Ich kann mich manchmal echt nicht besonders gut leiden. Kennt Ihr sicher auch, wenn Ihr Dinge tut, von denen Ihr genau wisst, dass sie falsch sind und trotzdem tut Ihr sie. Sind oft nur Kleinigkeiten, aber Ihr ärgert Euch dann über die eigene Dummheit, nicht wahr? Geht mir heute auch mal wieder so. Grrr…
Ich will vor ca. zwei Stunden die Kaffeemaschine für morgen früh vorbereiten, damit ich morgens nur aufs Knöpfli drücken muss. Also Wasser in die Kanne füllen, Wasser in den Tank schütten, Filtertüte rausnehmen und Kaffeepulverlöffelschnickeldi abzählen und in die Tüte machen. Filter zuklappen, Wassertank zuklappen und… Und…???
Einschalten…!!!
Nein, eben nicht. Nicht einschalten!!! Ich wollte erst morgen früh Kaffee trinken, nicht jetzt. Ja richtig, ich sitze jetzt mit Kaffee hier, weil ich den frischen Kaffee nicht einfach wegkippen möchte. Wie oft ist mir das jetzt schon passiert? Unzählige Male, aber nun schon eine ganze Weile nicht mehr. Und selten so spät am Abend. Ooooorrr…, ich hasse sowas. Vor allem hab’ ich das Malheur dann auch erst ‘ne Stunde später bemerkt, als ich beiläufig auf die Wasserstandsanzeige der Kaffeemaschine geschielt habe, weil ich mich ja kenne. Und tatsächlich – sie zeigte 0,0 Liter Wasser an. Hass…!!!
Update 00:29 Uhr / 20.11.2009:
Kaffeemaschine erneut befüllt. Knöpfli diesmal nicht gedrückt! Jedoch bin ich nach dem nächtlichen Hochgenuss von meiner ursprünglichen Morgendosis Koffein jetzt knallwach…!!! Tschackaaa…!!!
Update 02:32 Uhr (<—!!!) / 20.11.2009:
Verdammte Axt…!!! Ich bin immer noch glöcklewach und habe beschlossen, mich jetzt ins Schlafzimmer zu verdrücken, um dort im Dunkeln die Noppen meiner Tapete zu zählen. Ich habe soviel Koffein in sämtlichen Herzkammern, dass ich momentan glatt die ganze Ost neu pflastern könnte. Die riesigen Bäume hier im Viertel bräuchten auch mal ‘ne neue Frisur und wieviele Schlaufen hat eigentlich mein Teppich im Wohnzimmer? Meine Katze ist müde und genervt von mir, Sohnemann schläft rücksichtlos seit Stuuunden und ich teste gerade, wie oft man pro Sekunde zwinkern kann. Schlaf wird vollkommen überbewertet. Ehrlich…!!! Morgen Nachmittag werd’ ich bestimmt so ungefähr gegen 16.00 Uhr spätestens einfach umfallen und einschlafen. Irgendwo in Plauen, einfach so, von jetzt auf gleich, mit einem lauten Rumpeln. Ich werde vorher nicht mal mehr dazu kommen, irgendwen zu warnen. Am besten lege ich mich vorsichtshalber schon mal flach auf den Boden. Ich muss vollkommen verblödet sein, zu glauben, dass mir Kaffee zur Nacht nichts anhaben könne. Die Zeiten sind vorbei, dass weiß ich seit heute. Frau N. aus P. hat ‘nen schlimmen Koffeinschock und ich wette um 1000,- Euro, dass ich punkt 5.14 Uhr einschlafe, denn um genau 5.15 Uhr klingelt mein gottverdammter Wecker und im Augenblick is’ mir wie Staubsaugen, aber ich darf nicht, weil ich sonst wütende Nachbarn vor der Tür stehen habe, die ich in meinem derzeitigen Zustand wahrscheinlich sogar ins Koma plappern würde. Leute, ich geh’ jetzt Noppen zählen. Im Dunkeln (falls ich’s noch nicht erwähnt habe). Im Schlafzimmer. Jetzt…!!! (Ich bin nichtmal ein klitzekleines bisschen müde.) Ähäää…
Es ist windig, es ist ja auch Herbst. Selten habe ich den Herbst so bewusst beginnen gesehen, wie in diesem Jahr. Durch die Weiterbildung bin ich jeden Tag draußen vor der Türe und da ich Raucher bin, stehen wir in den Pausen gemeinsam vor dem Bildungszentrum und dort stehen riesige Ahornbäume, die merklich kahler werden. Die verbliebenen Blätter sind auffallend gelb und der nasskalte Wind pfeift um die Häuser. Ist mir gestern in der Pause mal so aufgefallen. Sonst habe ich den Herbst und seine Erscheinungen eher beiläufig registriert, obwohl ich als Kind nahezu jede Jahreszeit mochte, auch den Herbst. Man konnte so wunderbar mit den Füßen durch sorgsam angehäufte Laubberge rascheln. Mittlerweile mag ich den Herbst nicht mehr so gerne, es sei denn, ich sitze gemütlich auf meinem Sofa und schlürfe Tee, dann kann dort draußen meinetwegen die Welt untergehen. Ich mag den Herbst nicht mehr besonders. Zu viel Regen, zu grauer Himmel, zu windig, zu kalt. Kalt ist in Ordnung, solange Schnee liegt.
Ansonsten ist hier noch weniger los als sonst. Sohnemann beträgt sich momentan mal wieder besser. Gestern haben wir uns anlässlich einer schulischen Aufklärungskampagne auch zuhause über das Thema Aids unterhalten und wir haben u.a. ein bisschen im Net geschaut, was er alles wissen sollte. Er wusste bereits das meiste und ich hoffe, er trifft ausreichend Vorsorge, wenn er sich entschließt, einem Mädchen so nahe zu kommen. Tja und wenn’s irgendwann dann doch eher Jungs sind, soll er trotzdem vorsichtig sein. Ist ja schließlich überlebenswichtig. Solche Gespräche sind immer eine Wonne, denn ich kann mit meinem Sprössling so schön offen über alles sprechen. Er ist vernünftig – meistens – und versucht der Ernsthaftigkeit solcher Themen den nötigen Respekt zu zollen. Bildmaterial und Informationen aus dem Internet veranschaulichen sowas immer sehr gut und helfen ihm dabei, so abstrakte Dinge zu verstehen. Für Kinder sind solche Themen halt abstrakt.
Außer dem Tadel von letzter Woche und den sonstigen Alltäglichkeiten gibt es derzeit nicht viel zu berichten. Meinen Praktikumsplatz habe ich jetzt sicher und ab 04. Januar geht’s los. Mal sehen, was mich dort erwartet. Noch knapp anderthalb Monate, dann ist der schulische Teil der Weiterbildung abgeschlossen. Nette Leute kennengelernt, ein bisschen Wissen eingepackt und hoffentlich etwas für die Zukunft mitgenommen. So manche/n Mitstreiter/in werde ich sicher vermissen, aber man muss sich ja nicht aus den Augen verlieren, wenn alles vorbei ist. Handynummer haben wir ja schon seit geraumer Zeit ausgetauscht. Schau’ mer mal…
Tja, mein Sohnemann und die liebe Pubertät. Meistens versucht er die Kurve zu kriegen, aber manchmal gelingt ihm das nicht so ganz und dann kommt sein Verhalten wie ein Bumerang zurück. Diese Woche hat er doch tatsächlich einen Tadel abgefasst. Das hatten wir auch noch nicht. Hätten wir aber auch nicht unbedingt haben müssen. Irgendwie kommt er ja so ein bisschen nach seiner Mutter. Hausverbot im McDoof gab’s ja im Sommer schon, was seine Mutter erst mit Anfang 20 “schaffte”. Nun dieser Tadel – ein Fleißtadel. Den hatte die Mama erst in der 9. Klasse, hübsch aufm Bewerbungszeugnis – ebenfalls ein Fleißtadel. Machte sich schön beim Vorstellungsgespräch für die Lehrstelle, muss ich schon sagen. Er meistert solche “Kleinigkeiten” immer ein paar Jahre eher. Dabei hab’ ich ihm diese Schandtaten gar nicht erzählt, er schafft’s trotzdem 1:1. Ich muss schon sagen, Herr Sohn, ich bin einigermaßen sprachlos, wenn man von der kleinen Gardinenpredigt absieht.
Mal sehen, was als nächstes kommt. Wenn er weiter in meine Fußstapfen tritt, dann wandert er mit 17 nach Sonstwohin aus und erkundet sorglos die Welt. Hoffentlich liest er das jetzt nicht, denn das habe ich auch gemacht. Einfach alles hingeschmissen und in die weite Welt gezogen. Mehrmals… Au Backe… Aber er ist kein Dummer und das macht mich stolz. Eigentlich ein kleiner Fuchs und auch menschlich gesehen ein prima Kerl, der kleine Mann. Aber meckern muss ich ja trotzdem, sonst denkt er noch, das wär’ ‘ne Glanzleistung gewesen. War’s nicht, mein Söhnchen!!! Ehrlich nicht… Aber noch bist Du jung genug, um aus Deinen Fehlern zu lernen.
Kann ich Euch ganz genau sagen. Ursprünglich war dieser Blog mal für meine lieben Saarländer gedacht. Man telefoniert ja nicht unbedingt täglich, vor allem weil ich die wohl telefonfaulste Frau in meinen Breitengraden und insbesondere in meiner Familie bin. Ich hab’s da eher mit dem Schreiben, ob nun per Blog, Email oder SMS. Meine Frau Mama sitzt jetzt bestimmt fürchterlich mit den Augen rollend vor dem Bildschirm und nickt heftig. Das Blogdingens hier war dafür gedacht, dass sie auch ohne tägliche Telefonate immer auf dem Laufenden ist, was ihre Vogtländer so erleben und es dauerte eine Weile, bis sie sich mit dieser Form des Familienlebens auf Distanz angefreundet hatte. Aber laut ihrer Aussage liest sie inzwischen sehr gerne hier und mag meine Schreibe. Die Technik und deren Errungenschaften haben in meiner Mama einen recht bockigen Gegner gefunden, aber so manches gefällt ihr inzwischen ganz gut, denke ich.
Nun ja, ich blogge hier ja auch alltägliche Begebenheiten, oft auch ärgerliche Zwischenfälle wie Fahrradklau, Behördenärger, kaputte Haushaltsgeräte oder einfach nur Dinge, die mich beschäftigen. Und gestern erwies sich diese neumodische Form der seichten Tagebuchführung als äußerst hilfreich, wenn auch ungeplant. Nicht zum ersten Mal ist diese Bloggerei alles andere als sinnlos gewesen. Die meisten Menschen halten das hier sicher für reine Zeitverschwendung, aber das ist und bleibt Ansichtssache. Als ich vor einigen Monaten über das gestohlene Fahrrad meines Sohnes schrieb, stand aber genau wegen dieser “Sinnlosigkeit” hier in kürzester Zeit ein neues Fahrrad für meinen Sohn im Keller. Woher??? Tja, einer meiner treuen Leser und gleichzeitig auch ältesten Freunde hatte “eins übrig” und vermachte es kurzerhand meinem leichtsinnigen Sohnemann. Danke und nochmal ‘nen dicken Schmatz, lieber Brösel…
Und gestern meldete sich eine Bekannte und bot mir für kleines Geld eine nagelneue und unbenutzte Fritteuse an, die seit geraumer Zeit bei ihr im Schrank auf ihren ersten Einsatz wartet. Ich finde genau das großartig, denn damit wäre zum wiederholten Male bewiesen, dass mein Blog alles andere als sinnlos ist. Einige Leser überfliegen meine Ergüsse offenbar nicht nur, sondern sie kommen bei ihnen richtiggehend an. So richtig meine ich. Nicht nur Lesen und weitersurfen, sondern lesen, Gedanken machen und kurzerhand helfen, wenns mal brennt. Klar ginge unser Leben auch ohne eine Fritteuse weiter, aber Ihr kennt das doch sicher selbst, wenn eben die Pommes schon startklar auf ihr Ölbad warten und genau dann stellst Du fest, dass die alte Fritti nimmer funktioniert. Die Pommes schmecken eben nur aus der Fritti richtig lecker und mein Sohn liebt außerdem Chicken Wings mehr als alles andere und die werden im Backofen nie und nimmer so schön kross.
Und deshalb sage ich mal wieder DANKE an die liebe Frau E. aus P. aus der Stadtmitte!!! Unerwartet und trotzdem oder besser gerade deshalb mal wieder ein Grund zu großer Freude. Danke Danke Danke…!!! Als Dankeschön verlinke ich Deinen Laden hier in meinem Bog und hoffe, dass ich damit ein klitzekleines Bisschen das Geschäft unterstützen kann. Bloggen ist also nicht sinnlos, nein nein…!!!
Ich bin davon ausgegangen, dass ich diese Woche wieder gesund geschrieben werde, aber das war nur eine Annahme. Gestern tippelte ich artig zur Nachuntersuchung und mein Herr Doktor verordnete mir eine weitere Woche Genesungszeit und viel frische Luft, nachdem ich das vergangene Wochenende nun schon brav in Decken gewickelt auf dem Sofa verbracht habe. Das “Brummen” in meiner Lunge sei noch nicht vollständig beseitigt und müsse noch eine weitere Woche auskuriert werden. Nun gut, dann tue ich das. Heute früh dann wieder Halsweh, danke auch. Gestern Abend hat’s dann noch meine gute, alte Fritteuse entschärft. Ich hasse solche Tage.
Zwar sind Fritteusen heutzutage nicht mehr allzu teuer, aber sowas passiert immer genau dann, wenn man das Teil benutzen will und für solche Neuanschaffungen irgendwie grad nix übrig ist, weil in knapp zwei Monaten auch Weihnachten vor der Tür lauert. Obendrein wurde das gute Stück erst vor dem letzten Einsatz aufwendig und gründlichst gereinigt, was keine schöne Arbeit ist. Aber ich werde einen Teufel tun und auf meinen Wunschzettel für den Rotrock mit dem dicken Bauch und dem Rauschebart eine Fritteuse schreiben. Niemals… Wer will zu Weihnachten schon ein Bügeleisen, einen Schnellkochtopf oder ein Salatbesteck? Ich nicht, sowas find’ ich doof.
So, ich melde mich nun auch schon wieder Richtung Sofa ab, zum gesund werden…
So, das hat sie nun davon, dass sie nur äußerst selten zum Arzt geht, wenn sie krank wird. Seit Tagen kränkelte sie vor sich hin und musste sich jetzt endlich geschlagen geben. Fröstelnd und bibbernd suchte sie ihren Hausarzt auf und der verordnete gleich Antibiotika und Fiebermittelchen. Zum Bloggen habe ich nicht viel Lust, aber der letzte Beitrag ist nun schon fast zwei Wochen her – Schande über mich. Es gibt momentan ohnehin nicht nennenswertes zu berichten. Was die Wetterlage betrifft, sind sicher alle im Bilde, denn nicht nur hier bodenfrostet es mittlerweile. Der erste Schnee ging auch schon zu Boden und der Sommer hat sich unwiderruflich bis nächstes Jahr verabschiedet. Abgegrillt wurde auch schon und Ende kommenden Monats kramen wir die Weihnachtssachen wieder hervor.
