Der stille Rebell…

6. November 2009

Tja, mein Sohnemann und die liebe Pubertät. Meistens versucht er die Kurve zu kriegen, aber manchmal gelingt ihm das nicht so ganz und dann kommt sein Verhalten wie ein Bumerang zurück. Diese Woche hat er doch tatsächlich einen Tadel abgefasst. Das hatten wir auch noch nicht. Hätten wir aber auch nicht unbedingt haben müssen. Irgendwie kommt er ja so ein bisschen nach seiner Mutter. Hausverbot im McDoof gab’s ja im Sommer schon, was seine Mutter erst mit Anfang 20 “schaffte”. Nun dieser Tadel – ein Fleißtadel. Den hatte die Mama erst in der 9. Klasse, hübsch aufm Bewerbungszeugnis – ebenfalls ein Fleißtadel. Machte sich schön beim Vorstellungsgespräch für die Lehrstelle, muss ich schon sagen. Er meistert solche “Kleinigkeiten” immer ein paar Jahre eher. Dabei hab’ ich ihm diese Schandtaten gar nicht erzählt, er schafft’s trotzdem 1:1. Ich muss schon sagen, Herr Sohn, ich bin einigermaßen sprachlos, wenn man von der kleinen Gardinenpredigt absieht.

Mal sehen, was als nächstes kommt. Wenn er weiter in meine Fußstapfen tritt, dann wandert er mit 17 nach Sonstwohin aus und erkundet sorglos die Welt. Hoffentlich liest er das jetzt nicht, denn das habe ich auch gemacht. Einfach alles hingeschmissen und in die weite Welt gezogen. Mehrmals… Au Backe… Aber er ist kein Dummer und das macht mich stolz. Eigentlich ein kleiner Fuchs und auch menschlich gesehen ein prima Kerl, der kleine Mann. Aber meckern muss ich ja trotzdem, sonst denkt er noch, das wär’ ‘ne Glanzleistung gewesen. War’s nicht, mein Söhnchen!!! Ehrlich nicht… Aber noch bist Du jung genug, um aus Deinen Fehlern zu lernen.

 


Es reicht…!!!

15. September 2009

Kinder lieben so leicht, so innig;
wie schlimm muss der’s treiben, von dem sie sich abwenden…

Seit Tagen wäge ich nun schon ab, ob ich diesen Beitrag schreibe und wenn ja, ob ich ihn mit einem Passwort versehe, aber ich kam zu der Erkenntnis, dass der Delinquent keine Diskretion verdient hat, denn es darf ruhig jeder wissen, wie tief ein Vater seinen eigenen Sohn verletzten kann, ohne auch nur den Hauch von Reue zu verspüren. So nun zum wiederholten Male vergangenes Wochenende geschehen. Die Leute, die mich persönlich kennen, wissen somit auch bestens Bescheid, wer der ehrenwerte Herr der Schöpfung ist, gegen den sich mein mütterlicher Groll richtet und in dessen Richtung dieser sich nun zumindest verbal entlädt.

Am Sonntag – Frau N. aus P. lag gemütlich in eine Kuscheldecke eingewickelt auf dem heimischen Sofa – kam Sohnemann aus dem Wochenende bei Oma/Papa zurück. Es sperrte an der Wohnungstür, ich schaute Richtung Treppenaufgang, Sohnemann hielt kurz inne und sagte mir, dass sein Vater mit mir sprechen wolle. Ohne weitere Worte verschwand er schweigend in seinem Zimmer. Ich stand etwas genervt auf, da ich die Unterhaltungen mit seinem Vater nicht besonders schätze, aber manchmal sind sie eben notwendig. Ich wickelte meine Decke noch fester um mich und tapste zur Treppe.

Unten an der Wohnungstür stand ein etwas aufgebrachter Herr Papa und legte los. Sohnemann spreche kaum noch mit ihm, er komme sich manchmal vor wie ein Fremder, das sei doch nicht normal und der Junge solle zum Kinderpsychologen gehen. “Jetzt ist er wohl eingeschnappt in sein Zimmer gerannt? Der spinnt ja langsam…” Ich stand im Treppenaufgang und schaute etwas ungläubig. Als erstes stellte ich klar, dass ich mich mit derlei Problemen nicht konfrontiert sehe, da mein Sohn sehr viel und auch oft mit mir spricht, über alles und auch immer sehr offen. Ich kann meinem Sohn intimste Fragen stellen und bekomme ohne Drängen eine Antwort. Wir plaudern oft stundenlang über Gott und die Welt und wir lachen auch oft zusammen.

Ich gab das so an den Herrn Erzeuger weiter und wies ihn zum wiederholten Male darauf hin, dass er offenbar die Tatsache unterschätzt, dass sein Sohn nun mitten in der Pubertät steckt und sich im Zuge dessen sicherlich auch im Wesen ein bisschen verändert, was vollkommen normal ist. Und noch einmal pochte dieser unverständige Mensch darauf, dass das Kind auf eine Couch müsse. Jetzt kam dieser ekelhafte Satz auch bei mir an. Er sagte damit nichts anderes, als dass mein Sohn nicht normal sei, weil er mit seinem Vater keine nennenswerten Unterhaltungen führen will, wofür es ganz sicher einen guten Grund gibt. Ich stellte mich demonstrativ hinter mein pubertierendes Häufchen Unglück und ließ die weiteren Beschwerden seines Erzeugers an mir abprallen.

Vom Misserfolg seiner “Beschwerden” gezeichnet, räumte der gnädige Herr das Feld und ich ging sofort zu meinem Sohn, um die ganze Geschichte in Erfahrung zu bringen. Er saß in seinem Bett und als ich das Zimmer betrat und ihn sanft zur Rede stellte, kullerten schon die ersten Tränen. Das zu sehen reichte mir schon wieder, denn keine Mutter kann es still erdulden, wenn ein anderer Mensch ihr Kind zum Weinen bringt. Was ich während der folgenden Unterhaltung mit meinem Sohn zu hören bekam, schlug dem Fass den Boden aus. Offenbar nörgelt sein Vater seit Wochen an ihm herum, dass er mit ihm nicht spreche, nicht besonders viel lachen würde und dass sowas nicht normal und behandlungsbedürftig sei.

Er demütigt damit meinen Sohn in einer Weise, die ich nicht nur verachtenswert finde, sondern schon fast lächerlich, denn ich kann mich mit meinem Sohn sehr viel lachen und wir reden auch über alles – wirklich alles. Zu allem Übel hat sein Vater offenbar seit Längerem das dringende Bedürfnis meinem Sohn “mal richtig eine zu klatschen”. Wie bitte…??? Jetzt ist das Maß aber voll. Hat dieser Mensch denn nichts besseres zu tun, als sich mit seinem Sohn zu streiten, wenn er ihn schon nur alle 14 Tage für einen Tag bei sich hat? Kommt dieser Herr nicht auf den Gedanken, dass das Verhalten seines Sohnes vielleicht etwas mit ihm zu tun hat, denn hier zuhause haben wir solche Probleme nicht.

Ja, mein Sohnemann ist kein großer Redner, vor allem nicht, wenn fremde Menschen dabei sind. Aber unter vier Augen ist er eine regelrechte Plaudertasche und er lacht viel und gerne und er vertraut mir auch alles an, vielleicht sogar mehr, als andere Kinder ihren Müttern anvertrauen würden. Die Wut in meinem Bauch wuchs ins Unermessliche und offenbar ergriff wohl auch seine Großmutter für den kleinen Mann Partei und wies ihren uneinsichtigen Sohn mehrfach zurecht. Fakt ist nämlich, dass außer dem Herrn Vater jeder mit Sohnemann klarkommt, wenn man von den alltäglichen Reibereien in der Schule oder dem leidigen Thema Zu-spät-kommen mal absieht, was wohl in vielen Haushalten vorkommt.

So, Herr L. aus P. mit dem IQ einer toten Qualle, jetzt erzähl’ ich Dir mal was.

Wenn hier einer auf die Couch gehört, dann bist Du das, denn Dein Sohn ist ein äußerst sensibler und feinsinniger Mensch, was Dir in den letzten 13 Jahren noch immer nicht aufgefallen ist. Du kennst dieses Kind offenbar überhaupt nicht, was allein Deine Schuld ist. Während seiner ersten Lebensjahre hast Du es vorgezogen, mit Kumpels um die Häuser zu ziehen, das letzte Geld in Kneipen zu tragen und an den Wochenenden bis in die Puppen zu pennen, statt mit dem Kind zu frühstücken, auf den Spielplatz zu gehen oder einfach nur zuhause zu spielen. Die erste Windel hast Du bei ihm kurz vor seinem 2. Lebensjahr gewechselt und gebadet hast Du ihn auch keinen Tag früher. Du kannst wahrscheinlich noch nicht mal genau sagen, wann sein erster Zahn zum Vorschein kam und wann er seinen ersten Schritt machte.

Du hast keine Ahnung, was Dein Sohn alles drauf hat und wie gerne er eigentlich plaudert, aber Dir fehlt offenbar das nötige Wissen über seinen Charakter und die nötige zwischenmenschliche Kompetenz im Umgang mit Deinem eigenen Sohn. Er will nicht mit Dir reden und dafür hat er wahrscheinlich seine Gründe, die ganz sicher nicht bei ihm zu suchen sind, sondern allein bei Dir, auch wenn Du sogar soweit gehst, mir mal wieder an allem die Schuld zu geben. Außer Dir trägt immer jeder andere Schuld, nur Du natürlich nicht. Wach auf, Herr L., Dein Sohn wendet sich von Dir ab, denn er ist einfach zu alt, um ihm vorzumachen, dass Du das Unschuldslamm bist, als dass Du Dich verkaufst. Dein Sohn hat Augen und Ohren und er kann besser denken und Zusammenhänge erkennen, als Dir lieb ist.

Der einzige Grund, warum ich Dir das diesmal nicht ins Gesicht sage, ist der, dass Du mir im Laufe der Jahre nicht mal mehr das wert bist, denn mit Dir zu diskutieren, kommt dem Versuch gleich, einem Nilpferd Ballett beizubringen. Und wage es nicht noch einmal meinem Sohn zu drohen oder Strafen anzukündigen, weil er sich seiner eigenen Mutter offenbart hat, denn dann lernst Du meine dunkle Seite kennen. Wenn mir zu Ohren kommt, dass Du derlei Dinge noch ein einziges Mal zu ihm sagst, ihm drohst oder auch nur ankündigst, ihm ein Haar zu krümmen, lasse ich meinem Mutterinstinkt freien Lauf und das könnte sehr schmerzhaft für Dich werden, denn dann lasse ich Dich das spüren, was jede Mutter in sich trägt – bedingungslose Liebe für ihr Kind, egal wer vor ihr steht.

Fakt ist nämlich auch, dass Dein Sohn ernsthaft darüber nachdenkt, ob er Dir in nächster Zeit überhaupt Zeit widmen möchte. Du bist zu weit gegangen und zwar viel zu weit. Du hast ihn nicht das erste Mal gekränkt und beleidigt, doch damit ist jetzt Schluss. Du hattest genug Zeit, ihn zu verstehen und so zu nehmen, wie er ist. Aber er funktioniert eben nicht nach Deinem beschränkten Plan, er ist eine eigenständige Persönlichkeit und das ist gut so. Ja, er macht Fehler, aber damit hast Du herzlich wenig zu tun, denn Du kriegst nicht mal einen einzigen Tag mit ihm ohne Streit gebacken. Du bist sein Problem, auch wenn Du das nicht wahrhaben willst. Und wenn Du nicht endlich begreifst, was Du mit Deinem widerlichen Verhalten bei ihm anrichtest, verlierst Du Deinen Sohn, darauf habe ich nämlich keinen Einfluss, weil ich ihn ganz alleine entscheiden lasse, ob er Dich in Zukunft sehen will. Hör’ auf, immer andere Menschen dafür verantwortlich zu machen, wenn’s mal nicht so läuft, wie Du es willst. Du bist ein falscher und hinterfotziger Kerl, warst Du schon immer und Dein Sohn hat mehr Eier in der Hose als Du, das sei an dieser Stelle mal gesagt.

Wissen Deine Eltern denn eigentlich mittlerweile mal, dass Du aus Deiner alten Wohnung in der D.-Straße rausgeflogen bist, weil Du keine Miete bezahlt hast? Das durften sie ja damals nicht wissen, nicht wahr? Und wer war damals blöd genug, Dich wieder aufzunehmen? Ja, das war ich, die böse Mutter Deines Sohnes. Auf der Straße hätte ich Dich stehenlassen sollen, denn es war nicht meine Schuld, dass Du Dein Geld nicht an den Vermieter überwiesen hast. Und wer ist mit brennenden Kippen stockbetrunken auf der Couch eingepennt, während Dein Sohn und ich im Nebenzimmer schliefen? Wer soff die Nächte durch? Wer verbrachte mehr Zeit mit seinen Kumpels, statt mit seinem Sohn? Wer lag nachmittags um 17.00 Uhr noch im Bett, während ich mit dem Kleinen allein auf den Weihnachtsmarkt gelaufen bin? Ja, wer war das?

