Gestern Abend bin ich wirklich mit den Hühnern ins Bett gekrochen. Es muss wohl kurz vor 21.00 Uhr gewesen sein und ich bin wohl auch sofort eingeschlafen. Ob nun im TV irgendetwas Sehenswertes lief, kann ich nicht mehr sagen, denn die Flimmerkiste wurde fix auf zwei Stunden Laufzeit eingestellt und ich könnte Euch nicht mal mehr genau sagen, welche Farbe meine Bettwäsche hat, wenn ich nicht ausschließlich dunkelblaue Bettwäsche besitzen würde. Ins Bett und sofort Augen zu. Man war ich müde. Das Lernen strengt zwar nicht unbedingt an, aber ich bin abends derart müde, dass ich eigentlich kein Radio, keinen Fernseher oder dergleichen mehr bräuchte. Nun ja, das Wetter entspricht ja eher dem Herbst und bei schönem Wetter würde ich wohl wirklich eher im Garten meinen Feierabend ausklingen lassen. Zuhause flitzt man ja doch nur von einer Ecke in die nächste und erfüllt seine häuslichen Pflichten. Muss ja, keine Frage, aber im Garten ließe es sich schöner müde sein.
Schulisch gesehen bewegen wir uns derzeit in den Tiefen von CSS und es macht noch immer großen Spaß. In knapp drei Wochen sind erst mal Ferien und bis dahin wurschteln wir noch weiter und tiefer in HTML und CSS – vermute ich zumindest. Soll mir recht sein. So einiges an Kenntnissen war mächtig eingerostet und es schadet auf keinen Fall, wenn das alles mal wieder ans Tageslicht befördert wird. Editoren sind zwar nützlich, aber man verlernt auch so manches. Wir programmieren artig von Hand und längst Vergessenes kommt wieder zum Vorschein. Gut so. Schaden wird mir das auf keinen Fall.
Ansonsten gibt es wie so oft keine nennenswerten Zwischenfälle, wenn man vom pubertierenden Sohnemann und kleinen Alltäglichkeiten absieht. Alles im grünen Bereich. Das Wochenende war ruhig und leider verregnet, also blieben wir zuhause und bewegten uns nur notwendigerweise. Der kalendarische Sommer ist zwar schon zwei Tage alt, lässt aber meteorologisch auf sich warten. Es regnet immer wieder, es ist ziemlich frisch am Zisch und ohne Jacke ist es mir dann doch noch zu kalt. Laut Wetterfrosch soll der diesjährige Sommer ja ohnehin nicht berauschend werden, aber ich bin da mal optimistisch und erwarte für meine Ferien Strahlewetter und Sonne satt. Wehe nicht…
Na gut, nicht alles, aber zumindest schon mal die erste Woche. Viel Bekanntes und auch so einiges Neues stand auf dem Plan. Ganz wie in grauen Anfangszeiten von Hand programmieren, ohne Editoren, ohne Schummelei also und die letzten beiden Themen mochte ich schon damals nicht allzu gerne, aber mir leuchtet ein, dass auch das sein muss. Ich wollte es so und ein Zurück wird es nicht geben. Sieht alles schlimmer aus, als es wirklich ist und manchmal fehlt es einfach nur an der nötigen Konzentration. Wirklich schwer ist es bisher nicht. Es macht Spaß, das ist mein Ding und der Ehrgeiz fehlt keineswegs, auch wenn mir nicht jedes Thema gefällt.
Tabellen und Frames, wobei ich Tabellen dann doch noch lieber mag als Frames. Wirklich unlösbar ist es nun wahrlich nicht, aber man kommt halt fix durcheinander, wenn man schon gefühlte fünf Kilometer Code getippert hat und dann wird’s schwierig, wenn sich ein klitzekleiner Fehler eingeschlichen hat. Bisher klappt’s, aber ich bin mir seeehr sicher, dass ich irgendwann mit glasigen Augen vor dem Bildschirm sitze und den Fehler nicht entdecke. Aber ich bin frohen Mutes, dass ich auch das schaffe. Wir sind doch nicht blöd, gelle? Zur Not wird dann zuhause ein bisschen geübt und gepaukt, kein Problem, solange es Spaß macht und das tut es. Wirklich…!!!
Alltagstechnisch waren die Tage dann auch vollgestopft, so dass ich abends hundemüde in die Kissen plumpste. Gut so. Nebenbei einem Kumpel helfen und dem Kindchen eine halbe Stunde Aufmerksamkeit widmen, da der kleine Mann nun inzwischen selbst nur noch auf Achse ist. Die Mädels verdrehen ihm das kleine Köpfchen, die Hormone tun ihr Übriges und zwischen Abendessen und Bettgehzeit bleibt oft nicht viel Raum für ein Mutter-Sohn-Gespräch, aber wir nehmen uns jeden Tag ein bisschen Zeit, damit mein Sohn nicht alleine vor sich hinlebt. Nach wie vor interessiert es mich sehr, was er wo mit wem tut und was ihn beschäftigt. Wie gesagt, zur Zeit ist es nicht selten die holde Damenwelt und ich find’s putzig.
Der Wetterbericht für das angebrochene Wochenende verheißt mal wieder nichts Gutes, wobei im Moment ja noch die Sonne scheint. Alle Wetterstationen melden mittelmäßiges Wochenendwetter, also dürfte die derzeitige Wetterlage inklusive der schönen Morgensonne nur ein Täuschungsmanöver sein und es folgt leider kein Gartenwetter. Scheiß drauf, mein Wochenende wird sicher trotzdem schön. Notfalls bleibe ich im Bett und schaue mir alle DVDs nacheinander an, die in meiner Filmbibliothek rumstehen. Ein bisschen Einkauf und ein Reinigungseinsatz in den eigenen vier Wänden stehen auch noch an, also wird kaum Langeweile aufkommen.
Das muss heute sein. Seit mehr als zwei Jahren “wohnt” der Mädchenchrysler nun bei mir und hat noch nie eine Waschstraße von innen gesehen oder den Klang eines Staubsaugers vernommen. Das einzige Wasser, das er kennt, ist jenes, das vom Himmel fällt, wenn es regnet oder das gefrorene Wasser, wenn es schneit. Heute soll sich das ändern, denn er wird Opfer des Frühjahrsputzes. Waschen, schneiden, föhnen sozusagen. Er bekommt eine allumfassende Staubsaugerbehandlung, ein komplettes Peeling des Innenraumes, ein Vollbad und alles, was dazugehört. Spätestens heute Nachmittag wird er dann in neuem Glanz erstrahlen und duftig-luftig Richtung Sommer fahren. Die zweijährigen Wollmäuse werden sich ein neues Zuhause suchen müssen und das Waldhuhn hat wieder jede Menge saubere Stellen zum “vollatmen und volltropfen”.
Der Tagesplan für heute ist ziemlich eng gestrickt:
Behördentermine wahrnehmen (zu Fuß)
auf dem Rückweg Kleinigkeiten einkaufen
gewaschenen Wäscheberg von gestern in Schränken verstauen
Fußleisten meiner Küche anbringen, wenn “geliefert”
erste Ladung Kaffeegäste bewirten (Wutzi + Nachbar)
fix alles wieder schick machen
Kindchen kurz begrüßen, dann zum Training entlassen
Abendessen kochen
zweite Ladung Gäste bewirten (Weiberabend)
Bewerbung fertigtippen und in Druck geben
Klingt erstmal nicht viel, zieht sich aber im Detail bestimmt wie Kaugummi, vor allem der erste Punkt auf der Liste, da mein geliebter Mädchenchrysler nach wie vor “krank” in der Werkstatt steht. Es gestaltet sich äußerst schwierig, ein gebrauchtes und damit auch günstigeres Teil zu ergattern, da mein Wagen auf deutschen Straßen mittlerweile ein echter Exot ist. Das heißt, ich muss sehr geduldig sein, wenn ich Geld sparen will, denn ein neues Teil sprengt mein Budget um ein vielfaches. Weiß der Geier, wie lange ich deswegen noch laufen muss, aber eine Wahl hat man angesichts der gepfefferten Ersatzteilpreise bei Chrysler nur, wenn man mit Nachnamen Rockefeller heißt und das ist bei mir leider nicht der Fall. Hab’ mich eindeutig in den falschen Genpool eingeloggt.
Meine laufende Bewerbung geht nun in die zweite nervenaufreibende Runde. Nach einer anfänglich verunglückten Formulierung seitens einer wirklich netten Dame hatte ich schon wieder die Motivation verloren, denn da war die Rede von seeehr hohen Anforderungen an das verbale Geschick der Bewerber. Da ich bisher nur über eine Arbeitsvermittlung mit dem Jobanbieter kommuniziere, weiß ich leider nicht, wer mein potentieller Brötchengeber ist und kann mir kein Bild von dieser Firma machen. Das erschwert die Sache etwas, denn man kämpft quasi gegen einen unsichtbaren Gegner. Man weiß ja eigentlich gerne, mit wem man verhandelt. Nein, ich denke nicht, dass ich dumm bin, aber man kommt sich streckenweise so minderbemittelt vor, wenn man richtig gute Arbeiten sieht oder liest und genau darum geht es hier.
Ich war gestern also dann doch etwas mutlos. Dann klingelte wieder mein Telefon und ein netter junger Mann war am anderen Ende. Er zerstreute meine Bedenken, denn offenbar befänden sich die Anforderungen im durchaus normalen Bereich. Nun gut, was ist jetzt wieder normal? Am anderen Ende bekundete man laut seiner Aussage vorsichtiges Interesse, wolle aber vorerst ein paar Leseproben sehen. Zu meinem großen Pech musste ich beichten, dass bei meinem letzten Umzug leider alle einstigen Zeitungsartikel aus meiner frei redaktionellen Zeit bei der hiesigen Lokalpresse verloren gegangen sind. Was tun? Ich erinnerte mich daran, dass ich hier in meinem Blog ja auch hin und wieder gesellschaftskritische Themen behandle, manchmal emotional bin, dann wieder einfach nur nachdenklich. Warum also nicht von hier ein paar Textproben nehmen? Als ich dann endlich zuhause angelangte, suchte ich fieberhaft nach ein paar guten Beiträgen und stellte eine kleine Auswahl zusammen.
Nun bitte ich Euch, mir ganz feste die Daumen zu drücken, damit meine Auswahl ins Schwarze getroffen hat und es für eine Einladung zum Vorstellungsgespräch reicht. Viel Hoffnung hege ich leider nicht, denn man stumpft in Sachen Absagen im Laufe der Zeit dann doch etwas ab. Umso größer wäre die Freude, wenn mein Pessimismus Lügen gestraft würde. Meine Nerven sind zum Zerreißen gespannt und es kostet mich große Mühe, geduldig zu bleiben. Ihr seid die Ersten, die es erfahren, wenn ich positive Resonanzen verbuchen kann.
Gefühlte -13°C und der gefrorene Schnee knirscht bedrohlich unter den Schuhen der Menschen, die sich auf den Weg zur Arbeit machen. Eiskratzer schaben über Autoscheiben und ich hatte heute Morgen Mühe, die Dachfenster ohne Geknister und Geknacke zu öffnen bzw. schließen. Der Winter ist mit Karacho noch einmal zurückgekommen. Zwar kündigt sich Frau Sonne schon an, aber auf dieses Täuschungsmanöver falle ich heute nicht herein. Kalt bleibt es ja trotzdem und ich mag nicht vor die Türe gehen. Ich muss aber leider, wenn auch erst am späten Nachmittag. Bis dahin habe ich hier zuhause einiges zu tun.
Die Behördenwege gestern verliefen erstaunlicherweise ohne Komplikationen und man gab sich entgegen aller Erwartungen auch mal ganz unbürokratisch. Bin ich gar nicht gewohnt, dass im Amt mal was geht, ohne erst umständlich die Kirche ums Dorf tragen zu müssen. Wobei ich einräumen muss, dass meine Sachbearbeiterin immer sehr nett und unkompliziert ist. In Zeiten wie diesen eher die Ausnahme, aber ich habe Glück. Das ersparte mir gestern viel Zeit, Nerven und einen extra Weg. Geht doch. Beim Verlassen des Gebäudes traf ich dann noch zwei alte Bekannte, man schnackte eine Runde und so ergab es sich, dass ich dann doch noch etwas zu erledigen hatte, was vielleicht in beruflicher Hinsicht neue Perspektiven eröffnet.