Ich mag den Herbst nicht. Er ist kühl, verregnet, grau und trist. Vor allem der November ist mein persönlicher Hassmonat. Meist ist er klirrend kalt, farblos und irgendwie überflüssig. Und wenn es nicht kalt ist, dann sprühregnet es so eklig. Dann schon lieber richtiger Regen, aber nee… Typisch November, ja ich weiß, wir haben erst Oktober, aber trotzdem… Brrr…
Mein Hirn braucht offenbar Urlaub – ganz dringend. Warum? Ist nicht so einfach zu erklären, aber ich versuch’s. Wie die meisten meiner Leser ja längst wissen, absolviere ich zur Zeit eine Weiterbildung in Sachen Webadministration und Design. Anfangs beschränkten sich die Themen hauptsächlich auf Design und im Moment befassen wir uns in erster Linie mit Servertechnologie und –sicherheit. Ziemlich trockener Stoff und nicht immer ganz einfach zu begreifen. Nun ja, gestern bin ich dann endlich ins wohlverdiente Wochenende gestartet und habe für alle meine Lieben zuhause leckeren, wunderbar reichhaltigen Salat mit selbst gemachten Knoblauchbrötchen geklöppelt. Bisschen zu viel genascht davon, anschließend bisschen Bauchweh bekommen, also ab ins Bett und jegliche Fummeleien auf “morgen” verschoben. Ja, ich weiß, Ihr hofft, dass es jetzt schlüpfrig wird. Ihr Schweine…
Also schläft Frau N. aus P. recht schnell ein und träumt sogar was. Dass sie träumt, ist nichts neues, aber was sie da geträumt hat, ist schon etwas schräg. Hat sich jemand schon mal näher mit Servertechnologie und –sicherheit befasst? Wohl eher die Wenigsten hier, also folgt eine klitzekleine Einleitung. Was ein Server ist, spielt jetzt mal keine Rolle, aber so ein Serverdingens “regelt” im Idealfall alles, was der Netz-Client so darf oder verboten bekommt. Also der Administrator konfiguriert alle Rechte von außen nach innen und umgekehrt. Man erstellt unter anderem Firewallregeln. Wie, was, wo, soll jetzt mal egal sein, im Grunde ist erklärt, was ein Server bzw. der Admin kann/macht. So, also ich liege also im Bett, schlafe tief und fest und fange an zu träumen. Wie bereits erwähnt, wurden die Schweinereien wegen Bauchgrummeln “verschoben” und diese “Verschiebung” zusammen mit dem Serverschnickschnack schlich sich in einer lustigen Kombination in mein Unterbewusstsein und brachte folgenden Traum zustande:
Es gibt in meinem Traum einen externen Clienten (den Bettbeifahrer), einen zwischeninstallierten ISA-Server und einen internen Webserver (das bin ich). Der Client startet eine Beischlaf-Anfrage an den Webserver (also mich) und scheitert schon am ISA-Server, da einige Firewallregeln den Zugriff verhindern. Der Client wendet sich an den Administrator (das bin zufälligerweise auch ich) und sagt, er habe “Verbindungsprobleme”. Der Admin quatscht den Clienten in gewohnt arroganter Weise mit Fach-Chinesisch zu, weil er ganz genau weiß, dass der Client nur Bahnhof versteht und er dessen Unwissenheit als Waffe gegen ihn einsetzen kann. Der Client fleht und bettelt um “Zugriff” und der Adminarsch (ich) tut so, als würde er dem Clienten helfen wollen. Da der Admin aber genau weiß, dass einige der Firewallregeln ganz bewusst so definiert wurden, dass der Zugriff scheitert, resigniert der Client irgendwann überfordert und schläft mit einem “steifen Nacken” ein. (Dass der Scheißadmin dem Clienten auch zur Sicherheit noch unzulässige IPs untergejubelt und ihn in einer blockierten Benutzergruppe untergebracht hat, weiß der arme Sack natürlich nicht. Nur so als Absicherung, falls die Firewallregeln versehentlich falsch eingestellt sind. “Zugriff” also unter gaaar keinen Umständen möglich. Harrrharrr…)
Ich wache auf und denke: “Wie geil ist das denn???”, feixe in die morgendliche Dunkelheit und denke: “Das muss ich bloggen!”. Also bin ich extra wegen Euch kurz nach 4.00 Uhr aufgestanden, habe mir einen ordentlich starken Kaffee gemacht und meinen Traum hier gebloggt, weil ich den sicher bis nachher vergessen hätte. Ich muss immer noch lachen, wenn ich das hier lese. Ich bin pöööse…, aber nur wenn ich schlafe. Und als Bonus habe ich extra für Euch Anschauungsmaterial geklöppelt. Bitteschön…!!!
Jeder kennt diese Kaustreifen, nicht wahr? Man hat fünf zuckersüße “Abschnitte”, durch die man diese Kaustreifen wunderbar portionieren kann. Richtig? Nun eine hochkomplizierte Rechenaufgabe ausschließlich für Erwachsene: Drei Erwachsene, ein Kind und nur ein solcher Kaustreifen. Fünf Abschnitte und vier Personen also. Wie würdet Ihr diese Leckerei gerecht aufteilen? Den Grund für diese Rechenaufgabe erfahrt Ihr nach Euren hoffentlich zahlreichen Antworten. Natürlich werde ich Euch auch meine zwei Lösungsvorschläge unterbreiten, denn ich habe zwei Möglichkeiten, die ich so auch ohne nachzudenken umsetzen würde. Also los, Rechnen!!!
Auflösung:
Ihr habt es meiner Schwester zu verdanken, dass ich diese kleine Aufgabe vorzeitig auflöse. Nun gut, ich bin bin da eher unkompliziert, vor allem, wenn Kinder dabei eine Rolle spielen, obwohl ich nun wirklich nicht Mutter Beimer bin. Zaraffel und Frau Bergzwerg dürfen gerne aufhören zu lachen…
Ich persönlich sehe da zwei Möglichkeiten, diese Leckerei aufzuteilen. Das Kind würde von mir zwei Abschnitte und die Erwachsenen jeweils einen bekommen. Oder aber alle Erwachsenen verzichten großzügig dem anwesenden Kind zuliebe und überlassen den gesamten Streifen dem Kinde. Es geschah in der Realität leider ganz anders und das betroffene Kind war mein Sohn. Es trug sich folgendermaßen zu:
Der Kindesvater, seine neue Freundin, deren Freundin und mein Sohn waren im Kino, weil ja Papa-Wochenende war. Die neue Freundin hatte einen solchen Kaustreifen und teilte ihn folgendermaßen: Zwei Streifen für Herrn Papa, zwei Streifen für ihre Freundin, ein Streifen für sich selbst, kein Streifen für Scott, mein Sohn ging komplett leer aus. Nein, nein, er war nicht gerade für kleine Jungs oder vor der Tür, nein, er stand daneben. Sorry Leute, aber darüber kann ich nicht mehr lachen und mein Sohn ist weiß Gott kein Pedant, aber ihm fallen derlei Kleinigkeiten auf und er “verwertet” sie genauso wie ein Erwachsener das tun würde. Ich halte allen Mathematikern hier eines grundlegend zugute: Jeder war bemüht, dieses Kaubonbon gerecht unter den vier Personen aufzuteilen, keiner wäre auf die Idee gekommen, eine Person oder gar das Kind zu übergehen. Richtig?
Wie man sieht, ist das aber leider nicht unter allen Erwachsenen der Fall und ich finde sowas wirklich arm. Meinen Sohn hat auch das wieder einmal gekränkt und sein Vater registrierte diesen “Vorfall” noch nicht einmal und aß seinen Streifen natürlich artig auf. Mein Sohn stand daneben und kam sich nicht zum ersten Mal so richtig fehl am Platz vor. Man könnte auch darüber streiten, ob es richtig war, die 24 Stunden mit fremden Leuten zu verbringen, denn Vater und Sohn sehen sich nur alle 14 Tage einen Tag lang. Diese knapp bemessene Zeit musste Sohnemann dann überdies noch mit solchen Menschen verbringen, was mir als Mutter Bauchschmerzen bereitet. Und wenn diese andere Freundin meinem Sohn nicht anständig die Hand gegeben hätte, wäre er von Papas neuer Freundin komplett ignoriert worden. Denn er hat nicht erst seit gestern das Gefühl, dass diese Dame ihn nicht mag. Ich nenne es Eifersucht. Allerdings hegt Sohnemann genau wegen diesem Verhalten in etwa die gleichen “Gefühle” für diese holde Dämlichkeit und ich muss ihm damit recht geben. Freunde gewinnt man so nicht und sie legt diesbezüglich einen extrem schlechten Start hin. Muss aber nicht mein Problem sein, denn andere Leute kauften dem kleinen Herrn N. aus P. eben wegen diesem Vorfall zwei ganze Packungen voller Kaustreifen. Die darf er nun ganz alleine naschen und die wurden ihm einfach so gekauft, nur weil dieser Jemand sowas verachtenswert findet und für Gerechtigkeit sorgen wollte und das finde ich spitze…
Ihr seht also, so lustig wie diese Mathematikaufgabe anfangs rüberkam, war sie nicht. Das konntet Ihr natürlich nicht wissen. Aber stellt Euch vor, Ihr erfahrt derlei Dinge von Eurem Kind. Jedes Mutter- bzw. Vaterherz würde zerspringen, auch wenn es keine fundamentalen Wichtigkeiten sind. Ein Kind so zu demütigen oder zu ignorieren ist mehr als arm und schäbig. Und alle drei Erwachsenen haben sich schuldig gemacht, denn wenn eine meiner Freundinnen so gehandelt hätte, hätte ich meinen Streifen nicht mehr essen wollen und hätte ihn dem Kind gegeben. Wir Erwachsenen haben längst gelernt, dass man auch mal auf etwas verzichten kann oder sogar sollte. Auch wenn es eine Kleinigkeit war, das beschäftigt mich und ich kann es nicht verstehen. Selbst Sohnemann nannte es eine Kleinigkeit, doch die Moral hinter dieser Geschichte bemerkte auch er und konnte nicht anders, als mir davon zu berichten. Ja, es ist eine Kleinigkeit, aber es zeigt deutlich, was für eine Freundin sein Vater da hat. So ziemlich jede/r Bekannte oder Freund/in ist netter zu meinem Sohn, als diese Dame. Schlimm…
Eigentlich habe ich bereits entschieden, aber mich interessiert dennoch die Meinung von Außenstehenden. Wenn jemand versucht hat, eine Eurer Freundschaften zu zerstören, könntet Ihr das verzeihen/vergessen? Vor einigen Monaten habe ich diesen Artikel hier geschrieben. Meinerseits eine abgeschlossene Geschichte und unverzeihlich, aber wie sehen das andere Menschen? Alles genau zu schildern ist auf diesem Wege nur schwer möglich, aber die wichtigsten Eckdaten dieser Begebenheit habe ich in Form eines etwas eigenartigen Märchens wiedergegeben. Nun entscheidet, denn diese Person hat kürzlich den Kontakt zu mir gesucht, sich entschuldigt und Fehler eingestanden. Zwar zolle ich ihr großen Respekt, dass sie den Mut dafür aufgebracht hat, doch es wurde mehrfach Grenzen überschritten, die meines Erachtens unwiderruflich zum Bruch führten. Wie seht Ihr das?
Ursprünglich hatte ich keine konkreten Pläne für das vergangene Wochenende, aber es kam mal wieder ganz anders. Sohnemann hatte sein Papa-/Oma-Wochenende und ich hatte mich im Geiste auf zwei entspannende Tage eingerichtet. Der Freitagabend war schön ruhig und auch entspannend. Frau N. aus P. nickte erwartungsgemäß auf ihrem Sofa vor der laufenden Flimmerkiste ein, wachte mitten in der Nacht auf, machte dann die Nacht noch ein bisschen zum Tag und schlüpfte gegen 4.00 Uhr morgens aber dann doch nochmal unter ihre Bettdecke. Biorhythmus erfolgreich aus dem Gleichgewicht gebracht. Gegen 8.00 Uhr wieder raus aus den Federn – sehr spät für meine Verhältnisse.
Ich gurkte ein bisschen durch die Wohnung, las meine morgendliche Online-Zeitung und schlürfte gefühlte 64 Tassen Kaffee. Der Tag begann also genauso, wie ich es vorziehe. Ein paar Mails beantwortet, ein bisschen gesurft, ein wenig im Netz gestöbert, Geister der Vergangenheit geweckt. Letzteres eher aus Langeweile, die sich langsam breitmachte. Nix schlimmes, denn man hat ja seit einiger Zeit wieder losen Kontakt, was auf kleinere Problemchen an fremden Laptops zurückzuführen ist/war. Alles easy. Man traf sich auf eine Tasse Kaffee und ich richtete alles wieder, damit man wieder Mails abrufen könne. War nett und sogar lustig.
Am Vormittag dann war an anderer Stelle meine Hilfe benötigt und so huschte ich für einige Stunden aus der Wohnung. Dort ein bisschen Kaffee, ein bisschen Lachen und nebenbei auch dort am Laptop alles wieder geradebiegen. Ging ganz fix und die meiste Zeit konnte geplaudert werden. Nebenbei Millionen SMS tippern und am späten Nachmittag dann doch noch zu einem Filmabend überreden lassen. Zum Essen war ich dort auch gleich eingeladen und es schmeckte wirklich lecker. Man kann sagen, es gefiel mir dort, aber Details bleiben an dieser Stelle unter Verschluss.
Gestern schlurfte ich dann gegen Mittag wieder nach Hause und sah mich nicht nur aus dieser Richtung mit schwierigen Fragen konfrontiert, die mir einiges Kopfzerbrechen bereitet haben. Nach einigen Stunden Ursachenforschung denke ich, dass ich hoffentlich die richtige Entscheidung getroffen habe. Näheres, deutlicheres vielleicht zu einem passenderen Zeitpunkt. Man soll das Kind nicht mit dem Bade ausschütten, nicht wahr?! Heute morgen dann die zweite Überraschung. Eine alte Bekannte meldete sich nach Monaten der lang erkämpften Ruhe und wartet an dieser Stelle sicher auf eine Antwort von mir, aber ich brauche Zeit, um mir erstmal darüber klar zu werden, ob eine Antwort von mir überhaupt erfolgt. Ich habe dieses Thema längst zu den Akten gelegt und war ursprünglich fest entschlossen, keinen Blick zurück mehr zu tun. Warum zwingt man mich jetzt, das zu tun? Ich weiß nicht, was dieser neue Kontaktversuch bringen soll. Ich habe mir die Finger verbrannt und habe wirklich große Skrupel, auch nur in diese Richtung zu schauen, geschweige denn zu gehen. Ich fand die vorherrschende Ruhe gut und richtig. Das hier stört diese Ruhe und ich bin misstrauisch, was man bzw. frau damit bezweckt. Die “Überraschung” ist jedenfalls gelungen. Nur weiß ich nicht genau, ob ich mich jetzt freuen oder ärgern soll.
Ich weiß Leute, ich spreche mal wieder in Rätseln, aber ich kann und will an dieser Stelle nicht deutlicher werden, denn mein Blog wird mitunter auch von den Menschen gelesen, um die es hier ab und an geht. Da ich Euch aber an nahezu allem teilhaben lassen möchte, ist es notwendig, dass ich hin und wieder etwas zurückhaltender schreibe. Ich möchte hier niemanden durch ein Passwort aussperren müssen, also schreibe ich um manche Themen etwas aufwendig herum. Näheres kann man bei einer Tasse Kaffee erfahren und vielleicht auch irgendwann hier, aber jetzt muss ich das Ganze erstmal überdenken und sortieren. Nur soviel sei gesagt, es ist nichts schlimmes oder dramatisches. Es sind mal wieder alte Geister, die offenbar an mich denken, aber die ich schon vor geraumer Zeit schlafen gelegt habe. Mit einer Überdosis Valium sozusagen…
Ja, auch das muss sein. Nachdem das letzte Wochenende recht unruhig war, freue ich mich auch zwei Tage voller Gelassenheit. Ich werde nämlich nicht viel tun während der folgenden zwei Tage. Ich werde im Höchstfall ein bisschen Hausarbeit erledigen, aber maßvoll. Ich werde mich abends wunderbar gemütlich in Decken wickeln und in die Flimmerkiste schauen, Leibnitzprodukte mit hohem Knusperfaktor zerkrümeln und ich werde einfach die Seele baumeln lassen. Die Woche war anstrengend, Mitdenken war in höchstem Maße erforderlich und das Lernen strengt an manchen Tagen mehr an als sonst, aber diese Woche ging mir dennoch leichter von der Hand als erwartet.
