Vor genau einem Jahr…

11. Dezember 2009

Letztes Jahr um diese Zeit wohnte ich erst ein knappes Vierteljahr hier und befand mich noch in der Eingewöhnungsphase, die von vielen Hochs und mindestens ebenso vielen Tiefs geprägt war. Der Umzug lag noch nicht lange zurück und das hinter mir liegende halbe Jahr war alles andere als leicht für uns. Ich musste einige Entscheidungen treffen, andere wurden ungefragt für mich getroffen, doch im Rückblick kann ich sagen, dass es gut und richtig war, auch wenn so einiges davon zum damaligen Zeitpunkt nicht freiwillig geschah. Heute, nach mehr als einem Jahr sehe ich die meisten Dinge sehr viel klarer und bereue nur wenig. Aber die Dinge, die ich nicht freiwillig hinter mich bringen musste, führten mich hierhin, wo ich jetzt stehe und es sind genau diese Dinge mir absolutes Wohlbefinden bescheren.

Nirgendwo sonst fühle ich mich mittlerweile so unendlich wohl wie hier. Für mich ist es keine Normalität, sich zuhause zu 100% wohlzufühlen. Viel zu oft harrte ich in Situationen aus, die mich zu viel Kraft und zu viel von mir selbst kosteten. Von den meisten dieser zerstörerischen Elemente habe ich mich gelöst und der Weg bis hierhin war alles andere als leicht, aber dieser steinige Weg hat sich gelohnt. Einige gute Freunde haben mir währenddessen beigestanden und tun es immer noch, auch wenn ich emotional wieder genesen bin. Trotzdem sind sie da und ich sehe, dass ich mich im letzten Jahr von den richtigen Leuten getrennt habe und mich auf die Menschen konzentriert habe, die den sprichwörtlich kaputten Zaun vor meinem Garten großzügig übersehen und stattdessen die Blumen darin bewundern.

Einige Nervtöter gab es auch, die – allerdings vergeblich – meine innere Ruhe stören wollten. Lange ließ ich sie nicht gewähren und entledigte mich ihrer meist nach kurzer Zeit. Inzwischen ist mein Leben wieder von Beständigkeit geprägt, was für meinen Sohn und mich zur obersten Priorität geworden ist. Auch er fühlt sich nach eigener Aussage hier äußerst wohl und wenn man seinen Worten glauben darf, dann übertrifft sein persönliches Wohlbefinden sogar noch jenes, das er empfand, als wir einige Jahre auf dem Lande lebten. Ich gestehe, mir geht es ähnlich, denn zu damals gibt es einen feinen aber gewichtigen Unterschied – dieses Leben hier gehört uns allein.

Abgesehen von den kleinen und größeren Pubertätsanfällen aus dem Kinderzimmer läuft es emotional gesehen wunderbar rund. Der Geldbeutel könnte voller sein, das geht wohl nahezu allen Lesern so, aber insgesamt bin ich dennoch zufrieden mit den Kleinigkeiten, die ich mein Eigen nennen darf. Mir ist bewusst, dass es schlimmer sein könnte, also üben wir uns in Dankbarkeit. Träume und Wünsche habe ich immer noch, aber das sei mir gestattet. Vielleicht kann ich mir eines Tages noch den einen oder anderen davon erfüllen. Warten wir ab. In Sachen Herzensangelegenheit spielt Sohnemann jetzt ja inzwischen auch in der Kreisklasse und schnuppert in die rosa Welt der weiblichen Altersgenossinnen. Darf er und soll er auch, das gehört zum Reifeprozess und erinnert mich an meine eigene Kindheit.

Meine eigenen Herzensangelegenheiten liegen nach wie vor weitestgehend unter Verschluss. Es sei nur soviel gesagt, dass es seit geraumer Zeit schön geschmeidig und nach meinen Vorstellungen wuppt und ich bin im sprichwörtlichen Sinne zufrieden mit ihm und mit mir selbst. Es herrscht Ruhe, wir genießen die Zeit zusammen und fürs kommende Jahr wünsche ich mir lediglich, dass es genauso bleibt, denn so ist es gut und fühlt sich warm an. Man sollte den Tag nie vor dem Abend loben, so auch das alte Jahr nicht vor dem Neuen, aber wenigstens kann ich bis hierhin sagen, alles ist gut. Danke bis hierhin…!!!


Wozu blogge ich???

30. Oktober 2009

Kann ich Euch ganz genau sagen. Ursprünglich war dieser Blog mal für meine lieben Saarländer gedacht. Man telefoniert ja nicht unbedingt täglich, vor allem weil ich die wohl telefonfaulste Frau in meinen Breitengraden und insbesondere in meiner Familie bin. Ich hab’s da eher mit dem Schreiben, ob nun per Blog, Email oder SMS. Meine Frau Mama sitzt jetzt bestimmt fürchterlich mit den Augen rollend vor dem Bildschirm und nickt heftig. Das Blogdingens hier war dafür gedacht, dass sie auch ohne tägliche Telefonate immer auf dem Laufenden ist, was ihre Vogtländer so erleben und es dauerte eine Weile, bis sie sich mit dieser Form des Familienlebens auf Distanz angefreundet hatte. Aber laut ihrer Aussage liest sie inzwischen sehr gerne hier und mag meine Schreibe. Die Technik und deren Errungenschaften haben in meiner Mama einen recht bockigen Gegner gefunden, aber so manches gefällt ihr inzwischen ganz gut, denke ich.

Nun ja, ich blogge hier ja auch alltägliche Begebenheiten, oft auch ärgerliche Zwischenfälle wie Fahrradklau, Behördenärger, kaputte Haushaltsgeräte oder einfach nur Dinge, die mich beschäftigen. Und gestern erwies sich diese neumodische Form der seichten Tagebuchführung als äußerst hilfreich, wenn auch ungeplant. Nicht zum ersten Mal ist diese Bloggerei alles andere als sinnlos gewesen. Die meisten Menschen halten das hier sicher für reine Zeitverschwendung, aber das ist und bleibt Ansichtssache. Als ich vor einigen Monaten über das gestohlene Fahrrad meines Sohnes schrieb, stand aber genau wegen dieser “Sinnlosigkeit” hier in kürzester Zeit ein neues Fahrrad für meinen Sohn im Keller. Woher??? Tja, einer meiner treuen Leser und gleichzeitig auch ältesten Freunde hatte “eins übrig” und vermachte es kurzerhand meinem leichtsinnigen Sohnemann. Danke und nochmal ‘nen dicken Schmatz, lieber Brösel…

Und gestern meldete sich eine Bekannte und bot mir für kleines Geld eine nagelneue und unbenutzte Fritteuse an, die seit geraumer Zeit bei ihr im Schrank auf ihren ersten Einsatz wartet. Ich finde genau das großartig, denn damit wäre zum wiederholten Male bewiesen, dass mein Blog alles andere als sinnlos ist. Einige Leser überfliegen meine Ergüsse offenbar nicht nur, sondern sie kommen bei ihnen richtiggehend an. So richtig meine ich. Nicht nur Lesen und weitersurfen, sondern lesen, Gedanken machen und kurzerhand helfen, wenns mal brennt. Klar ginge unser Leben auch ohne eine Fritteuse weiter, aber Ihr kennt das doch sicher selbst, wenn eben die Pommes schon startklar auf ihr Ölbad warten und genau dann stellst Du fest, dass die alte Fritti nimmer funktioniert. Die Pommes schmecken eben nur aus der Fritti richtig lecker und mein Sohn liebt außerdem Chicken Wings mehr als alles andere und die werden im Backofen nie und nimmer so schön kross.

Und deshalb sage ich mal wieder DANKE an die liebe Frau E. aus P. aus der Stadtmitte!!! Unerwartet und trotzdem oder besser gerade deshalb mal wieder ein Grund zu großer Freude. Danke Danke Danke…!!! Als Dankeschön verlinke ich Deinen Laden hier in meinem Bog und hoffe, dass ich damit ein klitzekleines Bisschen das Geschäft unterstützen kann. Bloggen ist also nicht sinnlos, nein nein…!!!


Der guuute Onkel Brösel…

3. September 2009

…war so nett und hat kurzerhand und erschreckend unkompliziert ein beinahe neues Fahrrad an Sohnemann hergeschenkt, als er von dem gemeinen Diebstahl hörte/las. Er hat noch ordentlich die Reifen aufgepustet, das alte Schloss abgepopelt, noch bissle Öl hier und da rangemacht und zack, gehörte es dem leichtsinnigen jungen Mann, der ein Zimmer bei mir bewohnt.

Ich danke Dir im Namen meines Sohnes hiermit nochmal in aller Form und freue mich mal wieder über alle Maßen, dass ich solche guten Freunde habe. Wirklich wahr… Das ist alles andere als selbstverständlich und wenn ich mal ‘ne Harley übrig habe und Deine grad geklaut wurde, dann schenk’ ich Dir meine… Einfach so… :-)


Alte Freunde zu Gast im Vogtland…

19. August 2009

Das Internet macht Dinge möglich, die mich immer wieder aufs Neue begeistern. Seit geraumer Zeit gibt es zahlreiche dieser Netzwerke, in denen man alte Freunde und Bekannte finden und über deren Freundeslisten wiederum weitere Leute aufstöbern kann. Tolle Sache das.  So geschah es auch, dass ein gewisser M. mich laut Benachrichtigungsmail gefunden habe. Der Vorname sagte mir nicht viel, da dieser in unseren Breitengraden nicht unbedingt selten ist. Vom Nachnamen stand da nichts, tut es in derlei Mails ja nie. Also klickte ich mich in Richtung dieses Profils und staunte nicht schlecht. Ein guter Kumpel aus uralten Tagen hatte mich gefunden und da er im August in der alten Heimat Urlaub machen wollte, vereinbarten wir vorerst nur, dass wir uns ja dann treffen könnten.

Na klar, ich treffe nur zu gerne Freunde von ganz früher und hinterließ gleich meine Nummer. Dann bekam ich letzte Woche das Signal, dass “es” in den nächsten Tagen soweit wäre. Nochmal fix zur Sicherheit meine Nummer hinterlassen und prompt flatterte am vergangenen Wochenende eine SMS aufs Display. Gestern dann hockten wir nun endlich nach ca. 15 Jahren wieder zusammen und lachten Tränen über alte Zeiten und Schandtaten. Mit von der Partie waren seine Frau und die beiden Kinder. Ich blieb länger als geplant, lachte heftiger als erwartet und freute mich über alle Maßen, den alten Haudegen mal wieder aus der Nähe zu sehen. Ein bisschen älter, ein bisschen gereifter und kein Stück verändert. Schön war’s, wiederholen sollte man das unbedingt und ich hoffe, wir sehen uns noch ganz oft wieder. Danke liebes Internet, ohne Dich wäre das nicht möglich gewesen.

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Schee war’s…

17. August 2009

Eigentlich hatte ich genug Posten auf meinem Arbeitsplan fürs Wochenende stehen, aber ich habe am Samstagvormittag einfach alle Fünfe gerade sein lassen und habe mich aus der Ost Richtung nahes Umland verabschiedet und mir ordentlich die Sonne auf den Pelz brennen lassen. Fellnase war ausreichend versorgt, Sohnemann hatte sich schon am Freitag überraschend zu seinen ausgewanderten Freunden abgesetzt und mich lockte das herrliche Sommerwetter auch vor die Tür. Auf Pöhl hatte ich keine rechte Lust, aber mir fiel prompt eine verlockende Alternative ein, die ich nach einem kurzen Telefonat auch in die Tat umsetzte. Herrlich entspannend, unterhaltsam³ und mal wieder so richtig nach meinem Geschmack.

Gestern Abend trudelte ich dann einige Oktaven dunkler und wunderbar ausgeruht und entspannt wieder zuhause ein. Für die kommende Woche habe ich deshalb auch einen straff gefüllten Terminkalender, aber diese kleine Auszeit war gut und hat schon im Vorhinein für alles entschädigt. Der Sommer dürfte sich ja in wenigen Wochen dann auch verabschieden und wenn ich wettertechnisch am Wochenende schon so gesegnet bin, dann nutze ich das auch aus und lasse hier gerne alles liegen und stehen. Der Herbst/Winter wird sicher wieder lang und trübe, also habe ich auch dann noch für alle “Wichtigkeiten” noch genug Zeit. Scheiß drauf…

Und wie war Euer Wochenende? Alles senkrecht?


Auf Wiedersehen…

12. August 2009

Heute erreichte mich vollkommen unerwartet die Nachricht über den Tod eines ehemaligen Nachbarn. Ich bin bestürzt und angesichts dieses tragischen Ereignisses fehlen mir die Worte für das, was mir in diesen Stunden durch den Kopf geht.

Erinnerungen an meine Zeit in diesem Haus kommen hoch und ich dachte immer sehr gerne an meine Zeit dort. Vor fast genau 13 Jahren zogen wir mit unserem klitzekleinen Sohnemann in eine größere Wohnung. Dachgeschoss, helle Räume, Balkon und vor allem ein Kinderzimmer. Gleich nebenan wohnte ein älteres Ehepaar. Zwei stattliche und hochgewachsene Menschen, alle beide hatten schneeweißes Haar und sie waren es, die mir als erstes im Flur begegneten. Scott war gerade zwei Monate alt, als wir dort unser Heim einrichteten. Unsere erste Begegnung ließ gleich jedes Eis schmelzen, denn als ich mich mit Scotti im Arm die Stufen bis nach oben quälte, standen die Beiden da und strahlten mich an: “Aaaaach, eeendlich wieder Kinder im Haus. Das ist sooo schön und darüber freuen wir uns sooo sehr.”

Ich war etwas verdutzt, denn man hört derlei freudige Worte nicht oft, wenn es um oftmals schreiende und trotzende Kinder geht. Ich lächelte etwas zaghaft zurück und was in den folgenden fünf Jahren an Herzlichkeit aus der Nebenwohnung kam, war einfach unbeschreiblich. Meine liebenswerten Nachbarn vergaßen kein einziges Mal den Geburtstag meines Sohnes, ein Weihnachtsfest, den Kindertag oder Nikolausi. Immer, ja wirklich immer lag oder stand etwas Tolles auf unserem Schuhschrank. Wer jetzt glaubt, es handelte sich dabei um Kleinigkeiten, irrt gewaltig. Meine lieben Nachbarheinzelmännchen stürzten sich jedes Mal in unverschämt hohe Kosten, um meinem Sohn eine Freude zu machen. Und immer war das Geschenk in silbern glänzende Alufolie gepackt. Anfangs war ich darüber einigermaßen irritiert, aber wenn ich heute Geschenke in Alufolie sehe, denke ich jedes einzelne Mal an “meine Zänkers”.

Es dauerte nicht lange, bis mein Kater “Mephisto” das erste mal aus der Wohnung entwischte und auf direktem Weg rüber zu Zänkers rannte. Frau Zänker freute sich diebisch, denn sie mochte Haustiere sehr sehr gerne. Sie beruhigte mich, als ich meinen Kater gleich holen wollte: “Ach, das macht nichts. Lassen Sie ihn ruhig ein bisschen bei uns. Wir hatten früher einen Hund und seitdem dieser gestorben ist, vermissen wir das oft. Ich klingle nachher, wenn er zurück will.” Sprach’s und “behielt” meinen “Dicken”  für eine beachtliche Zeit. Kein Wunder, denn dort drüben durfte er nach Herzenslust in Pflanzen beißen, daran nagen und in den Blumentöpfen buddeln. Irgendwann klingelte es und Frau Zänker brachte mir mein Ungetüm zurück.

Nicht lange danach stand plötzlich eine große Pflanze im Hausflur und als ich wieder einmal die Treppen hochhechelte, strahlte mich die große Frau von nebenan wieder an und sagte: “Der Blumenstock ist für Mephisto. Den darf er ruhig aufessen, der steht extra für ihn hier, falls wir mal nicht zuhause sind.” Ich kicherte und fand das mehr als süß. Lächelnd schloss ich die Tür und so vergingen die Monate im neuen Zuhause. Scotti wurde zusehens mobiler und morgens klopfte er gerne mit den Fersen an die Wand, wenn er wach wurde. Mir war das peinlich, denn ich wollte niemanden stören oder für Unruhe im Haus sorgen. Aber meine Nachbarn waren regelrecht erfreut, wenn sie den kleinen Mann mal hörten.

Als er endlich laufen konnte, verbrachte nicht nur mehr Mephisto seine Zeit nebenan, sondern es kam immer häufiger vor, dass auch Scotti hinterher tippelte und auch zu den netten Nachbar wollte. Auch das war mir höchst unangenehm. Meine Nachbarn allerdings bettelten regelrecht darum, auf Scotti aufpassen zu dürfen und peinlich berührt willigte ich ein. Von Stund an klingelte Scott fast täglich dort drüben und “Tante Rosi und Onkel Harald” öffneten jedesmal freudestrahlend die Tür. Es wurde kurz rübergewinkt und dann schlossen sich die Wohnungstüren wieder. Es war goldig, das zu sehen, denn die Beiden genossen die Zeit mit Scotti sehr. Sie feierten mit ihm Fasching, malten ihn an, brachten ihm lustige Worte bei – Tante Rosi nannte ihren Harald oft im Scherz “Sausack”. Mehr muss ich nicht sagen.

