Ich kann mich manchmal echt nicht besonders gut leiden. Kennt Ihr sicher auch, wenn Ihr Dinge tut, von denen Ihr genau wisst, dass sie falsch sind und trotzdem tut Ihr sie. Sind oft nur Kleinigkeiten, aber Ihr ärgert Euch dann über die eigene Dummheit, nicht wahr? Geht mir heute auch mal wieder so. Grrr…
Ich will vor ca. zwei Stunden die Kaffeemaschine für morgen früh vorbereiten, damit ich morgens nur aufs Knöpfli drücken muss. Also Wasser in die Kanne füllen, Wasser in den Tank schütten, Filtertüte rausnehmen und Kaffeepulverlöffelschnickeldi abzählen und in die Tüte machen. Filter zuklappen, Wassertank zuklappen und… Und…???
Einschalten…!!!
Nein, eben nicht. Nicht einschalten!!! Ich wollte erst morgen früh Kaffee trinken, nicht jetzt. Ja richtig, ich sitze jetzt mit Kaffee hier, weil ich den frischen Kaffee nicht einfach wegkippen möchte. Wie oft ist mir das jetzt schon passiert? Unzählige Male, aber nun schon eine ganze Weile nicht mehr. Und selten so spät am Abend. Ooooorrr…, ich hasse sowas. Vor allem hab’ ich das Malheur dann auch erst ‘ne Stunde später bemerkt, als ich beiläufig auf die Wasserstandsanzeige der Kaffeemaschine geschielt habe, weil ich mich ja kenne. Und tatsächlich – sie zeigte 0,0 Liter Wasser an. Hass…!!!
Update 00:29 Uhr / 20.11.2009:
Kaffeemaschine erneut befüllt. Knöpfli diesmal nicht gedrückt! Jedoch bin ich nach dem nächtlichen Hochgenuss von meiner ursprünglichen Morgendosis Koffein jetzt knallwach…!!! Tschackaaa…!!!
Update 02:32 Uhr (<—!!!) / 20.11.2009:
Verdammte Axt…!!! Ich bin immer noch glöcklewach und habe beschlossen, mich jetzt ins Schlafzimmer zu verdrücken, um dort im Dunkeln die Noppen meiner Tapete zu zählen. Ich habe soviel Koffein in sämtlichen Herzkammern, dass ich momentan glatt die ganze Ost neu pflastern könnte. Die riesigen Bäume hier im Viertel bräuchten auch mal ‘ne neue Frisur und wieviele Schlaufen hat eigentlich mein Teppich im Wohnzimmer? Meine Katze ist müde und genervt von mir, Sohnemann schläft rücksichtlos seit Stuuunden und ich teste gerade, wie oft man pro Sekunde zwinkern kann. Schlaf wird vollkommen überbewertet. Ehrlich…!!! Morgen Nachmittag werd’ ich bestimmt so ungefähr gegen 16.00 Uhr spätestens einfach umfallen und einschlafen. Irgendwo in Plauen, einfach so, von jetzt auf gleich, mit einem lauten Rumpeln. Ich werde vorher nicht mal mehr dazu kommen, irgendwen zu warnen. Am besten lege ich mich vorsichtshalber schon mal flach auf den Boden. Ich muss vollkommen verblödet sein, zu glauben, dass mir Kaffee zur Nacht nichts anhaben könne. Die Zeiten sind vorbei, dass weiß ich seit heute. Frau N. aus P. hat ‘nen schlimmen Koffeinschock und ich wette um 1000,- Euro, dass ich punkt 5.14 Uhr einschlafe, denn um genau 5.15 Uhr klingelt mein gottverdammter Wecker und im Augenblick is’ mir wie Staubsaugen, aber ich darf nicht, weil ich sonst wütende Nachbarn vor der Tür stehen habe, die ich in meinem derzeitigen Zustand wahrscheinlich sogar ins Koma plappern würde. Leute, ich geh’ jetzt Noppen zählen. Im Dunkeln (falls ich’s noch nicht erwähnt habe). Im Schlafzimmer. Jetzt…!!! (Ich bin nichtmal ein klitzekleines bisschen müde.) Ähäää…
Mein Hirn braucht offenbar Urlaub – ganz dringend. Warum? Ist nicht so einfach zu erklären, aber ich versuch’s. Wie die meisten meiner Leser ja längst wissen, absolviere ich zur Zeit eine Weiterbildung in Sachen Webadministration und Design. Anfangs beschränkten sich die Themen hauptsächlich auf Design und im Moment befassen wir uns in erster Linie mit Servertechnologie und –sicherheit. Ziemlich trockener Stoff und nicht immer ganz einfach zu begreifen. Nun ja, gestern bin ich dann endlich ins wohlverdiente Wochenende gestartet und habe für alle meine Lieben zuhause leckeren, wunderbar reichhaltigen Salat mit selbst gemachten Knoblauchbrötchen geklöppelt. Bisschen zu viel genascht davon, anschließend bisschen Bauchweh bekommen, also ab ins Bett und jegliche Fummeleien auf “morgen” verschoben. Ja, ich weiß, Ihr hofft, dass es jetzt schlüpfrig wird. Ihr Schweine…
Also schläft Frau N. aus P. recht schnell ein und träumt sogar was. Dass sie träumt, ist nichts neues, aber was sie da geträumt hat, ist schon etwas schräg. Hat sich jemand schon mal näher mit Servertechnologie und –sicherheit befasst? Wohl eher die Wenigsten hier, also folgt eine klitzekleine Einleitung. Was ein Server ist, spielt jetzt mal keine Rolle, aber so ein Serverdingens “regelt” im Idealfall alles, was der Netz-Client so darf oder verboten bekommt. Also der Administrator konfiguriert alle Rechte von außen nach innen und umgekehrt. Man erstellt unter anderem Firewallregeln. Wie, was, wo, soll jetzt mal egal sein, im Grunde ist erklärt, was ein Server bzw. der Admin kann/macht. So, also ich liege also im Bett, schlafe tief und fest und fange an zu träumen. Wie bereits erwähnt, wurden die Schweinereien wegen Bauchgrummeln “verschoben” und diese “Verschiebung” zusammen mit dem Serverschnickschnack schlich sich in einer lustigen Kombination in mein Unterbewusstsein und brachte folgenden Traum zustande:
Es gibt in meinem Traum einen externen Clienten (den Bettbeifahrer), einen zwischeninstallierten ISA-Server und einen internen Webserver (das bin ich). Der Client startet eine Beischlaf-Anfrage an den Webserver (also mich) und scheitert schon am ISA-Server, da einige Firewallregeln den Zugriff verhindern. Der Client wendet sich an den Administrator (das bin zufälligerweise auch ich) und sagt, er habe “Verbindungsprobleme”. Der Admin quatscht den Clienten in gewohnt arroganter Weise mit Fach-Chinesisch zu, weil er ganz genau weiß, dass der Client nur Bahnhof versteht und er dessen Unwissenheit als Waffe gegen ihn einsetzen kann. Der Client fleht und bettelt um “Zugriff” und der Adminarsch (ich) tut so, als würde er dem Clienten helfen wollen. Da der Admin aber genau weiß, dass einige der Firewallregeln ganz bewusst so definiert wurden, dass der Zugriff scheitert, resigniert der Client irgendwann überfordert und schläft mit einem “steifen Nacken” ein. (Dass der Scheißadmin dem Clienten auch zur Sicherheit noch unzulässige IPs untergejubelt und ihn in einer blockierten Benutzergruppe untergebracht hat, weiß der arme Sack natürlich nicht. Nur so als Absicherung, falls die Firewallregeln versehentlich falsch eingestellt sind. “Zugriff” also unter gaaar keinen Umständen möglich. Harrrharrr…)
Ich wache auf und denke: “Wie geil ist das denn???”, feixe in die morgendliche Dunkelheit und denke: “Das muss ich bloggen!”. Also bin ich extra wegen Euch kurz nach 4.00 Uhr aufgestanden, habe mir einen ordentlich starken Kaffee gemacht und meinen Traum hier gebloggt, weil ich den sicher bis nachher vergessen hätte. Ich muss immer noch lachen, wenn ich das hier lese. Ich bin pöööse…, aber nur wenn ich schlafe. Und als Bonus habe ich extra für Euch Anschauungsmaterial geklöppelt. Bitteschön…!!!
Ja, schon wieder. Sicher denkt denken meine Leser, dass ich Fußfetischist bin. Falsch. Ganz falsch. Ja, ich knipse desöfteren meine Gehwerkzeuge, aber dafür gibt es einen Grund. Jeder Mensch mag an sich selbst einen Teil oder irgendetwas ganz besonders gerne und bei mir sind das meine Füße. Klingt vollkommen idiotisch, ist aber so. Ja und komisch klingt es auch, zugegeben. Nun, aus diesem Grund habe ich so einige Bilder von meinen Füßen – Füße in der Wiese, mit und ohne Gänseblümchen zwischen den Zehen, Füße im Sand der Karibik, Füße mit und ohne Schuhe und und und… Aber der Schnappschuss oben im Kopfbereich entstand diesmal ganz anders. Ja, das ist ein Schnappschuss und ich erzähle Euch, wie es dazu kam.
Das Bild ist etwas mehr als eine Woche alt/jung. Wie Ihr sicher noch in Erinnerung habt, waren meine Saarländer kürzlich zu Besuch im Vogtland. An einem dieser Tage kam ich völlig erledigt aus der Schule, pflanzte mich auf die Couch der Gästewohnung, in der meine Saarländer gastierten und legte meine geplagten Füße auf den Tisch. Auch Frau Mama tut das manchmal, also wusste ich, dass sich niemand daran stören würde. Meine Frau Mama setzte sich neben mich, schaute meine Füße an und fragte: “Was hast Du denn für kleine Füße?” Ich schaute sie etwas empört an und antwortete: “Wieso denn klein? Wir haben doch die gleiche Schuhgröße.” Sie schüttelte verneinend den Kopf und packte ihre Füße daneben. Tatsächlich schien es so, als wären meine Füße in den letzten Jahren kleiner geworden.