In Windeseile wurden Termine vereinbart, dann fuhr ich gleich noch vorbei und reichte Unterlagen ein, den Rest schickte ich per Mail und nun heißt es warten. Mit etwas Glück springt dabei in Kürze ein Vorstellungsgespräch raus und mit noch mehr Glück vielleicht sogar ein Tag zum Probearbeiten oder etwas in der Art. Das erforderliche Profil für diese Stelle erfülle ich beim ersten Hinschauen zu 95% und laut Information wurden vor mir alle Bewerber abgewiesen, weil dort eine gewisse Redegewandtheit vonnöten ist. Sozusagen wird ein/e Texter/in gesucht. Optimal sind dann auch noch Kenntnisse in den gängigen Programmiersprachen zum Administrieren von Webseiten. Kann ich auch einigermaßen, denke ich. Das wäre ja der Knaller, nech?
Es fällt mir schwer, geduldig zu sein. Dieser Job wäre zwar nicht in Plauen, aber in erreichbarer Umgebung. Nichts desto trotz habe ich gestern im Amt mal auf den Busch geklopft, ob es nicht die Möglichkeit gibt, in meinem eigentlich erlernten Beruf noch ein paar Zusatzkenntnisse zu erwerben. Auch hier bekomme ich Bescheid. Die Warterei hier bringt nix und lernen schadet bekanntlich nie. Irgendwas wird sich doch wohl mal auftun, ob nun in Sachen Weiterbildung oder sogar Festanstellung. Letzteres wäre natürlich das Optimum. Die ersten Monatsgehälter sind schon verplant .
So, mit ein bisschen Verspätung folgt nun der Bericht vom vergangenen Wochenende und dem gestrigen Montag. Am Freitag Abend tuckerte ich nun in Richtung S. zwischen P. und S., um dort gemeinsam mit Frau F. das gigantöse Weihnachtsgeschenk für deren Liebsten aufzubauen. Der Laptop von F. brauchte auch dringend eine Wurmkur, was ich gleich am Freitag in Angriff nahm. Also raffte ich nahezu meine komplette Technik hier zusammen und stopfte alles in meinen Mädchenchrysler. Da ich mir zum Fahren nur ein paar Gucklöcher in den Schnee geschaufelt hatte und guten Mutes war, dass der Rest der endlich eingetroffenen Schneemassen sich während der Fahrt verabschieden würde, war meine Sicht anfangs stark eingeschränkt. Nun war ich auch nicht gerade in salonfähiger Kleidung – also eher in Gemütlichhosen, Wuschelpulli und Zauselhaaren – und beeilte mich zugegebenermaßen, schleunigst in mein Auto zu kommen.
Es hatte herrlich geschneit, wurde ja auch Zeit. Mit eigenem Laptop, externer Festplatte, gefühlten 482.000 CDs und 15 km Kabelsalat im Gepäck verließ ich die Ost und schielte mehr schlecht als recht über den Schneeberg auf meiner Motorhaube. Wie Frauen nunmal so sind, spekulierte ich darauf, dass genau dieser Schneeberg sich durch den Fahrtwind und auch die entstehende Wärme unter der Motorhaube früher oder später verflüchtigen würde. Dass dies reine Spekulation war, bestätigte sich spätestens in Mehlteuer, denn dort stieg Frau N. aus P. dann entnervt aus ihrem Mädchenchrysler und wollte in der Parktasche einer Bushaltestelle im Dunkeln dann die restlichen Schneemassen entfernen. Natüüürlich kam ausgerecnet in diesem Moment der Bus und ich musste fluchtartig die Parktasche verlassen. Meckernd und keifend suchte ich die nächstbeste Einmündung, was aber im Dunkeln und mit geschwächten Linsen meist in letzter Sekunde erfolgt und bei verschneiten Straßen nicht ganz ungefährlich ist.
Irgendwo bei Drochaus schlenkerte ich dann nochmal zu den Parkflächen vor ein paar Glascontainern und vollendete meinen Versuch, die Sicht nach vorn durch die endgültige Entfernung der nunmehr wirklich störenden Schneehügel zu verbessern. Meine Theorie war nicht ganz aufgegangen, typisch Weiber. Abgekämpft und trotzdem schon wieder kichernd kam ich bei Frau F. an und schleppte meinen ganzen Plunder in deren Hütte. Ein bisschen schnattern, ein bisschen Kaffee, ein bisschen zuviele Zigaretten und ein paar Stunden später war die grobe Arbeit am fremden Laptop erledigt und den Feinschliff hob ich mir für Samstag/Sonntag auf. Mit der sprichwörtlichen Kehrschaufel am Arsch kroch ich auf die niegelnagelneue Couch und sah mit den beiden Dorfheinis noch ein bisschen fern. So ziemlich gegen Mitternacht übermannte Frau F. dann doch noch ein Hüngerchen und so gab es mitten in der Nacht noch Farfalle mit dieser amerikanischen Tomatentunke und fein gekrümeltem Käse. Nein, kein Parmesankäse, sollte das unklar sein.
Geschlafen war dann fix und nach einer angenehmen Dusche machte ich mich morgens dann über die Feinheiten der Neuinstallation. Die seltsame Kaffeemaschine der Frau F. verweigerte mir den morgens unabdingbaren Kaffee, aber da besagte Frau F. mich in der Küche rumoren hörte, war selbige schnell zur Stelle und löste mein fundamentales Problemchen und kurz danach plätscherte mein geliebter Morgenkaffee durch sämtliche Herzkammern. Am frühen Nachmittag ordnete ich für das verliebte Pärchen einen kulinarischen Abstecher ins naheliegende Umland an und verordnete angesichts der dortigen Schneepracht auch noch den Bau eines ansehnlichen Schneemannes. Die Beiden leisteten artig Folge und Frau N. aus P. verabschiedete sich für einige Stunden ins benachbarte Ausland, um dort feinste Tabakwaren zu erstehen. Auf dem Hinweg organisierte ich noch schnell die Festplatte für den Laptop von Frau Mama, der hier auf seine Reparatur wartete und gönnte mir ein kleines Akustikschmankerl von den „Korn“-Jungens, welches ich auch gleich in den Player meines Gefährts stopfte, wo den Lautstärkeknopf unaufhörlich drückte.
Fröhlich gröhlend und beschwingt setzte ich meine kleine Reise fort und kurz vor Einbruch der Dunkelheit traf ich wieder in der ländlichen Idylle des Plauener Umlandes ein. Herr H. aus M. brach am frühen Abend zu seiner anstehenden Weihnachtsfeier auf und wir Mädels konnten nun endlich mit dem Aufbau seines Geschenkes beginnen. Es versteht sich von selbst, dass Frau F. mich nicht informierte, welches Werkzeug ich eventuell noch mitbringen könnte, weil sie vergessen hatte, den Akku ihres Schraubers zu laden und nur einen ausgeleierten Bit besaß. Also packten wir erstmal die 248 Kartons mit den darin befindlichen 7329 Beutelchen voller Schrauben und Unterlegscheiben aus. Mir kamen beim Anblick dieser Einzelteile fast die Tränen, ich schwör’s Euch. Die folgenden 4-5 Stunden verbrachten wir nun mit Lesen der Montageanleitung und dem Aufbau. Irgendwie blieben natürlich jede Menge Schrauben übrig, aber das Teil stand wie eine deutsche Eiche und wir vergnügten und mit der ersten Inbetriebnahme. Genaueres darf ich an dieser Stelle leider nicht verraten, da Herr H. aus M. ja auch gerne hier stöbert.
Am Sonntag Mittag dann trat ich die Heimreise an und stürzte mich auch gleich auf dem Mama-Laptop, der inzwischen wieder schnurrt wie ein Kätzchen. Fix ist er, funktioniert einwandfrei und Mama, Schwesterlein und Gatte/Papa freuen sich sicher, wenn der gute Klapperkasten endlich wieder im Saarland eintrifft. Endlich konnte ich meinen Saarländern auch mal was gutes tun, was mir sonst nicht so einfach mal möglich ist, da uns ja einige hundert Kilometer trennen.
Zu guter Letzt war ich nun gestern an einem ganz ungewöhnlichen Ort zum Kaffee eingeladen und möchte meine Bewunderung ausdrücken. In den letzten Jahren herrschte zwischen ihr und mir eigentlich fast komplette Funkstille. Zwar verbinden uns enorm viele Kindheits- und Jugenderinnerungen, aber persönliche Entwicklungen und Meinungsverschiedenheiten führten vor einigen Jahren dazu, dass sich unsere Wege konsequent trennten. Böse Worte und ebenso böse Blicke waren die Folge und so war keiner wirklich traurig darüber, dass der Kontakt abbrach. Vor einiger Zeit entstand nun wieder vorsichtiger Umgang, nicht zuletzt durch das Internet und gemeinsam besuchte Plattformen. Einer Bemerkung meinerseits bezüglich Silvester folgte ihrerseits eine völlig unerwartete Einladung und ich wiederum schlug einen Kaffeeplausch vor, der so vollkommen unerwartet angenehm verlief. Nach Jahren des Schweigens saßen die beiden Frauen an einem Tisch, die sich in den vergangenen (fast) acht Jahren (!!!) mit dem sprichwörtlichen Arsch nicht ansahen. Ich bin ein äußerst nachtragender Mensch und bin einigermaßen beschämt, dass die Gegenseite das nicht zu sein scheint.
Gestern nun tratschten und lachten wir erstaunlich entspannt und tranken ordentlich viel Kaffee. Ich durfte einen Blick in die heiligen Hallen werfen und den heimischen Hund wurschteln. Ich danke Dir sehr für diese Einladung und spreche Dir hier an dieser Stelle offen meine Hochachtung vor Deiner Gutmütigkeit aus, denn Du bist weniger nachtragend als ich und kannst offenbar sehr viel schneller über Deinen Schatten springen. Es war schön, über Erinnerungen sprechen zu können und mir gefällt das dunkle Laminat in Deinem Wohnzimmer über alle Maßen. Gnihihi… Ich sehe, dass Du Dich in den letzten Jahren sichtbar weiterentwickelt hast und bin in hohem Maße erstaunt, dass das gestern so passiert ist. Wir unterscheiden uns nach wie vor enorm und trotzdem fand ich es wirklich toll, wie leicht Dir dieser Schritt zu fallen schien. Ich fuhr mit gemischten Gefühlen in Deine Richtung und habe rein gar nichts erwartet. Wer nichts erwartet, kann bekanntermaßen nicht enttäuscht werden. Ich als alter Skeptiker betrat nun recht zaghaft Dein Heim und wurde herzlich empfangen und meine anfängliche Scheu legte sich nach einigem Zögern. Danke nochmal, ich bin immer noch ziemlich überrascht, denn ich hatte mit allem gerechnet, nur nicht damit…
Mädels, ich habe den Hundesittermarathon (fast) geschafft. Knapp sechs Tage lang habe ich „Lucky“ nun in meiner Obhut gehabt und bin echt reif für die Insel. Die einzigen ruhigen Momente gönnte er mir nachts und ich sehne mich nach Ruhe. Im Augenblick liegt er einigermaßen friedlich auf meinem Sofa und wartet irgendwie darauf, dass irgendwas passiert. Es liegt ihm fern, morgens still und entspannt zu sein und genau das ist es, was mich während der letzten Tage völlig nervös macht. Wie Ihr längst wisst, bin ich ein Frühaufsteher und genieße die morgendliche Stille ungemein. Seit letzten Donnerstag wird mir das erfolgreich vorenthalten und heute ist damit endlich Schluss. Gegen Mittag darf die kleine Nervensäge wieder nach Hause und ich werde tagelang mit Wäschewaschen beschäftigt sein, um den leidigen Hundegeruch aus meiner Wohnung zu bekommen. Nein, es ist nicht so, dass er stinkt, aber als „Nicht-Hundebesitzer“ riecht man die Anwesenheit eines solchen Tieres sofort. Also werde ich heute sämtliche Decken, Kissen, Jacken und alles, woran er geschlabbert und gekuschelt hat, in die Waschmaschine stopfen und neu beduften.
Auch meine Katze wird dankbar sein, wenn sie sich wieder frei bewegen darf. Gedurft hätte sie schon, aber sie mag den Hund nicht wirklich und fauchte ohne Unterbrechung, wenn sie ihm versehentlich begegnete. Also quartierte ich die kleine Dame vorsichtshalber im Kinderzimmer bei Sohnemann ein. Die Bilanz der vergangenen sechs Tage sieht ernüchternd aus. Fräulein Mietzos Kratzbaum wurde angenagt, sämtliche Decken, Kissen und Plüschhausschuhe wurden liebevoll abgeleckt, in so manche Ecke wurde gepullert, die Couch wurde ebenfalls beleckt, diverse Plüschtiere von meiner Katze wurden erlegt und nur mit Mühe von mir gerettet, die Ruhe im Haus ging komplett flöten und meine Pflanzen am Fenster hielten dem Forscherdrang des Welpen auch nicht wirklich stand. Ich werde Tage brauchen, um die häusliche Ordnung wieder herzustellen.
