Der guuute Onkel Brösel…

3. September 2009

…war so nett und hat kurzerhand und erschreckend unkompliziert ein beinahe neues Fahrrad an Sohnemann hergeschenkt, als er von dem gemeinen Diebstahl hörte/las. Er hat noch ordentlich die Reifen aufgepustet, das alte Schloss abgepopelt, noch bissle Öl hier und da rangemacht und zack, gehörte es dem leichtsinnigen jungen Mann, der ein Zimmer bei mir bewohnt.

Ich danke Dir im Namen meines Sohnes hiermit nochmal in aller Form und freue mich mal wieder über alle Maßen, dass ich solche guten Freunde habe. Wirklich wahr… Das ist alles andere als selbstverständlich und wenn ich mal ‘ne Harley übrig habe und Deine grad geklaut wurde, dann schenk’ ich Dir meine… Einfach so… :-)


Alte Freunde zu Gast im Vogtland…

19. August 2009

Das Internet macht Dinge möglich, die mich immer wieder aufs Neue begeistern. Seit geraumer Zeit gibt es zahlreiche dieser Netzwerke, in denen man alte Freunde und Bekannte finden und über deren Freundeslisten wiederum weitere Leute aufstöbern kann. Tolle Sache das.  So geschah es auch, dass ein gewisser M. mich laut Benachrichtigungsmail gefunden habe. Der Vorname sagte mir nicht viel, da dieser in unseren Breitengraden nicht unbedingt selten ist. Vom Nachnamen stand da nichts, tut es in derlei Mails ja nie. Also klickte ich mich in Richtung dieses Profils und staunte nicht schlecht. Ein guter Kumpel aus uralten Tagen hatte mich gefunden und da er im August in der alten Heimat Urlaub machen wollte, vereinbarten wir vorerst nur, dass wir uns ja dann treffen könnten.

Na klar, ich treffe nur zu gerne Freunde von ganz früher und hinterließ gleich meine Nummer. Dann bekam ich letzte Woche das Signal, dass “es” in den nächsten Tagen soweit wäre. Nochmal fix zur Sicherheit meine Nummer hinterlassen und prompt flatterte am vergangenen Wochenende eine SMS aufs Display. Gestern dann hockten wir nun endlich nach ca. 15 Jahren wieder zusammen und lachten Tränen über alte Zeiten und Schandtaten. Mit von der Partie waren seine Frau und die beiden Kinder. Ich blieb länger als geplant, lachte heftiger als erwartet und freute mich über alle Maßen, den alten Haudegen mal wieder aus der Nähe zu sehen. Ein bisschen älter, ein bisschen gereifter und kein Stück verändert. Schön war’s, wiederholen sollte man das unbedingt und ich hoffe, wir sehen uns noch ganz oft wieder. Danke liebes Internet, ohne Dich wäre das nicht möglich gewesen.

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Auf Wiedersehen…

12. August 2009

Heute erreichte mich vollkommen unerwartet die Nachricht über den Tod eines ehemaligen Nachbarn. Ich bin bestürzt und angesichts dieses tragischen Ereignisses fehlen mir die Worte für das, was mir in diesen Stunden durch den Kopf geht.

Erinnerungen an meine Zeit in diesem Haus kommen hoch und ich dachte immer sehr gerne an meine Zeit dort. Vor fast genau 13 Jahren zogen wir mit unserem klitzekleinen Sohnemann in eine größere Wohnung. Dachgeschoss, helle Räume, Balkon und vor allem ein Kinderzimmer. Gleich nebenan wohnte ein älteres Ehepaar. Zwei stattliche und hochgewachsene Menschen, alle beide hatten schneeweißes Haar und sie waren es, die mir als erstes im Flur begegneten. Scott war gerade zwei Monate alt, als wir dort unser Heim einrichteten. Unsere erste Begegnung ließ gleich jedes Eis schmelzen, denn als ich mich mit Scotti im Arm die Stufen bis nach oben quälte, standen die Beiden da und strahlten mich an: “Aaaaach, eeendlich wieder Kinder im Haus. Das ist sooo schön und darüber freuen wir uns sooo sehr.”

Ich war etwas verdutzt, denn man hört derlei freudige Worte nicht oft, wenn es um oftmals schreiende und trotzende Kinder geht. Ich lächelte etwas zaghaft zurück und was in den folgenden fünf Jahren an Herzlichkeit aus der Nebenwohnung kam, war einfach unbeschreiblich. Meine liebenswerten Nachbarn vergaßen kein einziges Mal den Geburtstag meines Sohnes, ein Weihnachtsfest, den Kindertag oder Nikolausi. Immer, ja wirklich immer lag oder stand etwas Tolles auf unserem Schuhschrank. Wer jetzt glaubt, es handelte sich dabei um Kleinigkeiten, irrt gewaltig. Meine lieben Nachbarheinzelmännchen stürzten sich jedes Mal in unverschämt hohe Kosten, um meinem Sohn eine Freude zu machen. Und immer war das Geschenk in silbern glänzende Alufolie gepackt. Anfangs war ich darüber einigermaßen irritiert, aber wenn ich heute Geschenke in Alufolie sehe, denke ich jedes einzelne Mal an “meine Zänkers”.

Es dauerte nicht lange, bis mein Kater “Mephisto” das erste mal aus der Wohnung entwischte und auf direktem Weg rüber zu Zänkers rannte. Frau Zänker freute sich diebisch, denn sie mochte Haustiere sehr sehr gerne. Sie beruhigte mich, als ich meinen Kater gleich holen wollte: “Ach, das macht nichts. Lassen Sie ihn ruhig ein bisschen bei uns. Wir hatten früher einen Hund und seitdem dieser gestorben ist, vermissen wir das oft. Ich klingle nachher, wenn er zurück will.” Sprach’s und “behielt” meinen “Dicken”  für eine beachtliche Zeit. Kein Wunder, denn dort drüben durfte er nach Herzenslust in Pflanzen beißen, daran nagen und in den Blumentöpfen buddeln. Irgendwann klingelte es und Frau Zänker brachte mir mein Ungetüm zurück.

Nicht lange danach stand plötzlich eine große Pflanze im Hausflur und als ich wieder einmal die Treppen hochhechelte, strahlte mich die große Frau von nebenan wieder an und sagte: “Der Blumenstock ist für Mephisto. Den darf er ruhig aufessen, der steht extra für ihn hier, falls wir mal nicht zuhause sind.” Ich kicherte und fand das mehr als süß. Lächelnd schloss ich die Tür und so vergingen die Monate im neuen Zuhause. Scotti wurde zusehens mobiler und morgens klopfte er gerne mit den Fersen an die Wand, wenn er wach wurde. Mir war das peinlich, denn ich wollte niemanden stören oder für Unruhe im Haus sorgen. Aber meine Nachbarn waren regelrecht erfreut, wenn sie den kleinen Mann mal hörten.

Als er endlich laufen konnte, verbrachte nicht nur mehr Mephisto seine Zeit nebenan, sondern es kam immer häufiger vor, dass auch Scotti hinterher tippelte und auch zu den netten Nachbar wollte. Auch das war mir höchst unangenehm. Meine Nachbarn allerdings bettelten regelrecht darum, auf Scotti aufpassen zu dürfen und peinlich berührt willigte ich ein. Von Stund an klingelte Scott fast täglich dort drüben und “Tante Rosi und Onkel Harald” öffneten jedesmal freudestrahlend die Tür. Es wurde kurz rübergewinkt und dann schlossen sich die Wohnungstüren wieder. Es war goldig, das zu sehen, denn die Beiden genossen die Zeit mit Scotti sehr. Sie feierten mit ihm Fasching, malten ihn an, brachten ihm lustige Worte bei – Tante Rosi nannte ihren Harald oft im Scherz “Sausack”. Mehr muss ich nicht sagen.

Diese und noch viele andere Erinnerungen kommen heute wieder zum Vorschein. Als ich barfuß und im Badeanzug bei Rosi telefonieren musste, weil ich mich ausgesperrt hatte, als die Nachbarn ihr Bad komplett verschönern ließen und eine Woche meine Toilette benutzten, als mir Onkel Harald Schnäpschen einflößte und und und… Irgendwann tauschten wir auch die Wohnungsschlüssel. Die tollsten Nachbarn, die man sich wünschen kann und herzlich wie kaum jemand sonst. Eine schöne Zeit hatten wir dort, dank ihnen. Sie sahen Scotti laufen und sprechen lernen, die verfolgten seine Entwicklung mit großem Interesse und waren immer liebevoll zu ihm und auch zu mir. Danke für alles und auf Wiedersehen, denn ich möchte im Nirvana gerne wieder neben Euch wohnen. Es war schön mit und bei Euch. Ich bin sehr traurig heute und ich werde heute Bilder von damals anschauen, weil mir danach ist.

Tante Rosi, sei tapfer und behalt’ den Mut. Es ist schwer, sehr schwer und alle, die Dich und Deinen Onkel Harald kennen, wissen, wie groß die Lücke ist, die er bei Dir und allen Menschen hinterlässt. Ich denke an Euch!!!

