Es ist gegenwärtig unmöglich, all die Schatten der Vergangenheit abzuschütteln, die wie Gespenster unsere Gedanken an Ort und Stelle binden, und doch ist es unumgänglich, uns von ihnen zu befreien, wollen wir erleichtert und mit klaren Blicken weit hinaus in die Zukunft sehen.
© Bülent Kacan, (*1975), Student der Linguistik und Literaturwissenschaft, Lyriker, Aphoristiker und Autor
Weder die Zukunft noch die Gegenwart quält uns. Es ist die Vergangenheit, von der wir uns lösen müssen, um den Qualen zu entgehen.
© Benjamin Stramke, (*1984)
Wenn heute ein Prinz daher geritten käme und mich erretten wollte, müsste er im Mindesten mit Ross und Wagen vorfahren, um all mein altes Gepäck aufladen zu können.
© Margot S. Baumann, (*1964), Schweizer Lyrikerin und Aphoristikerin
Allmählich haben wir unsere Vergangenheit bewältigt, immer öfter macht sie nun brav Männchen und bettelt um Happen vom Tisch unserer zurückeroberten Unschuld.
© Nikolaus Cybinski, (*1936), deutscher Lehrer und Aphoristiker
Quelle : »Der Rest im Risiko«, Verlag Waldemar Lutz, Lörrach
Der Schüler ging zum Meister und fragte ihn: "Wie kann ich mich von dem, was mich an die Vergangenheit heftet, lösen?" Da stand der Meister auf, ging zu einem Baumstumpf und umklammerte ihn und jammerte: "Was kann ich tun, damit dieser Baum mich loslässt?"
Aus dem Zen-Buddhismus
Quelle : Das Zen entstand im 6./7. Jahrhundert in China aus Meditationsbuddhismus und Taoismus
Wenn über eine dumme Sache endlich Gras gewachsen ist,
kommt sicher ein Kamel gelaufen, das alles wieder runterfrisst.
Wilhelm Busch, (1832 – 1908), deutscher Zeichner, Maler und Schriftsteller
Einen alten Dreck sollte man nicht aufrühren, sonst stinkt er.
Aus der Schweiz
Auf Dinge, die nicht mehr zu ändern sind, muss auch kein Blick zurück mehr fallen! Was getan ist, ist getan und bleibt’s.
William Shakespeare, (1564 – 1616), englischer Dichter, Dramatiker, Schauspieler und Theaterleiter
Ist eine Sache geschehen, dann rede nicht mehr darüber; es ist schwer, verschüttetes Wasser wieder einzusammeln.
Aus China
Hake jeden Tag ab und betrachte ihn als erledigt. Du hast dein Bestes getan. Irrtümer und Fehler sind immer möglich. Vergiss sie so schnell wie möglich.
Ralph Waldo Emerson, (1803 – 1882), US-amerikanischer Geistlicher, Lehrer, Philosoph und Essayist
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18. Juni 2009 um 17:21
Dein Beitrag von Bülent Kacan ist wunderschön. Habe seine Seite entdeckt http://www.kacan.eu auf der zahlreiche weitere Aphorismen zu finden sind.
Viel Spass!
P.
19. Juni 2009 um 07:49
Aphorismen drücken Stimmungen meist sehr viel anschaulicher aus, als ich es je könnte.