Es war einmal vor langer Zeit…

Es waren einmal zwei Mägde. Die eine lebte auf dem Lande, war jung und ungestüm, lernte gerade das Leben kennen, zeichnete sich durch Strebsamkeit und Fleiß aus, wie es vielen jungen Menschen zueigen ist. Ein junges Mädchen, dem das Leben viele, aber eben noch längst nicht alle Farben der Palette offenbart hatte. Die andere Magd war um einiges älter, vom Leben gezeichnet, hatte bereits einen Stammhalter geboren und verdiente sich ihr Brot mühselig. Es trug sich nun zu, dass beide Mägde sich hin und wieder begegneten und der Zufall wollte es, dass sie sich eines Tages näher kennen lernten. Das junge Mägdelein lud die gramgebeugte Magd zu sich ein, was die ältere der Beiden zögernd annahm. Nach und nach freundeten sich die beiden so unterschiedlichen Frauen an und verbrachten fortan viel Zeit miteinander.

Während die eine Magd versuchte, ihr bisheriges Leben hinter sich zu lassen, täglich mit sich und ihrem Dasein haderte, bot die andere, die junge Magd oft und ungefragt ihre Hilfe an. Das alternde Mütterlein zögerte anfangs, doch schon bald ließ sie sich darauf ein, denn ihre Kräfte schwanden Tag für Tag ein bisschen mehr und die Geschehnisse der jüngsten Vergangenheit hatten bereits tiefe Furchen in ihrem Antlitz hinterlassen. So vergingen viele Tage und Monate, in denen das junge Weib dem alten Weibe eine Stütze war. Nicht selten jedoch suchte das junge Mägdelein auch den Rat und die Unterstützung der Alten. Diese hörte geduldig zu, versuchte zu richten oder zu helfen, bot ihre Schulter oder auch ihre Lebenserfahrung an, tat dies gerne und oft.

Der heranwachsende Sohn des alternden Weibes war bis zu dem Tage unbeteiligt, bis die heranwachsende Jungfrau eben diesem jungen Knaben ungefragt ein kostspieliges Geschenk machte. Die weitsichtige Alte ermahnte das junge Weib, dass dies nicht nötig und wohl auch nicht klug sei, denn eine solche Gabe überreiche man nicht, wenn man es später reuen könnte. Die junge Magd bestand nun aber darauf, dem Burschen dieses Geschenk machen zu wollen und die Alte gab trotz aller Bedenken ihre Zustimmung. Die Freude des Jünglings war groß und die beiden Mägde freuten sich mit ihm. So vergingen die Tage und man verbrachte noch immer recht viel Zeit zusammen.

Das Weihnachtsfest rückte näher und die jüngere der beiden Frauen lernte einen stattlichen Burschen kennen, der mit ihrer doch recht stürmischen Art auszukommen schien. Doch hin und wieder geriet das junge Glück ins Wanken, denn die holde Jungfrau war nicht leicht zu nehmen, war oft unzufrieden, manchmal sogar streitsüchtig und einer zänkischen Marktfrau gleich unbeherrscht. Der junge Knecht hatte es oft schwer mit ihr und suchte eines Tages Rat bei der alten Weisen. Als seine junge Magd davon erfuhr, reagierte sie über alle Maßen erzürnt und verbot ihm künftig, mit dieser anderen Magd zu sprechen, denn sie beanspruchte diese alte Frau für sich allein. Eingeschüchtert mied der Knecht nun jede stille Unterredung mit der Alten und zog sich zurück. Mit sorgenvollem Blick nahm die Alte das zur Kenntnis und sah erste Wolken am Himmel aufziehen.