Diese und noch viele andere Erinnerungen kommen heute wieder zum Vorschein. Als ich barfuß und im Badeanzug bei Rosi telefonieren musste, weil ich mich ausgesperrt hatte, als die Nachbarn ihr Bad komplett verschönern ließen und eine Woche meine Toilette benutzten, als mir Onkel Harald Schnäpschen einflößte und und und… Irgendwann tauschten wir auch die Wohnungsschlüssel. Die tollsten Nachbarn, die man sich wünschen kann und herzlich wie kaum jemand sonst. Eine schöne Zeit hatten wir dort, dank ihnen. Sie sahen Scotti laufen und sprechen lernen, die verfolgten seine Entwicklung mit großem Interesse und waren immer liebevoll zu ihm und auch zu mir. Danke für alles und auf Wiedersehen, denn ich möchte im Nirvana gerne wieder neben Euch wohnen. Es war schön mit und bei Euch. Ich bin sehr traurig heute und ich werde heute Bilder von damals anschauen, weil mir danach ist.

Tante Rosi, sei tapfer und behalt’ den Mut. Es ist schwer, sehr schwer und alle, die Dich und Deinen Onkel Harald kennen, wissen, wie groß die Lücke ist, die er bei Dir und allen Menschen hinterlässt. Ich denke an Euch!!!

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Saarland im Vogtland…

21. Juli 2009

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Gestern am frühen Abend trafen meine Saarländer nun im Vogtland ein. Sohnemann hatte sich extra noch in duftendes Badewasser gelegt, Haare hyperhipp frisiert, Nägel mani- und pedikürt, schicke Klamotten angezogen – ich kam aus dem Staunen nicht heraus. Die Ursache dürfte nicht zuletzt darin begründet sein, dass mein Schwesterlein in seinem Alter ist und auch seine Omi und der Opi nur den allerbesten Eindruck haben sollten von ihrem Enkelsohn. Gelungen ist ihm das und in seiner allseits bekannten Coolness fielen wir über unsere Besucher herein. Frau Mama lauerte schon an der Tür und quiekte durchs Haus, als ich die Stufen nach ganz oben hochkletterte. Eine herzhafte mütterliche Umarmung, dann erst wurde Licht im Flur angeknipst.

Sie bewunderte ihren gereiften Enkel und er grinste verschämt vor sich hin. Opa teste gerade die Badeinrichtung und Schwesterlein erforschte ihr Gästezimmer. Dann versammelte sich der Rest doch noch im Wohnzimmer. Meinereiner wurde zuerst an die stiefväterliche Brust gedrückt – so mag ich das ja gerne – und mein Fräulein Schwester guckte etwas verunsichert drein, da wir ja kürzlich ein paar kleine geschwisterliche Reibereien hatten. Ich gab ihr erst die Hand und dann rupfte ich sie ihn meinen Arm, was das Eis schlagartig schmelzen ließ. Von hinten durch die Brust ins Auge. Geschwisterliche Zickereien verboten, jetzt sind wir in Plauen, hier wird gelacht und geschnattert.

Frau Mama hatte wie immer Geschenke im Gepäck und Herr Sohn bekam eine äußert coole Jacke, die er auf dem Heimweg auch sofort anziehen wollte. Sehr cool, sehr dunkelblau, sehr von Nike und sehr sehr geil, muss ich schon sagen. Klamottentechnisch lagen Frau Omi und Herr Opi noch nie daneben, was die Kleiderordnung von Herrn Enkelchen angeht. Er war begeistert und verzog auch ganz geringfügig eine Miene, die man glatt als Lächeln hätte deuten können. Für mich packte mein Mütterchen wie immer Jeans und sowas aus, auch sehr geil und da war noch etwas, was ich schon beinah vergessen hatte.

Herr Stiefpapa war ja über Weihnachten auf seinem jährlichen Trip zuhause in Indien und hatte vor seiner Abreise meine Mutter beauftragt, mich zu fragen, welchen Wunsch ich hätte. Diesmal überließ ich das nicht dem Zufall, da ich normalerweise nicht gerne Wünsche äußere. Es sollten Elefanten sein, meine Lieblingstiere. Egal in welcher Form, egal aus welchem Material, egal woher, ganz egal, Hauptsache Elefanten. Ich liebe diese Tiere, ihren familiären Zusammenhalt, ihre Größe, ihre Anmut, ihr Wesen, alles. Beim Auspacken meiner Klamottagen riet sie mir zur Vorsicht, denn inmitten des Stoffes lauerten sie, meine Elefanten. Drei Stück, offenbar zerbrechlich und ich hatte sie längst vergessen, denn mein Wunsch war ein halbes Jahr alt und in den Tiefen meines lückenhaften Gedächtnisses verschüttet. Seht sie Euch an, ich finde sie traumhaft und sie stehen seit gestern Abend in meinem Wohnzimmerschrank. Frisch aus Indien, etxra für mich, aus schneeweißem Speckstein (denke ich, ich frage nach), offenbar handgearbeitet, denn man sieht deutlich die Bearbeitungsspuren und sie sind wuuunderschöööön. Danke danke danke!!! Genauso habe ich mir das gewünscht und sie fühlen sich so wunderbar geschmeidig in der Hand an. Ich könnt’ platzen vor Stolz und Freude.


29.08.1959 – 25.06.2009

27. Juni 2009

Mir fehlen noch immer die Worte für diesen Verlust. Während meiner gesamten Kindheit und Jugend warst Du für mich der größte und einzig wahre Künstler. Ich sammelte jeden Fetzen Papier, jede Kassette, jede noch so unbedeutende Kleinigkeit von Dir, ganz egal was, wenn nur Dein Name darauf stand. Mit Deinem Tod nimmst Du einen Teil meiner Jugend mit Dir, denn Du warst ein wichtiger Bestandteil meines Lebens. Deine Musik war das Größte für mich und mit 14 Jahren schrieb ich Dir einen Brief, der nie beantwortet wurde. Dein plötzlicher Tod löste bei mir tiefe Bestürzung und Ungläubigkeit aus und die Nachricht wird noch lange nachhallen. Ich werde niemals vergessen, wo ich in diesem Augenblick war und wer Dich nicht annähernd so bewundert hat, wie ich es einst getan habe, wird nie ermessen können, wie entsetzlich traurig ich über Dein Fortgehen bin. Auch wenn man mich für vollkommen verrückt erklären wird, gestehe ich, dass ich geweint habe und das Gefühl habe, ein Familienmitglied sei gestorben. Damals warst Du das für mich und irgendwie bist Du das immer geblieben, denn ich habe Dich wirklich sehr verehrt und kindlich geliebt.

Grüße an Bon Scott, Jimmy Hendrix, John Lennon, Bob Marley und all die anderen großen Idole, die viel zu früh gegangen sind. Du warst jedoch das Größte von allen für mich. Danke für Deine Musik und danke dafür, dass ich ein Kind Deiner Zeit sein durfte.

Du fehlst!!!


Er ist wieder da…

12. Mai 2009

Ich wusst’ schon gar nicht mehr, wie er aussieht – mein Mädchenchrylser.


Bombastisch…

27. April 2009

Leute, das Wochenende war einfach nur großartig, phantastisch, toll, gigantisch, vollendet. Das Wetter war grandios und das gesamte Wochenende war vollgepackt mit tollen Sachen. Freitag zogen Frau W. aus P. also los zur Bandprobe und dort wurde es von Stunde zu Stunde lustiger. Der Proberaum füllte sich nach und nach, Getränke gab es zur Genüge und auch für Essen war hinreichend gesorgt. Wir futterten uns die Bäuche voll und auch die Kehlen wurden nie trocken. Je später der Abend, desto lustiger wurden die Gäste und da wir ja am folgenden Tag meinen “Leih”-Garten besichtigen wollten, traten wir gegen Mitternacht überaus belustigt den Heimweg an. Kaum im Bett fielen meine Augen zu und blieben es auch trotz der zahlreichen Runden auf dem Karussell. Der Kopf war am Morgen nicht so schwer wie sonst und nach zwei Aspirin und einer halben Tasse Kaffee verzog sich das Gewitter in meinem Kopf und mir ging es ziemlich gut. Überraschend gut…

Samstagmorgen gegen 9.30 Uhr dann trafen wir uns bei Frau W. und machten uns gemeinsam auf den Weg in den Garten. In meiner Vorstellung hatte ich einen winzigen Schrebergarten mit krummen und schiefen Beeten und Wegen erwartet, ein windschiefes Häuschen darin und jede Menge Ecken und Büsche, wo Spinnweben und allerlei Getier vorzufinden sein würden. Nichts von alldem war der Fall und ich sah vor mir einen wirklich liebevoll gestalteten und gar nicht so kleinen Garten, in dem ein durchaus gerades und hübsch gezimmertes Häuschen steht. Keine buckelige Wiese, keine undurchdringlichen Hecken, keine Gruselecken hinter dem Haus, nichts. Viel schöner als ich zu träumen gewagt hatte und urgemütlich war es dort. Mein Herz hüpfte vor Freude und nachdem wir unzählige Tassen Kaffee getrunken, ein bisschen gearbeitet und ununterbrochen geschnackt und gelacht haben, überließ man mir dieses kleine Reich für den Rest des Tages.

Frau N. aus P. arrangierte sich die nahezu unbenutzte Sonnenliege mitten in der saftigen Wiese, genehmigte sich noch einen frischen Kaffee und entspannte nach allen Regeln der Kunst. Ich bewegte mich nicht wirklich und ließ mir die Sonne ins Gemüt scheinen, den leichten Wind über die sonnenhungrige Haut streichen und genoss die Ruhe und die frische Luft. Traumhaft. Als es langsam frisch wurde, trat ich wunderbar entspannt den kurzen Heimweg an und wurde beim Betreten des Hauses prompt von meinen Nachbarinnen zum Grillen hinterm Haus eingeladen. Ich rannte die Treppen hoch, zog mir etwas Wärmeres an und flitzte die Stufen wieder hinunter. Die Mädels hatten ordentlich aufgetafelt und ich saß noch bis zur vollkommenen Dunkelheit dort unten mit ihnen zusammen. Gegen 22.00 Uhr verabschiedete ich mich und gönnte mir ein schaumiges Vollbad. Bilder vom Garten habe ich für Euch auch geknipst. Bitteschön:

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Am Sonntag stand ja nun der fragwürdige Spaziergang auf dem Plan, der aber alles andere als unangenehm war. Zuerst fuhr ich fix in die Wohnung von Frau M. aus P., um dort Blümchen zu gießen und den Briefkasten zu entlasten. Als das erledigt war, ging’s dann planmäßig nach Falkenstein zur Talsperre. Das Wetter war zwar nicht ganz so sonnig und warm wie am Vortag, aber genau richtig zum Laufen und Spazieren. Einmal rund um das Wasser, ein Topf Kaffee und schön gequasselt. Hat mir ausnehmend gut gefallen, denn ich bin sehr gerne dort. Der Nachmittag war noch jung, also beschlossen wir, noch einen kurzen Abstecher zur Talsperre Pöhl zu unternehmen. Dort saßen wir dann noch eine ganze Weile am Wasser und plauderten über dies und das, über alles und jeden und über uns. Auf dem Rückweg kamen wir an der altbekannten Gaststätte in Altensalz vorbei und entschlossen uns kurzerhand, dort noch eine kleine Rast einzulegen. Frau N. aus P. bestellte Kaffee, Herr S. aus P. ein Dunkles und überraschenderweise saßen wir dort ziemlich lange. Mit sage und schreibe acht (!!!) geräucherten Bratwürsten und eine großen Portion Sülze aus der hauseigenen Schlachter- und auch Räucherei traten wir den Heimweg an. Zuhause angekommen genehmigte sich jeder eine Leckerei aus diesem Räucherbeutel, um anschließend satt und zufrieden auf der Couch den Sonntagsfilm zu verfolgen. Nach diesem Wochenende angereichert mit frischer Luft und endlos kulinarischen Gaumenfreuden, fiel ich weit vor Mitternacht in meine Kissen. Herr S. fiel der Müdigkeit schon lange vorher zum Opfer und schnarchte bereits auf dem Sofa. So kennen wir ihn. Er war ganz artig, so wie es sein soll. Er war sehr aufmerksam und ich hatte nicht den geringsten Grund zu Klage. Er lachte mit mir, hörte gut zu und er zeigte die Seite von sich, die so liebenswert ist. Ich hoffe, es bleibt so. Ich hoffe, er bleibt so, denn genauso würde ich mich wohl fühlen. So und nicht anders.


Ein vollgepacktes Wochenende…

24. April 2009

Meine Pläne für das kommende Wochenende sind farbenfroh, abwechslungsreich und mit größter Wahrscheinlichkeit auch sehr unterhaltsam. Sohnemann verbringt sein Wochenende ja bei Papa/Oma und Frau N. aus P. hat sich so einiges vorgenommen. Heute Abend also die erste Unternehmung. Zusammen mit einer Freundin fahre ich an den Stadtrand, wo ein Bandproberaum sein soll. Dort findet wohl allwöchentlich freitags eine Bandprobe statt, die man aber offensichtlich in besonderer Form zelebriert. Während die Band “übt”, verlustigen sich die anwesenden Zuhörer auf ihre Art. Es wird gekocht, man trinkt gemütlich ein paar Gläschen und plauscht entspannt. Das ganze nennt sich dann laut Gastgeber “lust’sche Butz” und wird von Woche zu Woche beliebter. Also gesellen wir uns heute dazu und schauen uns das Ganze mal aus der Nähe an.

Der Samstag ist auch schon verplant. Besagte Freundin bewirtschaftet mit wachsendem Widerwillen den Garten ihrer Mutter und erwähnte gestern, dass morgen dann das Wasser in dieser Gartensparte wieder aufgedreht wird. Ich bemerkte beiläufig, dass in mir seit einigen Monaten der Wunsch nach solch einem winzigen Garten reift, es aber an den Kosten scheitert, die mit dessen Anschaffung und Unterhaltung verbunden wären. Sie schaute mich strahlend an und bot mir ohne Umschweife an, den Garten jederzeit und ganz nach Belieben nutzen zu dürfen, wenn mir das Spaß machen würde. Anfangs staunte ich sie etwas entgeistert und nicht wenig überrascht an, denn solche Angebote sind nun wirklich nicht üblich. Sie untermalte ihre Abneigung gegen diese Pflicht und freute sich vielmehr, dass sie dann wohl eher mal einen Grund hätte, diesen Garten freiwillig aufzusuchen, wenn ich dort ein bisschen im Grünen herumexperimentiere. Ich warnte sie fairerweise, dass ich keineswegs die geborene Gärtnerin sei und es passieren kann, dass das eine oder andere Pflänzchen unter meinen ungeschickten Händen sein Leben aushauchen würde, was sie lächelnd zur Kenntnis nahm.

Solange mir das Freude bereiten würde, dürfe ich dort alles tun, wonach mir der Sinn stünde. Also meldete ich mich für morgen artig an, um beim Wasseraufdrehen dabei zu sein. Ich leihe mir sozusagen auf unbestimmt Zeit einen kleinen Garten und wenn ich irgendwann all das mein Eigen nennen möchte, habe ich Vorkaufsrecht, bekäme ihn im Idealfall vielleicht sogar geschenkt. Ich freue mich, ich freue mich sogar sehr und habe schon furchtbar viele Pläne, was ich dort alles machen möchte. Ich muss mich nicht mehr gelangweilt an die Talsperre legen, wenn ich Sonne tanken will. Ich bin lieber aktiv und das wäre genau das, was ich mir unter einem entspannten Wochenende mit Bombenwetter vorstelle. Ein bisschen werkeln, ein bisschen buddeln und nach getaner Arbeit im Sonnenstuhl dösen, um abends ein paar Würstchen zu grillen. Sohnemann findet die Pläne von Frau Mama natürlich nicht so spannend, freut sich aber, weil ich mich freue. Balkons finde ich schon immer totlangweilig, aber so ein Garten ist schon was. Hab’ ich schon erwähnt, dass ich mich freue???

Am Sonntag steht dann etwas an, von dem ich nicht so recht weiß, was mich erwartet. Vergangenes Wochenende ergaben sich Gespräche, die so nicht vorhersehbar oder gar geplant waren. Was folgte, waren unzählige Nachrichten aus der anderen Richtung und daraus resultierendes Misstrauen meinerseits. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt, sagt man so schön. Ganz so blauäugig marschiere ich nun doch nicht auf den Abgrund zu, denn ich stellte erst mal einige Dinge klar, was gesagt werden musste, stellte nichts in Aussicht, was ich nicht halten könne und bat mir Zeit, Geduld und eine angemessene Bewährungszeit aus. Vieles würde diesmal anders laufen, sofern es zu einem Neuanfang käme. Vorsicht und Bedacht bestimmen mein Tun der nächsten Zeit, das steht fest. Zweimal habe ich mir die Finger nun verbrannt und beim dritten Versuch warte ich nicht erst auf Brandmale. All das und sehr vieles mehr wurde in die andere Richtung geschickt und am Sonntag sind wir nun zum ersten Mal wieder verabredet. Auf neutralem Boden in entspannter Atmosphäre – an der Talsperre Falkenstein. Ich will erst mal vorsichtig schauen, welchen Eindruck ich habe. Das alles passierte ja nun eher durch Zufall, wobei ihm laut seiner Aussage der Mut fehlte, nach seinem letzten “Fehlverhalten” auf mich zuzugehen, denn er konnte sich sprichwörtlich vom Arsch abfingern, dass ich denkbar wenig von ihm und seinem Tun hielt. Ja, ich war sauer und seine Worte stießen bei mir anfangs auch auf recht große Ablehnung. Ich kann keinerlei Prognosen abgeben, aber gucken kostet nichts, heißt es so schon. Und Frau N. aus P. guckt erst mal. Kost’ ja nüscht…


Boah, hab’ ich gelacht…

12. April 2009

Gestern war Grillen angesagt und ich möchte mich erstmal ganz herzlich bei den Gastgebern bedanken. Essen und Getränke waren ausgezeichnet und ich bin tief in der Nacht wunderbar vollgefuttert und müde in mein Bett gefallen. Das Wetter ließ keine Wünsche offen und stimmungstechnisch kam ich voll auf meine Kosten. Die kulinarischen Köstlichkeiten schalteten jegliche Vernunft aus, die einem gebietet, etwas maßvoll zu essen. Von Würstchen über Steaks mit leckerer Marinade bis zu Schaschlikspießen mit Lamm- und Schweinefleisch inklusive buntem Gemüse dran wurde zusätzlich mit Nudelsalat, herrlich frischem Tomatensalat mit Mozarella und vielem mehr aufgetrumpft, was den Hosenbund nach und nach enger werden ließ. Phantastisch. Auch die Getränkekarte war enorm lang und trockene Kehlen gab es schlichtweg nicht. Da fehlte fast nichts im Sortiment und ich arme Sau wurde zum Trinken von Bärwurz und Wilthener Kräuterlikör genötigt. Mein geliebtes Schöffi gab es auch, natürlich auch mal in der neuen Geschmacksrichtung “Kaktusfeige” und die berühmte “grüne Wiese” wurde ebenfalls kredenzt.