Von abendlicher Entspannung und Ruhe war nichts mehr übrig geblieben und wenn man die Ereignisse der letzten Tage auf wenige Worte reduziert, kann man getrost sagen, dass Herr L. aus P. hier für ordentlich Leben in der Bude gesorgt hat. Von morgens bis spät abends hielt er uns alle auf Trab und Frau N. aus P. fiel nachts halbtot in ihre Kissen, die sie sich dann auch noch mit dem Quälgeist teilen musste. Gottlob hielt er wenigstens nachts ein paar Stunden still und so teilte ich mein Nachtlager freiwillig mit ihm, denn tagsüber war nicht im Entferntesten an Siesta oder ähnliches zu denken. Das Schlimmste für mich waren die spätabendlichen Gassirunden, wenn man sich eigentlich gemütlich auf der Couch einrichtet und zurücklehnen wollte. Es kostete mich jeden Abend aufs Neue große Überwindung, nochmal aufzustehen und in die Kälte zu müssen.
Mein Résumé:
Gassigehen ist doof.
Hunde essen alles (auch Dinge, die nicht zum Essen gedacht sind).
Hunde riechen nicht so gut wie Katzen.
Hunde sind das personifizierte Chaos.
Hunde bestehen nur aus Magen, Enddarm und übervoller Blase.
Hunde bellen immer dann, wenn Krach peinlich ist.
Hunde springen nicht sachte auf die Couch.
Hunde freuen sich mit dem ganzen Körper.
Hunde setzen ihren treudoofen Blick zur Bestechung ein – es funktioniert immer.
Hunde fressen Kratzbäume/Hosen/Strümpfe/Hausschuhe etc. (siehe auch Punkt 2).
Die innere Uhr eines Hundes geht immer eine Stunde vor.
Das Laufverhalten eines jungen Hundes gleicht dem Flugverhalten eines Pferdestechers/Nachtfalters (kreuz, quer, vor, zurück, rechts, links – alles gleichzeitig).
Die Industrie könnte Millionen einsparen, wenn sie auf die Kenntlichmachung verzichten würde, welche Produkte für Hunde geeigent sind, denn dem Hund ist es grundsätzlich egal, was auf der Dose/Tüte/Schachtel steht. Ein Katzenbild beeinträchtigt den Appetit des Hundes nicht im Mindesten.
Nasse Tempos von der Straße schmecken ganz ausgezeichnet.
Nasse Tempos werden unzerkaut verschluckt.
Man kann den Arm bis zum Ellbogen in ein Hundemaul stecken und bringt dabei gar sonderbare Dinge zum Vorschein (z.B. nasse Tempos von der Straße).
Ein Hund kann sich mit seiner eigenen Leine fesseln und trotzdem die Treppe hochstolpern.
Man kann einem pullernden Hund eine Schüssel drunterstellen, er pinkelt ungestört weiter.
Hunde träumen sehr anschaulich und fressen dann Dinge, die für uns Menschen unsichtbar sind.
Und zu guter Letzt: Hunde mögen nackte Beine und Füße von kleinen Jungs. Die kleinen Jungs allerdings mögen es nicht, dass Hunde das mögen.
Ich brauche Ferien. Dringend…!!! Fehlen wird er mir trotzdem ein bisschen, ich geb’s ja zu…
Ich habe zwar recht tief geschlafen, aber dafür totalen Rotz geträumt. Etwas übellaunig wurde ich wach und neben mir schnarchte der kleine schwarze Knotenfurz, was meine Laune dann doch etwas besserte. Dunkelbraune Äuglein schauten mich treudoof an und wer kann da schon am frühsten Morgen noch ‘ne Fresse ziehen. Das Wetter ist bescheiden und ich bin irgendwie völlig erledigt. Das Hundekind strapaziert Nerven und Geduld meist aufs Äußerste, was nicht anders zu erwarten war. Ein bisschen was haben wir aber auch gelernt und wir hören jetzt auch besser als in den ersten Tagen. „Aus“ und „Platz“ funktionieren jetzt viel besser, Gott sei Dank. Aber selbst Sohnemann zog gestern zwei Stunden nach seiner Rückkehr von Oma/Papa erschöpft Bilanz: „Das ist ganz schön anstrengend. Du siehst irgendwie fertig aus.“ Müde schaute ich ihn an und nickte. Liegt wohl auch daran, dass ich meine Aufgabe sehr gewissenhaft erfüllen möchte und dabei nichts dem Zufall überlasse. Man bzw. frau legt sich ins Zeug und gibt sich die größte Mühe, in den wenigen Tagen ein bisschen erzieherisch einzuwirken.
Wenn dieser Wirbelwind erst ausgewachsen ist, hat man/frau es ja noch schwerer, diesem Kraftpaket Herr zu werden. Morgen dann darf Rübezahl wieder nach Hause und ich werde die Ruhe hier in Zukunft wirklich viel mehr zu schätzen wissen. Kind und Katze leiden mitunter sehr unter den besonderen Umständen und nach diesen Tagen weiß ich die Harmonie zwischen meinen beiden Lieblingen und mir sehr viel mehr zu würdigen. Was meinen Sohn betrifft, bin ich ohnehin sehr stolz, denn er ist ein äußerst rücksichtsvolles und sehr liebevolles Kind geworden – wohl nicht zuletzt aufgrund meiner konsequenten Erziehung. Mein Mietzefloh hingegen besticht durch ihr zartes Gemüt und die Ruhe, die sie verbreitet. Mit ihr kann man wunderbar entspannen und sie vermittelt mir Ausgeglichenheit und ein kleines bisschen Zuhause-Gefühl, was ich auch brauche.
Dennoch muss ich gestehen, dass mir der ruhelose Hau-mich-blau schon ein bisschen fehlen wird, denn er kann auch anders. Er kann so wunderbar süß gucken, so verschmust sein und so herzerweichend treudoof zwinkern. Süß ist er, keine Frage. Aber auch genauso anstrengend und lebhaft, ein Welpe eben. Ich bin mir sicher, dass der kleine Kerl ein bildhübscher Bursche wird, wenn er seine endgültige Größe erreicht hat und da er sehr wissbegierig und lernfreudig ist, wird er auch ein toller Gefährte und Freund sein. Frau N. aus P. allerdings bleibt auch in Zukunft nur Teilzeit-Hundemama und verbringt ihre Abende mit ihrer schnurrenden Flauschi-Zicke. Aber für den Knollo wird ihr Herz dennoch schlagen, wenn auch nur aus der Ferne und bei gelegentlichen Besuchen. Die lasse ich mir nicht nehmen, solange ich weiß, wo er wohnt. Ansonsten war das Wochenende chaotisch, anstrengend, kräftezehrend und nicht im Mindesten entspannend. Ich bin reif…
Der kleine schwarze Herzensbrecher nimmt unsere ganze Zeit in Anspruch (deshalb der Vergleich mit den Flöhen, die er natürlich nicht hat). Die Beiträge werden bis Dienstag also immer recht kurz. Ich fasse schnell zusammen:
gestern den Knollo abgeholt
große Runde Auto gefahren (war echt lustig)
Besuch im Studio
kleine Runde Gassi
Übergangszuhause beschnuppern
große Runde Gassi (is’ ja wohl wie Zeitunglesen)
Schlafanzug anziehen und schlafen gehen
sich nachts vom Fußende bis hoch zum Kissen schummeln
morgens mit Pflegemuttern das Kissen teilen (unerlaubt)
Ihr kennt das sicher, wenn man sich etwas neues kauft und es sooofort zum Einsatz bringen will, nein… Man muss… Frau N. aus P. fuhr gestern vor der Arbeit ins Bauhaus und besorgte sich eine Gardinenstange. Der großen Auswahl wegen unentschlossen schlich sie nun eine gute halbe Stunde zwischen den Regalen umher und verglich Preise. Kaufe ich mir ein Komplettset oder stelle ich die Teile einzeln zusammen und spare somit ein paar Euro? Frau hatte ja auch gewisse Vorstellungen, was das Aussehen ihrer neuen Gardinenstange angeht und so fielen schon mal 50% des Angebotes durch das interne Zickenraster. Paradoxerweise stellte sich dann auch noch heraus, dass eine Zusammenstellung aller benötigten bzw. gewünschten Komponenten teurer geworden wäre, als die vorhandenen Komplettsysteme. Also fiel die Wahl letztendlich nicht ganz so schwer und ich entschied mich für eine wunderbar schlichte aber nicht weniger schöne Stange aus naturfarbenem Holz mit Applikationen aus gebürstetem Edelstahl inklusive aller Dübel, Schrauben, Inbusschlüssel (laut Duden mit „N“ geschrieben), Gardinenringe und -häkchen.
Zufrieden stellte ich das auserwählte Stück mit der imposanten Länge von 2,40m in den Einkaufswagen und steuerte die Glühlampenabteilung an, um Nachschub zu besorgen. Das war eine Sache von wenigen Minuten und dann kam ich an der Weihnachtsdeko-Abteilung vorbei. Was ich dort sah, ließ mein Herz lächeln. Da stand eine mittelgroße einfache Kugel aus Dingsbums und die hatte überall so klitzekleine blaue Dioden dran und die sah sooo schick aus. Aaaber sie kostete für meinen Geschmack natürlich viel zu viel. Ich schmachtete die Kugel einige Minuten an und ging schnippisch weiter, denn der Preis schreckte mich dann doch ab. Den Wagen unfallfrei bis zur Kasse zu jonglieren gestaltete sich nicht ganz einfach, denn mit 2,40m Länge stocherte die Gardinenstange wild in der Luft herum und bog sich zudem in alle Himmelrichtungen.
An der Kasse erwarb ich dann auch noch zwei Türkeile, da meine Wohnzimmertür sich immer verselbständigt, wenn ich sie anlehnen möchte. Damit Sohnemann auch was davon hat, packte ich zwei dieser lustigen Teile ein, denn die fand er beim letzten Baumarktbesuch schon klasse. Äußerst zufrieden verließ ich den Baumarkt mit meinen neuen Errungenschaften und stand vor dem nächsten Problem. Ist mein Mädchenchrysler überhaupt lang genug, um die Stange heil und mit geschlossenem Kofferraum durch die Stadt zu transportieren? Kleine Schweißperlen bildeten sich auf meiner Stirn und ganz ladylike hielt ich die Stange einfach an die Seite meines Wagens und ermittelte per Augenmaß den verfügbaren Stauraum. Wenn ich die Rücksitze umklappe und den Motor etwas zur Seite rücke, müsste das schon passen.
Ich klappte alles um und zusammen, was um- und zusammenklappbar war und siehe da, die Stange schwang zwar unkontrolliert im Wageninnern umher, aber alle Türen und Kofferraumklappen ließen sich schließen und ich konnte den Weg zur Arbeit ohne größere Zwischenfälle antreten. Ich bin es weiß Gott nicht gewöhnt, ohne kleine oder größere Probleme meine Pläne in die Tat umsetzen zu können, also freute ich mich über den Umstand, dass augenscheinlich alles reibungslos zu klappen schien. Pünktlich traf ich im Studio ein und nahm mir vor, die Stange auch gleich nach Feierabend zu montieren. Im Geiste räumte ich alle benötigten Werkzeuge zusammen und konnte den Ladenschluss kaum erwarten. Wie lang doch lächerliche vier Stunden sein können…
Punkt 19.00 Uhr sperrte ich dann ab und düste mit meinem Sperrgut nach Hause. Den Packen Mineralwasser wollte ich auch gleich mit unters Dach schleppen und so tippelte ich im Dunkeln mit Glühlampen, Türstoppern, Mineralwasserflaschen und meiner gigantischen Gardinenstange durch den Vorabend Richtung Haustür. Entgegenkommende Passanten, die ihre Hunde Gassi führten, hielten Sicherheitsabstand, denn was hinter mir der Stange zum Opfer fiel, berücksichtigte ich einfach mal nicht. Fix den Briefkasten noch kontrolliert und dann schnell die Treppen hoch. Oben angekommen kicherte ich beim Versuch, die Stange ohne Knick in meine Wohnung zu befördern, denn vor meiner Tür geht es etwas eng zu. Ich drehte und jonglierte das Teil in alle Richtungen und mit einigen Schimpfworten und herzhaftem Gekicher fand ich die einzig mögliche Stellage, die es überhaupt ermöglichte, dieses Ungetüm in mein neues Reich zu stecken.