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Wir Mädels…

5. August 2009

Viel möchte ich zu diesem Bild nicht schreiben, denn ich mochte diesen Schnappschuss auf Anhieb und er drückt alles aus, was man wissen oder fühlen sollte, wenn man an seine Familie denkt…

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Saarland im Vogtland…

21. Juli 2009

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Gestern am frühen Abend trafen meine Saarländer nun im Vogtland ein. Sohnemann hatte sich extra noch in duftendes Badewasser gelegt, Haare hyperhipp frisiert, Nägel mani- und pedikürt, schicke Klamotten angezogen – ich kam aus dem Staunen nicht heraus. Die Ursache dürfte nicht zuletzt darin begründet sein, dass mein Schwesterlein in seinem Alter ist und auch seine Omi und der Opi nur den allerbesten Eindruck haben sollten von ihrem Enkelsohn. Gelungen ist ihm das und in seiner allseits bekannten Coolness fielen wir über unsere Besucher herein. Frau Mama lauerte schon an der Tür und quiekte durchs Haus, als ich die Stufen nach ganz oben hochkletterte. Eine herzhafte mütterliche Umarmung, dann erst wurde Licht im Flur angeknipst.

Sie bewunderte ihren gereiften Enkel und er grinste verschämt vor sich hin. Opa teste gerade die Badeinrichtung und Schwesterlein erforschte ihr Gästezimmer. Dann versammelte sich der Rest doch noch im Wohnzimmer. Meinereiner wurde zuerst an die stiefväterliche Brust gedrückt – so mag ich das ja gerne – und mein Fräulein Schwester guckte etwas verunsichert drein, da wir ja kürzlich ein paar kleine geschwisterliche Reibereien hatten. Ich gab ihr erst die Hand und dann rupfte ich sie ihn meinen Arm, was das Eis schlagartig schmelzen ließ. Von hinten durch die Brust ins Auge. Geschwisterliche Zickereien verboten, jetzt sind wir in Plauen, hier wird gelacht und geschnattert.

Frau Mama hatte wie immer Geschenke im Gepäck und Herr Sohn bekam eine äußert coole Jacke, die er auf dem Heimweg auch sofort anziehen wollte. Sehr cool, sehr dunkelblau, sehr von Nike und sehr sehr geil, muss ich schon sagen. Klamottentechnisch lagen Frau Omi und Herr Opi noch nie daneben, was die Kleiderordnung von Herrn Enkelchen angeht. Er war begeistert und verzog auch ganz geringfügig eine Miene, die man glatt als Lächeln hätte deuten können. Für mich packte mein Mütterchen wie immer Jeans und sowas aus, auch sehr geil und da war noch etwas, was ich schon beinah vergessen hatte.

Herr Stiefpapa war ja über Weihnachten auf seinem jährlichen Trip zuhause in Indien und hatte vor seiner Abreise meine Mutter beauftragt, mich zu fragen, welchen Wunsch ich hätte. Diesmal überließ ich das nicht dem Zufall, da ich normalerweise nicht gerne Wünsche äußere. Es sollten Elefanten sein, meine Lieblingstiere. Egal in welcher Form, egal aus welchem Material, egal woher, ganz egal, Hauptsache Elefanten. Ich liebe diese Tiere, ihren familiären Zusammenhalt, ihre Größe, ihre Anmut, ihr Wesen, alles. Beim Auspacken meiner Klamottagen riet sie mir zur Vorsicht, denn inmitten des Stoffes lauerten sie, meine Elefanten. Drei Stück, offenbar zerbrechlich und ich hatte sie längst vergessen, denn mein Wunsch war ein halbes Jahr alt und in den Tiefen meines lückenhaften Gedächtnisses verschüttet. Seht sie Euch an, ich finde sie traumhaft und sie stehen seit gestern Abend in meinem Wohnzimmerschrank. Frisch aus Indien, etxra für mich, aus schneeweißem Speckstein (denke ich, ich frage nach), offenbar handgearbeitet, denn man sieht deutlich die Bearbeitungsspuren und sie sind wuuunderschöööön. Danke danke danke!!! Genauso habe ich mir das gewünscht und sie fühlen sich so wunderbar geschmeidig in der Hand an. Ich könnt’ platzen vor Stolz und Freude.


Glänzende Augen…

7. Juli 2009

Nun dringen schon wieder die ersten Beschwerden über die vorherrschende Sommerflaute in meine Augen, also poste ich heute mal wieder was. Lust habe ich derzeit nicht unbedingt zum Schreiben, Anlässe gibt es auch kaum, aber man beugt sich dem Willen seiner Leser und tippert artig. Nach wie vor drücke ich die Schulbank und mein Kopf ist abends nahezu leer. Keine hässlichen Kommentare hierzu bitte. Mein Date am Samstag war gut, mehr verrat’ ich Euch nicht. Sohnemann hat seine erste Ferienwoche hinter sich gebracht und ist seit gestern nun offiziell ein Teenager. Zwei gute Freunde machten es möglich, dass er zum Geburtstag endlich ein eigenes Dingelchen bekam, mit dem er nun ins Net vorstoßen kann, ohne mir ständig auf der Pelle zu hocken, wann er denn an meinen Rechner dürfe. Nix neues, nix aufregendes, aber eben sein eigenes Teil und jetzt herrscht endlich Ruhe an meinem Schreibtisch. Gefreut hat er sich auf seine ganz spezielle Art, die wahrscheinlich nur ich als seine Mutter richtig verstehe. Er hat diese subtile Art der Freude in sich, die sich bei den meisten Kindern ganz anderes äußert. Wenn andere Kinder etwas geschenkt bekommen, das ihr Herz höher schlagen lässt, toben, quieken, lachen und jauchzen sie. Nicht so mein Sohn.

Er schaut Dich an, die Augen glänzen zweifellos, aaaber… Er jauchzt nicht, er lächelt nur verschämt, er quiekt auch nicht, er sagt erstmal gar nichts und er tobt erst recht nicht, er sagt nach einer Weile ganz nüchtern, aber innerlich jubelnd: “Cooooooooool…!!!” Das war’s. Mehr kommt da nicht. Und nach einer weiteren halben Stunde bedankt er sich artig und freut sich leise weiter. So war er schon immer und wenn ich ihn nicht kennen würde, könnte ich glatt denken, dass ihm alles am Arsch vorbei geht. Nein, tut es nicht, er freut sich wie verrückt, aber eben seeehr leise. Diese introvertierte Art der Emotionen hat er von mir geerbt. Jetzt stöhnen am Bildschirm sicher viele auf, die mich kennen. Leute, ich rede davon, wie ich selbst als Kind war. Schüchtern, zurückhaltend, schweigsam, beobachtend, auf wenige Personen fixiert, aber hyperneugierig und mit großen Augen die Welt beäugend. Ja, ich weiß, das hat sich geändert, Gott sei Dank. Und Sohnemann darf so sein, die Mädels stehen drauf, hab’ ich gemerkt. Über einen zu kleinen Freundeskreis kann er sich nicht beschweren und er kann ja auch anders, halt nur im Kreise seiner Familie oder nahen Freunde. Ist vollkommen in Ordnung und solange er mir mit seinen Augen zeigt, wie groß die Freude ist, darf er das auch weiterhin so tun. Ich lese in ihm, das weiß er.

Leider fehlte mir zwecks Schule die Zeit, mit ihm richtig zu feiern, denn am Nachmittag fuhr er eine Woche zu Papa. Aber das holen wir bei einem großen Eis nach. Und was ja eigentlich der Hammer war, ist, dass ausgerechnet an seinem Geburtstag morgens das Lied kam, bei welchem er sein Köpfchen zum ersten Mal in die große weite Welt streckte. Hier für Dich, mein kleiner großer Mann. Noch heute bekomme ich Gänsehaut, wenn ich dieses Lied höre und ich habe gestern Morgen ganz laut gedreht, als das kam. An einem verregneten Julitag 1996 abends 20.45 Uhr kam dieser Song und das war bis dato der schönste Moment im meinem Leben, das wird er auch bleiben, denn seit diesem Tag ist alles anders. Besser, wichtiger. Auch hier noch einmal alles Liebe zum Geburtstag, mein Dicker. Du bist auf dem richtigen Weg und ich wünsche mir, dass ich auch noch in Deinen Augen lesen kann, wenn Du Deine ersten grauen Haare bekommst. Du bist das Wichtigste in meinem Leben und das Beste, was mir je passiert ist, denn ich liebe nichts so sehr wie Dich.


29.08.1959 – 25.06.2009

27. Juni 2009

Mir fehlen noch immer die Worte für diesen Verlust. Während meiner gesamten Kindheit und Jugend warst Du für mich der größte und einzig wahre Künstler. Ich sammelte jeden Fetzen Papier, jede Kassette, jede noch so unbedeutende Kleinigkeit von Dir, ganz egal was, wenn nur Dein Name darauf stand. Mit Deinem Tod nimmst Du einen Teil meiner Jugend mit Dir, denn Du warst ein wichtiger Bestandteil meines Lebens. Deine Musik war das Größte für mich und mit 14 Jahren schrieb ich Dir einen Brief, der nie beantwortet wurde. Dein plötzlicher Tod löste bei mir tiefe Bestürzung und Ungläubigkeit aus und die Nachricht wird noch lange nachhallen. Ich werde niemals vergessen, wo ich in diesem Augenblick war und wer Dich nicht annähernd so bewundert hat, wie ich es einst getan habe, wird nie ermessen können, wie entsetzlich traurig ich über Dein Fortgehen bin. Auch wenn man mich für vollkommen verrückt erklären wird, gestehe ich, dass ich geweint habe und das Gefühl habe, ein Familienmitglied sei gestorben. Damals warst Du das für mich und irgendwie bist Du das immer geblieben, denn ich habe Dich wirklich sehr verehrt und kindlich geliebt.