Leute, ich kann Euch sagen, das war ein wahres Fest. Bis weit nach Einbruch der Dunkelheit saßen wir zusammen und lachten. Ein absolutes Highlight lieferte dann die Dame des Hauses, als sie mitsamt dem gemütlichen Korbstuhl einfach umkippte und aufgrund der mühevoll um den Körper gewickelten Decke einfach nur der Länge nach ausgestreckt auf dem Bauch zu liegen kam und den Stuhl noch immer am Gesäß “kleben” hatte. Leider hatte niemand das Unglück kommen sehen und daher auch keine Kamera im Anschlag. Das kurze “Huch!!!” entfleuchte der Guten erst beim Fallen und als die versammelte Gemeinde sah, warum sie “huchte”, lag sie bereits bäuchlings in der nächtlichen Wiese und kicherte ins Gras. Ein verspäteter Schnappschuss hielt zumindest ihren Aufstehversuch fest, der leider nicht die Situationskomik einfangen konnte, die der erste Augenblick hergab. Frau N. aus P. hatte wahrhaftig Bauchschmerzen vom Lachen und natürlich war ich nicht die Glückliche mit der fix herbeigeholten Kamera. Mist verdammter. Ich habe dennoch ein paar schöne Schnappschüsse ergattert, wobei die Bilder mit Personen vorerst unter Verschluss bleiben. Aus daten- und personenschutztechnischen Gründen versteht sich.

Knospen Abschleppdienst Schöffi

Sommerfüße Gänseblümchen Glotzfrosch


Grillen rockt…

11. April 2009

Grillparty

Gestern wurde ich spontan zum Grillen eingeladen und da freu’ ich mich ganz sehr drauf. Also krame ich heute meine Flipflops raus, springe in wunderbar leichte Sommerkleidung und pflanze mich schön in den Garten. Das Wetter ist ja derzeit phänomenal und lädt lautstark zu derlei Aktivitäten ein. Sohnemann lässt es sich bei Papa/Oma gut gehen und Muttern lebt auch nicht wie ein Hund. Vielleicht erhaschen wir dabei auch eine Portion gesunde Gesichtsfarbe und die frische Luft tut nach den unfreundlichen und kalten Monaten sicher mehr als gut. Auf jeden Fall wird das bestimmt schön lustig.

Gestern war ich zum Kaffee verabredet und auch da ging’s witzig zu. Schön in der Sonne sitzen, Kaffee schlürfen, quatschen und entspannen. War gut und auch nötig. Müsste man eigentlich viel öfter tun. Abends schaute ich bis in die Puppen TV und meine Augen fielen erst gegen 2.30 Uhr zu. Da ich heute Morgen ein bisschen was zu erledigen habe, schaute ich dann vorhin ganz schön zerknittert aus der Wäsche. Macht aber auch nix, die Sonne und der anstehende Grillabend entschädigen für alles. Schlafen kann ich, wenn ich tot bin.

Ich wünsche Euch einen schönen Samstag und genießt die Sonne!!! Ich bau’ mir heute Abend einen Wurstblinker, einfach mal so…


Alles Gute zum Geburtstag, liebe Mama!!!

4. April 2009

Man nehme 12 Monate, putze sie ganz sauber von Bitterkeit, Geiz, Pedanterie und Angst und zerlege jeden Monat in 30 oder 31 Teile, so dass der Vorrat für ein ganzes Jahr reicht. Nun wird jeder Tag einzeln angerichtet aus einem Teil Arbeit und zwei Teilen Frohsinn und Humor. Danach füge man drei gehäufte Esslöffel Optimismus hinzu, einen Teelöffel Toleranz, ein Körnchen Ironie und Takt. Jetzt wird noch alles reichlich und mit viel Liebe übergossen. Das fertige Gericht empfiehlt sich jetzt noch mit Sträußchen kleiner Aufmerksamkeiten zu schmücken und serviere es dann täglich mit Heiterkeit und mit einer guten, erquickenden Tasse Tee…

Meine liebe Mama,

vor nunmehr 54 Jahren hast Du das Licht der Welt erblickt und bereicherst seitdem das Leben der Menschen um Dich herum. Nicht immer war das Glück Dir hold und so manches Mal musstest Du entkräftet innehalten. Lebensbedrohliche Krankheiten suchten Dich heim und manche von ihnen hätten Dich fast aus unserer Mitte gerissen. Deinem Durchhaltevermögen und Deinem schier unbändigen Kampfgeist ist es zu verdanken, dass Du noch da bist und dafür bin ich dankbar. Fast noch schlimmer als all diese Krankheiten waren einige Menschen, die Dich schlugen, demütigten und Dich um Deiner selbst Willen nicht zu schätzen wussten. Viele Jahre Deines Lebens hast Du an einige dieser Menschen verschenkt, ob nun an Dein emotional unterkühltes Elternhaus oder an die falschen Lebenspartner. Das Leid, dass Du bis hierhin erfahren musstest, brachte mich so manches Mal um den Schlaf und ließ mich Sorge um Dich haben. Es ist noch nicht lange genug her, damit ich all das vergessen könnte, doch Dein starker Wille und das Schicksal brachten vor ein paar Jahren nun doch noch die langersehnte Ruhe in Dein Leben, wenn auch nur in menschlicher Hinsicht. Du hattest nie viel in der Tasche, auch wenn Du stets fleißig wie ein Bienchen warst, aber das Wenige hast Du immer mit Deinen Lieben geteilt.

Und gerade im privaten Bereich hast Du seit ein paar Jahren nun endlich jemanden an Deiner Seite, der ohne Wenn und Aber hinter Dir steht und sich um Dich sorgt. Manchmal schimpfst Du und manchmal bist Du unumstritten auch anstrengend, aber wir alle lieben Dich bedingungslos und aus tiefstem Herzen. Ich möchte noch lange nicht an den Tag denken müssen, an dem Du uns verlässt und nicht mehr bei uns bist. Ich hoffe, uns bleiben noch viele Jahre, in denen wir zusammen lachen und auch weinen können und ich wünsche mir, dass Du bis zum Ende Deiner hoffentlich noch sehr vielen Tage immer der Mensch bleibst, der Du jetzt bist. Du bist herzlich und aufopfernd, Du bist liebevoll und fürsorglich, Du bist uns eine gute Mutter und Du bist uns ein wichtiger Halt in allen Lebenslagen. Du bist die beste Köchin der Welt und Du bist auch die beste Freundin für mich. Egal, was ich in meinem eigenen Leben auch für Dummheiten gemacht habe, Du warst immer für mich da und hast mich aufgefangen. Danke dafür und danke auch für all das andere.

Mutter sein heißt, kleine Atemzüge hören und leichte Herzschläge, scharfäugig werden wie ein Tier des Waldes für alle Gefahren, mutig sein im stillen wie kein lauter Mann in Waffen, schaffen mit allem Blut, das einem gegeben ist, über sich hinauswachsen in allen Fähigkeiten des Wachens, Hungerns, Liebens und Handelns, vor allem aber sorgen. Mutter sein heißt, in Sorgen glücklich sein.

Das mütterliche Herz folgt den Kindern, wenn sie von dannen ziehen und der Segen der Mutter waltet über ihnen vom Morgen bis zum Abend; sie träumt von ihnen und in schlaflosen Nächten betet sie für sie.

Mutterliebe ist warm, auch der eisigste Schnee tut ihr nichts.

Trage deine Mutter auf Armen, wenn ihr die Beine versagen, sie trug dich im Schoß, als du noch keine hattest.

Alles Liebe und Gute zum Geburtstag, liebe Mama!!!

Wir lieben Dich!!!


Der Knaller der Woche…

24. März 2009

Nach fünf (!!!) Jahren und schier endloser Geduld schiebt meine Amaryllis doch klammheimlich und bis heute vollkommen incognito endlich ihre erste Blüte raus. Ich wollte vorhin artig gießen und da prangte der Blütenkelch bereits in stattlicher Größe. Ich staunte nicht schlecht, denn sie ist schon ca. 30 cm hoch und ich hab’s die ganze Zeit nicht gesehen beim Gießen. Das is’ ja mal krass. Ich habe diese Pflanze als klitzekleinen Zögling vor fünf Jahren geschenkt gekommen und schon mehrfach gejammert, dass das Teil noch nie geblüht hat. Nicht mal die Farbe weiß ich, denn ich habe damals nur unscheinbare Knollen geschenkt bekommen. Sie vermehrte ihre Knollen unter der Erde bis heute zwar unaufhörlich, aber eine dieser gigantischen Blüten blieb mir bisher leider verwehrt. Und jetzt das. Ich freu’ mir grad ein zweites Loch in den Arsch.

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Shitwoch…

11. März 2009

Also wenn ich heute so aus dem Fenster schaue, könnt’ ich sofort wieder in mein Bett kriechen. Grau, nass, trüb und verry unfreundlich. Da friert man schon vom rausschauen. Regenwasser läuft an den Dachfenstern runter und laut Wetterbericht sollen sich sogar nochmal Schneeflocken in unsere Gegend verirren. An sich im März keine Seltenheit, aber ich will endlich den Frühling sehen. Bisschen Sonne, bisschen wärmere Luft, bisschen Knospen an den Bäumen, bisschen Leben halt. Draußen ist aber heute irgendwie November, so auf-den-ersten-Blick-technisch. Bäääh…

Sohnemann hat sich gerade in die Schule verabschiedet und ich trinke erstmal in Ruhe meinen Kaffee. Nach den Ereignissen der letzten Tage fühlt sich alles noch etwas dumpf an, auch wenn man seinem gewohnten Alltag artig folgt. Trotzdem schleichen sich immer wieder Bilder in die eigenen Gedanken und auch am anderen Ende der Stadt bekommt jemand immer mal wieder feuchte Augen, wenn er an das schwarze Fröschlein denkt. Die Sinnlosigkeit seines Leidens und die Flucht seines eigentlichen Herrchens aus der Verantwortung machen mich noch immer wütend. Nicht nur mich. Ändern können wir daran nun nichts mehr, aber der Knoten im Bauch bleibt.

Schön ist, dass diverse Hilfegesuche für die einstige Pflegemama nicht ungehört blieben. Mein Aufruf im Freundes- und Bekanntenkreis rief unerwartete Resonanzen hervor, die mich schon fast sprachlos machen. Ihr ruiniertes Mobiliar steht ja nun im Keller und ist reif für den Sperrmüll, wofür der kleine Hund nichts konnte. Allerdings wollte eigentlich der Hundehalter dafür Sorge tragen, dass die Sachen wenigstens zum Teil ersetzt werden. Beim Wollen ist es geblieben und so helfen zum wiederholten Male andere Menschen, wo eigentlich er in der Pflicht stünde. Dass auf diesen Menschen kein Verlass ist, ist uns jetzt nicht mehr neu. Was mich jedoch erstaunt, ist, dass mir Unbekannte zu Spenden und Hilfeleistungen bereit sind.

Da wäre z.B. mein Nachbar, der fleißig seine Fühler ausstreckt und würdigen Ersatz für die beschädigten Sachen sucht. Dann wäre da noch eine gute alte Freundin, die ihren Göttergatten bekniet, damit er eine vorhandene Garnitur spendet bzw. zur Ansicht freigibt. Nicht zu vergessen Frau F. aus S. zwischen P. und S., die in Windeseile eine Notcouch organisiert hat, damit der Gestank sich künftig nur noch im Keller ausbreitet. Sie hat auch Verständnis dafür, dass diese Notcouch nicht die Endlösung ist, denn der Wohlfühlfaktor spielt keine unerhebliche Rolle. Dann wäre da auch noch eine Forenbekanntschaft, der unerwartet eine Anzeige in der lokalen Presse sponsert und Hilfe beim Transport zusichert. Ich kenne diesen Menschen nicht persönlich und trotzdem versucht er zu helfen, was ich bemerkenswert finde.

All diesen Leuten sei inzwischen auch im Namen meiner gebeutelten Freundin gedankt, denn hier legt niemand die Hände in den Schoß. Selbstverständlich ist das nicht, das ist sicher, aber wir sagen schon mal jetzt ganz herzlich Danke


Geschützt: Unfassbar…

6. März 2009

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Alles wird gut…

8. Februar 2009

Manchmal wendet sich das Blatt ganz unerwartet, wenn man nicht mehr damit rechnet. Dafür bin ich gerade sehr dankbar und verabschiede mich erstmal für einige Tage, denn meine alten Nerven brauchen etwas Erholung. Von solchen Berg- und Talfahrten wird der alten Frau ganz schlimm schlecht. Euch fallen gerade die Augen raus? Mir auch, aber vor Erschöpfung, denn all das hat mich unverhältnismäßig viel Kraft gekostet, aber wenn man etwas will und rechtzeitig aufwacht und kämpft oder sich einfach nur offenbart, dann kann man vieles ertragen, was allein nur schwer zu bewältigen ist. In diesem Sinne wünsche ich all meinen treuen Lesern und virtuellen Weggefährten eine gute Nacht und bedanke mich für den Zuspruch, den Ihr mir entgegen gebracht habt.

Und mein persönlicher Übeltäter ist bis zur nächsten Klatsche rehabilitiert. Sage ich jetzt mal ganz optimistisch… ;-)

Gute Nacht und bis ganz bald…!!!


Die Farbe Lila…

21. Januar 2009

Guten Morgen, Mädels…

Seit gestern bin ich nun wieder ein Jahr älter und da ich schon seit Jahrzehnten meinen Geburtstag nicht mehr feiere, unterschied sich der gestrige Tag nur unwesentlich vom Rest des Jahres, wenn man von den Glückwünschen absieht, die tagsüber per Handy, Email oder auf anderen Wegen via Internet ins Haus flatterten. Danke erstmal an alle, die mir ihre Glühstrümpfe an den Kopf geworfen haben. Ist nicht ganz einfach, da ich mein Geburtsdatum meist nicht preisgebe. Es ist dennoch erstaunlich, wieviele Menschen es trotzdem spitzkriegen. Der Tag begann also ziemlich ruhig, wie sonst auch. Eigentlich wollte ich ja bis Mitternacht ausharren und war gespannt, was Herr S. aus P. sich einfallen lassen hat, denn er behauptete, dass er kein guter Geschenkemacher sei. Also glotzte ich bis ca. 23.20 Uhr am Vorabend ein bisschen in der Gegend rum, kicherte mit dem Herrn ein bisschen in die Kissen und… Ja und…? Ich schlief ein…!!!

Mist verdammter…!!! Irgendwann lange vor dem Weckruf öffnete ich die Augen und Herr S. aus P. stellte folgerichtig und irgendwie leicht amüsiert fest: „Na? Bist wohl doch eingeschlafen?“ Ja, die alte Frau hat erfolglos mit dem Schlaf gekämpft und nun lag sie wie eine Eule mit riesigen Augen im Bett und glotzte erwartungsvoll in die Dunkelheit. Der Bettbeifahrer säuselte zuckersüße Geburtstagswünsche in sein Kissen und herzte mich. Geschenketechnisch vertröstete er mich etwas, da die Müdigkeit ihn bewegungsunfähig machte. Weiß der Geier, wo er die Präsente vor meinen neugierigen Augen versteckt hatte. Also schlüpfte ich aus dem Bett und tastete mich Richtung Küche. Die erste SMS war auch schon reingeflattert und Herr H. aus M. war in diesem Jahr der erste, der seine Glühstrümpfe weggeschnipst hatte. Herr S. aus P. hatte mich allerdings angewiesen, wieder ins Schlafzimmer zu kommen, wenn Sohnemann auf dem Weg zur Schule sei.