Ich rumpelte und polterte meine kleine Treppe hoch und Sohnemann saß still und erwartungsvoll im Wohnzimmer. Gespannt und mit fragenden Augen äugte er mir entgegen und ich strahlte ihn an. „Juhuuu, ich hab’ uns ‘ne Gardinenstange gekauft. Es stört Dich doch nicht, wenn ich die jetzt noch fix anbaue, oder? Macht auch nich’ laut und schau mal, ich hab’ Dir so ‘nen lustigen Türstopper mitgebracht. Die haben Dir doch so gefallen. Brauchst zwar keinen, aber kriegst trotzdem einen, nech?“ Er freute sich wie Bolle und schleppte das Ding auch gleich in seine heiligen Hallen, damit ich es ihm nicht mehr nehmen kann. Ich meinerseits plagte mich inzwischen damit ab, die Stange aus ihrer Verpackung zu schälen, was nicht so einfach war wie erwartet. Zum einen hatte man die Ein- und Ausgänge dieser Verpackung penibel und doppelt zugetackert und die Stange ließ sich auch nur kerzengerade herausschieben.
Mein Wohnzimmer war eindeutig zu klein für diese nun 4,80m lange Konstruktion und ich sah mich schon die Säge holen. Glücklicherweise habe ich ja diese Treppe in der Wohnung, also fand ich eine Möglichkeit, ohne Säge an das Objekt der Begierde zu gelangen. Ich entwirrte alle Kleinteile und suchte mir Bohrmaschine, Akkuschrauber und sonstige Utensilien zusammen und legte los. Erstmal abmessen, Sofa hin- und herschieben, anzeichnen und nun geht’s los. Ich bohrte die benötigten neun Löcher und klopfte anschließend die neun dazugehörigen Dübel in die Wand. Mir doch egal, wie spät das grad ist. Wandhalterungen rangeakkuschraubert und Stange drauf – fertig. Nein, natürlich dauerte das nicht nur fünf Minuten, aber es herrschte für mindestens eine Stunde ordentlich Chaos hier.
Die Leiter krachte mehrfach laut hörbar an die Heizung, ich zwang den einen oder anderen Dübel mittels Hammer gewaltsam in die Wand und auch beim Rauf- und Runtersteigen von der Leiter hopste ich ordentlich geräuschvoll umher. Die Nachbarn sollen ja auch was davon haben. Schließlich leben wir nicht auf dem Freidhof sondern in der Ost. Stange hing und nun fädelte ich die Gardinen auf und fragte meinen mittlerweile etwas angenervten Sohn, wie er die neue Raumgestaltung so findet. Mit männlicher Gleichgültigkeit kommentierte er die unzählige Male gestellte Frage mit der immer gleichen Antwort: „Muss mich erst dran gewöhnen…“ Pühhh, mir gefällt’s… Ich schob und zupfte noch ein bisschen und begutachtete mein Werk von allen Seiten. Testphase der verschiedenen Varianten wurde also gestern gegen 21.30 Uhr eingeläutet und im Laufe der kommenden Tage und Wochen entscheide ich, wie es schlussendlich aussehen soll.
In diesem Sinne, einen schönen und entspannten Mittwoch…!!!
Es ist mal wieder soweit. Der Donnerstag ist angebrochen und das heißt, ich übernehme heute die gesamte Schicht. Etwas müde bin ich noch und dem kleinen Mann scheint es nicht anders zu gehen. Müde kam er mir gerade entgegengeschlurft und trotz der allmorgendlichen Aufforderung, sich anzuziehen, legte er sich einfach wieder ins Bett. Etwas überrascht musste ich meine Aufforderung wiederholen und griff auf den altbewährten Trick zurück, der schon seit seiner Geburt funktioniert – ich verwickelte ihn in ein belangloses Gespräch. Mädels, ich kann Euch das nicht erklären, aber das zeigt immer Wirkung. Er ist innerhalb weniger Augenblicke hellwach und nimmt rege am Gespräch teil. Nebenbei zieht er sich artig an und ist dann auch meist frühzeitig mit Ankleiden, Zähneputzen usw. fertig. Eigentlich lasse ich ihm morgens lieber seine Ruhe und kümmere mich einstweilen um sein Pausenbrot, doch erstaunt es mich immer wieder, wie wach er plötzlich wird, wenn ich mit ihm spreche. Ich wünschte, das wäre auch der Fall, wenn es um das leidige Thema „Verspätung“ geht. Regelmäßig muss ich ihm diesbezüglich eine nervige Reformante halten, dass ich von ihm erwarte, zu vorgegebenen Zeiten zuhause zu sein. Seit Jahren höre ich mich immer wieder die gleichen Sätze sagen und ich habe schon Fransen am Mund. Er setzt dann immer seinen reumütigen Blick auf, wartet brav, bis die alte Frau fertig mit Schimpfen ist und trollt sich leise in sein Zimmer. Und auch diese Masche werfe ich ihm vor. Immer das Gleiche… Erst kommt er – mitunter an die zwei Stunden – zu spät, dann ermahne ich ihn, er schaut zu Boden und tut einsichtig, ich fordere ihn zu echter Teilnahme am Gespräch auf, er leistet Folge und schleicht dann einen Kopf kürzer in seine Gemächer. Spätestens eine Woche später folgt genau die gleiche Debatte, mit genau dem gleichen Thema. Kein einziges Argument fruchtet, wenn ich ihm erkläre, warum ich auf diese nervige Pünktlichkeit solchen Wert lege. Es geht ja nicht nur um Zuverlässigkeit, sondern auch darum, dass ich zu abgesprochenen Zeiten mit ihm rechne und mir keine Sorgen machen möchte. Aber ich glaube auch, dass ich nicht die einzige Mutter bin, die solche Gespräche mit verlässlicher Regelmäßigkeit führen muss. Nur morgens nimmt er auffallend intensiv an Unterhaltungen jeglicher Art teil und erstaunt mich seit Jahren damit, dass diese Methode des Weckens für ihn die effektivste ist. Aber auf eines ist immer Verlass – auf seine Unpünktlichkeit…
Im Studio erwartet mich heute so einiges an Arbeit und ich hoffe, dass ich neben den dringlichen Angelegenheiten auch mit meinem Großprojekt ordentlich vorwärts komme. Zum einen haben sich unser Messelaptop und der dazugehörige Drucker offenbar gestritten und kommunizieren nicht mehr miteinander, was den Chef auf Messe dann natürlich rasend macht und an den Rand der Verzweiflung treibt. Zum anderen arbeite ich mal wieder seit einigen Wochen daran, die Schäden der ehemaligen Praktikanten wieder zu beheben. Zahlreiche Vorlagen fielen deren Fingern zum Opfer und unzählige Vorlagen und Photos wurden aus mangelnder Kenntnis bezüglich der Arbeitsweise mit PC/Laptop schlichtweg gelöscht. Das heißt für mich, dass ich jede gebrannte Sicherkeitskopie einlesen, jedes einzelne Bild betrachten und neu ablegen muss, um anschließend alle doppelten Dateien wieder zu entfernen. Zwar sieht man bereits jetzt deutliche Erfolge und kann nur erahnen, was da alles gelöscht wurde, aber es ist unglaublich zeitintensiv und am Ende des Tages sieht man nur noch verschwommene Bilder und die Augen brennen und tränen unaufhörlich. Oft herrscht auch auf den vorhandenen CDs ein heilloses Durcheinander und es befinden sich kategoriefremde Bilder in den Themenbereichen. Also mache ich mir die Mühe und sortiere alles gleich richtig ein. Klar wäre es einfacher, die verschiedenen Ordner einfach mitsamt ihrem Inhalt zu kopieren und dann die doppelt vorhandenen Exemplare zu löschen, aber so bliebe das Chaos bestehen und so möchte ich auch nicht arbeiten. Eigentlich ist das alles eine Sisyphosarbeit, aber da unser Chef nicht nur Tätowierer sondern auch Perfektionist ist, würde ihm sofort auffallen, dass sich falsche Bilder in falschen Kategorien tummeln. Ich mache trotzdem 426 Kreuze, wenn ich mit allen Datenträgern fertig bin und alles an Ort und Stelle ist.
So, die erste Tasse Kaffee des Tages blubbert bereits durch meine Herzkammern und ich werde mich langsam für den Tag rüsten, da ich vor der Arbeit noch ein paar Kleinigkeiten erledigen möchte. Ich wünsche allen Lesern einen hoffentlich entspannten Tag und verabschiede mich für heute Richtung Arbeitswelt. Lasst Euch nicht ärgern!!!
Mädels (und die wenigen Jungs), übermorgen geht’s endlich los. Ich hab’s satt auf dieser unbequemen Reisematratze zu schlafen, an leere Wände zu starren und über Kartons zu stolpern. Gestern war ich nochmal artig im Baumarkt, Holzschrauben holen und bin danach spontan in die Wohnung gefahren und hab’ die Dinger gleich ins Bett gedrängelt. Und Ihr glaubt es nicht, aber das Bett quietscht nicht mehr. Dafür quietschen jetzt meine Gelenke, denn ich musste mich mit meinem ganzen Gewicht gegen den Akkuschrauber stemmen, um die Scheißteile bis zum Anschlag ins Holz zu kriegen. Ich hab’ auch nicht nur zwei Stück benutzt, sondern insgesamt noch vier, damit auch ja nix mehr wackelt. Wackeln tut jetzt auch nüscht mehr, quietschen auch nicht und die restlichen Schrauben (ja, ich hab’ welche übrig) pack’ ich ins Gefrierfach, damit sie nicht schlecht werden…
Unpassenderweise wachte ich heute Morgen mit Halsschmerzen auf. Da mein Terminplaner aber auch heute wieder ziemlich voll ist, werde ich das einfach ignorieren und auch auf diese Therapie verzichten. Mir fehlt einfach die Zeit für diese homöopathischen Therapiemethoden, also werde ich den Ferrari unter den Schmerzmitteln anwenden – Aspirin. Mein Allheilmittel gegen alles was weh tut. Hilft immer, geht fix und ich kann’s alleine anwenden. Laufende Nasen – sofern sie sich noch einstellen sollten – werden mittels Tempos im Zaum gehalten und eventuell auftretender Husten kommt ohnehin erst mit Verzögerung, also stehe ich dann nächste Woche hustend auf der Leiter und streiche diese verflixten Wände hier. Hauptsache, mir fliegt beim Husten oder Niesen nicht irgendwelcher Schnodder irgendwo raus und klatscht an die frisch gestrichenen Stellen. Alles andere ist mir Latte.
Heute steht dann noch der vorerst letzte Termin beim Kieferorthopäden an. Sohnemann bekommt heute den unteren Teil seiner ersten Spange eingesetzt. Der obere Teil folgt in Kürze, da dieser noch gefertigt werden muss. Somit beginnt heute endlich die mehrjährige Therapie zur Begradigung seiner Zähne. Nicht ganz billig, aber ein schönes und ebenso gepflegtes Lächeln ist nicht mit Geld aufzuwiegen. Er steht dieser Behandlung abwartend gegenüber und lässt alles brav über sich ergehen. Bisher war es auch nicht mit Schmerzen verbunden und außer der Farbe seiner Spange gab es für ihn keine interessanten Informationen, die seine aktive Anteilnahme geweckt hätten. Da in seiner Klasse nunmehr der Großteil der Kinder ebenfalls Spangen aller Art tragen, fällt er durch seinen neuen Zahnschmuck dann auch nicht wirklich aus der Rolle. Zu meiner Zeit war man schon fast ein Exot, wenn man mit Zahnspange oder gar Brackets durch die Weltgeschichte lief. Brackets sah man nur in ganz seltenen Fällen, aber Zahnspangen gab es damals schon, wenn auch nicht in sämtlichen Wunschfarben. Es gab diese hässlichen, hautfarbenen Dinger und das war’s dann auch schon. Sohnemann hat blau gewählt und da Behandlungen dieser Art heute fast schon an der Tagesordnung sind, nimmt er die ganze Angelegenheit entsprechend ungerührt zur Kenntnis. Gut so…
Mein letzter Arbeitstag ist heute recht kurz, da ich am Dienstag schon eine Stunde rausgearbeitet habe, um heute eine Stunde eher gehen zu können. Der Termin mit Sohni lag etwas ungünstig, aber meine Lieblingskollegin steht derlei Unpässlichkeiten wunderbar unkompliziert gegenüber und unterstützt mich gerade in diesen chaotischen Tagen ohne Diskussionen mit Hilfsbereitschaft und Entgegenkommen. Dafür möchte ich ihr hier an dieser Stelle einmal allerherzlichst danken, denn heutzutage ist das wirklich nicht mehr selbstverständlich. Egal, welches Anliegen ich durch meinen bevorstehenden Umzug habe/hatte, sie machte alles möglich und hilft immer, wenn sie es möglich machen kann. Das finde ich großartig und eine bessere Kollegin kann ich mir nicht wünschen. Nebenbei eine kleine Schnatterei und ein Kaffee ist auch noch drin und so lässt sich der ganze Stress viel besser ertragen. Chefchen ist zur Zeit ein bisschen krank und bietet mit seinen glasig-fiebrigen Augen einen mitleiderregenden Anblick. Selbst ich bin geneigt, ihm Tee einzuflößen und warme Puschen an die Füße zu ziehen, aber da er diesbezüglich wirklich äußerst hart im Nehmen ist, unterlasse ich das. Er lässt trotzdem bis Ladenschluss die Maschine surren und jammert nichtmal ansatzweise. Ein echtes Arbeitstier eben und wenn er dann wirklich mal einen Tag krank macht, dann kann man nur erahnen, wie schlecht es ihm geht. Das kam bisher allerdings nur sehr sehr selten vor und solange er aufrecht gehen und sitzen kann, arbeitet dieser Mann. Zwar feiern meine Kollegin und ich auch nicht einfach krank, aber wir Mädels jammern dann schon mal gerne und tun uns gegenseitig ein bisschen leid. Das muss schon sein und geteiltes Leid ist ja auch halbes Leid. Nech…???