Alter, mir platzt hier grad gewaltig der Arsch und Du kannst froh sein, dass ich nicht alles hier auspacke. Ich bin gewiss nicht fehlerfrei, aber ich war immer für meinen Sohn da, im Gegensatz zu Dir, denn wirkliches Interesse an ihm hast Du erst gezeigt, als Du rausgeflogen bist und wir nach Berlin gezogen sind. Keinen Tag vorher hast Du Deinen Arsch in Bewegung gesetzt und das obwohl unser Sohn ein waschechtes Wunschkind ist. Du hast diesen kleinen Mann einfach nicht verdient und der einzige, der eine Ohrfeige verdient hat, bist Du. Dafür, dass Du ihn beleidigst, kränkst und in seinen ersten Jahren nicht ausreichend beachtet hast. Komm’ Du mir noch zwei drei Mal blöd, dann vergess’ ich mich.

So, habe (erstmal) fertig… War nicht die feine englische, aber bitter nötig!!!


Ich bin ein Chaot…

12. September 2009

Kennt Ihr das? Ihr seid dabei etwas zu lernen. Ihr habt am Anfang null Checkung, was Ihr da eigentlich lernt. Ihr versucht zu begreifen. Der Horizont wird nach einigen Tagen um 0,5% heller und dann steht die Prüfung an. Ihr habt die Arbeitsschritte so halbwegs im Kopf und dann versaut Ihr trotzdem alles? Es schleicht sich gleich am Anfang ein Denkfehler ein, Ihr werdet ein bisschen nervös und dann klappt einfach nichts mehr – vor allem nicht das Denken. Grrr…, ich ärgere mich schwarz. Ich habe nämlich meine letzte Prüfung vergeigt. Kotzt mich an – tierisch!!! Und das Traurige ist, ich könnte wetten, dass ich die Aufgabe mit etwas mehr Ruhe und Gelassenheit durchaus bewältigt hätte bzw. jetzt in diesem Moment auf die Reihe bekommen würde. Scheißmist…

Bisher liefen die Prüfungen durchaus akzeptabel. Klagen kann ich nicht, aber das hier ärgert mich wirklich sehr. Aber ändern kann ich das nun nicht mehr. Klar, davon geht die Welt nicht unter, aber ich hätte das besser machen können, wenn ich erst am Ende ‘nen Fitz in meinen Hirnwindungen gehabt hätte. Aber nein, da verfitzt sich gleich in den ersten fünf Minuten alles und ich versau’ mir den Notendurchschnitt. Könnte echt mit der Axt durch den Wald laufen. Am Ende dachte ich nur noch: „Leckt mich doch alles mal schön gepflegt am Arsch!!!“

Trotz allem ist jetzt erstmal Wochenende und nachdem ich gestern seit langem mal wieder mit Frau M. zum Verzehr der weltbesten Bockwurst um die Häuser geschlichen bin, steht heute ein kleiner Besuch des alljährlichen Herbstfestes an. Zu viert fallen wir in den späteren Abendstunden über die Stadt herein und schauen mal nach dem Rechten. Ich mag ja solche Stadtfeste genauso wenig wie Sommerfeste, aber da zuhause die meisten Menschen sterben, habe ich mich überreden lassen. Vielleicht wird es ja ganz lustig, so wie beim letzten Mal. Allerdings mache ich diesmal einen riesigen Bogen um die Bowleverkaufsstände und beschränke mich auf Mineralwasser. Sicher ist sicher.


Leichtsinn und Lehrstunden…

29. August 2009

Gut, ganz so drastisch, wie im letzten Absatz gefordert, würde ich es nun nicht gleich ausdrücken, aber dem Rest stimme ich zu, denn Sohnemann ist derzeit sehr traurig über den selbst verschuldeten Verlust seine geliebten Rades. Leichtsinnigerweise hatte er selbiges über Nacht in der Stadt abgesperrt zurückgelassen, wollte es sogar über das folgende Wochenende dort lassen. Nur durch Zufall bemerkte ich überhaupt erst, dass sein Rad nicht im Keller stand, weil ich etwas runterbringen wollte. Verdutzt suchte ich die Kellergänge nach seinem Gefährt ab, doch nirgendwo stand sein Rad. Als er von der Schule kam, fragte ich nach und war erschüttert über seinen Leichtsinn, das Rad einfach über Nacht mitten in der Stadt zu lassen, egal ob nun abgesperrt oder nicht.

Offenbar reichte mein erster “Anfall” aus, um ihn sogleich loslaufen zu lassen, das Rad sofort zu holen. Eine Stunde später stand er mit hilflos herunterhängenden Armen da und sagte nur kraftlos: “Weg…”. Ich starrte ihn an und tobte los. Wie er so leichtsinnig sein könne, dass das Rad ein teures Geschenk gewesen sei, dass er nicht von seiner eigenen Gutmütigkeit ausgehen könne, dass er gedankenlos sei usw., ich fand kaum noch Worte für meinen Groll. Er ließ es über sich ergehen, war sich seiner Schuld bewusst und dann rollten wortlose Tränen und mein Mutterherz starb tausend Tode, meine Wut richtete sich nun gegen die Fahrraddiebe, die ein kleines Kinderherz brachen.

Mein Sohn, diese Lektion hätte ich Dir so gerne erspart, aber sie scheint vonnöten zu sein, um Dir klarzumachen, wie gut man auf seine Sachen aufpassen muss. Viel zu leichtfertig gehst Du mit Deinem Eigentum um, was wohl nicht zuletzt daran liegt, dass Du dafür nicht hart arbeiten musstest. Lerne daraus und beherzige dies für Deine Zukunft, denn böse Menschen gibt es überall und denen ist es scheißegal, ob Du jetzt traurig bist – leider… Mir ist das nicht egal, auch wenn Du das vielleicht denkst. Geschimpft habe ich genug, aber mein Herz ist groß genug, damit darin auch Platz ist für Deine Enttäuschung und Deine Tränen schmerzen mich sehr.


Es war einmal vor langer Zeit…

2. Juni 2009

Es waren einmal zwei Mägde. Die eine lebte auf dem Lande, war jung und ungestüm, lernte gerade das Leben kennen, zeichnete sich durch Strebsamkeit und Fleiß aus, wie es vielen jungen Menschen zueigen ist. Ein junges Mädchen, dem das Leben viele, aber eben noch längst nicht alle Farben der Palette offenbart hatte. Die andere Magd war um einiges älter, vom Leben gezeichnet, hatte bereits einen Stammhalter geboren und verdiente sich ihr Brot mühselig. Es trug sich nun zu, dass beide Mägde sich hin und wieder begegneten und der Zufall wollte es, dass sie sich eines Tages näher kennen lernten. Das junge Mägdelein lud die gramgebeugte Magd zu sich ein, was die ältere der Beiden zögernd annahm. Nach und nach freundeten sich die beiden so unterschiedlichen Frauen an und verbrachten fortan viel Zeit miteinander.

Während die eine Magd versuchte, ihr bisheriges Leben hinter sich zu lassen, täglich mit sich und ihrem Dasein haderte, bot die andere, die junge Magd oft und ungefragt ihre Hilfe an. Das alternde Mütterlein zögerte anfangs, doch schon bald ließ sie sich darauf ein, denn ihre Kräfte schwanden Tag für Tag ein bisschen mehr und die Geschehnisse der jüngsten Vergangenheit hatten bereits tiefe Furchen in ihrem Antlitz hinterlassen. So vergingen viele Tage und Monate, in denen das junge Weib dem alten Weibe eine Stütze war. Nicht selten jedoch suchte das junge Mägdelein auch den Rat und die Unterstützung der Alten. Diese hörte geduldig zu, versuchte zu richten oder zu helfen, bot ihre Schulter oder auch ihre Lebenserfahrung an, tat dies gerne und oft.

Der heranwachsende Sohn des alternden Weibes war bis zu dem Tage unbeteiligt, bis die heranwachsende Jungfrau eben diesem jungen Knaben ungefragt ein kostspieliges Geschenk machte. Die weitsichtige Alte ermahnte das junge Weib, dass dies nicht nötig und wohl auch nicht klug sei, denn eine solche Gabe überreiche man nicht, wenn man es später reuen könnte. Die junge Magd bestand nun aber darauf, dem Burschen dieses Geschenk machen zu wollen und die Alte gab trotz aller Bedenken ihre Zustimmung. Die Freude des Jünglings war groß und die beiden Mägde freuten sich mit ihm. So vergingen die Tage und man verbrachte noch immer recht viel Zeit zusammen.

Das Weihnachtsfest rückte näher und die jüngere der beiden Frauen lernte einen stattlichen Burschen kennen, der mit ihrer doch recht stürmischen Art auszukommen schien. Doch hin und wieder geriet das junge Glück ins Wanken, denn die holde Jungfrau war nicht leicht zu nehmen, war oft unzufrieden, manchmal sogar streitsüchtig und einer zänkischen Marktfrau gleich unbeherrscht. Der junge Knecht hatte es oft schwer mit ihr und suchte eines Tages Rat bei der alten Weisen. Als seine junge Magd davon erfuhr, reagierte sie über alle Maßen erzürnt und verbot ihm künftig, mit dieser anderen Magd zu sprechen, denn sie beanspruchte diese alte Frau für sich allein. Eingeschüchtert mied der Knecht nun jede stille Unterredung mit der Alten und zog sich zurück. Mit sorgenvollem Blick nahm die Alte das zur Kenntnis und sah erste Wolken am Himmel aufziehen.

Derweil vergingen die Monate und nachdem die Alte in der Zwischenzeit ihre neue Bleibe bezogen und bewohnbar gemacht hatte, feierte man das Weihnachtsfest. Die Alte war müde und erschöpft, sehnte sich nach Ruhe und Frieden. Die Junge war auf diesem Auge jedoch blind und als die Alte sich für einige Tage zur Ruhe setzen wollte, bedachte sie das alternde Mütterlein mit allerlei Vorwürfen und Ungerechtigkeiten. Obwohl die alte Frau ihr versicherte, recht bald wieder da zu sein, forderte das forsche Mägdelein ihr vermeintliches Recht ein, denn schließlich habe sie einst hilfreich zur Seite gestanden. Der Alten fehlten die Kraft und auch der Wille, sich dagegen aufzulehnen und sie nahm all das mit wachsendem Groll und dennoch wortlos hin.

Sie mochte gerade jetzt nicht darüber nachsinnen, wer wem wann etwas Gutes getan habe, denn auch sie hatte nicht nur genommen, sondern oft gegeben. Die junge Magd beruhigte sich nach einiger Zeit wieder, suchte die Gesellschaft der Alten wieder und man verlor kein Wort mehr über diesen Zwischenfall. Doch es dauerte nicht lange, bis sich das Firmament erneut verdunkelte und diesmal sollte es keinen folgenden Sonnenschein mehr geben, denn die Geduld der Alten hatte ein Ende gefunden. Wieder war man sich uneins, doch diesmal schwieg die Alte nicht. Sie polterte los und wies das ungestüme Fräulein zurecht, was bei dem jungen Mägdelein auf taube Ohren stieß. Wie es den jungen Menschen zueigen ist, sah man sich selbst als stetig helfend, allzeit aufopfernd und unendlich gerecht, verlor dabei aber aus den Augen, dass nicht alles so gerecht war, wie man dachte.

Plötzlich jedoch bekam die Alte Geschichten zu hören, die zusätzlich ihren Unmut weckten und auch sie aus der Ruhe brachten. So hieß es, würde sie Zwietracht zwischen der holden Jungfrau und deren wackeren Knecht säen, obwohl die Zänkereien zwischen den Beiden meist schon längst im Gange waren, wenn die Alte das Gemach betrat. Schließlich kehrte die Alte der jungen Magd angewidert und geläutert den Rücken und widmete sich fortan wieder den Menschen, die ihrem Alter entsprachen. Doch die junge Magd konnte nicht ruhen und ließ nichts unversucht, um genau dort für Unfrieden zu sorgen. Allerdings fielen ihre intriganten Bemühungen dort nicht auf fruchtbaren Boden. Wieder und wieder stiftete sie Unruhe und trotzdem die alte Magd ihr seit dem letzten Zank gewissenhaft aus dem Wege ging, konnte die Junge kein Gras über diese Geschichte wachsen lassen.

Immer mehr Zornesfalten bildeten sich auf der Stirn der Alten und als die junge Magd schließlich darüber klagte, dass sie dem jungen Knaben der alten Magd einst ein Geschenk gemacht habe, verlor die Alte endgültig die Geduld und sann nach, wie man mit derlei Pöbel wohl verfahre. Klopft man an deren Pforte und weist sie zum wiederholten Male zurecht oder lässt man sie keifen und zetern? Nimmt man das unehrliche Geschenk einem Kinde weg und wirft es dem Störenfried erzürnt vor die Füße oder schweigt man beharrlich und sitzt die Sache aus? Die Alte schwankte eine Weile zwischen den Möglichkeiten und entschloss sich für die goldene Mitte. Sie harrte aus und beobachtete das Geschehen aus der Ferne. Dass sie ein Zusammentreffen mit jener Magd auch künftig nicht mehr wünschte, stand außer Frage. Dieser Entschluss fiel schon vor sehr langer Zeit.

Doch das Verhalten der heranwachsenden Magd gegenüber dem Knaben der Alten empfand sie als unrecht und schäbig. Die bittere Erkenntnis, über die vermeintliche Ehrhaftigkeit und Vernunft dieser Jungfrau schmeckte salzig und ekelhaft, denn kein Mensch mit wahrhaft guter Seele und reinem Herzen reut auch nur ein einziges Geschenk an ein unbeteiligtes Kind, vor allem nicht, wenn niemand dieses Geschenk erbeten hat und es im ersten Zuge ablehnen wollte, da man den Ausgang dieser Geschichte vorhersehen konnte. Die Mutter des Knaben ist in höchstem Maße erzürnt und nur ihr würdiges Alter hält sie noch vor unüberlegten Handlungen zurück. Doch wenn sich dieses junge Mädchen auch nur noch ein einziges Mal erdreistet, der Alten die Freundschaft zu einem anderen Weibe abspenstig zu machen, dann wird sie der Zorn dieser Alten mit einer Wucht treffen, deren Ausmaß sie in ihrem jugendlichen Leichtsinn nicht abzuschätzen vermag.