Gestern war Geburtstag bei lieben Menschen angesagt und ich schlug mir standesgemäß den Bauch mit Erdbeertörtchen, Nudelsalat und Beefsteak voll. Angenehm vollgestopft saß ich dann noch bis zum Abend mit einer Tasse Kaffee vor Ort und verabschiedete mich lange nach Einbruch der Dunkelheit Richtung Wohnzimmer zu Sohnemann. Der wusste Bescheid, wo ich bin und mit Nudelsalat bewaffnet hechelte ich die Stufen hoch und fand meinen Nachkömmling mit seinem besten Freund auf der Treppe sitzend und grinsend wie eine Fettbemme vor. Man sah den Beiden deutlich an, dass sie meine Ankunft schon sehnsüchtig erwartet hatten, denn dieser Freund war überraschend im Vogtland aufgetaucht und hatte umgehend seinen Herrn N. aus P. angewiesen, Schlafutensilien, Zahnbürste und In-den-Dreck-schmeiß-Klamotten einzupacken und mitzukommen.
Der andere junge Mann wohnt nun seit einigen Monaten nicht mehr in unserer Nähe und trotzdem halten die beiden Jungs guten Kontakt und ich finde das großartig, weil diese Freundschaft über das normale Maß hinaus innig ist, was bei Kindern diesen Alters eher die Ausnahme ist. Also strahlte mich Söhnchen an und fragte der Form halber nochmal um Erlaubnis, ob er das Wochenende dort verbringen dürfe. Aber klar doch, habt Spaß und versucht trotzdem ein bisschen, Euch zu benehmen. Schwupps, weg waren sie und Frau N. aus P. sah sich vor einem seeehr ruhigen Wochenende. Der Essensplan war somit hinfällig und das Einkaufen nahezu überflüssig, denn alleine versorgt sich Frau N. aus P. eher spärlich. Das nötigste an Nahrungsmitteln habe ich immer im Haus, also werde ich das Wochenende mit Relaxen, Chillen und all den denglischen Entspannungssynonymen verbringen, denn mein Geist verlangt nach etwas Ruhe.
Quasi recht langweilig, aber nicht für mich. Ich liebe solche Wochenenden hin und wieder und freue mich sonntags dann umso mehr, wenn der kleine Mann wieder nach Hause kommt. So, ich bin dann mal weg – Wochenende auskosten…
Kinder lieben so leicht, so innig; wie schlimm muss der’s treiben, von dem sie sich abwenden…
Seit Tagen wäge ich nun schon ab, ob ich diesen Beitrag schreibe und wenn ja, ob ich ihn mit einem Passwort versehe, aber ich kam zu der Erkenntnis, dass der Delinquent keine Diskretion verdient hat, denn es darf ruhig jeder wissen, wie tief ein Vater seinen eigenen Sohn verletzten kann, ohne auch nur den Hauch von Reue zu verspüren. So nun zum wiederholten Male vergangenes Wochenende geschehen. Die Leute, die mich persönlich kennen, wissen somit auch bestens Bescheid, wer der ehrenwerte Herr der Schöpfung ist, gegen den sich mein mütterlicher Groll richtet und in dessen Richtung dieser sich nun zumindest verbal entlädt.
Am Sonntag – Frau N. aus P. lag gemütlich in eine Kuscheldecke eingewickelt auf dem heimischen Sofa – kam Sohnemann aus dem Wochenende bei Oma/Papa zurück. Es sperrte an der Wohnungstür, ich schaute Richtung Treppenaufgang, Sohnemann hielt kurz inne und sagte mir, dass sein Vater mit mir sprechen wolle. Ohne weitere Worte verschwand er schweigend in seinem Zimmer. Ich stand etwas genervt auf, da ich die Unterhaltungen mit seinem Vater nicht besonders schätze, aber manchmal sind sie eben notwendig. Ich wickelte meine Decke noch fester um mich und tapste zur Treppe.
Unten an der Wohnungstür stand ein etwas aufgebrachter Herr Papa und legte los. Sohnemann spreche kaum noch mit ihm, er komme sich manchmal vor wie ein Fremder, das sei doch nicht normal und der Junge solle zum Kinderpsychologen gehen. “Jetzt ist er wohl eingeschnappt in sein Zimmer gerannt? Der spinnt ja langsam…” Ich stand im Treppenaufgang und schaute etwas ungläubig. Als erstes stellte ich klar, dass ich mich mit derlei Problemen nicht konfrontiert sehe, da mein Sohn sehr viel und auch oft mit mir spricht, über alles und auch immer sehr offen. Ich kann meinem Sohn intimste Fragen stellen und bekomme ohne Drängen eine Antwort. Wir plaudern oft stundenlang über Gott und die Welt und wir lachen auch oft zusammen.
Ich gab das so an den Herrn Erzeuger weiter und wies ihn zum wiederholten Male darauf hin, dass er offenbar die Tatsache unterschätzt, dass sein Sohn nun mitten in der Pubertät steckt und sich im Zuge dessen sicherlich auch im Wesen ein bisschen verändert, was vollkommen normal ist. Und noch einmal pochte dieser unverständige Mensch darauf, dass das Kind auf eine Couch müsse. Jetzt kam dieser ekelhafte Satz auch bei mir an. Er sagte damit nichts anderes, als dass mein Sohn nicht normal sei, weil er mit seinem Vater keine nennenswerten Unterhaltungen führen will, wofür es ganz sicher einen guten Grund gibt. Ich stellte mich demonstrativ hinter mein pubertierendes Häufchen Unglück und ließ die weiteren Beschwerden seines Erzeugers an mir abprallen.
Vom Misserfolg seiner “Beschwerden” gezeichnet, räumte der gnädige Herr das Feld und ich ging sofort zu meinem Sohn, um die ganze Geschichte in Erfahrung zu bringen. Er saß in seinem Bett und als ich das Zimmer betrat und ihn sanft zur Rede stellte, kullerten schon die ersten Tränen. Das zu sehen reichte mir schon wieder, denn keine Mutter kann es still erdulden, wenn ein anderer Mensch ihr Kind zum Weinen bringt. Was ich während der folgenden Unterhaltung mit meinem Sohn zu hören bekam, schlug dem Fass den Boden aus. Offenbar nörgelt sein Vater seit Wochen an ihm herum, dass er mit ihm nicht spreche, nicht besonders viel lachen würde und dass sowas nicht normal und behandlungsbedürftig sei.
Er demütigt damit meinen Sohn in einer Weise, die ich nicht nur verachtenswert finde, sondern schon fast lächerlich, denn ich kann mich mit meinem Sohn sehr viel lachen und wir reden auch über alles – wirklich alles. Zu allem Übel hat sein Vater offenbar seit Längerem das dringende Bedürfnis meinem Sohn “mal richtig eine zu klatschen”. Wie bitte…??? Jetzt ist das Maß aber voll. Hat dieser Mensch denn nichts besseres zu tun, als sich mit seinem Sohn zu streiten, wenn er ihn schon nur alle 14 Tage für einen Tag bei sich hat? Kommt dieser Herr nicht auf den Gedanken, dass das Verhalten seines Sohnes vielleicht etwas mit ihm zu tun hat, denn hier zuhause haben wir solche Probleme nicht.
Ja, mein Sohnemann ist kein großer Redner, vor allem nicht, wenn fremde Menschen dabei sind. Aber unter vier Augen ist er eine regelrechte Plaudertasche und er lacht viel und gerne und er vertraut mir auch alles an, vielleicht sogar mehr, als andere Kinder ihren Müttern anvertrauen würden. Die Wut in meinem Bauch wuchs ins Unermessliche und offenbar ergriff wohl auch seine Großmutter für den kleinen Mann Partei und wies ihren uneinsichtigen Sohn mehrfach zurecht. Fakt ist nämlich, dass außer dem Herrn Vater jeder mit Sohnemann klarkommt, wenn man von den alltäglichen Reibereien in der Schule oder dem leidigen Thema Zu-spät-kommen mal absieht, was wohl in vielen Haushalten vorkommt.
So, Herr L. aus P. mit dem IQ einer toten Qualle, jetzt erzähl’ ich Dir mal was.
Wenn hier einer auf die Couch gehört, dann bist Du das, denn Dein Sohn ist ein äußerst sensibler und feinsinniger Mensch, was Dir in den letzten 13 Jahren noch immer nicht aufgefallen ist. Du kennst dieses Kind offenbar überhaupt nicht, was allein Deine Schuld ist. Während seiner ersten Lebensjahre hast Du es vorgezogen, mit Kumpels um die Häuser zu ziehen, das letzte Geld in Kneipen zu tragen und an den Wochenenden bis in die Puppen zu pennen, statt mit dem Kind zu frühstücken, auf den Spielplatz zu gehen oder einfach nur zuhause zu spielen. Die erste Windel hast Du bei ihm kurz vor seinem 2. Lebensjahr gewechselt und gebadet hast Du ihn auch keinen Tag früher. Du kannst wahrscheinlich noch nicht mal genau sagen, wann sein erster Zahn zum Vorschein kam und wann er seinen ersten Schritt machte.
Du hast keine Ahnung, was Dein Sohn alles drauf hat und wie gerne er eigentlich plaudert, aber Dir fehlt offenbar das nötige Wissen über seinen Charakter und die nötige zwischenmenschliche Kompetenz im Umgang mit Deinem eigenen Sohn. Er will nicht mit Dir reden und dafür hat er wahrscheinlich seine Gründe, die ganz sicher nicht bei ihm zu suchen sind, sondern allein bei Dir, auch wenn Du sogar soweit gehst, mir mal wieder an allem die Schuld zu geben. Außer Dir trägt immer jeder andere Schuld, nur Du natürlich nicht. Wach auf, Herr L., Dein Sohn wendet sich von Dir ab, denn er ist einfach zu alt, um ihm vorzumachen, dass Du das Unschuldslamm bist, als dass Du Dich verkaufst. Dein Sohn hat Augen und Ohren und er kann besser denken und Zusammenhänge erkennen, als Dir lieb ist.
Der einzige Grund, warum ich Dir das diesmal nicht ins Gesicht sage, ist der, dass Du mir im Laufe der Jahre nicht mal mehr das wert bist, denn mit Dir zu diskutieren, kommt dem Versuch gleich, einem Nilpferd Ballett beizubringen. Und wage es nicht noch einmal meinem Sohn zu drohen oder Strafen anzukündigen, weil er sich seiner eigenen Mutter offenbart hat, denn dann lernst Du meine dunkle Seite kennen. Wenn mir zu Ohren kommt, dass Du derlei Dinge noch ein einziges Mal zu ihm sagst, ihm drohst oder auch nur ankündigst, ihm ein Haar zu krümmen, lasse ich meinem Mutterinstinkt freien Lauf und das könnte sehr schmerzhaft für Dich werden, denn dann lasse ich Dich das spüren, was jede Mutter in sich trägt – bedingungslose Liebe für ihr Kind, egal wer vor ihr steht.
Fakt ist nämlich auch, dass Dein Sohn ernsthaft darüber nachdenkt, ob er Dir in nächster Zeit überhaupt Zeit widmen möchte. Du bist zu weit gegangen und zwar viel zu weit. Du hast ihn nicht das erste Mal gekränkt und beleidigt, doch damit ist jetzt Schluss. Du hattest genug Zeit, ihn zu verstehen und so zu nehmen, wie er ist. Aber er funktioniert eben nicht nach Deinem beschränkten Plan, er ist eine eigenständige Persönlichkeit und das ist gut so. Ja, er macht Fehler, aber damit hast Du herzlich wenig zu tun, denn Du kriegst nicht mal einen einzigen Tag mit ihm ohne Streit gebacken. Du bist sein Problem, auch wenn Du das nicht wahrhaben willst. Und wenn Du nicht endlich begreifst, was Du mit Deinem widerlichen Verhalten bei ihm anrichtest, verlierst Du Deinen Sohn, darauf habe ich nämlich keinen Einfluss, weil ich ihn ganz alleine entscheiden lasse, ob er Dich in Zukunft sehen will. Hör’ auf, immer andere Menschen dafür verantwortlich zu machen, wenn’s mal nicht so läuft, wie Du es willst. Du bist ein falscher und hinterfotziger Kerl, warst Du schon immer und Dein Sohn hat mehr Eier in der Hose als Du, das sei an dieser Stelle mal gesagt.
Wissen Deine Eltern denn eigentlich mittlerweile mal, dass Du aus Deiner alten Wohnung in der D.-Straße rausgeflogen bist, weil Du keine Miete bezahlt hast? Das durften sie ja damals nicht wissen, nicht wahr? Und wer war damals blöd genug, Dich wieder aufzunehmen? Ja, das war ich, die böse Mutter Deines Sohnes. Auf der Straße hätte ich Dich stehenlassen sollen, denn es war nicht meine Schuld, dass Du Dein Geld nicht an den Vermieter überwiesen hast. Und wer ist mit brennenden Kippen stockbetrunken auf der Couch eingepennt, während Dein Sohn und ich im Nebenzimmer schliefen? Wer soff die Nächte durch? Wer verbrachte mehr Zeit mit seinen Kumpels, statt mit seinem Sohn? Wer lag nachmittags um 17.00 Uhr noch im Bett, während ich mit dem Kleinen allein auf den Weihnachtsmarkt gelaufen bin? Ja, wer war das?
Alter, mir platzt hier grad gewaltig der Arsch und Du kannst froh sein, dass ich nicht alles hier auspacke. Ich bin gewiss nicht fehlerfrei, aber ich war immer für meinen Sohn da, im Gegensatz zu Dir, denn wirkliches Interesse an ihm hast Du erst gezeigt, als Du rausgeflogen bist und wir nach Berlin gezogen sind. Keinen Tag vorher hast Du Deinen Arsch in Bewegung gesetzt und das obwohl unser Sohn ein waschechtes Wunschkind ist. Du hast diesen kleinen Mann einfach nicht verdient und der einzige, der eine Ohrfeige verdient hat, bist Du. Dafür, dass Du ihn beleidigst, kränkst und in seinen ersten Jahren nicht ausreichend beachtet hast. Komm’ Du mir noch zwei drei Mal blöd, dann vergess’ ich mich.
So, habe (erstmal) fertig… War nicht die feine englische, aber bitter nötig!!!
Kennt Ihr das? Ihr seid dabei etwas zu lernen. Ihr habt am Anfang null Checkung, was Ihr da eigentlich lernt. Ihr versucht zu begreifen. Der Horizont wird nach einigen Tagen um 0,5% heller und dann steht die Prüfung an. Ihr habt die Arbeitsschritte so halbwegs im Kopf und dann versaut Ihr trotzdem alles? Es schleicht sich gleich am Anfang ein Denkfehler ein, Ihr werdet ein bisschen nervös und dann klappt einfach nichts mehr – vor allem nicht das Denken. Grrr…, ich ärgere mich schwarz. Ich habe nämlich meine letzte Prüfung vergeigt. Kotzt mich an – tierisch!!! Und das Traurige ist, ich könnte wetten, dass ich die Aufgabe mit etwas mehr Ruhe und Gelassenheit durchaus bewältigt hätte bzw. jetzt in diesem Moment auf die Reihe bekommen würde. Scheißmist…
Bisher liefen die Prüfungen durchaus akzeptabel. Klagen kann ich nicht, aber das hier ärgert mich wirklich sehr. Aber ändern kann ich das nun nicht mehr. Klar, davon geht die Welt nicht unter, aber ich hätte das besser machen können, wenn ich erst am Ende ‘nen Fitz in meinen Hirnwindungen gehabt hätte. Aber nein, da verfitzt sich gleich in den ersten fünf Minuten alles und ich versau’ mir den Notendurchschnitt. Könnte echt mit der Axt durch den Wald laufen. Am Ende dachte ich nur noch: „Leckt mich doch alles mal schön gepflegt am Arsch!!!“
Trotz allem ist jetzt erstmal Wochenende und nachdem ich gestern seit langem mal wieder mit Frau M. zum Verzehr der weltbesten Bockwurst um die Häuser geschlichen bin, steht heute ein kleiner Besuch des alljährlichen Herbstfestes an. Zu viert fallen wir in den späteren Abendstunden über die Stadt herein und schauen mal nach dem Rechten. Ich mag ja solche Stadtfeste genauso wenig wie Sommerfeste, aber da zuhause die meisten Menschen sterben, habe ich mich überreden lassen. Vielleicht wird es ja ganz lustig, so wie beim letzten Mal. Allerdings mache ich diesmal einen riesigen Bogen um die Bowleverkaufsstände und beschränke mich auf Mineralwasser. Sicher ist sicher.