Gestern war ich fix im Baumarkt und habe mir eine kleine Lampe für das neue WC gekauft. Die Auswahl dort war zwar riesig, aber mindestens genauso teuer. Unglaublich, was man für Lampen ausgeben kann. Ich konnte und wollte natürlich nicht, denn zum Verrichten der Notdurft halte ich anspruchsvolle Lampen für überflüssig. Ich entschied mich für ein recht schlichtes Modell und erwarb auch gleich die passende Glühbirne dazu. Dann flitzte ich in die Eisenwarenabteilung und stolperte zwischen diversen Schraubengrößen und -arten hin und her. Davon beförderte ich dann drei Stück (100er) in eine Tüte, wie man sie vom Obst- und Gemüsestand kennt, wog sie ab – ja, genau wie in der Gemüseabteilung – und tippelte Richtung Kasse. Schwups, war ich das Trinkgeld los, welches ich mir am Tage zuvor mit meiner Kollegin freudestrahlend geteilt hatte. Vergleichsweise wenig gekauft, aber zumindest sagte der Kassenbeleg aus, ich hätte den Baumarkt komplett leer gekauft. Frau N. schwingt sich sogleich in ihren Mädchen-Chrysler und düst Richtung Studio, als sie auf eine unerwartete Vollsperrung stößt. Stau wohin das Auge blickt und so ist man gezwungen, eine Umleitung zu fahren, die einen Abstecher in die Dolomiten ermöglicht hätte. Zeit hatte ich dafür jedoch keine und fuhr die komplette Kirche ums Dorf, bevor ich dann endlich mal im Studio ankam. Heute dann des Rätsels Lösung: Es wurde mal wieder bei Bauarbeiten eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden und das ganze Areal für Stunden weiträumig abgesperrt. Photostrecke gefällig???
Gearbeitet war dann fix und anschließend gondelte ich noch schnell zur neuen Wohnung, um die erworbenen Holzschrauben am Bett von Sohnemann anzubringen. Die waren nämlich nötig, weil der kleine Mann sich seit zehn Jahren beharrlich weigert, sein Hochbett gegen ein neues Bett einzutauschen. Die immer wiederkehrenden Auf- und Abbauten dieses Möbelstückes fordern nun langsam ihren Tribut und die ursprünglichen Schrauben versagen ihren Dienst. Um aber dem kleinen Mann gerecht zu werden, müssen nun Holzschrauben das Bett stabilisieren und diese gigantischen Schrauben habe ich dann gestern nach Feierabend noch geschwind ins Holz getrieben. Es hält und ich bin stolz, dass die Dinger gerade im Holz sitzen, aber zur Sicherheit hole ich heute noch schnell zwei weitere, denn so ein klein wenig wackelt das Bett doch noch und es quietscht, weil es eben wackelt. Das muss aufhören, also schleiche ich heute erneut in die Schraubenobst- und Gemüseabteilung, nehme mir ca. 38 Gramm Holzschrauben, wiege alles artig ab und verschönere das Hochbett mit einer weiteren Prise Schraubensalat.
Heute liegt auch so einiges an. Ich muss also in den Baumarkt, in aller Herrgottsfrühe zum Tschech und mittags habe ich einen recht sinnfreien Termin beim Amt, den ich als brave Bürgerin aber dennoch wahrnehmen muss. Anschließend gehe ich meinem täglichen Broterwerb im Studio nach und fahre gleich nach Feierabend zum x-ten Male in die neue Wohnung, um die letzten Gemüseschrauben ins Holz zu treiben. Ich hoffe, die Quietscherei hat damit ein Ende und das Bett steht wie eine deutsche Eiche. Hoffen darf man ja. Vorsichtshalber werde ich mich heute gleich bei meinen Handwerkern erkundigen, ob sie Dübel und dergleichen benötigen und werde das dann auch gleich mit kaufen. Auf dem Weg werde ich dann auch gleich neue Patronen für meinen Drucker kaufen, denn mir gehen langsam die Geldscheine aus. So wird der heutige Tag auf die gleiche Art enden wie der Dienstag, denn ich werde im fahlen Licht einer kleinen Stehlampe 38 Gramm Holzschrauben in ein überaltertes Hochbett akkuschraubern und danach stolz wie Oskar am Bett rütteln und feststellen, dass es wahrscheinlich immer noch quietscht. Weiber und Handwerkskünste…
Ich möchte an dieser Stelle dann doch noch mal an meinen gestrigen Artikel erinnern, denn meine Neugier wurde nur im Ansatz gestillt. Ich bitte daher noch mal um rege Teilnahme und danke Euch schon jetzt für Euer Feedback. Ich meinerseits schlürfe jetzt noch ein paar Schluck Milchkaffee und werde dann den kleinen Mann wecken. Dann heißt es Schulbrötchen machen und im Klamottenberg wühlen. Er braucht ja Söckchen, T-Shirt, Pulli und Unterbuxen. Wird Zeit, dass alles wieder in geregelten Bahnen verläuft. Ach ja, ich habe übrigens gestern in der neuen Küche eine weitere Steckdose entdeckt. Jetzt muss ich den Elektriker nur noch fragen, ob ich diese Steckdose für das geplante Gerät per Verlängerungskabel nutzbar machen darf oder ob ich dann einen Kabelbrand riskiere. Wie man sich doch über eine lächerliche Steckdose freuen kann…
Ihr glaubt gar nicht, wieviel Freude es mir jeden Tag macht, dort oben im Titel die Tage rückwärts zu zählen. In Gedanken laufe ich bereits jeden Morgen durch die neuen Räume und sehe das Szenario vor mir, wie ich ständig in die falsche Richtung laufe, wenn ich nach gewohnten Dingen greife. Ich taste im Dunkeln an den falschen Stellen nach Lichtschaltern und erschrecke bei ungewohnten Geräuschen. Ich höre Schulkinder aus den Häusern kommen, denn wir wohnen ja dann in unmittelbarer Nähe und ich trage meine Kaffeetasse an einen anderen Platz. Diese Vorstellung tut mir gut und ich empfinde sie als sehr befreiend. Die letzten Tage hier kann ich trotz Umzugschaos irgendwie genießen, weil es die letzten sein werden. Es fühlt sich komisch an, ich gehe gerne, ich werde wahrscheinlich hier nicht viel vermissen. Der Duft meiner Kindheit ist längst verflogen und auch das einstige Flair der Gartenstadt ging wahrscheinlich schon vor Jahren hier verloren. Die alten Plätze, an denen wir uns als Kinder vergnügten sind kalt und unpersönlich geworden. Ich hasse es, aus meinem Munde zu hören, dass hier nichts mehr so ist wie früher. Und nun ist es durch all die Geschehnisse sogar passiert, dass ich hier nicht mehr wohnen möchte – so oder so nicht.
Ein weinendes Auge gibt es dennoch, denn die Gartenstadt ist und bleibt die Wiege meiner schönsten Kinderjahre und die guten alten Zeiten vergisst man trotz allem nicht. Wenn ich daran denke, dass ich in meiner neuen Wohnung endlich absolute Ruhe über mir habe, frohlockt mein Herz. Jeden Morgen nehme ich in den letzten Tagen intensiver wahr, wie laut die Menschen über mir sind. Mit Blick auf das stressige Ende der Woche kann ich nun sogar darüber lächeln. Wenn ich die griesgrämigen Gesichter im Haus sehe, ärgert mich keine noch so regnerische Miene mehr, denn im neuen Haus wohnen freundliche und junge Menschen, die schon vor Wochen mit freundlich-hellen Gesichtern „Hallo“ flöteten. Das macht Laune und dieses Haus scheint nicht so tot zu sein wie das hier. Zwar poltert und rumpelt es ständig über mir, aber hier in diesem Treppenhaus sieht man niemals ein Lächeln. Alles vorbei, endlich…
Trotz aller Vorfreude wird es wirklich Zeit, dass der Stress ein Ende nimmt, denn mir geht so langsam aber sicher die Energie aus. Die Motivation sinkt stetig und die Verschnaufpausen sind immer weniger erholsam. Ich werde immer vergesslicher und der nächtliche Schlaf ist nicht mehr wirklich erquickend. Ich brauche wieder meine gewohnte Ordnung und ruhevolle Wochenenden. Man reiche mir bitte einen Eimer zum Kotzen, denn überall stehen Kartons in den Ecken, Sachen stapeln sich am Boden, weil die Schränke schon fehlen. Mein „Bett“ ist eher einem Clochard würdig und die allmorgendliche Wühlerei in den Wäschebergen geht mir gewaltig auf den Sender. Ich will endlich wieder richtig wohnen und leben. Morgens beschwingt aufstehen, fröhlich pfeifend durch die Wohnung tippeln, Kaffee schlürfend, langsam aufwachend und die frische Morgenluft schnuppernd. Aber bitte ohne Kisten und Säcke in allen Ecken, ohne provisorisch gelagerte Wäsche, ohne spärlich bestückte Schubladen und Schränke und auch ohne randvollen Terminkalender, der die Tage weit im Voraus schon zu Arschlochtagen macht. Am Sonntag fange ich gleich damit an, so ein ganz klein wenig zumindest…
Heute gibt’s mal ein Lied, bei dem mir vollkommen Wurscht ist, was die kleine Frau da singt, mir gefällt die Melodik und ich singe bei diesem Lied nie mit, nein, ich pfeife… Ehrlich… Warum? Weiß ich beim besten Willen nicht, ich pfeife ganz automatisch mit, geht nicht anders…
Guten Morgen, meine Damen (und die vereinzelten Herren)… Nun ist Gott sei Dank die letzte Woche hier in dieser verkackten Wohnung angebrochen und trotzdem noch sehr viel zu tun ist, bin ich heilfroh, dass das Ende in greifbare Nähe gerückt ist. Die letzten Wochen zogen sich wie Kaugummi und erschienen mir fast endlos. Neben mir steht frisch gekochter Kaffee und die Nachbarschaft schläft noch. Meine Nächte werden immer kürzer, denn so langsam sehne ich mich dann doch nach der Gemütlichkeit meines Bettes. Die Reisematratze tut zwar ihren Dienst, aber da sie auf dem Boden liegt, registriert man leider jeden Schritt innerhalb des ganzen Hauses. Selbst die leichten Vibrationen durch Schritte in der Wohnung spürt man und so ist an erholsamen Schlaf nicht zu denken. Nächste Woche um diese Zeit liege ich voraussichtlich noch selig schlummernd in meinem Bettchen. Meinen Urlaub kann ich zwar nicht genießen, aber zumindest muss ich dann hier nur noch wenige Stunden des Tages verbringen, um die Wände zu streichen.
Seit einer guten halben Stunde bin ich nun wach und genieße noch etwas die Ruhe, die noch über der Stadt liegt. Man mag mich für verrückt erklären, aber ich liebe es, so früh aufzustehen und den Morgen erwachen zu sehen. Alles ist so wunderbar still und man ist regelrecht gezwungen, leise und behutsam den Tag zu beginnen. In warme Puschen und meinen furchtbar rosafarbenen Bademantel gewickelt, sitzte ich dann hier am Laptop und blogge nach Herzenslust. Nur morgens habe ich diese Zeit und niemand stört mich. Der Kaffee schmeckt um diese Uhrzeit besonders gut und ich habe nicht einmal das Bedürfnis nach Beschallung aus irgendeinem Radio. Welche Katastrophen sich im Laufe der Nacht weltweit ereignet haben, erfahre ich spätestens im Studio, da dort meist das Radio läuft. Ohnehin ändert das Wissen darum nichts an der Tatsache, was wann wo warum geschieht, also halte ich mir das noch ein paar Stunden vom Leibe. Hätte mir vor 15 Jahren jemand prophezeit, dass ich eines Tages Frühaufsteher sein würde, hätte ich ihn für verrückt erklärt, aber die Stunden vor dem Erwachen der Stadt sind die schönsten, die stillsten und ruhevollsten Momente des Tages.