Grüße an Bon Scott, Jimmy Hendrix, John Lennon, Bob Marley und all die anderen großen Idole, die viel zu früh gegangen sind. Du warst jedoch das Größte von allen für mich. Danke für Deine Musik und danke dafür, dass ich ein Kind Deiner Zeit sein durfte.

Du fehlst!!!


Gänseblümchenfüße…

4. Mai 2009

Ein traumhaftes Wochenende liegt hinter mir. Der Freitag war normal, alltäglich, notwendig, wie nahezu alle Werktage. Am Samstag vergnügte sich Sohnemann mit seinen Freunden vom Lande und übernachtete auch gleich dort. Die beiden verbliebenen alten Leutchen fuhren dann halt ohne ihn ins benachbarte Umland, um dort eine Freundin zu besuchen. Angedacht waren eigentlich nur 1-2 Stunden, geblieben sind wir dann bis weit nach Einbruch der Dunkelheit und hatten somit völlig unerwartet den ganzen Tag dort verbracht. Gegrillt wurde dann auch noch und so fuhren wir satt und durchgefroren wieder nach Hause.

Sonntagmorgen strahlte trotz anders lautenden Wetterprognosen die Sonne mit aller Kraft und so wurde ohne Zögern beschlossen, den Tag im “Leih”-Garten zu verbringen. Fix ein paar leckere Steaks, ein bisschen Nudelsalat, ein paar Getränke und Notwendigkeiten ins Körbchen gepackt und auf geht’s. Dort angekommen wurde dann fix ein bisschen gearbeitet und für den Rest des Tages ließen wir auf den Sonnenstühlen die Seele im Windhauch baumeln. Die Haut freute sich und ‘s Gemüt auch. Am späten Nachmittag wurde dann noch schön gegrillt, der Garten wieder aufgeräumt, Sohnemann aus dem Kurzurlaub abgeholt  und dann ließen wir das Wochenende genauso friedvoll ausklingen, wie es begonnen hatte.

Nee, Leute, eigentlich passierte nix Aufregendes, nix Spektakuläres, nicht mal was halbwegs Außergewöhnliches. Nein, es war schön ruhig, entspannend, trotzdem lustig und wunderbar erholsam. Ich hab’s genossen, fand es traumhaft und sah Dinge, die ich mir nicht anders ausmalen würde, wenn man mir einen kunterbunten Stift geben würde, um ein Wochenende zu zeichnen. Alles war genauso, wie ich es brauche, damit ich mich wohlfühle und absolut nichts vermisse. Danke für das wunderschöne Wochenende und Danke für alles andere. War schee und soll so bleiben!!!

Gänseblümchenfüße


Alles Gute zum Geburtstag, liebe Mama!!!

4. April 2009

Man nehme 12 Monate, putze sie ganz sauber von Bitterkeit, Geiz, Pedanterie und Angst und zerlege jeden Monat in 30 oder 31 Teile, so dass der Vorrat für ein ganzes Jahr reicht. Nun wird jeder Tag einzeln angerichtet aus einem Teil Arbeit und zwei Teilen Frohsinn und Humor. Danach füge man drei gehäufte Esslöffel Optimismus hinzu, einen Teelöffel Toleranz, ein Körnchen Ironie und Takt. Jetzt wird noch alles reichlich und mit viel Liebe übergossen. Das fertige Gericht empfiehlt sich jetzt noch mit Sträußchen kleiner Aufmerksamkeiten zu schmücken und serviere es dann täglich mit Heiterkeit und mit einer guten, erquickenden Tasse Tee…

Meine liebe Mama,

vor nunmehr 54 Jahren hast Du das Licht der Welt erblickt und bereicherst seitdem das Leben der Menschen um Dich herum. Nicht immer war das Glück Dir hold und so manches Mal musstest Du entkräftet innehalten. Lebensbedrohliche Krankheiten suchten Dich heim und manche von ihnen hätten Dich fast aus unserer Mitte gerissen. Deinem Durchhaltevermögen und Deinem schier unbändigen Kampfgeist ist es zu verdanken, dass Du noch da bist und dafür bin ich dankbar. Fast noch schlimmer als all diese Krankheiten waren einige Menschen, die Dich schlugen, demütigten und Dich um Deiner selbst Willen nicht zu schätzen wussten. Viele Jahre Deines Lebens hast Du an einige dieser Menschen verschenkt, ob nun an Dein emotional unterkühltes Elternhaus oder an die falschen Lebenspartner. Das Leid, dass Du bis hierhin erfahren musstest, brachte mich so manches Mal um den Schlaf und ließ mich Sorge um Dich haben. Es ist noch nicht lange genug her, damit ich all das vergessen könnte, doch Dein starker Wille und das Schicksal brachten vor ein paar Jahren nun doch noch die langersehnte Ruhe in Dein Leben, wenn auch nur in menschlicher Hinsicht. Du hattest nie viel in der Tasche, auch wenn Du stets fleißig wie ein Bienchen warst, aber das Wenige hast Du immer mit Deinen Lieben geteilt.

Und gerade im privaten Bereich hast Du seit ein paar Jahren nun endlich jemanden an Deiner Seite, der ohne Wenn und Aber hinter Dir steht und sich um Dich sorgt. Manchmal schimpfst Du und manchmal bist Du unumstritten auch anstrengend, aber wir alle lieben Dich bedingungslos und aus tiefstem Herzen. Ich möchte noch lange nicht an den Tag denken müssen, an dem Du uns verlässt und nicht mehr bei uns bist. Ich hoffe, uns bleiben noch viele Jahre, in denen wir zusammen lachen und auch weinen können und ich wünsche mir, dass Du bis zum Ende Deiner hoffentlich noch sehr vielen Tage immer der Mensch bleibst, der Du jetzt bist. Du bist herzlich und aufopfernd, Du bist liebevoll und fürsorglich, Du bist uns eine gute Mutter und Du bist uns ein wichtiger Halt in allen Lebenslagen. Du bist die beste Köchin der Welt und Du bist auch die beste Freundin für mich. Egal, was ich in meinem eigenen Leben auch für Dummheiten gemacht habe, Du warst immer für mich da und hast mich aufgefangen. Danke dafür und danke auch für all das andere.

Mutter sein heißt, kleine Atemzüge hören und leichte Herzschläge, scharfäugig werden wie ein Tier des Waldes für alle Gefahren, mutig sein im stillen wie kein lauter Mann in Waffen, schaffen mit allem Blut, das einem gegeben ist, über sich hinauswachsen in allen Fähigkeiten des Wachens, Hungerns, Liebens und Handelns, vor allem aber sorgen. Mutter sein heißt, in Sorgen glücklich sein.

Das mütterliche Herz folgt den Kindern, wenn sie von dannen ziehen und der Segen der Mutter waltet über ihnen vom Morgen bis zum Abend; sie träumt von ihnen und in schlaflosen Nächten betet sie für sie.

Mutterliebe ist warm, auch der eisigste Schnee tut ihr nichts.

Trage deine Mutter auf Armen, wenn ihr die Beine versagen, sie trug dich im Schoß, als du noch keine hattest.

Alles Liebe und Gute zum Geburtstag, liebe Mama!!!

Wir lieben Dich!!!


Shitwoch…

11. März 2009

Also wenn ich heute so aus dem Fenster schaue, könnt’ ich sofort wieder in mein Bett kriechen. Grau, nass, trüb und verry unfreundlich. Da friert man schon vom rausschauen. Regenwasser läuft an den Dachfenstern runter und laut Wetterbericht sollen sich sogar nochmal Schneeflocken in unsere Gegend verirren. An sich im März keine Seltenheit, aber ich will endlich den Frühling sehen. Bisschen Sonne, bisschen wärmere Luft, bisschen Knospen an den Bäumen, bisschen Leben halt. Draußen ist aber heute irgendwie November, so auf-den-ersten-Blick-technisch. Bäääh…

Sohnemann hat sich gerade in die Schule verabschiedet und ich trinke erstmal in Ruhe meinen Kaffee. Nach den Ereignissen der letzten Tage fühlt sich alles noch etwas dumpf an, auch wenn man seinem gewohnten Alltag artig folgt. Trotzdem schleichen sich immer wieder Bilder in die eigenen Gedanken und auch am anderen Ende der Stadt bekommt jemand immer mal wieder feuchte Augen, wenn er an das schwarze Fröschlein denkt. Die Sinnlosigkeit seines Leidens und die Flucht seines eigentlichen Herrchens aus der Verantwortung machen mich noch immer wütend. Nicht nur mich. Ändern können wir daran nun nichts mehr, aber der Knoten im Bauch bleibt.

Schön ist, dass diverse Hilfegesuche für die einstige Pflegemama nicht ungehört blieben. Mein Aufruf im Freundes- und Bekanntenkreis rief unerwartete Resonanzen hervor, die mich schon fast sprachlos machen. Ihr ruiniertes Mobiliar steht ja nun im Keller und ist reif für den Sperrmüll, wofür der kleine Hund nichts konnte. Allerdings wollte eigentlich der Hundehalter dafür Sorge tragen, dass die Sachen wenigstens zum Teil ersetzt werden. Beim Wollen ist es geblieben und so helfen zum wiederholten Male andere Menschen, wo eigentlich er in der Pflicht stünde. Dass auf diesen Menschen kein Verlass ist, ist uns jetzt nicht mehr neu. Was mich jedoch erstaunt, ist, dass mir Unbekannte zu Spenden und Hilfeleistungen bereit sind.