Wir schauten und verglichen eine Weile unsere unteren Extremitäten, als Schwesterlein sich ebenfalls dazusetzte und uns eine Weile zusah. Schließlich zog sie ihre Schuhe und Strümpflein aus und vervollständigte die “Tischdekoration” um ein weiteres Paar Füßlein. Als ich das alles so vor mir sah, konnte ich nicht anders und kramte nach meiner Kamera, um diesen Moment festzuhalten. Wann kriegt man schon mal so ein seltsames Motiv vor die Linse?! Nachdem ich zufrieden meine Kamera verstaute und Frau Mama ebenso begeistert von diesem außergewöhnlichen Bild war, versprach ich den beiden Mädels, dass ich genau aus diesem Schnappschuss ein neues Banner für diesen Blog basteln werde und hier ist es nun.
Ein Drei-Generationen-Banner. Links sind meine Füße, mittig die meiner Frau Mama und rechts – die leuchtenden 100-Watt-Füße – sind die, meiner kleinen Schwester. Hübsch, nicht wahr? Mir gefällt’s, sehr sogar. Und nein, ich fasse fremde Füße nicht an, ich mag eigentlich nur meine eigenen, aber hier mache ich eine Ausnahme und ich bin mir sicher, dass Frau Mama und Schwesterherz jetzt total verzückt vor ihrem Bildschirm sitzen und sich freuen. Ick freu’ mir ooch…
So und jetzt pack’ ich langsam die Badehose und das Söhnchen ein und verabschiede mich Richtung Talsperre, denn heute wird phantastisches Wetter und das nutzen wir aus. Während meiner Ferien war es ja weniger schön, aber das bevorstehende Wochenende verheißt wunderbares Wetter. Endlich…
Und dass Füße das Fortbewegungsmittel zahlreicher Tierarten sind, wissen wir eigentlich auch.
Und was ein Huhn ist, dürfte nahezu jedem Menschen bekannt sein, der über eine durchschnittliche Allgemeinbildung verfügt.
Was aber nun ist ein Säbelzahnfußhuhn? Welche Tierart verbirgt sich hinter jenem furchteinflößenden Namen? Nun denn, gehen wir der Sache auf den Grund. Beim gestrigen Spaziergang durch den hiesigen Stadtpark liefen wir am Freiluftgehege vorbei, in dem sich schon seit Jahren Wellensittiche, Hühner verschiedener Arten, mitunter auch Tauben oder andere Geflügelspezies befinden. Gerne bleiben dort Spaziergänger stehen, füttern oder beobachten die Tiere und haben die Möglichkeit diese Tiere etwas genauer in Augenschein zu nehmen. An sich nichts Spektakuläres.
Unter all den Federviechern stolzierte ein wahrhaft stattlicher Hahn umher und als dieser dicht am Gitter an uns hochäugte, kniete sich ein namentlich nicht erwähnter Herr (ja, genau der) hin und studierte eingehend die Anatomie dieses Tieres. Nicht nur das er versuchte, diesen Hahn zum Gackern zu bringen, nein, er entdeckte an dessen Füßen etwas, was ihn staunen ließ. Die männlichen Vertreter vieler Geflügelarten tragen an der Rückseite ihrer Beine eine mehr oder weniger große “Kralle”, die man tatsächlich aber “Sporn” nennt. Bei Kampfhähnen beispielsweise werden diese Sporne mitunter zu messerartigen Gebilden zurechtgefeilt, um die Verletzungsgefahr des gegnerischen Hahnes zu maximieren.
Das vor uns stehende Exemplar hatte tatsächlich einen äußerst imposanten und sehr stark ausgeprägten Sporn aufzuweisen und das war der eigentliche Stein des Anstoßes. Wir spekulierten, ob dieser Sporn nun ungesund groß sei oder ob dies eine Laune der Natur oder aber eben vollkommen natürlich sei. Wir kamen zu keinem einleuchtenden Ergebnis und der namentlich nicht erwähnte Herr glaubte, des Rätsels Lösung gefunden zu haben. Bei diesem stattlichen Hahn mit seinen unübersehbaren “Waffen” konnte es sich nur um ein “Säbelzahnfußhuhn” handeln.
Dass ich mich kurz lachend entfernen musste, bedarf keiner weiteren Erläuterungen, denke ich. Später am Abend korrigierte der Herr seine Artenbezeichnung zwar in “Säbelzahnfußhahn”, aber erstere Bezeichnung gefiel mir auf Anhieb besser, keine Ahnung, warum… Also gebt acht, liebe Leute. Selbst gewöhnlich anmutende Haushühner bzw. –hähne tragen Waffen bei sich und sie können Euch Furcht und Angst einflößen, Euch bedrohen, Euch verwunden und bieten genau deshalb unendlich viel Stoff für abenteuerliche Lagerfeuergeschichten…
Man nehme ein Schnapsroulette, je eine Flasche Kirsch, Pina Colada, Pfeffi, Blue Curaçao, Eierlikör, Feigling, Kümmerling, Ouzo und Erdbeersekt, befülle die vorhandenen Gläser schön gemischt, setze vier trinklustige Damen und einen lustigen Hahn im Korb an einen Gartentisch und bringe die Kugel zum Rollen. Der Spaßfaktor erhöht sich enorm, wenn man unter die hochprozentigen Getränke hin und wieder Mischungen der besonderen Art bringt, wie z.B. Gurkenwasser von eingelegten sauren Gurken, Ketchup mit Wasser verdünnt, selbiges mit herkömmlichem Senf oder Steakmarinade, Biermix oder Traubensaft, mitunter auch gerne mehrere Schnapssorten in einem Glas gemischt. Auf jeden Fall sollten immer mindestens zwei bis vier übel schmeckende Getränke dabei sein, um die Spannung zu steigern. Man spiele einige Runden vor dem Grillen und ausreichend Runden nach dem Grillen, damit das alte Kinderliedchen “Ein Hut, ein Stock, ein Reee-gen-schirm” besser funktioniert (auf dem Heimweg).
Meine Pläne für das kommende Wochenende sind farbenfroh, abwechslungsreich und mit größter Wahrscheinlichkeit auch sehr unterhaltsam. Sohnemann verbringt sein Wochenende ja bei Papa/Oma und Frau N. aus P. hat sich so einiges vorgenommen. Heute Abend also die erste Unternehmung. Zusammen mit einer Freundin fahre ich an den Stadtrand, wo ein Bandproberaum sein soll. Dort findet wohl allwöchentlich freitags eine Bandprobe statt, die man aber offensichtlich in besonderer Form zelebriert. Während die Band “übt”, verlustigen sich die anwesenden Zuhörer auf ihre Art. Es wird gekocht, man trinkt gemütlich ein paar Gläschen und plauscht entspannt. Das ganze nennt sich dann laut Gastgeber “lust’sche Butz” und wird von Woche zu Woche beliebter. Also gesellen wir uns heute dazu und schauen uns das Ganze mal aus der Nähe an.
Der Samstag ist auch schon verplant. Besagte Freundin bewirtschaftet mit wachsendem Widerwillen den Garten ihrer Mutter und erwähnte gestern, dass morgen dann das Wasser in dieser Gartensparte wieder aufgedreht wird. Ich bemerkte beiläufig, dass in mir seit einigen Monaten der Wunsch nach solch einem winzigen Garten reift, es aber an den Kosten scheitert, die mit dessen Anschaffung und Unterhaltung verbunden wären. Sie schaute mich strahlend an und bot mir ohne Umschweife an, den Garten jederzeit und ganz nach Belieben nutzen zu dürfen, wenn mir das Spaß machen würde. Anfangs staunte ich sie etwas entgeistert und nicht wenig überrascht an, denn solche Angebote sind nun wirklich nicht üblich. Sie untermalte ihre Abneigung gegen diese Pflicht und freute sich vielmehr, dass sie dann wohl eher mal einen Grund hätte, diesen Garten freiwillig aufzusuchen, wenn ich dort ein bisschen im Grünen herumexperimentiere. Ich warnte sie fairerweise, dass ich keineswegs die geborene Gärtnerin sei und es passieren kann, dass das eine oder andere Pflänzchen unter meinen ungeschickten Händen sein Leben aushauchen würde, was sie lächelnd zur Kenntnis nahm.
Solange mir das Freude bereiten würde, dürfe ich dort alles tun, wonach mir der Sinn stünde. Also meldete ich mich für morgen artig an, um beim Wasseraufdrehen dabei zu sein. Ich leihe mir sozusagen auf unbestimmt Zeit einen kleinen Garten und wenn ich irgendwann all das mein Eigen nennen möchte, habe ich Vorkaufsrecht, bekäme ihn im Idealfall vielleicht sogar geschenkt. Ich freue mich, ich freue mich sogar sehr und habe schon furchtbar viele Pläne, was ich dort alles machen möchte. Ich muss mich nicht mehr gelangweilt an die Talsperre legen, wenn ich Sonne tanken will. Ich bin lieber aktiv und das wäre genau das, was ich mir unter einem entspannten Wochenende mit Bombenwetter vorstelle. Ein bisschen werkeln, ein bisschen buddeln und nach getaner Arbeit im Sonnenstuhl dösen, um abends ein paar Würstchen zu grillen. Sohnemann findet die Pläne von Frau Mama natürlich nicht so spannend, freut sich aber, weil ich mich freue. Balkons finde ich schon immer totlangweilig, aber so ein Garten ist schon was. Hab’ ich schon erwähnt, dass ich mich freue???
