ich meine Aufforderung wiederholen und griff auf den altbewährten Trick zurück, der schon seit seiner Geburt funktioniert – ich verwickelte ihn in ein belangloses Gespräch. Mädels, ich kann Euch das nicht erklären, aber das zeigt immer Wirkung. Er ist innerhalb weniger Augenblicke hellwach und nimmt rege am Gespräch teil. Nebenbei zieht er sich artig an und ist dann auch meist frühzeitig mit Ankleiden, Zähneputzen usw. fertig. Eigentlich lasse ich ihm morgens lieber seine Ruhe und kümmere mich einstweilen um sein Pausenbrot, doch erstaunt es mich immer wieder, wie wach er plötzlich wird, wenn ich mit ihm spreche. Ich wünschte, das wäre auch der Fall, wenn es um das leidige Thema „Verspätung“ geht. Regelmäßig muss ich ihm diesbezüglich eine nervige Reformante halten, dass ich von ihm erwarte, zu vorgegebenen Zeiten zuhause zu sein. Seit Jahren höre ich mich immer wieder die gleichen Sätze sagen und ich habe schon Fransen am Mund. Er setzt dann immer seinen reumütigen Blick auf, wartet brav, bis die alte Frau fertig mit Schimpfen ist und trollt sich leise in sein Zimmer. Und auch diese Masche werfe ich ihm vor. Immer das Gleiche… Erst kommt er – mitunter an die zwei Stunden – zu spät, dann ermahne ich ihn, er schaut zu Boden und tut einsichtig, ich fordere ihn zu echter Teilnahme am Gespräch auf, er leistet Folge und schleicht dann einen Kopf kürzer in seine Gemächer. Spätestens eine Woche später folgt genau die gleiche Debatte, mit genau dem gleichen Thema. Kein einziges Argument fruchtet, wenn ich ihm erkläre, warum ich auf diese nervige Pünktlichkeit solchen Wert lege. Es geht ja nicht nur um Zuverlässigkeit, sondern auch darum, dass ich zu abgesprochenen Zeiten mit ihm rechne und mir keine Sorgen machen möchte. Aber ich glaube auch, dass ich nicht die einzige Mutter bin, die solche Gespräche mit verlässlicher Regelmäßigkeit führen muss. Nur morgens nimmt er auffallend intensiv an Unterhaltungen jeglicher Art teil und erstaunt mich seit Jahren damit, dass diese Methode des Weckens für ihn die effektivste ist. Aber auf eines ist immer Verlass – auf seine Unpünktlichkeit…

Im Studio erwartet mich heute so einiges an Arbeit und ich hoffe, dass ich neben den dringlichen Angelegenheiten auch mit meinem Großprojekt ordentlich vorwärts komme. Zum einen haben sich unser Messelaptop und der dazugehörige Drucker offenbar gestritten und kommunizieren nicht mehr miteinander, was den Chef auf Messe dann natürlich rasend macht und an den Rand der Verzweiflung treibt. Zum anderen arbeite ich mal wieder seit einigen Wochen daran, die Schäden der ehemaligen Praktikanten wieder zu beheben. Zahlreiche Vorlagen fielen deren Fingern zum Opfer und unzählige Vorlagen und Photos wurden aus mangelnder Kenntnis bezüglich der Arbeitsweise mit PC/Laptop schlichtweg gelöscht. Das heißt für mich, dass ich jede gebrannte Sicherkeitskopie einlesen, jedes einzelne Bild betrachten und neu ablegen muss, um anschließend alle doppelten Dateien wieder zu entfernen. Zwar sieht man bereits jetzt deutliche Erfolge und kann nur erahnen, was da alles gelöscht wurde, aber es ist unglaublich zeitintensiv und am Ende des Tages sieht man nur noch verschwommene Bilder und die Augen brennen und tränen unaufhörlich. Oft herrscht auch auf den vorhandenen CDs ein heilloses Durcheinander und es befinden sich kategoriefremde Bilder in den Themenbereichen. Also mache ich mir die Mühe und sortiere alles gleich richtig ein. Klar wäre es einfacher, die verschiedenen Ordner einfach mitsamt ihrem Inhalt zu kopieren und dann die doppelt vorhandenen Exemplare zu löschen, aber so bliebe das Chaos bestehen und so möchte ich auch nicht arbeiten. Eigentlich ist das alles eine Sisyphosarbeit, aber da unser Chef nicht nur Tätowierer sondern auch Perfektionist ist, würde ihm sofort auffallen, dass sich falsche Bilder in falschen Kategorien tummeln. Ich mache trotzdem 426 Kreuze, wenn ich mit allen Datenträgern fertig bin und alles an Ort und Stelle ist.