…war so nett und hat kurzerhand und erschreckend unkompliziert ein beinahe neues Fahrrad an Sohnemann hergeschenkt, als er von dem gemeinen Diebstahl hörte/las. Er hat noch ordentlich die Reifen aufgepustet, das alte Schloss abgepopelt, noch bissle Öl hier und da rangemacht und zack, gehörte es dem leichtsinnigen jungen Mann, der ein Zimmer bei mir bewohnt.
Ich danke Dir im Namen meines Sohnes hiermit nochmal in aller Form und freue mich mal wieder über alle Maßen, dass ich solche guten Freunde habe. Wirklich wahr… Das ist alles andere als selbstverständlich und wenn ich mal ‘ne Harley übrig habe und Deine grad geklaut wurde, dann schenk’ ich Dir meine… Einfach so…
Gut, ganz so drastisch, wie im letzten Absatz gefordert, würde ich es nun nicht gleich ausdrücken, aber dem Rest stimme ich zu, denn Sohnemann ist derzeit sehr traurig über den selbst verschuldeten Verlust seine geliebten Rades. Leichtsinnigerweise hatte er selbiges über Nacht in der Stadt abgesperrt zurückgelassen, wollte es sogar über das folgende Wochenende dort lassen. Nur durch Zufall bemerkte ich überhaupt erst, dass sein Rad nicht im Keller stand, weil ich etwas runterbringen wollte. Verdutzt suchte ich die Kellergänge nach seinem Gefährt ab, doch nirgendwo stand sein Rad. Als er von der Schule kam, fragte ich nach und war erschüttert über seinen Leichtsinn, das Rad einfach über Nacht mitten in der Stadt zu lassen, egal ob nun abgesperrt oder nicht.
Offenbar reichte mein erster “Anfall” aus, um ihn sogleich loslaufen zu lassen, das Rad sofort zu holen. Eine Stunde später stand er mit hilflos herunterhängenden Armen da und sagte nur kraftlos: “Weg…”. Ich starrte ihn an und tobte los. Wie er so leichtsinnig sein könne, dass das Rad ein teures Geschenk gewesen sei, dass er nicht von seiner eigenen Gutmütigkeit ausgehen könne, dass er gedankenlos sei usw., ich fand kaum noch Worte für meinen Groll. Er ließ es über sich ergehen, war sich seiner Schuld bewusst und dann rollten wortlose Tränen und mein Mutterherz starb tausend Tode, meine Wut richtete sich nun gegen die Fahrraddiebe, die ein kleines Kinderherz brachen.
Mein Sohn, diese Lektion hätte ich Dir so gerne erspart, aber sie scheint vonnöten zu sein, um Dir klarzumachen, wie gut man auf seine Sachen aufpassen muss. Viel zu leichtfertig gehst Du mit Deinem Eigentum um, was wohl nicht zuletzt daran liegt, dass Du dafür nicht hart arbeiten musstest. Lerne daraus und beherzige dies für Deine Zukunft, denn böse Menschen gibt es überall und denen ist es scheißegal, ob Du jetzt traurig bist – leider… Mir ist das nicht egal, auch wenn Du das vielleicht denkst. Geschimpft habe ich genug, aber mein Herz ist groß genug, damit darin auch Platz ist für Deine Enttäuschung und Deine Tränen schmerzen mich sehr.
Das Internet macht Dinge möglich, die mich immer wieder aufs Neue begeistern. Seit geraumer Zeit gibt es zahlreiche dieser Netzwerke, in denen man alte Freunde und Bekannte finden und über deren Freundeslisten wiederum weitere Leute aufstöbern kann. Tolle Sache das. So geschah es auch, dass ein gewisser M. mich laut Benachrichtigungsmail gefunden habe. Der Vorname sagte mir nicht viel, da dieser in unseren Breitengraden nicht unbedingt selten ist. Vom Nachnamen stand da nichts, tut es in derlei Mails ja nie. Also klickte ich mich in Richtung dieses Profils und staunte nicht schlecht. Ein guter Kumpel aus uralten Tagen hatte mich gefunden und da er im August in der alten Heimat Urlaub machen wollte, vereinbarten wir vorerst nur, dass wir uns ja dann treffen könnten.
Na klar, ich treffe nur zu gerne Freunde von ganz früher und hinterließ gleich meine Nummer. Dann bekam ich letzte Woche das Signal, dass “es” in den nächsten Tagen soweit wäre. Nochmal fix zur Sicherheit meine Nummer hinterlassen und prompt flatterte am vergangenen Wochenende eine SMS aufs Display. Gestern dann hockten wir nun endlich nach ca. 15 Jahren wieder zusammen und lachten Tränen über alte Zeiten und Schandtaten. Mit von der Partie waren seine Frau und die beiden Kinder. Ich blieb länger als geplant, lachte heftiger als erwartet und freute mich über alle Maßen, den alten Haudegen mal wieder aus der Nähe zu sehen. Ein bisschen älter, ein bisschen gereifter und kein Stück verändert. Schön war’s, wiederholen sollte man das unbedingt und ich hoffe, wir sehen uns noch ganz oft wieder. Danke liebes Internet, ohne Dich wäre das nicht möglich gewesen.
Eigentlich hatte ich genug Posten auf meinem Arbeitsplan fürs Wochenende stehen, aber ich habe am Samstagvormittag einfach alle Fünfe gerade sein lassen und habe mich aus der Ost Richtung nahes Umland verabschiedet und mir ordentlich die Sonne auf den Pelz brennen lassen. Fellnase war ausreichend versorgt, Sohnemann hatte sich schon am Freitag überraschend zu seinen ausgewanderten Freunden abgesetzt und mich lockte das herrliche Sommerwetter auch vor die Tür. Auf Pöhl hatte ich keine rechte Lust, aber mir fiel prompt eine verlockende Alternative ein, die ich nach einem kurzen Telefonat auch in die Tat umsetzte. Herrlich entspannend, unterhaltsam³ und mal wieder so richtig nach meinem Geschmack.
Gestern Abend trudelte ich dann einige Oktaven dunkler und wunderbar ausgeruht und entspannt wieder zuhause ein. Für die kommende Woche habe ich deshalb auch einen straff gefüllten Terminkalender, aber diese kleine Auszeit war gut und hat schon im Vorhinein für alles entschädigt. Der Sommer dürfte sich ja in wenigen Wochen dann auch verabschieden und wenn ich wettertechnisch am Wochenende schon so gesegnet bin, dann nutze ich das auch aus und lasse hier gerne alles liegen und stehen. Der Herbst/Winter wird sicher wieder lang und trübe, also habe ich auch dann noch für alle “Wichtigkeiten” noch genug Zeit. Scheiß drauf…
Heute erreichte mich vollkommen unerwartet die Nachricht über den Tod eines ehemaligen Nachbarn. Ich bin bestürzt und angesichts dieses tragischen Ereignisses fehlen mir die Worte für das, was mir in diesen Stunden durch den Kopf geht.
Erinnerungen an meine Zeit in diesem Haus kommen hoch und ich dachte immer sehr gerne an meine Zeit dort. Vor fast genau 13 Jahren zogen wir mit unserem klitzekleinen Sohnemann in eine größere Wohnung. Dachgeschoss, helle Räume, Balkon und vor allem ein Kinderzimmer. Gleich nebenan wohnte ein älteres Ehepaar. Zwei stattliche und hochgewachsene Menschen, alle beide hatten schneeweißes Haar und sie waren es, die mir als erstes im Flur begegneten. Scott war gerade zwei Monate alt, als wir dort unser Heim einrichteten. Unsere erste Begegnung ließ gleich jedes Eis schmelzen, denn als ich mich mit Scotti im Arm die Stufen bis nach oben quälte, standen die Beiden da und strahlten mich an: “Aaaaach, eeendlich wieder Kinder im Haus. Das ist sooo schön und darüber freuen wir uns sooo sehr.”
Ich war etwas verdutzt, denn man hört derlei freudige Worte nicht oft, wenn es um oftmals schreiende und trotzende Kinder geht. Ich lächelte etwas zaghaft zurück und was in den folgenden fünf Jahren an Herzlichkeit aus der Nebenwohnung kam, war einfach unbeschreiblich. Meine liebenswerten Nachbarn vergaßen kein einziges Mal den Geburtstag meines Sohnes, ein Weihnachtsfest, den Kindertag oder Nikolausi. Immer, ja wirklich immer lag oder stand etwas Tolles auf unserem Schuhschrank. Wer jetzt glaubt, es handelte sich dabei um Kleinigkeiten, irrt gewaltig. Meine lieben Nachbarheinzelmännchen stürzten sich jedes Mal in unverschämt hohe Kosten, um meinem Sohn eine Freude zu machen. Und immer war das Geschenk in silbern glänzende Alufolie gepackt. Anfangs war ich darüber einigermaßen irritiert, aber wenn ich heute Geschenke in Alufolie sehe, denke ich jedes einzelne Mal an “meine Zänkers”.
Es dauerte nicht lange, bis mein Kater “Mephisto” das erste mal aus der Wohnung entwischte und auf direktem Weg rüber zu Zänkers rannte. Frau Zänker freute sich diebisch, denn sie mochte Haustiere sehr sehr gerne. Sie beruhigte mich, als ich meinen Kater gleich holen wollte: “Ach, das macht nichts. Lassen Sie ihn ruhig ein bisschen bei uns. Wir hatten früher einen Hund und seitdem dieser gestorben ist, vermissen wir das oft. Ich klingle nachher, wenn er zurück will.” Sprach’s und “behielt” meinen “Dicken” für eine beachtliche Zeit. Kein Wunder, denn dort drüben durfte er nach Herzenslust in Pflanzen beißen, daran nagen und in den Blumentöpfen buddeln. Irgendwann klingelte es und Frau Zänker brachte mir mein Ungetüm zurück.
Nicht lange danach stand plötzlich eine große Pflanze im Hausflur und als ich wieder einmal die Treppen hochhechelte, strahlte mich die große Frau von nebenan wieder an und sagte: “Der Blumenstock ist für Mephisto. Den darf er ruhig aufessen, der steht extra für ihn hier, falls wir mal nicht zuhause sind.” Ich kicherte und fand das mehr als süß. Lächelnd schloss ich die Tür und so vergingen die Monate im neuen Zuhause. Scotti wurde zusehens mobiler und morgens klopfte er gerne mit den Fersen an die Wand, wenn er wach wurde. Mir war das peinlich, denn ich wollte niemanden stören oder für Unruhe im Haus sorgen. Aber meine Nachbarn waren regelrecht erfreut, wenn sie den kleinen Mann mal hörten.
Als er endlich laufen konnte, verbrachte nicht nur mehr Mephisto seine Zeit nebenan, sondern es kam immer häufiger vor, dass auch Scotti hinterher tippelte und auch zu den netten Nachbar wollte. Auch das war mir höchst unangenehm. Meine Nachbarn allerdings bettelten regelrecht darum, auf Scotti aufpassen zu dürfen und peinlich berührt willigte ich ein. Von Stund an klingelte Scott fast täglich dort drüben und “Tante Rosi und Onkel Harald” öffneten jedesmal freudestrahlend die Tür. Es wurde kurz rübergewinkt und dann schlossen sich die Wohnungstüren wieder. Es war goldig, das zu sehen, denn die Beiden genossen die Zeit mit Scotti sehr. Sie feierten mit ihm Fasching, malten ihn an, brachten ihm lustige Worte bei – Tante Rosi nannte ihren Harald oft im Scherz “Sausack”. Mehr muss ich nicht sagen.
Diese und noch viele andere Erinnerungen kommen heute wieder zum Vorschein. Als ich barfuß und im Badeanzug bei Rosi telefonieren musste, weil ich mich ausgesperrt hatte, als die Nachbarn ihr Bad komplett verschönern ließen und eine Woche meine Toilette benutzten, als mir Onkel Harald Schnäpschen einflößte und und und… Irgendwann tauschten wir auch die Wohnungsschlüssel. Die tollsten Nachbarn, die man sich wünschen kann und herzlich wie kaum jemand sonst. Eine schöne Zeit hatten wir dort, dank ihnen. Sie sahen Scotti laufen und sprechen lernen, die verfolgten seine Entwicklung mit großem Interesse und waren immer liebevoll zu ihm und auch zu mir. Danke für alles und auf Wiedersehen, denn ich möchte im Nirvana gerne wieder neben Euch wohnen. Es war schön mit und bei Euch. Ich bin sehr traurig heute und ich werde heute Bilder von damals anschauen, weil mir danach ist.
Tante Rosi, sei tapfer und behalt’ den Mut. Es ist schwer, sehr schwer und alle, die Dich und Deinen Onkel Harald kennen, wissen, wie groß die Lücke ist, die er bei Dir und allen Menschen hinterlässt. Ich denke an Euch!!!
Ja, schon wieder. Sicher denkt denken meine Leser, dass ich Fußfetischist bin. Falsch. Ganz falsch. Ja, ich knipse desöfteren meine Gehwerkzeuge, aber dafür gibt es einen Grund. Jeder Mensch mag an sich selbst einen Teil oder irgendetwas ganz besonders gerne und bei mir sind das meine Füße. Klingt vollkommen idiotisch, ist aber so. Ja und komisch klingt es auch, zugegeben. Nun, aus diesem Grund habe ich so einige Bilder von meinen Füßen – Füße in der Wiese, mit und ohne Gänseblümchen zwischen den Zehen, Füße im Sand der Karibik, Füße mit und ohne Schuhe und und und… Aber der Schnappschuss oben im Kopfbereich entstand diesmal ganz anders. Ja, das ist ein Schnappschuss und ich erzähle Euch, wie es dazu kam.
Das Bild ist etwas mehr als eine Woche alt/jung. Wie Ihr sicher noch in Erinnerung habt, waren meine Saarländer kürzlich zu Besuch im Vogtland. An einem dieser Tage kam ich völlig erledigt aus der Schule, pflanzte mich auf die Couch der Gästewohnung, in der meine Saarländer gastierten und legte meine geplagten Füße auf den Tisch. Auch Frau Mama tut das manchmal, also wusste ich, dass sich niemand daran stören würde. Meine Frau Mama setzte sich neben mich, schaute meine Füße an und fragte: “Was hast Du denn für kleine Füße?” Ich schaute sie etwas empört an und antwortete: “Wieso denn klein? Wir haben doch die gleiche Schuhgröße.” Sie schüttelte verneinend den Kopf und packte ihre Füße daneben. Tatsächlich schien es so, als wären meine Füße in den letzten Jahren kleiner geworden.
Wir schauten und verglichen eine Weile unsere unteren Extremitäten, als Schwesterlein sich ebenfalls dazusetzte und uns eine Weile zusah. Schließlich zog sie ihre Schuhe und Strümpflein aus und vervollständigte die “Tischdekoration” um ein weiteres Paar Füßlein. Als ich das alles so vor mir sah, konnte ich nicht anders und kramte nach meiner Kamera, um diesen Moment festzuhalten. Wann kriegt man schon mal so ein seltsames Motiv vor die Linse?! Nachdem ich zufrieden meine Kamera verstaute und Frau Mama ebenso begeistert von diesem außergewöhnlichen Bild war, versprach ich den beiden Mädels, dass ich genau aus diesem Schnappschuss ein neues Banner für diesen Blog basteln werde und hier ist es nun.
