Der guuute Onkel Brösel…

3. September 2009

…war so nett und hat kurzerhand und erschreckend unkompliziert ein beinahe neues Fahrrad an Sohnemann hergeschenkt, als er von dem gemeinen Diebstahl hörte/las. Er hat noch ordentlich die Reifen aufgepustet, das alte Schloss abgepopelt, noch bissle Öl hier und da rangemacht und zack, gehörte es dem leichtsinnigen jungen Mann, der ein Zimmer bei mir bewohnt.

Ich danke Dir im Namen meines Sohnes hiermit nochmal in aller Form und freue mich mal wieder über alle Maßen, dass ich solche guten Freunde habe. Wirklich wahr… Das ist alles andere als selbstverständlich und wenn ich mal ‘ne Harley übrig habe und Deine grad geklaut wurde, dann schenk’ ich Dir meine… Einfach so… :-)


Alte Freunde zu Gast im Vogtland…

19. August 2009

Das Internet macht Dinge möglich, die mich immer wieder aufs Neue begeistern. Seit geraumer Zeit gibt es zahlreiche dieser Netzwerke, in denen man alte Freunde und Bekannte finden und über deren Freundeslisten wiederum weitere Leute aufstöbern kann. Tolle Sache das.  So geschah es auch, dass ein gewisser M. mich laut Benachrichtigungsmail gefunden habe. Der Vorname sagte mir nicht viel, da dieser in unseren Breitengraden nicht unbedingt selten ist. Vom Nachnamen stand da nichts, tut es in derlei Mails ja nie. Also klickte ich mich in Richtung dieses Profils und staunte nicht schlecht. Ein guter Kumpel aus uralten Tagen hatte mich gefunden und da er im August in der alten Heimat Urlaub machen wollte, vereinbarten wir vorerst nur, dass wir uns ja dann treffen könnten.

Na klar, ich treffe nur zu gerne Freunde von ganz früher und hinterließ gleich meine Nummer. Dann bekam ich letzte Woche das Signal, dass “es” in den nächsten Tagen soweit wäre. Nochmal fix zur Sicherheit meine Nummer hinterlassen und prompt flatterte am vergangenen Wochenende eine SMS aufs Display. Gestern dann hockten wir nun endlich nach ca. 15 Jahren wieder zusammen und lachten Tränen über alte Zeiten und Schandtaten. Mit von der Partie waren seine Frau und die beiden Kinder. Ich blieb länger als geplant, lachte heftiger als erwartet und freute mich über alle Maßen, den alten Haudegen mal wieder aus der Nähe zu sehen. Ein bisschen älter, ein bisschen gereifter und kein Stück verändert. Schön war’s, wiederholen sollte man das unbedingt und ich hoffe, wir sehen uns noch ganz oft wieder. Danke liebes Internet, ohne Dich wäre das nicht möglich gewesen.

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Auf Wiedersehen…

12. August 2009

Heute erreichte mich vollkommen unerwartet die Nachricht über den Tod eines ehemaligen Nachbarn. Ich bin bestürzt und angesichts dieses tragischen Ereignisses fehlen mir die Worte für das, was mir in diesen Stunden durch den Kopf geht.

Erinnerungen an meine Zeit in diesem Haus kommen hoch und ich dachte immer sehr gerne an meine Zeit dort. Vor fast genau 13 Jahren zogen wir mit unserem klitzekleinen Sohnemann in eine größere Wohnung. Dachgeschoss, helle Räume, Balkon und vor allem ein Kinderzimmer. Gleich nebenan wohnte ein älteres Ehepaar. Zwei stattliche und hochgewachsene Menschen, alle beide hatten schneeweißes Haar und sie waren es, die mir als erstes im Flur begegneten. Scott war gerade zwei Monate alt, als wir dort unser Heim einrichteten. Unsere erste Begegnung ließ gleich jedes Eis schmelzen, denn als ich mich mit Scotti im Arm die Stufen bis nach oben quälte, standen die Beiden da und strahlten mich an: “Aaaaach, eeendlich wieder Kinder im Haus. Das ist sooo schön und darüber freuen wir uns sooo sehr.”

Ich war etwas verdutzt, denn man hört derlei freudige Worte nicht oft, wenn es um oftmals schreiende und trotzende Kinder geht. Ich lächelte etwas zaghaft zurück und was in den folgenden fünf Jahren an Herzlichkeit aus der Nebenwohnung kam, war einfach unbeschreiblich. Meine liebenswerten Nachbarn vergaßen kein einziges Mal den Geburtstag meines Sohnes, ein Weihnachtsfest, den Kindertag oder Nikolausi. Immer, ja wirklich immer lag oder stand etwas Tolles auf unserem Schuhschrank. Wer jetzt glaubt, es handelte sich dabei um Kleinigkeiten, irrt gewaltig. Meine lieben Nachbarheinzelmännchen stürzten sich jedes Mal in unverschämt hohe Kosten, um meinem Sohn eine Freude zu machen. Und immer war das Geschenk in silbern glänzende Alufolie gepackt. Anfangs war ich darüber einigermaßen irritiert, aber wenn ich heute Geschenke in Alufolie sehe, denke ich jedes einzelne Mal an “meine Zänkers”.

Es dauerte nicht lange, bis mein Kater “Mephisto” das erste mal aus der Wohnung entwischte und auf direktem Weg rüber zu Zänkers rannte. Frau Zänker freute sich diebisch, denn sie mochte Haustiere sehr sehr gerne. Sie beruhigte mich, als ich meinen Kater gleich holen wollte: “Ach, das macht nichts. Lassen Sie ihn ruhig ein bisschen bei uns. Wir hatten früher einen Hund und seitdem dieser gestorben ist, vermissen wir das oft. Ich klingle nachher, wenn er zurück will.” Sprach’s und “behielt” meinen “Dicken”  für eine beachtliche Zeit. Kein Wunder, denn dort drüben durfte er nach Herzenslust in Pflanzen beißen, daran nagen und in den Blumentöpfen buddeln. Irgendwann klingelte es und Frau Zänker brachte mir mein Ungetüm zurück.

Nicht lange danach stand plötzlich eine große Pflanze im Hausflur und als ich wieder einmal die Treppen hochhechelte, strahlte mich die große Frau von nebenan wieder an und sagte: “Der Blumenstock ist für Mephisto. Den darf er ruhig aufessen, der steht extra für ihn hier, falls wir mal nicht zuhause sind.” Ich kicherte und fand das mehr als süß. Lächelnd schloss ich die Tür und so vergingen die Monate im neuen Zuhause. Scotti wurde zusehens mobiler und morgens klopfte er gerne mit den Fersen an die Wand, wenn er wach wurde. Mir war das peinlich, denn ich wollte niemanden stören oder für Unruhe im Haus sorgen. Aber meine Nachbarn waren regelrecht erfreut, wenn sie den kleinen Mann mal hörten.

Als er endlich laufen konnte, verbrachte nicht nur mehr Mephisto seine Zeit nebenan, sondern es kam immer häufiger vor, dass auch Scotti hinterher tippelte und auch zu den netten Nachbar wollte. Auch das war mir höchst unangenehm. Meine Nachbarn allerdings bettelten regelrecht darum, auf Scotti aufpassen zu dürfen und peinlich berührt willigte ich ein. Von Stund an klingelte Scott fast täglich dort drüben und “Tante Rosi und Onkel Harald” öffneten jedesmal freudestrahlend die Tür. Es wurde kurz rübergewinkt und dann schlossen sich die Wohnungstüren wieder. Es war goldig, das zu sehen, denn die Beiden genossen die Zeit mit Scotti sehr. Sie feierten mit ihm Fasching, malten ihn an, brachten ihm lustige Worte bei – Tante Rosi nannte ihren Harald oft im Scherz “Sausack”. Mehr muss ich nicht sagen.

Diese und noch viele andere Erinnerungen kommen heute wieder zum Vorschein. Als ich barfuß und im Badeanzug bei Rosi telefonieren musste, weil ich mich ausgesperrt hatte, als die Nachbarn ihr Bad komplett verschönern ließen und eine Woche meine Toilette benutzten, als mir Onkel Harald Schnäpschen einflößte und und und… Irgendwann tauschten wir auch die Wohnungsschlüssel. Die tollsten Nachbarn, die man sich wünschen kann und herzlich wie kaum jemand sonst. Eine schöne Zeit hatten wir dort, dank ihnen. Sie sahen Scotti laufen und sprechen lernen, die verfolgten seine Entwicklung mit großem Interesse und waren immer liebevoll zu ihm und auch zu mir. Danke für alles und auf Wiedersehen, denn ich möchte im Nirvana gerne wieder neben Euch wohnen. Es war schön mit und bei Euch. Ich bin sehr traurig heute und ich werde heute Bilder von damals anschauen, weil mir danach ist.

Tante Rosi, sei tapfer und behalt’ den Mut. Es ist schwer, sehr schwer und alle, die Dich und Deinen Onkel Harald kennen, wissen, wie groß die Lücke ist, die er bei Dir und allen Menschen hinterlässt. Ich denke an Euch!!!

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Schon wieder Füße???

8. August 2009

Ja, schon wieder. Sicher denkt denken meine Leser, dass ich Fußfetischist bin. Falsch. Ganz falsch. Ja, ich knipse desöfteren meine Gehwerkzeuge, aber dafür gibt es einen Grund. Jeder Mensch mag an sich selbst einen Teil oder irgendetwas ganz besonders gerne und bei mir sind das meine Füße. Klingt vollkommen idiotisch, ist aber so. Ja und komisch klingt es auch, zugegeben. Nun, aus diesem Grund habe ich so einige Bilder von meinen Füßen – Füße in der Wiese, mit und ohne Gänseblümchen zwischen den Zehen, Füße im Sand der Karibik, Füße mit und ohne Schuhe und und und… Aber der Schnappschuss oben im Kopfbereich entstand diesmal ganz anders. Ja, das ist ein Schnappschuss und ich erzähle Euch, wie es dazu kam.

Das Bild ist etwas mehr als eine Woche alt/jung. Wie Ihr sicher noch in Erinnerung habt, waren meine Saarländer kürzlich zu Besuch im Vogtland. An einem dieser Tage kam ich völlig erledigt aus der Schule, pflanzte mich auf die Couch der Gästewohnung, in der meine Saarländer gastierten und legte meine geplagten Füße auf den Tisch. Auch Frau Mama tut das manchmal, also wusste ich, dass sich niemand daran stören würde. Meine Frau Mama setzte sich neben mich, schaute meine Füße an und fragte: “Was hast Du denn für kleine Füße?” Ich schaute sie etwas empört an und antwortete: “Wieso denn klein? Wir haben doch die gleiche Schuhgröße.” Sie schüttelte verneinend den Kopf und packte ihre Füße daneben. Tatsächlich schien es so, als wären meine Füße in den letzten Jahren kleiner geworden.