Am Sonntag steht dann etwas an, von dem ich nicht so recht weiß, was mich erwartet. Vergangenes Wochenende ergaben sich Gespräche, die so nicht vorhersehbar oder gar geplant waren. Was folgte, waren unzählige Nachrichten aus der anderen Richtung und daraus resultierendes Misstrauen meinerseits. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt, sagt man so schön. Ganz so blauäugig marschiere ich nun doch nicht auf den Abgrund zu, denn ich stellte erst mal einige Dinge klar, was gesagt werden musste, stellte nichts in Aussicht, was ich nicht halten könne und bat mir Zeit, Geduld und eine angemessene Bewährungszeit aus. Vieles würde diesmal anders laufen, sofern es zu einem Neuanfang käme. Vorsicht und Bedacht bestimmen mein Tun der nächsten Zeit, das steht fest. Zweimal habe ich mir die Finger nun verbrannt und beim dritten Versuch warte ich nicht erst auf Brandmale. All das und sehr vieles mehr wurde in die andere Richtung geschickt und am Sonntag sind wir nun zum ersten Mal wieder verabredet. Auf neutralem Boden in entspannter Atmosphäre – an der Talsperre Falkenstein. Ich will erst mal vorsichtig schauen, welchen Eindruck ich habe. Das alles passierte ja nun eher durch Zufall, wobei ihm laut seiner Aussage der Mut fehlte, nach seinem letzten “Fehlverhalten” auf mich zuzugehen, denn er konnte sich sprichwörtlich vom Arsch abfingern, dass ich denkbar wenig von ihm und seinem Tun hielt. Ja, ich war sauer und seine Worte stießen bei mir anfangs auch auf recht große Ablehnung. Ich kann keinerlei Prognosen abgeben, aber gucken kostet nichts, heißt es so schon. Und Frau N. aus P. guckt erst mal. Kost’ ja nüscht…
Ich bin zur Zeit richtiggehend blogfaul. Zum einen passiert ja allen Orts nicht wirklich viel und zum anderen tragen die Wetterveränderungen nicht gerade zu extravaganten Freizeitaktivitäten bei. Man erledigt eben seine kleinen und großen Alltäglichkeiten, versorgt brav alle kleinen und großen Mitbewohner, geht den üblichen Notwendigkeiten nach und harrt der Dinge, die da kommen. Über mein Auto rede ich schon lieber gar nicht mehr. Heute Nacht hatten wir bzw. Sohnemann Gäste, welche sich vor wenigen Minuten verabschiedet haben. Die Jungs haben ohne das Wissen der dazugehörigen Mütter auch für heute Abend Pläne geschmiedet, welche aber gescheitert sind. Man hatte sich ausgemalt, dass mein Sohnemann doch auch gleich noch eine Nacht in befreundeten Betten schlafen könne, was aber durch anderweitigen Besuch dort nicht möglich ist. Nun liegt der kleine Mann tränenüberströmt in seinem Zimmer und ist böse und enttäuscht über die gaaaaanze Welt. Helfen kann ich ihm da leider nicht, denn ich kann die andere Frau Mama kaum zwingen, mein Kind mitzunehmen. Hach, was ist die Welt schlecht und ungerecht.
Für heute Abend war eigentlich meinerseits schon für Unterhaltung gesorgt, was aber an meinen haushaltstechnischen Sparmaßnahmen zu scheitern droht, weil ja Frau N. aus P. noch immer keinen Nachkömmling der Rockefeller-Dynastie geehelicht hat. In einer hiesigen und überaus großen Lokalität findet dieses Wochenende eine dieser berüchtigten Ü30-Partys statt und es könnte durchaus sein, dass man dort auch mal alte Bekannte meiner eigenen Altersklasse antrifft, die man jahrelang nicht mehr zu Gesicht bekommen hat. Wäre sicher ein lustiges Unterfangen, ganz ohne Zweifel sogar. Die Dame, die mich für diesen Abend “reserviert” hat, fand für diese Veranstaltung ein gar schmutziges aber enorm witziges Wort, das ich an dieser Stelle aus jugendschutztechnischen Gründen nicht wiederhole und ich verweise daher ganz diskret auf die Grafik…
Der Sonntag hat wunderbar leise und mit Sonnenstrahlen begonnen, die sich aber leider inzwischen verabschiedet haben. Gestern war ich ziemlich lange unterwegs und habe den Nachmittag und auch den Abend inklusive der halben Nacht im Kreise von Freunden verbracht. Nachmittags war ich mit einer guten Freundin in der Stadt unterwegs und nachdem wir die vereinbarten Erledigungen hinter uns gebracht hatten, vergnügten wir uns in einer recht bekannten Lokalität bei einem befreundeten Wirt an dessen “Mensch-ärgere-Dich-nicht”-Tisch. Ich muss wohl nicht großartig erwähnen, dass ich fast immer verlor, aber wir hatten enorm viel Spaß und lachten, bis die Bäuche schmerzten. Gegen 20.00 Uhr und gefühlte 62 Spiele später verabschiedete ich mich und ging zu meiner Abendverabredung.
Dort wartete man schon und zog sich auch gleich an, um eine andere lustige Kneipe auszusuchen. Dort stieß dann auch gleich der “Rest” der Abendgesellschaft zu uns und man amüsierte sich prächtig über meine nicht vorhandenen Dart-Künste. Im Nicht-Treffen bin ich nämlich große klasse und der letzte Platz ist mir fast immer sicher, Ausnahmen sind eher Zufälle. Mir macht das nix, weil ich da mitspiele, um Spaß zu haben. Würde ich nicht immer so hübsch daneben schießen, wäre es bestimmt nicht ganz so lustig. Gegackert wurde auch ordentlich und mein Tischnachbar verlor zusehens die Contenance, was wohl am letzten Bierchen lag, das offenbar schlecht war. Die Wolldecke im Mund wurde immer dicker und der Quirl unter der Zunge erschwerte das Sprechen.
Natürlich wurde der Herr fein säuberlich zuhause abgeliefert, als sich die illustre Gesellschaft dann auflöste und heute Morgen klang der Gute schon wieder ziemlich fit. Training ist eben alles. An dieser Stelle muss ich mal die netten Wirtsleute vom “Moz” loben, denn die Bockwurst dort schmeckt einfach geil. Ich bin kein BoWu-Fan, aber die dort schmeckt guuut!!! Jamm… Und weils so witzig war, haben wir auch ein paar Bilder geschossen (leider nur mit dem Handy), wovon ich Euch eines zeige. Falls der alte Herr auf dem Bild mit der Veröffentlichung seines Blondschopfes nicht einverstanden sein sollte, dann bitte ich um Mitteilung. Ob ich aber das Bild dann entferne, steht in den Sternen…
Mal angenommen, man müsste mich mit einem einzigen Wort beschreiben. Welches Wort stünde für Frau N. aus P.? Kam mir grad beim Stöbern im Netz so in den Sinn und ich reiche diese Frage an meine Leser weiter. Ich bin sehr gespannt auf Eure (hoffentlich zahlreichen) Kommentare. Ich bin auf sämtliche Gemeinheiten, schonungslose Wahrheiten oder auch Bauchpinseleien vorbereitet, aber ich warne jeden Kommentator: Ich weiß, wo Euer Haus wohnt!
Gegen Morgen bin ich hochgeschreckt, weil ich einem etwas wirren Traum auf den Leim gegangen bin. Nicht dass ich sonst geordnet träume, aber diesmal saß am Ende eine ausgewachsene und mächtig behaarte Vogelspinne an meinem Hals und trotz des guten Vorsatzes, nicht auszuflippen, fuchtelte ich dann doch irgendwann hysterisch an meinem Hals herum. Ich weiß nicht mal mehr, was genau ich da vorher zusammengeträumt habe, aber das Ende dieses Traums fand ich wenig entzückend. Das Weckerklingeln war laut Anzeige auch nicht mehr weit entfernt, also lag ich nur noch im Halbschlaf rum und dachte darüber nach, wie es wäre, ein Buch zu schreiben. So dachte ich also im Dunkeln über die Art des Buches nach. Kinderbuch? Hm, ich als die typische Mutter? Irgendwie skurril, paradox, unwahrscheinlich. Ein Lebensroman in Anlehnung an meine eigene Geschichte mit tausend lustigen Synonymen für all die Kandidaten, die meinen Weg gekreuzt haben? Manche von ihnen waren ja einigermaßen normal, andere wieder haben sich durch mehr oder minder schräge Verhaltensweisen früher oder später als Partner disqualifiziert. Die dazugehörigen Geschichten könnten für einige Lacher garantieren, aber wie interessant mag so eine Lektüre sein?
Wobei ich feststellen muss, dass all diese Komischkeiten (ich mag dieses Wort langsam) viel zu komisch wären, um sie zu erfinden und damit sind sie schon wieder lesenswert. Zwar wurde mir nun schon mehrfach ans Herz gelegt, doch endlich mal ein Buch zu schreiben, aber wer wäre denn meine Zielgruppe? Reicht meine Schreibe für ein Buch aus? Kann ich Leser über mehrere hundert Seiten fesseln, ohne zu langweilen? Sehr unwahrscheinlich. Wenn man aber bedenkt, womit eine Charlotte Roche einen Bestseller landete, möchte man meinen, dass nahezu jede/r zu derlei Kritzeleien imstande ist. Wenn man mit solchem Dünnschiss Geld verdienen kann, dann sollte jeder Mensch mindestens ein Buch im Leben schreiben. Nein, es würde kein Harry Potter Verschnitt werden, kein Rosamunde Pilcher Abklatsch, kein Liebesroman, kein Krimi, kein Phantasiegebilde. Es würde vermutlich einfach nur die Aufzählung all meiner persönlichen Katastrophen werden. Manche lustig, manche tragisch, aber mitunter sehr unterhaltsam. Wie bringt man sein chaotisches Leben in verbale Ordnung? Geht das denn überhaupt, wenn man so dermaßen unchronologisch lebt oder bisher gelebt hat? Fragen über Fragen…
Im Bäuchlein rumpelt es zwar noch ordentlich, aber ansonsten normalisiert sich alles wieder. Schauen wir mal, ob diese Besserung anhält und weiter fortschreitet oder ob es herbe Rückfälle geben wird – man bzw. frau hofft es nicht. Die Stadt ist heute in dicken Nebel eingehüllt und erschwert den gewohnten Panoramablick aus dem Küchenfenster. Irgendwie schaut das witzig aus und dieser Anblick untermauert die Theorie, dass die Erde doch eine Scheibe ist und “der Rand” genau in der Ost liegt. Hinter der gegenüberliegenden Häuserzeile hört die Stadt einfach auf, dort ist sie “zuende”.