Derweil vergingen die Monate und nachdem die Alte in der Zwischenzeit ihre neue Bleibe bezogen und bewohnbar gemacht hatte, feierte man das Weihnachtsfest. Die Alte war müde und erschöpft, sehnte sich nach Ruhe und Frieden. Die Junge war auf diesem Auge jedoch blind und als die Alte sich für einige Tage zur Ruhe setzen wollte, bedachte sie das alternde Mütterlein mit allerlei Vorwürfen und Ungerechtigkeiten. Obwohl die alte Frau ihr versicherte, recht bald wieder da zu sein, forderte das forsche Mägdelein ihr vermeintliches Recht ein, denn schließlich habe sie einst hilfreich zur Seite gestanden. Der Alten fehlten die Kraft und auch der Wille, sich dagegen aufzulehnen und sie nahm all das mit wachsendem Groll und dennoch wortlos hin.

Sie mochte gerade jetzt nicht darüber nachsinnen, wer wem wann etwas Gutes getan habe, denn auch sie hatte nicht nur genommen, sondern oft gegeben. Die junge Magd beruhigte sich nach einiger Zeit wieder, suchte die Gesellschaft der Alten wieder und man verlor kein Wort mehr über diesen Zwischenfall. Doch es dauerte nicht lange, bis sich das Firmament erneut verdunkelte und diesmal sollte es keinen folgenden Sonnenschein mehr geben, denn die Geduld der Alten hatte ein Ende gefunden. Wieder war man sich uneins, doch diesmal schwieg die Alte nicht. Sie polterte los und wies das ungestüme Fräulein zurecht, was bei dem jungen Mägdelein auf taube Ohren stieß. Wie es den jungen Menschen zueigen ist, sah man sich selbst als stetig helfend, allzeit aufopfernd und unendlich gerecht, verlor dabei aber aus den Augen, dass nicht alles so gerecht war, wie man dachte.

Plötzlich jedoch bekam die Alte Geschichten zu hören, die zusätzlich ihren Unmut weckten und auch sie aus der Ruhe brachten. So hieß es, würde sie Zwietracht zwischen der holden Jungfrau und deren wackeren Knecht säen, obwohl die Zänkereien zwischen den Beiden meist schon längst im Gange waren, wenn die Alte das Gemach betrat. Schließlich kehrte die Alte der jungen Magd angewidert und geläutert den Rücken und widmete sich fortan wieder den Menschen, die ihrem Alter entsprachen. Doch die junge Magd konnte nicht ruhen und ließ nichts unversucht, um genau dort für Unfrieden zu sorgen. Allerdings fielen ihre intriganten Bemühungen dort nicht auf fruchtbaren Boden. Wieder und wieder stiftete sie Unruhe und trotzdem die alte Magd ihr seit dem letzten Zank gewissenhaft aus dem Wege ging, konnte die Junge kein Gras über diese Geschichte wachsen lassen.

Immer mehr Zornesfalten bildeten sich auf der Stirn der Alten und als die junge Magd schließlich darüber klagte, dass sie dem jungen Knaben der alten Magd einst ein Geschenk gemacht habe, verlor die Alte endgültig die Geduld und sann nach, wie man mit derlei Pöbel wohl verfahre. Klopft man an deren Pforte und weist sie zum wiederholten Male zurecht oder lässt man sie keifen und zetern? Nimmt man das unehrliche Geschenk einem Kinde weg und wirft es dem Störenfried erzürnt vor die Füße oder schweigt man beharrlich und sitzt die Sache aus? Die Alte schwankte eine Weile zwischen den Möglichkeiten und entschloss sich für die goldene Mitte. Sie harrte aus und beobachtete das Geschehen aus der Ferne. Dass sie ein Zusammentreffen mit jener Magd auch künftig nicht mehr wünschte, stand außer Frage. Dieser Entschluss fiel schon vor sehr langer Zeit.