Artig erledigte ich meine morgendlichen Aufgaben und hopste immer noch neugierig zurück ins Schlafzimmer. Der alte Mann lag noch gemütlich im Nest, die alte Frau hüpfte glöcklewach in der Tür herum. Ein Grinsen und ein „Bin gleich da, ich brauch’ noch zwei Minuten…“ und ich tänzelte zurück ins Wohnzimmer zu meinem Milchkaffee. Wenige Augenblicke später blinzelte der alte Mann mit gewohnt sonniger Laune in die 60-Watt-Glühlampen der Küche und schaffte seine Stange Wasser weg, um sich danach mit einem Beutel bewaffnet auf der Couch niederzulassen. „Komm’ mal her…“ ordnete er an und ich folgte artig. Ich war gespannt wie ein Regenschirm, ich geb’s zu. Als erstes zauberte er eine Zahnbürste aus dem Beutel. Ich fing an zu lachen, wirklich. Wir hatten kürzlich eine Unterhaltung, in deren Verlauf ich erwähnte, dass ich ein Ich-habe-nur-eine-Zahnbürste-Mensch bin und diese Zahnbürste schleppte ich dann überall mit hin, wenn ich verreise oder außer Haus übernachte.

Also sorgte Herr S. aus P. dafür, dass ich endlich eine zweite Bürste habe. Welche Farbe hat er ausgesucht? Richtig – LILA… Ja, diese Bürste war von Dr. Best, sie vibriert – genau wie meine bisherige BLAUE – und sie war quietsche-lila. Leute, die mich gut kennen, wissen, dass ich lila hasse wie die Pest. Gut, dann mache ich in Zukunft beim Zähneputzen die Augen zu. Weiter… Was ist noch in dem Beutel? Hab’ ich schon erwähnt, dass mein linker Hausschuh ein Loch hat? Seit Monaten schaue ich mir deshalb Hausschuhe an und bisher genügte kein Pantoffel meinen Ansprüchen. Nun zauberte der alte Mann einen neuen linken Hausschuh aus der Tüte. Snoopy-Pantoffeln, richtig süße und…??? Welche Farbe??? Rüschdüsch…!!! LILA…!!! Sehr hell, aber dennoch lila… Ich starrte etwas irritiert auf den Schuh und er sagte: „Links war das Loch, gelle? Deshalb hab’ ich auch nur einen linken Hausschuh.“ Ich grinste und schaute auf meinen alten Schuh. Natürlich gab es auch noch den passenden rechten Schuh und Herr S. aus P. stülpte mir die neuen Zuhause-Treter über die dicken Flauschisocken.

Ich konnte nicht umhin, die Farbe zu erwähnen und er behauptete sogar, das wäre die gleiche Farbe, wie meine alten Schuhe. Nein, das stimmt überhaupt nicht, denn die sind hellblau. Farbenblind??? Ja, isser…!!! Naja, egal… Ich fand’s irgendwie trotzdem total lustig und dann zog der alte Mann noch eine rote, längliche Schmuckschachtel mit goldener Schleife aus dem Beutel. Meine Augen wurden groß und fingen an zu glänzen. Gierig nahm ich die Schachtel an mich und wendete meinem Gönner den Rücken zu, denn ich wollte ganz alleine reinschauen. Dort drin lag ein Armband, silbern, mit mächtigen und wunderbar schlichten Gliedern, genau wie ich es mag. Ich strahlte, denn ich liiieeebe Armbänder und trage so einige davon, die ich niemals ablege, nichtmal zum Duschen oder sonstwann. Treffer und versenkt…!!! Danke danke danke…!!! Zwei Glieder mussten entfernt werden, denn mein Ärmchen war zu dünn für das gute Stück. Deshalb beschlossen wir, uns ausgehfertig zu machen und das gleich zu erledigen.

Armband zum Kürzen abgegeben und erstmal bissle in der Stadtgalerie schlendern. Wir liefen unter anderem an einem Klamottenladen namens „Boombastic“ vorbei, als Herr S. aus P. wieder anfing zu singen: „Mister Pullover-lover…“ und Frau N. aus P. weinte vor Lachen… Natüüürlich sang er wieder mit vogtländischem Slang, ganz klare Sache. Shaggy wäre vor Scham im Boden versunken, aber ich kicherte und gackerte bis zur Rolltreppe weiter und Herr S. lief grinsend voraus. Wir stöberten ein bisschen hier und ein bisschen da und aßen etwas und dann holte ich mein neues Armband wieder ab. Nach einer weiteren „Wir-gucken-ein-bisschen-rum“-Runde in einem anderen Geschäft beschlossen wir kurzerhand zu ihr zu fahren, weil sie jetzt eine nagelneue Wii besitzt und das müssen wir ausprobieren. Käffchen gibt’s dort auch und Spaß bestimmt sowieso. Also nix wie hin und Bowling spielen. Hat Spaß gemacht und das wiederholen wir ganz sicher bei Gelegenheit.

Mein Tag war lustig… Mir hat’s gefallen und trotzdem ich mich geweigert habe, meinen Geburtstag zu zelebrieren, war der Tag schön. So mag ich’s – schlicht aber schön. Und Ihr so?


Hochdeutsch neu definiert…

19. Januar 2009

Er: „Soll ich Dir ein Lied vorsingen?“

Sie: „Nein, bitte nicht schon wieder!“

Er: „Ach komm’, ich kann das wirklich.“

Sie: „Es gibt einen Grund dafür, dass andere Leute damit Geld verdienen. Die können nämlich singen.“

Er: „Ich kann auch schön singen.“

Sie: „Na dann los, bringen wir es hinter uns!“

Er beginnt schön schief und mit wunderbarem vogtländischen Akzent zu trällern: „Vordammd üsch liiieeeb Düsch…“

Sie: „Hochdeutsch, bitte hochdeutsch…“

Er: „Das ist hochdeutsch…“

Sie: „Nee, das is’ vogtländisch.“

Er setzt ein zweites Mal an und piepst gefühlte zehn Oktaven höher (aber immer noch vogtländisch): „Vordammd üsch liiieeeb Düsch…“

Sie: „Das ist auch nicht hochdeutsch, aber ist einen Blogeintrag wert…“

Er kichert… Sie auch…

Matthias Reim kann nicht schön singen und Herr S. aus P. kann weder schön noch hochdeutsch singen, aber er kann über sich selbst so wunderbar herzerfrischend lachen. Das und noch vieles mehr liebe ich so an diesem Kerl…


Geschützt: Sag’ es laut…

7. Januar 2009

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Auf ins Neue Jahr…

4. Januar 2009

sekt

Endlich geht’s hier weiter. Nach zahlreichen Beschwerden möchte ich Euch nun nicht länger auf dem Trockenen sitzen lassen und berichte von den Feiertagen, dem Jahreswechsel und den ersten Tagen des niegelnagelneuen Jahres. Wie Ihr bereits wisst, habe ich in diesem Jahr mit allen Traditionen gebrochen und im Kreise einiger Freunde Weihnachten bzw. den Heiligabend zelebriert. Ich muss sagen, dass dieser Abend sehr viel gelöster und erfüllender war, als all jene Familienabende zur Weihnachtszeit. Es war durchaus besinnlich, aber so völlig anders und es hat mir gefallen, sehr gefallen…

Am ersten Feiertag dann „plante“ ich einen ruhigen Tag, aber es kam wieder mal ganz anders. In bequeme Kleidung gehüllt liebäugelte ich mit meiner Couch, der Weihnachtsstress lag bereits hinter mir. Einer meiner Gäste vom Vorabend – nennen wir ihn in Zukunft einfach Herr S. aus P. – lud mich ganz spontan auf ein Getränk meiner Wahl in einer Lokalität meiner Wahl ein und ich verabschiedete mich in Gedanken etwas schwerfällig von meinem Couchabend. Also schwang sich Frau N. aus P. dann doch in ihre Badewanne und brachte ihren Allgemeinzustand in ein salonfähiges Format. Kurz vorm Verlassen meiner Wohnung klingelte noch eine Freundin an, die an Langeweile zu Sterben drohte. Mein Samariter-Herz regte sich und ich beschloss kurzerhand über den Kopf meines „Einladers“, dass die junge Frau uns begleiten wird, den niemand sollte über Weihnachten zuhause allein versauern.

Nachdem ich mich nun endlich auf den Weg gemacht und meinen Begleiter über die kleine Planänderung informiert hatte, holten wir die junge Dame ab und begannen unseren weihnachtlichen Streifzug durch die Kneipen der Vogtlandmetropole. Der Abend begann mit einer netten Plauderei unter alten Bekannten und endete um einen weiteren Gast erweitert in einer recht unspektakulären Lokalität im Zentrum der Stadt. Nach einigen hochprozentigen Getränken wurde die Zunge von Frau N. aus P. genauso schwer, wie ihre Gliedmaßen und das werte Fräulein wurde kurzerhand über die Schulter geworfen und aus der Kneipe getragen. Jammernd vor Kälte und „ich-will-nach-Hause“ wurde sie ins Auto gesetzt und ordnungsgemäß zuhause ins Bett dirigiert. Dort wollte sie natürlich auch nicht so recht schlafen und nötigte ihren „Heim-Schlepper“ zu Dingen, die nur unter Alkoholeinfluss geschehen. An dieser Stelle folgen nun keine schmutzigen Details, denn ich bin mir sicher, dass Ihr auch ohne diese Details wisst, was passiert sein könnte. Das überlasse ich Eurer abgrundtief schmutzigen Phantasie.

Nun denn, am nächsten Tag bekam ich all meine Schandtaten mit einem herzhaften Lachen genauestens protokolliert und schämte mich auch ordnungsgemäß in Grund und Boden. Der junge Mann allerdings zeigte sich nicht im Mindesten schockiert und plante vorsichtig weitere Unternehmungen mit der Skandalnudel. Offenbar schreckte ihn das unorthodoxe Verhalten der Frau N. aus P. nicht wirklich ab. Man verbrachte also auch den folgenden Tag zusammen und den darauf folgenden auch und alle weiteren bis heute, so auch Silvester. Bevor ich jetzt hier einen überaus langweiligen Roman schreibe, was wir wo Silvester veranstaltet haben, beschränke ich mich auf die Feststellung, dass sich auf beiden Seiten im Verlauf dieser wenigen Tage klitzekleine Schmetterlinge in allen Ecken der beiden Mägen eingenistet haben und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass dieser Herr S. aus P. hier im Laufe des angebrochenen Jahres auftaucht.

Ein recht oberflächlicher Beitrag hier, das gebe ich zu, aber die letzten Tage waren ruhig, sehr schön und alles andere als nyiriüblich, denn ich habe diese wohltuende Ruhe des Herrn S. wirklich sehr genossen und auf mich wirken lassen. Dieser Mensch trägt diese Ruhe in sich, die mir irgendwie so fremd ist, die in mir aber Wohlbefinden verursacht und genau das ist eine jener „Gewürzmischungen“, die mich fesseln und die ich so überaus anziehend finde. Wir werden also abwarten und sehen, wohin das führt und Ihr werdet zumindest oberflächlich daran teilhaben dürfen, denn das Neue Jahr beginnt besser als erwartet, spannender als geplant und aufregender als vorhersehbar. Es flattert und herzelt im Gebälk und es fühlt sich verdammt gut an, Leute…


Zwischenbericht…

2. Januar 2009

Da ich nun schon die ersten Beschwerden über die derzeitige Schreibpause erhalten habe, möchte ich Euch wenigstens wissen lassen, dass Frau N. aus P. Weihnachten und auch Silvester im Kreise sehr netter Menschen verbracht und über alle Maßen genossen habe. Sogar der eine oder andere kleine und größere Wunsch wurde mir erfüllt und am ersten Weihnachtsfeiertag fand ich dann noch ein verspätetes und vollkommen unerwartetes Geschenk, von dem Ihr vielleicht im Laufe diesen Jahres noch das eine oder andere hören bzw. lesen werdet.

Unverhofft kommt oft… ;-)


Ein wunderbarer Abend…

25. Dezember 2008

Der Heiligabend ist vorbei und nun will die Tante Nyiri gerne wissen, wie Ihr Euren Heiligabend verbracht habt und was der alte Rotrock für Euch im Sack hatte…

Ich habe hier sehr nette Gäste gehabt, zum Teil überraschend, denn eigentlich hatte ich nur eine Freundin eingeladen, am Ende saßen jedoch fünf Personen an meinem Tisch und es wurde ein überaus lustiger Abend. Als erstes ging ein Teller mit Kartoffelsalat, Würstchen, Eiersalat und ordentlich Senf zu Boden. Dem Gast war’s furchtbar peinlich, der Rest der Gemeinde lachte sich natürlich kaputt. Dann hat Frau Nyiri ein vollkommen neues Spiel erfunden und das geht so:

Spielanleitung:

Man kaufe sich eine große Schachtel „Edle Tropfen“ oder lasse sich diese schenken. Dann biete man den Gästen selbige an. Diese Pralinenschachtel beinhaltet feinstes Konfekt mit vier verschiedenen Sorten Hochprozentigem (Whiskey, Calvados, Cognac und Grappa). Alle Pralinen müssen in etwa gleich aussehen und sind innerhalb der Schachtel nach Inhalt beschriftet. Dann nehme man die Schachtel aus dem Schrank, werfe sie mit einer gekonnten Drehung auf den Teppich, wobei sie sich vollständig entleeren sollte. Dann sortiert man die umherliegenden Pralinen wieder in die Schachtel und ignoriere dabei, dass die Reihenfolge eingehalten werden sollte. Nun stelle man die frisch sortierte Schachtel mit einem gespielt entschuldigendem Lächeln auf den Tisch und ermuntere die Gäste, beherzt zuzugreifen. Ziel des Spieles ist, den Inhalt der einzelnen Pralinen zu erraten. Gewonnen hat der-/diejenige, der/die die meisten Pralinen essen musste, weil er/sie immer falsch geraten hat und demzufolge nach dem vollständigen Verzehr der Schachtel zwei Klingeln am Spazierstock hat.

Die Damen hielten sich gepflegt im Hintergrund und stellten sich milde lächelnd zwei Flaschen Asti Cinzano in den Hals. Gegen 1.00 Uhr verabschiedete sich die illustre Gesellschaft dann kichernd und gackern in die Nacht und Frau N. aus P. fiel todmüde in ihr Bett und widmete sich einem ihrer Geschenke vom liebsten Füchslein auf Erden: „Feuchtgebiete“ von Charlotte Roche. Um meinen Hals baumelt das Geschenk meines Sohnes, welches er mit viel Sorgfalt und Liebe in einem Schmuckgeschäft seines Vertrauens erworben hat. Alles in Allem war das ein wunderbarer Heiligabend und vom Unterhaltungswert einer der schönsten, die ich bisher erleben durfte.

Und Ihr so???


„Ja, es gibt ihn…“

24. Dezember 2008

Im Jahr 1897 wollte es die achtjährige Virginia O’Hanlon aus New York ganz genau wissen: Gibt es wirklich einen Weihnachtsmann? Darum schickte sie ihre Frage an die New Yorker Tageszeitung „Sun“.

Die Sache war dem Chefredakteur der „Sun“ so wichtig, dass er einen erfahrenen Kolumnisten, Francis P. Church, beauftragte, eine Antwort zu entwerfen – für die Titelseite. Mehr als ein halbes Jahrhundert druckte die Zeitung den Briefwechsel, bis zur Einstellung des Blattes im Jahr 1950.

Hier dürft Ihr nun diese bezaubernde Antwort lesen, die seit 1977 nun alljährlich zur Weihnachtszeit in der „Welt am Sonntag“ erscheint.

„Ich bin acht Jahre alt. Einige meiner Freunde sagen, es gibt keinen Weihnachtsmann. Papa sagt, was in der ,Sun’ steht, ist immer wahr. Bitte sagen Sie mir: Gibt es einen Weihnachtsmann?“

„Virginia, Deine kleinen Freunde haben nicht recht. Sie sind angekränkelt vom Skeptizismus eines skeptischen Zeitalters. Sie glauben nur, was sie sehen: Sie glauben, dass es nicht geben kann, was sie mit ihrem kleinen Geist nicht erfassen können. Aller Menschengeist ist klein, Virginia, ob er nun einem Erwachsenen oder einem Kind gehört.

Im Weltall verliert er sich wie ein winziges Insekt. Solcher Ameisenverstand reicht nicht aus, die ganze Wahrheit zu erfassen und zu begreifen.

Ja, Virginia, es gibt einen Weihnachtsmann.

Es gibt ihn so gewiss wie die Liebe und die Großherzigkeit und die Treue. Und du weißt ja, dass es all das gibt, und deshalb kann unser Leben schön und heiter sein. Wie dunkel wäre die Welt, wenn es keinen Weihnachtsmann gäbe! Sie wäre so dunkel, als gäbe es keine Virginia. Es gäbe keinen Glauben, keine Poesie – gar nichts, was das Leben erst erträglich machte. Ein Flackerrest an sichtbarem Schönen bliebe übrig. Aber das ewige Licht der Kindheit, das die Welt erfüllt, müsste verlöschen.

Es gibt einen Weihnachtsmann, sonst könntest Du auch den Märchen nicht glauben.

Gewiss, Du könntest Deinen Papa bitten, er solle an Heiligabend Leute ausschicken, den Weihnachtsmann zu fangen. Und keiner von ihnen bekäme den Weihnachtsmann zu Gesicht – was würde das beweisen?

Kein Mensch sieht ihn einfach so. Das beweist gar nichts. Die wichtigsten Dinge bleiben meistens Kindern und Erwachsenen unsichtbar. Die Elfen zum Beispiel, wenn sie auf Mondwiesen tanzen. Trotzdem gibt es sie. All die Wunder zu denken – geschweige denn sie zu sehen -, das vermag nicht der Klügste auf der Welt.