Liebes Fräulein F. aus dem Umland von P., zügle Dich, denn alles andere könnte Dir schlecht bekommen. Überschätze Dich nicht, denn Hochmut kommt vor dem Fall. Schenke nichts, wenn Du es selbst Kindern wieder nehmen würdest, wenn Du nur könntest. Hilf nicht, wenn Du nur im Sinn hast, anschließend bei jeder Gelegenheit Rechnungen aufzustellen. Stell’ Dich nicht noch einmal zwischen Menschen, die einander wohl gesonnen sind, weil es Dir ein Dorn im Auge ist, nicht überall die Nummer Eins zu sein. Nimm’ Dich nicht wichtiger als Du bist, denn Deine Angewohnheit, an allen Fronten nach Verbündeten zu suchen, wenn Dir jemand den Rücken gekehrt hat, ist mehr als widerlich und legt Zeugnis über Deine Unreife und Deinen gegrenzten Horizont ab. Allein damit hast Du Dich als ernstzunehmender Mensch und vor allem als erwachsene Frau auf ganzer Linie disqualifiziert und das allein reicht als Grund dafür, Dir allezeit aus dem Weg zu gehen, denn mit solch niederträchtigen Menschen kann und will nicht jeder. Ich zuletzt…!!! Und erlaube Dir kein Urteil über mein Privatleben, denn darüber und über die Menschen, die sich darin befinden, weißt Du nichts, gar nichts. Ich kann Dir aber eines versichern: Ich bin um ein Vielfaches ehrlicher zu diesem Menschen, als Du es jemals warst, denn alles, was hier stand und steht, konnte und kann dieser Mensch ebenso wie Du jederzeit lesen und ich habe sogar den Arsch in der Hose, über jede einzelne Bemerkung mit ihm zu sprechen und zu jedem einzelnen Wort von damals auch heute noch zu stehen. Du hingegen jammerst gerne hinter dem Rücken der Menschen, die es betrifft. Das nenne ich charakterschwach und hinterfotzig.

So, das musste gesagt werden. Manche Menschen verstehen keine andere Sprache und selbst die strafende Nichtachtung ihrer Person reicht nicht aus, um diese „Dame“ endlich zum Schweigen zu bringen. Dieses ewige Genörgel und Gegacker geht mir allmählich auf die nicht vorhandenen Nüsse und so langsam verliere ich die Geduld. Noch zwei drei dämliche Bemerkungen und es klappert gewaltig, denn irgendwann bleibe auch ich nicht mehr ruhig. Boah, geht mir das auf’n Sack, Alter…


Scheißmistkackfurz…

31. März 2009

daimler-chrysler-logo

Gestern wollte Frau N. aus P. tanken. Tut jeder Autofahrer hin und wieder. Da der Treibstoff im benachbarten Ausland wesentlich günstiger zu haben ist, fuhr ich extra deswegen auch dorthin. Dort angekommen hieß es erst mal warten, denn vor den Tanksäulen warteten schon jede Menge Sparfüchse, die auch billig tanken wollten. Als ich endlich dran war, stieg ich aus, öffnete den Tankdeckel und sah meinen Radkasten von innen. Etwas irritiert glotzte ich in das ungewöhnlich helle Loch und mein Gehirn arbeitete im ersten Moment nur im Notstrommodus. Seit wann ist es im Tankinneren so unglaublich hell? Und wieso sehe ich dort plötzlich den Radkasten? Als mein Kopf wieder auf allen vier Töpfen lief, realisierte ich, was passiert war. Mir war doch tatsächlich still und leise der komplette Tankeinfüllstutzen weggerostet und das hieß leider auch, dass ich nicht tanken kann. Entnervt schloss ich den Tankdeckel wieder und fuhr erst mal um die Ecke, um den Schaden näher zu begutachten. Ich steckte meinen überhitzten Kopf in den Radkasten und da hatte ich den Salat. Wirklich und wahrhaftig komplett vergammelt und stark reparaturbedürftig. Also fuhr ich schön langsam zurück Richtung Heimat. Die Reservelampe leuchtete nämlich schon bedrohlich und mein einzige Wunsch war, dass ich noch bis zur Werkstatt komme. Dieser Wunsch wurde erhört, aber ich Glückpilz stand vor geschlossenen Türen, da die Belegschaft der Werkstatt auf Messe gefahren war. Also fix ein Telefonat abgesetzt und auf Rückruf warten. Der gute Mann meldete sich auch ziemlich schnell und ich erklärte ihm den Sachverhalt und dass der Wagenschlüssel nebst Zulassung im Werkstattbriefkasten steckt. Nun warte ich auf sein ernüchterndes Urteil und was mich dieser Scheißdreck wieder kostet. Montage sucken!!!

Update: Der alte Tankstutzen ist rettungslos kaputt und ein neuer würde mich satte 165,-€ + Steuer kosten. Der Onkel aus der Werkstatt sucht für mich jetzt erstmal eine günstigere Alternative. Könnte grad schon wieder hinbrechen…


Die gestohlene Zeit…

28. März 2009

Es ist wieder soweit – die Sommerzeit drängt sich uns auf. Wo genau der Sinn hinter dieser halbjährlichen Zeitumstellung steckt, habe ich bis heute nicht erfasst. Danach geforscht habe ich allerdings auch nicht. Angeblich wurde sie ursprünglich aus energiepolitischen Gründen eingeführt, was eine nur schwierig greifbare Aussage für mich darstellt. Nach wie vor nehme ich sie als notwendiges Übel und als äußerst überflüssig wahr. Bringt sie tatsächlich einen echten Nutzen mit sich? Spart sie denn wirklich Energie, weil das Tageslicht länger “nutzbar” bleibt? Ist das so? Sie tritt insbesondere durch ihren verwirrenden Charakter in Erscheinung und stiehlt uns in erster Linie ganze 60 Minuten unserer Zeit, die unser Biorhythmus erst nach einigen Tagen wieder ausgleichen kann. Selbst die innere Uhr weigert sich, den Zeiger auch nur um Haaresbreite zu bewegen. Es ist ein Phänomen, dass  durchaus bemerkenswert ist. Wie oft gelingt es uns, die Zeit ohne einen Blick zur Uhr meist erschreckend genau zu bestimmen? Sobald aber Winter-/Sommerzeit in Kraft treten, gehen unsere inneren Uhren trotzdem oft auf die Viertelstunde genau in der Zeit, die gerade aktuell ist, sofern nicht gerade die Zeit mal wieder umgestellt wurde, denn dann variiert diese innere Zeit um genau diese Stunde. Am Ende nervt mich diese Zeitumstellung mit aller Verlässlichkeit aufs Neue, aber man zwingt sie uns auf – leider…

 sommerzeit


Mitten unter uns passiert…

27. März 2009

Brandenburg – Mutter tötet ihre Zwillinge – Berlin – Bild.de

Das macht sprachlos, fassungslos und wütend. Dieses Mädchen wollte Lehrerin werden und somit Kinder und Jugendliche in ihre Obhut nehmen. Die Grausamkeit im Detail lässt sich nur schwer begreifen.


Ähm, nur mal so…

18. Februar 2009

nutella

Gut, geklaut hab’ ich es nicht, aber ich habe gerade eins gegessen und wusste gar nicht mehr, wie gut das schmeckt. Heute bin mal zuhause geblieben, weil ich gestern erst spät ins Bett kriechen konnte. Gute Gespräche bei Frau M., Kurzweil mit Frau W. und zu vorgerückter Stunde sogar noch lecker Pizza bei einem guten Freund waren daran “schuld”. Herr S. aus P. lag längst im Bett als ich endlich nach Hause kam. Plauen und Umgebung sind dick eingeschneit und ich habe mir heute Zeit genommen und mal nur an mich gedacht. Habe über die eine oder andere Sache mehr oder minder intensiv nachgedacht und für mich festgestellt, dass nichts ohne Grund passiert. Manches ist lehrreich, manches unnötig und manches muss ganz einfach geschehen, damit man darüber nachdenkt und daraus lernt.

Eines dieser Dinge erregte die Sorge meiner Leser vor ein paar Tagen und hierzu kann ich bilanzierend nur noch sagen, dass manche Menschen besser großen Abstand voneinander nehmen. Was im Anschluss vergleichsweise banaler Dinge an Äußerungen folgte – die einem zwangsläufig zu Ohren kommen – grenzt an Unverschämtheit und entspricht einfach nicht den Tatsachen, denn hier wurden wesentliche Details einfach weggelassen oder irrwitzige Behauptungen aufgestellt, die ich so im Raum stehen lassen werde, da es unter meinem Niveau ist, auf derlei “Furz” noch weiter einzugehen. Gute Besserung!!! Sie sollten den Arzt wechseln!!! Ich werde nicht ins gleiche Horn stoßen und Rechnungen aufstellen, denn das ist unter meiner Würde. Dass das den Gepflogenheiten dieser Person entspricht, ist mir nicht neu, denn es ist nicht das erste Mal und ganz sicher auch nicht das letzte Mal, aber was mich betrifft, wird es kein nächstes Mal geben, denn entweder bin ich gerne für jemanden da oder ich lasse es. Ich werde mich auf keinen Fall mehr mit den Problemchen befassen, die für Menschen meines Alters einfach nur unnötig sind.

Der Schnee draußen sieht wunderbar weich aus und ich werde mich nachher mit einer guten CD ins Badezimmer verdrücken und mir ein wohltuendes Bad gönnen. Heute Abend lese ich endlich mein Buch weiter, dass seit Tagen unberührt auf dem Nachtschrank liegt und hoffe, dass ich diese Lektüre heute beenden kann. Herr S. aus P. hat Spätschicht und wird nachts sicher eiskalt unter die Decke kriechen und mit seinen eisigen Fingern Frostbeulen verursachen. Derzeit gestaltet es sich etwas schwierig, bei offenem Fenster zu schlafen, denn da mein Bett genau drunter steht, weht immer wieder Schnee durch die geöffneten Dachfenster und ladet in unseren Gesichtern und auf den Kissen. Man hört die Flocken sogar leise auf den Stoff der Bettwäsche rascheln – unglaublich. Der angenehme Nebeneffekt ist, dass der Schnee die Fenster so abdeckt, dass die aufgehende Sonne bzw. das Tageslicht gedämpft im Zimmer ankommt, was ich im Schlafzimmer als angenehm empfinde.

Morgen dann stehen wieder ein paar Erledigungen an und anschließend lasse ich meine Haare etwas gesundschnippeln, was mal wieder nötig ist. Die Gute will mir dann auch zeigen, wie man mit vier (!!!) Strähnen einen Zopf flechten kann, denn das ist mir vollkommen neu gewesen. Ich habe einen solchen Zopf auch noch nie gesehen und bin sehr gespannt. Probiert habe ich noch nie, ob das Flechten mit mehr als drei Strähnen möglich ist und ich werde mich morgen überraschen lassen. Nach eventuellen Schnappschüssen muss nicht erst gefragt werden. Ich seh’ von vorne schon dämlich aus und von hinten erst recht. Sohnemann ist nach wie vor in Mechel und scheint sich dort pudelwohl zu fühlen, was kein Wunder ist, da ich hier in der Ost nicht mit zwei Kumpels aufwarten kann, die Tag und Nacht bei uns sein dürfen können. Ich wäre nach kürzester Zeit reif für die Jacke, wo der Reißverschluss hinten ist. Dafür bewundere ich die Mutter der beiden Rabauken und für ihre scheinbar unendliche Geduld. Respekt…!!!


Mit jedem Tag…

14. Februar 2009

Abgehakt…erhöht sich die Zahl derer, die mich am Arsch lecken können. Ausweinen will man sich, eine ehrliche Meinung ist jedoch nicht erwünscht. Man verlangt, es solle trotz allem Widersinn beigepflichtet werden. Nein, das kann ich nicht und das will ich nicht. Augenwischerei war noch nie mein Ding und wird es niemals sein. Ewiges Genörgel macht jeden irgendwann mürbe, so auch mich. Ich mag nicht mehr… Nein, es geht nicht um Männer… ;-) Und es nervt mich zunehmend, wenn jemand immer mit Gewalt “anders als die anderen” sein muss, nur weil das dringende Bedürfnis besteht, sich zu unterscheiden. Wozu? Selbst um den Preis, sich lächerlich zu machen?! Nein, ich muss nicht für alles Verständnis haben und eines sei gesagt: Es nervt nicht nur mich langsam, sondern ausgesprochen hat das vor nicht allzu langer Zeit jemand, von dem es nicht erwartet wurde. Peng… Danke für alles, aber hier ist Schluss. Ich brauche endlich Ruhe und wenn man jemandem sehr oft und gerne Gehör geschenkt hat und dann selbst mal ein Ohr braucht, kommt etwas, was all dem ferner als sonst was liegt. Das hatte mit Ehrlichkeit nix zu tun, absolut gar nix. Und sowas nehme ich übel.


Reden ist Silber, Schweigen ist Blech…

8. Februar 2009

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Genauso wenig wie manches Gerede nicht den besten Eindruck
hinterlässt, ist nicht immer das Schweigen der beste Verbündete.
 