Wir schauten und verglichen eine Weile unsere unteren Extremitäten, als Schwesterlein sich ebenfalls dazusetzte und uns eine Weile zusah. Schließlich zog sie ihre Schuhe und Strümpflein aus und vervollständigte die “Tischdekoration” um ein weiteres Paar Füßlein. Als ich das alles so vor mir sah, konnte ich nicht anders und kramte nach meiner Kamera, um diesen Moment festzuhalten. Wann kriegt man schon mal so ein seltsames Motiv vor die Linse?! Nachdem ich zufrieden meine Kamera verstaute und Frau Mama ebenso begeistert von diesem außergewöhnlichen Bild war, versprach ich den beiden Mädels, dass ich genau aus diesem Schnappschuss ein neues Banner für diesen Blog basteln werde und hier ist es nun.

Ein Drei-Generationen-Banner. Links sind meine Füße, mittig die meiner Frau Mama und rechts – die leuchtenden 100-Watt-Füße – sind die, meiner kleinen Schwester. Hübsch, nicht wahr? Mir gefällt’s, sehr sogar. Und nein, ich fasse fremde Füße nicht an, ich mag eigentlich nur meine eigenen, aber hier mache ich eine Ausnahme und ich bin mir sicher, dass Frau Mama und Schwesterherz jetzt total verzückt vor ihrem Bildschirm sitzen und sich freuen. Ick freu’ mir ooch…

So und jetzt pack’ ich langsam die Badehose und das Söhnchen ein und verabschiede mich Richtung Talsperre, denn heute wird phantastisches Wetter und das nutzen wir aus. Während meiner Ferien war es ja weniger schön, aber das bevorstehende Wochenende verheißt wunderbares Wetter. Endlich…


Wir Mädels…

5. August 2009

Viel möchte ich zu diesem Bild nicht schreiben, denn ich mochte diesen Schnappschuss auf Anhieb und er drückt alles aus, was man wissen oder fühlen sollte, wenn man an seine Familie denkt…

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Saarland im Vogtland…

21. Juli 2009

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Gestern am frühen Abend trafen meine Saarländer nun im Vogtland ein. Sohnemann hatte sich extra noch in duftendes Badewasser gelegt, Haare hyperhipp frisiert, Nägel mani- und pedikürt, schicke Klamotten angezogen – ich kam aus dem Staunen nicht heraus. Die Ursache dürfte nicht zuletzt darin begründet sein, dass mein Schwesterlein in seinem Alter ist und auch seine Omi und der Opi nur den allerbesten Eindruck haben sollten von ihrem Enkelsohn. Gelungen ist ihm das und in seiner allseits bekannten Coolness fielen wir über unsere Besucher herein. Frau Mama lauerte schon an der Tür und quiekte durchs Haus, als ich die Stufen nach ganz oben hochkletterte. Eine herzhafte mütterliche Umarmung, dann erst wurde Licht im Flur angeknipst.

Sie bewunderte ihren gereiften Enkel und er grinste verschämt vor sich hin. Opa teste gerade die Badeinrichtung und Schwesterlein erforschte ihr Gästezimmer. Dann versammelte sich der Rest doch noch im Wohnzimmer. Meinereiner wurde zuerst an die stiefväterliche Brust gedrückt – so mag ich das ja gerne – und mein Fräulein Schwester guckte etwas verunsichert drein, da wir ja kürzlich ein paar kleine geschwisterliche Reibereien hatten. Ich gab ihr erst die Hand und dann rupfte ich sie ihn meinen Arm, was das Eis schlagartig schmelzen ließ. Von hinten durch die Brust ins Auge. Geschwisterliche Zickereien verboten, jetzt sind wir in Plauen, hier wird gelacht und geschnattert.

Frau Mama hatte wie immer Geschenke im Gepäck und Herr Sohn bekam eine äußert coole Jacke, die er auf dem Heimweg auch sofort anziehen wollte. Sehr cool, sehr dunkelblau, sehr von Nike und sehr sehr geil, muss ich schon sagen. Klamottentechnisch lagen Frau Omi und Herr Opi noch nie daneben, was die Kleiderordnung von Herrn Enkelchen angeht. Er war begeistert und verzog auch ganz geringfügig eine Miene, die man glatt als Lächeln hätte deuten können. Für mich packte mein Mütterchen wie immer Jeans und sowas aus, auch sehr geil und da war noch etwas, was ich schon beinah vergessen hatte.

Herr Stiefpapa war ja über Weihnachten auf seinem jährlichen Trip zuhause in Indien und hatte vor seiner Abreise meine Mutter beauftragt, mich zu fragen, welchen Wunsch ich hätte. Diesmal überließ ich das nicht dem Zufall, da ich normalerweise nicht gerne Wünsche äußere. Es sollten Elefanten sein, meine Lieblingstiere. Egal in welcher Form, egal aus welchem Material, egal woher, ganz egal, Hauptsache Elefanten. Ich liebe diese Tiere, ihren familiären Zusammenhalt, ihre Größe, ihre Anmut, ihr Wesen, alles. Beim Auspacken meiner Klamottagen riet sie mir zur Vorsicht, denn inmitten des Stoffes lauerten sie, meine Elefanten. Drei Stück, offenbar zerbrechlich und ich hatte sie längst vergessen, denn mein Wunsch war ein halbes Jahr alt und in den Tiefen meines lückenhaften Gedächtnisses verschüttet. Seht sie Euch an, ich finde sie traumhaft und sie stehen seit gestern Abend in meinem Wohnzimmerschrank. Frisch aus Indien, etxra für mich, aus schneeweißem Speckstein (denke ich, ich frage nach), offenbar handgearbeitet, denn man sieht deutlich die Bearbeitungsspuren und sie sind wuuunderschöööön. Danke danke danke!!! Genauso habe ich mir das gewünscht und sie fühlen sich so wunderbar geschmeidig in der Hand an. Ich könnt’ platzen vor Stolz und Freude.


29.08.1959 – 25.06.2009

27. Juni 2009

Mir fehlen noch immer die Worte für diesen Verlust. Während meiner gesamten Kindheit und Jugend warst Du für mich der größte und einzig wahre Künstler. Ich sammelte jeden Fetzen Papier, jede Kassette, jede noch so unbedeutende Kleinigkeit von Dir, ganz egal was, wenn nur Dein Name darauf stand. Mit Deinem Tod nimmst Du einen Teil meiner Jugend mit Dir, denn Du warst ein wichtiger Bestandteil meines Lebens. Deine Musik war das Größte für mich und mit 14 Jahren schrieb ich Dir einen Brief, der nie beantwortet wurde. Dein plötzlicher Tod löste bei mir tiefe Bestürzung und Ungläubigkeit aus und die Nachricht wird noch lange nachhallen. Ich werde niemals vergessen, wo ich in diesem Augenblick war und wer Dich nicht annähernd so bewundert hat, wie ich es einst getan habe, wird nie ermessen können, wie entsetzlich traurig ich über Dein Fortgehen bin. Auch wenn man mich für vollkommen verrückt erklären wird, gestehe ich, dass ich geweint habe und das Gefühl habe, ein Familienmitglied sei gestorben. Damals warst Du das für mich und irgendwie bist Du das immer geblieben, denn ich habe Dich wirklich sehr verehrt und kindlich geliebt.

Grüße an Bon Scott, Jimmy Hendrix, John Lennon, Bob Marley und all die anderen großen Idole, die viel zu früh gegangen sind. Du warst jedoch das Größte von allen für mich. Danke für Deine Musik und danke dafür, dass ich ein Kind Deiner Zeit sein durfte.

Du fehlst!!!


Bombastisch…

27. April 2009

Leute, das Wochenende war einfach nur großartig, phantastisch, toll, gigantisch, vollendet. Das Wetter war grandios und das gesamte Wochenende war vollgepackt mit tollen Sachen. Freitag zogen Frau W. aus P. also los zur Bandprobe und dort wurde es von Stunde zu Stunde lustiger. Der Proberaum füllte sich nach und nach, Getränke gab es zur Genüge und auch für Essen war hinreichend gesorgt. Wir futterten uns die Bäuche voll und auch die Kehlen wurden nie trocken. Je später der Abend, desto lustiger wurden die Gäste und da wir ja am folgenden Tag meinen “Leih”-Garten besichtigen wollten, traten wir gegen Mitternacht überaus belustigt den Heimweg an. Kaum im Bett fielen meine Augen zu und blieben es auch trotz der zahlreichen Runden auf dem Karussell. Der Kopf war am Morgen nicht so schwer wie sonst und nach zwei Aspirin und einer halben Tasse Kaffee verzog sich das Gewitter in meinem Kopf und mir ging es ziemlich gut. Überraschend gut…

Samstagmorgen gegen 9.30 Uhr dann trafen wir uns bei Frau W. und machten uns gemeinsam auf den Weg in den Garten. In meiner Vorstellung hatte ich einen winzigen Schrebergarten mit krummen und schiefen Beeten und Wegen erwartet, ein windschiefes Häuschen darin und jede Menge Ecken und Büsche, wo Spinnweben und allerlei Getier vorzufinden sein würden. Nichts von alldem war der Fall und ich sah vor mir einen wirklich liebevoll gestalteten und gar nicht so kleinen Garten, in dem ein durchaus gerades und hübsch gezimmertes Häuschen steht. Keine buckelige Wiese, keine undurchdringlichen Hecken, keine Gruselecken hinter dem Haus, nichts. Viel schöner als ich zu träumen gewagt hatte und urgemütlich war es dort. Mein Herz hüpfte vor Freude und nachdem wir unzählige Tassen Kaffee getrunken, ein bisschen gearbeitet und ununterbrochen geschnackt und gelacht haben, überließ man mir dieses kleine Reich für den Rest des Tages.