Was Du auch siehst, Du siehst nie alles. Du kannst ein Kaleidoskop aufbrechen und nach den schönen Farbfiguren suchen. Du wirst einige bunte Scherben finden, nichts weiter. Warum? Weil es einen Schleier gibt, der die wahre Welt verhüllt, einen Schleier, den nicht einmal die größte Gewalt auf der Welt zerreißen kann.

Nur Glaube und Poesie und Liebe können ihn lüften. Dann werden die Schönheit und Herrlichkeit dahinter auf einmal zu erkennen sein. ,Ist das denn auch wahr?’ kannst Du fragen. Virginia, nichts auf der ganzen Welt ist wahrer, und nichts ist beständiger.

Der Weihnachtsmann lebt, und ewig wird er leben. Sogar in zehn mal zehntausend Jahren wird er da sein, um Kinder wie Dich und jedes offene Herz mit Freude zu erfüllen.

Frohe Weihnacht, Virginia! Dein Francis Church“

(Quelle: Bild)

Als Erwachsener verliert man im Laufe der Jahre den Glauben an diesen dickbäuchigen, bärtigen Rotrock, aber dafür lernt man im Laufe seines Lebens viele andere Weihnachtsmänner und auch -frauen kennen. Manchmal verstecken sie sich, aber manchmal leben sie Tür an Tür mit Dir und bringen genauso viel Glück und Freude in Dein Haus, wie diese alte Mann mit dem roten Mantel und dem weißen Bart. Frohe Weihnachten, Leute…


Danke…

20. Dezember 2008

Das vergangene Jahr brachte so einiges an Veränderungen mit sich und nicht alles war ausschließlich niederschmetternd. Mit gesundem Abstand betrachtet, kann ich nunmehr sagen, dass ich jede einzelne Erfahrung inzwischen als Lehrstunde betrachten kann und nicht mehr in Gut oder Schlecht unterteilen muss. Alles hatte seinen Sinn und ich habe wieder viel gelernt. Manches muss ich so kein zweites Mal haben, anderes wiederum lenkt meine Wege in vollkommen neue Richtungen und zeigte mir unerwartete Perspektiven, führte mich zu Menschen, die ich teilweise verkannte und zeigte mir überdies, wer wirklich authentisch ist. Ich schließe nicht aus, dass mir auch im kommenden Jahr Fehler unterlaufen, dass ich Menschen oder Situationen falsch einschätze oder aber nicht weitere gute oder schmerzhafte Erfahrungen machen werde. Aber ich kann rückblickend sagen, dass nichts ohne Grund geschah, dass alles der Erfahrung diente und ich gelobe auch weiterhin, zu lernen, zu begreifen und zu reifen. Ich gelobe desweiteren, auch in Zukunft meinen Humor nicht verlieren, noch mehr Nachsicht zu üben, geduldiger zu werden und noch toleranter zu sein.

Ziel ist es, im hohen Alter nichts bereuen zu müssen, den Großteil meines Tuns als richtig und gesund zu empfinden und auf ein erfülltes und interessantes Leben zurückschauen zu können, in dessen Verlauf mir viele interessante Menschen begegnet sind, die mich bis ans Ende begleitet haben. Manchen halte ich die Treue, anderen gehe ich früher oder später aus vielerlei Gründen aus dem Weg. Aber jeder einzelne von ihnen hat mich zu dem gemacht, was ich bin und dafür gebührt auch dem unbequemsten Zeitgenossen Dank, denn sie haben mich geformt und reifen lassen – ob nun in positver oder negativer Hinsicht. Manche haben die Vorsicht in mir wieder geweckt, meine Augen und Sinne geschärft, andere wiederum reichten mir ihre Hand, standen mir bei oder erwiesen sich irgendwie sonst als Freunde. Manchmal traten Menschen aus der Masse hervor und gingen einen Schritt auf mich zu, was ich mit großem Erstaunen quittierte. Am Jahresende nun möchte ich mich bei einigen von diesen Menschen ganz explizit bedanken und allen anderen – ob nun Freund oder „Feind“ – wünsche ich besinnliche Feiertage, einen gesegneten Jahrwechsel und alles Gute für ihren weiteren Weg. Ich habe mit jedem einzelnen meinen ganz persönlichen Frieden gemacht, mal mit Worten, mal in Gedanken, aber ich kann getrost sagen, dass ich mich im kommenden Jahr nicht mehr mit alten Zöpfen befassen werde, sondern ausschließlich die positiven Gedanken mit ins neue Jahr nehme.

Besonderer Dank geht daher an C., die mir wie niemand anderes Beistand und Hilfe geleistet hat und noch immer an meiner Seite ist. Danke, meine Kleene, ich habe Dich anfangs verkannt, aber ich bekam unerwartet die Möglichkeit hinter Deine Fassade zu blicken und ich bin stolz und glücklich, Dich in meiner Nähe zu wissen. Ich kann mit Dir lachen und weinen, kann auf Dich zählen, wenn es eng wird und Du bist mit Volldampf in mein Leben gestolpert, aber mit Dir kann ich all das tun, was das Leben lebenswert macht und mit Dir kann ich auch traurig und depremiert sein. Danke für alles und ich wünsche mir, dass Du mich auf meinem Weg noch lange begleitest. Du bist und bleibst meine Lieblingschaotin und führst die diesjährigen Charts an. Du rockst mein gestörtes Ego, weil Du auch so kaputt bist, aber gerade diese Gewürzmischung schmeckt mir und das muss unbedingt so bleiben.

Danke auch an S., die mir immer eine gute und loyale Kollegin und Weggefährtin war. Unsere Wege haben sich kürzlich zwar beruflicherseits getrennt, aber Du bist ein äußerst liebenswürdiger Mensch, der mir immer in Erinnerung bleiben wird. Ich wünsche Dir ganz persönlich alles Glück der Welt, ich wünsche Dir Menschen, die Dich lieben und achten und ich wünsche auch Deiner kleinen Motte alles Liebe. Wir haben zusammen gelacht und geweint, uns gegenseitig Halt gegeben und großzügig über die kleinen Schönheitsfehler des anderen hinwegsehen können, weil wir uns sehr mochten und schätzten. Bleib’ wie Du bist, denn das macht Dich aus und deshalb mag ich Dich so furchtbar gerne.

Danke an meine Mama, die mir in allergrößter Not immer ein Halt war. Danke für Deine Liebe und Dein Vertrauen in mich. Danke, dass ich eine so großartige Frau als meine Mutter habe und Danke, dass Du zu den wenigen Menschen gehörst, mit denen ich verwandt bin UND sie auch als Familie beschreibe. Du bist mein Anker in der Not und Du lässt mich nie vergessen, dass ich Dein Kind bin und bleibe, ganz egal wie alt ich auch sein werde. Es macht mich stolz, Dich als Mutter zu haben und ich sage auch in diesem Jahr wieder, dass ich die beste Mutter von allen habe. Bussi!!!

Danke an M., die mir vor einer kleinen Weile zufällig begegnet ist und mit der ich bis vor kurzem hin und wieder sporadisch plauderte, die mir aber in den letzten Wochen aus einer Perspektive begegnete, die mich vor Erstaunen sprachlos macht. Auch sie stand mir bei, richtete mich auf und stärkte mir wiederholt den Rücken. Sie half in einem Maße, welches ich niemals erwartet habe und sie ist mir eine gute Freundin geworden. Ich hoffe sehr, dass ich all das irgendwann zurückgeben kann und verspreche hiermit, dass ich ihr in guten oder schlechten Zeiten ebenso beistehen werde, wie sie mir, denn auch sie gehört zu den Menschen, die ich nicht gleich richtig eingeschätzt habe. Vielmehr sah ich nicht genau genug hin, aber das habe ich nachgeholt und ich bin glücklich über das, was mir entgegen gebracht wurde und noch immer wird.

Danke an J., die mich während der vergangenen zehn Jahre oft auffing, die mir half, wo sie konnte und die mir tage- und nächtelang eine beste Freundin war. Mittlerweile hat sie ihr Glück gefunden, worauf sie unmenschlich lange warten musste. Ich wünsche Dir alles Glück der Welt, viel Liebe und ewige Gesundheit. Wir hatten eine schöne und aufregende Zeit, in deren Verlauf es nichts zu bereuen gibt. Auch im Nachgang ist der bittere Beigeschmack verflogen und kann ohne Wehmut oder Groll dieses Kapitel schließen. Danke für die zehn Jahre an Deiner Seite und für alles andere…

Danke an die andere J., die vor nichtmal einer Woche die Größe bewies und alte Unstimmigkeiten einfach in die Tonne geklopft hat. Es ist immer wieder ein Freudenfest, zu sehen, wie sich Menschen weiterentwickeln und immer weiter reifen. Nach acht Jahren Ruhe und konsequent getrennten Wegen begegnen wir uns neu und erinnern und dennoch gemeinsam an die guten alten Zeiten. Auf ein Neues, meine Liebe. Lass es uns besser machen und anderswo neu anknüpfen. Man muss nicht alles gut finden, was ein anderer tut, aber man kann sich in Toleranz und Großmütigkeit üben und sich auf das Wesentliche beschränken. Du warst in meinen wichtigsten Lebensabschnitten meine Gefährtin und mit etwas Glück und einem feinfühligen Händchen kommen wir genau an diesem Punkt wieder an.

Danke auch an A., der mir nicht nur immer Chef war, sondern auch Kumpel. Auch unsere Wege trennen sich hier, was nichts schlechtes bedeuten muss. Manchmal muss man sich aus dem Weg gehen, um seine Lebensgrundsätze nicht mehr verletzen zu müssen. Ich betrachte die Zeit bei Dir als Erfahrung und gehe jetzt neue Wege. Den sprichwörtlichen Strich unter diesem Abschnitt habe ich gemacht und ich bedanke mich für die guten und auch schlechten Zeiten unter Deiner Hand. Es gibt so vieles, für das ich Dir ewig dankbar bin und nur das wird für mich im neuen Jahr und in ferner Zukunft von Belang sein und in Erinnerung bleiben. Alles weniger Gute lasse ich im alten Jahr und schließe auch dieses Buch.

Danke an all meine Umzugshelfer und an all meine Handwerksburschen, die mir tatkräftig beim Abschneiden alter Zöpfe behilflich waren. Ihr tragt allesamt das Herz am rechten Fleck und ich bin sehr sehr stolz, Euch in meinem Freundeskreis zu wissen. Manch einer wird diese Zeilen niemals lesen, aber ich hoffe, dass Euch meine Gedanken durch den vogtländischen Buschfunk dennoch erreichen. Danke an P., W., B., K., R. und alle, die ich jetzt im Eifer des Gefechts vergessen habe. Jeder einzelne von Euch hat großes geleistet und meinen Neustart überhaupt erst möglich gemacht. Ihr habt mein Zuhause und auch mein Leben bereichert und ich möchte jeden einzelnen von Euch auch weiterhin zu meinen Freunden zählen dürfen, denn die schlechtesten Momente der jüngsten Vergangenheit haben mir einmal mehr aufgezeigt, dass ich Menschen in meinem Umfeld habe, die ihr letztes Hemd gegeben haben, um mir ein Freund zu sein. Jungs, Ihr wart und seid Spitzenklasse und ich kann Euch nicht genug danken. Manche standen mit kräftigen Händen an meiner Seite, andere erwiesen sich auch aus der Ferne als Leidensgenossen, die man nicht missen möchte. Ein großartiges Match habt Ihr alle zusammen mit mir bestritten und das war ganz großes Tennis.

Danke

Ich diesem Sinne wünsche ich all diesen Leuten frohe Festtage, weiterhin genau diesen Zusammenhalt und immer den richtigen Menschen im Gefolge, denn nichts ist so wertvoll wie ein wahrer Freund, die Liebe und der Rückhalt einer Familie und der innere Friede mit sich und seinem Umfeld. Alles andere erledigt sich von selbst und ich werde mich auch weiterhin bemühen, mit dem zufrieden zu sein, was ich habe, weiter zu lernen und zu reifen und ich werde all die schlechten Gedanken des vergangenen Jahres im alten Jahr zurücklassen und versuchen, positiv zu denken und zu handeln. Abrechnung ist erfolgt, alles ist gesagt und nach mir die Sinnflut.

Lasst es im neuen Jahr rocken, ich mach’s auch!!!


Mein Wochenende…

16. Dezember 2008

So, mit ein bisschen Verspätung folgt nun der Bericht vom vergangenen Wochenende und dem gestrigen Montag. Am Freitag Abend tuckerte ich nun in Richtung S. zwischen P. und S., um dort gemeinsam mit Frau F. das gigantöse Weihnachtsgeschenk für deren Liebsten aufzubauen. Der Laptop von F. brauchte auch dringend eine Wurmkur, was ich gleich am Freitag in Angriff nahm. Also raffte ich nahezu meine komplette Technik hier zusammen und stopfte alles in meinen Mädchenchrysler. Da ich mir zum Fahren nur ein paar Gucklöcher in den Schnee geschaufelt hatte und guten Mutes war, dass der Rest der endlich eingetroffenen Schneemassen sich während der Fahrt verabschieden würde, war meine Sicht anfangs stark eingeschränkt. Nun war ich auch nicht gerade in salonfähiger Kleidung – also eher in Gemütlichhosen, Wuschelpulli und Zauselhaaren – und beeilte mich zugegebenermaßen, schleunigst in mein Auto zu kommen.

Es hatte herrlich geschneit, wurde ja auch Zeit. Mit eigenem Laptop, externer Festplatte, gefühlten 482.000 CDs und 15 km Kabelsalat im Gepäck verließ ich die Ost und schielte mehr schlecht als recht über den Schneeberg auf meiner Motorhaube. Wie Frauen nunmal so sind, spekulierte ich darauf, dass genau dieser Schneeberg sich durch den Fahrtwind und auch die entstehende Wärme unter der Motorhaube früher oder später verflüchtigen würde. Dass dies reine Spekulation war, bestätigte sich spätestens in Mehlteuer, denn dort stieg Frau N. aus P. dann entnervt aus ihrem Mädchenchrysler und wollte in der Parktasche einer Bushaltestelle im Dunkeln dann die restlichen Schneemassen entfernen. Natüüürlich kam ausgerecnet in diesem Moment der Bus und ich musste fluchtartig die Parktasche verlassen. Meckernd und keifend suchte ich die nächstbeste Einmündung, was aber im Dunkeln und mit geschwächten Linsen meist in letzter Sekunde erfolgt und bei verschneiten Straßen nicht ganz ungefährlich ist.

Irgendwo bei Drochaus schlenkerte ich dann nochmal zu den Parkflächen vor ein paar Glascontainern und vollendete meinen Versuch, die Sicht nach vorn durch die endgültige Entfernung der nunmehr wirklich störenden Schneehügel zu verbessern. Meine Theorie war nicht ganz aufgegangen, typisch Weiber. Abgekämpft und trotzdem schon wieder kichernd kam ich bei Frau F. an und schleppte meinen ganzen Plunder in deren Hütte. Ein bisschen schnattern, ein bisschen Kaffee, ein bisschen zuviele Zigaretten und ein paar Stunden später war die grobe Arbeit am fremden Laptop erledigt und den Feinschliff hob ich mir für Samstag/Sonntag auf. Mit der sprichwörtlichen Kehrschaufel am Arsch kroch ich auf die niegelnagelneue Couch und sah mit den beiden Dorfheinis noch ein bisschen fern. So ziemlich gegen Mitternacht übermannte Frau F. dann doch noch ein Hüngerchen und so gab es mitten in der Nacht noch Farfalle mit dieser amerikanischen Tomatentunke und fein gekrümeltem Käse. Nein, kein Parmesankäse, sollte das unklar sein.

Geschlafen war dann fix und nach einer angenehmen Dusche machte ich mich morgens dann über die Feinheiten der Neuinstallation. Die seltsame Kaffeemaschine der Frau F. verweigerte mir den morgens unabdingbaren Kaffee, aber da besagte Frau F. mich in der Küche rumoren hörte, war selbige schnell zur Stelle und löste mein fundamentales Problemchen und kurz danach plätscherte mein geliebter Morgenkaffee durch sämtliche Herzkammern. Am frühen Nachmittag ordnete ich für das verliebte Pärchen einen kulinarischen Abstecher ins naheliegende Umland an und verordnete angesichts der dortigen Schneepracht auch noch den Bau eines ansehnlichen Schneemannes. Die Beiden leisteten artig Folge und Frau N. aus P. verabschiedete sich für einige Stunden ins benachbarte Ausland, um dort feinste Tabakwaren zu erstehen. Auf dem Hinweg organisierte ich noch schnell die Festplatte für den Laptop von Frau Mama, der hier auf seine Reparatur wartete und gönnte mir ein kleines Akustikschmankerl von den „Korn“-Jungens, welches ich auch gleich in den Player meines Gefährts stopfte, wo den Lautstärkeknopf unaufhörlich drückte.