Ein Drei-Generationen-Banner. Links sind meine Füße, mittig die meiner Frau Mama und rechts – die leuchtenden 100-Watt-Füße – sind die, meiner kleinen Schwester. Hübsch, nicht wahr? Mir gefällt’s, sehr sogar. Und nein, ich fasse fremde Füße nicht an, ich mag eigentlich nur meine eigenen, aber hier mache ich eine Ausnahme und ich bin mir sicher, dass Frau Mama und Schwesterherz jetzt total verzückt vor ihrem Bildschirm sitzen und sich freuen. Ick freu’ mir ooch…
So und jetzt pack’ ich langsam die Badehose und das Söhnchen ein und verabschiede mich Richtung Talsperre, denn heute wird phantastisches Wetter und das nutzen wir aus. Während meiner Ferien war es ja weniger schön, aber das bevorstehende Wochenende verheißt wunderbares Wetter. Endlich…
Viel möchte ich zu diesem Bild nicht schreiben, denn ich mochte diesen Schnappschuss auf Anhieb und er drückt alles aus, was man wissen oder fühlen sollte, wenn man an seine Familie denkt…
So, meine Saarländer sind wieder zuhause und es war schön, alle meine Lieben mal wieder in der Nähe zu haben. Das Wetter war nicht besonders gnädig, aber wir haben die Zeit größtenteils zu nutzen gewusst. Manchmal schon schade, dass sie nicht gleich um die Ecke wohnen, aber anders kenne ich es schon fast nicht mehr. Der Abschied war auch diesmal nicht unbedingt leicht und meine Tränchen verbarg ich, bis sich Mama außer Sichtweite befand, sonst wäre es noch schwerer geworden. Mama ließ hingegen die Tränchen kullern, das tut sie immer und das tut immer wieder genauso weh. Da ist man den Vierzigern schon so nahe und doch trennt man sich nur ungern von den Menschen, die man im Herzen trägt. Schnüff…
Meine Ferien sind nun auch schon seit einer Woche vorbei und hinter mir liegt eine Woche Fachenglisch. An meinen Kenntnissen hat sich zwar nicht nennenswert viel geändert, aber diese kleine Auffrischung war nicht unbedingt vergebens. Sprechen in Zeitlupe, aber Verstehen doch recht gut, trotzdem ich in grauen DDR-Zeiten das Wahlfach Englisch gegen eine Freistunde eingetauscht hatte. Dank MTV – was nach der Wende noch in englischer Sprache ausgestrahlt wurde – sind meine Englischkenntnisse doch recht gut. Zum Verstehen reicht es über das normale Maß hinaus und gesprochen wird in meinen Kreisen ohnehin vogtländisch.
Das Wochenende war unterhaltsam, entspannend und trotzdem spannend, also so, wie ich das gerne habe. Viel frische Luft, viel Geplauder, viel von all den anderen Sachen, die das Leben lebenswert und prickelnd machen können. So hab’ ich’s gerne, so mag ich das, so soll’s sein. Einige nervraubende Angelegenheiten habe ich entsorgt, dafür an anderer Stelle für Wohlbefinden gesorgt und das war gut so. Manches muss ich einfach nicht haben und meine Zeit ist mir dann doch zu kostbar, um mich mit derlei Langweiligkeiten länger zu befassen. Shut the fuck up…!!!
In diesem Sinne starte ich frisch gestärkt in die neue Woche und denke nicht im Traum daran, an den derzeitigen Gegebenheiten so schnell etwas zu ändern, denn ich fühl’ mich wohl so. So richtig wohl…
Gestern am frühen Abend trafen meine Saarländer nun im Vogtland ein. Sohnemann hatte sich extra noch in duftendes Badewasser gelegt, Haare hyperhipp frisiert, Nägel mani- und pedikürt, schicke Klamotten angezogen – ich kam aus dem Staunen nicht heraus. Die Ursache dürfte nicht zuletzt darin begründet sein, dass mein Schwesterlein in seinem Alter ist und auch seine Omi und der Opi nur den allerbesten Eindruck haben sollten von ihrem Enkelsohn. Gelungen ist ihm das und in seiner allseits bekannten Coolness fielen wir über unsere Besucher herein. Frau Mama lauerte schon an der Tür und quiekte durchs Haus, als ich die Stufen nach ganz oben hochkletterte. Eine herzhafte mütterliche Umarmung, dann erst wurde Licht im Flur angeknipst.
Sie bewunderte ihren gereiften Enkel und er grinste verschämt vor sich hin. Opa teste gerade die Badeinrichtung und Schwesterlein erforschte ihr Gästezimmer. Dann versammelte sich der Rest doch noch im Wohnzimmer. Meinereiner wurde zuerst an die stiefväterliche Brust gedrückt – so mag ich das ja gerne – und mein Fräulein Schwester guckte etwas verunsichert drein, da wir ja kürzlich ein paar kleine geschwisterliche Reibereien hatten. Ich gab ihr erst die Hand und dann rupfte ich sie ihn meinen Arm, was das Eis schlagartig schmelzen ließ. Von hinten durch die Brust ins Auge. Geschwisterliche Zickereien verboten, jetzt sind wir in Plauen, hier wird gelacht und geschnattert.
Frau Mama hatte wie immer Geschenke im Gepäck und Herr Sohn bekam eine äußert coole Jacke, die er auf dem Heimweg auch sofort anziehen wollte. Sehr cool, sehr dunkelblau, sehr von Nike und sehr sehr geil, muss ich schon sagen. Klamottentechnisch lagen Frau Omi und Herr Opi noch nie daneben, was die Kleiderordnung von Herrn Enkelchen angeht. Er war begeistert und verzog auch ganz geringfügig eine Miene, die man glatt als Lächeln hätte deuten können. Für mich packte mein Mütterchen wie immer Jeans und sowas aus, auch sehr geil und da war noch etwas, was ich schon beinah vergessen hatte.
Herr Stiefpapa war ja über Weihnachten auf seinem jährlichen Trip zuhause in Indien und hatte vor seiner Abreise meine Mutter beauftragt, mich zu fragen, welchen Wunsch ich hätte. Diesmal überließ ich das nicht dem Zufall, da ich normalerweise nicht gerne Wünsche äußere. Es sollten Elefanten sein, meine Lieblingstiere. Egal in welcher Form, egal aus welchem Material, egal woher, ganz egal, Hauptsache Elefanten. Ich liebe diese Tiere, ihren familiären Zusammenhalt, ihre Größe, ihre Anmut, ihr Wesen, alles. Beim Auspacken meiner Klamottagen riet sie mir zur Vorsicht, denn inmitten des Stoffes lauerten sie, meine Elefanten. Drei Stück, offenbar zerbrechlich und ich hatte sie längst vergessen, denn mein Wunsch war ein halbes Jahr alt und in den Tiefen meines lückenhaften Gedächtnisses verschüttet. Seht sie Euch an, ich finde sie traumhaft und sie stehen seit gestern Abend in meinem Wohnzimmerschrank. Frisch aus Indien, etxra für mich, aus schneeweißem Speckstein (denke ich, ich frage nach), offenbar handgearbeitet, denn man sieht deutlich die Bearbeitungsspuren und sie sind wuuunderschöööön. Danke danke danke!!! Genauso habe ich mir das gewünscht und sie fühlen sich so wunderbar geschmeidig in der Hand an. Ich könnt’ platzen vor Stolz und Freude.
Die erste Urlaubswoche ist vorbei und war trotz der freien Zeit irgendwie doch stressig. Von Kaffeetisch zu Kaffeetisch hopsen, wo sonst immer die Zeit fehlte. Mit Sohnemann – sofern er sich dann doch mal Zeit nahm – ein bisschen Zeit verbringen. Die eine oder andere Erledigung bewerkstelligen und natürlich auch ab und zu mal zuhause sein wollen. Im Endeffekt nicht wirklich erholsam, auch wenn ich sonst nebenbei zur Schule gehe. Am Mittwoch war dann gemäß dem hiesigen Wetterbericht der einzige sonnige Tag, den wir auch prompt nutzten, um einen Tag im Freibad zu verbringen. Gleich morgens ging es also Richtung Pausa, Freundin nebst Tochter waren auch mit von der Partie. Bis abends gegen 20.00 Uhr aalten wir uns in der Sonne, wagten uns sogar ins eiskalte Wasser. Die Kinder hingegen machten es genau umgekehrt. Die kamen nur zum Essen aus dem Eisbecken und sprangen, rutschten oder tauchten bis zur Blaufärbung ihrer Lippen. Ein bisschen Farbe bekamen wir alle auch und nach einem abendlichen Plausch fuhren wir dann auch gegen 21.30 Uhr nach Hause.
Am Montag trifft dann auch meine Frau Mama mit Schwesterlein im Gepäck hier im Vogtland ein und verbringt die folgenden zehn Tage hier. Sohnemann darf in dieser Zeit bei seiner saarländischen Omi verweilen, worauf er sich auch sehr freut. Zwar melden die Wetterfrösche im Radio für kommende Woche den Sommer zurück, aber der Wetterdienst im Internet behauptet wolkentechnisch Gegenteiliges. Ja was denn nun? War ja irgendwie klar, dass ich während meiner Ferien nicht wirklich was vom Sommer zu sehen kriege. Dabei wollte ich mal wieder in den Leihgarten gehen und mich in der Sonne wälzen, Roulette spielen, mit den Mädels dort schön lachen. Aber damit ist wohl Essig. Groooßer Mist!!! Na vielleicht irren sich die Meteorologen ja auch mal und die Prognosen treffen – wie so oft – nicht ein. Hoffen wir also weiter.
Ansonsten war die Woche mitunter auch sehr unterhaltsam, ich kann nicht klagen. Entspannt, spannend, stimulierend und alles andere als eintönig. Also schauen wir, was die kommende Woche noch so bringt und machen da weiter, wo wir aufgehört haben. Brave Mädchen kommen in den Himmel, böse Mädchen kommen mehrmals am Tag…
Gestern Abend gegen 19.00 Uhr klingelt mein Handy.
“Spreche ich mit Frau N.?”
“Worum geht es denn bitte?”
“Hier spricht die Geschäftsleitung der McDonalds Filiale PL. Haben Sie einen Sohn, der S. heißt?”
“Ja, ich bin mir relativ sicher.”
“Ich wollte Sie darüber in Kenntnis setzen, dass Ihr Sohn bei uns vier Wochen Hausverbot hat.”
“Ach ja? Interessant…”
“Er und seine Freunde haben sich in unserem Hause daneben benommen, mit Servietten über die Tische gespuckt, gelärmt und jedes gute Benehmen vermissen lassen.”
“Tatsächlich?”
“Ja, ich wollte Ihnen nur Bescheid sagen.”
“Ich bedanke mich für Ihren Anruf und kann Ihnen versichern, dass das Konsequenzen hat. Für ihn…, versteht sich…”
“Vielen Dank.”
“Keine Ursache…”
“Schönen Abend noch…”
“Danke, ebenfalls…”
Ich wählte anschließend die Nummer meines kleinen Herrn Lässig und hakte nach. “Ich hab’ nicht bei dem Mist mitgemacht. Das waren die anderen.” Ja klar, und ich bin der Kaiser von China, Freundchen… Mein Kind, der Engel – wer’s glaubt wird selig und wer’s nicht glaubt, kommt auch in den Himmel.
Fazit: Neuer Laptop für die gesamte Länge des Hausverbotes konfisziert. Pech gehabt, mein übermütiger Freund…
Vier Wochen Weiterbildung liegen hinter mir und jetzt haben wir erstmal zwei Wochen Ferien. Am Freitag stand schon die erste Prüfung auf dem Plan und die Ergebnisse liegen erst in einigen Tagen vor. Zwar könnte ich in der Schule anrufen und nachfragen, aber ich werde mir wohl kaum die Ferien versauen. Sohnemann hat auch Ferien und so bleibt wenigstens mal etwas Zeit, um etwas zu unternehmen. Fraglich ist nur, ob er seine eigentlichen Interessen dafür ein bisschen zurückstellt, denn Kumpels, Mädels, coole Klamotten zur Schau tragen oder lässiges Durch-die-Stadt-hip-hoppen kann man nicht einfach so mal sein lassen. Naja, so ist das eben mit 13. Ich seh’s gelassen.
Privat gibt es zwar so einiges, was genügend Gesprächsstoff bieten würde, aber der eine Teil ist megauninteressant und der andere Teil ist viel zu schlüpfrig. Also lasse ich Euch weiter im Argen und genieße. Vielleicht funktioniert der vogtländische Buschfunk ja wie in alten Zeiten und es erreicht Euch auf anderen Wegen. Gnihihi…
In einer Woche tanzt dann meine Frau Mama mit meinem Schwesterlein im Gepäck hier an und das wird auch Zeit, denn wir haben uns seit zwei Jahren nicht mehr gesehen. Sie bezieht eine Ferienwohnung und Sohnemann soll dort ein paar Tage verbringen, da die beiden ja im Normalfall nicht besonders viel voneinander haben. Er freut sich drauf und fragt schon gespannt, wann es denn soweit ist. Nun wird der Zeitraum etwas überschaubarer, denn es ist nur noch eine Woche. Die Zeit verging wie im Flug.
Meine Blogfaulheit ist noch immer nicht auskuriert, was auch nicht zuletzt daran liegt, dass mein Terminplaner zur Zeit zwar knallvoll ist, aber das Wenigste davon wäre einen Beitrag wert. Ja und die interessanten Dinge, die das Salz in der täglichen Suppe des Alltags ausmachen, gehören dann doch nicht unbedingt hierhin. Mehr dazu bei einer Tasse Kaffee – aber auch nur vielleicht… Vielleicht seid Ihr auch einfach nur zu neugierig. Nech…???
Nun dringen schon wieder die ersten Beschwerden über die vorherrschende Sommerflaute in meine Augen, also poste ich heute mal wieder was. Lust habe ich derzeit nicht unbedingt zum Schreiben, Anlässe gibt es auch kaum, aber man beugt sich dem Willen seiner Leser und tippert artig. Nach wie vor drücke ich die Schulbank und mein Kopf ist abends nahezu leer. Keine hässlichen Kommentare hierzu bitte. Mein Date am Samstag war gut, mehr verrat’ ich Euch nicht. Sohnemann hat seine erste Ferienwoche hinter sich gebracht und ist seit gestern nun offiziell ein Teenager. Zwei gute Freunde machten es möglich, dass er zum Geburtstag endlich ein eigenes Dingelchen bekam, mit dem er nun ins Net vorstoßen kann, ohne mir ständig auf der Pelle zu hocken, wann er denn an meinen Rechner dürfe. Nix neues, nix aufregendes, aber eben sein eigenes Teil und jetzt herrscht endlich Ruhe an meinem Schreibtisch. Gefreut hat er sich auf seine ganz spezielle Art, die wahrscheinlich nur ich als seine Mutter richtig verstehe. Er hat diese subtile Art der Freude in sich, die sich bei den meisten Kindern ganz anderes äußert. Wenn andere Kinder etwas geschenkt bekommen, das ihr Herz höher schlagen lässt, toben, quieken, lachen und jauchzen sie. Nicht so mein Sohn.
Er schaut Dich an, die Augen glänzen zweifellos, aaaber… Er jauchzt nicht, er lächelt nur verschämt, er quiekt auch nicht, er sagt erstmal gar nichts und er tobt erst recht nicht, er sagt nach einer Weile ganz nüchtern, aber innerlich jubelnd: “Cooooooooool…!!!” Das war’s. Mehr kommt da nicht. Und nach einer weiteren halben Stunde bedankt er sich artig und freut sich leise weiter. So war er schon immer und wenn ich ihn nicht kennen würde, könnte ich glatt denken, dass ihm alles am Arsch vorbei geht. Nein, tut es nicht, er freut sich wie verrückt, aber eben seeehr leise. Diese introvertierte Art der Emotionen hat er von mir geerbt. Jetzt stöhnen am Bildschirm sicher viele auf, die mich kennen. Leute, ich rede davon, wie ich selbst als Kind war. Schüchtern, zurückhaltend, schweigsam, beobachtend, auf wenige Personen fixiert, aber hyperneugierig und mit großen Augen die Welt beäugend. Ja, ich weiß, das hat sich geändert, Gott sei Dank. Und Sohnemann darf so sein, die Mädels stehen drauf, hab’ ich gemerkt. Über einen zu kleinen Freundeskreis kann er sich nicht beschweren und er kann ja auch anders, halt nur im Kreise seiner Familie oder nahen Freunde. Ist vollkommen in Ordnung und solange er mir mit seinen Augen zeigt, wie groß die Freude ist, darf er das auch weiterhin so tun. Ich lese in ihm, das weiß er.