Frau N. aus P. arrangierte sich die nahezu unbenutzte Sonnenliege mitten in der saftigen Wiese, genehmigte sich noch einen frischen Kaffee und entspannte nach allen Regeln der Kunst. Ich bewegte mich nicht wirklich und ließ mir die Sonne ins Gemüt scheinen, den leichten Wind über die sonnenhungrige Haut streichen und genoss die Ruhe und die frische Luft. Traumhaft. Als es langsam frisch wurde, trat ich wunderbar entspannt den kurzen Heimweg an und wurde beim Betreten des Hauses prompt von meinen Nachbarinnen zum Grillen hinterm Haus eingeladen. Ich rannte die Treppen hoch, zog mir etwas Wärmeres an und flitzte die Stufen wieder hinunter. Die Mädels hatten ordentlich aufgetafelt und ich saß noch bis zur vollkommenen Dunkelheit dort unten mit ihnen zusammen. Gegen 22.00 Uhr verabschiedete ich mich und gönnte mir ein schaumiges Vollbad. Bilder vom Garten habe ich für Euch auch geknipst. Bitteschön:

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Am Sonntag stand ja nun der fragwürdige Spaziergang auf dem Plan, der aber alles andere als unangenehm war. Zuerst fuhr ich fix in die Wohnung von Frau M. aus P., um dort Blümchen zu gießen und den Briefkasten zu entlasten. Als das erledigt war, ging’s dann planmäßig nach Falkenstein zur Talsperre. Das Wetter war zwar nicht ganz so sonnig und warm wie am Vortag, aber genau richtig zum Laufen und Spazieren. Einmal rund um das Wasser, ein Topf Kaffee und schön gequasselt. Hat mir ausnehmend gut gefallen, denn ich bin sehr gerne dort. Der Nachmittag war noch jung, also beschlossen wir, noch einen kurzen Abstecher zur Talsperre Pöhl zu unternehmen. Dort saßen wir dann noch eine ganze Weile am Wasser und plauderten über dies und das, über alles und jeden und über uns. Auf dem Rückweg kamen wir an der altbekannten Gaststätte in Altensalz vorbei und entschlossen uns kurzerhand, dort noch eine kleine Rast einzulegen. Frau N. aus P. bestellte Kaffee, Herr S. aus P. ein Dunkles und überraschenderweise saßen wir dort ziemlich lange. Mit sage und schreibe acht (!!!) geräucherten Bratwürsten und eine großen Portion Sülze aus der hauseigenen Schlachter- und auch Räucherei traten wir den Heimweg an. Zuhause angekommen genehmigte sich jeder eine Leckerei aus diesem Räucherbeutel, um anschließend satt und zufrieden auf der Couch den Sonntagsfilm zu verfolgen. Nach diesem Wochenende angereichert mit frischer Luft und endlos kulinarischen Gaumenfreuden, fiel ich weit vor Mitternacht in meine Kissen. Herr S. fiel der Müdigkeit schon lange vorher zum Opfer und schnarchte bereits auf dem Sofa. So kennen wir ihn. Er war ganz artig, so wie es sein soll. Er war sehr aufmerksam und ich hatte nicht den geringsten Grund zu Klage. Er lachte mit mir, hörte gut zu und er zeigte die Seite von sich, die so liebenswert ist. Ich hoffe, es bleibt so. Ich hoffe, er bleibt so, denn genauso würde ich mich wohl fühlen. So und nicht anders.


Shitwoch…

11. März 2009

Also wenn ich heute so aus dem Fenster schaue, könnt’ ich sofort wieder in mein Bett kriechen. Grau, nass, trüb und verry unfreundlich. Da friert man schon vom rausschauen. Regenwasser läuft an den Dachfenstern runter und laut Wetterbericht sollen sich sogar nochmal Schneeflocken in unsere Gegend verirren. An sich im März keine Seltenheit, aber ich will endlich den Frühling sehen. Bisschen Sonne, bisschen wärmere Luft, bisschen Knospen an den Bäumen, bisschen Leben halt. Draußen ist aber heute irgendwie November, so auf-den-ersten-Blick-technisch. Bäääh…

Sohnemann hat sich gerade in die Schule verabschiedet und ich trinke erstmal in Ruhe meinen Kaffee. Nach den Ereignissen der letzten Tage fühlt sich alles noch etwas dumpf an, auch wenn man seinem gewohnten Alltag artig folgt. Trotzdem schleichen sich immer wieder Bilder in die eigenen Gedanken und auch am anderen Ende der Stadt bekommt jemand immer mal wieder feuchte Augen, wenn er an das schwarze Fröschlein denkt. Die Sinnlosigkeit seines Leidens und die Flucht seines eigentlichen Herrchens aus der Verantwortung machen mich noch immer wütend. Nicht nur mich. Ändern können wir daran nun nichts mehr, aber der Knoten im Bauch bleibt.

Schön ist, dass diverse Hilfegesuche für die einstige Pflegemama nicht ungehört blieben. Mein Aufruf im Freundes- und Bekanntenkreis rief unerwartete Resonanzen hervor, die mich schon fast sprachlos machen. Ihr ruiniertes Mobiliar steht ja nun im Keller und ist reif für den Sperrmüll, wofür der kleine Hund nichts konnte. Allerdings wollte eigentlich der Hundehalter dafür Sorge tragen, dass die Sachen wenigstens zum Teil ersetzt werden. Beim Wollen ist es geblieben und so helfen zum wiederholten Male andere Menschen, wo eigentlich er in der Pflicht stünde. Dass auf diesen Menschen kein Verlass ist, ist uns jetzt nicht mehr neu. Was mich jedoch erstaunt, ist, dass mir Unbekannte zu Spenden und Hilfeleistungen bereit sind.

Da wäre z.B. mein Nachbar, der fleißig seine Fühler ausstreckt und würdigen Ersatz für die beschädigten Sachen sucht. Dann wäre da noch eine gute alte Freundin, die ihren Göttergatten bekniet, damit er eine vorhandene Garnitur spendet bzw. zur Ansicht freigibt. Nicht zu vergessen Frau F. aus S. zwischen P. und S., die in Windeseile eine Notcouch organisiert hat, damit der Gestank sich künftig nur noch im Keller ausbreitet. Sie hat auch Verständnis dafür, dass diese Notcouch nicht die Endlösung ist, denn der Wohlfühlfaktor spielt keine unerhebliche Rolle. Dann wäre da auch noch eine Forenbekanntschaft, der unerwartet eine Anzeige in der lokalen Presse sponsert und Hilfe beim Transport zusichert. Ich kenne diesen Menschen nicht persönlich und trotzdem versucht er zu helfen, was ich bemerkenswert finde.

All diesen Leuten sei inzwischen auch im Namen meiner gebeutelten Freundin gedankt, denn hier legt niemand die Hände in den Schoß. Selbstverständlich ist das nicht, das ist sicher, aber wir sagen schon mal jetzt ganz herzlich Danke


Geschützt: Unfassbar…

6. März 2009

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Besuch auf der Säuglingsstation…

13. Februar 2009

Unerwartet ergab es sich gestern, dass Herr S. aus P. und ich nach S. zwischen P. und S. zur Frau F. und Herrn H. fuhren und den klitzekleinen Nachwuchs in Augenschein nehmen durften. Gespannt wie ein Regenschirm näherte ich mich dem Körbchen, wo drei superkleine Minikätzchen lagen und sich aneinander kuschelten. Mit Erlaubnis der Hausherrin durfte ich eines der Wattebällchen in die Hand nehmen und bestaunte die mikroskopisch kleine Nase, die unglaublich kleinen Ohren und stellte fest, dass ich hier kaum mehr als eine halbe Hand voll Katze in den Händen hielt. Zwar hatte ich schon oft junge Kätzchen geherzt, aber so kleine und frische Wesen waren selbst mir neu und mir ging wirklich das Herz auf.

Frau Katzenmama schlenderte entspannt um alle Besucher und Herr Hund schaute regelmäßig nach, ob auch alles seine Ordnung habe. Es war wunderbar, diese kleinen Wesen anzuschauen. Frau F. bereitete uns anschließend noch ein leckeres Abendmahl und gegen 21.00 Uhr traten wir dann die Heimreise an. Bewaffnet mit zwei unscharfen Bildern auf dem Handy saß ich gedankenverloren im Auto und bekam diese lustigen und überaus süßen Wollknäulchen nicht mehr aus dem Kopf. Leider lässt die Qualität des Photos sehr zu wünschen übrig, da die Kätzchen nicht stillhalten wollten und die Dämmerung ihr übriges tat. Ich hoffe, ich kann Euch demnächst noch bessere Bilder präsentieren. Auf dem Photo sieht man nur zwei der kleinen Fellnasen, da Frau Katzenmama eines ihrer Kinderchen hinter die Couch getragen hatte. Macht nix, auch der verbliebene “Rest” lässt mein Herz zerfließen.

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Nachwuchs der besonderen Art…

12. Februar 2009

Gestern ging’s nach Annaberg, wo der Winter mit voller Wucht nochmal Einzug gehalten hatte. Schneemassen und eisiger Wind warteten dort auf uns und selbst der neue Hund von Frau F. aus S. zwischen P. und S. huschte von Haustür zu Haustür. Eigentlich wollte ich jetzt hier ein paar Belanglosigkeiten über unseren kleinen Ausflug schreiben, aber auf Frau F. wartete zuhause eine kleine Sensation, die sie mir umgehend mitteilte. In der Nacht vor unserem kleinen Erzgebirgsabstecher träumte sie nämlich wirres Zeug. Neben einigen anderen kleinen und größeren Mitbewohnern besitzt die junge Frau zwei wunderschöne und bezaubernde Main-Coon-Katzen. Herr Kater und Frau Katze hatten sich vor geraumer Zeit wohl einiges zu sagen und so trug es sich zu, dass man irgendwann erfreut feststellte, dass Frau Katze wohl in anderen Umständen sei. Ein Tierarzt wurde zu Rate gezogen, der diese Vermutung bestätigte.

Während unserer Hinfahrt ins verschneite Erzgebirge erzählte mir Frau F. nun, dass sie nachts davon geträumt habe, dass Frau Katze drei Kätzchen zur Welt gebracht habe und als sie gestern nach Hause kam, fiepte es hinter ihrer Couch. Zum Vorschein kamen – richtig – genau drei klitzekleine Main-Coon-Knäulchen und ich habe die Ehre, Euch das erste Bild von den frisch geschlüpften Kätzchen zu präsentieren. Bitteschööön… Sind die nicht Zucker??? Darüber hinaus werde ich mir einen Lottoschein besorgen und Frau F. aus S. zwischen P. und S. befragen, von welchen Zahlen sie geträumt hat. Das kann doch gar nicht schiefgehen.