Fröhlich gröhlend und beschwingt setzte ich meine kleine Reise fort und kurz vor Einbruch der Dunkelheit traf ich wieder in der ländlichen Idylle des Plauener Umlandes ein. Herr H. aus M. brach am frühen Abend zu seiner anstehenden Weihnachtsfeier auf und wir Mädels konnten nun endlich mit dem Aufbau seines Geschenkes beginnen. Es versteht sich von selbst, dass Frau F. mich nicht informierte, welches Werkzeug ich eventuell noch mitbringen könnte, weil sie vergessen hatte, den Akku ihres Schraubers zu laden und nur einen ausgeleierten Bit besaß. Also packten wir erstmal die 248 Kartons mit den darin befindlichen 7329 Beutelchen voller Schrauben und Unterlegscheiben aus. Mir kamen beim Anblick dieser Einzelteile fast die Tränen, ich schwör’s Euch. Die folgenden 4-5 Stunden verbrachten wir nun mit Lesen der Montageanleitung und dem Aufbau. Irgendwie blieben natürlich jede Menge Schrauben übrig, aber das Teil stand wie eine deutsche Eiche und wir vergnügten und mit der ersten Inbetriebnahme. Genaueres darf ich an dieser Stelle leider nicht verraten, da Herr H. aus M. ja auch gerne hier stöbert.

Am Sonntag Mittag dann trat ich die Heimreise an und stürzte mich auch gleich auf dem Mama-Laptop, der inzwischen wieder schnurrt wie ein Kätzchen. Fix ist er, funktioniert einwandfrei und Mama, Schwesterlein und Gatte/Papa freuen sich sicher, wenn der gute Klapperkasten endlich wieder im Saarland eintrifft. Endlich konnte ich meinen Saarländern auch mal was gutes tun, was mir sonst nicht so einfach mal möglich ist, da uns ja einige hundert Kilometer trennen.

Zu guter Letzt war ich nun gestern an einem ganz ungewöhnlichen Ort zum Kaffee eingeladen und möchte meine Bewunderung ausdrücken. In den letzten Jahren herrschte zwischen ihr und mir eigentlich fast komplette Funkstille. Zwar verbinden uns enorm viele Kindheits- und Jugenderinnerungen, aber persönliche Entwicklungen und Meinungsverschiedenheiten führten vor einigen Jahren dazu, dass sich unsere Wege konsequent trennten. Böse Worte und ebenso böse Blicke waren die Folge und so war keiner wirklich traurig darüber, dass der Kontakt abbrach. Vor einiger Zeit entstand nun wieder vorsichtiger Umgang, nicht zuletzt durch das Internet und gemeinsam besuchte Plattformen. Einer Bemerkung meinerseits bezüglich Silvester folgte ihrerseits eine völlig unerwartete Einladung und ich wiederum schlug einen Kaffeeplausch vor, der so vollkommen unerwartet angenehm verlief. Nach Jahren des Schweigens saßen die beiden Frauen an einem Tisch, die sich in den vergangenen (fast) acht Jahren (!!!) mit dem sprichwörtlichen Arsch nicht ansahen. Ich bin ein äußerst nachtragender Mensch und bin einigermaßen beschämt, dass die Gegenseite das nicht zu sein scheint.

Gestern nun tratschten und lachten wir erstaunlich entspannt und tranken ordentlich viel Kaffee. Ich durfte einen Blick in die heiligen Hallen werfen und den heimischen Hund wurschteln. Ich danke Dir sehr für diese Einladung und spreche Dir hier an dieser Stelle offen meine Hochachtung vor Deiner Gutmütigkeit aus, denn Du bist weniger nachtragend als ich und kannst offenbar sehr viel schneller über Deinen Schatten springen. Es war schön, über Erinnerungen sprechen zu können und mir gefällt das dunkle Laminat in Deinem Wohnzimmer über alle Maßen. Gnihihi… Ich sehe, dass Du Dich in den letzten Jahren sichtbar weiterentwickelt hast und bin in hohem Maße erstaunt, dass das gestern so passiert ist. Wir unterscheiden uns nach wie vor enorm und trotzdem fand ich es wirklich toll, wie leicht Dir dieser Schritt zu fallen schien. Ich fuhr mit gemischten Gefühlen in Deine Richtung und habe rein gar nichts erwartet. Wer nichts erwartet, kann bekanntermaßen nicht enttäuscht werden. Ich als alter Skeptiker betrat nun recht zaghaft Dein Heim und wurde herzlich empfangen und meine anfängliche Scheu legte sich nach einigem Zögern. Danke nochmal, ich bin immer noch ziemlich überrascht, denn ich hatte mit allem gerechnet, nur nicht damit…


Geht doch…

7. Dezember 2008

Schaefchen zaehlen klein

Durchschnittlich müde bin ich gestern in mein Bett gekrochen und bei laufendem Fernseher eingeschlafen. Nach gefühlten zwei Stunden Schlaf wachte ich auf und sah ungläubig auf die rot leuchtenden Ziffern des Radioweckers. Dort stand in unmissverständlichen Leuchtzahlen, dass es bereits 5.30 Uhr sei und ich war etwas fassungslos darüber, dass ich mal wieder durchgeschlafen hatte. Ich freue mich über diese Tatsache, denn ich schlafe höchst selten durch. Ich zwang mich, noch ein bisschen liegen zubleiben und schlief für eine weitere Stunde ein. Gegen 6.30 Uhr wachte ich erneut auf und beschloss auch diesmal liegen zubleiben. Nach wiederum einer Stunde schlüpfte ich dann doch in meine warmen Pantoffeln, warf mir den Flauschibademantel über und setzte meine Kaffeemaschine in Gang. Wunderbar ausgeruht habe ich mir für heute jede Menge Hausarbeit vorgenommen und hoffe, Euer Tag beginnt genauso wie meiner. Einen schönen zweiten Advent Euch allen…

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Sie haben Post…

5. Dezember 2008

Mit etwas Verspätung vermelde ich nun endlich den Eingang meines Hauptgewinns und organisiere heute eine kleine Tube Leim, denn wir haben leider nur diese herkömmlichen Klebestifte im Haus, die für unsere anstehende Bastelstunde vollkommen ungeeignet sind. Sohnemann schaute mir etwas befremdet beim Auspacken des kleinen Weihnachtspäckchens zu und wunderte sich über das Strahlelächeln seiner Mutter. Herzlichen Dank in die Annaberge zu den Annazwergen für diese herzliche Überraschung und die zusätzlichen Geschenke. Wir bzw. ganz besonders Frau N. aus P. im wunderschönen V. haben uns sehr gefreut und werden Euch natürlich per Schnappschuss am ersten Räucherkerzcheneinsatz teilhaben lassen…

Vielen vielen vielen Dank… Solche Überraschnung liebe ich sehr!!!

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Adventsterror…

2. Dezember 2008

Weihnachten2008Liebe Leute, nun geht’s weiter. Frau Mama wurde einigermaßen „repariert“ aus dem Krankenhaus entlassen und befindet sich nun zuhause auf dem Wege der Besserung. Ihre überdimensionale Narbe hatte sich wieder geöffnet, was den Blick auf ihre Innereien mit sich brachte. Grusel… Sie nahm das mit mehr Gelassenheit als ich hin und scheint sich an die andauernde „Schneiderei“ an ihrem Körper gewöhnt zu haben. Durch die erneute OP fällt nun auch der Besuch über die Feiertage flach, da dies für sie mit unnötigen Anstrengungen verbunden wäre. Also müssen Sohnemann und seine Frau Mutter im Vogtland bleiben, was mir persönlich nicht besonders gefällt. Den Besuch holen wir irgendwann nach. Ich hatte mich schon so gefreut, Weihnachten mal wieder im Kreise meiner eigenen Familie zu zelebrieren, was mir seit vielen Jahren nicht mehr möglich war, da immer irgendwelche unvorhergesehenen Lebensumstände jeden noch so vage ins Auge gefassten Plan zunichte machten.

Draußen vor der Tür lauert Weihnachten und ich hasse das von Jahr zu Jahr mehr. Nicht nur, dass Weihnachten immer mehr zum Konsumterror ausartet, sondern dieser lange vor Weihnachten einsetzende Hype und die Einkaufshysterie der Menschen machen mich wahnsinnig. Ein großer Dorn im Auge ist mir dabei der Weihnachtsmarkt. Letztes Jahr besuchte ich selbigen schon mit Widerwillen und dieses Jahr werde ich diese Veranstaltung endgültig komplett boykottieren. Wie gerne bin ich als Kind über diesen Weihnachtsmarkt geschlendert. Überall roch es nach Geröstetem, an der nächsten Ecke nach gebrannten Mandeln und Lebkuchen. Nur der Glühwein reizte mich schon damals nicht. Schmeckt mir einfach nicht. Holzschnitzereien aus dem Erzgebirge wurden feil geboten. Schneeflocken tanzten durch die Straßen und der Weihnachtsmarkt war noch richtig weihnachtlich.

Heutzutage ist von diesem besonderen Jahrmarkt nichts mehr übrig geblieben. Es wird dort einfach alles verkauft, was lohnenswert erscheint und wenn Du noch kein Taschenmesser oder keinen Eierkocher hast, kannst Du das notfalls auch zwischen kandiertem Apfel und heißer Schokolade auf dem Weihnachtsmarkt kaufen. Mich schüttelt’s bei der Vorstellung, ehrlich. Andernorts hat man sich den Weihnachtsmarkt in traditioneller Form erhalten und dort würde mir ein solcher Besuch sicher große Freude bereiten, aber hier leider schon lange nicht mehr. Also gehe ich in diesem Jahr nicht hin. Wer jetzt mitleidig an meinen Sohn denkt, sei beruhigt. Oma und Papa lassen keinen Tag ungenutzt und werfen ihr Geld in jede noch so klapprige Bude, damit Sohnemann nicht zu kurz kommt. Ihm ist es vollkommen Wurscht, wer ihm die Zuckerwatte kauft und er weiß auch, warum ich nicht mehr gerne dorthin gehe.

Ja ich mag den Weihrauchduft, ich liebe auch die Stimmung rund um Weihnachten, aber ich hasse es, schon im September Lebkuchen im Supermarkt zu sehen. Ich bin genervt, wenn überall nur noch gestresste Menschen beim Geschenkekauf anzutreffen sind. Der Brauch, dass man die Adventzeit und den damit verbunden „Schmück-mer-uns’re-Fenster“-Brauch erst nach dem Totensonntag beginnt, wird vom Handel schon immer ignoriert und da meldet sich mein leicht abergläubiges Ich zu Wort. Weihnachten ist nur noch Konsum und so macht mir Weihnachten keinen Spaß mehr. Ich find’s traurig und ich find’s extrem doof. Meine verstorbene Oma konnte aus Weihnachten diese wunderbare Heimlichkeitengeschenkebiszumschlussverstecken-Veranstaltung machen und ich habe das gleichermaßen geliebt und gehasst. Jedes Jahr mit aller Verlässlichkeit durfte ich das Wohnzimmer am Heiligabend den ganzen Tag nicht betreten. Nichtmal durch die Milchglasscheibe der Tür durfte ich blinzeln und wenn ich das trotzdem versuchte, keifte Oma drinnen wie ein Droschkenkutscher und scheuchte mich erfolgreich weg.

Aus dem Wohnzimmer drang geheimnisvolles Knistern, verheißungsvolles Rascheln und Opa kochte gespielt desinteressiert das Neunerlei zusammen. Nichts brachte ihn aus der Ruhe und er hielt all meinen nörgelnden Versuchen stand, vorzeitig in Erfahrung zu bringen, was der Weihnachtsmann für das kleine Fräulein N. aus P. denn im Sack haben könnte. Er pfiff immer ein Liedchen vor sich hin, rührte im Sauerkraut herum und lächelte immer nur, wenn ich ihm wieder auf den Senkel ging. Oma hingegen kam manchmal für einen kurzen Moment aus der Heimlichtuerstube und ignorierte mich immer mit diesem Heimlichtuerlächeln. Wenns ihr dann mal zu bunt wurde, wenn ich ihr während dieser kurzem Moment brutal auf den Sender ging, warf sie mich kurzerhand einfach raus in den Schnee zu all den anderen Kindern, die die gleichen Sorgen hatten wie ich. Draußen schimpften wir dann gemeinsam über diesen Heiligabend und vergnügten uns mit Schlitten und Pudelmützen.

Gegen 18.00 Uhr durften wir dann alle nach Hause, aber in meinem großmütterlichen Heim war weiterhin Geduld gefragt. Oma tischte betont langsam das Neunerlei auf und überwachte mit Adleraugen jede meiner Bewegungen, vor allem meiner Augen. Die Wohnzimmertür war fest verschlossen und hinter der Milchglastür war alles so gekonnt plaziert, dass man nichtmal am Umriss erkennen konnte, was dort los war. Genervt und hochgradig ungeduldig schaufelte ich dann immer das Essen in mich, ohne irgendwas zu schmecken, denn all meine Sinne waren im Schlüsselloch des Wohnzimmers. Oma und Opa grinsten sich fortwährend an und nach dem Essen verpisste ich mich freiwillig nochmal zu meinen Leidensgenossen in die Kälte. Frierend und ständig auf die Uhren anderer Kinder glotzend bibberte ich der magischen Acht entgegen, denn dann war endlich Bescherung. Freudig rannten wir nahezu gleichzeitig nach Hause und rissen uns die Wintersachen vom Leibe.

Jedes Jahr aufs Neue war ich erstaunt darüber, was Oma hinter dieser Glastür vollbracht hatte. Da stand ein Weihnachtsbaum, der irgendwie immer wie von Geisterhand in die Wohnung gelangte. Prachtvoll geschmückt, überall duftete es nach Räucherkerzchen – selbstverständlich nur nach den schwarzen – und alle Geschenke standen oder lagen perfekt verpackt rund um den Baum. Kerzenlicht tauchte den Raum in wunderbar heimeliges Licht und Oma stand mit einem Glöckchen da und flötete voller Vorfreude auf die leuchtenden Kinderaugen „Bescheeeruuung“. Und wie in jedem Jahr stand ich erstmal einige Wimpernschläge lang in der Tür und war hingerissen von all dem Zauber. Das war der Inbegriff von Weihnachten für mich und das ist er bis heute. Meine Großeltern schafften es jedes Jahr wieder, all meine Kinderwünsche zu erfüllen. Irgendwie organisierten sie immer genau das, was ich mir gewünscht hatte, egal, was es auch war.

Ich erinnere mich an ein besonderes Geschenk. Mitten im Sommer fragte mich mein Großvater – ich muss so etwa in der 4. Klasse gewesen sein -, was ich mir den zum Weihnachtsfest wünsche und ich hatte einen ganz konkreten Wunsch. Es sollte ein metallic-blaues Klapprad sein, mit schwarzen Griffen und einem schwarzen Sattel. Auf keinen Fall eine andere Farbe und auf keinen Fall graue Griffe oder ein grauer Sattel. Dieses sollte es sein und kein anderes. Opa nickte beiläufig und nach wenigen Tagen hatte ich diese kurze Unterredung vergessen. Als ich in diesem Jahr endlich ins Wonzimmer durfte stand es da, mein Traumfahrrad in meiner Traumfarbe mit schwarzem Sattel und schwarzen Griffen. Und weil Opa wusste, dass ich gleich fahren will, waren die Pedale schon montiert und der Sitz war für die Zwergenenkelin auf niedrigster Stufe festgezurrt. Das war mein schönstes Weihnachtsfest, wirklich… Ich fuhr den ganzen Heiligabend die drei Meter vom Baum bis zur Tür immer hin und her und ich wurde nicht müde dabei. Und meine Großeltern freuten sich über meine Augen, denn die strahlten wie der Weihnachtsstern.

Und wenn ich heute vom Weihnachten meiner Kindheit erzähle, dann fällt mir immer dieses besondere Weihnachten ein. Immer dieses, weil das was ganz besonderes war und wer wie ich in der ehemaligen DDR aufgewachsen ist, weiß, dass es keineswegs normal war, dass Wünsche in Erfüllung gingen. Das passierte nur sehr selten, aber meine Großeltern machten immer alles möglich. Auch alle anderen Wünsche blieben nie unerfüllt, egal ob Schlitten, Schneeschuhe oder sonstwas. Aber das Fahrrad entlockte mir die meisten und lautesten Jauchzer und wenn ich zurückdenke, ist das bis heute das schönste Geschenk von allen gewesen. Wohl auch, weil Oma und Opa Weihnachten immer zu etwas ganz Besonderem machten. Danke dafür…

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27. November 2008

Die Zeit ist die Arznei der Seele.

Zu den wertvollsten aller Gaben zählt,
sich Zeit zu nehmen und zu haben
und zum Kostbarsten seit Menschengedenken,
jemandem diese Zeit zu schenken.

Der Weise sagt:
Eine Sekunde Zorn und Wut kann mehr zerstören,
als Du in einem Jahr Arbeit aufbauen kannst.

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So sollte jeder Tag beginnen…

25. November 2008

Der Radiowecker riss genau 5.30 Uhr seinen hässlichen Schlund auf und was kam? Richtig… Meine Götter von AC/DC mit ihrem aktuellen Song. Da wippte sogar schon im liegen mein Fuß mit und ich hab’ mit geschlossenen Augen gelächelt und den Radiowecker plärren lassen. So hab’ ich’s gerne und nur so…

signatur-kraftig14


Hamma…

24. November 2008

black ice

Bei mir läuft nun schon den ganzen Tag das neue Album von AC/DC rauf und runter und ich bin schwer begeistert. Seit ich den ersten Song von dieser Band gehört habe – und das ist Jahrzehnte her – bin ich angefixt. Das muss ich so sagen, denn es gibt kaum eine Band auf diesem Erdball, die mich mehr begeistert, als diese Combo. Der kernige Sound und der unverkennbare Stil dieser Musik reißt mich jedes einzelne Mal mit. Mein guter alter Freund Wutz schenkte mir in diesen Tagen das neue Album und ich brech’ wirklich ab. Mein absoluter Favorit ist dieser Song hier. Ich kann mich nicht satthören und ich staune immer wieder, dass diese Band nicht aufhört, einfach nur gut zu sein. Nicht umsonst trägt mein Sohn den Namen des verstorbenen Sängers, wobei ich einräumen muss, dass Brian Johnson ein würdiger Nachfolger ist und seine Stimme mittlerweile genauso markant und unverwechselbar ist, wie einst die von Bon Scott.