Leider fehlte mir zwecks Schule die Zeit, mit ihm richtig zu feiern, denn am Nachmittag fuhr er eine Woche zu Papa. Aber das holen wir bei einem großen Eis nach. Und was ja eigentlich der Hammer war, ist, dass ausgerechnet an seinem Geburtstag morgens das Lied kam, bei welchem er sein Köpfchen zum ersten Mal in die große weite Welt streckte. Hier für Dich, mein kleiner großer Mann. Noch heute bekomme ich Gänsehaut, wenn ich dieses Lied höre und ich habe gestern Morgen ganz laut gedreht, als das kam. An einem verregneten Julitag 1996 abends 20.45 Uhr kam dieser Song und das war bis dato der schönste Moment im meinem Leben, das wird er auch bleiben, denn seit diesem Tag ist alles anders. Besser, wichtiger. Auch hier noch einmal alles Liebe zum Geburtstag, mein Dicker. Du bist auf dem richtigen Weg und ich wünsche mir, dass ich auch noch in Deinen Augen lesen kann, wenn Du Deine ersten grauen Haare bekommst. Du bist das Wichtigste in meinem Leben und das Beste, was mir je passiert ist, denn ich liebe nichts so sehr wie Dich.
Mein Blog schläft langsam ein. Das mag an der warmen Jahreszeit liegen, in der man ja auch nicht so oft zuhause ist und es liegt wohl auch daran, dass ich unabhängig davon viel auf Achse bin. Die Weiterbildung nimmt einen Großteil meiner Zeit in Anspruch und ich bemerke zunehmend, dass die Entscheidung zu dieser Schulung richtig und gut war. Darüber hinaus gibt es hier und da ständig Anlass mit Freunden zu plauschen und Käffchen zu trinken, der Garten sieht mich schon nur noch alle paar Wochen, was eigentlich schade ist. Nun gut, das Wetter ist ja erst seit einigen Tagen wieder akzeptabel. Am Vormittag lässt sich Sohnemann kurz blicken, der die letzten Tage bei seinen Freunden auf dem Lande verbracht hat, um sich gleich wieder zu Oma ins Wochenende zu verabschieden. Ich werde dann heute für eine Weile das ruhige Fleckchen im Grünen auszusuchen. Dort erwarte ich dann aber auch den Startschuss zu einer nachmittäglichen Verabredung, wo meine Hilfe benötigt wird.
Wenn das dann erledigt ist, flitze ich nach Hause, um mich für ein Date heute Abend zu restaurieren rüsten. Schwierig in Worte zu fassen, aber es sei gesagt, dass der Erfinder des Säbelzahnfußhuhns und meinereiner nun doch vernünftigerweise getrennte Wege gehen, da uns doch sehr vieles unterscheidet. Zwar sah es anfangs danach aus, dass es diesmal funktionieren könnte, aber eine kleine Meinungsverschiedenheit öffnete mir dann schlussendlich doch noch die Augen. Ob der überraschenden Wende war ich nicht ansatzweise so traurig, wie einst, aber sowas ist immer erst mal einen Moment lang “komisch”. Damit gerechnet hatte ich ja irgendwie, es ist dann aber trotzdem irgendwie auch immer wieder neu. Egal, Trauer kann ich darüber nun auch nicht wirklich empfinden, da ich dergleichen ja nicht zum ersten Mal erlebt habe, also Schwamm drüber. Hätte es mich belastet, hättet Ihr hier nicht erst heute davon erfahren, denn Bewegendes dieser Art blogge ich ja gerne.
Natürlich stellt man sich dann auch die Frage, wie es um meine Gefühle bestellt war, wenn mir das leicht fällt und ich mich eine knappe Woche später schon mit jemand anderem treffe. Gute Frage, denn das ist mir selbst auch schon aufgefallen. Was soll ich sagen?! Grundsätzlich ein guter Mensch, der mir auch sehr am Herzen lag, aber eben nicht die Sorte von Mensch, mit der ich auf lange Sicht gesehen harmonisch leben kann. Also ziehe ich weiter und werde sehen, was der heutige Abend so bringt. Bleibt nur zu hoffen, dass mir nicht irgendwas Unvorhergesehenes dazwischen kommt und meine Pläne über den Haufen wirft. Neugierig bin ich durchaus und interessiert auch. Was schlussendlich dabei rausspringt, kann ich nicht im Mindesten einschätzen, das kann man ja nie. Also lassen wir uns mal überraschen und gehen ohne Erwartungen und Vorbehalte hin. Wird nett werden, da bin ich mir sicher.
Tragisch, wenn man derartiges liest, aber wenn man dann erfährt, dass der Hundehalter sich selbst anzeigt, steckt man den Zeigefinger wieder in die Hosentasche, mit dem man gerade vorwurfsvoll auf diesen Menschen zeigen wollte.
Nun drücke ich schon seit mehr als zwei Wochen die Schulbank und es macht noch immer Spaß. Das Wetter war während dieser Zeit mehr als bescheiden und somit blieben wir dem Garten fern. Zeugnisse gab’s bei Sohnemann auch und die Kopfnoten riechen ganz heftig nach Pubertät. Zwar sind die restlichen Noten nicht die allerschlechtesten, insgesamt zeigt sich aber aufgrund der Leichtigkeit des Pubertierlebens eher eine Tendenz nach unten, wenn auch nicht wesentlich. Dennoch verlieh ich meinen Ermahnungen etwas mehr Nachdruck, aber jetzt sind ohnehin erstmal Ferien.
Frau Mama bzw.Omi aus dem Saarland hat ihren Besuch nun fest angekündigt und Sohnemann freut sich sehr. Ich freue mich natürlich auch, wobei ich leider während dieses Besuches nur ein paar Tage frei habe. Das zickige Schwesterlein ist auch mit von der Partie und wird sich hoffentlich manierlicher benehmen als in den letzten Wochen. Wenn Du das jetzt liest, liebes Fräuleinchen S., dann sollst Du wissen, dass man so nicht mit Menschen umspringt, schon gar nicht, wenn sie Deine große Schwester sind. Wie gesagt, das ist mein Blog und hier schreibe ich, was ich will, worüber ich will und wann ich will. Und ich lasse mich nicht auf die Dinge reduzieren, die ich hier schreibe, denn manches muss eben nicht jeder wissen. Manches bleibt privat und nur weil ich nicht über jeden und alles schreibe, heißt das nicht, dass ich nicht über diese Menschen oder Dinge nachdenke oder dass diese Menschen oder Dinge mir nichts bedeuten. Ende der Durchsage!!!
Das Wetterlein gelobt ja im Laufe der Woche Besserung und vielleicht reicht es zum Wochenende hin ja endlich mal wieder für den Garten. Während der Woche bleibt dafür im Moment etwas zu wenig Zeit, aber ein verregnetes Wochenende möchte man dann auch nicht haben. Nächste Woche Freitag steht schon die erste Prüfung an und bis dahin werd’ ich artig den Ausführungen des Dozenten lauschen und hoffe, dass ich die Prüfung gut gewuppt kriege.
Mir fehlen noch immer die Worte für diesen Verlust. Während meiner gesamten Kindheit und Jugend warst Du für mich der größte und einzig wahre Künstler. Ich sammelte jeden Fetzen Papier, jede Kassette, jede noch so unbedeutende Kleinigkeit von Dir, ganz egal was, wenn nur Dein Name darauf stand. Mit Deinem Tod nimmst Du einen Teil meiner Jugend mit Dir, denn Du warst ein wichtiger Bestandteil meines Lebens. Deine Musik war das Größte für mich und mit 14 Jahren schrieb ich Dir einen Brief, der nie beantwortet wurde. Dein plötzlicher Tod löste bei mir tiefe Bestürzung und Ungläubigkeit aus und die Nachricht wird noch lange nachhallen. Ich werde niemals vergessen, wo ich in diesem Augenblick war und wer Dich nicht annähernd so bewundert hat, wie ich es einst getan habe, wird nie ermessen können, wie entsetzlich traurig ich über Dein Fortgehen bin. Auch wenn man mich für vollkommen verrückt erklären wird, gestehe ich, dass ich geweint habe und das Gefühl habe, ein Familienmitglied sei gestorben. Damals warst Du das für mich und irgendwie bist Du das immer geblieben, denn ich habe Dich wirklich sehr verehrt und kindlich geliebt.
Grüße an Bon Scott, Jimmy Hendrix, John Lennon, Bob Marley und all die anderen großen Idole, die viel zu früh gegangen sind. Du warst jedoch das Größte von allen für mich. Danke für Deine Musik und danke dafür, dass ich ein Kind Deiner Zeit sein durfte.
Gestern Abend bin ich wirklich mit den Hühnern ins Bett gekrochen. Es muss wohl kurz vor 21.00 Uhr gewesen sein und ich bin wohl auch sofort eingeschlafen. Ob nun im TV irgendetwas Sehenswertes lief, kann ich nicht mehr sagen, denn die Flimmerkiste wurde fix auf zwei Stunden Laufzeit eingestellt und ich könnte Euch nicht mal mehr genau sagen, welche Farbe meine Bettwäsche hat, wenn ich nicht ausschließlich dunkelblaue Bettwäsche besitzen würde. Ins Bett und sofort Augen zu. Man war ich müde. Das Lernen strengt zwar nicht unbedingt an, aber ich bin abends derart müde, dass ich eigentlich kein Radio, keinen Fernseher oder dergleichen mehr bräuchte. Nun ja, das Wetter entspricht ja eher dem Herbst und bei schönem Wetter würde ich wohl wirklich eher im Garten meinen Feierabend ausklingen lassen. Zuhause flitzt man ja doch nur von einer Ecke in die nächste und erfüllt seine häuslichen Pflichten. Muss ja, keine Frage, aber im Garten ließe es sich schöner müde sein.
Schulisch gesehen bewegen wir uns derzeit in den Tiefen von CSS und es macht noch immer großen Spaß. In knapp drei Wochen sind erst mal Ferien und bis dahin wurschteln wir noch weiter und tiefer in HTML und CSS – vermute ich zumindest. Soll mir recht sein. So einiges an Kenntnissen war mächtig eingerostet und es schadet auf keinen Fall, wenn das alles mal wieder ans Tageslicht befördert wird. Editoren sind zwar nützlich, aber man verlernt auch so manches. Wir programmieren artig von Hand und längst Vergessenes kommt wieder zum Vorschein. Gut so. Schaden wird mir das auf keinen Fall.
Ansonsten gibt es wie so oft keine nennenswerten Zwischenfälle, wenn man vom pubertierenden Sohnemann und kleinen Alltäglichkeiten absieht. Alles im grünen Bereich. Das Wochenende war ruhig und leider verregnet, also blieben wir zuhause und bewegten uns nur notwendigerweise. Der kalendarische Sommer ist zwar schon zwei Tage alt, lässt aber meteorologisch auf sich warten. Es regnet immer wieder, es ist ziemlich frisch am Zisch und ohne Jacke ist es mir dann doch noch zu kalt. Laut Wetterfrosch soll der diesjährige Sommer ja ohnehin nicht berauschend werden, aber ich bin da mal optimistisch und erwarte für meine Ferien Strahlewetter und Sonne satt. Wehe nicht…
Na gut, nicht alles, aber zumindest schon mal die erste Woche. Viel Bekanntes und auch so einiges Neues stand auf dem Plan. Ganz wie in grauen Anfangszeiten von Hand programmieren, ohne Editoren, ohne Schummelei also und die letzten beiden Themen mochte ich schon damals nicht allzu gerne, aber mir leuchtet ein, dass auch das sein muss. Ich wollte es so und ein Zurück wird es nicht geben. Sieht alles schlimmer aus, als es wirklich ist und manchmal fehlt es einfach nur an der nötigen Konzentration. Wirklich schwer ist es bisher nicht. Es macht Spaß, das ist mein Ding und der Ehrgeiz fehlt keineswegs, auch wenn mir nicht jedes Thema gefällt.
Tabellen und Frames, wobei ich Tabellen dann doch noch lieber mag als Frames. Wirklich unlösbar ist es nun wahrlich nicht, aber man kommt halt fix durcheinander, wenn man schon gefühlte fünf Kilometer Code getippert hat und dann wird’s schwierig, wenn sich ein klitzekleiner Fehler eingeschlichen hat. Bisher klappt’s, aber ich bin mir seeehr sicher, dass ich irgendwann mit glasigen Augen vor dem Bildschirm sitze und den Fehler nicht entdecke. Aber ich bin frohen Mutes, dass ich auch das schaffe. Wir sind doch nicht blöd, gelle? Zur Not wird dann zuhause ein bisschen geübt und gepaukt, kein Problem, solange es Spaß macht und das tut es. Wirklich…!!!
Alltagstechnisch waren die Tage dann auch vollgestopft, so dass ich abends hundemüde in die Kissen plumpste. Gut so. Nebenbei einem Kumpel helfen und dem Kindchen eine halbe Stunde Aufmerksamkeit widmen, da der kleine Mann nun inzwischen selbst nur noch auf Achse ist. Die Mädels verdrehen ihm das kleine Köpfchen, die Hormone tun ihr Übriges und zwischen Abendessen und Bettgehzeit bleibt oft nicht viel Raum für ein Mutter-Sohn-Gespräch, aber wir nehmen uns jeden Tag ein bisschen Zeit, damit mein Sohn nicht alleine vor sich hinlebt. Nach wie vor interessiert es mich sehr, was er wo mit wem tut und was ihn beschäftigt. Wie gesagt, zur Zeit ist es nicht selten die holde Damenwelt und ich find’s putzig.
Der Wetterbericht für das angebrochene Wochenende verheißt mal wieder nichts Gutes, wobei im Moment ja noch die Sonne scheint. Alle Wetterstationen melden mittelmäßiges Wochenendwetter, also dürfte die derzeitige Wetterlage inklusive der schönen Morgensonne nur ein Täuschungsmanöver sein und es folgt leider kein Gartenwetter. Scheiß drauf, mein Wochenende wird sicher trotzdem schön. Notfalls bleibe ich im Bett und schaue mir alle DVDs nacheinander an, die in meiner Filmbibliothek rumstehen. Ein bisschen Einkauf und ein Reinigungseinsatz in den eigenen vier Wänden stehen auch noch an, also wird kaum Langeweile aufkommen.
In genau 24 Stunden mach’ ich mich auf den Weg zur Schule und ich freu’ mich drauf. Ein halbes Jahr büffeln, dazulernen, weiterbilden. Muss sein, brauch’ ich. Für mich, für meinen Geist, für mein Ego und natürlich für meinen Beruf. Ob mich das weiterbringt, weiß ich nicht, aber lernen schadet nie und hält den Geist frisch. Herausforderungen beleben und straffen. So seh’ ich das. Ick freu’ mir druff…!!!
Also werde ich nachher den letzten freien Tag standesgemäß genießen und den ganzen Tag im Garten verbringen. Sonne tanken, relaxen, Seele baumeln lassen. Grillen fällt heute aus, da ich mich gestern ziemlich überfressen habe. Steaks lagen auf dem Teller und die badeten in unmenschlich scharfer Tunke, die ich mir selbst zusammengemixt hatte. Ich liebe das. Wenn der Mund brennt wie Feuer und wenn die Steaks schon fast schwarz sind. Nix saftig, nix würzig. Scharf wie Sau und schwarz wie die Nacht. So mag ich Grillzeuch… Krebserregend? Mir doch egal, was Krebse geil macht!!!
Die Woche ging verdammt fix rum und das lag nicht zuletzt daran, dass ich ordentlich zu tun hatte. Da kamen Babys zur Welt, Freunde brauchten ganz fix Hilfe, jemand sehr wichtiges bat um Gehör und ich hab’ mich endlich durchgerungen, überhaupt zu reagieren und das war gut so. War insgesamt bis jetzt eine hastige aber doch sehr gute Woche und ab Montag wird erstmal straff gelernt.