Man könnte auch davon ausgehen, dass die Ostvorstadt der Bauchnabel dieser Scheibe sei, denn rund um unser Haus bietet sich der gleiche Anblick. Der Rest der Bevölkerung befindet sich also auf der “Unterseite” der Scheibe und schläft noch friedlich, denn dort müsste noch tiefste Nacht herrschen. Ist nun auf der Unterseite die Süd oder ein anderer Stadtteil der Vogtlandmetropole? Folgerichtig ist auch der Mond eine Scheibe, der sich seitlich dieser “Ostscheibe” befindet und seine Rückseite ist die Sonne, die momentan in der Ost für Tageslicht sorgt. Nein, der Mond ist also kein Schnapprollo, wie böse Zungen immer wieder behaupten.
Angenommen, man könnte irgendwo anrufen und all die Dinge bestellen, die man im Laden nicht kaufen kann – zum Nulltarif versteht sich. Da mich im Augenblick der Winter bzw. das vorherrschende Klima extrem nervt und man in den Monaten der kalten Jahreszeit fast nur im Dunklen oder bei trübem Wetter dahinvegetiert, spinne ich gerade herum, was ich dort alles bestellen würde.
Sommer (wer hätte das jetzt vermutet)
fleißige, kleine Zwerge, die nachts den Geschirrspüler gaaanz leise ausräumen
noch mehr fleißige, kleine Zwerge, die immer brav die saubere Wäsche zusammenlegen und in den Schrank räumen
ohne dick zu werden Negerküssen essen können (für alle anderen Leckereien bitte auch)
Abschaffung der Mülltrennung (knüppelt ruhig auf mich ein, ich hasse dieses Mülltrennungstheater)
kostenlosen DSL-Zugang in Lichtgeschwindigkeit
Pflanzen, die sich selbst versorgen (im Idealfall auch für pubertierende Kinder)
selbstreinigendes Katzenklo (macht nicht nur die Katze froh)
schon wieder so kleine, fleißige Zwerge, die jede Woche mein Auto innen und außen putzen
Wohnungsputzzwerge (so kleine, fleißige)
Kinderausschimpfzwerge (ganz große), damit Sohnemann sich die große Klappe abgewöhnt
jeden Tag drei Wünsche frei haben
Zopfflechtzwerg (da reicht einer)
Zwerg für alles andere
Reicht für’s erste, denke ich. Langweilig ist mir irgendwie immer noch, obwohl ich schon den halben Tag am rumrödeln bin. Scheiß Winter… Geht mir echt auf’n Lollo langsam. Ich will mal wieder ohne Jacke und mit nackten Füßen raus. Ja, ich weiß, kann ich auch jetzt, aber ich will dabei nicht frieren.
Habe schlecht geschlafen, bin nicht zuletzt deswegen auch schon enorm übellaunig aufgestanden und gehe entsprechend geladen in den Dienstag. Was weiß ich, welche Laus mir heute Nacht über die Leber gelaufen ist, aber heute ist einer dieser Tage, an denen ich hochexplosiv dem Alltag entgegensteuere und froh bin, wenn der Tag vorbei ist. Richtig fest schlafen konnte ich irgendwie nicht und so ist es kein Wunder, dass ich nicht wirklich ausgeruht bin. Gegen 4.30 Uhr gab ich mich geschlagen und kroch aus dem Bett. Herr S. aus P. bewältigte gestern seinen ersten Arbeitstag nach der Krankschreibung und war folgerichtig komplett gebügelt, als ich gestern Abend nach Hause kam. Mit knallroten und klitzekleinen Augen lag der Herr nahezu regungslos auf der Couch und blinzelte mühevoll in den Fernseher. Gegen 21.30 Uhr schickte ich ihn mitleidig schlafen und als ich knappe 20 Minuten später folgte, schlief man schon tief und fest.
Das Wochenende war durchschnittlich ruhig, aber meinen Film habe ich mal wieder nicht zu sehen bekommen. Entweder fehlte mir die Lust, mich auf die Handlung zu konzentrieren, dann wieder keine Zeit oder aber im TV lief gerade etwas, was ich nicht verpassen wollte. So staubt mein “Parfum” im Regal vor sich hin, aber aufgeschoben ist noch lange nicht aufgehoben. Nach knappen 14 Tagen kulinarischen Streifzügen durch die nyírische Speiselandschaft, kneifen nun mittlerweile schon die Hosen und ich enthalte mich seit gestern wieder etwas mehr. Die Krankschreibung von Herrn S. hatte zur Folge, dass wir hier fast täglich kochten, vereinzelt sogar Kuchen gebacken haben und nach Lust und Laune futterten. Nicht nur, dass die bösen, kleinen Kalorienmännlein nachts meine Hosen dann von Tag zu Tag enger nähten, nein, als ob das nicht reicht, füllte sich der Kühlschrank mehr und mehr mit Überbleibseln der Fressorgien, deren Verzehr ebenfalls notwendig wurde, denn wer wirft schon gerne Essen weg.
Ich weigere mich beharrlich, auf die Waage zu steigen, denn das Miststück lügt ohnehin. Bauch einziehen nützt da auch nix und ich werde essenstechnisch vorerst kürzer treten. So geht das ja nun nicht. Es ist nun wirklich nicht so, dass der Kühlschrankinhalt nicht enorm verlockend lächelt, wenn ich nach der darin befindlichen Milch greife und es fällt mir äußerst schwer, die Tür des selbigen ohne einen beherzten Griff hinein zu schließen. Es nützt aber nix, die temporären Speckröllchen müssen sofort wieder runter, denn wenn die sich erstmal festgefressen haben, wird es schwer, sie wieder loszuwerden. Mein erster “Reduktions”-Tag gestern zeigt bereits Wirkung und ich fühle mich sehr viel weniger gestopft als gestern noch. Es ist aber auch leidvoll, wenn man gerne isst und zur Zunahme neigt. Vor Sohnemanns Geburt hatte ich damit nie Probleme und konnte nach Herzenslust essen, was ich wollte, wieviel ich wollte und wann ich es wollte. Nun heften sich aber schon 15 Pfund einfach mal so an die Hüften, wenn ich an einem herzhaften Braten vorbeilaufe. Scheißdreck…
Jammern nützt nix, Enthaltsamkeit und Disziplin sind angesagt, wenn ich mich im kommenden Sommer mit leichterer Bekleidung nicht komplett blamieren will. Frau hat schließlich ihren Stolz und einen zweifelhaften Ruf zu verlieren . Wer macht mit???
Herr S. und Frau N. aus P. saßen gestern gemeinsam im Wohnzimmer zum Abendessen – es gab gebratenen Leberkäse mit Kartoffelsalat und Spiegelei – und schauten dabei gemütlich fern. Der kleine Herr N. aus P. wollte gerne in seinem Zimmer speisen und so wurde ihm wunschgemäß das Mahl in seinen Gemächern kredenzt. Während die alten Leutchen auf ihren Tellern schnippelten und dem Leberkäse zu Leibe rückten, huschte der kleine Herr N. durch die Küche und seine Erziehungsberechtigte fragte nach, was er suche. Er gab willig Auskunft und die beiden älteren Herrschaften aßen weiter. Unvermittelt hob Herr S. den Kopf und hakte nun bei seiner Tischdame nach, was der kleine Mann denn da tue und so kam folgende kurze Unterhaltung zustande:
„Was is’n?“
„Nix weiter, ihm ist da zu wenig Platz auf’m Teller und er holt sich noch einen kleinen Teller, wo er seine Eier drauf tun kann.“
Kurze Denkpause… Dann flüstert er gespielt empört:
„Beim Essen?????“
Wieder kurze Denkpause…
Frau N.aus P. wiehert los und verschluckt sich fast…
Männer sind Ferkel… Und Ferkel sind bekanntlich auch Schweine…
Seit gestern bin ich nun wieder ein Jahr älter und da ich schon seit Jahrzehnten meinen Geburtstag nicht mehr feiere, unterschied sich der gestrige Tag nur unwesentlich vom Rest des Jahres, wenn man von den Glückwünschen absieht, die tagsüber per Handy, Email oder auf anderen Wegen via Internet ins Haus flatterten. Danke erstmal an alle, die mir ihre Glühstrümpfe an den Kopf geworfen haben. Ist nicht ganz einfach, da ich mein Geburtsdatum meist nicht preisgebe. Es ist dennoch erstaunlich, wieviele Menschen es trotzdem spitzkriegen. Der Tag begann also ziemlich ruhig, wie sonst auch. Eigentlich wollte ich ja bis Mitternacht ausharren und war gespannt, was Herr S. aus P. sich einfallen lassen hat, denn er behauptete, dass er kein guter Geschenkemacher sei. Also glotzte ich bis ca. 23.20 Uhr am Vorabend ein bisschen in der Gegend rum, kicherte mit dem Herrn ein bisschen in die Kissen und… Ja und…? Ich schlief ein…!!!
Mist verdammter…!!! Irgendwann lange vor dem Weckruf öffnete ich die Augen und Herr S. aus P. stellte folgerichtig und irgendwie leicht amüsiert fest: „Na? Bist wohl doch eingeschlafen?“ Ja, die alte Frau hat erfolglos mit dem Schlaf gekämpft und nun lag sie wie eine Eule mit riesigen Augen im Bett und glotzte erwartungsvoll in die Dunkelheit. Der Bettbeifahrer säuselte zuckersüße Geburtstagswünsche in sein Kissen und herzte mich. Geschenketechnisch vertröstete er mich etwas, da die Müdigkeit ihn bewegungsunfähig machte. Weiß der Geier, wo er die Präsente vor meinen neugierigen Augen versteckt hatte. Also schlüpfte ich aus dem Bett und tastete mich Richtung Küche. Die erste SMS war auch schon reingeflattert und Herr H. aus M. war in diesem Jahr der erste, der seine Glühstrümpfe weggeschnipst hatte. Herr S. aus P. hatte mich allerdings angewiesen, wieder ins Schlafzimmer zu kommen, wenn Sohnemann auf dem Weg zur Schule sei.