Doch das Verhalten der heranwachsenden Magd gegenüber dem Knaben der Alten empfand sie als unrecht und schäbig. Die bittere Erkenntnis, über die vermeintliche Ehrhaftigkeit und Vernunft dieser Jungfrau schmeckte salzig und ekelhaft, denn kein Mensch mit wahrhaft guter Seele und reinem Herzen reut auch nur ein einziges Geschenk an ein unbeteiligtes Kind, vor allem nicht, wenn niemand dieses Geschenk erbeten hat und es im ersten Zuge ablehnen wollte, da man den Ausgang dieser Geschichte vorhersehen konnte. Die Mutter des Knaben ist in höchstem Maße erzürnt und nur ihr würdiges Alter hält sie noch vor unüberlegten Handlungen zurück. Doch wenn sich dieses junge Mädchen auch nur noch ein einziges Mal erdreistet, der Alten die Freundschaft zu einem anderen Weibe abspenstig zu machen, dann wird sie der Zorn dieser Alten mit einer Wucht treffen, deren Ausmaß sie in ihrem jugendlichen Leichtsinn nicht abzuschätzen vermag.

Liebes Fräulein F. aus dem Umland von P., zügle Dich, denn alles andere könnte Dir schlecht bekommen. Überschätze Dich nicht, denn Hochmut kommt vor dem Fall. Schenke nichts, wenn Du es selbst Kindern wieder nehmen würdest, wenn Du nur könntest. Hilf nicht, wenn Du nur im Sinn hast, anschließend bei jeder Gelegenheit Rechnungen aufzustellen. Stell’ Dich nicht noch einmal zwischen Menschen, die einander wohl gesonnen sind, weil es Dir ein Dorn im Auge ist, nicht überall die Nummer Eins zu sein. Nimm’ Dich nicht wichtiger als Du bist, denn Deine Angewohnheit, an allen Fronten nach Verbündeten zu suchen, wenn Dir jemand den Rücken gekehrt hat, ist mehr als widerlich und legt Zeugnis über Deine Unreife und Deinen gegrenzten Horizont ab. Allein damit hast Du Dich als ernstzunehmender Mensch und vor allem als erwachsene Frau auf ganzer Linie disqualifiziert und das allein reicht als Grund dafür, Dir allezeit aus dem Weg zu gehen, denn mit solch niederträchtigen Menschen kann und will nicht jeder. Ich zuletzt…!!! Und erlaube Dir kein Urteil über mein Privatleben, denn darüber und über die Menschen, die sich darin befinden, weißt Du nichts, gar nichts. Ich kann Dir aber eines versichern: Ich bin um ein Vielfaches ehrlicher zu diesem Menschen, als Du es jemals warst, denn alles, was hier stand und steht, konnte und kann dieser Mensch ebenso wie Du jederzeit lesen und ich habe sogar den Arsch in der Hose, über jede einzelne Bemerkung mit ihm zu sprechen und zu jedem einzelnen Wort von damals auch heute noch zu stehen. Du hingegen jammerst gerne hinter dem Rücken der Menschen, die es betrifft. Das nenne ich charakterschwach und hinterfotzig.

So, das musste gesagt werden. Manche Menschen verstehen keine andere Sprache und selbst die strafende Nichtachtung ihrer Person reicht nicht aus, um diese „Dame“ endlich zum Schweigen zu bringen. Dieses ewige Genörgel und Gegacker geht mir allmählich auf die nicht vorhandenen Nüsse und so langsam verliere ich die Geduld. Noch zwei drei dämliche Bemerkungen und es klappert gewaltig, denn irgendwann bleibe auch ich nicht mehr ruhig. Boah, geht mir das auf’n Sack, Alter…


4 Antworten zu „Es war einmal vor langer Zeit…“

  1. zaraffel sagt:

    oooooooooooooooooooha…..mehr fällt mir dazu grad echt net ein. aber schäbig is noch sehr gelinde ausgedrückt… :(

  2. Frau N. aus P. sagt:

    Das empfinde ich ganz genauso… Und das musste raus.

  3. zaraffel sagt:

    darf ich mal unverhohlen fragen was es denn für ein geschenk war ?

  4. Frau N. aus P. sagt:

    Ein Handy… Und fakt ist, dass ich darauf hingewiesen habe, dass dies ein zu teures Geschenk sei und sie ob sie nicht doch lieber behalten solle (als Ersatzhandy oder eben zum Verkauf).

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