Wer schweigt, gibt damit keineswegs unter allen Umständen etwas zu;
sicher ist nur, dass er nichts bestreitet.

Schweigen ist das wirkungsvollste und infamste aller Gifte.

Das Wort ist ein Schwert,
aber Schweigen kann noch viel mehr Unheil anrichten.

Zu viel und zu wenig Verschwiegenheit in den eigenen Angelegenheiten –
beides verrät gleicherweise eine schwache Seele.

Es genügt nicht, nichts zu sagen,
denn das versteht kein Mensch.

Oft ist Schweigen der leichteste und gleichzeitig der feigste Ausweg.

Schweigen ist der sicherste Wege für den,
der sich selbst nicht traut.

Schweigen kann die grausamste Lüge sein.

Vor dem Jähzornigen halte dich etwas zurück,
vor dem, der gar nichts sagt, völlig.


Hähnchenkeule meets Maulwurfkuchen… *örgs*

3. Februar 2009

lazy

Habe schlecht geschlafen, bin nicht zuletzt deswegen auch schon enorm übellaunig aufgestanden und gehe entsprechend geladen in den Dienstag. Was weiß ich, welche Laus mir heute Nacht über die Leber gelaufen ist, aber heute ist einer dieser Tage, an denen ich hochexplosiv dem Alltag entgegensteuere und froh bin, wenn der Tag vorbei ist. Richtig fest schlafen konnte ich irgendwie nicht und so ist es kein Wunder, dass ich nicht wirklich ausgeruht bin. Gegen 4.30 Uhr gab ich mich geschlagen und kroch aus dem Bett. Herr S. aus P. bewältigte gestern seinen ersten Arbeitstag nach der Krankschreibung und war folgerichtig komplett gebügelt, als ich gestern Abend nach Hause kam. Mit knallroten und klitzekleinen Augen lag der Herr nahezu regungslos auf der Couch und blinzelte mühevoll in den Fernseher. Gegen 21.30 Uhr schickte ich ihn mitleidig schlafen und als ich knappe 20 Minuten später folgte, schlief man schon tief und fest.

Das Wochenende war durchschnittlich ruhig, aber meinen Film habe ich mal wieder nicht zu sehen bekommen. Entweder fehlte mir die Lust, mich auf die Handlung zu konzentrieren, dann wieder keine Zeit oder aber im TV lief gerade etwas, was ich nicht verpassen wollte. So staubt mein “Parfum” im Regal vor sich hin, aber aufgeschoben ist noch lange nicht aufgehoben. Nach knappen 14 Tagen kulinarischen Streifzügen durch die nyírische Speiselandschaft, kneifen nun mittlerweile schon die Hosen und ich enthalte mich seit gestern wieder etwas mehr. Die Krankschreibung von Herrn S. hatte zur Folge, dass wir hier fast täglich kochten, vereinzelt sogar Kuchen gebacken haben und nach Lust und Laune futterten. Nicht nur, dass die bösen, kleinen Kalorienmännlein nachts meine Hosen dann von Tag zu Tag enger nähten, nein, als ob das nicht reicht, füllte sich der Kühlschrank mehr und mehr mit Überbleibseln der Fressorgien, deren Verzehr ebenfalls notwendig wurde, denn wer wirft schon gerne Essen weg.

Ich weigere mich beharrlich, auf die Waage zu steigen, denn das Miststück lügt ohnehin. Bauch einziehen nützt da auch nix und ich werde essenstechnisch vorerst kürzer treten. So geht das ja nun nicht. Es ist nun wirklich nicht so, dass der Kühlschrankinhalt nicht enorm verlockend lächelt, wenn ich nach der darin befindlichen Milch greife und es fällt mir äußerst schwer, die Tür des selbigen ohne einen beherzten Griff hinein zu schließen. Es nützt aber nix, die temporären Speckröllchen müssen sofort wieder runter, denn wenn die sich erstmal festgefressen haben, wird es schwer, sie wieder loszuwerden. Mein erster “Reduktions”-Tag gestern zeigt bereits Wirkung und ich fühle mich sehr viel weniger gestopft als gestern noch. Es ist aber auch leidvoll, wenn man gerne isst und zur Zunahme neigt. Vor Sohnemanns Geburt hatte ich damit nie Probleme und konnte nach Herzenslust essen, was ich wollte, wieviel ich wollte und wann ich es wollte. Nun heften sich aber schon 15 Pfund einfach mal so an die Hüften, wenn ich an einem herzhaften Braten vorbeilaufe. Scheißdreck…

Jammern nützt nix, Enthaltsamkeit und Disziplin sind angesagt, wenn ich mich im kommenden Sommer mit leichterer Bekleidung nicht komplett blamieren will. Frau hat schließlich ihren Stolz und einen zweifelhaften Ruf zu verlieren ;-) . Wer macht mit???


Morgen kracht’s…

25. Januar 2009

Allenorts schläft man noch, so auch im Hause Nyiri. Das Wochenende war insgesamt sehr schön ruhig und entspannend. Trotz kinderfrei genossen die alten Leutchen die Zeit zuhause und fröhnten kulinarischen Genüssen. Unternehmungstechnisch klinkten wir uns diese Woche aus, denn das Wetter draußen schreckt mich ab. Mal stürmt es, mal schneit, regnet oder graupelt es. Das nervt und als bekennender Winter-Fan sehne auch ich mich nun langsam nach Sonne und etwas wärmerer Luft. Herr S. aus P. ist auch in der kommenden Woche noch zuhause und der kleine Herr N. aus P. kommt heute Abend von seiner Oma zurück. Kaffee schmeckt hervorragend, sonst auch alles wie immer, was soll ich also schreiben.

Besondere Vorkommnisse gibt’s bisher keine und wenn ich so aus dem Fenster sehe, bleibt das auch so. Ab morgen steht dann mal wieder ein mittelschwerer Behördenmarathon auf dem Plan, was mich jetzt schon abnervt. Ich werde sämtliche Unterlagen von A nach B über C schleppen, um dann bei Behörde D zu erfahren, dass ich Fitzelchen 5.93 Abschnitt F noch nachreichen muss, wofür ich höchstwahrscheinlich wieder einen neuen Termin brauche. Was mich am meisten aufregt, ist, dass Änderungen in irgendwelchen Ämtern meistens erst dann bekannt werden, wenn die jeweilige Behörde dann darauf besteht, dass man dieses und jenes doch bitte hier oder dort beantragen solle. Vorher kursieren solche Änderungen immer nur als Gerücht und keiner weiß was genaues. Und genau aus diesem Grund turne ich morgen von Amt zu Amt, damit hier nix ins Stocken kommt.

Ich bin allerdings frohen Mutes, dass genau das passieren wird und koste schonmal, wie das Hungertuch schmeckt. Darin sind wir mittlerweile ja geübt. Danke Deutschland, Danke Frau Merkel und Danke an Frau Merkels Lakaien, die offenbar schreckliche Langeweile haben, denn aus welchem Grund sonst wird unentwegt an bestehenden Reglungen herumgedoktert, bis keiner mehr ‘nen Durchblick hat. Auch die Damen und Herren vom Amt schauen einen mittlerweile oftmals nur noch schulterzuckend an und sprechen von „nicht zuständig“ oder „die Kollegin hat grad Kaffeepause, da kann ich Ihnen jetzt auch nicht helfen“. Mir schwillt schon jetzt der Kamm, obwohl ich erst morgen all das hören werde…


Grrr…

10. Dezember 2008

Manchmal ist es zum Haare raufen. Zum zweiten Mal schon hat Scott seine Zahnspange so dermaßen verlegt, dass sie unauffindbar ist. Da habe ich ihm nun schon dieses kleine Etui gekauft, noch bevor er seine Spange überhaupt hatte und trotzdem steckt er sie in den meisten Fällen in irgendwelche Jacken- oder Hosentaschen und abends vorm Schlafen sucht er dann panisch nach dem teuren Stück. Ich muss gestehen, dass mir vorhin der Geduldsfaden riss, denn ich vermute stark, er hat sie irgendwo in der Schule vergessen. Wenn sie dort ein Spaßvogel einfach mitgenommen oder gar zerstört hat, heißt das für mich, eine neue Zahnspange anfertigen lassen und mit teuer Geld bezahlen. Sowas macht mich wirklich wütend und ich hasse derlei Nachlässigkeiten. Wenn ich schon sehe, wo er überall sucht, platzt mir die Hutschnur, denn ich glaube kaum, dass die Feinmechanik dieses Teils der Belastung in irgendwelchen sandgefüllten Hosentaschen, herumgeworfenen Schulrucksäcken oder dergleichen standhält.

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Mist verdammter…

9. Dezember 2008

wurst

Ich könnt’ grad mal wieder mit der Axt durch die Nachbarschaft rennen, ehrlich. Nun habe ich die notwendigen Preisinformationen für meinen geplanten Weihnachtsurlaub im Kreise der Familie und wie befürchtet, bewegt sich der Ticketpreis in solchen Höhen, dass ich diesen Plan zu Grabe tragen möchte. Ich wollte bei meiner Familie keinesfalls mit leeren Händen antanzen, aber das müsste ich leider tun, wenn ich mein Budget zum Großteil für ein solches Ticket opfere. Zwar erwarte ich noch einige Zahlungen, aber es warten auch noch offene Rechnungen auf mich. Somit steht in den Sternen, ob und wieviel für unsere Reise übrig bleibt. Notfalls würde ich zwar mit dem Auto fahren können, aber ob meine alte Schindmäre diesen Trip übersteht, ist fraglich. Prinzipiell hält mein Mädchen-Chrysler ja bestens durch, aber da er kürzlich erst kaputt war, plagt mich die Angst, das könnte auf der Autobahn wieder passieren. Es wäre verhehrend, wenn ich dann in Eiseskälte mit Sohnemann dort festsitze. Nicht auszudenken…

Jetzt heißt es abwarten und geduldig sein, denn noch weiß ich nicht, ob von meinen ausstehenden Zahlungen vielleicht doch ein klein wenig abfällt und ein familiäres Weihnachtsfest möglich macht. Wünschen würden wir uns das und nötig hätten wir das obendrein. Drückt uns die Daumen!!!

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Totensonntag…

23. November 2008

3 marmor engel mit blumen grabstein

Heute ist einer jener zwiespältigen Tage für mich, denn er vereint Trauer und Vorfreude. Ab morgen dürfen die Weihnachtssachen aufgestellt werden, aber im Laufe des Nachmittages werde ich aller Voraussicht nach mit einer schlichten weißen Rose in der Hand zum Grabe meiner Großmutter gehen und diese Rose auf ihrem Grab hinterlassen. Das tue ich immer an all jenen Tagen, die ich für richtig erachte. Dazu zählt ihr Geburtstag, der Todestag, Weihnachten und natürlich der Totensonntag. Ich bin nicht so geübt im Besuchen von Gräbern, aber ich komme niemals mit leeren Händen. Ich bringe ihr jedes einzelne Mal diese weiße Rose mit und verharre einige Minuten im stillen Zwiegespräch mit ihr. Uns verbanden nicht nur gute Zeiten und ich trage noch immer so manchen Konflikt in mir, aber mein innerer Konflikt ist schon klein genug, um ihr während des gesamten Jahres mehrmals eine Rose zu bringen, denn sie liebte Blumen wirklich sehr. Und ich wähle immer die Farbe weiß, denn diese Farbe verkörpert für mich Reinheit, Neubeginn und Verletzlichkeit. Rot erscheint mir zu präsent, gelb zu fröhlich, rosa zu kitschig, orange zu knallig und lila hasse ich ganz einfach. Weiß ist gut, weiß ist dennoch aussagekräftig und weiß ist auch eine Farbe der Ruhe für mich.

Immer nur eine Blume, eine Rose, ein bisschen was Grünes drumrum und sonst nichts. Auch die Farben und Blumen für das Grabgesteck bei ihrer Beerdingung habe ich ausgesucht. Meine Mutter war damals mit mir im Blumengeschäft und stand neben mir. Wortlos und über den Tod ihrer Mutter betrübt habe ich sie unter meine Obhut genommen und gesagt: „Wir suchen Blumen für Oma aus, komm…“ Sie lächelte müde und ließ es geschehen. Ich stellte ein Arrangement aus weißen Blüten zusammen. Schlicht, edel, zart und weiß, einfach nur weiß. Ich ordnete den genauen Wortlaut der Inschrift auf den Trauerbändern an und bestimmte auch deren Farbe – dunkelgrün mit goldener Schrift. Meine Mutter bestand darauf, alles zu bezahlen und sagte mit einem dankbaren Lächeln: „Das sieht schön aus, danke, mein Kind…“ Ich hakte mich unter und wir verließen den Laden. Der Trauerfeier blieb ich fern. Ich wollte und konnte nicht in die heucherlischen Gesichter derer sehen, die nun plötzlich aus der Versenkung auftauchten.

Und ich wusste, diese Trauerfeier würde wieder in einem Skandal enden, was auch geschah, denn meine Mutter berichtete mir davon. Persönliche Gründe verboten mir, dieser Feier beizuwohnen und ich hatte mich längst auf meine Art verabschiedet. Als sie starb, war ich gerade auf Arbeit. Mein Handy klingelte und am anderen Ende sagte meine Frau Mama in mütterlichem Befehlston: „Komm sofort nach Hause! Oma ist gestorben.“ Ich empfand diesen Ton weniger befehlend, sondern verstand das viel mehr als Warnschuss, dass die elende Schlammschlacht der Heuechelei nun beginnen würde. So war es auch. Ich fuhr ohne Umwege zum Pflegeheim, wohin sie von meinem Großvater abgeschoben worden war, „weil das komische Krankenhausbett in der Wohnung doch unmöglich aussähe“ und sah mich mit einem betrunkenen Großvater, einer ebenfalls betrunkenen Tante und den zwei verbliebenen Schwestern meiner Großmutter konfrontiert. Meine Mutter lehnte an der Wand und verbarg das Gesicht an jeder Wand in ihren Händen.