Da wäre z.B. mein Nachbar, der fleißig seine Fühler ausstreckt und würdigen Ersatz für die beschädigten Sachen sucht. Dann wäre da noch eine gute alte Freundin, die ihren Göttergatten bekniet, damit er eine vorhandene Garnitur spendet bzw. zur Ansicht freigibt. Nicht zu vergessen Frau F. aus S. zwischen P. und S., die in Windeseile eine Notcouch organisiert hat, damit der Gestank sich künftig nur noch im Keller ausbreitet. Sie hat auch Verständnis dafür, dass diese Notcouch nicht die Endlösung ist, denn der Wohlfühlfaktor spielt keine unerhebliche Rolle. Dann wäre da auch noch eine Forenbekanntschaft, der unerwartet eine Anzeige in der lokalen Presse sponsert und Hilfe beim Transport zusichert. Ich kenne diesen Menschen nicht persönlich und trotzdem versucht er zu helfen, was ich bemerkenswert finde.

All diesen Leuten sei inzwischen auch im Namen meiner gebeutelten Freundin gedankt, denn hier legt niemand die Hände in den Schoß. Selbstverständlich ist das nicht, das ist sicher, aber wir sagen schon mal jetzt ganz herzlich Danke


Geschützt: Unfassbar…

6. März 2009

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Alles wird gut…

8. Februar 2009

Manchmal wendet sich das Blatt ganz unerwartet, wenn man nicht mehr damit rechnet. Dafür bin ich gerade sehr dankbar und verabschiede mich erstmal für einige Tage, denn meine alten Nerven brauchen etwas Erholung. Von solchen Berg- und Talfahrten wird der alten Frau ganz schlimm schlecht. Euch fallen gerade die Augen raus? Mir auch, aber vor Erschöpfung, denn all das hat mich unverhältnismäßig viel Kraft gekostet, aber wenn man etwas will und rechtzeitig aufwacht und kämpft oder sich einfach nur offenbart, dann kann man vieles ertragen, was allein nur schwer zu bewältigen ist. In diesem Sinne wünsche ich all meinen treuen Lesern und virtuellen Weggefährten eine gute Nacht und bedanke mich für den Zuspruch, den Ihr mir entgegen gebracht habt.

Und mein persönlicher Übeltäter ist bis zur nächsten Klatsche rehabilitiert. Sage ich jetzt mal ganz optimistisch… ;-)

Gute Nacht und bis ganz bald…!!!


Hochdeutsch neu definiert…

19. Januar 2009

Er: „Soll ich Dir ein Lied vorsingen?“

Sie: „Nein, bitte nicht schon wieder!“

Er: „Ach komm’, ich kann das wirklich.“

Sie: „Es gibt einen Grund dafür, dass andere Leute damit Geld verdienen. Die können nämlich singen.“

Er: „Ich kann auch schön singen.“

Sie: „Na dann los, bringen wir es hinter uns!“

Er beginnt schön schief und mit wunderbarem vogtländischen Akzent zu trällern: „Vordammd üsch liiieeeb Düsch…“

Sie: „Hochdeutsch, bitte hochdeutsch…“

Er: „Das ist hochdeutsch…“

Sie: „Nee, das is’ vogtländisch.“

Er setzt ein zweites Mal an und piepst gefühlte zehn Oktaven höher (aber immer noch vogtländisch): „Vordammd üsch liiieeeb Düsch…“

Sie: „Das ist auch nicht hochdeutsch, aber ist einen Blogeintrag wert…“

Er kichert… Sie auch…

Matthias Reim kann nicht schön singen und Herr S. aus P. kann weder schön noch hochdeutsch singen, aber er kann über sich selbst so wunderbar herzerfrischend lachen. Das und noch vieles mehr liebe ich so an diesem Kerl…


Geschützt: Sag’ es laut…

7. Januar 2009

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Um ein Haar hätt’ ich da was vergessen, mein Füchslein…

5. Januar 2009

Kurzfristig hatten Herr S. aus P. und die werte Frau N. aus P. einen Abend und die dazugehörige Nacht bei Fräulein F. aus S. zwischen P. und S. verbracht und dort gab es mal wieder Kirsch in rauen Mengen, was bei meinem Füchslein wieder zu physischen Entgleisungen führte, die ich photographisch festhalten musste. Herr H. aus M. wachte sorgsam darüber, dass Frau F. den Halt nicht gänzlich verliert, was ihm zu 99% auch gelang, jedoch stürzte das angeheiterte Füchslein während ihrer letzten artistischen Meisterleistung ganz ordinär von ihrer Couch, was ich ebenfalls eingefangen habe. Herr H. aus M. konnte sich nicht mehr halten, wir auch nicht und das Füchslein schämte sich (siehe letztes Bild). Aber seht selbst, was meine Kleene mal wieder verzapft hat. Ja, betrunken ist sie immer wieder ein kleines Highlight…

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Auf ins Neue Jahr…

4. Januar 2009

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Endlich geht’s hier weiter. Nach zahlreichen Beschwerden möchte ich Euch nun nicht länger auf dem Trockenen sitzen lassen und berichte von den Feiertagen, dem Jahreswechsel und den ersten Tagen des niegelnagelneuen Jahres. Wie Ihr bereits wisst, habe ich in diesem Jahr mit allen Traditionen gebrochen und im Kreise einiger Freunde Weihnachten bzw. den Heiligabend zelebriert. Ich muss sagen, dass dieser Abend sehr viel gelöster und erfüllender war, als all jene Familienabende zur Weihnachtszeit. Es war durchaus besinnlich, aber so völlig anders und es hat mir gefallen, sehr gefallen…

Am ersten Feiertag dann „plante“ ich einen ruhigen Tag, aber es kam wieder mal ganz anders. In bequeme Kleidung gehüllt liebäugelte ich mit meiner Couch, der Weihnachtsstress lag bereits hinter mir. Einer meiner Gäste vom Vorabend – nennen wir ihn in Zukunft einfach Herr S. aus P. – lud mich ganz spontan auf ein Getränk meiner Wahl in einer Lokalität meiner Wahl ein und ich verabschiedete mich in Gedanken etwas schwerfällig von meinem Couchabend. Also schwang sich Frau N. aus P. dann doch in ihre Badewanne und brachte ihren Allgemeinzustand in ein salonfähiges Format. Kurz vorm Verlassen meiner Wohnung klingelte noch eine Freundin an, die an Langeweile zu Sterben drohte. Mein Samariter-Herz regte sich und ich beschloss kurzerhand über den Kopf meines „Einladers“, dass die junge Frau uns begleiten wird, den niemand sollte über Weihnachten zuhause allein versauern.

Nachdem ich mich nun endlich auf den Weg gemacht und meinen Begleiter über die kleine Planänderung informiert hatte, holten wir die junge Dame ab und begannen unseren weihnachtlichen Streifzug durch die Kneipen der Vogtlandmetropole. Der Abend begann mit einer netten Plauderei unter alten Bekannten und endete um einen weiteren Gast erweitert in einer recht unspektakulären Lokalität im Zentrum der Stadt. Nach einigen hochprozentigen Getränken wurde die Zunge von Frau N. aus P. genauso schwer, wie ihre Gliedmaßen und das werte Fräulein wurde kurzerhand über die Schulter geworfen und aus der Kneipe getragen. Jammernd vor Kälte und „ich-will-nach-Hause“ wurde sie ins Auto gesetzt und ordnungsgemäß zuhause ins Bett dirigiert. Dort wollte sie natürlich auch nicht so recht schlafen und nötigte ihren „Heim-Schlepper“ zu Dingen, die nur unter Alkoholeinfluss geschehen. An dieser Stelle folgen nun keine schmutzigen Details, denn ich bin mir sicher, dass Ihr auch ohne diese Details wisst, was passiert sein könnte. Das überlasse ich Eurer abgrundtief schmutzigen Phantasie.

Nun denn, am nächsten Tag bekam ich all meine Schandtaten mit einem herzhaften Lachen genauestens protokolliert und schämte mich auch ordnungsgemäß in Grund und Boden. Der junge Mann allerdings zeigte sich nicht im Mindesten schockiert und plante vorsichtig weitere Unternehmungen mit der Skandalnudel. Offenbar schreckte ihn das unorthodoxe Verhalten der Frau N. aus P. nicht wirklich ab. Man verbrachte also auch den folgenden Tag zusammen und den darauf folgenden auch und alle weiteren bis heute, so auch Silvester. Bevor ich jetzt hier einen überaus langweiligen Roman schreibe, was wir wo Silvester veranstaltet haben, beschränke ich mich auf die Feststellung, dass sich auf beiden Seiten im Verlauf dieser wenigen Tage klitzekleine Schmetterlinge in allen Ecken der beiden Mägen eingenistet haben und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass dieser Herr S. aus P. hier im Laufe des angebrochenen Jahres auftaucht.