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Die Farbe Lila…

21. Januar 2009

Guten Morgen, Mädels…

Seit gestern bin ich nun wieder ein Jahr älter und da ich schon seit Jahrzehnten meinen Geburtstag nicht mehr feiere, unterschied sich der gestrige Tag nur unwesentlich vom Rest des Jahres, wenn man von den Glückwünschen absieht, die tagsüber per Handy, Email oder auf anderen Wegen via Internet ins Haus flatterten. Danke erstmal an alle, die mir ihre Glühstrümpfe an den Kopf geworfen haben. Ist nicht ganz einfach, da ich mein Geburtsdatum meist nicht preisgebe. Es ist dennoch erstaunlich, wieviele Menschen es trotzdem spitzkriegen. Der Tag begann also ziemlich ruhig, wie sonst auch. Eigentlich wollte ich ja bis Mitternacht ausharren und war gespannt, was Herr S. aus P. sich einfallen lassen hat, denn er behauptete, dass er kein guter Geschenkemacher sei. Also glotzte ich bis ca. 23.20 Uhr am Vorabend ein bisschen in der Gegend rum, kicherte mit dem Herrn ein bisschen in die Kissen und… Ja und…? Ich schlief ein…!!!

Mist verdammter…!!! Irgendwann lange vor dem Weckruf öffnete ich die Augen und Herr S. aus P. stellte folgerichtig und irgendwie leicht amüsiert fest: „Na? Bist wohl doch eingeschlafen?“ Ja, die alte Frau hat erfolglos mit dem Schlaf gekämpft und nun lag sie wie eine Eule mit riesigen Augen im Bett und glotzte erwartungsvoll in die Dunkelheit. Der Bettbeifahrer säuselte zuckersüße Geburtstagswünsche in sein Kissen und herzte mich. Geschenketechnisch vertröstete er mich etwas, da die Müdigkeit ihn bewegungsunfähig machte. Weiß der Geier, wo er die Präsente vor meinen neugierigen Augen versteckt hatte. Also schlüpfte ich aus dem Bett und tastete mich Richtung Küche. Die erste SMS war auch schon reingeflattert und Herr H. aus M. war in diesem Jahr der erste, der seine Glühstrümpfe weggeschnipst hatte. Herr S. aus P. hatte mich allerdings angewiesen, wieder ins Schlafzimmer zu kommen, wenn Sohnemann auf dem Weg zur Schule sei.

Artig erledigte ich meine morgendlichen Aufgaben und hopste immer noch neugierig zurück ins Schlafzimmer. Der alte Mann lag noch gemütlich im Nest, die alte Frau hüpfte glöcklewach in der Tür herum. Ein Grinsen und ein „Bin gleich da, ich brauch’ noch zwei Minuten…“ und ich tänzelte zurück ins Wohnzimmer zu meinem Milchkaffee. Wenige Augenblicke später blinzelte der alte Mann mit gewohnt sonniger Laune in die 60-Watt-Glühlampen der Küche und schaffte seine Stange Wasser weg, um sich danach mit einem Beutel bewaffnet auf der Couch niederzulassen. „Komm’ mal her…“ ordnete er an und ich folgte artig. Ich war gespannt wie ein Regenschirm, ich geb’s zu. Als erstes zauberte er eine Zahnbürste aus dem Beutel. Ich fing an zu lachen, wirklich. Wir hatten kürzlich eine Unterhaltung, in deren Verlauf ich erwähnte, dass ich ein Ich-habe-nur-eine-Zahnbürste-Mensch bin und diese Zahnbürste schleppte ich dann überall mit hin, wenn ich verreise oder außer Haus übernachte.

Also sorgte Herr S. aus P. dafür, dass ich endlich eine zweite Bürste habe. Welche Farbe hat er ausgesucht? Richtig – LILA… Ja, diese Bürste war von Dr. Best, sie vibriert – genau wie meine bisherige BLAUE – und sie war quietsche-lila. Leute, die mich gut kennen, wissen, dass ich lila hasse wie die Pest. Gut, dann mache ich in Zukunft beim Zähneputzen die Augen zu. Weiter… Was ist noch in dem Beutel? Hab’ ich schon erwähnt, dass mein linker Hausschuh ein Loch hat? Seit Monaten schaue ich mir deshalb Hausschuhe an und bisher genügte kein Pantoffel meinen Ansprüchen. Nun zauberte der alte Mann einen neuen linken Hausschuh aus der Tüte. Snoopy-Pantoffeln, richtig süße und…??? Welche Farbe??? Rüschdüsch…!!! LILA…!!! Sehr hell, aber dennoch lila… Ich starrte etwas irritiert auf den Schuh und er sagte: „Links war das Loch, gelle? Deshalb hab’ ich auch nur einen linken Hausschuh.“ Ich grinste und schaute auf meinen alten Schuh. Natürlich gab es auch noch den passenden rechten Schuh und Herr S. aus P. stülpte mir die neuen Zuhause-Treter über die dicken Flauschisocken.

Ich konnte nicht umhin, die Farbe zu erwähnen und er behauptete sogar, das wäre die gleiche Farbe, wie meine alten Schuhe. Nein, das stimmt überhaupt nicht, denn die sind hellblau. Farbenblind??? Ja, isser…!!! Naja, egal… Ich fand’s irgendwie trotzdem total lustig und dann zog der alte Mann noch eine rote, längliche Schmuckschachtel mit goldener Schleife aus dem Beutel. Meine Augen wurden groß und fingen an zu glänzen. Gierig nahm ich die Schachtel an mich und wendete meinem Gönner den Rücken zu, denn ich wollte ganz alleine reinschauen. Dort drin lag ein Armband, silbern, mit mächtigen und wunderbar schlichten Gliedern, genau wie ich es mag. Ich strahlte, denn ich liiieeebe Armbänder und trage so einige davon, die ich niemals ablege, nichtmal zum Duschen oder sonstwann. Treffer und versenkt…!!! Danke danke danke…!!! Zwei Glieder mussten entfernt werden, denn mein Ärmchen war zu dünn für das gute Stück. Deshalb beschlossen wir, uns ausgehfertig zu machen und das gleich zu erledigen.

Armband zum Kürzen abgegeben und erstmal bissle in der Stadtgalerie schlendern. Wir liefen unter anderem an einem Klamottenladen namens „Boombastic“ vorbei, als Herr S. aus P. wieder anfing zu singen: „Mister Pullover-lover…“ und Frau N. aus P. weinte vor Lachen… Natüüürlich sang er wieder mit vogtländischem Slang, ganz klare Sache. Shaggy wäre vor Scham im Boden versunken, aber ich kicherte und gackerte bis zur Rolltreppe weiter und Herr S. lief grinsend voraus. Wir stöberten ein bisschen hier und ein bisschen da und aßen etwas und dann holte ich mein neues Armband wieder ab. Nach einer weiteren „Wir-gucken-ein-bisschen-rum“-Runde in einem anderen Geschäft beschlossen wir kurzerhand zu ihr zu fahren, weil sie jetzt eine nagelneue Wii besitzt und das müssen wir ausprobieren. Käffchen gibt’s dort auch und Spaß bestimmt sowieso. Also nix wie hin und Bowling spielen. Hat Spaß gemacht und das wiederholen wir ganz sicher bei Gelegenheit.

Mein Tag war lustig… Mir hat’s gefallen und trotzdem ich mich geweigert habe, meinen Geburtstag zu zelebrieren, war der Tag schön. So mag ich’s – schlicht aber schön. Und Ihr so?


Hochdeutsch neu definiert…

19. Januar 2009

Er: „Soll ich Dir ein Lied vorsingen?“

Sie: „Nein, bitte nicht schon wieder!“

Er: „Ach komm’, ich kann das wirklich.“

Sie: „Es gibt einen Grund dafür, dass andere Leute damit Geld verdienen. Die können nämlich singen.“

Er: „Ich kann auch schön singen.“

Sie: „Na dann los, bringen wir es hinter uns!“

Er beginnt schön schief und mit wunderbarem vogtländischen Akzent zu trällern: „Vordammd üsch liiieeeb Düsch…“

Sie: „Hochdeutsch, bitte hochdeutsch…“

Er: „Das ist hochdeutsch…“

Sie: „Nee, das is’ vogtländisch.“

Er setzt ein zweites Mal an und piepst gefühlte zehn Oktaven höher (aber immer noch vogtländisch): „Vordammd üsch liiieeeb Düsch…“

Sie: „Das ist auch nicht hochdeutsch, aber ist einen Blogeintrag wert…“

Er kichert… Sie auch…

Matthias Reim kann nicht schön singen und Herr S. aus P. kann weder schön noch hochdeutsch singen, aber er kann über sich selbst so wunderbar herzerfrischend lachen. Das und noch vieles mehr liebe ich so an diesem Kerl…


Geschützt: Sag’ es laut…

7. Januar 2009

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Um ein Haar hätt’ ich da was vergessen, mein Füchslein…

5. Januar 2009

Kurzfristig hatten Herr S. aus P. und die werte Frau N. aus P. einen Abend und die dazugehörige Nacht bei Fräulein F. aus S. zwischen P. und S. verbracht und dort gab es mal wieder Kirsch in rauen Mengen, was bei meinem Füchslein wieder zu physischen Entgleisungen führte, die ich photographisch festhalten musste. Herr H. aus M. wachte sorgsam darüber, dass Frau F. den Halt nicht gänzlich verliert, was ihm zu 99% auch gelang, jedoch stürzte das angeheiterte Füchslein während ihrer letzten artistischen Meisterleistung ganz ordinär von ihrer Couch, was ich ebenfalls eingefangen habe. Herr H. aus M. konnte sich nicht mehr halten, wir auch nicht und das Füchslein schämte sich (siehe letztes Bild). Aber seht selbst, was meine Kleene mal wieder verzapft hat. Ja, betrunken ist sie immer wieder ein kleines Highlight…

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Auf ins Neue Jahr…

4. Januar 2009

sekt

Endlich geht’s hier weiter. Nach zahlreichen Beschwerden möchte ich Euch nun nicht länger auf dem Trockenen sitzen lassen und berichte von den Feiertagen, dem Jahreswechsel und den ersten Tagen des niegelnagelneuen Jahres. Wie Ihr bereits wisst, habe ich in diesem Jahr mit allen Traditionen gebrochen und im Kreise einiger Freunde Weihnachten bzw. den Heiligabend zelebriert. Ich muss sagen, dass dieser Abend sehr viel gelöster und erfüllender war, als all jene Familienabende zur Weihnachtszeit. Es war durchaus besinnlich, aber so völlig anders und es hat mir gefallen, sehr gefallen…

Am ersten Feiertag dann „plante“ ich einen ruhigen Tag, aber es kam wieder mal ganz anders. In bequeme Kleidung gehüllt liebäugelte ich mit meiner Couch, der Weihnachtsstress lag bereits hinter mir. Einer meiner Gäste vom Vorabend – nennen wir ihn in Zukunft einfach Herr S. aus P. – lud mich ganz spontan auf ein Getränk meiner Wahl in einer Lokalität meiner Wahl ein und ich verabschiedete mich in Gedanken etwas schwerfällig von meinem Couchabend. Also schwang sich Frau N. aus P. dann doch in ihre Badewanne und brachte ihren Allgemeinzustand in ein salonfähiges Format. Kurz vorm Verlassen meiner Wohnung klingelte noch eine Freundin an, die an Langeweile zu Sterben drohte. Mein Samariter-Herz regte sich und ich beschloss kurzerhand über den Kopf meines „Einladers“, dass die junge Frau uns begleiten wird, den niemand sollte über Weihnachten zuhause allein versauern.