Mein Großvater stammelte wirres Zeug, was angesichts seines Alkoholpegels kein Wunder war. Ich schämte mich für die Tatsache, dass meine werte Tante und mein ehrenwerter Großvater 100 m entfernt im Garten gesessen und sich betrunken hatten, während meine Großmutter ihren letzten Atemzug tat. Auch die unmittelbare Nähe zum Pflegeheim hatte nur für einen einzigen täglichen Besuch gereicht. Meine Mutter hingegen war aus Saarbrücken angereist und hatte angekündigt, so lange zu bleiben, bis Oma gestorben sei, denn wir beide wussten, dass es zuende geht. Schon vor Monaten hatte ich zu meiner Mutter gesagt: „Das lange Sterben von Oma hat begonnen.“ Ich sollte recht behalten. Nach und nach verließen alle Angehörigen den Raum, in dem meine tote Großmutter lag und mein betrunkener Großvater forderte mich schwankend auf, mitzukommen. Ich weigerte mich, ohne ihn anzusehen. Ich war angewidert und distanzierte mich von allen. Meine Mutter wusste, warum.

Als alle gegangen waren, betrat ich schweigend den Raum, nahm mir einen Stuhl und setzte mich an ihr Bett. Ich wies die Pflegeschwestern an, mich bis zum Eintreffen des Bestattungsunternehmens mit ihr allein zu lassen. Freundlich nickend wurde meine Bitte erfüllt und man reichte mir wortlos anteilnehmend ein Päckchen Tempos. Ich schloss die Tür zum Zimmer und setze mich noch näher ans Bett. Ich starrte meine tote Großmutter an und erst jetzt konnte ich weinen. Eine ganze Stunde war ich allein mit ihr und ich weinte, sprach sie immer wieder leise an und fand kein Wort außer „Oma“… Ich versuchte zu begreifen, dass sie vor mir lag und mich trotzdem nicht mehr hören konnte. Ich wollte ihre Hand berühren, aber jedesmal hielt ich wenige Millimeter vor ihrer Hand inne. Das konnte ich nicht, das ging mir zu weit. Ich starrte sie eine Stunde lang an und sah nichts anderes an, denn ich wollte keine Sekunde damit verschwenden, meine Aufmerksamkeit anderen Dingen zu schenken, als diesem letzten Moment, diesem letzten Beisammensein, nur sie und ich.

Irgendwann öffnete sich die Tür und zwei schwarz gekleidete Herren betraten den Raum, wünschten mir anstandsvoll Beileid und warteten in gebührendem Abstand, bis ich mich erhob und den Raum verließ, ohne mich ein letztes Mal umzudrehen. Ich lief wortlos zum Treppenhaus und sah kein einziges Mal zurück. In diesem Augenblick beschloss ich auch, nicht zur Trauerfeier zu erscheinen, denn die Szenerie mit zwei betrunkenen Angehörigen hatte mir gereicht. Nein, ich hatte mich verabschiedet, auf meine Weise, in aller Stille und in Zweisamkeit, so wie ich es wollte. Meine Mutter verstand das und was der Rest dachte, ging mir am Arsch vorbei. Ich setzte mich in mein Auto und stand noch lange auf dem Parkplatz. Der schlichte Sarg mit dem Leichnam meiner Großmutter wurde vor meinen Augen in den Wagen gehoben, einer der Bestatter trat an meinen Wagen und reichte mir eine Visitenkarte. Er notierte einige Hinweise, was für die Beisetzung notwendig sei und verabschiedete sich respektvoll. Ich hatte den Eindruck, dass jeder Mensch, der mir in diesen Stunden begegnete, mich als Verantwortliche für alle Belange rund um den Tod meiner Großmutter betrachtete. Niemand sprach meine Verwandten an.

Als ich endlich nach Hause fuhr, kam dieses Lied aus dem CD-Player meines Radios und es erinnert mich seither an den Tod meiner Großmutter:

I hope you’re feeling happy now
I see you feel no pain at all it seems
I wonder what you’re doin’ now
I wonder if you think of me at all
Do you still play the same moves now
Or are those special moods
For someone else
I hope you’re feeling happy now.

Just because you feel good
Doesn’t make you right (oh no)
Just because you feel good
Still want you here tonight

Does laughter still discover you
I see through all those smiles
That look so right
Do you still have the same friends now
To smoke away your
Problems and your life
Oh how do you remember
Me the one that made
You laugh until you cried
I hope you’re feeling happy now

Just because you feel good
Doesn’t make you right (oh no)
Just because you feel good
Still want you here tonight

Just because you feel good
Doesn’t make you right (oh no)
Just because you feel good
Still want you here tonight

I wonder what you’re doing now
I hope you’re feeling happy now
I wonder what you’re doing now
I hope you’re feeling happy now

signatur-kraftig11


Nix Winter…

22. November 2008

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Was ich dort draußen vor den Fenstern sehe, hat nix mit jenen Wintern zu tun, die ich aus meiner Heimatstadt kenne. Überall in Deutschland hat es geschneit wie verrückt, nur hier wieder nicht. Geschneit hat es schon ein bisschen, aber eben nur ein bisschen. Das dritte Jahr in Folge machen die Schneefälle um unsere Stadt einen großen Bogen. Irgendwie verkehrte Welt, denn eigentlich schneit es hier immer wunderbar viel. Aber was ich heute Morgen sah, enttäuscht mich zutiefst, denn ich bin sehr viel mehr Schnee gewohnt und bestehe auf mindestens 20 cm Schnee, wenn man für unsere Gegend einen Wintereinbruch ankündigt!!!

SNV30557

Das ist definitiv kein Wintereinbruch gewesen und das nenne ich im Höchstfall „Zuckerguss“, aber Schnee ist was anderes. Kotzen könnt’ ich, denn ich habe mich diebisch auf eine wunderschöne weiße Schneepracht gefreut. Winter, Du kannst mich mal…

signatur-kraftig7


Dienstage „sucken“, aber sowas von…

11. November 2008

weckerDa wachste morgens auf, schaust verschlafen im Liegen aus dem Dachfenster und erblickst einen Urlaubsflieger, der blitzend am noch dunklen Himmel ganz sicher in südliche Gefilde blinkert. Is’ doch immer so, wenn Du denkst, es könnte grad nicht besser sein. Dann wird Dir was vor die Nase gehalten, das Dich daran erinnert, dass es durchaus noch besser sein könnte. Alter, wenn ich einfach nur einen Stern oder eine Wolke gesehen hätte, wäre ich schon zufrieden gewesen, aber man muss Frau N. aus P. halt mal wieder fett unter die Nase reiben, dass mit Urlaub erstmal Essig ist. Wer und was daran alles Schuld trägt, lasse ich hier weg. Bringt nix…

Geträumt habe ich auch, allerdings derart verkorksten Mist, dass man morgens schon kopfschüttelnd aufsteht. Habe heute ‘nen Termin bei der Behörde und muss vorher nochmal zur Steuertante. Prompt kam die gute Frau in meinem Traum auch vor. Ich laufe in meinem Traum die Straße entlang, begegne ihr auch und erkenne sie nicht, weil Frau N. aus P. auch im Wachzustand enorm kurzsichtig ist und desöfteren ihre Probleme hat, Gesichter von Menschen zu erkennen. Also übersehe ich sie beinahe, entschuldige mich aufrichtig dafür und da geteiltes Leid ja halbes Leid ist, humpelt sie hinter mir her zu ihrem Büro. Ja, in meinem Traum hatte die arme Frau einen ausgeprägten Gehfehler, den sie nachweislich im realen Leben nicht hat. Wenn ich keinen Dachschaden habe, wer dann…?!

Sohnemann ist vorhin artig zur Schule gelaufen und ‘ne knappe Viertelstunde später stand er wieder in der Tür. Erste Stunde fällt aus, Englischlehrerin krank… Auch sein Tag fängt irgendwie verquer an. Draußen ist es ziemlich windig und das heißt, man darf keine weiten Klamotten tragen, da die bei diesen starken Windböen unbeabsichtigt als Paraglider fungieren könnten,was mir heute echt noch fehlen würde. Obwohl ich so bestimmt Benzin sparen könnte, allerdings macht mir die Steuerung so hoch oben in der Luft etwas Sorgen, also werde ich vorsorglich doch lieber den Wagen nehmen. Der Kaffee schmeckt heute irgendwie grässlich, obwohl ich alles so gemacht habe wie immer.

Was ist das nur für ein beschissener Morgen? Der Tag wird sicher auch nicht besser und Frau N. aus P. hat manchmal eben auch fürchterliche Laune, wenn sie aufsteht. Ob ich Morgenmuffel bin? Ganz klar JEIN…!!! Ich habe morgens überhaupt keine Laune. Soll heißen, dass ich morgens als stimmungstechnisches Neutrum aufstehe und erstmal die Ruhe auf mich wirken lasse. Solange mir keiner Fragen stellt und meine Notstrom-Hirnaktivität unnötig strapaziert, bevor alle Synapsen ihre Funktion aufgenommen haben, passiert auch niemandem etwas. Ich erledige mit stoischer Ruhe alle meine Aufgaben, laufe mechanisch von A nach B und zurück und alles geht seinen geregelten Gang.

Wenn da allerdings jemand ist, der mich gleich morgens mit Fragen überschüttet, mich mit seiner übertrieben guten Laune nervt und mir zu allem Überfluss noch ein überschwengliches „Guten Morgäään…“ entgegenflötet, dann raste ich meistens aus. Ist man dann ein Morgenmuffel? Nee, oder…?! Ich brauche morgens einfach reizarmes Klima und möglichst keinerlei Konversation. Dumm ist natürlich, wenn Sohnemann dann merkt, dass er vergessen hat, mir zu sagen, dass ich noch eine Buchhülle besorgen sollte, er seine Zahnspange verlegt hat und mir zwischen Tür und Angel mitteilt, dass der Schulphotograph da war und die bereits gelieferten Bilder nur lächerliche 4635,99 Euro kosten, die ich selbstverständlich aus der Trinkgeldkasse bezahlen könnte.

Ist natürlich übertrieben, aber solche Vorkommnisse sind lebensgefährlich, wenn sie mir morgens passieren und daher ist es gesünder, mit derlei Dingen zu warten, bis ich geladen nach Hause komme und der Wäschekorb voller schlammiger Klamotten meines Sohnes ist, der Flur samt zugehöriger Wände von schmutzigen Kinderhänden verschönert wurde und die Katze voller Enthusiasmus beim Scharren im Katzenklo gleich den ganzen wohlriechenden Inhalt mit vor besagtes Katzenklo befördert hat, obwohl die Hütte einen Deckel hat, damit genau das nicht passiert. Jetzt ist die Frage, was ist gefährlicher? Der Morgen oder der Abend? Heute würde ich sagen, der ganze Tag. Also Achtung Leute, geht mir aus dem Weg, ich bin heute eine tickende Zeitbombe. Für heute Abend nehme ich mir daher schon jetzt vor, dass ich mir ein Schöffi gönne und mich vom anspruchslosen Abendprogramm der privaten Sender schläfrig machen lasse.

Ich hoffe, Euer Tag beginnt besser und für mich hoffe ich, dass der Tag einigermaßen glücklich an mir vorbei geht. Alles andere würde in einer Katastrophe enden und wir wollen doch nicht, dass ich morgen in der Bild-Zeitung stehe, nech…!?


Geschützt: Leerlauf…

9. November 2008

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Ekelerregend…

6. November 2008

ngkl 400Mit Interesse verfolge ich täglich, woher meine Besucher kommen und beobachte genauso interessiert, welche Suchbegriffe beim Auffinden meines Blogs eingegeben werden. Bei den Referrer-Links gibt es keine nennenswerten Abnormitäten, bei den Suchbegriffen allerdings schon, wie ich finde. Seit längerem tauchen dort Suchbegriffe auf, die mich nicht nur mit dem Kopf schütteln lassen, sondern sie verursachen Abscheu und Ekel. Was an Deutschlands Schreibtischen und Computern als Suchbegriffe eingetippt wird, rollt mir die Fußnägel auf. Ich bin weiß Gott keine militante Emanze, die prinzipiell gegen Pornographie ist, was jedoch Kinder angeht, vertrete ich eine erbarmungslose Haltung. Zwar fahre ich nicht mit jenen Heckscheibenaufklebern herum, auf denen die Todesstrafe für Kinderschänder gefordert wird, aber ich bin heimliche Sympatisantin dieser Autofahrer. Nein, wir diskutieren hier nicht über die Todesstrafe an sich, denn daraus ergäbe sich eine weitere Kontroverse, da nachweislich Menschen hingerichtet wurden, deren Unschuld nach ihrem Tode bewiesen wurde.