Artig erledigte ich meine morgendlichen Aufgaben und hopste immer noch neugierig zurück ins Schlafzimmer. Der alte Mann lag noch gemütlich im Nest, die alte Frau hüpfte glöcklewach in der Tür herum. Ein Grinsen und ein „Bin gleich da, ich brauch’ noch zwei Minuten…“ und ich tänzelte zurück ins Wohnzimmer zu meinem Milchkaffee. Wenige Augenblicke später blinzelte der alte Mann mit gewohnt sonniger Laune in die 60-Watt-Glühlampen der Küche und schaffte seine Stange Wasser weg, um sich danach mit einem Beutel bewaffnet auf der Couch niederzulassen. „Komm’ mal her…“ ordnete er an und ich folgte artig. Ich war gespannt wie ein Regenschirm, ich geb’s zu. Als erstes zauberte er eine Zahnbürste aus dem Beutel. Ich fing an zu lachen, wirklich. Wir hatten kürzlich eine Unterhaltung, in deren Verlauf ich erwähnte, dass ich ein Ich-habe-nur-eine-Zahnbürste-Mensch bin und diese Zahnbürste schleppte ich dann überall mit hin, wenn ich verreise oder außer Haus übernachte.
Also sorgte Herr S. aus P. dafür, dass ich endlich eine zweite Bürste habe. Welche Farbe hat er ausgesucht? Richtig – LILA… Ja, diese Bürste war von Dr. Best, sie vibriert – genau wie meine bisherige BLAUE – und sie war quietsche-lila. Leute, die mich gut kennen, wissen, dass ich lila hasse wie die Pest. Gut, dann mache ich in Zukunft beim Zähneputzen die Augen zu. Weiter… Was ist noch in dem Beutel? Hab’ ich schon erwähnt, dass mein linker Hausschuh ein Loch hat? Seit Monaten schaue ich mir deshalb Hausschuhe an und bisher genügte kein Pantoffel meinen Ansprüchen. Nun zauberte der alte Mann einen neuen linken Hausschuh aus der Tüte. Snoopy-Pantoffeln, richtig süße und…??? Welche Farbe??? Rüschdüsch…!!! LILA…!!! Sehr hell, aber dennoch lila… Ich starrte etwas irritiert auf den Schuh und er sagte: „Links war das Loch, gelle? Deshalb hab’ ich auch nur einen linken Hausschuh.“ Ich grinste und schaute auf meinen alten Schuh. Natürlich gab es auch noch den passenden rechten Schuh und Herr S. aus P. stülpte mir die neuen Zuhause-Treter über die dicken Flauschisocken.
Ich konnte nicht umhin, die Farbe zu erwähnen und er behauptete sogar, das wäre die gleiche Farbe, wie meine alten Schuhe. Nein, das stimmt überhaupt nicht, denn die sind hellblau. Farbenblind??? Ja, isser…!!! Naja, egal… Ich fand’s irgendwie trotzdem total lustig und dann zog der alte Mann noch eine rote, längliche Schmuckschachtel mit goldener Schleife aus dem Beutel. Meine Augen wurden groß und fingen an zu glänzen. Gierig nahm ich die Schachtel an mich und wendete meinem Gönner den Rücken zu, denn ich wollte ganz alleine reinschauen. Dort drin lag ein Armband, silbern, mit mächtigen und wunderbar schlichten Gliedern, genau wie ich es mag. Ich strahlte, denn ich liiieeebe Armbänder und trage so einige davon, die ich niemals ablege, nichtmal zum Duschen oder sonstwann. Treffer und versenkt…!!! Danke danke danke…!!! Zwei Glieder mussten entfernt werden, denn mein Ärmchen war zu dünn für das gute Stück. Deshalb beschlossen wir, uns ausgehfertig zu machen und das gleich zu erledigen.
Armband zum Kürzen abgegeben und erstmal bissle in der Stadtgalerie schlendern. Wir liefen unter anderem an einem Klamottenladen namens „Boombastic“ vorbei, als Herr S. aus P. wieder anfing zu singen: „Mister Pullover-lover…“ und Frau N. aus P. weinte vor Lachen… Natüüürlich sang er wieder mit vogtländischem Slang, ganz klare Sache. Shaggy wäre vor Scham im Boden versunken, aber ich kicherte und gackerte bis zur Rolltreppe weiter und Herr S. lief grinsend voraus. Wir stöberten ein bisschen hier und ein bisschen da und aßen etwas und dann holte ich mein neues Armband wieder ab. Nach einer weiteren „Wir-gucken-ein-bisschen-rum“-Runde in einem anderen Geschäft beschlossen wir kurzerhand zu ihr zu fahren, weil sie jetzt eine nagelneue Wii besitzt und das müssen wir ausprobieren. Käffchen gibt’s dort auch und Spaß bestimmt sowieso. Also nix wie hin und Bowling spielen. Hat Spaß gemacht und das wiederholen wir ganz sicher bei Gelegenheit.
Mein Tag war lustig… Mir hat’s gefallen und trotzdem ich mich geweigert habe, meinen Geburtstag zu zelebrieren, war der Tag schön. So mag ich’s – schlicht aber schön. Und Ihr so?
Sie: „Es gibt einen Grund dafür, dass andere Leute damit Geld verdienen. Die können nämlich singen.“
Er: „Ich kann auch schön singen.“
Sie: „Na dann los, bringen wir es hinter uns!“
Er beginnt schön schief und mit wunderbarem vogtländischen Akzent zu trällern: „Vordammd üsch liiieeeb Düsch…“
Sie: „Hochdeutsch, bitte hochdeutsch…“
Er: „Das ist hochdeutsch…“
Sie: „Nee, das is’ vogtländisch.“
Er setzt ein zweites Mal an und piepst gefühlte zehn Oktaven höher (aber immer noch vogtländisch): „Vordammd üsch liiieeeb Düsch…“
Sie: „Das ist auch nicht hochdeutsch, aber ist einen Blogeintrag wert…“
Er kichert… Sie auch…
Matthias Reim kann nicht schön singen und Herr S. aus P. kann weder schön noch hochdeutsch singen, aber er kann über sich selbst so wunderbar herzerfrischend lachen. Das und noch vieles mehr liebe ich so an diesem Kerl…
„Hab’ ich Dir schon erzählt, dass mal ein Reh ganz dicht vor mir stand? So in freier Wildbahn, ganz nah dran, war nur ein Meter zwischen mir und dem Reh.“
„Nee…“
„Das war, als ich mit meinem Opa Hagebutten sammeln war. Ringsrum freies Feld, nur diese Hecke und ein Schotterweg. Und plötzlich stand dieses Reh vor mir und Opa flüsterte, dass ich mich nicht bewegen soll.“
„Echt? Ich weiß, woran das lag, dass es nicht weggelaufen ist.“
„Ja, der Wind stand ungünstig, es konnte mich nicht wittern, hat Opa damals gesagt.“
Das Wochenende war sowas von zu kurz, aber ich möchte behaupten, dass wir jeden Moment optimal ausgenutzt haben. Der Freitag begann ruhig und Sohnemann verabschiedete sich in seinen Wochenendurlaub zu Oma/Papa. Frau N. aus P. lag längst in den Federn, als der Spätschichtler sich unter die Decke mogelte. Man tauschte sich noch kurz aus, wie das kommende Wochenende aussehen könnte und irgendwann schlief man artig in den Samstag hinein. Die Sonne strahlte längst, als die zwei alten Leutchen ihre Augen öffneten und nach etlichen Dehn- und Streckübungen schälte man sich aus dem Bett, um den Tag mit einem gemeinschaftlichen Frühstück zu beginnen. Plangemäß sprang man danach zuerst unter die Dusche und danach in warme Wintersachen. Schnell noch den Hörnerschlitten von Sohnemann in den Kofferraum gepackt und auf nach Schöneck. Auch dort strahlte die Sonne aus Leibeskräften und der Skihang war mehr als gut besucht. Alles, was Beine hatte, war von Nah und Fern angereist, um sich mit Gejauchze in irgendeiner Form den Hang hinunterzustürzen.
Die erste Fahrt war äußerst vergnüglich, denn die zwei alten Leutchen saßen zwar auf ihrem Hörnerschlitten, der aber wiederum blieb alle paar Meter auf offener Fahrt liegen. Kichernd und gackernd mutmaßte Frau N. aus P., dass die zwei Piloten zu dick seien, was Herr S.aus P. energisch bestritt. Nur mit Zutun der unteren Extremitäten setzte sich das Gefährt wieder in Bewegung und so dauerte die erste Talfahrt länger als der anschließende Wiederaufstieg. Oben angekommen änderten die zwei Rennfahrer ihre Strategie und so nahm Frau N. aus P. fortan an der Spitze Platz, was nach zahlreichen weiteren Fahrten dann auch endlich zum Erfolg führte. Man/frau hatte sich nämlich zum Ziel gesetzt, den unten befindlichen kleinen „Berg“ mit dem Schlitten zu erklimmen und auf dem „Gipfel“ oder sogar nach dessen Überquerung zum Stehen zu kommen. Nach einer Handvoll Tempos zwecks tropfender Nase, zwei leckeren Aufwärmgetränken und einer Portion Wiener mit Senf gelang das sogar und man trat nach einigen Stunden wunderbar durchgefroren und zufrieden lächelnd die Heimreise an, wo die beiden Schlittenfahrer mit Fingerfood und DVD ihren Samstag ausklingen ließen.