Nein, die gibt es nicht nur anderswo, sondern auch mitten unter uns. Sohnemann pubertiert mächtig gewaltig, heute kam im Freundeskreis ein kleines Paulchen zur Welt, heute morgen war ich fix mal in Annaberg, nachmittags klinkte ich mich für mehr als eine Stunde aus dem Alltag aus und zog mich auf den Friedhof zum Grabe meiner Oma zurück, die heute 78 Jahre alt geworden wäre. Mit meiner üblichen weißen Rose bewaffnet, setzte ich mich auf die Minibank gleich gegenüber und genoss die Stille und das Zwitschern der Vögel. Morgen leiste ich technische Hilfe beim erstmaligen Bloggen, weil es auch anderswo Themen gibt, denen man an die Öffentlichkeit helfen muss und über die sich Betroffene austauschen können sollten. Der Link dorthin folgt dann zum gegebenen Zeitpunkt. Ja und dann gibt es da noch einen weiteren Menschen aus meiner Vergangenheit, der sich nach meiner Gesellschaft und meiner Person sehnt. Ich grüble und ich zerbreche mir seit Tagen den Kopf darüber. Ich weiß nicht, was richtig oder falsch ist. Ich weiß nicht, ob es ein Zurück gibt. Ich weiß im Moment gar nichts…
Und dass Füße das Fortbewegungsmittel zahlreicher Tierarten sind, wissen wir eigentlich auch.
Und was ein Huhn ist, dürfte nahezu jedem Menschen bekannt sein, der über eine durchschnittliche Allgemeinbildung verfügt.
Was aber nun ist ein Säbelzahnfußhuhn? Welche Tierart verbirgt sich hinter jenem furchteinflößenden Namen? Nun denn, gehen wir der Sache auf den Grund. Beim gestrigen Spaziergang durch den hiesigen Stadtpark liefen wir am Freiluftgehege vorbei, in dem sich schon seit Jahren Wellensittiche, Hühner verschiedener Arten, mitunter auch Tauben oder andere Geflügelspezies befinden. Gerne bleiben dort Spaziergänger stehen, füttern oder beobachten die Tiere und haben die Möglichkeit diese Tiere etwas genauer in Augenschein zu nehmen. An sich nichts Spektakuläres.
Unter all den Federviechern stolzierte ein wahrhaft stattlicher Hahn umher und als dieser dicht am Gitter an uns hochäugte, kniete sich ein namentlich nicht erwähnter Herr (ja, genau der) hin und studierte eingehend die Anatomie dieses Tieres. Nicht nur das er versuchte, diesen Hahn zum Gackern zu bringen, nein, er entdeckte an dessen Füßen etwas, was ihn staunen ließ. Die männlichen Vertreter vieler Geflügelarten tragen an der Rückseite ihrer Beine eine mehr oder weniger große “Kralle”, die man tatsächlich aber “Sporn” nennt. Bei Kampfhähnen beispielsweise werden diese Sporne mitunter zu messerartigen Gebilden zurechtgefeilt, um die Verletzungsgefahr des gegnerischen Hahnes zu maximieren.
Das vor uns stehende Exemplar hatte tatsächlich einen äußerst imposanten und sehr stark ausgeprägten Sporn aufzuweisen und das war der eigentliche Stein des Anstoßes. Wir spekulierten, ob dieser Sporn nun ungesund groß sei oder ob dies eine Laune der Natur oder aber eben vollkommen natürlich sei. Wir kamen zu keinem einleuchtenden Ergebnis und der namentlich nicht erwähnte Herr glaubte, des Rätsels Lösung gefunden zu haben. Bei diesem stattlichen Hahn mit seinen unübersehbaren “Waffen” konnte es sich nur um ein “Säbelzahnfußhuhn” handeln.
Dass ich mich kurz lachend entfernen musste, bedarf keiner weiteren Erläuterungen, denke ich. Später am Abend korrigierte der Herr seine Artenbezeichnung zwar in “Säbelzahnfußhahn”, aber erstere Bezeichnung gefiel mir auf Anhieb besser, keine Ahnung, warum… Also gebt acht, liebe Leute. Selbst gewöhnlich anmutende Haushühner bzw. –hähne tragen Waffen bei sich und sie können Euch Furcht und Angst einflößen, Euch bedrohen, Euch verwunden und bieten genau deshalb unendlich viel Stoff für abenteuerliche Lagerfeuergeschichten…
Es waren einmal zwei Mägde. Die eine lebte auf dem Lande, war jung und ungestüm, lernte gerade das Leben kennen, zeichnete sich durch Strebsamkeit und Fleiß aus, wie es vielen jungen Menschen zueigen ist. Ein junges Mädchen, dem das Leben viele, aber eben noch längst nicht alle Farben der Palette offenbart hatte. Die andere Magd war um einiges älter, vom Leben gezeichnet, hatte bereits einen Stammhalter geboren und verdiente sich ihr Brot mühselig. Es trug sich nun zu, dass beide Mägde sich hin und wieder begegneten und der Zufall wollte es, dass sie sich eines Tages näher kennen lernten. Das junge Mägdelein lud die gramgebeugte Magd zu sich ein, was die ältere der Beiden zögernd annahm. Nach und nach freundeten sich die beiden so unterschiedlichen Frauen an und verbrachten fortan viel Zeit miteinander.
Während die eine Magd versuchte, ihr bisheriges Leben hinter sich zu lassen, täglich mit sich und ihrem Dasein haderte, bot die andere, die junge Magd oft und ungefragt ihre Hilfe an. Das alternde Mütterlein zögerte anfangs, doch schon bald ließ sie sich darauf ein, denn ihre Kräfte schwanden Tag für Tag ein bisschen mehr und die Geschehnisse der jüngsten Vergangenheit hatten bereits tiefe Furchen in ihrem Antlitz hinterlassen. So vergingen viele Tage und Monate, in denen das junge Weib dem alten Weibe eine Stütze war. Nicht selten jedoch suchte das junge Mägdelein auch den Rat und die Unterstützung der Alten. Diese hörte geduldig zu, versuchte zu richten oder zu helfen, bot ihre Schulter oder auch ihre Lebenserfahrung an, tat dies gerne und oft.
Der heranwachsende Sohn des alternden Weibes war bis zu dem Tage unbeteiligt, bis die heranwachsende Jungfrau eben diesem jungen Knaben ungefragt ein kostspieliges Geschenk machte. Die weitsichtige Alte ermahnte das junge Weib, dass dies nicht nötig und wohl auch nicht klug sei, denn eine solche Gabe überreiche man nicht, wenn man es später reuen könnte. Die junge Magd bestand nun aber darauf, dem Burschen dieses Geschenk machen zu wollen und die Alte gab trotz aller Bedenken ihre Zustimmung. Die Freude des Jünglings war groß und die beiden Mägde freuten sich mit ihm. So vergingen die Tage und man verbrachte noch immer recht viel Zeit zusammen.
Das Weihnachtsfest rückte näher und die jüngere der beiden Frauen lernte einen stattlichen Burschen kennen, der mit ihrer doch recht stürmischen Art auszukommen schien. Doch hin und wieder geriet das junge Glück ins Wanken, denn die holde Jungfrau war nicht leicht zu nehmen, war oft unzufrieden, manchmal sogar streitsüchtig und einer zänkischen Marktfrau gleich unbeherrscht. Der junge Knecht hatte es oft schwer mit ihr und suchte eines Tages Rat bei der alten Weisen. Als seine junge Magd davon erfuhr, reagierte sie über alle Maßen erzürnt und verbot ihm künftig, mit dieser anderen Magd zu sprechen, denn sie beanspruchte diese alte Frau für sich allein. Eingeschüchtert mied der Knecht nun jede stille Unterredung mit der Alten und zog sich zurück. Mit sorgenvollem Blick nahm die Alte das zur Kenntnis und sah erste Wolken am Himmel aufziehen.
Derweil vergingen die Monate und nachdem die Alte in der Zwischenzeit ihre neue Bleibe bezogen und bewohnbar gemacht hatte, feierte man das Weihnachtsfest. Die Alte war müde und erschöpft, sehnte sich nach Ruhe und Frieden. Die Junge war auf diesem Auge jedoch blind und als die Alte sich für einige Tage zur Ruhe setzen wollte, bedachte sie das alternde Mütterlein mit allerlei Vorwürfen und Ungerechtigkeiten. Obwohl die alte Frau ihr versicherte, recht bald wieder da zu sein, forderte das forsche Mägdelein ihr vermeintliches Recht ein, denn schließlich habe sie einst hilfreich zur Seite gestanden. Der Alten fehlten die Kraft und auch der Wille, sich dagegen aufzulehnen und sie nahm all das mit wachsendem Groll und dennoch wortlos hin.
Sie mochte gerade jetzt nicht darüber nachsinnen, wer wem wann etwas Gutes getan habe, denn auch sie hatte nicht nur genommen, sondern oft gegeben. Die junge Magd beruhigte sich nach einiger Zeit wieder, suchte die Gesellschaft der Alten wieder und man verlor kein Wort mehr über diesen Zwischenfall. Doch es dauerte nicht lange, bis sich das Firmament erneut verdunkelte und diesmal sollte es keinen folgenden Sonnenschein mehr geben, denn die Geduld der Alten hatte ein Ende gefunden. Wieder war man sich uneins, doch diesmal schwieg die Alte nicht. Sie polterte los und wies das ungestüme Fräulein zurecht, was bei dem jungen Mägdelein auf taube Ohren stieß. Wie es den jungen Menschen zueigen ist, sah man sich selbst als stetig helfend, allzeit aufopfernd und unendlich gerecht, verlor dabei aber aus den Augen, dass nicht alles so gerecht war, wie man dachte.
Plötzlich jedoch bekam die Alte Geschichten zu hören, die zusätzlich ihren Unmut weckten und auch sie aus der Ruhe brachten. So hieß es, würde sie Zwietracht zwischen der holden Jungfrau und deren wackeren Knecht säen, obwohl die Zänkereien zwischen den Beiden meist schon längst im Gange waren, wenn die Alte das Gemach betrat. Schließlich kehrte die Alte der jungen Magd angewidert und geläutert den Rücken und widmete sich fortan wieder den Menschen, die ihrem Alter entsprachen. Doch die junge Magd konnte nicht ruhen und ließ nichts unversucht, um genau dort für Unfrieden zu sorgen. Allerdings fielen ihre intriganten Bemühungen dort nicht auf fruchtbaren Boden. Wieder und wieder stiftete sie Unruhe und trotzdem die alte Magd ihr seit dem letzten Zank gewissenhaft aus dem Wege ging, konnte die Junge kein Gras über diese Geschichte wachsen lassen.
Immer mehr Zornesfalten bildeten sich auf der Stirn der Alten und als die junge Magd schließlich darüber klagte, dass sie dem jungen Knaben der alten Magd einst ein Geschenk gemacht habe, verlor die Alte endgültig die Geduld und sann nach, wie man mit derlei Pöbel wohl verfahre. Klopft man an deren Pforte und weist sie zum wiederholten Male zurecht oder lässt man sie keifen und zetern? Nimmt man das unehrliche Geschenk einem Kinde weg und wirft es dem Störenfried erzürnt vor die Füße oder schweigt man beharrlich und sitzt die Sache aus? Die Alte schwankte eine Weile zwischen den Möglichkeiten und entschloss sich für die goldene Mitte. Sie harrte aus und beobachtete das Geschehen aus der Ferne. Dass sie ein Zusammentreffen mit jener Magd auch künftig nicht mehr wünschte, stand außer Frage. Dieser Entschluss fiel schon vor sehr langer Zeit.
Doch das Verhalten der heranwachsenden Magd gegenüber dem Knaben der Alten empfand sie als unrecht und schäbig. Die bittere Erkenntnis, über die vermeintliche Ehrhaftigkeit und Vernunft dieser Jungfrau schmeckte salzig und ekelhaft, denn kein Mensch mit wahrhaft guter Seele und reinem Herzen reut auch nur ein einziges Geschenk an ein unbeteiligtes Kind, vor allem nicht, wenn niemand dieses Geschenk erbeten hat und es im ersten Zuge ablehnen wollte, da man den Ausgang dieser Geschichte vorhersehen konnte. Die Mutter des Knaben ist in höchstem Maße erzürnt und nur ihr würdiges Alter hält sie noch vor unüberlegten Handlungen zurück. Doch wenn sich dieses junge Mädchen auch nur noch ein einziges Mal erdreistet, der Alten die Freundschaft zu einem anderen Weibe abspenstig zu machen, dann wird sie der Zorn dieser Alten mit einer Wucht treffen, deren Ausmaß sie in ihrem jugendlichen Leichtsinn nicht abzuschätzen vermag.
Liebes Fräulein F. aus dem Umland von P., zügle Dich, denn alles andere könnte Dir schlecht bekommen. Überschätze Dich nicht, denn Hochmut kommt vor dem Fall. Schenke nichts, wenn Du es selbst Kindern wieder nehmen würdest, wenn Du nur könntest. Hilf nicht, wenn Du nur im Sinn hast, anschließend bei jeder Gelegenheit Rechnungen aufzustellen. Stell’ Dich nicht noch einmal zwischen Menschen, die einander wohl gesonnen sind, weil es Dir ein Dorn im Auge ist, nicht überall die Nummer Eins zu sein. Nimm’ Dich nicht wichtiger als Du bist, denn Deine Angewohnheit, an allen Fronten nach Verbündeten zu suchen, wenn Dir jemand den Rücken gekehrt hat, ist mehr als widerlich und legt Zeugnis über Deine Unreife und Deinen gegrenzten Horizont ab. Allein damit hast Du Dich als ernstzunehmender Mensch und vor allem als erwachsene Frau auf ganzer Linie disqualifiziert und das allein reicht als Grund dafür, Dir allezeit aus dem Weg zu gehen, denn mit solch niederträchtigen Menschen kann und will nicht jeder. Ich zuletzt…!!! Und erlaube Dir kein Urteil über mein Privatleben, denn darüber und über die Menschen, die sich darin befinden, weißt Du nichts, gar nichts. Ich kann Dir aber eines versichern: Ich bin um ein Vielfaches ehrlicher zu diesem Menschen, als Du es jemals warst, denn alles, was hier stand und steht, konnte und kann dieser Mensch ebenso wie Du jederzeit lesen und ich habe sogar den Arsch in der Hose, über jede einzelne Bemerkung mit ihm zu sprechen und zu jedem einzelnen Wort von damals auch heute noch zu stehen. Du hingegen jammerst gerne hinter dem Rücken der Menschen, die es betrifft. Das nenne ich charakterschwach und hinterfotzig.
So, das musste gesagt werden. Manche Menschen verstehen keine andere Sprache und selbst die strafende Nichtachtung ihrer Person reicht nicht aus, um diese „Dame“ endlich zum Schweigen zu bringen. Dieses ewige Genörgel und Gegacker geht mir allmählich auf die nicht vorhandenen Nüsse und so langsam verliere ich die Geduld. Noch zwei drei dämliche Bemerkungen und es klappert gewaltig, denn irgendwann bleibe auch ich nicht mehr ruhig. Boah, geht mir das auf’n Sack, Alter…
Tschakka… Es ist vollbracht. Mein Wagen ist innen und außen sauber, wenn man von herkömmlichem Straßendreck absieht, der sich während der Heimfahrt wieder auf den Lack gemogelt hat. Grundsätzlich stufe ich ihn als “gereinigt” ein und zumindest innen ist er jetzt sehr viel ansehnlicher, denn die Lackschäden meines alten Wägelchens kriegt man nunmal nicht mit Wasser weg. Das Wienern im strahlenden Sonnenschein hat richtiggehend Spaß gemacht und bis zum nächsten Mal vergehen hoffentlich nicht wieder zwei Jahre. Ich gelobe Besserung und versuche auch, beim Rauchen künftig in den Aschenbecher zu aschen.
Beim Kieferorthopäden war Familie N. gestern auch fix und soweit verläuft alles plangemäß. Sohnezwerg muss sich nur endlich mit der Tatsache arrangieren, dass er sich keinen Gefallen damit tut, wenn er die Zahnspange nur nach Lust und Laune trägt. Zwar weise ich ihn täglich darauf hin, dass er vorm Schlafengehen bitte das Teil “installiert”, aber das könnte ich dann auch in den Wald rufen. Manchmal kommt es eben vor, dass er alleine schlafen geht und dann “schläft” die Spange eben in ihrem blauen Etui auf dem Schreibtisch. Nööörv…
Nach dem abendlichen Regenguss gestern ist die Luft endlich wieder erträglich und die Hitze treibt mich nicht vor dem Hahnenschrei aus den Federn. Heute morgen lag ich seit langem mal wieder bis zum Weckerklingeln im Bettchen und bin einigermaßen ausgeruht. Für den Rest der Woche herrscht weitestgehend Behördenauszeit, was nach nahezu wöchentlichen Ausflügen von Amt zu Amt eine regelrechte Wohltat ist. Mitte Juni steht dann endlich meine heißersehnte Weiterbildung auf dem Plan und ansonsten läuft im Moment auch alles wunderbar rund. Geht doch!!!