Nein, mir geht es um Kinderpornographie und deren Opfer – die Kinder. Entschuldigt bitte einstweilige verbale Entgleisungen, aber welche kranke Sau sucht bitte mit aller Regelmäßigkeit mit einschlägigen und unmissverständlichen Worten genau nach solchen Bildern? Es mag wohl sein, dass ich in meinem Blog all jene Worte aufweisen kann, jedoch nie in einer Phrase, sondern völlig zusammenhangslos. Da steht beispielsweise in meiner „Philosophie“ rechts an der Seite das böse F-Wort. Dann schwirren hier unzählige Male die Worte „Mutter“ und „Sohn“ umher. Sucht nun jemand nach jenen Worten, wenn er damit einen genauso ekelerregenden Satz bildet – was leider auch möglich ist – landet er auf meinem Blog. Fakt ist jedoch auch, dass diese Suchbegriffe schon vorher zu meinem Blog führten, auch ohne das F-Wort, welches ich im Zusammenhang mit meiner Lebensphilosophie durchaus legitim finde. Es mag so manches Gemüt erregen, dass ich so harte Worte für das tägliche Leben finde, aber ich finde meine Wortwahl nicht im Mindesten so verwerflich, wie die Suchphrasen, die an deutschen Rechnern getippt werden.

Nur die tägliche Blogstatistik erinnert an derlei Abscheulichkeiten, die man/frau solange erfolgreich verdrängt, bis sie wieder ganz nah an einen selbst rücken. Gottlob blieb mir bisher der Kontakt mit Betroffenen erspart, denn die Wunden solchen Missbrauchs sind für uns „Nicht-Betroffene“ mit aller Wahrscheinlichkeit nicht in Worte zu fassen und als Außenstehende/r säße man vermutlich sprachlos, wütend und handlungsunfähig zugleich vor jenen Opfern. Keine Umarmung, kein Wort und kein Blick dieser Welt könnte die Wunden heilen, den Schmerz lindern und die Qualen vergessen machen, die solche Erlebnisse hinterlassen. Die Wut steigt in mir auf, wenn ich mir ausmale, dass all jene Pädophile und Päderasten nicht einen Gedanken daran verschwenden, was den Kindern auf solchen Bildern an Schmerzen, Seelenleid und körperlichen Qualen zugefügt wird, nur um den widerlichen Markt der Pädophilie zu bedienen und jenen Schweinen Befriedigung zu verschaffen. Jeden Tag habe ich diese Wut im Bauch, wenn ich diese verdammten Suchbegriffe sehe. Mit aller Verlässlichkeit tauchen sie mindestens 1x pro Woche auf und ich wünschte, man könnte diese „Suchenden“ zurück verfolgen. Oh, wenn ich nur könnte…

Wir dürfen nie vergessen, dass es da draußen Kinder gibt, denen es nicht ansatzweise so gut geht, wie unseren kleinen Quälgeistern. Niemals…!!! Wegschauen heißt mitmachen, das sollte jedem klar sein.


Schockt total…

2. November 2008

 

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Frau F. aus S. zwischen P. und S. rief mich Ende letzter Woche an und unterrichtete mich, sie habe für mich „Saw IV“ ergattert, was mich überaus erfreute. Wir verabredeten einen DVD-Abend für den gestrigen Samstag und nun war es soweit. Vorsorglich hatte Frau F. noch einen weiteren Film im Gepäck und die Pressestimmen auf dem Cover prophezeiten uns ein grausames Spektakel ungeahnter Dimensionen. Als nunmehr kritische Gore- und Splatter-Liebhaber verspürten wir so etwas wie Vorfreude und meine Besucherin zauberte das perfekte Equipment für einen gepflegten Horrorabend aus ihrer Tasche. Da tauchten Chips auf, Popcorn zum selber machen, Laugengebäck und nicht zuletzt gigantische Negerküsse, für die sogar ich handgreiflich werde. Schnell noch mit dem Wochenendhund eine Runde Gassi und dann sollte es losgehen.

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Als erstes Stand „Saw IV“ auf dem Plan und mich plagte schon fast eine gewisse Sehnsucht nach der Fortsetzung der bereits drei gesehenen Streifen. Die Handlung glich selbstredend den vorangegangenen Filmen und variierte lediglich in der Methodik der Grausamkeiten, die sich Jigsaw für seine Gespielen ausgedacht hatte. Erwartungsgemäß fügte sich ein recht ansehnliches Horrorpuzzle zusammen, dessen Ablauf jedoch vorhersehbar war. Meines Erachtens wurde keine der bisherigen Fortsetzungen durch den Effekt des ersten Teils übertroffen. Alles in Allem jedoch darf auch dieser vierte Teil nicht in meiner Sammlung fehlen. Aber uns erwartete ja noch jener Film, der mir gänzlich unbekannt war. Titel und Cover sagten mir überhaupt nichts und so legte ich neugierig die DVD ein. Anfangs saßen wir noch gespannt auf der Couch und warteten auf die angekündigten Sequenzen, die uns das Blut in den Adern gefrieren lassen sollten. Es folgten leere Monologe, langatmige Dialoge und es passierte rein gar nichts.

Nach der Hälfte des Filmes sahen wir uns ein bisschen irritiert an und hofften, dass sich all die Grausamkeiten auf das letzte Drittel des Filmes verlagert hatten. Ich wage kaum zu beschreiben, was ich dachte, als der Abspann lief. Eingefleischten Horrorfans kann ich nur empfehlen, einen großen Bogen um diesen Streifen zu machen, denn er taugt allenfalls für einen gemütlichen Familiennachmittag. Merkt Euch das Cover, damit Ihr wisst, welchen Film Ihr auf keinen Fall ansehen solltet. Wir glaubten sogar für einen Moment lang, dass die falsche DVD im Cover verkauft wurde. Verstört und enorm unbefriedigt suchte ich im Internet nach Kritiken zum Film und wurde fündig. Aber lest selbst. Übrigens wurden sämtliche Szenen raus geschnitten, die dem Film die Genre-Berechtigung „Horrorfilm“ verliehen hätten. Was auf den lächerlichen fünf Bildern zu sehen ist, fehlte im Film gänzlich.

Also warten wir weiter gespannt auf den fünften Teil der „Saw“-Reihe und dürfen gespannt sein, wie es John Kramer alias Jigsaw schafft, seine Spiele trotz seines Ablebens im dritten Teil fortsetzt. Auch diese DVD werde ich mir beschaffen und freue mich schon jetzt unbeschreiblich auf diese anderthalb Stunden. Ansonsten verläuft das Wochenende ganz nach Plan. Das Hundekind hält mich/uns auf Trab und schleicht sich trotz seines kindlich-ungestümen Temperaments in aller Leute Herzen. Niemand kann so herzerweichend gucken wie er. Am Dienstag aber kehrt hier wieder Ruhe ein und ich muss zugeben, dass mir diese Ruhe ein klein wenig fehlt. Nein, sie fehlt mir gewaltig, wenn ich ehrlich bin, auch wenn der kleine Racker wirklich süß ist. Die Harmonie, die ich mit meiner schwarzen Flauschi-Pupse hier sonst lebe, ist durch nichts und niemanden zu ersetzen. Also dann, einen schönen Sonntag Euch allen…


Typisch ich oder Murphys Gesetz…

30. Oktober 2008

Jeder von Euch hatte schon Erlebnisse solcher Art. Erlebnisse, bei denen Ihr am Ende resignierend mit den Schultern zuckt und Euch nicht mal mehr aufregen und ereifern könnt, weil sie sowieso immer dann passieren, wenn man nicht damit rechnet und weil das eigentlich Unmögliche passiert ist und Ihr dann dennoch sagt: „Sowas kann auch nur mir passieren…“

Gestern Abend also kam ich nach Hause, begrüßte alle Mitbewohner/innen und schlüpfte sehnsüchtig in meinen Schlafanzug und meinen watteweichen Bademantel. Das tue ich nahezu immer, wenn ich nach Einbruch der Dunkelheit zuhause ankomme. Ich fragte Sohnemann, was er gerne essen möchte und bereitete ihm frische Brötchen mit seiner geliebten Zwiebelmettwurst zu, arrangierte selbige mit ein paar kleinen Cherrytomaten, dazu noch einen Joghurtdrink – fertig. Ich wollte mir etwas vom verbliebenen Mittagessen aufwärmen, was ich auch tat. Die Mikrowelle schnurrte und ich suchte mir Löffel, Worchestersoße und Parmesankäse zusammen. Sicher fragt Ihr Euch, welch absonderliche Speisen ich da zu mir nehme, aber Frau N. aus P. liebt Worchester über alle Maßen und sie „verfeinert“ die verschiedensten Gerichte mit dieser dunkelbraunen Soße. Sie liebt diesen Geschmack wirklich sehr. Ja und manchmal streue ich mir dann auch noch geriebenen Parmesankäse obendrauf. So auch gestern Abend, zumindest war das der Plan. Hunger hatte ich nicht schlecht und als es „Pling“ machte, war ich gerade dabei, den Parmesan zu schütteln. Warum??? Ja, das ist so: Ich kaufe ja meist diese großen Dosen, wo fertig geriebener Parmesankäse drin ist. Da ich mit sparsamen Augen durch die Supermärkte laufe, greife ich gerne auf große Mengen für wenig Geld zurück.

Ich hatte also eine recht große Dose besagten Parmesankäses ergattert und dieser lauerte gerieben und einsatzbereit im Kühlschrank. Da nun aber pulverisierte Substanzen gerne Klumpen bilden, wenn die Luftfeuchtigkeit mit ihnen in Berührung kommt, muss man jene Klumpen dann meist durch mechanische Fremdeinwirkung zwingen, ihren Urzustand wiederherzustellen. So auch bei diesem verflixten Käse. Durch die etwas höhere Luftfeuchtigkeit im Kühlschrank war der Käse innerhalb der Kunststoffdose zu großen Klumpen vereint und ich nahm die Dose unter leichtem „Testen der Konsistenz ihres Inhalts“ aus dem Kühlgerät. Es klapperte… Aha, wir haben also Klumpen gebildet. Frau N. aus P. gedachte nun, dass durch kräftiges und beherztes Schütteln und Schlagen diese dämlichen Klumpen zerfallen und den Käse zerkloppen würden, damit die Krümelchen wieder durch die dafür vorgesehenen Löcher im Deckel bröseln können. Also schüttelte sie nach Leibeskräften und lief währenddessen geschäftig durch die Küche. Frau ist ja bekanntermaßen multitaskingfähig und kann mit gefühlten 26 Armen 112 Dinge gleichzeitig verrichten. Sie schüttelte und schüttelte.

Plötzlich geschah das Unfassbare, das Unaussprechliche… Der Deckel der prall gefüllten Dose öffnete sich ohne Vorwarnung und durch erwähntes und mehr als beherztes Schütteln verselbständigte sich der geruchsintensive Käse in Sekundenschnelle. Wie beabsichtigt hatte das Schütteln seinen Zweck erfüllt, sonnenklar… Die Luft, der Großteil des Bodens, ich und mein Bademantel, mein Küchentisch, meine gerade essende Katze und der Tellerrand meines Abendmahls füllten sich schlagartig mit Parmesan, der selbstredend feinstens zerkrümelt war. Kennt einer Murphys Gesetz??? Es hatte gewirkt… Ich erstarrte, murmelte ein „Nee…, oder…?!“ und blieb sekundenlang regungslos mit der offenen Dose mit immer noch hochgestreckten Arm stehen und schaute an mir runter. In Windeseile breitete sich ein sonderbarer Duft in der Küche aus. Erinnerte mich stark an getragene Männersocken. Meine Katze vergaß just in diesem Moment ihr frisches Futter und leckte eifrig das Laminat ab und ich zwang mich zur Besonnenheit, denn man/frau soll nicht fluchen. Betont langsam suchte ich den Deckel der Dose und schloss den Behälter. Ich sah aus, als wäre ich in einen bösartigen Schneesturm geraten und klopfte mir resignierend Käsekrümel vom Bademantel.

Natürlich waren diese Krümel auch in den Ausschnitt meines Mantel gefallen und mein schwarzes Haar durfte auch an diesem Desaster teilhaben. Die schwer erschüttelten Krümel waren natürlich nun nicht mehr in der Dose, also schlurfte ich kopfschüttelnd zum Besteckkasten und erarbeitete mir mit einer Gabel neue Krümel. Wortlos stellte ich mein Abendessen auf den Wohnzimmertisch neben Sohnemann und er fragte vorsichtig: „Hast wohl gekleckert?“ Ich sah ihn gar nicht an und untertrieb maßlos: „Nee, die Dose is’ beim Schütteln aufgegangen. Die Küche is’ voll Käse und Mietzo freut sich gerade tierisch.“ Ich setzte mich einfach hin und streute mir den Hass-Käse über mein Essen. Betont langsam aß ich meinen Teller artig leer und dann zeigte ich Sohnemann, was wirklich passiert war. Er verkniff sich ein Lachen und fragte ernsthaft: „Ist soviel Käse für Katzen eigentlich schädlich?“ Ich schüttelte mit dem Kopf, was noch einige Krümel zum Vorschein brachte und holte einen Besen, um die Spuren meiner mittleren Katastrophe zu beseitigen.

Meine Katze war satt und in meiner Küche roch es widerlich nach ungewaschenen Füßen. Mein Bademantel roch genauso und in Zukunft werde ich Parmesan anders zerkleinern – ganz ganz ganz sicher!!! Schönen Tag noch…

Nachtrag (8.41 Uhr): Ich habe gerade festgestellt, dass ich sogar im rechten Ohr Parmesankäse hatte. Unfassbar… Nein, das ist kein Scherz, wirklich nicht. Ich werde nachher beim Duschen alle Körperhöhlen und -öffnungen untersuchen. Das kann alles nur ein schlechter Traum sein…


Falscher Film?