Söhnchen schläft noch und hat gestern begeistert festgestellt, dass er mit seinem Teleskop bis zum anderen Ende der Stadt schauen kann. Vor 1½ Jahren habe ich ihm dieses Gerät zu Weihnachten geschenkt, zusammen mit einigen Büchern über die Sternenguckerei. Damals wohnten wir teleskoptechnisch ungünstig und er konnte leider nur den Nachbarn auf die Teller schauen. Als wir dann hierher zogen, wohnten wir anfangs im Erdgeschoss, also wieder Fehlanzeige. Der letzte Umzug brachte dahingehend auch nicht die Erfüllung, erweiterte jedoch sein Blickfeld um wenigstens ein paar Häuser. Nun jedoch genießt er von seinem neuen Zimmer aus den freien Blick über die gesamte Stadt und kann tatsächlich bis zum Stadtrand sehen. Mit ein paar Einstellungen und etwas Geduld brachten wir es dann gestern zustande, dass er doch tatsächlich bis zum Bärensteinturm sehen konnte, auf dem sogar deutlich Leute zu erkennen waren, die den Turm bestiegen. Ich muss sagen, dass ich nicht erwartet habe, dass man mit diesem „Kinderspielzeug“ durchaus so weit schauen kann, denn wir wohnen ja nun doch am komplett anderen Ende der Stadt. Sohnemann „erschrak“ regelrecht, wie nah plötzlich die Häuser unterhalb des Oberen Bahnhofes rückten. Die Punkthäuser waren ganz deutlich zu erkennen und man hätte Menschen hinter deren Fenstern erkennen können, wenn sich mal einer erbarmt hätte, durch die Gardinen zu winken.
Auf jeden Fall war Sohnemann hellauf begeistert, dass er nun endlich sein Teleskop angemessen einsetzen kann und wartet schon sehnsüchtig darauf, dass er den Mond näher untersuchen kann. Ich hingegen werde mich auf den Blick in den Fernseher oder ein gutes Buch beschränken, wenn ich freue mich schon jetzt darauf, abends auf meiner Couch in eine Decke gewickelt zu sitzen und mein neues Leben hoch oben über den Dächern von Plauen zu genießen. Niemand hopst bis spät abends über mir durch die Wohnung, niemand lässt die Lampen in aller Herrgottsfrühe mehr wackeln, denn meine derzeitigen Noch-Obermieter sind dahingehend wirklich rücksichtlos, obwohl ich diesbezüglich weiß Gott nicht zimperlich bin. Aber der Lärmpegel aus der oberen Wohnung grenzt oft schon an Unverschämtheit, denn so manches Mal flackert wirklich das Licht unter den Erschütterungen. Jetzt ist es 5.45 Uhr und man hört schon wieder lautes Getrampel dort oben. Oft genug wachte Sohnemann am Sonntagmorgen genau davon auf und das will angesichts seines wahrhaft gesundes Schlafes wirklich was heißen. Ab nächste Woche ist das vorbei – endlich…
So langsam erwacht nun auch der Rest der Stadt und ich werde mich meinem Umzugschaos und dem Schmieren von Schulbrötchen widmen. Und weil Sohnemann maßgeblich daran beteiligt ist, dass wir den Stadtteil wechseln und weil er sich noch mehr Ruhe als ich verdient hat, gibt’s heute das Lied, bei dem er vor mehr als zwölf Jahren das Licht der Welt erblickt hat. Dieses Lied dudelte gerade aus dem Radio am meinem Bett, als er sein Köpfchen in die große Welt reckte…
Badmöbel gleich zur Wohnung gefahren und aufgestellt
Trockner nochmal befüllt und in Gang gesetzt
Elektrikerkumpel alarmiert, weil ich noch eine Steckdose in der Küche brauche
Das reicht für den eigentlich arbeitsfreien Sonntag. Zwischendurch Kaffeekränzchen mit S. und M., Couch und Küchentisch unvorhergesehen abgestaubt und auf dem Rückweg gleich nochmal überprüft, ob wir das auch stellen können – klappt. Alles in allem war der Tag etwas ruhiger als die vorangegangenen Tage, aber das ist nur die Ruhe vor dem Sturm, denn die vor uns liegende Woche wird nochmal richtig stressig. Zu erledigen wäre noch:
Kleiderschrank aufbauen
Küche abbauen
Kabelanschluss in Kinderzimmer und Schlafzimmer installieren
Steckdose in Küche installieren
Kieferorthopäde am Donnerstag
Termin bei Behörde am Mittwoch
verbliebene Sachen verpacken und eintüten
Samstag Umzug
Es werden aber darüber hinaus noch jede Menge andere Dinge anfallen, die mir den letzten Nerv rauben, da bin ich mir gaaanz sicher…
Sehnsüchtig habe ich ihn erwartet und nun ist er da – der letzte Sonntagmorgen hier in dieser Wohnung. Müde aber nicht weniger motiviert als gestern bin ich gegen 6.30 Uhr aufgestanden und habe mir für heute zum Ziel gesetzt, zusammen mit Sohnemann in die neue Wohnung zu fahren und dort sein Hochbett aufzustellen. Die Einzelteile befinden sich schon drüben, nur zusammengebaut ist es noch nicht. Letzten Sonntag habe ich dort bereits ganz allein mein Bett montiert, also kriegen wir das heute auch alleine hin, denke ich. Ich habe während der letzten Tage bewusst niemanden um Hilfe gebeten, da der kommende Samstag meinen Helfern wahrscheinlich alles an Kraft und Energie abverlangt, was menschenmöglich ist, denn immerhin ziehen wir ins Dachgeschoss. Die Schlepperei unters Dach kostet jede Menge Schweiß und macht ganz sicher Muskelkater bis zum umfallen, also bewältigen wir weitestgehend alles im Alleingang. Noch immer habe ich offenbar Reserven und die nutze ich aus, Tag für Tag. Die Jalousien nehme ich heute ab, nur bei Sohni bleiben sie bis Freitag dran. Ich möchte auch so einiges an Kleinkram schon mit rüber nehmen.
Auf jeden Fall muss meine blau leuchtende Nachtlampe mit und einige Verteiler, damit es am und unterm Bett endlich wieder blau leuchtet. Installiert habe ich alles, aber das Kabel ist zu kurz. Am liebsten würde ich auch gleich mit Bohrmaschine und Leiter bewaffnet meine hübschen Holzjalousien drüben am Logia-Fenster montieren, aber sonntags darf man ja nicht bohren und ich will’s mir nicht schon vor dem Einzug mit den neuen Nachbarn verscherzen. Ich bin ja schon froh, dass im neuen Haus überwiegend junge Menschen wohnen, denn hier im alten Haus gibt es nur komische Leute, bei denen das höfliche Lächeln schon schwer fällt. Überhaupt ist das Leben in der guten alten Gartenstadt nicht mehr das, was es einmal war. In Kindertagen kannte ich hier jedes Gesicht und man lebte hier wie in einer kleinen eigenständigen Stadt. Es war einfach schöner als anderswo und man lächelte sich zu, wenn man sich begegnete. Man kannte sich halt und Nachbarschaft war etwas tolles hier. Diese Zeiten scheinen vorbei zu sein. Jeder schließt griesgrämig seine Tür hinter sich, keine nette Plauderei, kein unnötiges Lächeln, kein Leben mehr vor den Haustüren. Alles ist anders geworden, seit die Alteingesessenen hier kurz nach der Wende wegzogen. Schade…
Als ich vor 1½ Jahren hierher zurück zog, freute ich mich auf die guten alten Zeiten. Vereinzelt sieht man zwar noch einige der alten Bewohner, aber größtenteils sind hier nur noch zugezogene Leute und die verstehen nichts von den alten Gepflogenheiten in diesem Wohngebiet. Erst gestern erfuhr ich wieder etwas Neues über „mein“ Wohngebiet. Das Wohnen hier war in den Dreißiger Jahren nur Angehörigen der Wehrmacht vorbehalten, da diese Häuser damals neu und überaus modern ausgestattet waren. Zwar ist dies kein rühmlicher Gesichtspunkt, aber ich bin der Geschichte der Gartenstadt gegenüber sehr wissbegierig und lauschte mit Interesse den Ausführungen des Erzählers. Hier ist nun mal die Wiege meiner schönsten Kinderjahre, da meine Großeltern hier über 40 Jahre lebten. Meine erste Wohnung befand sich hier und im Laufe der Jahre schleppte ich meine Habseligkeiten in vier verschiedene Wohnungen innerhalb dieser Siedlung. Nun verlasse ich sie – wahrscheinlich ein letztes Mal, denn hier leben möchte ich nach all den Geschehnissen nicht mehr. Dass das Sackpimmelarschloch das geschafft hat, ist eigentlich das Schlimmste, denn ich war immer gerne hier. Jetzt leider nicht mehr. Ich möchte hier nicht mehr leben, nicht mehr aus dem Fenster sehen und nicht mal mehr tot überm Zaun hängen. Aus und vorbei…
Aber die Septembersonne lacht heute mal wieder und wir beginnen morgen die allerletzte Woche hier, denn heute ist der letzte Sonntag, an dem wir hier die Augen geöffnet haben. Und weil’s so schön schräg ist, gibt’s heute einen uralten Schlager, der zur Zeit mein Klingelton ist. Lustig, absolut unpassend für mich, aber irgendwie schon wieder so doof, dass es schön ist… Nein, das müsst Ihr nicht verstehen…
Wie heute morgen angekündigt, präsentiere ich nun fix mein Tagwerk hier. Sohnemann war furchtbar fleißig und hat seine Spielsachen akribisch ausgemistet und ich habe mich in allen Räumen gleichzeitig betätigt und wirklich viel bewerkstelligt. Aber seht selbst, das Umzugszimmer war – bis auf drei vorhandene Kartons – seit letztem Wochenende nahezu schon leer, da wir ja letzten Samstag schon eine Fuhre in die neue Wohnung transportiert haben. Ich bitte um Nachsicht, denn ich habe die Bilder nur mit dem Handy geknipst. War zu stinkig, extra die Digitalkamera herauszukramen.
So, der Samstag ist angebrochen und mich erwartet richtig viel Arbeit. Ich habe mir vorgenommen, das Schlafzimmer weitestgehend leerzuräumen, Kinderzimmer ebenfalls und abgesehen vom Fernseher im Wohn- und Kinderzimmer alle elektrischen Geräte inzwischen abzuschließen und ins Umzugszimmer zu verfrachten. Wenn ich das alles dann vor 22.00 Uhr hinkriege, flitze ich noch runter ins Kaufland und kaufe ein paar Kleinigkeiten für’s Wochenende ein bzw. werde ich wohl meine Arbeit für eine Stunde unterbrechen müssen, schätze ich. Nebenher muss die Waschmaschine und der Trockner laufen und Sohnemann darf in der Zwischenzeit ebenfalls mit anpacken, denn ich gedenke keinesfalls, all sein – zum Teil wirklich ausgedientes – Spielzeug mit in die neue Wohnung zu schleppen. In der Küche werde ich eine weitere Kiste füllen, denn mittlerweile brauchen wir dann doch nicht mehr alles, was ich noch draußen gelassen habe. Plangemäß muss bis Freitag alles verstaut sein, was wir nicht mehr unbedingt zum Leben benötigen. Genau heute in einer Woche stehen dann die ersten Umzugshelferlein vor der Türe und ich hoffe, dass wir die Schlepperei schnellstmöglich über die Bühne bringen, damit genügend Zeit bleibt, einen Großteil dessen in der neuen Wohnung gleich wieder an Ort und Stelle zu montieren.
Sohnemann schlummert noch friedlich und ich schleiche solange leise durch die Wohnung, da auch der kleine Mann etwas unter dem Chaos leidet. Ach ja, die Jalousien in allen Räumen könnte ich ja heute auch gleich abnehmen. Abends wird es jetzt eh wieder früher dunkel und morgens ist es länger finster. Wozu also den unnötigen Schnickschnack noch hängen lassen. Bad und Kinderzimmer werde ich vorerst noch so belassen, denn niemand will eine Frau N. nackt sehen und Sohnemann soll so lange wie möglich halbwegs Normalität in seinem Zimmer haben. Dort kann ich sie kommenden Freitag abnehmen, da er dann zu Oma/Papa fährt. Endlich kann ich auch meine Akten wegräumen, da der Behördenwahnsinn ja bis auf weiteres erstmal erledigt ist – wurde auch Zeit. Ummelderei und beantragen sämtlicher Notwendigkeiten habe ich ja in den vergangenen Tagen und Wochen erledigt und nun kann ich mich voll und ganz auf den Rest konzentrieren, wenn man mal von den Terminen beim Kieferorthopäden absieht. Bestimmt habe ich in all der Hektik irgendwas wichtiges vergessen, aber das sieht mir ähnlich. Spätestens nächste Woche werde ich das dann merken.