Ein recht oberflächlicher Beitrag hier, das gebe ich zu, aber die letzten Tage waren ruhig, sehr schön und alles andere als nyiriüblich, denn ich habe diese wohltuende Ruhe des Herrn S. wirklich sehr genossen und auf mich wirken lassen. Dieser Mensch trägt diese Ruhe in sich, die mir irgendwie so fremd ist, die in mir aber Wohlbefinden verursacht und genau das ist eine jener „Gewürzmischungen“, die mich fesseln und die ich so überaus anziehend finde. Wir werden also abwarten und sehen, wohin das führt und Ihr werdet zumindest oberflächlich daran teilhaben dürfen, denn das Neue Jahr beginnt besser als erwartet, spannender als geplant und aufregender als vorhersehbar. Es flattert und herzelt im Gebälk und es fühlt sich verdammt gut an, Leute…


Zwischenbericht…

2. Januar 2009

Da ich nun schon die ersten Beschwerden über die derzeitige Schreibpause erhalten habe, möchte ich Euch wenigstens wissen lassen, dass Frau N. aus P. Weihnachten und auch Silvester im Kreise sehr netter Menschen verbracht und über alle Maßen genossen habe. Sogar der eine oder andere kleine und größere Wunsch wurde mir erfüllt und am ersten Weihnachtsfeiertag fand ich dann noch ein verspätetes und vollkommen unerwartetes Geschenk, von dem Ihr vielleicht im Laufe diesen Jahres noch das eine oder andere hören bzw. lesen werdet.

Unverhofft kommt oft… ;-)


Danke…

20. Dezember 2008

Das vergangene Jahr brachte so einiges an Veränderungen mit sich und nicht alles war ausschließlich niederschmetternd. Mit gesundem Abstand betrachtet, kann ich nunmehr sagen, dass ich jede einzelne Erfahrung inzwischen als Lehrstunde betrachten kann und nicht mehr in Gut oder Schlecht unterteilen muss. Alles hatte seinen Sinn und ich habe wieder viel gelernt. Manches muss ich so kein zweites Mal haben, anderes wiederum lenkt meine Wege in vollkommen neue Richtungen und zeigte mir unerwartete Perspektiven, führte mich zu Menschen, die ich teilweise verkannte und zeigte mir überdies, wer wirklich authentisch ist. Ich schließe nicht aus, dass mir auch im kommenden Jahr Fehler unterlaufen, dass ich Menschen oder Situationen falsch einschätze oder aber nicht weitere gute oder schmerzhafte Erfahrungen machen werde. Aber ich kann rückblickend sagen, dass nichts ohne Grund geschah, dass alles der Erfahrung diente und ich gelobe auch weiterhin, zu lernen, zu begreifen und zu reifen. Ich gelobe desweiteren, auch in Zukunft meinen Humor nicht verlieren, noch mehr Nachsicht zu üben, geduldiger zu werden und noch toleranter zu sein.

Ziel ist es, im hohen Alter nichts bereuen zu müssen, den Großteil meines Tuns als richtig und gesund zu empfinden und auf ein erfülltes und interessantes Leben zurückschauen zu können, in dessen Verlauf mir viele interessante Menschen begegnet sind, die mich bis ans Ende begleitet haben. Manchen halte ich die Treue, anderen gehe ich früher oder später aus vielerlei Gründen aus dem Weg. Aber jeder einzelne von ihnen hat mich zu dem gemacht, was ich bin und dafür gebührt auch dem unbequemsten Zeitgenossen Dank, denn sie haben mich geformt und reifen lassen – ob nun in positver oder negativer Hinsicht. Manche haben die Vorsicht in mir wieder geweckt, meine Augen und Sinne geschärft, andere wiederum reichten mir ihre Hand, standen mir bei oder erwiesen sich irgendwie sonst als Freunde. Manchmal traten Menschen aus der Masse hervor und gingen einen Schritt auf mich zu, was ich mit großem Erstaunen quittierte. Am Jahresende nun möchte ich mich bei einigen von diesen Menschen ganz explizit bedanken und allen anderen – ob nun Freund oder „Feind“ – wünsche ich besinnliche Feiertage, einen gesegneten Jahrwechsel und alles Gute für ihren weiteren Weg. Ich habe mit jedem einzelnen meinen ganz persönlichen Frieden gemacht, mal mit Worten, mal in Gedanken, aber ich kann getrost sagen, dass ich mich im kommenden Jahr nicht mehr mit alten Zöpfen befassen werde, sondern ausschließlich die positiven Gedanken mit ins neue Jahr nehme.

Besonderer Dank geht daher an C., die mir wie niemand anderes Beistand und Hilfe geleistet hat und noch immer an meiner Seite ist. Danke, meine Kleene, ich habe Dich anfangs verkannt, aber ich bekam unerwartet die Möglichkeit hinter Deine Fassade zu blicken und ich bin stolz und glücklich, Dich in meiner Nähe zu wissen. Ich kann mit Dir lachen und weinen, kann auf Dich zählen, wenn es eng wird und Du bist mit Volldampf in mein Leben gestolpert, aber mit Dir kann ich all das tun, was das Leben lebenswert macht und mit Dir kann ich auch traurig und depremiert sein. Danke für alles und ich wünsche mir, dass Du mich auf meinem Weg noch lange begleitest. Du bist und bleibst meine Lieblingschaotin und führst die diesjährigen Charts an. Du rockst mein gestörtes Ego, weil Du auch so kaputt bist, aber gerade diese Gewürzmischung schmeckt mir und das muss unbedingt so bleiben.

Danke auch an S., die mir immer eine gute und loyale Kollegin und Weggefährtin war. Unsere Wege haben sich kürzlich zwar beruflicherseits getrennt, aber Du bist ein äußerst liebenswürdiger Mensch, der mir immer in Erinnerung bleiben wird. Ich wünsche Dir ganz persönlich alles Glück der Welt, ich wünsche Dir Menschen, die Dich lieben und achten und ich wünsche auch Deiner kleinen Motte alles Liebe. Wir haben zusammen gelacht und geweint, uns gegenseitig Halt gegeben und großzügig über die kleinen Schönheitsfehler des anderen hinwegsehen können, weil wir uns sehr mochten und schätzten. Bleib’ wie Du bist, denn das macht Dich aus und deshalb mag ich Dich so furchtbar gerne.

Danke an meine Mama, die mir in allergrößter Not immer ein Halt war. Danke für Deine Liebe und Dein Vertrauen in mich. Danke, dass ich eine so großartige Frau als meine Mutter habe und Danke, dass Du zu den wenigen Menschen gehörst, mit denen ich verwandt bin UND sie auch als Familie beschreibe. Du bist mein Anker in der Not und Du lässt mich nie vergessen, dass ich Dein Kind bin und bleibe, ganz egal wie alt ich auch sein werde. Es macht mich stolz, Dich als Mutter zu haben und ich sage auch in diesem Jahr wieder, dass ich die beste Mutter von allen habe. Bussi!!!

Danke an M., die mir vor einer kleinen Weile zufällig begegnet ist und mit der ich bis vor kurzem hin und wieder sporadisch plauderte, die mir aber in den letzten Wochen aus einer Perspektive begegnete, die mich vor Erstaunen sprachlos macht. Auch sie stand mir bei, richtete mich auf und stärkte mir wiederholt den Rücken. Sie half in einem Maße, welches ich niemals erwartet habe und sie ist mir eine gute Freundin geworden. Ich hoffe sehr, dass ich all das irgendwann zurückgeben kann und verspreche hiermit, dass ich ihr in guten oder schlechten Zeiten ebenso beistehen werde, wie sie mir, denn auch sie gehört zu den Menschen, die ich nicht gleich richtig eingeschätzt habe. Vielmehr sah ich nicht genau genug hin, aber das habe ich nachgeholt und ich bin glücklich über das, was mir entgegen gebracht wurde und noch immer wird.

Danke an J., die mich während der vergangenen zehn Jahre oft auffing, die mir half, wo sie konnte und die mir tage- und nächtelang eine beste Freundin war. Mittlerweile hat sie ihr Glück gefunden, worauf sie unmenschlich lange warten musste. Ich wünsche Dir alles Glück der Welt, viel Liebe und ewige Gesundheit. Wir hatten eine schöne und aufregende Zeit, in deren Verlauf es nichts zu bereuen gibt. Auch im Nachgang ist der bittere Beigeschmack verflogen und kann ohne Wehmut oder Groll dieses Kapitel schließen. Danke für die zehn Jahre an Deiner Seite und für alles andere…

Danke an die andere J., die vor nichtmal einer Woche die Größe bewies und alte Unstimmigkeiten einfach in die Tonne geklopft hat. Es ist immer wieder ein Freudenfest, zu sehen, wie sich Menschen weiterentwickeln und immer weiter reifen. Nach acht Jahren Ruhe und konsequent getrennten Wegen begegnen wir uns neu und erinnern und dennoch gemeinsam an die guten alten Zeiten. Auf ein Neues, meine Liebe. Lass es uns besser machen und anderswo neu anknüpfen. Man muss nicht alles gut finden, was ein anderer tut, aber man kann sich in Toleranz und Großmütigkeit üben und sich auf das Wesentliche beschränken. Du warst in meinen wichtigsten Lebensabschnitten meine Gefährtin und mit etwas Glück und einem feinfühligen Händchen kommen wir genau an diesem Punkt wieder an.