23. Oktober 2008

Du kommst abends nach Hause, machst für Deinen Nachwuchs und Dich noch schnell etwas zu essen und wenn der Nachwuchs dann ins Bett verschwindet, schleichst Du noch einige Minuten im Internet umher, rufst Deine Mails ab, schaust ein bisschen in den Foren und liest ein paar Blogs anderer Leute. An sich nicht unbedingt ein ungewöhnlicher Abend und doch sitze ich so manches Mal kopfschüttelnd vor dem Laptop. Frau ist ja in zahlreichen Foren und Communitys Mitglied, stöbert gerne und auch überall und denkt sich nichts dabei. Warum auch? Man vertreibt sich die Zeit und tut dies ohne Hintergedanken. Hin und wieder wird man von wildfremden Leuten angetextet, was ich meinerseits recht schnell im Keim ersticke. Frau will nur schauen und sonst nix. Mittlerweile kann man ja in jenen Foren auch angeben, warum man hier oder dort Mitglied ist und dort wird auch die Option geboten, man sei nur zum Spaß hier.

Ich wähle immer diese Option, weil sie schlichtweg der Wahrheit entspricht. Und mit immer wiederkehrender Gewissheit wird genau das mit aller Konsequenz ignoriert. Die Herren der Schöpfung fallen immer wieder durch konsequentes Nichtlesen und durch mindestens genauso plattes Geschreibe auf, dass sich in aller Regelmäßigkeit meine Fußnägel aufrollen. Zumeist handelt es sich um Herren, die ihr Leben momentan als Single fristen, was ja nicht unangenehm sein muss. Aber offenbar herrscht bei so manchem dieser Herren ein derartiger Notstand, das wirklich alle Register gezogen werden, um ihr Gegenüber möglichst schnell und ohne viel Aufwand zu einem Treffen zu überreden. Ich persönlich lehne solche Treffen kategorisch ab und mache keine Ausnahmen.

Es ist viele Jahre her, dass ich mit einer Freundin einen Ausflug in den Harz zu einem Chattertreffen unternommen habe. Wir hatten unglaublich viel Spaß, keine Frage, aber in Zeiten wie diesen beschränke ich mich mittlerweile nur noch auf das Stöbern und Schauen. Kontakte möchte ich online nicht knüpfen, geschweige denn im Netz auf Partnersuche gehen. Schauen und wieder gehen, mehr möchte ich nicht, denn frau zieht es vor, Menschen lieber vor der Haustür im reellen Leben kennenzulernen. Ich gebe also immer die gleichen Antworten, wenn ich gefragt werde, „was ich hier suche“. Muss frau immer suchen, damit sie dort angemeldet sein darf? Und warum darf ich nicht einfach nur schauen?

Wie dem auch sei, gestern dann schreibt mich ein Herr an, der von Alters wegen eigentlich gefestigt sein sollte, was sich allerdings als großer Irrtum herausstellte. Jener Herr ist seit 20 (!!!) Jahren in einer festen Partnerschaft und sucht trotzdem. Ich frage mich angesichts solcher Profilangaben immer, was dort zuhause abgeht oder besser gesagt nicht abgeht. Die erste Chatanfrage lehnte ich wie immer ab und widmete mich unterdessen der täglichen Lektüre einer bundesweit bekannten Boulevardzeitung. Ich lese nur zu gerne solche Klatschblätter und kann dabei wunderbar entspannen. Der Herr allerdings gab sich mit meiner Ablehnung mittels Klick nicht zufrieden und ich beschloss, diesem Quälgeist auf den Zahn zu fühlen, was denn seine Ehegattin davon hält, wenn sie vom Treiben ihres Mannes erfahren würde.

Die Chatunterhaltung begann und es dauerte nicht lange, bis mein Gegenüber auf ein Treffen spekulierte. Ich fragte sehr direkt, warum in alles in der Welt ich mich mit fremden Menschen zu einem Blind Date verabreden sollte und ich machte auch kein Hehl daraus, was ich von solchen Treffen halte. Das beeindruckte den Herrn nicht im Mindesten und ich saß schon wieder kopfschüttelnd hier. Ich hakte nach und erkundigte mich danach, was seine Frau zu alledem sagt. Was dann kam, endete meinerseits in absoluter Verständnislosigkeit. Seine Frau sei in ihrer Ehe weniger neugierig als ich vermuten würde und sie wisse durchaus, dass ihr Mann keine Gelegenheit ausließe, wenn sich eine solche bieten würde. Ich glotzte nicht schlecht, Mädels.

Wie ignorant muss man denn sein, um mit Gewalt die silberne Hochzeit feiern zu können? Muss man ab einer gewissen Beziehungsphase erblinden, um seine Ehe oder auch Partnerschaft am Leben zu erhalten? Von Toleranz kann hier keine Rede sein, denn auf die Frage, ob er/sie eine sogenannte offene Beziehung/Ehe führen, kam eine Wischiwaschi-Antwort, die dennoch alles offenlegte, was von Interesse war. Sie frage nicht nach und habe es nun schon 20 Jahre mit ihm ausgehalten und ihr reiche das Wissen, dass sie seine unangefochtene Nr.1 sei und auch bliebe. Wie bitte??? Also getreu dem Motto „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.“ Welche Frau mit Hirn und Verstand tut sich eine solche Ehe/Partnerschaft an? Bin ich jetzt blöd oder diese Frau?

Wieder versuchte dieser Herr mich am gleichen Abend auf ein Getränk meiner Wahl zu treffen. Wieder lehnte ich ab, nicht ohne den Hinweis, dass ich keinesfalls seiner Zielgruppe entspräche. Natürlich kam die Frage, woher ich wisse, wer seine Zielgruppe sei. Meine darauf folgende Antwort beseitigte alle Zweifel an meiner Haltung diesbezüglich. Ich wies ihn darauf hin, dass er doch in erster Linie Frauen suche, die sich a) mit wildfremden Männern treffen wollen, b) wissentlich die Nr.2 für jemanden sein wollen und c) keinen Stolz und kein Gewissen haben. Um die letzten Unklarheiten zu beseitigen, stellte ich klar, dass ich weder a) noch b) noch c) sei, sondern d) eine Frau mit klaren Prinzipien, einem funktionierendem Gehirn, Stolz und Selbstbewusstsein. Und eine Frau der Kategorie d) würde sich in 100 Jahren nicht von einem solchen Mann finden lassen wollen, geschweige denn einen solchen Mann treffen wollen.

Peng, das saß und ich wünschte dem Spacken trotzdem viel Glück bei seiner weiteren Suche, auch wenn das diesmal nicht wirklich ehrlich gemeint war, denn ich grübelte, welche Art von Frau sich auf solche Spielchen einlassen würde. Sicher gibt es diese Frauen, aber ich wage zu bezweifeln, dass diese Damen auch nur annähernd soviel Herz und Hirn haben, wie es wünschenswert wäre.

In diesem Sinne wünsche ich vor allem meinen Mädels einen beschwöngten Donnerstag…


Panik in der Ost…

21. Oktober 2008

 

rechnung

Beim Anblick der lustigen Grafik da oben kann sich der Leser sicher denken, was gestern so bei Frau N. aus P. los war. Der Tag hatte relativ ruhig begonnen und es gab bis zum frühen Nachmittag auch keine besonderen Vorkommnisse. Ja und dann stieg ich frisch geduscht und einigermaßen erholt in meinen Mädchenchrysler. Wie gewohnt ließ ich den Wagen an und ich legte nach dem Anlassen auch wie gewohnt den Leerlauf ein, um mich anzuschnallen. Frau N. aus P. macht das immer so, denn mein Mädchenchrysler springt eh nicht an, wenn ich die Kupplung nicht trete, was mir diverse schlaue Männer schon vor der ersten Fahrt mit auf den Weg gaben, da das halt bei Amerikanern so ist.

Wie auch immer, die Olle will den Leerlauf einlegen und das fühlte sich schon irgendwie komisch an. Klasse Beschreibung für den Umstand, dass ich von Sekund an keinen Gang mehr einlegen konnte und mein Schaltpinorkel irgendwie „lose“ im Innenraum meines Wagens „rumschlackerte“. Frauen beschreiben kaputte Autos nunmal so, also beruhigt Euch. Watt, wie, wo, huch…??? Scheiße, mein Auto is’ kaputt. Die ganzen unflätigen Worte, die nun fielen, lasse ich lieber weg, das schickt sich nämlich nicht. Voller Panik rief ich erstmal im Studio an, dass ich mich voraussichtlich verspäte, weil mein Wagen „irgendwie nimmer geht“. Was ich dabei völlig vergessen hatte, war, dass meine Kollegin ja vor ihrer Zeit bei uns in einer Autowerkstatt gearbeitet hatte und gleich mit Rat und Tat aktiv wurde – die Gute.

In Gedanken sah ich mich bereits hungern und dursten, um die Werkstattrechnung begleichen zu können, denn nach dem dritten Umzug innerhalb von anderthalb Jahren bin ich dann doch etwas klamm in der Geldbörse und nach nunmehr so vielen Jahren mit Führerschein wusste ich nichtmal mehr, wann welche Straßenbahn in welche Richtung fährt. Tja und Schuhe trägt Madame ja nun auch nur, damit sie keine kalten Füße bekommt, aber doch um Gottes Willen nicht zum laufen. Herrgott, was mach’ ich denn jetzt? Irgendwie komplett von der Rolle wartete ich auf den „alarmierten“ KFZ-Retter, der auch keine zehn Minuten später grinsend um die Ecke bog. Nach einem geschulten Blick unter die Motorhaube erzählte er etwas von „Ja, da fehlt einer. Müss’ mer mal guck’n.“ Ich verstand wie immer nur Bahnhof und sah die Euronen aus meinem Geldbeutel schwinden.

Der nette Herr M. aus P. fuhr mich dann freundlicherweise auch noch auf Arbeit und ich dankte ihm nach Überreichung meiner Zulassung auf Knien und rückwärts gehend für die schnelle und unkomplizierte Hilfe. Niedergeschlagen und komplett satt betrat ich nun das Studio und hätte vor Wut heulen können, weil solcherlei Dinge ja grundsätzlich dann passieren, wenn man sie am allerwenigsten brauchen kann. Erstmal umärmelte ich meine Kollegin, die gleich alles organisiert hatte, damit der Schaden schnell behoben wird. Widerwillig befasste ich mich nun mit meiner täglichen Aufgabe, in Gedanken allerdings sah ich mich schon am Hungertuch nagen. Doch der Tag sollte relativ angenehm enden. Am frühen Abend rief meine unersetzliche Kollegin nochmal in der Werkstatt an und den Gesprächsfetzen zufolge war mein Auto bereits wieder fahrbereit. Waaaaas…?

Und der Knaller war, dass die Rechnung auch bezahlbar war. Mein Herz frohlockte und ich wurde prompt zur Werkstatt gefahren, um meinen geliebten Mädchenchrysler abzuholen. Freudestrahlend beglich ich sofort die klitzekleine Rechnung, spendierte noch etwas für die Kaffeekasse und ließ mir sinnloserweise nochmal genau erklären, was da kaputt gegangen war. Leute, ich hatte das Wort für das kaputte Teil schon wieder vergessen, als ich vom Hof fuhr – logisch. Dabei hatte ich mir ganz fest vorgenommen, mir das zu merken, denn wenn das mal wieder passiert, kann ich am Telefon schon sagen, wo mein Chrysler krankt. Darüber hinaus denke ich derzeit über ein Notfallfahrzeug nach. Es sollte sparsam in der Unterhaltung sein, platzsparend, weitensgehend wartungsfrei und idealerweise einen gewissen Unterhaltungsfaktor haben, damit es vielleicht im Sommer auch ohne Notfall hin und wieder zum Einsatz kommen kann. Ich dachte dabei an etwas in dieser Art:

autoschildkröte


Der längste Tag der Woche…

9. Oktober 2008

langer donnerstagEs ist mal wieder soweit. Der Donnerstag ist angebrochen und das heißt, ich übernehme heute die gesamte Schicht. Etwas müde bin ich noch und dem kleinen Mann scheint es nicht anders zu gehen. Müde kam er mir gerade entgegengeschlurft und trotz der allmorgendlichen Aufforderung, sich anzuziehen, legte er sich einfach wieder ins Bett. Etwas überrascht musste ich meine Aufforderung wiederholen und griff auf den altbewährten Trick zurück, der schon seit seiner Geburt funktioniert – ich verwickelte ihn in ein belangloses Gespräch. Mädels, ich kann Euch das nicht erklären, aber das zeigt immer Wirkung. Er ist innerhalb weniger Augenblicke hellwach und nimmt rege am Gespräch teil. Nebenbei zieht er sich artig an und ist dann auch meist frühzeitig mit Ankleiden, Zähneputzen usw. fertig. Eigentlich lasse ich ihm morgens lieber seine Ruhe und kümmere mich einstweilen um sein Pausenbrot, doch erstaunt es mich immer wieder, wie wach er plötzlich wird, wenn ich mit ihm spreche. Ich wünschte, das wäre auch der Fall, wenn es um das leidige Thema „Verspätung“ geht. Regelmäßig muss ich ihm diesbezüglich eine nervige Reformante halten, dass ich von ihm erwarte, zu vorgegebenen Zeiten zuhause zu sein. Seit Jahren höre ich mich immer wieder die gleichen Sätze sagen und ich habe schon Fransen am Mund. Er setzt dann immer seinen reumütigen Blick auf, wartet brav, bis die alte Frau fertig mit Schimpfen ist und trollt sich leise in sein Zimmer. Und auch diese Masche werfe ich ihm vor. Immer das Gleiche… Erst kommt er – mitunter an die zwei Stunden – zu spät, dann ermahne ich ihn, er schaut zu Boden und tut einsichtig, ich fordere ihn zu echter Teilnahme am Gespräch auf, er leistet Folge und schleicht dann einen Kopf kürzer in seine Gemächer. Spätestens eine Woche später folgt genau die gleiche Debatte, mit genau dem gleichen Thema. Kein einziges Argument fruchtet, wenn ich ihm erkläre, warum ich auf diese nervige Pünktlichkeit solchen Wert lege. Es geht ja nicht nur um Zuverlässigkeit, sondern auch darum, dass ich zu abgesprochenen Zeiten mit ihm rechne und mir keine Sorgen machen möchte. Aber ich glaube auch, dass ich nicht die einzige Mutter bin, die solche Gespräche mit verlässlicher Regelmäßigkeit führen muss. Nur morgens nimmt er auffallend intensiv an Unterhaltungen jeglicher Art teil und erstaunt mich seit Jahren damit, dass diese Methode des Weckens für ihn die effektivste ist. Aber auf eines ist immer Verlass – auf seine Unpünktlichkeit…