Nachdem ich mich nun endlich auf den Weg gemacht und meinen Begleiter über die kleine Planänderung informiert hatte, holten wir die junge Dame ab und begannen unseren weihnachtlichen Streifzug durch die Kneipen der Vogtlandmetropole. Der Abend begann mit einer netten Plauderei unter alten Bekannten und endete um einen weiteren Gast erweitert in einer recht unspektakulären Lokalität im Zentrum der Stadt. Nach einigen hochprozentigen Getränken wurde die Zunge von Frau N. aus P. genauso schwer, wie ihre Gliedmaßen und das werte Fräulein wurde kurzerhand über die Schulter geworfen und aus der Kneipe getragen. Jammernd vor Kälte und „ich-will-nach-Hause“ wurde sie ins Auto gesetzt und ordnungsgemäß zuhause ins Bett dirigiert. Dort wollte sie natürlich auch nicht so recht schlafen und nötigte ihren „Heim-Schlepper“ zu Dingen, die nur unter Alkoholeinfluss geschehen. An dieser Stelle folgen nun keine schmutzigen Details, denn ich bin mir sicher, dass Ihr auch ohne diese Details wisst, was passiert sein könnte. Das überlasse ich Eurer abgrundtief schmutzigen Phantasie.

Nun denn, am nächsten Tag bekam ich all meine Schandtaten mit einem herzhaften Lachen genauestens protokolliert und schämte mich auch ordnungsgemäß in Grund und Boden. Der junge Mann allerdings zeigte sich nicht im Mindesten schockiert und plante vorsichtig weitere Unternehmungen mit der Skandalnudel. Offenbar schreckte ihn das unorthodoxe Verhalten der Frau N. aus P. nicht wirklich ab. Man verbrachte also auch den folgenden Tag zusammen und den darauf folgenden auch und alle weiteren bis heute, so auch Silvester. Bevor ich jetzt hier einen überaus langweiligen Roman schreibe, was wir wo Silvester veranstaltet haben, beschränke ich mich auf die Feststellung, dass sich auf beiden Seiten im Verlauf dieser wenigen Tage klitzekleine Schmetterlinge in allen Ecken der beiden Mägen eingenistet haben und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass dieser Herr S. aus P. hier im Laufe des angebrochenen Jahres auftaucht.

Ein recht oberflächlicher Beitrag hier, das gebe ich zu, aber die letzten Tage waren ruhig, sehr schön und alles andere als nyiriüblich, denn ich habe diese wohltuende Ruhe des Herrn S. wirklich sehr genossen und auf mich wirken lassen. Dieser Mensch trägt diese Ruhe in sich, die mir irgendwie so fremd ist, die in mir aber Wohlbefinden verursacht und genau das ist eine jener „Gewürzmischungen“, die mich fesseln und die ich so überaus anziehend finde. Wir werden also abwarten und sehen, wohin das führt und Ihr werdet zumindest oberflächlich daran teilhaben dürfen, denn das Neue Jahr beginnt besser als erwartet, spannender als geplant und aufregender als vorhersehbar. Es flattert und herzelt im Gebälk und es fühlt sich verdammt gut an, Leute…


Ein wunderbarer Abend…

25. Dezember 2008

Der Heiligabend ist vorbei und nun will die Tante Nyiri gerne wissen, wie Ihr Euren Heiligabend verbracht habt und was der alte Rotrock für Euch im Sack hatte…

Ich habe hier sehr nette Gäste gehabt, zum Teil überraschend, denn eigentlich hatte ich nur eine Freundin eingeladen, am Ende saßen jedoch fünf Personen an meinem Tisch und es wurde ein überaus lustiger Abend. Als erstes ging ein Teller mit Kartoffelsalat, Würstchen, Eiersalat und ordentlich Senf zu Boden. Dem Gast war’s furchtbar peinlich, der Rest der Gemeinde lachte sich natürlich kaputt. Dann hat Frau Nyiri ein vollkommen neues Spiel erfunden und das geht so:

Spielanleitung:

Man kaufe sich eine große Schachtel „Edle Tropfen“ oder lasse sich diese schenken. Dann biete man den Gästen selbige an. Diese Pralinenschachtel beinhaltet feinstes Konfekt mit vier verschiedenen Sorten Hochprozentigem (Whiskey, Calvados, Cognac und Grappa). Alle Pralinen müssen in etwa gleich aussehen und sind innerhalb der Schachtel nach Inhalt beschriftet. Dann nehme man die Schachtel aus dem Schrank, werfe sie mit einer gekonnten Drehung auf den Teppich, wobei sie sich vollständig entleeren sollte. Dann sortiert man die umherliegenden Pralinen wieder in die Schachtel und ignoriere dabei, dass die Reihenfolge eingehalten werden sollte. Nun stelle man die frisch sortierte Schachtel mit einem gespielt entschuldigendem Lächeln auf den Tisch und ermuntere die Gäste, beherzt zuzugreifen. Ziel des Spieles ist, den Inhalt der einzelnen Pralinen zu erraten. Gewonnen hat der-/diejenige, der/die die meisten Pralinen essen musste, weil er/sie immer falsch geraten hat und demzufolge nach dem vollständigen Verzehr der Schachtel zwei Klingeln am Spazierstock hat.

Die Damen hielten sich gepflegt im Hintergrund und stellten sich milde lächelnd zwei Flaschen Asti Cinzano in den Hals. Gegen 1.00 Uhr verabschiedete sich die illustre Gesellschaft dann kichernd und gackern in die Nacht und Frau N. aus P. fiel todmüde in ihr Bett und widmete sich einem ihrer Geschenke vom liebsten Füchslein auf Erden: „Feuchtgebiete“ von Charlotte Roche. Um meinen Hals baumelt das Geschenk meines Sohnes, welches er mit viel Sorgfalt und Liebe in einem Schmuckgeschäft seines Vertrauens erworben hat. Alles in Allem war das ein wunderbarer Heiligabend und vom Unterhaltungswert einer der schönsten, die ich bisher erleben durfte.

Und Ihr so???


Ich wünsch’ Dir Glück!!!

8. Dezember 2008

Guten Morgen, Sonnenschein…!!!

Heute ist ein wichtiger Tag für Dich und ich weiß, Du hast große Angst, zu versagen. Ich weiß aber auch, dass Du in den letzten Tagen viel Zeit zum Lernen geopfert hast. Die Angst vor dem heutigen Tag kann ich Dir leider nicht nehmen, aber ich kann versuchen, Dir Mut zu machen. Ich glaube fest daran, dass Du das schaffen wirst, denn Du bist ein zielstrebiger und energiegeladener Mensch, der alles schaffen kann, wenn er nur will. Und ich weiß, Du willst. Schau’ Dich um, was Du bisher geschafft hast. Du stehst mit beiden Beinen im Leben, hast Dir ein wunderschönes Heim geschaffen, bist fleißig und Du bist eine wahrer Freundin. Du hast mir in den letzten Wochen und Monaten so oft beigestanden, hast mir so oft geholfen, warst mir eine echte Freundin und so manches Mal durfte auch ich Dir meine Schulter zum Weinen anbieten. Wir hatten es beide nicht leicht im Leben und die jüngste Vergangenheit stellte uns beide gleichermaßen auf die Probe. Gemeinsam haben wir diesen Prüfungen die Stirn geboten und das tun wir auch weiterhin – gemeinsam…

Ich wünsche Dir für Deine Prüfung heute alles Glück der Welt und drücke Dir alle Daumen, die ich finden kann. Die Lösungen kann ich Dir zwar nicht zuflüstern, aber glaub’ mir, ich würde es tun, wenn ich könnte. Behalt’ ‘nen kühlen Kopf und löse Deine Aufgaben souverän. Verlier’ nicht gleich den Mut, wenn Du eine Frage nicht gleich beantworten kannst. Überspring’ sie und widme Dich zuerst den Aufgaben, deren Antwort Du zu wissen glaubst. Schreib’ was das Zeug hält, egal ob Du Dir sicher bist. Schreib’, als wäre der Teufel hinter Dir her, irgendwas wird schon richtig sein, meine Sonne.

Du schaffst das!!! Ich denk’ an Dich!!!

vielglück

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Adventsterror…

2. Dezember 2008

Weihnachten2008Liebe Leute, nun geht’s weiter. Frau Mama wurde einigermaßen „repariert“ aus dem Krankenhaus entlassen und befindet sich nun zuhause auf dem Wege der Besserung. Ihre überdimensionale Narbe hatte sich wieder geöffnet, was den Blick auf ihre Innereien mit sich brachte. Grusel… Sie nahm das mit mehr Gelassenheit als ich hin und scheint sich an die andauernde „Schneiderei“ an ihrem Körper gewöhnt zu haben. Durch die erneute OP fällt nun auch der Besuch über die Feiertage flach, da dies für sie mit unnötigen Anstrengungen verbunden wäre. Also müssen Sohnemann und seine Frau Mutter im Vogtland bleiben, was mir persönlich nicht besonders gefällt. Den Besuch holen wir irgendwann nach. Ich hatte mich schon so gefreut, Weihnachten mal wieder im Kreise meiner eigenen Familie zu zelebrieren, was mir seit vielen Jahren nicht mehr möglich war, da immer irgendwelche unvorhergesehenen Lebensumstände jeden noch so vage ins Auge gefassten Plan zunichte machten.

Draußen vor der Tür lauert Weihnachten und ich hasse das von Jahr zu Jahr mehr. Nicht nur, dass Weihnachten immer mehr zum Konsumterror ausartet, sondern dieser lange vor Weihnachten einsetzende Hype und die Einkaufshysterie der Menschen machen mich wahnsinnig. Ein großer Dorn im Auge ist mir dabei der Weihnachtsmarkt. Letztes Jahr besuchte ich selbigen schon mit Widerwillen und dieses Jahr werde ich diese Veranstaltung endgültig komplett boykottieren. Wie gerne bin ich als Kind über diesen Weihnachtsmarkt geschlendert. Überall roch es nach Geröstetem, an der nächsten Ecke nach gebrannten Mandeln und Lebkuchen. Nur der Glühwein reizte mich schon damals nicht. Schmeckt mir einfach nicht. Holzschnitzereien aus dem Erzgebirge wurden feil geboten. Schneeflocken tanzten durch die Straßen und der Weihnachtsmarkt war noch richtig weihnachtlich.