In der Zwischenzeit plagte Sohnemann ein Fieberschub und so kam es, dass ich den jungen Mann vorzeitig nach Hause holte, da er den Wunsch äußerte, in sein eigenes Bett zu wollen. Da der Spössling keinerlei Nahrung zu sich nehmen wollte, rief ich kurzerhand die nahrungstechnische Narrenfreiheit aus, was sich als äußerst effizient herausstellte, denn so füllte sich der Magen des kleinen Patienten rasch mit den verschiedensten Speisen, um wenigstens dafür Sorge zu tragen, dass die verabreichten Medikamente nicht im nüchternen Magen landen. Zwischen Kuchen, Keksen, Tee und Nudelauflauf schlief Herr N. aus P. irgendwann versehentlich ein und schläft sich seither gesund. Nachhher werden wir zum Arzt fahren, denn in der kleinen Hühnerbrust kündigt sich ein bellender Husten an, der behandelt werden sollte. Das Fieber haben wir im Griff und die aufkeimende Tropfnase stellen wir mit handelsüblichen Tempos ruhig. Die beiden verbliebenen Couchkartoffeln ließen sich mit Schöffi und Pomelo gemütlich auf dem Sofa nieder und schauten sich zuerst „Sieben Leben“ und danach noch fix „Transporter 3“ an. Der erste Film ist recht langatmig, anfangs eher verwirrend und die Geduld des Zuschauers wird auch eine wirklich harte Probe gestellt. Insgesamt hatte ich mehr erwartet, aber ich habe durchaus schon schlechtere Filme gesehen. Der zweite Film war selbstredend actiongeladen, voller hinrissiger Stunts, gespickt mit jeder Menge Pseudocoolness und Frau N. aus P. griff beherzt in die „Ja, nee is’ klar“-Kiste, denn wer parkt sein Auto schon auf einem Zug und dann überflüssigerweise auch noch im Zug. Brauchen wir gar nicht drüber reden, wie glaubwürdig all diese Aktionen rüberkamen, aber warum nicht auch mal einen typischen Männerfilm anschauen…
Alles in allem war das Wochenende lustig, ruhig, ausgeglichen, bewegungsreich und trotzdem auch sehr entspannend. Ich hab’s genossen und lasse meine Leser weiterhin im Unklaren, was wir noch so alles getan und nicht getan haben, denn das bleibt unser schmutziges Geheimnis… Aber ich verrate Euch, dass es großen Spaß gemacht hat und ich werd’s immer und immer und immer wieder tun. Ätsch…!!!
Kurzfristig hatten Herr S. aus P. und die werte Frau N. aus P. einen Abend und die dazugehörige Nacht bei Fräulein F. aus S. zwischen P. und S. verbracht und dort gab es mal wieder Kirsch in rauen Mengen, was bei meinem Füchslein wieder zu physischen Entgleisungen führte, die ich photographisch festhalten musste. Herr H. aus M. wachte sorgsam darüber, dass Frau F. den Halt nicht gänzlich verliert, was ihm zu 99% auch gelang, jedoch stürzte das angeheiterte Füchslein während ihrer letzten artistischen Meisterleistung ganz ordinär von ihrer Couch, was ich ebenfalls eingefangen habe. Herr H. aus M. konnte sich nicht mehr halten, wir auch nicht und das Füchslein schämte sich (siehe letztes Bild). Aber seht selbst, was meine Kleene mal wieder verzapft hat. Ja, betrunken ist sie immer wieder ein kleines Highlight…
Endlich geht’s hier weiter. Nach zahlreichen Beschwerden möchte ich Euch nun nicht länger auf dem Trockenen sitzen lassen und berichte von den Feiertagen, dem Jahreswechsel und den ersten Tagen des niegelnagelneuen Jahres. Wie Ihr bereits wisst, habe ich in diesem Jahr mit allen Traditionen gebrochen und im Kreise einiger Freunde Weihnachten bzw. den Heiligabend zelebriert. Ich muss sagen, dass dieser Abend sehr viel gelöster und erfüllender war, als all jene Familienabende zur Weihnachtszeit. Es war durchaus besinnlich, aber so völlig anders und es hat mir gefallen, sehr gefallen…
Am ersten Feiertag dann „plante“ ich einen ruhigen Tag, aber es kam wieder mal ganz anders. In bequeme Kleidung gehüllt liebäugelte ich mit meiner Couch, der Weihnachtsstress lag bereits hinter mir. Einer meiner Gäste vom Vorabend – nennen wir ihn in Zukunft einfach Herr S. aus P. – lud mich ganz spontan auf ein Getränk meiner Wahl in einer Lokalität meiner Wahl ein und ich verabschiedete mich in Gedanken etwas schwerfällig von meinem Couchabend. Also schwang sich Frau N. aus P. dann doch in ihre Badewanne und brachte ihren Allgemeinzustand in ein salonfähiges Format. Kurz vorm Verlassen meiner Wohnung klingelte noch eine Freundin an, die an Langeweile zu Sterben drohte. Mein Samariter-Herz regte sich und ich beschloss kurzerhand über den Kopf meines „Einladers“, dass die junge Frau uns begleiten wird, den niemand sollte über Weihnachten zuhause allein versauern.
Nachdem ich mich nun endlich auf den Weg gemacht und meinen Begleiter über die kleine Planänderung informiert hatte, holten wir die junge Dame ab und begannen unseren weihnachtlichen Streifzug durch die Kneipen der Vogtlandmetropole. Der Abend begann mit einer netten Plauderei unter alten Bekannten und endete um einen weiteren Gast erweitert in einer recht unspektakulären Lokalität im Zentrum der Stadt. Nach einigen hochprozentigen Getränken wurde die Zunge von Frau N. aus P. genauso schwer, wie ihre Gliedmaßen und das werte Fräulein wurde kurzerhand über die Schulter geworfen und aus der Kneipe getragen. Jammernd vor Kälte und „ich-will-nach-Hause“ wurde sie ins Auto gesetzt und ordnungsgemäß zuhause ins Bett dirigiert. Dort wollte sie natürlich auch nicht so recht schlafen und nötigte ihren „Heim-Schlepper“ zu Dingen, die nur unter Alkoholeinfluss geschehen. An dieser Stelle folgen nun keine schmutzigen Details, denn ich bin mir sicher, dass Ihr auch ohne diese Details wisst, was passiert sein könnte. Das überlasse ich Eurer abgrundtief schmutzigen Phantasie.
Nun denn, am nächsten Tag bekam ich all meine Schandtaten mit einem herzhaften Lachen genauestens protokolliert und schämte mich auch ordnungsgemäß in Grund und Boden. Der junge Mann allerdings zeigte sich nicht im Mindesten schockiert und plante vorsichtig weitere Unternehmungen mit der Skandalnudel. Offenbar schreckte ihn das unorthodoxe Verhalten der Frau N. aus P. nicht wirklich ab. Man verbrachte also auch den folgenden Tag zusammen und den darauf folgenden auch und alle weiteren bis heute, so auch Silvester. Bevor ich jetzt hier einen überaus langweiligen Roman schreibe, was wir wo Silvester veranstaltet haben, beschränke ich mich auf die Feststellung, dass sich auf beiden Seiten im Verlauf dieser wenigen Tage klitzekleine Schmetterlinge in allen Ecken der beiden Mägen eingenistet haben und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass dieser Herr S. aus P. hier im Laufe des angebrochenen Jahres auftaucht.
Ein recht oberflächlicher Beitrag hier, das gebe ich zu, aber die letzten Tage waren ruhig, sehr schön und alles andere als nyiriüblich, denn ich habe diese wohltuende Ruhe des Herrn S. wirklich sehr genossen und auf mich wirken lassen. Dieser Mensch trägt diese Ruhe in sich, die mir irgendwie so fremd ist, die in mir aber Wohlbefinden verursacht und genau das ist eine jener „Gewürzmischungen“, die mich fesseln und die ich so überaus anziehend finde. Wir werden also abwarten und sehen, wohin das führt und Ihr werdet zumindest oberflächlich daran teilhaben dürfen, denn das Neue Jahr beginnt besser als erwartet, spannender als geplant und aufregender als vorhersehbar. Es flattert und herzelt im Gebälk und es fühlt sich verdammt gut an, Leute…
Der Heiligabend ist vorbei und nun will die Tante Nyiri gerne wissen, wie Ihr Euren Heiligabend verbracht habt und was der alte Rotrock für Euch im Sack hatte…
Ich habe hier sehr nette Gäste gehabt, zum Teil überraschend, denn eigentlich hatte ich nur eine Freundin eingeladen, am Ende saßen jedoch fünf Personen an meinem Tisch und es wurde ein überaus lustiger Abend. Als erstes ging ein Teller mit Kartoffelsalat, Würstchen, Eiersalat und ordentlich Senf zu Boden. Dem Gast war’s furchtbar peinlich, der Rest der Gemeinde lachte sich natürlich kaputt. Dann hat Frau Nyiri ein vollkommen neues Spiel erfunden und das geht so:
Spielanleitung:
Man kaufe sich eine große Schachtel „Edle Tropfen“ oder lasse sich diese schenken. Dann biete man den Gästen selbige an. Diese Pralinenschachtel beinhaltet feinstes Konfekt mit vier verschiedenen Sorten Hochprozentigem (Whiskey, Calvados, Cognac und Grappa). Alle Pralinen müssen in etwa gleich aussehen und sind innerhalb der Schachtel nach Inhalt beschriftet. Dann nehme man die Schachtel aus dem Schrank, werfe sie mit einer gekonnten Drehung auf den Teppich, wobei sie sich vollständig entleeren sollte. Dann sortiert man die umherliegenden Pralinen wieder in die Schachtel und ignoriere dabei, dass die Reihenfolge eingehalten werden sollte. Nun stelle man die frisch sortierte Schachtel mit einem gespielt entschuldigendem Lächeln auf den Tisch und ermuntere die Gäste, beherzt zuzugreifen. Ziel des Spieles ist, den Inhalt der einzelnen Pralinen zu erraten. Gewonnen hat der-/diejenige, der/die die meisten Pralinen essen musste, weil er/sie immer falsch geraten hat und demzufolge nach dem vollständigen Verzehr der Schachtel zwei Klingeln am Spazierstock hat.
Die Damen hielten sich gepflegt im Hintergrund und stellten sich milde lächelnd zwei Flaschen Asti Cinzano in den Hals. Gegen 1.00 Uhr verabschiedete sich die illustre Gesellschaft dann kichernd und gackern in die Nacht und Frau N. aus P. fiel todmüde in ihr Bett und widmete sich einem ihrer Geschenke vom liebsten Füchslein auf Erden: „Feuchtgebiete“ von Charlotte Roche. Um meinen Hals baumelt das Geschenk meines Sohnes, welches er mit viel Sorgfalt und Liebe in einem Schmuckgeschäft seines Vertrauens erworben hat. Alles in Allem war das ein wunderbarer Heiligabend und vom Unterhaltungswert einer der schönsten, die ich bisher erleben durfte.