Das muss heute sein. Seit mehr als zwei Jahren “wohnt” der Mädchenchrysler nun bei mir und hat noch nie eine Waschstraße von innen gesehen oder den Klang eines Staubsaugers vernommen. Das einzige Wasser, das er kennt, ist jenes, das vom Himmel fällt, wenn es regnet oder das gefrorene Wasser, wenn es schneit. Heute soll sich das ändern, denn er wird Opfer des Frühjahrsputzes. Waschen, schneiden, föhnen sozusagen. Er bekommt eine allumfassende Staubsaugerbehandlung, ein komplettes Peeling des Innenraumes, ein Vollbad und alles, was dazugehört. Spätestens heute Nachmittag wird er dann in neuem Glanz erstrahlen und duftig-luftig Richtung Sommer fahren. Die zweijährigen Wollmäuse werden sich ein neues Zuhause suchen müssen und das Waldhuhn hat wieder jede Menge saubere Stellen zum “vollatmen und volltropfen”.
Seit Tagen gibt es Sonne satt und wir haben nahezu die gesamte Woche genutzt, um den unseren “Leih”-Garten aufzusuchen. Ein paar Würstchen grillen, ein bisschen Seele baumeln lassen, ein bisschen Schnapsroulette spielen, ein bisschen Sonne tanken und auch ein bisschen Gartenarbeit machen. Gegrillt wurde fast jeden Tag, das erste Gläschen von unserem neuen Lieblingsspiel ging auch schon zu Bruch und die Seele baumelte gestern in alle Richtungen. Herrlich das…
Sohnemann treibt mich zur Zeit an den Rand des Wahnsinns. Offenbar fahren die Hormone jetzt so richtig mächtig Karussell und die Pubertät hämmert ohrenbetäubend an die Tür. Schulisch lässt er die Zügel seit einer kleinen Weile ziemlich schleifen, zuhause immer das letzte Wort und sei es auch noch so sinnfrei, cool bis in die Zehenspitzen, selbst beim Naseputzen – Image ist bekanntlich alles. Ja und an sämtlichen Querschlägern sind die bösen Anderen schuld, klare Sache. Im Moment kann ich sagen, dass mir täglich an die 25 rote Haare und Federn wachsen. Besserung eher unwahrscheinlich, denn Kinder pubertieren ja bekanntlich bis Ende 30. Ich war nie so frech und aufsässig, auch wenn meine Frau Mama das anders sieht.
Ansonsten läuft alles besser als erwartet und so langsam kehrt auch in meinem Inneren wieder mehr Ruhe ein. Die Gedanken ruhen und ich entspanne mich. Sicherheit werde ich nie erlangen, das weiß ich, aber zumindest kann ich ganz langsam wieder perspektivisch sehen. Einig werden wir uns nie immer sein, müssen wir auch nicht, aber wir treffen uns beim nunmehr dritten Anlauf in der goldenen Mitte, was gut tut. Die Zeit arbeitet für uns und wir helfen ihr.
Man nehme ein Schnapsroulette, je eine Flasche Kirsch, Pina Colada, Pfeffi, Blue Curaçao, Eierlikör, Feigling, Kümmerling, Ouzo und Erdbeersekt, befülle die vorhandenen Gläser schön gemischt, setze vier trinklustige Damen und einen lustigen Hahn im Korb an einen Gartentisch und bringe die Kugel zum Rollen. Der Spaßfaktor erhöht sich enorm, wenn man unter die hochprozentigen Getränke hin und wieder Mischungen der besonderen Art bringt, wie z.B. Gurkenwasser von eingelegten sauren Gurken, Ketchup mit Wasser verdünnt, selbiges mit herkömmlichem Senf oder Steakmarinade, Biermix oder Traubensaft, mitunter auch gerne mehrere Schnapssorten in einem Glas gemischt. Auf jeden Fall sollten immer mindestens zwei bis vier übel schmeckende Getränke dabei sein, um die Spannung zu steigern. Man spiele einige Runden vor dem Grillen und ausreichend Runden nach dem Grillen, damit das alte Kinderliedchen “Ein Hut, ein Stock, ein Reee-gen-schirm” besser funktioniert (auf dem Heimweg).
Das Wetter war am vergangenen Wochenende einigermaßen gnädig und nachdem sich Sohnemann mal wieder spontan Richtung Dorf verabschiedet hatte, wagten wir einen Abstecher zum Plauener Frühlingsfest. Die Stadt war erwartungsgemäß übervölkert und nach einem ausgedehnten Rundgang bissen wir uns auf dem Altmarkt an einem Bowlestand fest. Nach und nach gesellten sich ein paar Bekannte dazu und wir Mädels kosteten uns fröhlich durch die Bowlesorten. Angefangen wurde mit Lycheemischmasch, über Erdbeer- und Kirschbowle, bis hin zur tropischen Mixtur, bei der wir dann zwecks hohem Zuckergehalt auch hängenblieben. Die beschwipsten Früchtchen schmecken ganz vorzüglich und mit jedem Becher wurde es lustiger, klare Sache. Die grausamen Details unserer kleinen Bowleverkostung erspare ich Euch.
Zu vorgerückter Stunde dann stieg ein berühmt-berüchtigter Plauener auf die Bühne und machte seiner berühmt-berüchtigten Plauenerin einen Heiratsantrag. Gejohle und Geklatsche folgten und der Plauener untermauerte seine festen Absichten mit einer Kiste Feiglinge, die in Windeseile den Weg in unsere durstigen Kehlen fand. Was die Stimmung anging, gab es also nichts zu meckern und nachdem ich mir mitten in der Nacht noch eine Bratwurst gönnte, traten wir den Heimweg an. Frau N. aus P. läuft nicht gerne zu Fuß, noch viel weniger gerne tut sie das, wenn sie “angelustigt” ist und so nörgelte sie den ganzen Heimweg über die Beschwerlichkeiten des nächtlichen Fußmarsches. Ihr werter Begleiter ertrug all das mit einer bewundernswerten Engelsgeduld und war sicher mehr als froh, als die Nörgeltante im heimischen Bett ohne weitere Zwischenfälle die Augen schloss und ganz fix einschlief.
Was allerdings unsere heranwachsende Jugend bei solchen Stadtfesten so treibt, könnt Ihr hier sehen. Mit Erlaubnis der Frau Mama darf ich hier die abschreckenden Beweise veröffentlichen, was alles passieren kann, wenn man seinen Nachwuchs auch nur einen winzigen Moment lang aus den Augen lässt. Da wird heimlich Bowle getrunken, es wird geraucht und dann schläft man inmitten von Menschenmassen ein, den gehässigen Paparazzi hilflos ausgeliefert. Liebe Mädchen und Jungs, macht das bloß nicht nach!!!
Ich musste sie einfach haben. Sie wurde mir vor Jahren mitsamt dem Auto in Ungarn gestohlen und ich vermisse sie seitdem schmerzlich – “Right The Lightning” von Metallica. Alt aber gut, alt und saugut. Ja und dann war da noch eine quietscherosa CD, die auch mit heim wollte – Limp Bizkit mit ihren “Greatest Hitz” (ja, richtig, mit “Z” am Ende). Ich konnte nicht widerstehen und hab’ jetzt beide Scheiben. Hörproben? Bitteschön… Da kann ich nicht stillsitzen, nein, kann ich nicht…
Die Bloggingfaulheit erreicht so langsam ihren Höhepunkt und da schon erste Beschwerden eingegangen sind, gibt’s heute endlich mal wieder etwas zum Lesen. Meine Woche verlief im Großen und Ganzen wirklich gut. Auto ist endlich in Behandlung und wird aller Wahrscheinlichkeit nach im Laufe der Woche wieder fahrbereit sein. Wenn ich großes Pech habe, erwartet mich allerdings schon die nächste Reparatur – Ölwanne. Aber daran möchte ich jetzt noch nicht denken. Beruflich habe ich nun erst mal andere Pläne geschmiedet und auch schon fleißig in diese Richtung agiert. Ab kommenden Monat packe ich auf meine bisherigen Kenntnisse noch einiges an Wissen drauf und mache eine fachspezifische Weiterbildung*, die dann bis Ende Januar andauert. Schaden wird’s mir nicht, da ja Lernen nie falsch ist und ob sich das erneute Drücken der Schulbank auszahlt, werden wir danach sehen. Selbst wenn nicht, dann habe ich zumindest meine Möglichkeiten ausgeschöpft.
Das Wochenende begann ja bei uns schon am Mittwochabend, was am Schicht- und Urlaubsplan anderer Leute lag. Der Donnerstag verlief dann im Grund recht gewöhnlich. Auto in eine andere Werkstatt bringen, bisschen dumm in der Gegend rumgucken und sonst nix Aufregendes. Freitag war eigentlich Grillen geplant, aber der Wetterbericht versprach nicht das entsprechende Wetter dazu, also planten wir um und erledigten Banalitäten, die nun mal notwendig sind. Am Samstag waren wir zum Geburtstag eingeladen. Die Tante eines nicht namentlich erwähnten Herrn feierte ganz groß ihren 50. Jahrestag und alles was laufen kann, war eingeladen. Aufgetafelt wurde im Handelshaus und ich war überrascht, wie schön es dort ist. Bis nachts wurde dort gefeiert und schön vollgefuttert liefen wir dann gemütlich nach Hause. Nein, nicht volltrunken, aber trotzdem gut gelaunt.
Gestern dann ließen wir das Wochenende auf dem Trödelmarkt im Stadtpark ausklingen und beendeten den Abend seit langem mal wieder mit einer Pizza, auf der extrem viel Knoblauch lauerte. Grinsend über den fürchterlichen “Duft” ließen wir uns das Schmankerl schmecken und verfolgten “Das Streben nach Glück”. Guter Film, bedrückend, aufrüttelnd, nachdenklich stimmend und beispielhaft. Nicht unbedingt nachahmenswert, denn existenziell bedrohliche Lebensumstände hatte ich bereits mehrfach, wenn auch nicht in diesem Maße, aber so manches Mal knapp davor. Schöner Film, der zwingend ein Happy End hatte, sonst wäre jeder Zuschauer deprimiert und absolut demotiviert. Macht Mut und spornt an, denn Ehrgeiz und Zielstrebigkeit sind die Motive für diesen Film. Eine hauchdünne Scheibe von all dem könnte man sich dann doch hin und wieder abschneiden, Bildung schadet nicht. Hab’ ich sowas heute nicht schon mal geschrieben?
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Ein traumhaftes Wochenende liegt hinter mir. Der Freitag war normal, alltäglich, notwendig, wie nahezu alle Werktage. Am Samstag vergnügte sich Sohnemann mit seinen Freunden vom Lande und übernachtete auch gleich dort. Die beiden verbliebenen alten Leutchen fuhren dann halt ohne ihn ins benachbarte Umland, um dort eine Freundin zu besuchen. Angedacht waren eigentlich nur 1-2 Stunden, geblieben sind wir dann bis weit nach Einbruch der Dunkelheit und hatten somit völlig unerwartet den ganzen Tag dort verbracht. Gegrillt wurde dann auch noch und so fuhren wir satt und durchgefroren wieder nach Hause.
Sonntagmorgen strahlte trotz anders lautenden Wetterprognosen die Sonne mit aller Kraft und so wurde ohne Zögern beschlossen, den Tag im “Leih”-Garten zu verbringen. Fix ein paar leckere Steaks, ein bisschen Nudelsalat, ein paar Getränke und Notwendigkeiten ins Körbchen gepackt und auf geht’s. Dort angekommen wurde dann fix ein bisschen gearbeitet und für den Rest des Tages ließen wir auf den Sonnenstühlen die Seele im Windhauch baumeln. Die Haut freute sich und ‘s Gemüt auch. Am späten Nachmittag wurde dann noch schön gegrillt, der Garten wieder aufgeräumt, Sohnemann aus dem Kurzurlaub abgeholt und dann ließen wir das Wochenende genauso friedvoll ausklingen, wie es begonnen hatte.
Nee, Leute, eigentlich passierte nix Aufregendes, nix Spektakuläres, nicht mal was halbwegs Außergewöhnliches. Nein, es war schön ruhig, entspannend, trotzdem lustig und wunderbar erholsam. Ich hab’s genossen, fand es traumhaft und sah Dinge, die ich mir nicht anders ausmalen würde, wenn man mir einen kunterbunten Stift geben würde, um ein Wochenende zu zeichnen. Alles war genauso, wie ich es brauche, damit ich mich wohlfühle und absolut nichts vermisse. Danke für das wunderschöne Wochenende und Danke für alles andere. War schee und soll so bleiben!!!
Gestern prophezeite der Wetterfrosch schon morgens nichts Gutes. Gegen Mittags strahlte zwar die Sonne verheißungsvoll, aber am frühen Nachmittag verdunkelte sich der Himmel zusehens. Trotz der schlechten Wetterprognosen wurde im “Leih”-Garten ein kleines Grillgelage anberaumt. Also flitzte ich zum Bäcker, besorgte frische Semmeln, ließ dafür gewohnt gedankenlos mein eigenes Grillgut im Tiefkühlschrank liegen und tippelte Richtung Gartensparte. Dort angekommen fiel mir dann auch fristgerecht ein, dass ich meine Fleischspieße zuhause vergessen hatte, was aber nicht weiter tragisch war, da Frau W. aus P. für reichlich Ersatz gesorgt hatte. Sie hatte wirklich an alles gedacht und gleich nach meinem Eintreffen wurde der Grill angeheizt. Unter einem riesigen Sonnenschirm platziert, landeten neben kleinen Hähnchenflügeln auch diese ultraflachen Hamburger-hackfleischscheiben auf dem Rost. Da wir unsere Hamburger selbst zusammenbauen durften, konnte jeder nun auch selbst bestimmen, wie hoch und wie breit das Teil wird. Wir verwendeten statt der üblichen Hamburgerbrötchen ganz handelsübliche Bäckersemmeln.
Auf meinem Hamburger landeten also eine dieser Hackfleischscheiben, Remoulade, Käse, saure Gürkchen und ordentlich Knoblauchsoße. Das alles hübsch appetitlich in einer Semmel arrangiert, bot nicht nur einen äußerst verlockenden Anblick, sondern schmeckte ganz vorzüglich. Insgesamt drei dieser Bauwerke fanden den Weg in meinen recht leeren Magen und der unverhältnismäßig reichliche Genuss besagter Knoblauchsoße wirkt sich nun seit dem frühen Morgen “begünstigend und entschlackend” auf den internen “Nahrungsmittelver-wertungsapparat” aus, was dafür Sorge trägt, dass ich die Türklinke zum heimischen “Reststoffentsorgungsmodul” heute schon recht häufig in der Hand hatte. Aber was soll’s, mit dieser Soße schmeckte der Hamburger Marke Eigenbau einfach am besten und irgendwas ist ja immer. Photos gibt es von dieser kleinen Grillparty im strömenden Regen auch, aber die Veröffentlichung dieser Schnappschüsse wurde mir unter Androhung empfindlicher und ebenso schwerwiegender Strafen untersagt. Man schämt sich für überraschte Gesichter, faltige Popos und schlecht sitzendes Haar. Jetzt muss ich lachen…
Ich liebe die Andersartigkeit der Menschen, die ihr Anderssein authentisch leben. Sich äußerlich zeigen durch Kleidung, Haartracht oder andere sichtbare Zeichen. Oder durch ihr Handeln, das sie an den Tag legen, ohne die geringsten Anzeichen der Frage: "Was mögen die anderen denken?" Ich liebe diese Echtheit, auch wenn sie manchmal nicht in mein Bild der Welt paßt.
„Jibt Dir dit Leben mal een Buff, denn weene keene Träne. Lach Dir’n Ast und setz Dir druff und boomle mit de Beene.“