Im Studio erwartet mich heute so einiges an Arbeit und ich hoffe, dass ich neben den dringlichen Angelegenheiten auch mit meinem Großprojekt ordentlich vorwärts komme. Zum einen haben sich unser Messelaptop und der dazugehörige Drucker offenbar gestritten und kommunizieren nicht mehr miteinander, was den Chef auf Messe dann natürlich rasend macht und an den Rand der Verzweiflung treibt. Zum anderen arbeite ich mal wieder seit einigen Wochen daran, die Schäden der ehemaligen Praktikanten wieder zu beheben. Zahlreiche Vorlagen fielen deren Fingern zum Opfer und unzählige Vorlagen und Photos wurden aus mangelnder Kenntnis bezüglich der Arbeitsweise mit PC/Laptop schlichtweg gelöscht. Das heißt für mich, dass ich jede gebrannte Sicherkeitskopie einlesen, jedes einzelne Bild betrachten und neu ablegen muss, um anschließend alle doppelten Dateien wieder zu entfernen. Zwar sieht man bereits jetzt deutliche Erfolge und kann nur erahnen, was da alles gelöscht wurde, aber es ist unglaublich zeitintensiv und am Ende des Tages sieht man nur noch verschwommene Bilder und die Augen brennen und tränen unaufhörlich. Oft herrscht auch auf den vorhandenen CDs ein heilloses Durcheinander und es befinden sich kategoriefremde Bilder in den Themenbereichen. Also mache ich mir die Mühe und sortiere alles gleich richtig ein. Klar wäre es einfacher, die verschiedenen Ordner einfach mitsamt ihrem Inhalt zu kopieren und dann die doppelt vorhandenen Exemplare zu löschen, aber so bliebe das Chaos bestehen und so möchte ich auch nicht arbeiten. Eigentlich ist das alles eine Sisyphosarbeit, aber da unser Chef nicht nur Tätowierer sondern auch Perfektionist ist, würde ihm sofort auffallen, dass sich falsche Bilder in falschen Kategorien tummeln. Ich mache trotzdem 426 Kreuze, wenn ich mit allen Datenträgern fertig bin und alles an Ort und Stelle ist.

So, die erste Tasse Kaffee des Tages blubbert bereits durch meine Herzkammern und ich werde mich langsam für den Tag rüsten, da ich vor der Arbeit noch ein paar Kleinigkeiten erledigen möchte. Ich wünsche allen Lesern einen hoffentlich entspannten Tag und verabschiede mich für heute Richtung Arbeitswelt. Lasst Euch nicht ärgern!!!


Herr N. aus P. meckert…

8. Oktober 2008

Nun muss ich doch noch kurz bloggen, bevor ich meinen Rundflug durchs Net starte. Im Treppenaufgang fehlt leider noch immer die Beleuchtung, da wir zur Montage der Lampe eine außergewöhnlich hohe Leiter brauchen. In besagtem Aufgang befinden sich unsere Jacken und Schuhe und wie sicher alle wissen, ist es morgens mittlerweile wieder dunkel. Zwar wird das Lichtproblem dort unten auch bald erledigt, aber folgendes trug sich gerade zu:

„Ich seh’ hier nix…“

„Ja, ich weiß, die Lampe fehlt noch. Wird schon noch…“

„Ooorrr, jetzt hab’ ich auch noch ‘nen Knoten im Schnürsenkel.“

„Kicher…“

„Kackschuh…“ (besagter Schuh flog prompt zu seinen „Kollegen“)

8O

Naja, über einen angemessenen Ton kann man nun streiten, aber wenigstens hat er nicht „Scheißlatsch“ gesagt und der kleine Mann bewies zumindest mehr Geduld als ich in seinem Alter. Beharrlich saß er im Dunkeln da und versuchte den Knoten zu entwirren. Was er dabei nicht bedachte, war, dass man das dann doch besser im Schein einer Lampe tut. Also half Muttern ihm mal geschwind, nachdem sie sich kichernd einige Minuten lang über ihren Sohn amüsiert hat. Ich liebe solche kleinen Episoden am Morgen. Sie erheitern mich ungemein und erinnern daran, dass man auch über kleine Ärgernisse lächeln sollte. Nennt man das vielleicht innere Ruhe? So ein bisschen vielleicht, nur ein ganz kleines bisschen…

knoten


Grrr…

5. September 2008

Man sammelt alle vermeintlich notwendigen Unterlagen zusammen, man füllt alles artig und akribisch aus, kontrolliert am Abend zuvor nochmal alles, damit auch ja nix vergessen wurde. Dann hastet man morgens in aller Frühe zur Behörde, sitzt pünktlich wie die Feuerwehr im Wartebereich, wird aufgerufen und dann stellt sich heraus, dass ja so einiges an Unterlagen fehlt, was die werten Damen und Herren einem einfach mal vorenthalten haben. Ich hatte alles, einfach alles mit, was mir vor Wochen mitgeteilt wurde, was beizubringen sei. Und nein, ich durfte das heute nicht noch schnell nachreichen. Ich wäre ohne Murren noch einmal nach Hause gefahren, hätte die griffbereit liegenden Notwendigkeiten zusammengerafft und wäre ratzfatzrubbeldiekatz nochmal zurück in die Behörde gefahren. „Nee, da braung’se ‘nen neuen Termin.“ Ich unterdrückte nur mit wirklich viel Selbstbeherrschung einen drohenden Tobsuchtsanfall und entschuldigte mich für „meine Vergesslichkeit“. Mädels, ich bin für heute schon wieder satt. Soviel Korintenkackerei erlebt man nur in deutschen Behörden. Vor allem hätte ich das eine fehlende Dokument durchaus an der Reze abgeben dürfen, das andere dazugehörige jedoch nicht. Da soll man nicht vom Glauben abfallen und darüber hinaus muss man gaaanz ruhig bleiben.

Ich geh’ jetzt erstmal in den Keller, Holz hacken… Sonst erschlag’ ich noch jemanden, der nix dafür kann. Hoffentlich kommt nachher gleich jemand zum Piercen, damit ich meine Aggressionen abbauen kann. Vielleicht „vergesse“ ich ja das Eisspray. Und ich sag’s Euch, ich werde mich an den Schmerzen meines Opfers weiden und mit dem selben überheblichen Unterton in der Stimme sagen: „Wie jetzt…, es tut weh…? Wer kein Eisspray verlangt, kriegt auch keins…!!! Dafür hättest Du vorher das Formular 0815 ausfüllen müssen und damit ich das bearbeiten kann, brauchst Du einen neuen Termin.“ Hrrrhrrrhrrr… Und dessen einsetzende Blutung werde ich selbstverständlich nicht stoppen. Waaaahhh, ich hab’ grad wirklich Galle. Spätestens in der Hölle sehen wir uns wieder, werte Dame und ich werde das Feuer unter Deinem Kessel so dermaßen schüren, dass Dir der dicke Sesselfurzerar*** platzt. Und für Beschwerden beim Leibhaftigen bekommst Du von mir KEINEN Termin.

Was ist wahrer Sadismus? Wenn ein Masochist bettelt: „Schlag’ mich!!!“ und der Sadist sagt: „Nööö…!!!“ ;-)


Samstag = definitv kein Ruhetag (für uns)

30. August 2008

Der Tag hat noch nicht begonnen, aber ich habe in aller Stille und voller Freude im Bauch endlich die Kaution für meine neue Wohnung eingezahlt. In genau drei Wochen werden dann Sohnemann und ich mit Hilfe von einigen hilfsbereiten Freunden in unsere neue Bleibe ziehen und all den Geschehnissen hier endgültig den Rücken kehren. Zwar kostet uns dieser (hoffentlich wirklich letzte) Umzug noch einmal viel Kraft und Nerven, aber wir sind immerhin schon soweit genesen, dass wir sagen können, dass wir ohne diese große Enttäuschung hier wohl nie eine solch hübsche Wohnung beziehen würden. Zugegebenermaßen ist dieses bezaubernde Kleinod ein wahrer Glücksgriff und eher Zufall gewesen, aber so verbirgt sich wenigstens auch in dieser schlechten Erfahrung etwas wunderbar positives. Leider versäumte ich bisher bei jeder Begehung, ein paar Photos zu schießen. Aber allerspätestens, wenn wir umgezogen sind und uns einigermaßen eingerichtet haben, holen wir das nach – versprochen!

So langsam erwacht der Tag und ich habe heute so einiges vor. Der Einkauf will erledigt werden, im Baumarkt muss ich noch diverse Kleinigkeiten für unser neues Zuhause organisieren, im benachbarten Ausland verbilligte Fluppen holen, die Noch-Wohnung wenigstens ein ganz klein wenig in Ordnung bringen, zum x-ten Male zu Pfennigpfeifer gondeln, weil die Schule unfähig ist, alle benötigten Arbeitsmaterialien zum Schulbeginn mitzuteilen. Bei Letzterem wachsen mir langsam rote Haare, ehrlich. Als Sohnemann noch in die Grundschule ging, gab es am Ende jeden Schuljahres einen großen Zettel, auf dem alle notwendigen Dinge verzeichnet waren, die er für das neue Schuljahr braucht. Das war eine wunderbar unkomplizierte Sache und alle Lehrer sprachen sich ab, was für ihr jeweiliges Fach vonnöten ist. Seit er die Mittelschule besucht, erweisen sich die dortigen Lehrer als unfähig, genau das in unkomplizierter Form zu tun. Wöchentlich tippeln wir nun los und müssen diese und jene Kleinigkeit noch kaufen. Was um alles in der Welt ist so schwer daran, den Kindern vor Beginn des Schuljahres mitzuteilen, welche Dinge sie für ihre Fächer brauchen?

Vier Jahre lang reichte es, dass wir mit einem großen Zettel bewaffnet bei Pfennigpfeifer einfielen und die Regale plünderten, auf dem Rückweg gleich die Bücher kauften und dann war der Marathon erledigt. Das zweite Jahr in Folge ist es nun so, dass wir erst die Bücher kaufen, Hefter und Blätter auf Verdacht, neue Stifte und derlei Dinge ebenfalls und alles, was die Damen und Herren Pädagogen sonst noch gerne auf den Schulbänken sehen würden, wird den Kindern auf Raten mitgeteilt. Selbst mein Sohn ist hochgradig genervt und sagt: „Mir platzt hier langsam der Kopf. Mein Tag endet ja mittlerweile nicht mehr vor abends 20.00 Uhr.“ Es ist mir ein Rätsel, wie kompliziert man die einfachsten Dinge gestalten kann. Wäre es denn so schwer, wenn sich jeder Fachlehrer bemüht, eine kleine Liste zu erstellen, was die Kinder für das entsprechende Fach noch organisieren müssen – VOR Beginn des neuen Schuljahres? Nein, das geht offenbar nur in der Grundschule. Dass die Lehrer sich jedoch selbst mehr Arbeit machen, als nötig, realisieren sie nicht. Lieber wird diese Liste in Raten während des laufenden Schulbetriebes abgearbeitet und wertvolle Zeit vergeudet, die die Erfüllung der Lehrpläne gefährdet.

Unsere Kinder halten dem straffen Tempo ohnehin manchmal nur mit Mühe stand und dann sowas. Das soll Muttern ruhig bleiben. Vor allem werden die Kinder auch noch unter Druck gesetzt, dies und jenes solle gefälligst bis gestern ran geschafft sein. Aber es ist nicht etwa so, dass man ihnen dann eine Hausaufgabe weniger aufbürdet. Nein, im Moment sieht es so aus, dass Söhnchen noch immer über seinen Aufgaben sitzt, wenn ich abends gegen 19.30 Uhr von der Arbeit komme. Keine Freizeit mehr, Kopfschmerzen, Lustlosigkeit und immer kleiner werdende Motivation sind die Folge. So soll Kindern Schule noch Spaß machen? Vom ersten Tag an wurden die Sechstklässler seiner Schule mit Hausaufgaben und To-Do-Listen regelrecht zu geschissen und Sohnemann kommt seither jeden Tag mit hängenden Schultern aus der Schule. Seine Mundwinkel sind auf Höhe seiner Schnürsenkel und sein Hausaufgabenheft gleicht einem Tagebuch, denn die Seiten sind vollgeschrieben. Wann bitte soll das Kind mal entspannen? Oft ist es so, dass er dann noch die Aufgaben mit mir erledigt, für die seine Konzentration nicht mehr reichte. Ich könnte vor Wut strampeln…