Ich bin ja eigentlich ein Wenig-Telefonierer. Ich bin bekennender SMS-Schreiber und rufe höchst selten mal jemanden an, wenn man von den üblichen Behördentelefonaten absieht. Das heißt jedoch keineswegs, dass ich auch keine Anrufe entgegen nehme. Klar gehe ich ans Handy, wenn jemand anklingelt, zumindest meistens. Gestern wurde mein Akku nun zum zweiten Mal in dieser Woche an einem einzigen Tag mehrfach leertelefoniert. Ihr habt richtig gelesen, nicht einmal sondern mehrfach. Nun fragt Ihr Euch sicher, welche Quasselstrippe da am anderen Ende saß. Tja, dort saß eine junge Dame, die sich eigentlich im Prüfungsstress befindet, aber eine gesunde Zwangspause einlegen musste, da in den rauchenden Kopf keinerlei Information mehr gelangen wollte. Also empfahl ich ihr vorgestern eine Ruhepause und Ablenkung. Und wer lenkte sie ab? Richtig, Frau N. aus P..
Als mein Akku das erste mal nach einiger Zeit zu kapitulieren drohte, wies mich Frau F. aus S. zwischen P. und S. unnachgiebig an, mich gefälligst mit Kabelsalat Ladegerät auszustatten und gefälligst an der Strippe zu bleiben. Als rechtschaffender und folgsamer Bürger kam ich diesem Befehl Anliegen natürlich nach und schon offenbarte sich das nächste kleine Problemchen. Ich war aufgrund der notwendigen Verbindung zur Stromquelle bewegungstechnisch stark eingeschränkt. Zuerst hatte ich die energische Order erhalten, unter den Tisch zu kriechen und eine Steckdose freizuräumen, nun war ich auch noch beschränkt handlungsfähig, da ich eine Hand immer für den Hörer brauchte. Also kramte ich meine Ohrstöpsel hervor und alle Steckplätze am Handy und an meinem Kopf waren belegt. So saß Frau N. aus P. nun da, mit ladendem Handy im Dauerbetrieb und wie James Bond mit Ohrstöpseln versehen.
Wer jetzt denkt, wir hätten ununterbrochen gequasselt, irrt gewaltig. Nein, wir verbrachten gewissermaßen den Tag per Telefon zusammen. Jeder erledigte seine Dingelchen und Sächelchen im Haushalt, am Laptop, sprach mit anderen Menschen nebenbei oder summte einfach nur in den Hörer. Warum wir telefonierten, ohne etwas zu sagen zu haben? Nun ja, das ist eine gute Frage. Zum einen lenkte diese Art von – wie soll man es nennen – Konversation die junge Dame am anderen Ende wunderbar ab und die Zeit verging wie im Flug. Sicher interessiert Euch jetzt, wie lange wir uns „unterhielten“. Das erste Mal schaute ich gegen 15.30 Uhr an die Uhr. Unser Telefonat dauerte zu diesem Zeitpunkt allerdings schon eine Weile an. Unser „Gespräch“ beendeten wir gegen 21.00 Uhr. Ich sehe in diesem Moment förmlich Eure Augen hervorquellen, denn auch ich staunte nicht schlecht, wie lange man nichts sagen kann und trotzdem telefoniert.
Aber Frau F. aus S. zwischen P. und S. war erfolgreich und abgelenkt durch den Tag gekommen und kann heute vielleicht wieder etwas entspannter für ihre Prüfung lernen. Lustig wars auf jeden Fall, denn ich musste hin und wieder unvermittelt lachen, weil ich im Geiste neben mir stand und diese seltsame Situationskomik beobachtete. Weiber…
Eigentlich mag ich Coverversionen ja nicht unbedingt, da es zum einem nicht wirklich viele gute Neuauflagen von einstigen Hits gibt und zum anderen haben solche Songs für mich den bitteren Beigeschmack von „Faulheit“, denn es wird nur ein bisschen am Mischpult geschoben und gedreht und damit verdient man/frau dann Millionen und heimst die Lorbeeren anderer ein, die sich vor Jahren damit plagten, eine Melodie und einen dazugehörigen Text zu schreiben. Ziemlich fiese Sache, bis auf die berühmten Ausnahmen, bei denen ich persönlich die Coverversion um Welten besser finde als das Original.
Kennt Ihr noch „Word Up“ von Cameo? Dieser afroamerikanische Mann in Leggins und knallrotem Suspensorium? Den Song kenne ich nun schon seit vielen Jahren, das Video dazu sah ich etwas später und saß damals irgendwie skeptisch vor dem Fernseher und fragte mich, warum dieser Typ dieses knallrote Teil über sein Gemächt geschnallt hatte. Männer in Leggins sehen ja schon schlimm genug aus – damals wie heute. Achtziger hin oder her, das fand ich damals schon mehr als huuuuu und find’s heute noch huuuuu. Was will der Mann uns damit sagen? Hat er so wenig Vertrauen in seine eigenen Tanzschritte, dass er befürchtet, sich während der Schrittabfolge selbst in die Weichteile zu treten? Oder gilt das eher für seine Mittänzer? Oder aber leidet er unter einem rudimentären Geschlechtsorgan und lenkt dämlicherweise unsere Aufmerksamkeit genau dorthin, wo er sein kleinstes Problem zu kaschieren wünscht? Wenn letztere Vermutung zutrifft, dann schlug sein Ablenkungsversuch mehr als fehl, denn wer malt einen fetten und knallroten Kreis um eine hässliche Warze, wenn er/sie ein Problem mit dieser Warze hat?
Dieser Tiefschutz regt mich auf, noch heute. Die Mode der Achtziger war und ist ja schon eine Beleidigung fürs Auge, aber solcherlei Accessoires verursachen bei mir dieses Fremdschämen, das jeder kennt, wenn er etwas peinliches sieht oder hört. Man sagt den afroamerikanischen Herren ja legendäre Maße nach, was ihr „Untenrum“ angeht, aber wenn dieses Ammenmärchen tatsächlich der Wahrheit entspricht, kann das Teil doch in diesen knallroten Untenrumsturzhelm nicht reinpassen. Es müsste doch überall rausquellen wie die Hupen der Oktoberfest-Schankmaid aus dem Dirndlausschnitt. Vielleicht hat er sich seine Boa Constrictor aber auch einige Male ums Bein geschlungen, weil der Platz unter diesem „Behältnis“ sonst nie ausgereicht hätte. Das wirft die nächste Frage auf. Ist sein Teil zwar unbeschreiblich lang, aber ausgesprochen dünn? Unmöglich, denn dann könnte er es ja einfach auf eine leere Garnspule wickeln und seitlich hoch zur Jackentasche lenken und dort gemütlich verstauen. Worüber macht sich Frau N. aus P. da eigentlich grad Gedanken? Ging es hier nicht um Coverversionen? Ja, richtig… Ich finde die Neuauflage dieses Songs so richtig klasse. Urteilt selbst:
Der Radiowecker riss genau 5.30 Uhr seinen hässlichen Schlund auf und was kam? Richtig… Meine Götter von AC/DC mit ihrem aktuellen Song. Da wippte sogar schon im liegen mein Fuß mit und ich hab’ mit geschlossenen Augen gelächelt und den Radiowecker plärren lassen. So hab’ ich’s gerne und nur so…
Seit gestern nehme ich an einem klitzekleinen Rätsel teil und seit heute Morgen hat mich der Kampfgeist dann so richtig im Griff, denn ich wollte auch mal was gewinnen und mir bereitete es schon in Gedanken große Freude, nicht an irgendeinem Gewinnspiel teilzunehmen, sondern bei Freunden und somit hätte der gewonnene Preis einen hohen ideellen Wert für mich. Leute, ich hab’s geschafft und habe das Rätsel gelöst. Natürlich waren ein paar Bilder und kleine Tipps nötig, aber ich hab’ gewonnen und ich freu’ mich tierisch drüber.
Hier hab’ ich mitgespielt und das hier habe ich abgestaubt:
Das ist ein Räucherhäuschen für die bereits erwähnten schwarzen Kerzchen und das kann man selber zusammenbasteln. Das mache ich dann mit Sohnemann, der hat da sicher riesigen Spaß dran und ich danke Ines und René schon jetzt ganz herzlich für diese schöne Überraschung. Ihr habt mir eine große Freude gemacht!!!
Auch wenn sicher viele Menschen lieber den Sommer mögen, war ich schon immer ein Winterkind. Nicht zuletzt, weil ich im Winter geboren wurde, sondern weil ich mich so richtig wohl fühle, wenn draußen Schneegestöber herrscht und alles unter einer dicken Schicht Puderzucker verschwindet. Die Stimmen der Menschen sind plötzlich viel lauter, aber der Schnee schluckt alle anderen Geräusche. Der Schnee knirscht wunderbar unter den Schuhen, jeder hat Handschuhe und Mütze aus dem Schrank gekramt, die Kinder laufen jauchzend mit Schlitten und Bommelmütze bewaffnet durch die Gegend und Hunde schlabbern schmatzend die weiße Pracht von jedem Stöckchen und jedem Stein. Wenn man durchgefroren nach Hause kommt, empfindet man wohlige Wärme und freut sich auf warme Puschen und heißen Tee. Die ersten Flocken im November oder Dezember entlocken mir jedes Jahr wieder ein Lächeln, wie bei einem kleinen Mädchen, das auf dem Jahrmarkt Zuckerwatte bekommt. Und genau das alles wurde für heute Abend vorausgesagt. Der Winter soll mit aller Macht über Deutschland hereinbrechen und die Flocken sollen bis ins Flachland tanzen.