Danke auch an A., der mir nicht nur immer Chef war, sondern auch Kumpel. Auch unsere Wege trennen sich hier, was nichts schlechtes bedeuten muss. Manchmal muss man sich aus dem Weg gehen, um seine Lebensgrundsätze nicht mehr verletzen zu müssen. Ich betrachte die Zeit bei Dir als Erfahrung und gehe jetzt neue Wege. Den sprichwörtlichen Strich unter diesem Abschnitt habe ich gemacht und ich bedanke mich für die guten und auch schlechten Zeiten unter Deiner Hand. Es gibt so vieles, für das ich Dir ewig dankbar bin und nur das wird für mich im neuen Jahr und in ferner Zukunft von Belang sein und in Erinnerung bleiben. Alles weniger Gute lasse ich im alten Jahr und schließe auch dieses Buch.

Danke an all meine Umzugshelfer und an all meine Handwerksburschen, die mir tatkräftig beim Abschneiden alter Zöpfe behilflich waren. Ihr tragt allesamt das Herz am rechten Fleck und ich bin sehr sehr stolz, Euch in meinem Freundeskreis zu wissen. Manch einer wird diese Zeilen niemals lesen, aber ich hoffe, dass Euch meine Gedanken durch den vogtländischen Buschfunk dennoch erreichen. Danke an P., W., B., K., R. und alle, die ich jetzt im Eifer des Gefechts vergessen habe. Jeder einzelne von Euch hat großes geleistet und meinen Neustart überhaupt erst möglich gemacht. Ihr habt mein Zuhause und auch mein Leben bereichert und ich möchte jeden einzelnen von Euch auch weiterhin zu meinen Freunden zählen dürfen, denn die schlechtesten Momente der jüngsten Vergangenheit haben mir einmal mehr aufgezeigt, dass ich Menschen in meinem Umfeld habe, die ihr letztes Hemd gegeben haben, um mir ein Freund zu sein. Jungs, Ihr wart und seid Spitzenklasse und ich kann Euch nicht genug danken. Manche standen mit kräftigen Händen an meiner Seite, andere erwiesen sich auch aus der Ferne als Leidensgenossen, die man nicht missen möchte. Ein großartiges Match habt Ihr alle zusammen mit mir bestritten und das war ganz großes Tennis.

Danke

Ich diesem Sinne wünsche ich all diesen Leuten frohe Festtage, weiterhin genau diesen Zusammenhalt und immer den richtigen Menschen im Gefolge, denn nichts ist so wertvoll wie ein wahrer Freund, die Liebe und der Rückhalt einer Familie und der innere Friede mit sich und seinem Umfeld. Alles andere erledigt sich von selbst und ich werde mich auch weiterhin bemühen, mit dem zufrieden zu sein, was ich habe, weiter zu lernen und zu reifen und ich werde all die schlechten Gedanken des vergangenen Jahres im alten Jahr zurücklassen und versuchen, positiv zu denken und zu handeln. Abrechnung ist erfolgt, alles ist gesagt und nach mir die Sinnflut.

Lasst es im neuen Jahr rocken, ich mach’s auch!!!


Ich wünsch’ Dir Glück!!!

8. Dezember 2008

Guten Morgen, Sonnenschein…!!!

Heute ist ein wichtiger Tag für Dich und ich weiß, Du hast große Angst, zu versagen. Ich weiß aber auch, dass Du in den letzten Tagen viel Zeit zum Lernen geopfert hast. Die Angst vor dem heutigen Tag kann ich Dir leider nicht nehmen, aber ich kann versuchen, Dir Mut zu machen. Ich glaube fest daran, dass Du das schaffen wirst, denn Du bist ein zielstrebiger und energiegeladener Mensch, der alles schaffen kann, wenn er nur will. Und ich weiß, Du willst. Schau’ Dich um, was Du bisher geschafft hast. Du stehst mit beiden Beinen im Leben, hast Dir ein wunderschönes Heim geschaffen, bist fleißig und Du bist eine wahrer Freundin. Du hast mir in den letzten Wochen und Monaten so oft beigestanden, hast mir so oft geholfen, warst mir eine echte Freundin und so manches Mal durfte auch ich Dir meine Schulter zum Weinen anbieten. Wir hatten es beide nicht leicht im Leben und die jüngste Vergangenheit stellte uns beide gleichermaßen auf die Probe. Gemeinsam haben wir diesen Prüfungen die Stirn geboten und das tun wir auch weiterhin – gemeinsam…

Ich wünsche Dir für Deine Prüfung heute alles Glück der Welt und drücke Dir alle Daumen, die ich finden kann. Die Lösungen kann ich Dir zwar nicht zuflüstern, aber glaub’ mir, ich würde es tun, wenn ich könnte. Behalt’ ‘nen kühlen Kopf und löse Deine Aufgaben souverän. Verlier’ nicht gleich den Mut, wenn Du eine Frage nicht gleich beantworten kannst. Überspring’ sie und widme Dich zuerst den Aufgaben, deren Antwort Du zu wissen glaubst. Schreib’ was das Zeug hält, egal ob Du Dir sicher bist. Schreib’, als wäre der Teufel hinter Dir her, irgendwas wird schon richtig sein, meine Sonne.

Du schaffst das!!! Ich denk’ an Dich!!!

vielglück

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Ich bin stolz auf Dich, mein Sohn…

18. November 2008

Früher beobachtete ich die Entwicklung meines Sohnes oft mit versonnenem Blick, einem seligen Lächeln, viel Nachsicht und ohne große Erwartungen. Schon als Baby und später als Kleinkind unterschied er sich in oftmals wesentlichen Dingen von seinen Altersgenossen. Um endlich auf die Welt zu kommen, ließ er sich zehn Tage länger als geplant Zeit, kam mit so herrlich vielen Speckröllchen in mein Leben und verschlief nahezu sein gesamtes erstes Lebensjahr. Das allein war jedoch nichts Ungewöhnliches, das tun viele Kinder. Seine Entwicklung verlief sprunghaft und oft war ich mir nicht so ganz sicher, ob er sich den Lehrbüchern gemäß entwickelt. Da war zum einen sein mangelnder Bewegungsdrang. Den ganzen Tag lag er mit ausgebreiteten Ärmchen und Beinchen in seinem kunterbunten Laufgitter, strahlte mich an, strampelte aufgeregt und freudig, wenn ich geschäftig vorbei lief oder aber er schlief.

Ich hatte die Hoffnung fast aufgegeben und es fiel mir schwer, dem längst erteilten Rat der Kinderärztin Folge zu leisten. Besorgt hatte ich sie schon vor Monaten gefragt, ob ich mit ihm zur Babygymnastik gehen solle, da er keinerlei Anstalten mache, das Krabbeln oder Laufen zu lernen, sich sogar weigerte mit seinen Füßchen den Boden zu berühren. Sie verneinte lächelnd und sagte: „Nein, lassen Sie ihm noch ein bisschen Zeit. Er hat ein extrem sonniges Gemüt und wird das ganz sicher bald von allein lernen. Er will einfach noch nicht.“ Nicht wirklich beruhigt, übte ich mich weiter in Geduld. Sämtliche Kinder meiner Bekannten, die im etwa gleichen Alter waren, plapperten, liefen, erkundeten ihre Umwelt, aßen von Mamas Teller, bissen in kleine Brötchen oder krabbelten wenigstens schon umher.

Mein Söhnchen hingegen lag noch immer lächelnd da und machte nichts dergleichen. Er mochte keine Speisen, die er kauen musste, er grinste einfach nur vor sich hin und er schlief auffallend lang. Abends gegen 19.00 Uhr legte ich ihn schlafen und er schlummerte meist bis zum Vormittag, nicht selten bis Mittag. So manches Mal seufzte ich, wenn ich andere Kinder in ihren Kinderwägen sitzen sah, wo sie an Brötchen knabberten, kindgerechte Säfte tranken und ihre Mütter vollplapperten. Scott lag eher im Halbsitzen in seinem Gefährt, trank ausschließlich seinen Krümeltee, den ich immer von zuhause mitnehmen musste, weigerte sich nach wie vor zu kauen und lächelte Gott und aller Welt verschämt zu. Er war ein ausgesprochener Charmeur und beäugte seine Umwelt mit großen, stahlblauen und hellwachen Augen. Aber er blieb in der Defensive und im Geiste sah ich mich zum Schulanfang mit Kinderwagen, Krümeltee und Zuckertüte neben all den anderen Eltern stehen.

Erst im Alter von 13 Monaten krabbelte das kleine Speckbein los. Schlagartig lernte er alles auf einmal. Innerhalb von sage und schreibe drei Wochen lernte er Laufen. Die wackelige Lauflernphase ließ er komplett weg und entwickelte sich fortan in einem Tempo, welches mir den Mund offen stehen ließ. Zeitgleich begann er endlich zu sprechen. Er war und ist kein Mann großer oder vieler Worte. Er beschränkte sich schon als Kleinkind auf die nötigsten Stichpunkte, verstand aber jedes einzelne Wort. Und er entwickelte eine äußerst pedantische Ader. Er sortierte einfach alles nach Größen, Längen oder anderweitigen Maßen. Mit ihm zu spielen, war nicht möglich. Er meckerte und schrie, wenn ich seine sortierten Autos auch nur berührte. Er konnte sich aber schon damals stundenlang allein beschäftigen. Auch das abendliche Vorlesen entpuppte sich schnell als nicht geeignet. Wie schön saß ich in meiner Vorstellung neben seinem Bettchen und las ihm Märchen vor. Ich ahnte damals noch nicht, dass er mein Vorlesen mit lautem Gekicher und Gekacker übertönen würde und viel lieber Lieder singen wollte.