Heutzutage ist von diesem besonderen Jahrmarkt nichts mehr übrig geblieben. Es wird dort einfach alles verkauft, was lohnenswert erscheint und wenn Du noch kein Taschenmesser oder keinen Eierkocher hast, kannst Du das notfalls auch zwischen kandiertem Apfel und heißer Schokolade auf dem Weihnachtsmarkt kaufen. Mich schüttelt’s bei der Vorstellung, ehrlich. Andernorts hat man sich den Weihnachtsmarkt in traditioneller Form erhalten und dort würde mir ein solcher Besuch sicher große Freude bereiten, aber hier leider schon lange nicht mehr. Also gehe ich in diesem Jahr nicht hin. Wer jetzt mitleidig an meinen Sohn denkt, sei beruhigt. Oma und Papa lassen keinen Tag ungenutzt und werfen ihr Geld in jede noch so klapprige Bude, damit Sohnemann nicht zu kurz kommt. Ihm ist es vollkommen Wurscht, wer ihm die Zuckerwatte kauft und er weiß auch, warum ich nicht mehr gerne dorthin gehe.

Ja ich mag den Weihrauchduft, ich liebe auch die Stimmung rund um Weihnachten, aber ich hasse es, schon im September Lebkuchen im Supermarkt zu sehen. Ich bin genervt, wenn überall nur noch gestresste Menschen beim Geschenkekauf anzutreffen sind. Der Brauch, dass man die Adventzeit und den damit verbunden „Schmück-mer-uns’re-Fenster“-Brauch erst nach dem Totensonntag beginnt, wird vom Handel schon immer ignoriert und da meldet sich mein leicht abergläubiges Ich zu Wort. Weihnachten ist nur noch Konsum und so macht mir Weihnachten keinen Spaß mehr. Ich find’s traurig und ich find’s extrem doof. Meine verstorbene Oma konnte aus Weihnachten diese wunderbare Heimlichkeitengeschenkebiszumschlussverstecken-Veranstaltung machen und ich habe das gleichermaßen geliebt und gehasst. Jedes Jahr mit aller Verlässlichkeit durfte ich das Wohnzimmer am Heiligabend den ganzen Tag nicht betreten. Nichtmal durch die Milchglasscheibe der Tür durfte ich blinzeln und wenn ich das trotzdem versuchte, keifte Oma drinnen wie ein Droschkenkutscher und scheuchte mich erfolgreich weg.

Aus dem Wohnzimmer drang geheimnisvolles Knistern, verheißungsvolles Rascheln und Opa kochte gespielt desinteressiert das Neunerlei zusammen. Nichts brachte ihn aus der Ruhe und er hielt all meinen nörgelnden Versuchen stand, vorzeitig in Erfahrung zu bringen, was der Weihnachtsmann für das kleine Fräulein N. aus P. denn im Sack haben könnte. Er pfiff immer ein Liedchen vor sich hin, rührte im Sauerkraut herum und lächelte immer nur, wenn ich ihm wieder auf den Senkel ging. Oma hingegen kam manchmal für einen kurzen Moment aus der Heimlichtuerstube und ignorierte mich immer mit diesem Heimlichtuerlächeln. Wenns ihr dann mal zu bunt wurde, wenn ich ihr während dieser kurzem Moment brutal auf den Sender ging, warf sie mich kurzerhand einfach raus in den Schnee zu all den anderen Kindern, die die gleichen Sorgen hatten wie ich. Draußen schimpften wir dann gemeinsam über diesen Heiligabend und vergnügten uns mit Schlitten und Pudelmützen.

Gegen 18.00 Uhr durften wir dann alle nach Hause, aber in meinem großmütterlichen Heim war weiterhin Geduld gefragt. Oma tischte betont langsam das Neunerlei auf und überwachte mit Adleraugen jede meiner Bewegungen, vor allem meiner Augen. Die Wohnzimmertür war fest verschlossen und hinter der Milchglastür war alles so gekonnt plaziert, dass man nichtmal am Umriss erkennen konnte, was dort los war. Genervt und hochgradig ungeduldig schaufelte ich dann immer das Essen in mich, ohne irgendwas zu schmecken, denn all meine Sinne waren im Schlüsselloch des Wohnzimmers. Oma und Opa grinsten sich fortwährend an und nach dem Essen verpisste ich mich freiwillig nochmal zu meinen Leidensgenossen in die Kälte. Frierend und ständig auf die Uhren anderer Kinder glotzend bibberte ich der magischen Acht entgegen, denn dann war endlich Bescherung. Freudig rannten wir nahezu gleichzeitig nach Hause und rissen uns die Wintersachen vom Leibe.

Jedes Jahr aufs Neue war ich erstaunt darüber, was Oma hinter dieser Glastür vollbracht hatte. Da stand ein Weihnachtsbaum, der irgendwie immer wie von Geisterhand in die Wohnung gelangte. Prachtvoll geschmückt, überall duftete es nach Räucherkerzchen – selbstverständlich nur nach den schwarzen – und alle Geschenke standen oder lagen perfekt verpackt rund um den Baum. Kerzenlicht tauchte den Raum in wunderbar heimeliges Licht und Oma stand mit einem Glöckchen da und flötete voller Vorfreude auf die leuchtenden Kinderaugen „Bescheeeruuung“. Und wie in jedem Jahr stand ich erstmal einige Wimpernschläge lang in der Tür und war hingerissen von all dem Zauber. Das war der Inbegriff von Weihnachten für mich und das ist er bis heute. Meine Großeltern schafften es jedes Jahr wieder, all meine Kinderwünsche zu erfüllen. Irgendwie organisierten sie immer genau das, was ich mir gewünscht hatte, egal, was es auch war.

Ich erinnere mich an ein besonderes Geschenk. Mitten im Sommer fragte mich mein Großvater – ich muss so etwa in der 4. Klasse gewesen sein -, was ich mir den zum Weihnachtsfest wünsche und ich hatte einen ganz konkreten Wunsch. Es sollte ein metallic-blaues Klapprad sein, mit schwarzen Griffen und einem schwarzen Sattel. Auf keinen Fall eine andere Farbe und auf keinen Fall graue Griffe oder ein grauer Sattel. Dieses sollte es sein und kein anderes. Opa nickte beiläufig und nach wenigen Tagen hatte ich diese kurze Unterredung vergessen. Als ich in diesem Jahr endlich ins Wonzimmer durfte stand es da, mein Traumfahrrad in meiner Traumfarbe mit schwarzem Sattel und schwarzen Griffen. Und weil Opa wusste, dass ich gleich fahren will, waren die Pedale schon montiert und der Sitz war für die Zwergenenkelin auf niedrigster Stufe festgezurrt. Das war mein schönstes Weihnachtsfest, wirklich… Ich fuhr den ganzen Heiligabend die drei Meter vom Baum bis zur Tür immer hin und her und ich wurde nicht müde dabei. Und meine Großeltern freuten sich über meine Augen, denn die strahlten wie der Weihnachtsstern.

Und wenn ich heute vom Weihnachten meiner Kindheit erzähle, dann fällt mir immer dieses besondere Weihnachten ein. Immer dieses, weil das was ganz besonderes war und wer wie ich in der ehemaligen DDR aufgewachsen ist, weiß, dass es keineswegs normal war, dass Wünsche in Erfüllung gingen. Das passierte nur sehr selten, aber meine Großeltern machten immer alles möglich. Auch alle anderen Wünsche blieben nie unerfüllt, egal ob Schlitten, Schneeschuhe oder sonstwas. Aber das Fahrrad entlockte mir die meisten und lautesten Jauchzer und wenn ich zurückdenke, ist das bis heute das schönste Geschenk von allen gewesen. Wohl auch, weil Oma und Opa Weihnachten immer zu etwas ganz Besonderem machten. Danke dafür…

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Hamma…

24. November 2008

black ice

Bei mir läuft nun schon den ganzen Tag das neue Album von AC/DC rauf und runter und ich bin schwer begeistert. Seit ich den ersten Song von dieser Band gehört habe – und das ist Jahrzehnte her – bin ich angefixt. Das muss ich so sagen, denn es gibt kaum eine Band auf diesem Erdball, die mich mehr begeistert, als diese Combo. Der kernige Sound und der unverkennbare Stil dieser Musik reißt mich jedes einzelne Mal mit. Mein guter alter Freund Wutz schenkte mir in diesen Tagen das neue Album und ich brech’ wirklich ab. Mein absoluter Favorit ist dieser Song hier. Ich kann mich nicht satthören und ich staune immer wieder, dass diese Band nicht aufhört, einfach nur gut zu sein. Nicht umsonst trägt mein Sohn den Namen des verstorbenen Sängers, wobei ich einräumen muss, dass Brian Johnson ein würdiger Nachfolger ist und seine Stimme mittlerweile genauso markant und unverwechselbar ist, wie einst die von Bon Scott.

Jungs, Ihr seid das ultimative Urgestein, meine absolute Nummer 1…!!!

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Ich bin stolz auf Dich, mein Sohn…

18. November 2008

Früher beobachtete ich die Entwicklung meines Sohnes oft mit versonnenem Blick, einem seligen Lächeln, viel Nachsicht und ohne große Erwartungen. Schon als Baby und später als Kleinkind unterschied er sich in oftmals wesentlichen Dingen von seinen Altersgenossen. Um endlich auf die Welt zu kommen, ließ er sich zehn Tage länger als geplant Zeit, kam mit so herrlich vielen Speckröllchen in mein Leben und verschlief nahezu sein gesamtes erstes Lebensjahr. Das allein war jedoch nichts Ungewöhnliches, das tun viele Kinder. Seine Entwicklung verlief sprunghaft und oft war ich mir nicht so ganz sicher, ob er sich den Lehrbüchern gemäß entwickelt. Da war zum einen sein mangelnder Bewegungsdrang. Den ganzen Tag lag er mit ausgebreiteten Ärmchen und Beinchen in seinem kunterbunten Laufgitter, strahlte mich an, strampelte aufgeregt und freudig, wenn ich geschäftig vorbei lief oder aber er schlief.