Zwar befinden wir uns hier nicht mehr im Flachland, aber hier im Vorerzgebirge sind wir doch handfeste und schneereiche Winter gewöhnt und uns Vogtländern wurde nicht nur in die Wiege gelegt, wie man ohne Handbremse am Berg anfährt, sondern auch, wie man bei geschlossener Schneedecke einigermaßen sicher durch die verschneiten Straßen fährt. Andernorts sorgt der Wintereinbruch regelmäßig für chaotische Zustände auf den Straßen, doch hier nimmt man derlei Wetterkapriolen gelassen hin und bis auf wenige Ausnahmen beeindruckt der Winter die Menschen hier nur bedingt, denn man ist viel Schnee gewöhnt und ist auf alles vorbereitet. Hier gibt es kein Kind, das keine Thermohose besitzt, keinen Schlitten hat, noch nie einen Schneemann gebaut hat. Ich mag das sooo gerne…
Noch regnet es ohne Unterlass, aber das soll sich im Laufe des Tages ändern und ich freu’ mich auf diesen angekündigten Wintereinbruch schon die ganze verdammte Woche. Ich habe Tee, Kakao und dicke Puschen und Decken in der Waffenkammer und werde mit alljährlicher und ebenso kindlicher Verzückung aus dem Fenster sehen und den Anblick genießen, wenn alles zu glitzern beginnt. Ja ich bin ein Winterkind, ein ganz begeistertes sogar. Klar liebe ich den Sommer, aber der kommt schleichend und hat keinen dieser „ersten Augenblicke“ zu bieten. Er kommt langsam und merklich, aber da fällt nix besonderes vom Himmel, die Gegend verwandelt sich nicht so plötzlich, es wird nur ganz langsam wärmer und die Pflanzen recken und strecken sich ebenso langsam. Aber der Winter kommt mit „Peng“ und „Boing“ und ruckilecki ist alles weiß und sieht so wunderbar weich und harmonisch aus.
Nein, meine Winterliebe hat nichts mit Weihnachten zu tun, ich mag nur einfach Schnee, vor allem den Allerersten, wenn das Jahr zuende geht. Als ich eben in der Küche meine Tasse nachfüllte, habe ich auf den Dachfenstern die ersten matschigen Flocken erblickt und meine Mundwinkel hoben sich etwas. Noch ist alles grau und trist vor der Tür. Räucherkerzchen liegen ja schon seit letzter Woche auf dem Wohnzimmertisch und jeden Abend verbrauche ich davon bereits mindestens 2-3 Stück. Ich mag diesen Geruch, aber ich benutze nur die Schwarzen. Jammjamm… Wie haltet Ihr das so? Benutzt Ihr auch die anderen Kerzchen? Ich boykottiere sämtliche anderen Sorten und habe in meiner Schublade sechs Päckchen, aber eben nur schwarze. Wenn der Totensonntag vorbei ist, werde ich all mein Weihnachtsgebammsel aus der Abstellkammer holen und in der Wohnung verteilen. Auch das tue ich nicht wegen dem Weihnachtsfest, sondern weil ich einfach nur die glitzernde und leise leuchtende Atmosphäre mag. Ihr auch???
Ich habe keine Lust. Wieso? Weiß nicht. Wann schreibe ich wieder so wie sonst? Weiß ich auch nicht. Bin ich müde? Ein bisschen. Warum lege ich mich nicht einfach wieder ins Bett? Wenn mich einer hin trägt und zudeckt, gerne…
Trotzdem allen Leserinnen (und den zwei Kerls hier) einen schönen und einigermaßen entspannten Tag!!!
Da wachste morgens auf, schaust verschlafen im Liegen aus dem Dachfenster und erblickst einen Urlaubsflieger, der blitzend am noch dunklen Himmel ganz sicher in südliche Gefilde blinkert. Is’ doch immer so, wenn Du denkst, es könnte grad nicht besser sein. Dann wird Dir was vor die Nase gehalten, das Dich daran erinnert, dass es durchaus noch besser sein könnte. Alter, wenn ich einfach nur einen Stern oder eine Wolke gesehen hätte, wäre ich schon zufrieden gewesen, aber man muss Frau N. aus P. halt mal wieder fett unter die Nase reiben, dass mit Urlaub erstmal Essig ist. Wer und was daran alles Schuld trägt, lasse ich hier weg. Bringt nix…
Geträumt habe ich auch, allerdings derart verkorksten Mist, dass man morgens schon kopfschüttelnd aufsteht. Habe heute ‘nen Termin bei der Behörde und muss vorher nochmal zur Steuertante. Prompt kam die gute Frau in meinem Traum auch vor. Ich laufe in meinem Traum die Straße entlang, begegne ihr auch und erkenne sie nicht, weil Frau N. aus P. auch im Wachzustand enorm kurzsichtig ist und desöfteren ihre Probleme hat, Gesichter von Menschen zu erkennen. Also übersehe ich sie beinahe, entschuldige mich aufrichtig dafür und da geteiltes Leid ja halbes Leid ist, humpelt sie hinter mir her zu ihrem Büro. Ja, in meinem Traum hatte die arme Frau einen ausgeprägten Gehfehler, den sie nachweislich im realen Leben nicht hat. Wenn ich keinen Dachschaden habe, wer dann…?!
Sohnemann ist vorhin artig zur Schule gelaufen und ‘ne knappe Viertelstunde später stand er wieder in der Tür. Erste Stunde fällt aus, Englischlehrerin krank… Auch sein Tag fängt irgendwie verquer an. Draußen ist es ziemlich windig und das heißt, man darf keine weiten Klamotten tragen, da die bei diesen starken Windböen unbeabsichtigt als Paraglider fungieren könnten,was mir heute echt noch fehlen würde. Obwohl ich so bestimmt Benzin sparen könnte, allerdings macht mir die Steuerung so hoch oben in der Luft etwas Sorgen, also werde ich vorsorglich doch lieber den Wagen nehmen. Der Kaffee schmeckt heute irgendwie grässlich, obwohl ich alles so gemacht habe wie immer.
Was ist das nur für ein beschissener Morgen? Der Tag wird sicher auch nicht besser und Frau N. aus P. hat manchmal eben auch fürchterliche Laune, wenn sie aufsteht. Ob ich Morgenmuffel bin? Ganz klar JEIN…!!! Ich habe morgens überhaupt keine Laune. Soll heißen, dass ich morgens als stimmungstechnisches Neutrum aufstehe und erstmal die Ruhe auf mich wirken lasse. Solange mir keiner Fragen stellt und meine Notstrom-Hirnaktivität unnötig strapaziert, bevor alle Synapsen ihre Funktion aufgenommen haben, passiert auch niemandem etwas. Ich erledige mit stoischer Ruhe alle meine Aufgaben, laufe mechanisch von A nach B und zurück und alles geht seinen geregelten Gang.
Wenn da allerdings jemand ist, der mich gleich morgens mit Fragen überschüttet, mich mit seiner übertrieben guten Laune nervt und mir zu allem Überfluss noch ein überschwengliches „Guten Morgäään…“ entgegenflötet, dann raste ich meistens aus. Ist man dann ein Morgenmuffel? Nee, oder…?! Ich brauche morgens einfach reizarmes Klima und möglichst keinerlei Konversation. Dumm ist natürlich, wenn Sohnemann dann merkt, dass er vergessen hat, mir zu sagen, dass ich noch eine Buchhülle besorgen sollte, er seine Zahnspange verlegt hat und mir zwischen Tür und Angel mitteilt, dass der Schulphotograph da war und die bereits gelieferten Bilder nur lächerliche 4635,99 Euro kosten, die ich selbstverständlich aus der Trinkgeldkasse bezahlen könnte.
Ist natürlich übertrieben, aber solche Vorkommnisse sind lebensgefährlich, wenn sie mir morgens passieren und daher ist es gesünder, mit derlei Dingen zu warten, bis ich geladen nach Hause komme und der Wäschekorb voller schlammiger Klamotten meines Sohnes ist, der Flur samt zugehöriger Wände von schmutzigen Kinderhänden verschönert wurde und die Katze voller Enthusiasmus beim Scharren im Katzenklo gleich den ganzen wohlriechenden Inhalt mit vor besagtes Katzenklo befördert hat, obwohl die Hütte einen Deckel hat, damit genau das nicht passiert. Jetzt ist die Frage, was ist gefährlicher? Der Morgen oder der Abend? Heute würde ich sagen, der ganze Tag. Also Achtung Leute, geht mir aus dem Weg, ich bin heute eine tickende Zeitbombe. Für heute Abend nehme ich mir daher schon jetzt vor, dass ich mir ein Schöffi gönne und mich vom anspruchslosen Abendprogramm der privaten Sender schläfrig machen lasse.
Ich hoffe, Euer Tag beginnt besser und für mich hoffe ich, dass der Tag einigermaßen glücklich an mir vorbei geht. Alles andere würde in einer Katastrophe enden und wir wollen doch nicht, dass ich morgen in der Bild-Zeitung stehe, nech…!?
Wenn frau heimlich am Laptop Oblaten-Lebkuchen futtert, die mit knackiger Bitterschokolade umhüllt sind, blättert manchmal diese Schokolade ab. Und wenn diese Schokolade dann in den Ausschnitt vom Wuschelbademantel fällt, schmilzt sie dort in aller Ruhe. Und wenn man dann mal beiläufig an sich runterschaut, sieht man dort natürlich einen Fleck, der aussieht wie eingetrocknetes Blut. Und wenn man sich dann panisch seine gesamte Nachtbekleidung vom Leibe reißt und seinen ganzen Oberkörper dann nach frischen Wunden untersucht, die diese „Blutflecken“ verursacht haben könnten, wird man nicht fündig und hat unglaublich viele Fragezeichen über dem Kopf. Und wenn man dann so halbnackt da steht und grübelt, fällt der Blick manchmal sogar nochmal zum Schreibtisch und man erblickt die leergefutterte Lebkuchenpackung und braucht einige Sekunden, um zu begreifen: „Ich habe mich mit Schokolade bekleckert!!!“
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Ich liebe die Andersartigkeit der Menschen, die ihr Anderssein authentisch leben. Sich äußerlich zeigen durch Kleidung, Haartracht oder andere sichtbare Zeichen. Oder durch ihr Handeln, das sie an den Tag legen, ohne die geringsten Anzeichen der Frage: "Was mögen die anderen denken?" Ich liebe diese Echtheit, auch wenn sie manchmal nicht in mein Bild der Welt paßt.
„Jibt Dir dit Leben mal een Buff, denn weene keene Träne. Lach Dir’n Ast und setz Dir druff und boomle mit de Beene.“