Jungs, Ihr seid das ultimative Urgestein, meine absolute Nummer 1…!!!

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Ich bin stolz auf Dich, mein Sohn…

18. November 2008

Früher beobachtete ich die Entwicklung meines Sohnes oft mit versonnenem Blick, einem seligen Lächeln, viel Nachsicht und ohne große Erwartungen. Schon als Baby und später als Kleinkind unterschied er sich in oftmals wesentlichen Dingen von seinen Altersgenossen. Um endlich auf die Welt zu kommen, ließ er sich zehn Tage länger als geplant Zeit, kam mit so herrlich vielen Speckröllchen in mein Leben und verschlief nahezu sein gesamtes erstes Lebensjahr. Das allein war jedoch nichts Ungewöhnliches, das tun viele Kinder. Seine Entwicklung verlief sprunghaft und oft war ich mir nicht so ganz sicher, ob er sich den Lehrbüchern gemäß entwickelt. Da war zum einen sein mangelnder Bewegungsdrang. Den ganzen Tag lag er mit ausgebreiteten Ärmchen und Beinchen in seinem kunterbunten Laufgitter, strahlte mich an, strampelte aufgeregt und freudig, wenn ich geschäftig vorbei lief oder aber er schlief.

Ich hatte die Hoffnung fast aufgegeben und es fiel mir schwer, dem längst erteilten Rat der Kinderärztin Folge zu leisten. Besorgt hatte ich sie schon vor Monaten gefragt, ob ich mit ihm zur Babygymnastik gehen solle, da er keinerlei Anstalten mache, das Krabbeln oder Laufen zu lernen, sich sogar weigerte mit seinen Füßchen den Boden zu berühren. Sie verneinte lächelnd und sagte: „Nein, lassen Sie ihm noch ein bisschen Zeit. Er hat ein extrem sonniges Gemüt und wird das ganz sicher bald von allein lernen. Er will einfach noch nicht.“ Nicht wirklich beruhigt, übte ich mich weiter in Geduld. Sämtliche Kinder meiner Bekannten, die im etwa gleichen Alter waren, plapperten, liefen, erkundeten ihre Umwelt, aßen von Mamas Teller, bissen in kleine Brötchen oder krabbelten wenigstens schon umher.

Mein Söhnchen hingegen lag noch immer lächelnd da und machte nichts dergleichen. Er mochte keine Speisen, die er kauen musste, er grinste einfach nur vor sich hin und er schlief auffallend lang. Abends gegen 19.00 Uhr legte ich ihn schlafen und er schlummerte meist bis zum Vormittag, nicht selten bis Mittag. So manches Mal seufzte ich, wenn ich andere Kinder in ihren Kinderwägen sitzen sah, wo sie an Brötchen knabberten, kindgerechte Säfte tranken und ihre Mütter vollplapperten. Scott lag eher im Halbsitzen in seinem Gefährt, trank ausschließlich seinen Krümeltee, den ich immer von zuhause mitnehmen musste, weigerte sich nach wie vor zu kauen und lächelte Gott und aller Welt verschämt zu. Er war ein ausgesprochener Charmeur und beäugte seine Umwelt mit großen, stahlblauen und hellwachen Augen. Aber er blieb in der Defensive und im Geiste sah ich mich zum Schulanfang mit Kinderwagen, Krümeltee und Zuckertüte neben all den anderen Eltern stehen.

Erst im Alter von 13 Monaten krabbelte das kleine Speckbein los. Schlagartig lernte er alles auf einmal. Innerhalb von sage und schreibe drei Wochen lernte er Laufen. Die wackelige Lauflernphase ließ er komplett weg und entwickelte sich fortan in einem Tempo, welches mir den Mund offen stehen ließ. Zeitgleich begann er endlich zu sprechen. Er war und ist kein Mann großer oder vieler Worte. Er beschränkte sich schon als Kleinkind auf die nötigsten Stichpunkte, verstand aber jedes einzelne Wort. Und er entwickelte eine äußerst pedantische Ader. Er sortierte einfach alles nach Größen, Längen oder anderweitigen Maßen. Mit ihm zu spielen, war nicht möglich. Er meckerte und schrie, wenn ich seine sortierten Autos auch nur berührte. Er konnte sich aber schon damals stundenlang allein beschäftigen. Auch das abendliche Vorlesen entpuppte sich schnell als nicht geeignet. Wie schön saß ich in meiner Vorstellung neben seinem Bettchen und las ihm Märchen vor. Ich ahnte damals noch nicht, dass er mein Vorlesen mit lautem Gekicher und Gekacker übertönen würde und viel lieber Lieder singen wollte.

Vorsingen im eigentlichen Sinne war auch nicht möglich, nein, er wollte das auf seine ganz besondere Art. Ich erinnere mich an sein erstes Weihnachtsfest. Frau Mama kauerte neben den Gitterstäben seines Bettchens und versuchte „Oh Tannenbaum“ zu flöten. Söhnchen schaute mich irgendwie gelangweilt und erwartungsvoll an, zeigte keine Freude und aus Verzweiflung änderte ich die Tonlage. Ich holte meine Luftgitarre raus, schraubte meine Stimme gefühlte zehn Oktaven tiefer und rockte ihm den Tannenbaum auf eine Weise, bei der James Hetfield vor Bewunderung das Mikro aus der Hand gefallen wäre. Plötzlich strahlte mein Sohn, jauchzte vor Vergnügen und strampelte aufgeregt und mir wurde einmal mehr klar, dass er alles anders machte als die meisten Kinder. Von diesem Tag an war abends im Kinderzimmer der Teufel los. Die „Entchen auf dem See“ headbangten, die „Stille Nacht“ war extrem gitarrenlastig und mein Sohn verfolgte jede meiner Bewegungen und Stimmlagen mit einer Aufmerksamkeit, die schon fast an Verzauberung grenzte.

Er hatte also das „Schwermetall-Gen“ geerbt und nur zu solcher Musik bewegte er sich auch. Was das Sprechen anging, weigerte er sich bis zum Einschulungsalter, den Buchstaben „J“ zu benutzen. So kam es, dass er im „Luli“ Geburtstag hatte, sich mit einem „Laschlappen“ nach dem Essen den Mund abwischte und einfach „leder“ sein Freund war. Es war zum Mäusemelken. Als er in die Schule kam, ermahnte ich ihn eindringlich, dass er spätestens „letzt“ das „J“ in seine Worte einbauen müsse und seltsamerweise tat er das auch. Bis dahin fuhr er auch „lahrelang“ nach „Maulwurf“ zum Baden. Mit Oma, Opa, Papa, Tante und ich überlegte ebenso viele Jahre, wo zum Geier dieses „Maulwurf“ sei. Erst als ich eines Tages mit zum Schwimmen fuhr, sollte ich herausfinden, wo genau dieser Ort lag.

Die Jahre vergingen und sein sonniges Gemüt wich dem eines kleinen Teufelchens. Wut- und Trotzanfälle beherrschten unseren Alltag. Aber auch das legte sich wieder. Im Nachgang vergisst man all die grauen Haare, die man jener Phase zu verdanken hat. Man färbt stillschweigend sein Haupthaar und ist froh, mit dem Leben davon gekommen zu sein. Sohnemann entwickelte sich prächtig und inzwischen merke ich mehr und mehr, dass er ein kleiner Mann wird. Es erfüllt mich mit unbeschreiblichem Stolz, wenn er die Spülmaschine ausräumt, seine kreischende Mutter vom Anblick einer Spinne erlöst, schlammverkrustete Hosen schonmal vorsorglich in der Badewanne abspült und mittlerweile kleinere Einkäufe erledigt, weil Muttern überhaupt nicht gerne einkaufen geht. Dann läuft er preisevergleichend durch den Supermarkt, bevorzugt große Packungen die günstiger sind und bringt wirklich nur die Dinge mit, die auch auf dem Zettel stehen.

Ich bin ihm dankbar für diese Hilfe und er hat augenscheinlich Freude daran, seinen Teil zum gemeinsamen Leben beizutragen. Er bringt Altpapier zum Container, schafft den Müll runter, spült die Wanne nach dem Baden aus, hängt seine Handtücher zum Trocknen auf, sammelt in seiner Fußballtasche keine stinkenden Socken, saugt auch mal die Wohnung durch, schüttet den Sand aus seinen Schuhen erst vor der Haustür aus, wärmt sich selbständig sein Mittagessen auf und versorgt seine Mama auch mit Tee und Tempos, wenn sie krank ist. Ich habe den tollsten Sohn der Welt, der aber trotzdem auch Kind ist. Er kommt regelmäßig zu spät, kleckert beim Essen, vergisst ständig seine Zahnspange, rennt am Sonntag bis nachmittags im Schlafanzug durch die Wohnung und findet für alles Ausreden. Aber er ist auch ein bescheidenes Kind.

Erst gestern erwähnte er beiläufig, dass er vor etwa drei Wochen an einem Lesewettbewerb teilgenommen habe, bei dem er den 3. Platz belegt hat. Ich horchte auf und fragte, warum er davon nichts erzähle. Er sagte, das sei doch nichts Besonderes und ich hakte nach. „Wieviele Schüler waren denn dabei?“ Er merkte an, es seien 26 Teilnehmer gewesen und ich stellte richtig, dass ein 3. Platz von 26 Mitstreitern durchaus erwähnenswert sei und nicht so unbedeutend, wie er glaubt. Wir haben vor einigen Monaten etwas ähnliches erlebt und auch damals war er der Meinung, dass er nichts Ungewöhnliches getan habe. Bescheidenheit ist eine seiner Stärken und es erstaunt mich einigermaßen, dass er bereits in seinem Alter diese Wesensart in sich trägt. Er prahlt nicht mit seinen Leistungen, hilft gerne und uneigennützig, ist genügsam und stellt seine Ansprüche meist in den Hintergrund, da ihm mehr und mehr bewusst zu werden scheint, was im täglichen Leben wirklich von Wichtigkeit ist.

Seine geistige Reife macht mich oft sprachlos und ich befinde mich oft im Zwiespalt, ob sein Charakter einfach nur angeboren oder das Ergebnis meiner energischen und konsequenten Erziehung ist. Letztendlich spielt es keine Rolle, denn ich bin über alle Maßen stolz auf meinen Jungen, der manchmal so erwachsen ist und mir beisteht. Als er gestern mal wieder eine Spinne entsorgte, sagte ich zum ersten Mal: „Jetzt bist Du der Mann im Haus und was soll ich nur tun, wenn Du mal erwachsen bist und in Deiner eigenen Wohnung lebst. Dann muss ich Dich anrufen, wenn hier eine Spinne sitzt und Du musst kommen und Deiner Mama helfen.“ Er saß am Küchentisch und lächelte mich an. Er strahlte diese Ruhe aus, die mir so fehlt und es sind genau diese Momente, in denen ich mit Wehmut an den Moment denke, wenn er seine Habseligkeiten aus meinem Leben in sein eigenes Leben trägt. So langsam bekomme ich eine Ahnung davon, wie es sein muss, wenn die Kinder irgendwann das Haus verlassen.

Mein Sohn…, Du machst mich unglaublich stolz und ich weiß, dass Du schon jetzt ein besserer Mensch bist, als ich es je sein könnte. Du bist all das, was mir oft so schwer fällt. Du bist geduldig, nachsichtig, verständnisvoll und genügsam. Du bist selbstlos, hilfsbereit und fleißig. Und Du hast Dich zu viel mehr entwickelt, als ich mir erträumt habe. Trotzdem Du ein Einzelkind bist, warst und bist Du niemals geizig, teilst alles und immer, ja verzichtest sogar auf Dinge, die Du selbst liebst und gibst dennoch aus vollem Herzen. Es sind diese Dinge, die mich so stolz machen. Vielleicht hat unser schweres Leben Dich zu dem gemacht, was Du bist. Vielleicht war es meine Erziehung, vielleicht aber auch nur unser Miteinander. Aber ganz sicher wirst Du ein großartiger Mensch, das bist Du schon jetzt und ich zeige Dir viel zu selten, wie stolz ich auf Dich bin. Und in Momenten wie diesen, wenn Du um 4.00 Uhr morgens krank auf der Couch liegst und ich Dir Tee mit Zitrone mache, Dich mit weichen Decken und Halsbonbons versorge, dann bist Du wieder mein kleines Speckbeinchen und ich möchte einfach nur die Zeit anhalten, damit Du immer hier bleibst.

Du bist der Grund dafür, dass ich morgens gerne aufstehe. Du hast mir klar gemacht, was wichtig ist, worauf es ankommt und Du hast mir bedingungslose Liebe gezeigt. Dir kann ich nie lange böse sein, Du erweichst mein Herz, wenn Du weinst und Du spendest mir Trost, wo andere machtlos sind. Du bist mein Herz und mein Blut und Du bist mein Mittelpunkt. Du bist die Liebe meines Lebens und mein Licht. Du bist die Ruhe und die Kraft, die mir oft fehlt. Du verzauberst mich mit Deinem Wesen und ich bewundere Deine Geduld mit mir. Ich mach’s Dir nicht immer leicht, aber Du nimmst mich so, wie ich bin. Du bist das Beste, was mir passieren konnte und ich bin dankbar für jeden Tag, jede Stunde und jeden Augenblick mit Dir. Ich danke Dir für alles und dafür, dass Du so bist, wie Du bist… Kein Tag ohne Dich…

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Typisch ich oder Murphys Gesetz…

30. Oktober 2008

Jeder von Euch hatte schon Erlebnisse solcher Art. Erlebnisse, bei denen Ihr am Ende resignierend mit den Schultern zuckt und Euch nicht mal mehr aufregen und ereifern könnt, weil sie sowieso immer dann passieren, wenn man nicht damit rechnet und weil das eigentlich Unmögliche passiert ist und Ihr dann dennoch sagt: „Sowas kann auch nur mir passieren…“

Gestern Abend also kam ich nach Hause, begrüßte alle Mitbewohner/innen und schlüpfte sehnsüchtig in meinen Schlafanzug und meinen watteweichen Bademantel. Das tue ich nahezu immer, wenn ich nach Einbruch der Dunkelheit zuhause ankomme. Ich fragte Sohnemann, was er gerne essen möchte und bereitete ihm frische Brötchen mit seiner geliebten Zwiebelmettwurst zu, arrangierte selbige mit ein paar kleinen Cherrytomaten, dazu noch einen Joghurtdrink – fertig. Ich wollte mir etwas vom verbliebenen Mittagessen aufwärmen, was ich auch tat. Die Mikrowelle schnurrte und ich suchte mir Löffel, Worchestersoße und Parmesankäse zusammen. Sicher fragt Ihr Euch, welch absonderliche Speisen ich da zu mir nehme, aber Frau N. aus P. liebt Worchester über alle Maßen und sie „verfeinert“ die verschiedensten Gerichte mit dieser dunkelbraunen Soße. Sie liebt diesen Geschmack wirklich sehr. Ja und manchmal streue ich mir dann auch noch geriebenen Parmesankäse obendrauf. So auch gestern Abend, zumindest war das der Plan. Hunger hatte ich nicht schlecht und als es „Pling“ machte, war ich gerade dabei, den Parmesan zu schütteln. Warum??? Ja, das ist so: Ich kaufe ja meist diese großen Dosen, wo fertig geriebener Parmesankäse drin ist. Da ich mit sparsamen Augen durch die Supermärkte laufe, greife ich gerne auf große Mengen für wenig Geld zurück.

Ich hatte also eine recht große Dose besagten Parmesankäses ergattert und dieser lauerte gerieben und einsatzbereit im Kühlschrank. Da nun aber pulverisierte Substanzen gerne Klumpen bilden, wenn die Luftfeuchtigkeit mit ihnen in Berührung kommt, muss man jene Klumpen dann meist durch mechanische Fremdeinwirkung zwingen, ihren Urzustand wiederherzustellen. So auch bei diesem verflixten Käse. Durch die etwas höhere Luftfeuchtigkeit im Kühlschrank war der Käse innerhalb der Kunststoffdose zu großen Klumpen vereint und ich nahm die Dose unter leichtem „Testen der Konsistenz ihres Inhalts“ aus dem Kühlgerät. Es klapperte… Aha, wir haben also Klumpen gebildet. Frau N. aus P. gedachte nun, dass durch kräftiges und beherztes Schütteln und Schlagen diese dämlichen Klumpen zerfallen und den Käse zerkloppen würden, damit die Krümelchen wieder durch die dafür vorgesehenen Löcher im Deckel bröseln können. Also schüttelte sie nach Leibeskräften und lief währenddessen geschäftig durch die Küche. Frau ist ja bekanntermaßen multitaskingfähig und kann mit gefühlten 26 Armen 112 Dinge gleichzeitig verrichten. Sie schüttelte und schüttelte.