Vorsingen im eigentlichen Sinne war auch nicht möglich, nein, er wollte das auf seine ganz besondere Art. Ich erinnere mich an sein erstes Weihnachtsfest. Frau Mama kauerte neben den Gitterstäben seines Bettchens und versuchte „Oh Tannenbaum“ zu flöten. Söhnchen schaute mich irgendwie gelangweilt und erwartungsvoll an, zeigte keine Freude und aus Verzweiflung änderte ich die Tonlage. Ich holte meine Luftgitarre raus, schraubte meine Stimme gefühlte zehn Oktaven tiefer und rockte ihm den Tannenbaum auf eine Weise, bei der James Hetfield vor Bewunderung das Mikro aus der Hand gefallen wäre. Plötzlich strahlte mein Sohn, jauchzte vor Vergnügen und strampelte aufgeregt und mir wurde einmal mehr klar, dass er alles anders machte als die meisten Kinder. Von diesem Tag an war abends im Kinderzimmer der Teufel los. Die „Entchen auf dem See“ headbangten, die „Stille Nacht“ war extrem gitarrenlastig und mein Sohn verfolgte jede meiner Bewegungen und Stimmlagen mit einer Aufmerksamkeit, die schon fast an Verzauberung grenzte.

Er hatte also das „Schwermetall-Gen“ geerbt und nur zu solcher Musik bewegte er sich auch. Was das Sprechen anging, weigerte er sich bis zum Einschulungsalter, den Buchstaben „J“ zu benutzen. So kam es, dass er im „Luli“ Geburtstag hatte, sich mit einem „Laschlappen“ nach dem Essen den Mund abwischte und einfach „leder“ sein Freund war. Es war zum Mäusemelken. Als er in die Schule kam, ermahnte ich ihn eindringlich, dass er spätestens „letzt“ das „J“ in seine Worte einbauen müsse und seltsamerweise tat er das auch. Bis dahin fuhr er auch „lahrelang“ nach „Maulwurf“ zum Baden. Mit Oma, Opa, Papa, Tante und ich überlegte ebenso viele Jahre, wo zum Geier dieses „Maulwurf“ sei. Erst als ich eines Tages mit zum Schwimmen fuhr, sollte ich herausfinden, wo genau dieser Ort lag.

Die Jahre vergingen und sein sonniges Gemüt wich dem eines kleinen Teufelchens. Wut- und Trotzanfälle beherrschten unseren Alltag. Aber auch das legte sich wieder. Im Nachgang vergisst man all die grauen Haare, die man jener Phase zu verdanken hat. Man färbt stillschweigend sein Haupthaar und ist froh, mit dem Leben davon gekommen zu sein. Sohnemann entwickelte sich prächtig und inzwischen merke ich mehr und mehr, dass er ein kleiner Mann wird. Es erfüllt mich mit unbeschreiblichem Stolz, wenn er die Spülmaschine ausräumt, seine kreischende Mutter vom Anblick einer Spinne erlöst, schlammverkrustete Hosen schonmal vorsorglich in der Badewanne abspült und mittlerweile kleinere Einkäufe erledigt, weil Muttern überhaupt nicht gerne einkaufen geht. Dann läuft er preisevergleichend durch den Supermarkt, bevorzugt große Packungen die günstiger sind und bringt wirklich nur die Dinge mit, die auch auf dem Zettel stehen.

Ich bin ihm dankbar für diese Hilfe und er hat augenscheinlich Freude daran, seinen Teil zum gemeinsamen Leben beizutragen. Er bringt Altpapier zum Container, schafft den Müll runter, spült die Wanne nach dem Baden aus, hängt seine Handtücher zum Trocknen auf, sammelt in seiner Fußballtasche keine stinkenden Socken, saugt auch mal die Wohnung durch, schüttet den Sand aus seinen Schuhen erst vor der Haustür aus, wärmt sich selbständig sein Mittagessen auf und versorgt seine Mama auch mit Tee und Tempos, wenn sie krank ist. Ich habe den tollsten Sohn der Welt, der aber trotzdem auch Kind ist. Er kommt regelmäßig zu spät, kleckert beim Essen, vergisst ständig seine Zahnspange, rennt am Sonntag bis nachmittags im Schlafanzug durch die Wohnung und findet für alles Ausreden. Aber er ist auch ein bescheidenes Kind.

Erst gestern erwähnte er beiläufig, dass er vor etwa drei Wochen an einem Lesewettbewerb teilgenommen habe, bei dem er den 3. Platz belegt hat. Ich horchte auf und fragte, warum er davon nichts erzähle. Er sagte, das sei doch nichts Besonderes und ich hakte nach. „Wieviele Schüler waren denn dabei?“ Er merkte an, es seien 26 Teilnehmer gewesen und ich stellte richtig, dass ein 3. Platz von 26 Mitstreitern durchaus erwähnenswert sei und nicht so unbedeutend, wie er glaubt. Wir haben vor einigen Monaten etwas ähnliches erlebt und auch damals war er der Meinung, dass er nichts Ungewöhnliches getan habe. Bescheidenheit ist eine seiner Stärken und es erstaunt mich einigermaßen, dass er bereits in seinem Alter diese Wesensart in sich trägt. Er prahlt nicht mit seinen Leistungen, hilft gerne und uneigennützig, ist genügsam und stellt seine Ansprüche meist in den Hintergrund, da ihm mehr und mehr bewusst zu werden scheint, was im täglichen Leben wirklich von Wichtigkeit ist.

Seine geistige Reife macht mich oft sprachlos und ich befinde mich oft im Zwiespalt, ob sein Charakter einfach nur angeboren oder das Ergebnis meiner energischen und konsequenten Erziehung ist. Letztendlich spielt es keine Rolle, denn ich bin über alle Maßen stolz auf meinen Jungen, der manchmal so erwachsen ist und mir beisteht. Als er gestern mal wieder eine Spinne entsorgte, sagte ich zum ersten Mal: „Jetzt bist Du der Mann im Haus und was soll ich nur tun, wenn Du mal erwachsen bist und in Deiner eigenen Wohnung lebst. Dann muss ich Dich anrufen, wenn hier eine Spinne sitzt und Du musst kommen und Deiner Mama helfen.“ Er saß am Küchentisch und lächelte mich an. Er strahlte diese Ruhe aus, die mir so fehlt und es sind genau diese Momente, in denen ich mit Wehmut an den Moment denke, wenn er seine Habseligkeiten aus meinem Leben in sein eigenes Leben trägt. So langsam bekomme ich eine Ahnung davon, wie es sein muss, wenn die Kinder irgendwann das Haus verlassen.

Mein Sohn…, Du machst mich unglaublich stolz und ich weiß, dass Du schon jetzt ein besserer Mensch bist, als ich es je sein könnte. Du bist all das, was mir oft so schwer fällt. Du bist geduldig, nachsichtig, verständnisvoll und genügsam. Du bist selbstlos, hilfsbereit und fleißig. Und Du hast Dich zu viel mehr entwickelt, als ich mir erträumt habe. Trotzdem Du ein Einzelkind bist, warst und bist Du niemals geizig, teilst alles und immer, ja verzichtest sogar auf Dinge, die Du selbst liebst und gibst dennoch aus vollem Herzen. Es sind diese Dinge, die mich so stolz machen. Vielleicht hat unser schweres Leben Dich zu dem gemacht, was Du bist. Vielleicht war es meine Erziehung, vielleicht aber auch nur unser Miteinander. Aber ganz sicher wirst Du ein großartiger Mensch, das bist Du schon jetzt und ich zeige Dir viel zu selten, wie stolz ich auf Dich bin. Und in Momenten wie diesen, wenn Du um 4.00 Uhr morgens krank auf der Couch liegst und ich Dir Tee mit Zitrone mache, Dich mit weichen Decken und Halsbonbons versorge, dann bist Du wieder mein kleines Speckbeinchen und ich möchte einfach nur die Zeit anhalten, damit Du immer hier bleibst.