Ich hatte die Hoffnung fast aufgegeben und es fiel mir schwer, dem längst erteilten Rat der Kinderärztin Folge zu leisten. Besorgt hatte ich sie schon vor Monaten gefragt, ob ich mit ihm zur Babygymnastik gehen solle, da er keinerlei Anstalten mache, das Krabbeln oder Laufen zu lernen, sich sogar weigerte mit seinen Füßchen den Boden zu berühren. Sie verneinte lächelnd und sagte: „Nein, lassen Sie ihm noch ein bisschen Zeit. Er hat ein extrem sonniges Gemüt und wird das ganz sicher bald von allein lernen. Er will einfach noch nicht.“ Nicht wirklich beruhigt, übte ich mich weiter in Geduld. Sämtliche Kinder meiner Bekannten, die im etwa gleichen Alter waren, plapperten, liefen, erkundeten ihre Umwelt, aßen von Mamas Teller, bissen in kleine Brötchen oder krabbelten wenigstens schon umher.

Mein Söhnchen hingegen lag noch immer lächelnd da und machte nichts dergleichen. Er mochte keine Speisen, die er kauen musste, er grinste einfach nur vor sich hin und er schlief auffallend lang. Abends gegen 19.00 Uhr legte ich ihn schlafen und er schlummerte meist bis zum Vormittag, nicht selten bis Mittag. So manches Mal seufzte ich, wenn ich andere Kinder in ihren Kinderwägen sitzen sah, wo sie an Brötchen knabberten, kindgerechte Säfte tranken und ihre Mütter vollplapperten. Scott lag eher im Halbsitzen in seinem Gefährt, trank ausschließlich seinen Krümeltee, den ich immer von zuhause mitnehmen musste, weigerte sich nach wie vor zu kauen und lächelte Gott und aller Welt verschämt zu. Er war ein ausgesprochener Charmeur und beäugte seine Umwelt mit großen, stahlblauen und hellwachen Augen. Aber er blieb in der Defensive und im Geiste sah ich mich zum Schulanfang mit Kinderwagen, Krümeltee und Zuckertüte neben all den anderen Eltern stehen.

Erst im Alter von 13 Monaten krabbelte das kleine Speckbein los. Schlagartig lernte er alles auf einmal. Innerhalb von sage und schreibe drei Wochen lernte er Laufen. Die wackelige Lauflernphase ließ er komplett weg und entwickelte sich fortan in einem Tempo, welches mir den Mund offen stehen ließ. Zeitgleich begann er endlich zu sprechen. Er war und ist kein Mann großer oder vieler Worte. Er beschränkte sich schon als Kleinkind auf die nötigsten Stichpunkte, verstand aber jedes einzelne Wort. Und er entwickelte eine äußerst pedantische Ader. Er sortierte einfach alles nach Größen, Längen oder anderweitigen Maßen. Mit ihm zu spielen, war nicht möglich. Er meckerte und schrie, wenn ich seine sortierten Autos auch nur berührte. Er konnte sich aber schon damals stundenlang allein beschäftigen. Auch das abendliche Vorlesen entpuppte sich schnell als nicht geeignet. Wie schön saß ich in meiner Vorstellung neben seinem Bettchen und las ihm Märchen vor. Ich ahnte damals noch nicht, dass er mein Vorlesen mit lautem Gekicher und Gekacker übertönen würde und viel lieber Lieder singen wollte.

Vorsingen im eigentlichen Sinne war auch nicht möglich, nein, er wollte das auf seine ganz besondere Art. Ich erinnere mich an sein erstes Weihnachtsfest. Frau Mama kauerte neben den Gitterstäben seines Bettchens und versuchte „Oh Tannenbaum“ zu flöten. Söhnchen schaute mich irgendwie gelangweilt und erwartungsvoll an, zeigte keine Freude und aus Verzweiflung änderte ich die Tonlage. Ich holte meine Luftgitarre raus, schraubte meine Stimme gefühlte zehn Oktaven tiefer und rockte ihm den Tannenbaum auf eine Weise, bei der James Hetfield vor Bewunderung das Mikro aus der Hand gefallen wäre. Plötzlich strahlte mein Sohn, jauchzte vor Vergnügen und strampelte aufgeregt und mir wurde einmal mehr klar, dass er alles anders machte als die meisten Kinder. Von diesem Tag an war abends im Kinderzimmer der Teufel los. Die „Entchen auf dem See“ headbangten, die „Stille Nacht“ war extrem gitarrenlastig und mein Sohn verfolgte jede meiner Bewegungen und Stimmlagen mit einer Aufmerksamkeit, die schon fast an Verzauberung grenzte.

Er hatte also das „Schwermetall-Gen“ geerbt und nur zu solcher Musik bewegte er sich auch. Was das Sprechen anging, weigerte er sich bis zum Einschulungsalter, den Buchstaben „J“ zu benutzen. So kam es, dass er im „Luli“ Geburtstag hatte, sich mit einem „Laschlappen“ nach dem Essen den Mund abwischte und einfach „leder“ sein Freund war. Es war zum Mäusemelken. Als er in die Schule kam, ermahnte ich ihn eindringlich, dass er spätestens „letzt“ das „J“ in seine Worte einbauen müsse und seltsamerweise tat er das auch. Bis dahin fuhr er auch „lahrelang“ nach „Maulwurf“ zum Baden. Mit Oma, Opa, Papa, Tante und ich überlegte ebenso viele Jahre, wo zum Geier dieses „Maulwurf“ sei. Erst als ich eines Tages mit zum Schwimmen fuhr, sollte ich herausfinden, wo genau dieser Ort lag.

Die Jahre vergingen und sein sonniges Gemüt wich dem eines kleinen Teufelchens. Wut- und Trotzanfälle beherrschten unseren Alltag. Aber auch das legte sich wieder. Im Nachgang vergisst man all die grauen Haare, die man jener Phase zu verdanken hat. Man färbt stillschweigend sein Haupthaar und ist froh, mit dem Leben davon gekommen zu sein. Sohnemann entwickelte sich prächtig und inzwischen merke ich mehr und mehr, dass er ein kleiner Mann wird. Es erfüllt mich mit unbeschreiblichem Stolz, wenn er die Spülmaschine ausräumt, seine kreischende Mutter vom Anblick einer Spinne erlöst, schlammverkrustete Hosen schonmal vorsorglich in der Badewanne abspült und mittlerweile kleinere Einkäufe erledigt, weil Muttern überhaupt nicht gerne einkaufen geht. Dann läuft er preisevergleichend durch den Supermarkt, bevorzugt große Packungen die günstiger sind und bringt wirklich nur die Dinge mit, die auch auf dem Zettel stehen.

Ich bin ihm dankbar für diese Hilfe und er hat augenscheinlich Freude daran, seinen Teil zum gemeinsamen Leben beizutragen. Er bringt Altpapier zum Container, schafft den Müll runter, spült die Wanne nach dem Baden aus, hängt seine Handtücher zum Trocknen auf, sammelt in seiner Fußballtasche keine stinkenden Socken, saugt auch mal die Wohnung durch, schüttet den Sand aus seinen Schuhen erst vor der Haustür aus, wärmt sich selbständig sein Mittagessen auf und versorgt seine Mama auch mit Tee und Tempos, wenn sie krank ist. Ich habe den tollsten Sohn der Welt, der aber trotzdem auch Kind ist. Er kommt regelmäßig zu spät, kleckert beim Essen, vergisst ständig seine Zahnspange, rennt am Sonntag bis nachmittags im Schlafanzug durch die Wohnung und findet für alles Ausreden. Aber er ist auch ein bescheidenes Kind.

Erst gestern erwähnte er beiläufig, dass er vor etwa drei Wochen an einem Lesewettbewerb teilgenommen habe, bei dem er den 3. Platz belegt hat. Ich horchte auf und fragte, warum er davon nichts erzähle. Er sagte, das sei doch nichts Besonderes und ich hakte nach. „Wieviele Schüler waren denn dabei?“ Er merkte an, es seien 26 Teilnehmer gewesen und ich stellte richtig, dass ein 3. Platz von 26 Mitstreitern durchaus erwähnenswert sei und nicht so unbedeutend, wie er glaubt. Wir haben vor einigen Monaten etwas ähnliches erlebt und auch damals war er der Meinung, dass er nichts Ungewöhnliches getan habe. Bescheidenheit ist eine seiner Stärken und es erstaunt mich einigermaßen, dass er bereits in seinem Alter diese Wesensart in sich trägt. Er prahlt nicht mit seinen Leistungen, hilft gerne und uneigennützig, ist genügsam und stellt seine Ansprüche meist in den Hintergrund, da ihm mehr und mehr bewusst zu werden scheint, was im täglichen Leben wirklich von Wichtigkeit ist.

Seine geistige Reife macht mich oft sprachlos und ich befinde mich oft im Zwiespalt, ob sein Charakter einfach nur angeboren oder das Ergebnis meiner energischen und konsequenten Erziehung ist. Letztendlich spielt es keine Rolle, denn ich bin über alle Maßen stolz auf meinen Jungen, der manchmal so erwachsen ist und mir beisteht. Als er gestern mal wieder eine Spinne entsorgte, sagte ich zum ersten Mal: „Jetzt bist Du der Mann im Haus und was soll ich nur tun, wenn Du mal erwachsen bist und in Deiner eigenen Wohnung lebst. Dann muss ich Dich anrufen, wenn hier eine Spinne sitzt und Du musst kommen und Deiner Mama helfen.“ Er saß am Küchentisch und lächelte mich an. Er strahlte diese Ruhe aus, die mir so fehlt und es sind genau diese Momente, in denen ich mit Wehmut an den Moment denke, wenn er seine Habseligkeiten aus meinem Leben in sein eigenes Leben trägt. So langsam bekomme ich eine Ahnung davon, wie es sein muss, wenn die Kinder irgendwann das Haus verlassen.

Mein Sohn…, Du machst mich unglaublich stolz und ich weiß, dass Du schon jetzt ein besserer Mensch bist, als ich es je sein könnte. Du bist all das, was mir oft so schwer fällt. Du bist geduldig, nachsichtig, verständnisvoll und genügsam. Du bist selbstlos, hilfsbereit und fleißig. Und Du hast Dich zu viel mehr entwickelt, als ich mir erträumt habe. Trotzdem Du ein Einzelkind bist, warst und bist Du niemals geizig, teilst alles und immer, ja verzichtest sogar auf Dinge, die Du selbst liebst und gibst dennoch aus vollem Herzen. Es sind diese Dinge, die mich so stolz machen. Vielleicht hat unser schweres Leben Dich zu dem gemacht, was Du bist. Vielleicht war es meine Erziehung, vielleicht aber auch nur unser Miteinander. Aber ganz sicher wirst Du ein großartiger Mensch, das bist Du schon jetzt und ich zeige Dir viel zu selten, wie stolz ich auf Dich bin. Und in Momenten wie diesen, wenn Du um 4.00 Uhr morgens krank auf der Couch liegst und ich Dir Tee mit Zitrone mache, Dich mit weichen Decken und Halsbonbons versorge, dann bist Du wieder mein kleines Speckbeinchen und ich möchte einfach nur die Zeit anhalten, damit Du immer hier bleibst.