Plötzlich geschah das Unfassbare, das Unaussprechliche… Der Deckel der prall gefüllten Dose öffnete sich ohne Vorwarnung und durch erwähntes und mehr als beherztes Schütteln verselbständigte sich der geruchsintensive Käse in Sekundenschnelle. Wie beabsichtigt hatte das Schütteln seinen Zweck erfüllt, sonnenklar… Die Luft, der Großteil des Bodens, ich und mein Bademantel, mein Küchentisch, meine gerade essende Katze und der Tellerrand meines Abendmahls füllten sich schlagartig mit Parmesan, der selbstredend feinstens zerkrümelt war. Kennt einer Murphys Gesetz??? Es hatte gewirkt… Ich erstarrte, murmelte ein „Nee…, oder…?!“ und blieb sekundenlang regungslos mit der offenen Dose mit immer noch hochgestreckten Arm stehen und schaute an mir runter. In Windeseile breitete sich ein sonderbarer Duft in der Küche aus. Erinnerte mich stark an getragene Männersocken. Meine Katze vergaß just in diesem Moment ihr frisches Futter und leckte eifrig das Laminat ab und ich zwang mich zur Besonnenheit, denn man/frau soll nicht fluchen. Betont langsam suchte ich den Deckel der Dose und schloss den Behälter. Ich sah aus, als wäre ich in einen bösartigen Schneesturm geraten und klopfte mir resignierend Käsekrümel vom Bademantel.

Natürlich waren diese Krümel auch in den Ausschnitt meines Mantel gefallen und mein schwarzes Haar durfte auch an diesem Desaster teilhaben. Die schwer erschüttelten Krümel waren natürlich nun nicht mehr in der Dose, also schlurfte ich kopfschüttelnd zum Besteckkasten und erarbeitete mir mit einer Gabel neue Krümel. Wortlos stellte ich mein Abendessen auf den Wohnzimmertisch neben Sohnemann und er fragte vorsichtig: „Hast wohl gekleckert?“ Ich sah ihn gar nicht an und untertrieb maßlos: „Nee, die Dose is’ beim Schütteln aufgegangen. Die Küche is’ voll Käse und Mietzo freut sich gerade tierisch.“ Ich setzte mich einfach hin und streute mir den Hass-Käse über mein Essen. Betont langsam aß ich meinen Teller artig leer und dann zeigte ich Sohnemann, was wirklich passiert war. Er verkniff sich ein Lachen und fragte ernsthaft: „Ist soviel Käse für Katzen eigentlich schädlich?“ Ich schüttelte mit dem Kopf, was noch einige Krümel zum Vorschein brachte und holte einen Besen, um die Spuren meiner mittleren Katastrophe zu beseitigen.

Meine Katze war satt und in meiner Küche roch es widerlich nach ungewaschenen Füßen. Mein Bademantel roch genauso und in Zukunft werde ich Parmesan anders zerkleinern – ganz ganz ganz sicher!!! Schönen Tag noch…

Nachtrag (8.41 Uhr): Ich habe gerade festgestellt, dass ich sogar im rechten Ohr Parmesankäse hatte. Unfassbar… Nein, das ist kein Scherz, wirklich nicht. Ich werde nachher beim Duschen alle Körperhöhlen und -öffnungen untersuchen. Das kann alles nur ein schlechter Traum sein…


Mittwoch = Bergfest

8. Oktober 2008

motivation

Der Mittwoch ist einer jener Tage, die einen schon deprimiert aufstehen, duschen und hoffnungslos durch den Tag schlurfen lässt, denn das vergangene Wochenende ist schon wieder ewig lang vorbei und das kommende Wochenende liegt in noch so unerreichbarer Ferne – genau in der Mitte eben. Wahrscheinlich plagt mich die mangelnde Motivation auch nur, weil meine Urlaubstage in diesem Jahr rein gar nichts mit Erholung zu tun hatten. Ständig lag irgendwas Wichtiges an, musste dringendst erledigt werden oder aber es gab sonstwas für Gründe, um bloß nicht auszuspannen oder gar die Seele baumeln lassen zu können. So ein bisschen saft- und kraftlos hänge ich nun schon in den Seilen, was aber größtenteils auf die körperlichen Strapazen zurückzuführen ist. So ein Umzug ins Dachgeschoss (ohne Lift) schlaucht ziemlich und schon der wöchentliche Einkauf wird zum wahren Kraftakt. Aber Jammern gilt nicht, denn ich wollte es ja so. Ein großer Dank geht an dieser Stelle auch all den fleißigen Leuten, die mich zum Teil auch noch Tage nach dem Umzug unterstützten und mir beim Wiederaufbau meiner Möbel halfen. Dies geschah in deren Freizeit, oftmals erst am Abend und das schlechte Gewissen machte sich so manches Mal in der Nacht auf meinem Kissen breit. Und wenn ich dann Tag für Tag demütig und voller Dankbarkeit mit Worten, einer Mahlzeit und erfrischenden Getränken oder Kaffee ihre Anstrengungen honorierte, kam immer jenes Lächeln über deren Gesichter und dieses „Ach komm schon, das mach’ ich doch gerne…“, dass mir schon fast übel wurde, denn ich weiß nicht mal ansatzweise, wie ich das bei all den Leuten wieder gut machen kann. Ich weiß nur, dass mir zahlreiche Einsätze bei diversen Umzügen ins Haus stehen. Das ist das Mindeste, was ich in den kommenden Jahren an Wiedergutmachung leisten kann. Und das werde ich, das bin ich jedem Einzelnen schuldig. Dieser Umzug war der physisch anstrengendste, den ich je bewältigen musste. Und alle Mann mit mir…

ewm

Einige von meinen Helfern hätten es wirklich verdient, dass ich sie hier namentlich erwähne, denn so manche/r Freund/in stand mir vor, während und auch nach dem Umzug immer und immer wieder zur Seite. Manche von den Heinzelmännchen halfen völlig unerwartet und ich war erstaunt, wie gerne sie mit anpackten. Mitten im größten Stress saßen wir alle hier oben für die eine oder andere Zigarettenlänge zusammen, ich schaute schweigend in die schnatternde Runde und sah in die Gesichter meiner Helfer. Jeder lachte, keiner war genervt, alle strahlten eine wunderbare Energie trotz der enormen Anstrengung aus. Es war so unbeschreiblich schön zu sehen, dass diese Menschen ob der Belastung ihren Humor nicht draußen ließen und es ihnen weniger ausmachte, als ich befürchtet hatte. Es wurde laut gelacht, alte Missetaten wurden zum Besten gegeben und man hätte glauben können, hier würde nicht umgezogen sondern gefeiert. Ein schöner, wenn auch anstrengender Umzug… Nun, da sich der erste Sturm gelegt hat, kommen wir hier etwas zur Ruhe. Hier und da sind noch ein paar Schönheitsarbeiten nötig, aber die verschieben wir getrost auf die lange Bank, denn sie sind keineswegs so dringend, dass sie nicht noch ein paar Tage oder Wochen warten könnten. Sohnemann fühlt sich in seinem neuen Zimmer offenbar schon sehr wohl und auch ich genieße die Ruhe und die gemütliche Atmosphäre hier, die sich vor allem abends breit macht. Der kleine Mann kommt inzwischen auch bestens mit seiner Zahnspange zurecht. Der Schulweg ist erfreulich kurz und wenn wir uns noch an die ungewohnten Geräusche von draußen gewöhnt haben, ist alles in bester Ordnung. Der tägliche Aufstieg ins Dachgeschoss kostet uns nun auch nicht mehr so viel Puste, wenn man vom Wocheneinkauf absieht. Die Schlepperei von Getränken und den täglichen Notwendigkeiten kosten mich auch jetzt noch jede Menge Kraft, aber das hält fit und macht munter. Übergewicht hat hier oben keine Chance…

So langsam neigt sich nun auch mein Dienstag dem Ende entgegen und der Mittwochsartikel steht vor seiner Vollendung. Zwar bezieht er sich nicht wirklich auf die Wochenmitte, aber nach so langer Blog-Abstinenz gab und gibt es halt doch einige Gedanken, die es wert sind/waren, hier festgehalten zu werden. Den vorgezogenen Post gibt es diesmal schon am Dienstagabend, denn morgen früh werde ich das erste Mal wieder beim morgendlichen Kaffee schön gemütlich online die Zeitung lesen und durch die Weiten des Internets schlendern. Ich habe jede Menge nachzuholen und freue mich, endlich wieder hier zu sein. Ich habe es vermisst, einfach auf die Fülle an Informationen zugreifen zu können, nach der sich mein Kopf so oft sehnt. Nirgendwo sonst finde ich Antworten auf all die Fragen, die einem unsteten Geist Nahrung geben.


Verabschiedung… (nicht für lange)

18. September 2008

Liebe Mädels und diesmal auch die Jungs,

da ich nicht genau weiß, ob ich morgen früh noch die Zeit finde, hier meinen morgendlichen Artikel zu verfassen, tue ich das vorsorglich jetzt. Es ist Donnerstag, der 18. September 2008 genau 20.50 Uhr. Sohnemann ist der Einzige, der noch halbwegs Normalität in seinem Zimmer genießen darf und der junge Mann macht sich gerade bettfertig. Abendessen ist erledigt, Hausaufgaben auch und morgen darf Söhnchen dann die Ruhe bei Papa/Oma genießen. Er war bei den bisher erledigten Umzugsarbeiten wirklich sehr fleißig und hat mir geholfen wie ein richtiger Mann. Artig erfüllte er alle Aufgaben, die ich ihm überlassen habe und meckerte kein einziges Mal. Seine Zahnspange hat er heute gleich komplett bekommen, womit wir nicht gerechnet hatten. Die Kieferorthopädin bat das Labor der Zahntechnik darum, das Oberteil doch bitte gleich mit fertigzustellen, da wir uns so einen weiteren Termin sparen können. Die erfüllten diesen Wunsch prompt und wir müssen nun erst wieder in sechs Wochen antreten zur Kontrolle. Die neue Spange drückt und quält den kleinen Mann ziemlich, aber er erträgt es mit Fassung. Er weiß, dass das anfangs nunmal so ist und hofft auf Besserung.

Nach getaner Arbeit im Studio haben wir zusammen heute so einiges geschafft:

  • Küchenschränke restlos geleert
  • Vorratsschrank fast vollständig transportfähig gemacht
  • Jalousien abmontiert (außer Kinderzimmer)
  • Schlafzimmer bis auf die Klamotten und meine blöde Reisematratze komplett leergeräumt
  • Tisch und Stühle aus der Küche geräumt
  • Geschirrspüler ein letztes Mal befüllt und in Betrieb genommen
  • Töpfe, Pfannen, Teller, Tassen, Besteck und den ganzen Kram verpackt und reisefertig gemacht

Für den morgigen Freitag ist bereits alles durchgeplant, was noch von Dringlichkeit ist und ich denke, dass ich morgen Abend maximal 2½ Minuten zum Einschlafen brauche. Meine Nacht ist gegen 5.00 Uhr vorbei und dann muss ich bis abends durchziehen. Wenn meine Organisation hinhaut, werden wir morgen folgendes erledigen:

  • in der neuen Wohnung Kleiderschrank aufbauen
  • Kabeltechnik-Kumpel überprüft, welches Material ich für zwei weitere TV-Anschlüsse benötige
  • Großteil der Verpflegung für Umzugshelfer/innen einkaufen
  • Sohnemann mit neuem Wohnungsschlüssel in den Wochenendurlaub verabschieden
  • Kinderzimmer komplett umzugsfertig machen
  • in allen Räumen Nägel, Haken und Schrauben entfernen
  • Badartikel weitestgehend einpacken
  • Küche vollständig abmontieren

Wenn ich das morgen alles schaffe, falle ich abends vollkommen platt ins Bett, aber sehe dem Samstag sehr viel gelassener entgegen. Alle angesagten Helfer haben heute ihre Teilnahme bestätigt und so treten am Samstagmorgen punkt 9.00 Uhr hier satte neun Leute an, vielleicht sogar zehn, denn einer wollte eventuell noch Verstärkung mitbringen. Sohnemanns Papa hilft auch fleißig mit, was ich bemerkenswert nett finde, denn er hat mich in solchen Situationen trotz allem nie im Stich gelassen. Absolut feiner Zug von ihm, egal was mal zwischen uns war. Er hilft mir und damit auch seinem Sohn. Solche Ex-Männer hat man nicht oft, denke ich. Wir sind dann alles in allem drei Mädels und der Rest sind alles feine Kerls, die ohne groß zu grübeln ihre Hilfe zugesagt haben. Gerne würde ich diese tollen Leute hier namentlich erwähnen, weiß aber nicht so recht, ob sie ihre Namen hier gerne veröffentlicht wissen. Es sei nur soviel gesagt, dass ich die meisten von ihnen zwar schon viele Jahre kenne, manche davon aber wiederum erst relativ kurz. Nichts desto trotz haben alle schon mehr als einmal tatkräftig geholfen und ich freue mich, solche Menschen zu meinem Umfeld zählen zu dürfen. Auf sie ist Verlass und jeder Einzelne von ihnen hat was gut bei mir. Das kann mich im Extremfall zwar die Teilnahme an mindestens neun Umzügen kosten, aber das bin ich jedem von ihnen schuldig, denn am Samstag geht’s ins Dachgeschoss und das schmerzt in allen Muskelfasern.

Ganz am Schluss möchte ich meiner Kollegin und mittlerweile guten Freundin S. und ihrem „Schatzi“ (wie sie ihn nennt), meinem Chef aufrichtig für die Unterstützung und Geduld der letzten Wochen und Monate danken. So manches Mal kroch ich auf dem Zahnfleisch zur Arbeit, konnte kaum noch geradeaus denken, vergaß sicher vieles, war oft handlungsunfähig, aber niemand war mir ernsthaft böse und man hatte Nachsehen mit mir. Ich war dünnhäutig, nervlich angeschlagen und lief wochenlang mit Scheuklappen durch die Welt, nur um nicht noch mehr in die Knie zu gehen. Alles tat weh und ich schlug um mich, wie ein verwundetes Tier. Wie oft habe ich damit genau die Beiden getroffen, die jeden Tag mit mir arbeiten mussten. Ich funktionierte auf Sparflamme, aber Kopf und Herz lagen regelrecht geprügelt vor mir auf dem Boden. Mit genügend Abstand konnte ich mich einigermaßen erholen und befinde mich mittlerweile auf einem heilsamen Weg der Besserung. Ich habe noch keine Zeit, um Kräfte zu tanken, aber die Wunden sind ganz frisch vernarbt und hören langsam auf zu schmerzen. Ich blute nicht mehr, nur noch in größeren Abständen und dann meist auch ohne Tränen. Es wird besser und das emotionale Chaos liegt hinter mir. Nur der Abstand machte das möglich. Ihr Beide habt mich dabei begleitet, mal schweigend, mal zuhörend und oft auch im Gespräch, obwohl ich zeitweise ein schrecklich sturer Gesprächspartner war, der nur noch weglaufen wollte.

Mein Dank ist nicht in Worte zu fassen und ich hoffe, dass ich eines Tages eine Möglichkeit oder einen Weg finde, um Euch meine Dankbarkeit zu zeigen, zurückgeben zu können oder anderweitig Ausdruck zu verleihen, denn Ihr habt Durchhaltevermögen und Geduld mit mir bewiesen. Und für was ich Euch alles zu danken habe, wisst nur Ihr allein. Wenn ich Euch in meinem Schmerz oft so verletzt habe, tut es mir aufrichtig leid und ich weiß nicht, ob alle Worte dieser Welt reichen, um das aufzuwiegen, was Ihr mir entgegen gebracht habt. Aber ich möchte es dennoch versuchen, irgendwann, irgendwie…

Danke auch an meine beste Freundin J., die mich so oft ertragen hat, wenn ich geflohen bin. Sie allein kann ermessen, welch schwieriger Mensch ich in solchen Lebenslagen bin und trotzdem ist auch sie geduldig und nie nachtragend. Und ich danke all denen, die mir Zuversicht und Zuspruch gaben, als ich vor dem Nichts stand. Danke Euch allen, ich bin froh, dass ich jeden Einzelnen von Euch kenne und nur zu gerne würde ich die Namen all derer nennen, die mir ihre Freundschaft und ihre Gedanken gewidmet haben.

Schwermütige Zeilen zum Abschied waren eigentlich nicht meine Absicht, als ich vor knapp zwei Stunden mit dem Schreiben begonnen habe. Mein Sohn liegt längst im Bett. Minutenlang saß ich an seinem Bett und wir plauderten ein letztes Mal vorm Einschlafen, denn heute ist seine letzte Nacht hier in diesem Mauern. Meine eigene letzte Nacht verbringe ich allein und ich bin unendlich froh, dass das Warten vorbei ist. So froh… Unser neues Leben beginnt am Samstag und wir haben sehr viel gelernt. Über Menschen und ihre Versprechungen, über Menschen mit zwei Gesichtern, über Freundschaft, über Lügner, über selbstlose Hilfsbereitschaft, über uns selbst und unser Innerstes… Wir sind vorsichtiger, dankbarer und etwas demütiger, denn wir haben im größten Schmerz genau die getroffen, die uns helfen wollten und es trotz allem noch immer tun.

Danke J.H., M.S., S.W., A.K., I.D., C.F., A.?., L.C., D.P., K., C.K., R.L., S.G.B., meiner Familie P.+J.P.S.+C.S. und allen, die ich zu so später Stunde vergessen habe.

Wir sehen uns „drüben“ in der neuen Wohnung. Und vielleicht finde ich morgen früh ein paar Minuten Zeit, Euch einen guten Morgen zu wünschen… *wink*