So, liebe Leute, auch wenn Ihr derzeit vielleicht den Humor in meinem Blog vermisst, soll’s das für heute erstmal gewesen sein. Bald wird es sicher hier wieder lustiger, aber solange ich diese verflixten Schlüssel hier noch am Bund habe, heißt es in die Hände spucken. Wenn etwas Zeit bleibt, schieße ich von meinem Tagwerk ein Bild und lasse Euch teilhaben. Wir werden sehen…
Vor uns liegt ein Wochenende voller Arbeit und zugleich ist es das letzte Wochenende, das wir hier verbringen (müssen). Umgemeldet ist nun soweit alles und ich hoffe, dass all das reibungslos über die Bühne geht. Plangemäß sollen Kabelfernsehen und auch DSL in der neuen Wohnung am nächsten Freitag ans Netz gehen. Abgeschaltet wird hier dann erst am Montag danach, sofern alles so klappt, wie ich das in Auftrag gegeben habe. Nächste Woche arbeite ich dann etwas chaotisch, da ich noch einen weiteren Termin beim Kieferorthopäden mit Scott wahrnehmen muss. Dieser fällt ausgerechnet auf den Sch-La-Do und so ist nächste Woche Sch-La-Mi. Regelmäßige Leser wissen, was das heißt. Freitag nächster Woche ist dann zwar Urlaub angesagt, aber diesen werde ich mit dem Abbau der gesamten Küche verbringen. Wir befinden uns also in den wirklich letzten Zügen dieses verdammten Umzugs. Stresssymptome zeige ich bisher noch keine nennenswerten, außer dass ich ein bisschen chaotischer als sonst agiere.
Für dieses Wochenende haben wir uns das Kinderzimmer vorgenommen. Das heißt Kisten mit Spielzeug entrümpeln und verpacken. Wenn das getan ist, bleibt nicht mehr viel in diesem Zimmer zu tun, da das Bettgestell und auch der Großteil der Anziehsachen bereits rausgeräumt sind. Die Schulsachen werde ich in Karton stecken und einstweilen offen lassen. Mein Schlafzimmer gleicht ja seit spätestens letztem Wochenende einem mittleren Chaos und hier werde ich bis auf das Nötigste auch alles in Säcken verstauen, damit ich endlich wieder Land sehe. Im Wohnzimmer gibt es nicht mehr viel zu tun. Der Wohnzimmerschrank ist bereits leer und an den Wänden pieksen auch nur noch vereinzelt Nägel aus der Wand. Am meisten graut mir vor der Woche nach dem Umzug. In der neuen Wohnung weiterhin Chaos und ich muss dort erstmal alles brachliegen lassen, um hier die Wände zu streichen. Ich hasse die Vorstellung, Geld und Arbeit in etwas investieren zu müssen, was nicht der Zukunft sondern der Vergangenheit dient. Nein, das hat nichts mit Sentimentalität zu tun, sondern das ist reiner Pragmatismus. So als würde man eine zerschlissene Jeans extra zum Ausbessern in die Schneiderei bringen, um sie dann in ordnungsgemäßem Zustand in den Müll werfen zu können. Ich hasse diese Vorstellung und alles in mir sträubt sich gegen diese Malerarbeiten. Aber leider muss das sein und wenn der letzte Pinselstrich getan ist, entledige ich mich aller Schlüssel und verschwinde hier auf Nimmerwiedersehen.
Erst dann kann ich endlich mit dem Einrichten und Werkeln in der neuen Wohnung beginnen, denn mir hängt die Zeit im Nacken. Am 30. September ist Deadline, der Mietvertrag endet und alles muss hier erledigt sein. Daher habe ich während der gesamten folgenden Woche nach dem Umzug Urlaub genommen. Mein diesjähriger Urlaub war ohnehin der totale Reinfall. Die erste Woche hatte ich im Juli, verkroch mich außerhalb dieser Wohnung, um all dem Beziehungsstress hier zu entgehen. Und nun muss ich die zweite Woche ebenfalls in gewisser Weise in das Ende dieser verkackten Beziehungskiste investieren. Das ärgert mich über alle Maßen, aber wenigstens beziehe ich aufgrund der ganze Scheiße eine wirklich entzückende Wohnung. Alles neu, alles meins…
Ich verbrenn’ mein Studio, schnupfe die Asche wie Koks.
Ich erschlag’ meinen Goldfisch, vergrab’ ihn im Hof.
Ich jag’ meine Bude hoch, alles was ich hab’, lass’ ich los.
Mein altes Leben schmeckt wie ‘n labriger Toast.
Brat’ mir ein Pracht-Steak, Peter kocht jetzt feinstes Fleisch.
Ich bin das Update, Peter Fox 1.1
Ich will abshaken, feiern, doch mein Teich ist zu klein.
Mir wächst ‘ne neue reihe Beißer wie bei dem weißen Hai.
Gewachst , gedopet , poliert, nagelneue Zähne.
Ich bin euphorisiert und habe teure Pläne.
Ich kaufe mir Baumaschinen, Bagger und Walzen und Kräne.
Stürze mich auf Berlin, drück’ auf die Sirene.
Ich baue schöne Boxentürme, Bässe massieren eure Seele.
Ich bin die Abrissbirne für die d-d-d-deutsche Szene.
Hey, alles glänzt, so schön neu.
Hey, wenn’s dir nicht gefällt, mach neu.
Die Welt mit Staub bedeckt, doch ich will seh’n wo’s hingeht.
Steig auf den Berg aus Dreck, weil oben frischer Wind weht.
Hey, alles glänzt, so schön neu.
Ich hab’ meine alten Sachen satt und lass’ sie in ‘nem Sack verrotten.
Motte die Klamotten ein und dann geh’ ich nackt shoppen.
Ich bin komplett renoviert, Bräute haben was zu glotzen.
Kerngesund, durchtrainiert, Weltmeister im Schach und Boxen.
Nur noch konkret reden, gib mir ein Ja oder Nein.
Schluss mit Larifari, ich lass’ all die alten Faxen sein.
Sollt’ ich je wieder kiffen, hau’ ich mir ne Axt ins Bein.
Ich will nie mehr Lügen, ich will jeden Satz auch so meinen.
Mir platzt der Kopf, alles muss ich verändern.
Ich such’ den Knopf, treffe die mächtigen Männer.
Zwing’ das Land zum Glück, kaufe Banken und Sender.
Alles spielt verrückt, zitternde Schafe und Lämmer.
Ich seh’ besser aus als Bono und bin ‘n Mann des Volkes.
Bereit die Welt zu retten, auch wenn das vielleicht zu viel gewollt ist.
Hey, alles glänzt, so schön neu.
Hey, wenn’s dir nicht gefällt, mach neu.
Hier ist die Luft verbraucht, das Atmen fällt mir schwer.
Bye Bye, ich muss hier raus, die Wände kommen näher.
Die Welt mit Staub bedeckt, doch ich will seh’n wo’s hingeht.
Steig auf den Berg aus Dreck, weil oben frischer Wind weht.
Hey, alles glänzt, so schön neu.
Leser meines alten Blogs wissen vielleicht noch, was „Sch-La-Do“ ist. Für alle Neulinge hier nochmal die Erklärung. Zwar ist meine berufliche bessere Hälfte nun hinreichend und bestens geschult, aber da Chef nach wie vor donnerstags ausspannt bzw. seine Erledigungen macht, ist der Donnerstag immer auch Nyíri-Tag. Da wir heute wieder so einiges auf dem Plan stehen haben, war meine Nacht schon 5.00 Uhr vorbei. Gestern Abend bin ich deshalb schon kurz nach 21.00 Uhr mit den Hühnern ins Bett gegangen und auch sofort entschlummert. Pünktlich 4.47 Uhr war ich hellwach, da meine innere Uhr immer ein paar Minuten vorgeht. Diesmal habe ich auch nicht erst 16x die Schlummertaste gedrückt, sondern bin nach ca. zwei Minuten artig aufgestanden, habe meine Kaffeemaschine in Gang gesetzt und werde in ca. einer halben Stunde duschen gehen, da wir um 7.30 Uhr schon wieder beim Kieferorthopäden antreten müssen. Gestern hat Sohnemann einen seltsamen blauen Gummi zwischen die hinteren Backenzähne geklemmt bekommen, der heute wieder entfernt wird. Anschließend werden erneut zwei Abdrücke von seinem Gebiss gemacht, dann dürfen wir wieder gehen.
Nächsten Freitag dann wird der untere Teil seiner ersten Zahnspange eingesetzt. Der obere Teil folgt dann, sobald er fertig ist. Sobald wir den Termin heute hinter uns haben, liefere ich Sohnemann in der Schule ab und düse zurück in die Stadt. Möchte vor der Arbeit noch ein paar kleine Erledigungen machen und dann muss ich pünktlich um 11.00 Uhr auch schon das Studio aufsperren. Vorher möchte ich aber unbedingt meinen DSL-Anschluss ummelden, denn er ist in vielen Bereichen meine Verbindung zur Außenwelt. Nur so kann meine Familie im Saarland kontinuierlich an der Entwicklung unseres neuen Lebens teilnehmen. Die Zeit zum Briefeschreiben und Photosentwickeln fehlt mir und dauert mir auch viel zu lange. Also tipper ich hier (fast) täglich die News aus Plauen und stopfe ein paar Bilder in die Beiträge. Mama und Anhang freuen sich und können teilhaben. Die Technik macht’s möglich und die nutze ich ausgiebig.
Heute Morgen drängten sich schon wieder die Grübeleien in meinen Kopf, aber heute Morgen war ich auch in der Lage zu sagen „Nein, heute nicht…“. Ich will heute nicht grübeln, nachdenken oder gar irgendwas oder irgendwem nachtrauern. Nein, Schluss damit… Ich habe genug um die Ohren und kann solche erdrückenden Gedanken wirklich nicht gebrauchen. Im Studio wartet genug Arbeit auf mich und zuhause auch. Und in meinem Leben und meinem Kopf ist kein Platz mehr für Schwätzer, deren Worte keinen Wert haben. Respekt kann ich vor solchen Menschen ohnehin nicht haben, also sind sie auch keinen einzigen Gedanken mehr wert. Dieser Herr hat sich als ernst zunehmender Mensch auf ganzer Linie selbst disqualifiziert. Tzzz…
Königin von Scheißegalien, ja das bin ich in diesen Tagen und es tut sooo gut.
So, vorhin bin ich trotz Muskelkater und chronischer Unlust dann doch rüber in unser neues Paradies gefahren und habe ganz alleine und ohne größere Zwischenfälle mein Bett aufgebaut. Nix wackelt, quietscht oder klappert. Ich bin stolz wie zehn nackte Neger auf mein Werk und habe sogar das indirekte blaue Licht unter’m Bett wieder ordnungsgemäß installiert. Leider hatte ich kein Verlängerungskabel mit, um alles gleich anzuschließen, aber das hole ich natürlich nach. Den Schrank konnte ich alleine nicht aufbauen, da ich leider nur über zwei viel zu kurze Arme verfüge. Das wird dann sicher in den kommenden 14 Tagen erledigt. Minutenlang stand ich stolz in der Tür und habe mein Bett betrachtet. Ich gestehe, dass ich auch eine halbe Stunde drin lag und durch die Dachfenster in den Himmel geschaut habe. An der Klingel neben der Wohnungstür prangt nun auch unser Name, dort fehlte er noch. Für dieses Wochenende soll’s genug mit Arbeit gewesen sein, jeder Knochen im Leib schmerzt und als ich vorhin die ersten Stufen Richtung Haustür runterhüpfen wollte, stöhnte ich vor lauter Schmerzen auf. Der gestrige Arbeitseinsatz fordert seinen Tribut. Aber wir sind ja nicht aus Zucker, nech??? Hier nun zwei Bilder vom aufgebauten Bett…
Gestern verluden wir nun die zerlegten Schlafzimmermöbel in den Transporter, packten noch sämtlich fertigen Kisten dazu, oben drauf die ganzen Säcke und los ging’s Richtung neue Wohnung. Dort angekommen sprangen wir voller Tatendrang aus den Autos, packten jeder das erstbeste Stück und hasteten die Stufen nach oben unters Dach. Keuchend sahen wir uns an und lachten, weil keiner mehr imstande war, ein Wort zu sagen, ohne zwischendurch 3x Luft zu holen. Zu dritt flitzten wir nun unzählige Male die Treppen hoch und runter. Der Schweiß lief in Strömen und das fleißige Bienchen C. gab nach der Hälfte des Marathons auf. Entkräftet lag sie auf dem Teppich meines neuen Wohnzimmers und bewegte sich nicht mehr. Also rafften Bienchen A. und ich noch so einige Male allein die Kräfte zusammen und leerten den Transporter vollständig aus. Komplett am Ende saßen wir nun oben unterm Dach und waren zu keiner Bewegung mehr fähig. Der Hunger plagte uns nicht weniger als der Durst, also schleppten wir uns mit letzter Kraft hinunter und organisierten ein deftiges Mahl, damit wir uns stärken konnten. Völlig erschossen saßen wir dann in meiner alten Bleibe und so langsam fing jeder Muskel und jeder einzelne Knochen an zu schmerzen. Aber wir waren stolz wie Oskar über die erbrachte Leistung. Nur den Aufbau der geschleppten Möbelteile haben wir von der Liste gestrichen, denn das hätte ein Chaos ergeben. Macht nix, wir haben auch so enorm viel und mehr als erwartet geschafft. In zwei Wochen dann fahren wir den ganzen Rest und dann ist der schlimmste Spuk vorbei.