So, die erste Tasse Kaffee des Tages blubbert bereits durch meine Herzkammern und ich werde mich langsam für den Tag rüsten, da ich vor der Arbeit noch ein paar Kleinigkeiten erledigen möchte. Ich wünsche allen Lesern einen hoffentlich entspannten Tag und verabschiede mich für heute Richtung Arbeitswelt. Lasst Euch nicht ärgern!!!


Herr N. aus P. meckert…

8. Oktober 2008

Nun muss ich doch noch kurz bloggen, bevor ich meinen Rundflug durchs Net starte. Im Treppenaufgang fehlt leider noch immer die Beleuchtung, da wir zur Montage der Lampe eine außergewöhnlich hohe Leiter brauchen. In besagtem Aufgang befinden sich unsere Jacken und Schuhe und wie sicher alle wissen, ist es morgens mittlerweile wieder dunkel. Zwar wird das Lichtproblem dort unten auch bald erledigt, aber folgendes trug sich gerade zu:

„Ich seh’ hier nix…“

„Ja, ich weiß, die Lampe fehlt noch. Wird schon noch…“

„Ooorrr, jetzt hab’ ich auch noch ‘nen Knoten im Schnürsenkel.“

„Kicher…“

„Kackschuh…“ (besagter Schuh flog prompt zu seinen „Kollegen“)

8O

Naja, über einen angemessenen Ton kann man nun streiten, aber wenigstens hat er nicht „Scheißlatsch“ gesagt und der kleine Mann bewies zumindest mehr Geduld als ich in seinem Alter. Beharrlich saß er im Dunkeln da und versuchte den Knoten zu entwirren. Was er dabei nicht bedachte, war, dass man das dann doch besser im Schein einer Lampe tut. Also half Muttern ihm mal geschwind, nachdem sie sich kichernd einige Minuten lang über ihren Sohn amüsiert hat. Ich liebe solche kleinen Episoden am Morgen. Sie erheitern mich ungemein und erinnern daran, dass man auch über kleine Ärgernisse lächeln sollte. Nennt man das vielleicht innere Ruhe? So ein bisschen vielleicht, nur ein ganz kleines bisschen…

knoten


Umzug, der Komödie 1. Teil

5. September 2008

So, Kleiderschrank, Sohnemanns Bett und mein Bett sind fachgerecht zerlegt und stehen zur Abholung bereit. Nach einer Ganztagsschicht und diversen Behördenärgernissen vor dieser Schicht haben das fleißige Bienchen C. und meine Wenigkeit meine Schlafzimmermöbel und Sohnemanns Schlafmobiliar noch auseinander gebaut und bringen diese Sachen dann planmäßig morgen in unsere neue Wohnung, um sie dort im besten Falle auch gleich morgen wieder aufzubauen. Sohni verbringt sein Wochenende bei Papa bzw. Oma und kriegt von dem häuslichen Chaos hier nur das Nötigste mit.

Lieben Dank auch an meine Familie im Saarland, die mir heute nicht zum ersten Mal bewiesen hat, dass sie immer für mich da sind.

Liebe Mama, lieber Harry und liebes Schwesterlein… Ich bin dankbar und froh, Euch an meiner Seite zu wissen und schicke Euch tausend Küsse. Ich darf mich glücklich schätzen, auch auf meine Familie zählen zu können, wenn sie hunderte von Kilometern weit weg sind.

Danke für alles!!!