Du bist der Grund dafür, dass ich morgens gerne aufstehe. Du hast mir klar gemacht, was wichtig ist, worauf es ankommt und Du hast mir bedingungslose Liebe gezeigt. Dir kann ich nie lange böse sein, Du erweichst mein Herz, wenn Du weinst und Du spendest mir Trost, wo andere machtlos sind. Du bist mein Herz und mein Blut und Du bist mein Mittelpunkt. Du bist die Liebe meines Lebens und mein Licht. Du bist die Ruhe und die Kraft, die mir oft fehlt. Du verzauberst mich mit Deinem Wesen und ich bewundere Deine Geduld mit mir. Ich mach’s Dir nicht immer leicht, aber Du nimmst mich so, wie ich bin. Du bist das Beste, was mir passieren konnte und ich bin dankbar für jeden Tag, jede Stunde und jeden Augenblick mit Dir. Ich danke Dir für alles und dafür, dass Du so bist, wie Du bist… Kein Tag ohne Dich…

dicker Kopie

signatur-kraftig6


Mitteninderwoch…

12. November 2008

news whiskas catbedGuten Morgen Mädels, Frau N. aus P. ist heute wunderbar ausgeschlafen und die kleine Fellfratze hier links schläft genauso tief und fest wie ich wohl heute Nacht. Bin gestern recht früh ins Bett gegangen, weil ich irgendwie besonders müde war und bin erst heute Morgen nach sage und schreibe sieben (7!!!) Stunden ununterbrochenen Schlafes wieder aufgewacht. Offenbar lag ich sogar noch in der Haltung da, in der ich gestern Abend eingeschlafen bin, denn irgendwie fühlte sich alles eingerostet an. Die Gelenke knarrten regelrecht und ich verbitte mir jetzt jeglichen Kommentar, der auf mein Alter anspielt, meine Damen. Man reizt eine Frau des reiferen Semesters nicht unnötig, das kann lebensgefährlich sein. Ganz besonders spreche ich hier die Dame mit der eigenartigen Frisur an. Ihr rutschen hin und wieder leichtsinnige Bemerkungen über die Lippen, was meinerseits kleine Nadelstiche in Richtung Haarpracht zur Folge hat… ;-) Grüßle in die Annaberge…

Heute steht nicht ganz so viel an. Als erstes muss ich mal ins benachbarte Ausland, feinste Tabakwaren erwerben. Anschließend versuche ich meine Aufgaben bezüglich des studioeigenen Laptops zum Abschluss zu bringen, aber ich vermute, dass die Kopierzeremonie, die mir dort bevorsteht, einige Stunden in Anspruch nehmen wird. Nach erfolgreichem Formatieren und sämtlichen Neuinstallationen schnurrt das Gerät zwar wieder wie ein Kätzchen, aber es müssen natürlich wieder alle Vorlagen und Photos auf den Rechner, damit die Kundschaft auch auf den Conventions die Werke der Plauener Tattookunst bewundern kann. Da das nicht nur fünf Bilder sind, dauert das mit großer Wahrscheinlichkeit sehr lange. Egal, eine Frau muss tun, was eine Frau tun muss.

Nina Hagen KopieGestern Abend ergab sich eine merkwürdige Unterhaltung mit Sohnemann. Kurz vor dem Schlafengehen lag er so gemütlich auf dem Teppich herum und reckte sich in seinem Schlafanzug genüsslich, als Nina Hagen über den Bildschirm flimmerte. Ich weiß noch genau, wie diese Frau auf mich wirkte, als ich noch in Sohnemanns Alter war. Ihr Äußeres und ihr recht eigenartiges Auftreten verursachten bei mir diese Mischung aus Neugier und Gruseln. Im Laufe der Jahre veränderte sie sich zwar stiltechnisch, aber ihre Ausstrahlung ist unverändert. Sie ist so anders, so einzigartig und so unvergleichbar. Sohnemann schaute mit genau dieser Mischung auf den Bildschirm und ich sah in seinem Gesicht, dass Nina Hagen auch bei ihm für Ratlosigkeit sorgte.

Ich sah ihn an und erzählte ihm davon, was ich früher über diese Ausnahmeerscheinung dachte. Inzwischen sehe ich Frau Hagen mit ganz anderen Augen und ich darf beiläufig auf den Spruch hier rechts verweisen, der die Andersartigkeit von Menschen besonders schön beschreibt. Früher war ich von Nina genervt, fast schon angewidert und konnte nicht nachvollziehen, womit diese Frau so erfolgreich sein könnte. Besonders hübsch war sie nicht, ihre Lieder kapierte ich schlichtweg nicht – wenn man vom schusseligen Michael absieht, der den verdammten Farbfilm vergessen hat – und auch sonst war diese Frau irgendwie komisch und einfach nur schräg. Was ein Punk ist, wusste ich zwar, aber Punks hatten in meiner Vorstellung doch grüne Irokesenschnitte, zerlumpte Klamotten und Sicherheitsnadeln im Ohr und sonstwo.

Nina Hagen war ein Punk und hob sich auch unter ihresgleichen mehr und mehr ab und je älter ich wurde, umso sympatischer wurde mir dieses Unikat. Ja, sie ist noch immer abgefahren drauf und sie trägt mit ihren 53 Jahren Klamotten, die nichtmal die Teenager anziehen, aber sie hat derart viel Ausstrahlung und Charisma, dass es schon fast weh tut. Und ich sagte einen ganz besonderen Satz zu meinem Sohn: „Nina Hagen kleidet sich bunt und schrill, sie denkt laut und schert sich ‘nen Dreck darum, was die ganze Welt über sie denkt. Und soll ich Dir was sagen? Diese Frau hat eine bunte Seele…“ Minutenlang dachte ich über den allerletzten Satz nach und kam zu der Überzeugung, dass ich meines Erachtens den Nagel auf den Kopf getroffen hatte. Ja, sie hat eine kunterbunte Seele.

Sie wurde nicht erst so schrill, als sie erfolgreich wurde, nein, sie war schon immer so und ich mag diese Art. Vor einigen Monaten kam ein Bericht über sie, der ihre Suche nach einem neuen Zuhause dokumentierte. Ihr Sohn Otis war ebenfalls zu sehen und ich erwischte mich immer wieder dabei, wie ich lächelnd diese Frau betrachtete. Ihre Art zu sprechen, ihren Kauderwelsch aus Hochdeutsch, Englisch und Sächsisch finde ich zum Schießen und die Frau diskutiert ohne Wenn und Aber an der Kasse im Supermarkt mitten in den USA mit ihrem Sohn darüber, dass das Waschmittel, das er ausgesucht hat, um Gottes Willen nicht umweltfreundlich sei und dass sie das nicht dulden könne. Der Hammer… Irgendwie ist diese Frau so bodenständig und sobald ihre Gedanken Wind unter die Flügel bekommen, träumt sie laut drauflos. Einfach bezaubernd, wie diese Frau mit Menschen umgeht und sich dabei immer treu bleibt.

Sie kann nicht Autofahren und lässt sich vom Kumpel ihres Sohnes Fahrstunden geben, quasselt ununterbrochen, zeigt ihre Nervosität und plappert: „I have a bedenklich hohe Herzfrequenz.“ und ich muss laut loslachen, weil sie so komisch sein kann und dann wieder todernst, alles innerhalb weniger Sekunden. Und ich schäme mich ein bisschen dafür, dass ich diese Frau früher so abartig fand. Heute mag ich sie über alle Maßen und bin ein heimlicher Fan von ihr. Nein, nicht von ihrer Musik, aber von ihr als Mensch. Sie ist genauso alt wie meine Frau Mama und passt in absolut keine Schublade. Sie ist bunt, lebt bunt und verbreitet mit ihrer Art so viel Farbenfreude, dass es kracht. Herrlich sowas und solche Menschen braucht das Land. Nein, ich möchte nicht so sein wie sie, weil sie viel authentischer ist, als ich es je sein könnte, aber solche Freunde hätte man gerne in seinem Umfeld.

Nina, Du bereicherst mein Denken und meine kleine kaputte Welt, wenn ich Dich im Fernsehen erwische und bei Dir bleib’ ich immer wieder und mit stetig wachsender Begeisterung gerne hängen. Tolle Frau, tolles Wesen und die sympatischste Verrückte, die mir bisher untergekommen ist. Nina, Du bist und bleibst die Mutter aller Punks und das ist gut so. Diesen Song hier mag ich und den hab’ ich während der ersten Zeit nach meiner letzten Trennung sehr oft angehört, auch wenn die Knef mir eigentlich nie so lag, aber Nina bringt das genauso gut rüber. Spätestens jetzt kennt Ihr eine meiner berühmten Leichen, die wir alle im Keller verstecken. Die Beatles liegen dort unten, die Musik der 50/60-er Jahre aus den Staaten (deshalb mag ich den Film „Good Morning Vietnam“) und auch dieser Knef-Song. Die anderen Leichen zeige ich Euch bei passender Gelegenheit, meine Damen. Das gibt noch Stoff für tausende von Artikeln her, verlasst Euch drauf. Und als ich diesen Song jetzt nach so einigen Monaten zum ersten Mal wieder angehört habe, musste ich ein paar Tränchen opfern, denn zum einen ist das eine Art Trennungsmelodie für mich und zum anderen ist dieser Text – wie noch einige andere – wie für mich geschrieben.

Für mich soll’s rote Rosen regnen

Hildegard Knef

Mit sechzehn sagte ich still, ich will,
will groß sein, will siegen, will froh sein, nie lügen,
mit sechzehn sagte ich still, ich will,
will alles, oder nichts.

Für mich, soll’s rote Rosen regnen,
mir sollten sämtliche Wunder begegnen.
Die Welt sollte sich umgestalten
und ihre Sorgen für sich behalten.

Und später sagte ich noch, ich möcht’
verstehen, viel sehen, erfahren, bewahren
und später, sagte ich noch, ich möcht’
nicht allein sein und doch frei sein.

Für mich soll’s rote Rosen regnen,
mir sollten sämtliche Wunder begegnen.
Das Glück sollte sich sanft entfalten,
es sollte mein Schicksal mit Liebe verwalten.

Und heute sage ich still, ich sollt’
mich fügen, begnügen, ich kann mich nicht fügen,
will mich nicht begnügen, will immer noch siegen,
will alles, oder nichts.

Für mich soll’s rote Rosen regnen,
mir sollten sämtliche Wunder begegnen.
Das Glück sollte sich sanft entfalten,
und ich von dem was erwartet, das meiste halten.
Ich will…, Ich will…!

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