So, Kleiderschrank, Sohnemanns Bett und mein Bett sind fachgerecht zerlegt und stehen zur Abholung bereit. Nach einer Ganztagsschicht und diversen Behördenärgernissen vor dieser Schicht haben das fleißige Bienchen C. und meine Wenigkeit meine Schlafzimmermöbel und Sohnemanns Schlafmobiliar noch auseinander gebaut und bringen diese Sachen dann planmäßig morgen in unsere neue Wohnung, um sie dort im besten Falle auch gleich morgen wieder aufzubauen. Sohni verbringt sein Wochenende bei Papa bzw. Oma und kriegt von dem häuslichen Chaos hier nur das Nötigste mit.
Lieben Dank auch an meine Familie im Saarland, die mir heute nicht zum ersten Mal bewiesen hat, dass sie immer für mich da sind.
Liebe Mama, lieber Harry und liebes Schwesterlein… Ich bin dankbar und froh, Euch an meiner Seite zu wissen und schicke Euch tausend Küsse. Ich darf mich glücklich schätzen, auch auf meine Familie zählen zu können, wenn sie hunderte von Kilometern weit weg sind.
Unglaublich… Ich habe seit vielen Monaten mal wieder durch geschlafen. Es ist gut ein halbes Jahr oder noch länger her, dass ich eine ganze Nacht bis zum Morgen komplett durch geschlafen habe. Tolle Sache an sich, aber kann das nicht mal passieren, wenn morgens der Wecker nicht klingelt? Völlig entgeistert habe ich vorhin auf den Wecker gestarrt und angestrengt überlegt, ob ich nachts wach war. Nein, war ich definitiv nicht. Sonst ja immer, mehrmals, fast stündlich und man gewöhnt sich leider daran. Nicht so diese Nacht. Wie ein Stein muss ich da gelegen haben. Ich gebe Euch dann Bescheid, wenn ich das nächste Mal irgendwann im Spätfrühling mal wieder so schön ruhig geschlafen habe. Aber dann kann ich während meiner unruhigen Nächte wenigstens in den Himmel glotzen und Sterne zählen, weil ich über meinem Bett dann zwei schicke Dachfenster habe. Ist doch auch was…
Heute nochmal eine komplette Schicht, weil Chef mit Kind und Kegel in Reutlingen auf Convention ist. Ich hoffe, dass sich wenigstens 25 Leute zum Piercen einfinden, damit sich der Tag lohnt. Danach heißt es nach Hause düsen, Handwerkerklamotten über den Arsch ziehen und Möbel abbauen. Morgen dann alles in die neue Wohnung fahren und dort gleich wieder aufbauen. Mal sehen wieviel wir schaffen. Wollen den Aufwand in 14 Tagen etwas minimieren, denn mit der Küche werden wir dann genug Arbeit haben. Geplant sind für dieses Wochenende die Betten von Sohnemann und mir, der Kleiderschrank und eventuell noch ein paar Kleinteile. Ob wir meinen Wohnzimmerschrank noch transportabel zerlegt kriegen bzw. in die neue Wohnung schleifen, weiß ich nicht, aber hoffen darf man ja. Und lustig wird’s allemal, denn wenn zwei Weiber mit Akkuschrauber und Handwerkszeug hantieren, gibt’s immer Verletzte, Schrammen im Holz oder aber jede Menge zu lachen.
Wie bereits erwähnt, bekommen wir ja morgen unsere Schlüssel und anlässlich dieser überaus erfreulichen Nachricht hat mich heute nach Feierabend erneut der Arbeitseifer gepackt. Weitere vier Kartons warten nun im Umzugszimmer auf ihren Abtransport. Hossa…
Morgen werde ich dann – sofern ich es nicht zum x-ten Male vergesse – endlich ein paar Bilder von den (noch leeren) Zimmern der neuen Bleibe knipsen und selbstverständlich auch hier präsentieren. Es entsteht hoffentlich eine anschauliche Photostrecke über die kommenden Tage und Wochen.
Jetzt muss Madame noch einen kleinen Happen essen und schlüpft dann einigermaßen zufrieden und zuversichtlich unter ihre warme Decke.
Der wöchentlich lange Donnerstag liegt hinter mir und ich bin hundemüde, weil ich den ganzen Tag am Rechner saß und jede Menge Arbeit zu bewältigen hatte. Fertig geworden bin ich dennoch nicht, aber dafür schööön müde. Alt werde ich heute garantiert nicht und ich freu’ mich diebisch auf mein Bett…
Meine Doppelschichten neigen sich dem Ende entgegen, meine Kollegin wird am Samstag wieder in heimischen Gefilden eintreffen, was mich froh macht. Die 14 Tage ohne sie waren trostlos und langweilig. Anstrengend waren sie obendrein, was man nicht erwähnen bräuchte. Nun muss ich noch den heutigen Freitag und den Samstag bewältigen und dann kehrt der gewohnte Arbeitsalltag wieder ein, den ich während der letzten beiden Wochen mehr als einmal schmerzlich vermisst habe.
Sohnemann ist heute zur Hochzeit seiner Tante väterlicherseits eingeladen und sitzt bereits in festlicher Kleidung in seinem Zimmer. Er ist aufgeregt und weiß nicht so recht, was ihn da heute erwartet. Dass er dabei nur ein Zaungast von vielen ist, kann er noch nicht überschauen – es ist ja seine erste Hochzeit. Zwar habe ich mit einfach Worten versucht, ihm diesen Tag ein bisschen zu beschreiben, aber seine Aufregung hat sich bisher nicht im Mindesten gelegt. Ich bin sehr gespannt auf seine Eindrücke, die er von diesem Tag mit nach Hause bringen wird. Und das wird er ganz sicher…
Die erste Woche ist geschafft. Meine Kollegin hat ja Urlaub und ich übernehme solange ihre Schichten mit. Abends falle ich daher natürlich todmüde ins Bett und eine 6-Tage-Woche kann ziemlich anstrengend sein. Jetzt muss ich den heutigen Samstag noch überstehen und eine weitere Woche mit sechs Tagen. Ich freu’ mich jetzt schon tierisch auf meinen eigenen Urlaub. Aber damit warte ich bis zu den Ferien, damit ich mit Sohnemann auch hin und wieder Baden fahren kann. Morgen ist erstmal wieder eine kleine Radtour geplant. Zwar werde ich sicher vereinzelt hinter ihm herhecheln, aber ich habe mich auch beim letzten Mal wacker geschlagen.
Sohnemann reist heute anlässlich der fast geschafften 5. Klassenstufe im Pfaffengut zur Lesenacht an und freut sich tierisch, mit seinen Klassenkameraden im Schlafanzug und mit Taschenlampe bewaffnet, eine Halligallidrecksauparty zu feiern. Tasche steht gepackt bereit und ich vermute, dass er heute so schnell wie noch nie aus der Schule nach Hause rennt.
Tja, und meinereiner ist seit heute morgen Gemüseguru. Jetzt arbeite ich an meinem dritten Garten, den ich mir mittels Coins und ordentlich Knete aus meinen Obst- und Gemüseverkäufen sicher auch bald leisten kann. Nein, ich kaufe keine Coins per Paypal oder SMS, ich kaufe sie (wenn auch völlig überteuert) am Markt im Wurzelimperium und muss dafür kein echtes Geld ausgeben. Zumindest scheint diese Strategie ganz gut zu funktionieren, denn seit dem Erwerb meines zweiten Gartens wuppt der Umsatz richtig gut und ich kann täglich meinen Marktstand bestücken. Jauchz…
Draußen regnet es Bindfäden, aber das stört mich heute nicht die Bohne. Der einzige Wermutstropfen vor dem Wochenende ist, dass meine Kollegin morgen früh für 14 Tage in den Urlaub fährt. Zwar gönne ich ihr die freien Tage von Herzen, aber ich werde ihre Gesellschaft schwer vermissen, weil ich total gerne mit ihr arbeite.
Meine liebe Sandra,
ich wünsche Dir und Deiner kleinen Motte ein paar wunderschöne Tage mit ganz viel Sonne. Erholt Euch gut und schreibt uns mal eine Karte. Ich freu’ mich tierisch, wenn Du wieder da bist. Ohne Dich ist es hier fuuurchtbar langweilig, das weiß ich jetzt schon. Schnief…
Nicht dass ich etwas gegen die sommerlichen Temperaturen hätte. Nein, ganz im Gegenteil. Die Sonne streichelt das Gemüt und man könnte denken, der Sommer duftet regelrecht alles voll. Aber derzeit ist das Arbeiten im Studio eher eine Qual. So schick das Anwesen meines Chefs auch sein mag, so unerträglich ist die Wärme, die sich in diesem Glasbau staut. Jeder Handgriff wird zur Belastungsprobe und man transpiriert schon, wenn man nur pflichtbewusst nach firmeninternen Emails klickt. Man taucht frisch geduscht zum Dienst auf und ist Sekunden später bereits wieder reif für eine Ganzkörperreinigung. Jeder noch so kleine Fetzen Kleidung pappt unangenehm am Körper und man will die Kundschaft ja auch nicht durch fehlende Kleidungsstücke erschrecken…
Zwar liebe ich den Sommer, aber gegen einen kräftigen Gewitterguss oder zumindest die frische Brise danach hätte ich momentan nichts einzuwenden. Und ich glaube, die beste Arbeitskollegin der Welt stimmt mir da zu. Nicht wahr, Frau Kollegin???
Der erste Atemzug an einem Montagmorgen kann Dich das Leben kosten. Also schööön vorsichtig aus dem Bett steigen (rechter Fuß zuerst), dann langsam in die Küche schleichen und nachschauen, ob Kaffee in der Kanne wartet, Tasse aus dem Schrank nehmen, der schwarzen Katze ausweichen (auch wenn sie Dich herzerweichend anfleht, sie zu streicheln), Milch in den Kaffee schütten und einen herzhaften Schluck in die linke Herzkammer befördern – einige Minuten einwirken lassen und erst dann AUGEN ÖFFNEN !!!
Was es mit dieser Briefmarke auf sich hat, wird Chefchen und der Rest der Leserschaft heute im Laufe des Tages herausfinden. Ihr dürft gerne raten, also haut in die Tasten und spekuliert um die Wette.
So, es ist zwar Wochenende, aber wie so oft am Samstag muss ich nachher ins Studio und ein paar piercingwillige Leute löchern. Bisher haben sich zwei Nippel-Piercings, ein Tragus- und ein Bauchnabelpiercing angemeldet. Mir soll’s recht sein, so klingelt wenigstens die Kasse. Ein Tässchen Kaffee mit meiner Kollegin ist sicher auch nebenbei drin und ein gepflegter Schwatz am Nachmittag obendrein. Mal sehen, wie viele Leute sich noch melden bis 14.00 Uhr. Dann muss ich nämlich die Nadel zücken und bis 16.00 Uhr alles nadeln, was mir zwischen die Handschuhe/Zange kommt.
Sch-la-Do… Der Leser wird sich eventuell fragen, wofür dieses (Un-)Wort steht?! Es steht für den allwöchentlichen Scheiß langen Donnerstag. Was…, den gibt’s doch schon seit Jahren nicht mehr. Doch doch, für mich schon. Das liegt daran, dass unser Chef Donnerstags seinen freien Tag hat und meine Kollegin noch nicht piercen kann. Also übernehme ich die komplette Schicht im Studio, damit die piercingwillige Kundschaft auch Donnerstags „behandelt“ werden kann. Also werde ich nachher in die Dusche schlurfen und mit den Restaurierungsarbeiten beginnen…
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„Jibt Dir dit Leben mal een Buff, denn weene keene Träne. Lach Dir’n Ast und setz Dir druff und boomle mit de Beene.“