Du bist der Grund dafür, dass ich morgens gerne aufstehe. Du hast mir klar gemacht, was wichtig ist, worauf es ankommt und Du hast mir bedingungslose Liebe gezeigt. Dir kann ich nie lange böse sein, Du erweichst mein Herz, wenn Du weinst und Du spendest mir Trost, wo andere machtlos sind. Du bist mein Herz und mein Blut und Du bist mein Mittelpunkt. Du bist die Liebe meines Lebens und mein Licht. Du bist die Ruhe und die Kraft, die mir oft fehlt. Du verzauberst mich mit Deinem Wesen und ich bewundere Deine Geduld mit mir. Ich mach’s Dir nicht immer leicht, aber Du nimmst mich so, wie ich bin. Du bist das Beste, was mir passieren konnte und ich bin dankbar für jeden Tag, jede Stunde und jeden Augenblick mit Dir. Ich danke Dir für alles und dafür, dass Du so bist, wie Du bist… Kein Tag ohne Dich…

dicker Kopie

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Mitteninderwoch…

12. November 2008

news whiskas catbedGuten Morgen Mädels, Frau N. aus P. ist heute wunderbar ausgeschlafen und die kleine Fellfratze hier links schläft genauso tief und fest wie ich wohl heute Nacht. Bin gestern recht früh ins Bett gegangen, weil ich irgendwie besonders müde war und bin erst heute Morgen nach sage und schreibe sieben (7!!!) Stunden ununterbrochenen Schlafes wieder aufgewacht. Offenbar lag ich sogar noch in der Haltung da, in der ich gestern Abend eingeschlafen bin, denn irgendwie fühlte sich alles eingerostet an. Die Gelenke knarrten regelrecht und ich verbitte mir jetzt jeglichen Kommentar, der auf mein Alter anspielt, meine Damen. Man reizt eine Frau des reiferen Semesters nicht unnötig, das kann lebensgefährlich sein. Ganz besonders spreche ich hier die Dame mit der eigenartigen Frisur an. Ihr rutschen hin und wieder leichtsinnige Bemerkungen über die Lippen, was meinerseits kleine Nadelstiche in Richtung Haarpracht zur Folge hat… ;-) Grüßle in die Annaberge…

Heute steht nicht ganz so viel an. Als erstes muss ich mal ins benachbarte Ausland, feinste Tabakwaren erwerben. Anschließend versuche ich meine Aufgaben bezüglich des studioeigenen Laptops zum Abschluss zu bringen, aber ich vermute, dass die Kopierzeremonie, die mir dort bevorsteht, einige Stunden in Anspruch nehmen wird. Nach erfolgreichem Formatieren und sämtlichen Neuinstallationen schnurrt das Gerät zwar wieder wie ein Kätzchen, aber es müssen natürlich wieder alle Vorlagen und Photos auf den Rechner, damit die Kundschaft auch auf den Conventions die Werke der Plauener Tattookunst bewundern kann. Da das nicht nur fünf Bilder sind, dauert das mit großer Wahrscheinlichkeit sehr lange. Egal, eine Frau muss tun, was eine Frau tun muss.

Nina Hagen KopieGestern Abend ergab sich eine merkwürdige Unterhaltung mit Sohnemann. Kurz vor dem Schlafengehen lag er so gemütlich auf dem Teppich herum und reckte sich in seinem Schlafanzug genüsslich, als Nina Hagen über den Bildschirm flimmerte. Ich weiß noch genau, wie diese Frau auf mich wirkte, als ich noch in Sohnemanns Alter war. Ihr Äußeres und ihr recht eigenartiges Auftreten verursachten bei mir diese Mischung aus Neugier und Gruseln. Im Laufe der Jahre veränderte sie sich zwar stiltechnisch, aber ihre Ausstrahlung ist unverändert. Sie ist so anders, so einzigartig und so unvergleichbar. Sohnemann schaute mit genau dieser Mischung auf den Bildschirm und ich sah in seinem Gesicht, dass Nina Hagen auch bei ihm für Ratlosigkeit sorgte.

Ich sah ihn an und erzählte ihm davon, was ich früher über diese Ausnahmeerscheinung dachte. Inzwischen sehe ich Frau Hagen mit ganz anderen Augen und ich darf beiläufig auf den Spruch hier rechts verweisen, der die Andersartigkeit von Menschen besonders schön beschreibt. Früher war ich von Nina genervt, fast schon angewidert und konnte nicht nachvollziehen, womit diese Frau so erfolgreich sein könnte. Besonders hübsch war sie nicht, ihre Lieder kapierte ich schlichtweg nicht – wenn man vom schusseligen Michael absieht, der den verdammten Farbfilm vergessen hat – und auch sonst war diese Frau irgendwie komisch und einfach nur schräg. Was ein Punk ist, wusste ich zwar, aber Punks hatten in meiner Vorstellung doch grüne Irokesenschnitte, zerlumpte Klamotten und Sicherheitsnadeln im Ohr und sonstwo.

Nina Hagen war ein Punk und hob sich auch unter ihresgleichen mehr und mehr ab und je älter ich wurde, umso sympatischer wurde mir dieses Unikat. Ja, sie ist noch immer abgefahren drauf und sie trägt mit ihren 53 Jahren Klamotten, die nichtmal die Teenager anziehen, aber sie hat derart viel Ausstrahlung und Charisma, dass es schon fast weh tut. Und ich sagte einen ganz besonderen Satz zu meinem Sohn: „Nina Hagen kleidet sich bunt und schrill, sie denkt laut und schert sich ‘nen Dreck darum, was die ganze Welt über sie denkt. Und soll ich Dir was sagen? Diese Frau hat eine bunte Seele…“ Minutenlang dachte ich über den allerletzten Satz nach und kam zu der Überzeugung, dass ich meines Erachtens den Nagel auf den Kopf getroffen hatte. Ja, sie hat eine kunterbunte Seele.

Sie wurde nicht erst so schrill, als sie erfolgreich wurde, nein, sie war schon immer so und ich mag diese Art. Vor einigen Monaten kam ein Bericht über sie, der ihre Suche nach einem neuen Zuhause dokumentierte. Ihr Sohn Otis war ebenfalls zu sehen und ich erwischte mich immer wieder dabei, wie ich lächelnd diese Frau betrachtete. Ihre Art zu sprechen, ihren Kauderwelsch aus Hochdeutsch, Englisch und Sächsisch finde ich zum Schießen und die Frau diskutiert ohne Wenn und Aber an der Kasse im Supermarkt mitten in den USA mit ihrem Sohn darüber, dass das Waschmittel, das er ausgesucht hat, um Gottes Willen nicht umweltfreundlich sei und dass sie das nicht dulden könne. Der Hammer… Irgendwie ist diese Frau so bodenständig und sobald ihre Gedanken Wind unter die Flügel bekommen, träumt sie laut drauflos. Einfach bezaubernd, wie diese Frau mit Menschen umgeht und sich dabei immer treu bleibt.

Sie kann nicht Autofahren und lässt sich vom Kumpel ihres Sohnes Fahrstunden geben, quasselt ununterbrochen, zeigt ihre Nervosität und plappert: „I have a bedenklich hohe Herzfrequenz.“ und ich muss laut loslachen, weil sie so komisch sein kann und dann wieder todernst, alles innerhalb weniger Sekunden. Und ich schäme mich ein bisschen dafür, dass ich diese Frau früher so abartig fand. Heute mag ich sie über alle Maßen und bin ein heimlicher Fan von ihr. Nein, nicht von ihrer Musik, aber von ihr als Mensch. Sie ist genauso alt wie meine Frau Mama und passt in absolut keine Schublade. Sie ist bunt, lebt bunt und verbreitet mit ihrer Art so viel Farbenfreude, dass es kracht. Herrlich sowas und solche Menschen braucht das Land. Nein, ich möchte nicht so sein wie sie, weil sie viel authentischer ist, als ich es je sein könnte, aber solche Freunde hätte man gerne in seinem Umfeld.

Nina, Du bereicherst mein Denken und meine kleine kaputte Welt, wenn ich Dich im Fernsehen erwische und bei Dir bleib’ ich immer wieder und mit stetig wachsender Begeisterung gerne hängen. Tolle Frau, tolles Wesen und die sympatischste Verrückte, die mir bisher untergekommen ist. Nina, Du bist und bleibst die Mutter aller Punks und das ist gut so. Diesen Song hier mag ich und den hab’ ich während der ersten Zeit nach meiner letzten Trennung sehr oft angehört, auch wenn die Knef mir eigentlich nie so lag, aber Nina bringt das genauso gut rüber. Spätestens jetzt kennt Ihr eine meiner berühmten Leichen, die wir alle im Keller verstecken. Die Beatles liegen dort unten, die Musik der 50/60-er Jahre aus den Staaten (deshalb mag ich den Film „Good Morning Vietnam“) und auch dieser Knef-Song. Die anderen Leichen zeige ich Euch bei passender Gelegenheit, meine Damen. Das gibt noch Stoff für tausende von Artikeln her, verlasst Euch drauf. Und als ich diesen Song jetzt nach so einigen Monaten zum ersten Mal wieder angehört habe, musste ich ein paar Tränchen opfern, denn zum einen ist das eine Art Trennungsmelodie für mich und zum anderen ist dieser Text – wie noch einige andere – wie für mich geschrieben.

Für mich soll’s rote Rosen regnen

Hildegard Knef

Mit sechzehn sagte ich still, ich will,
will groß sein, will siegen, will froh sein, nie lügen,
mit sechzehn sagte ich still, ich will,
will alles, oder nichts.

Für mich, soll’s rote Rosen regnen,
mir sollten sämtliche Wunder begegnen.
Die Welt sollte sich umgestalten
und ihre Sorgen für sich behalten.

Und später sagte ich noch, ich möcht’
verstehen, viel sehen, erfahren, bewahren
und später, sagte ich noch, ich möcht’
nicht allein sein und doch frei sein.

Für mich soll’s rote Rosen regnen,
mir sollten sämtliche Wunder begegnen.
Das Glück sollte sich sanft entfalten,
es sollte mein Schicksal mit Liebe verwalten.

Und heute sage ich still, ich sollt’
mich fügen, begnügen, ich kann mich nicht fügen,
will mich nicht begnügen, will immer noch siegen,
will alles, oder nichts.

Für mich soll’s rote Rosen regnen,
mir sollten sämtliche Wunder begegnen.
Das Glück sollte sich sanft entfalten,
und ich von dem was erwartet, das meiste halten.
Ich will…, Ich will…!

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